Dankbarkeit – mein Jahr 2016

img_1833Auch dieses Mal wollte ich am Neujahrstag meinen ganz persönlichen Jahresrückblick erstellen, hatte mir extra den Abend dafür reserviert. Aber es kamen zwei Dinge dazwischen: ein Telefongespräch, das ich, eigentlich entgegen meiner Planung, am Neujahrstag nicht zu telefonieren, mit einer Freundin verabredet hatte, deren Weihnachtsbrief auf eine außerordentlich schwierige Lebenssituation hingewiesen hatte. Und dann: mein Körper, auf den ich zu hören gelernt habe, er signalisierte mir eine große Müdigkeit – und so ging ich einfach zu Bett und schlief viele Stunden tief und fest durch.

So bin ich heute, am 2. Januar 2017, wieder ziemlich fit und voller Energie und schreibe jetzt den Jahresrückblick, um ihn noch vor Mitternacht zu veröffentlichen.

Gestern aber hatte ich etwas für meine beiden größten Lebensziele getan: „Glücklich und gesund 100 zu werden“ und  „anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe“. Denn wenn ich 100 werden will, muss ich schon heute etwas dafür tun. Das bedeutet für mich vor allem, keinen Stress zu haben, genug zu schlafen, vernünftig zu essen, und genug Zeit zu haben, mit Senta am Strand spazierenzugehen. Und ich glaube, das ich der Freundin in dem langen Telefongespräch auch ein wenig Mut und Optimismus vermitteln konnte, vor allem auch ihrem Mann, der ziemlich krank im Krankenhaus liegt. Ich habe es früher selbst oft als sehr hilfreich empfunden, wenn mir Freunde schrieben oder anriefen, als mein Mann im Krankenhaus war. Man ist dann dankbar für jedes kleine Zeichen und jedes Licht, das Hoffnung und Zuversicht verspricht.

Mein Jahresrückblick hat ein wichtiges Thema: die Erfahrung mit Menschen, die in unser Leben treten. Und das Gefühl, das ich mich selber gefunden habe, dass ich wirklich ganz ich selber bin, dass ich mein Leben ganz allein bestimmen kann. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will.

img_2435Kurz nach dem Jahreswechsel schrieb ich: Wir haben es geschafft – das neue Jahr 2017 erreicht! Ich bin sehr dankbar für alle Erfahrungen, die ich im Jahr 2016 gemacht habe. Dieses neue Jahr 2017 wird ganz anders sein als die letzten Jahre, nicht nur, aber auch, weil 2017 eine Primzahl ist. Es wird ein ganz außergewöhnliches Jahr. Unser Verständnis für das Leben und unser Mitgefühl für die anderen Menschen werden zunehmen, und unsere Liebe auch: die Liebe zu uns, zu unserem Leben und zu den anderen Menschen. Denn was wir aussenden, kommt immer zu uns zurück. Unser Leben wird umso schöner, je mehr wir Liebe, Freude und Frieden für andere Menschen ausstrahlen, egal ob sie Freund oder „Feind“ sind. Harmonie, Glück und Gesundheit werden unser Leben bestimmen. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich im alten Jahr erlebt habe und für alle meine lieben Freunde, die ich schon kannte, die, die ich erst neu gewonnen habe, und die mich in guten und in schlechten Zeiten unterstützt haben.

beate-forsbach-2242Vor einem Jahr hatte ich das intensive Gefühl, all die Schwierigkeiten ohne ein professionelles Coaching nicht mehr bewältigen zu können. Schon in dem Moment, als ich einem vermeintlichen Freund und Berater eine Bezahlung anbot, merkte ich, dass es nicht das Richtige war und dass ich im Grunde selber am besten wusste, was mir gut tat. Heute weiß ich, wie sehr ich manipuliert werden konnte durch andere Menschen. Es traten noch einige Menschen als vermeintliche Freunde und Es-mit-mir-Gutmeinenden auf, die ich letztlich wiederum losgelassen habe, weil sie mir einfach nicht guttaten.

Mein altes Lebensprinzip hat mir sehr geholfen: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weitergehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte. Mein Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“ hat diese Kunst des immer wieder anstehenden Neubeginns zum Thema. Es erschien erst im September 2016, nachdem ich annahm, die schlimmsten Erlebnisse des Jahres hinter mir zu haben. Aber das Allerschlimmste stand mir noch bevor.

Zunächst aber kam ein wundervolles, positives Ereignis: Meine geliebte Berner Sennenhündin Senta fuhr im Auto mit! Der Mensch-Hunde-Therapeut José Arce aus Mallorca war Anfang August bei uns. In einem persönlichen Workshop haben Senta und ich viel gelernt. „Willkommen im Leben“, sagte José Arce, als ich ihn mit Senta in der Stadt abholte. Nicht nur für Senta hatte ein ganz neues und aufregendes Leben begonnen, auch für mich.

img_3667Und nun konnte ich Reisepläne schmieden – nach einer „Probereise“ nach Bayern kam die seit Jahren ersehnte Traumreise nach Armentarola, wo ich ein Autorenseminar durchführen würde. Am ersten Tag dort aber war Senta sterbenskrank. Wie konnte das sein? Endlich erfüllte sich mein Traum, und nun sollte der Hund ausgerechnet dort sterben? Ich haderte mit meinem verstorbenen Mann und sagte ihm, dass er Senta noch nicht so bald bekäme. Und tatsächlich rettete der begnadete und optimistische Südtiroler Tierarzt meine Senta nach einer schweren Operation. Sie erholte sich schnell und ist heute so fit und gesund wie nie zuvor. Ich aber war sehr dankbar, dem Arzt und auch der Magie von Armentarola, die ganz offensichtlich hier gewirkt hatte. So fuhren wir im Dezember ein zweites Mal dorthin und erlebten endlich den Traumurlaub, den auch mein „Berghund“ sehr genoss.

sentaUm bei den Ärzten zu bleiben: ich bin ja recht kritisch gegenüber der sogenannten Schulmedizin, möchte aber heute meine Dankbarkeit äußern für die Achtsamkeit meines Hausarztes, der an meinem schlimmsten Tag des Jahres zu mir kam, für die Sorgfalt und den Optimismus meines Zahnarztes in Bamberg, der mir meine – nach dem Sturz im September 2015 demolierten – Zähne wieder richtig gut in Ordnung brachte, und auch meiner Hautärztin, die zwar nicht glaubt, dass meine Heilung vor allem auf meinem positiven Denken beruht, aber trotzdem erfreut darüber ist. Ansonsten glaube ich mehr denn je, dass die Art zu denken, die ich von meinem Vorbild Louise Hay gelernt habe, einen positiven Einfluss auf mein Leben, meine Gesundheit und meinen Lebenserfolg hat.

beate-forsbach-2385Nun noch einmal zu dem Thema, das mich in diesem Jahr am meisten bewegt hat: die Begegnung mit Menschen, die es nicht ganz ehrlich mit uns und mit sich selber meinen. Menschen, die andere manipulieren. Menschen, die sich selbst inszenieren im Netz, bis zur Veränderung ihres Lebensalters, ihrer Persönlichkeit, ihres Lebenslaufes durch eine Darstellung, die andere beeindrucken und überzeugen soll – nur damit sie ihren Vorteil haben, egal, was mit den anderen passiert. Ich habe in dem vergangenen Jahr einige solcher Menschen kennengelernt und mich selbst zunächst verurteilt, weil ich darauf hereingefallen war.

Inzwischen weiß ich, dass es jedem passieren kann, und ich habe mir auch vergeben – ich hatte einfach nicht gewusst, dass es so viel Falschheit geben könnte, auch wenn mich mein Bauchgefühl immer wieder aufmerksam gemacht hatte, dass hier etwas nicht stimmte. Dadurch habe ich gelernt, besser auf meine Intuition zu hören. Und ich bin auch mitleidig und verständnisvoll denjenigen gegenüber, die ihrerseits von Manipulationen beeinflusst sind, denen man klargemacht hat, dass sie mit mir keinen Kontakt mehr haben dürften, und die auch versuchen, sich daran zu halten.

beate-forsbach-2043Nein, ich glaube nicht, dass ich die Welt in dieser Hinsicht ändern kann, aber ich habe ein Ziel: Ich möchte ein guter Mensch sein. Ich ermutige und helfe Menschen, ihre Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen. Aber ich werde niemanden unterstützen, der mit unrealistischer Selbstdarstellung und Täuschung anderer seinen Weg machen will. Nach wie vor halte ich es mit meinem Vorbild Louise Hay, die gesagt hat:

„Schon seit langem glaube ich daran, dass die Geschäftswelt ein Bereich ist, in dem wir uns gegenseitig helfen und unterstützen sollten. Ich habe die Ellenbogenmentalität nie verstanden und nie begriffen, warum man andere übervorteilen oder sogar betrügen sollte. Das scheint mir keine besonders freudvolle Art und Weise zu sein, sein Leben zu leben. Es gibt so viel Überfluss auf der Welt, wir müssen ihn nur erkennen und miteinander teilen. Es ist immer die Politik meines Verlags Hay House gewesen, ehrlich und rechtschaffen zu sein.“

Und so bleibe auch ich mit meinem Verlag ehrlich und rechtschaffen, auch wenn es manchem so gar nicht gefällt. Ich habe mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen getrennt. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und manche blieben ganz einfach weg. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

beate-forsbach-2113Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

All das hatte ich bereits im Jahresrückblick auf 2015 geschrieben. Im Jahr 2016 aber kam etwas ganz Wichtiges dazu: Ich habe meinen persönlichen Lebenssinn gefunden. Ich weiß, was ich will, und was ich nicht will. Ich habe Menschen gefunden, mit denen ich mein Leben verbringen möchte und bin mir klar geworden darüber, mit welchen Menschen ich nicht weiter zu tun haben möchte.

Ich bin meinem verstorbenen Mann Hans Christian sehr dankbar, dass er mit mir vor 13 Jahren das erste Mal nach Armentarola gefahren ist, aber ganz besonders dafür, dass er – als Kriegskind – mir den Mut und den Optimismus vermittelt hat, sowie die Einstellung: „Wir kommen immer durch.“ Dankbar bin ich auch meiner Mutter, die ebenfalls immer mutig und optimistisch war und mir Liebe und Freiheit als wichtigste Werte vermittelt hat. Hätte sie nicht dafür gesorgt, dass ich Skilaufen lernte und dazu oft in Seefeld/Tirol war, wäre ich vielleicht nicht mit meinem Mann nach Armentarola gekommen. Dies ist ein magischer Ort für mich, an dem ich fortan einen Teil meines Lebens verbringen möchte.

Und mir ist einiges ganz wichtig geworden:

  • Schön Klavier spielen zu können: Brahms, Chopin, Schubert und Schumann, dafür habe ich im Dezember 2015 nach 40 Jahren wieder mit dem Klavierunterricht begonnen.
  • Eine glückliche Beziehung zu meiner Hündin Senta zu haben, dafür habe ich Geld, Zeit und Kraft investiert.
  • Gesund und glücklich älter zu werden,100 Jahre alt werden zu wollen – daran arbeite ich jeden Tag.
  • Meine Freiheit und Unabhängigkeit sowie die Liebe – das sind die Werte, nach denen ich lebe und die mich leiten.
  • Positive Gedanken für ein positives Leben weiterzugeben – durch mein Vorbild und durch die Bücher meines Verlages.
  • Zu wissen, mit welchen Autoren ich zusammenarbeiten möchte und mit welchen nicht.
  • Den Sinn meines Lebens gefunden zu haben.

An Silvester und am Neujahrstag habe ich wundervolle Konzerte im Fernsehen miterlebt, die mir deutlich machten, dass die Musik einen ganz entscheidenden Anteil an meinem Lebensglück hat. Mein Klavierlehrer schrieb mir heute: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“ Ja, das werde ich machen, dieses Erlebnis kann mir nichts sonst geben außer der Musik, aus der ich viel Kraft und Energie schöpfe.

Weiter die Strandspaziergänge mit meiner Senta – sie geben mir Energie, lassen mich den Frieden spüren und bieten Raum für neue Ideen und Gedanken. Pausenloses Geschwätz von Leuten direkt und am Telefon will ich nicht mehr ertragen. Auch aus dem eigenen Schreiben und der Beschäftigung mit den Büchern und Manuskripten anderer Autoren schöpfe ich viel innere Kraft – ich werde dem Lesen und Schreiben viel mehr Raum in meinem Leben geben.

Und schließlich sind es auch die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. Ich habe angefangen zu reisen, um an besonderen Orten besondere Menschen zu treffen. Und das erfüllt mich sehr. Die Entscheidung, alleine zu reisen, nur in Begleitung meiner lieben Berner Sennenhündin Senta, erleichtert mir vieles und ermöglicht mir, frei und unabhängig zu bleiben. Ich habe mit Theresia Berger eine tolle Fotografin gefunden, die die meisten Fotos dieses Blogartikels am Chiemsee realisiert hat.

Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-1803Nun ist das neue Jahr inzwischen schon fast 48 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2016 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2017 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2017 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

PS: Lesen Sie bitte auch mein Interview mit 16 Fragen zum Jahresrückblick mit Annette Maria Böhm von Lebe-Liebe-Lache.com, das am 30. Dezember 2016 erschienen ist.

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Zwischen den Jahren

img_1599Ein wenig „abtauchen“ nach Vorweihnachtsstress und Weihnachtsfeiern – wie schön ist das und wie tut es uns gut! Ich hatte Besuch gehabt zu Weihnachten, hatte mich gefreut, mal wieder so zu feiern, wie ich es mit meinem lieben Mann immer getan hatte. Aber es war natürlich nicht dasselbe, und so war ich froh, als es am Abend des ersten Weihnachtstages ganz still in meinem Haus wurde. Ich freute mich über den schön geschmückten Weihnachtsbaum und die gute alte Krippe, und über meinen Hund, der ganz brav da lag und offenbar auch etwas gestresst war.

img_1681img_1706Und so verbrachten wir den zweiten Weihnachtstag überwiegend im Freien, bei langen Spaziergängen am Strand.

img_1724Während es am Mittag in Fehmarnsund noch sehr sonnig war, wurde es später düsterer, als wir am Südstrand waren. Pechschwarze Wolken zogen heran.

img_1755Schließlich mussten wir vor heftigen Orkanböen mit Hagelschauern Schutz suchen und kamen völlig durchnässt wieder zu Hause an. Nach einem heißen Bad und einem kräftigen Tee wurde es so richtig behaglich zu Hause, ich spielte in Ruhe aus den neuen Klaviernoten. Und am Abend schauten wir uns das „Traumschiff“ an, eine angenehme Entspannung, die für mich irgendwie zum zweiten Weihnachtstag dazu gehört. Das Telefon hatte ich übrigens an diesem Tag stumm geschaltet.

An den Tagen danach gab es viel zu tun, viele Dinge zum Jahresabschluss waren zu erledigen, dazu gab es Erfreuliches zu unserer Neuerscheinung „Mein Weg über die Alpen“ von Barbara Messer. Das Buch war ganz kurz vor Weihnachten erschienen und lag wohl auf vielen Gabentischen. Und dann erreichten uns bereits die ersten sehr schönen Rezensionen. „Für mich ist dieses Buch eines der besten, das ich 2016 lesen durfte“, schreibt die erste Rezensentin und ich ergänze: Für mich ist diese Buch eines der besten, das ich 2016 verlegen durfte. Nun freue ich mich schon auf die Buchvorstellung am 2. Februar 2017 im Literaturhaus Berlin! Wieder eine Premiere für meinen kleinen Verlag.

Gestern war der Tag bestimmt vom Gedenken an meine liebe alte Freundin Tilli, die uns kurz vor Weihnachten verlassen hat und für die ich eine Kerze angezündet habe. Ich habe sie im gestrigen Blogartikel ausführlich gewürdigt – mit ihrem eigenen Text „Ein glücklicher Tag“, denn Ottilie Krafczyk war auch unsere Autorin. Sie hatte zu ihrem 80. Geburtstag im Jahr 2014 ihr erstes Buch veröffentlicht: „Starke Frauen und die Liebe“.

Leider wurde diese Gedenkstimmung ein wenig gestört, und ich schrieb etwas, das ich nur ganz selten schreibe: „Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich die letzten Tage und Stunden des alten Jahres nunmehr privat verbringen möchte.“

img_1780Und wie immer war der Ausflug zum Strand für mich der Gegenpol zu Trauer und Stress. Wunderbare Stille am Meer, bei strahlendem Sonnenschein – Zeit, alleine mit mir und meinen Gedanken zu sein, Kraft zu schöpfen und mich mit meinem fröhlichen Hund an dem schönen Tag zu erfreuen!

img_1782Am Nachmittag dann kam der vorläufige Höhepunkt dieser Zeit „zwischen den Jahren“: unser Spaziergang am Südstrand.

img_1814Ihr werdet es kaum glauben, wie glücklich ich bin, dass ich solche herrlichen Strandspaziergänge mit meiner Senta machen kann. Wir waren mehrere Stunden unterwegs und sind mehr als 10 km gelaufen. Am Nachmittag am belebten Südstrand, immer der Sonne entgegen, deren Untergang ich dann beobachten konnte.

img_1821Dass das möglich ist, verdanke ich dem Mensch-Hunde-Therapeuten José Arce, der am 2./3. August hier bei uns war und uns gezeigt hat, wie Senta im Auto mitfahren kann. Na ja, ein bisschen verdanke ich es auch mir selber, weil ich den Entschluss gefasst sowie Geld, Zeit und Mühe investiert habe. So hat sich mein Leben – und auch Sentas Leben – seitdem stark verändert. Nicht nur, dass wir verreisen und jeden Tag zum Strand fahren können, nein, ich weiß auch, dass es möglich ist, seine Träume zu verwirklichen. Wenn man es nur genug will, wenn man konsequent ist und seine eigenen Wünsche ernst nimmt und sich erfüllt. Und noch etwas: manchmal verliert man bei einer solch großen Lebensveränderung auch Wegbegleiter, die da nicht mehr mitkommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist schade, aber man findet auf der nächsten Wegstrecke viele neue Freunde, vor allem mit einem solch süßen Hund als Begleiter. Wie oft strahlen die Leute uns an oder lächeln, wenn sie uns entgegen kommen.

img_1791Heute habe ich bei traumhaftem Winterwetter mit Senta einen langen Spaziergang gemacht – weiter als ich von Fehmarnsund aus jemals gegangen bin, bis nach WULFEN, wo ich noch NIE gewesen bin in den über 39 Jahren, seit ich das erste Mal nach Fehmarn kam. Ein tolles Erlebnis am vorletzten Tag des Jahres.

img_1867Am Nachmittag dann noch ein Spaziergang nach Sonnenuntergang am Südstrand – der rosige Himmel über uns, entlang der blauen Ostsee, die ganz sanft rauschte. Zeit zur Besinnung über dieses Jahr, das schon fast zu Ende ist, und der Gedanken an das nächste Jahr. Zu Hause angekommen dann die Überraschung: Ich freue mich sehr darüber, dass mein Interview zum Jahresrückblick mit Lebe-Liebe-Lache.com gerade heute erschienen ist. Herzlichen Dank an Annette Maria Böhm, die dieses Interview mit mir geführt hat. Hier können Sie das Interview lesen

img_2435Nun bleibt mir noch Zeit, Ihnen/Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.

img_1811-kopieMeinen guten Wünschen zum neuen Jahr möchte ich noch diesen irischen Segenswunsch hinzufügen:

Mögen alle deine Träume wahr werden,
mögen alle deine Himmel blau sein,
mögen alle deine Freunde wahrhaft Freunde sein,
mögen alle deine Freuden vollkommen sein,
mögen Glück und Lachen alle deine Tage ausfüllen.

Auf ein glückliches neues Jahr 2017!

Ein glücklicher Tag – In Memoriam Ottilie Krafczyk

img_0955Ein Licht leuchtet für meine liebe Freundin und Autorin unseres Verlages, Ottilie Krafczyk. Sie ist am 19. Dezember 2016 gestorben, nur wenige Stunden, nachdem sie den letzten Kommentar zu meinem Blogartikel „Eine Reise im Advent“ geschrieben hatte. Heute vormittag fand die Trauerfeier in Bad Ems statt. Tilli, wie ihre Freunde sie liebevoll nannten, hat mit 80 Jahren ihr erstes Buch geschrieben und damit mir und vielen Menschen eine große Freude gemacht.

151221_1_tilliOttilie Krafczyk, geborene Kregiel, wurde am 1. Juni 1934 in Königshütte/Oberschlesien geboren und lebte in Bad Ems. Sie ist am 19. Dezember 2016 verstorben.

Im Jahre 1955 heiratete sie ihren Mann Josef, mit dem sie 2005 die Goldene Hochzeit feierte. Als er im Jahre 2008 starb, begann für sie eine schwere Zeit. Aber die Liebe und Fürsorge ihrer Kinder und Enkelkinder halfen, ihren Schmerz zu lindern.

Eines Tages wurde Ottilie Krafczyk von ihrer Tochter auf das „Forum Seniorentreff“ im Internet aufmerksam gemacht. 2009 begann sie, dort ihre kleinen Erzählungen zu veröffentlichen, die viele begeisterte Leser fanden. 2010 erschienen einige ihrer Geschichten in zwei Sammelbänden.

Damals entstand ihr Wunsch nach einem eigenen Buch, den sie sich anlässlich ihres achtzigsten Geburtstages erfüllt hat. Das Buch ist ihren Kindern und Enkelkindern gewidmet.

FCover_Starke_Frauen3.inddür Tilli war Liebe ein Geschenk – ohne Liebe wäre das Leben wie ohne Sonne, das war ihre Überzeugung. Sie hat viele wundervolle Frauen getroffen, die ihr Leben mit Kraft und Liebe gemeistert haben.

Mit Herz und Seele schreibt sie über diese starken Frauen. Ihre Geschichten sind mitreißend erzählt – und voller Emotionen. Immer ist es die Liebe, die den Frauen Kraft gibt, ihr schweres Schicksal zu meistern.

Die Autorin schreibt für Menschen, die das Leben so annehmen, wie es ist. Gerade in der zweiten Hälfte des Lebens ist es gut zu erkennen, dass das Leben jeden Menschen reich beschenkt. Denn Liebe und Leiden sind zwei Seiten einer Medaille. Wer nie weint und trauert, kann Glück nicht erfahren.

Als letztes Kapitel hat Ottilie Krafczyk die Geschichte der Feier ihres 80. Geburtstages geschrieben, die wir hier im Andenken an die liebe Tilli noch einmal veröffentlichen.

Ein glücklicher Tag

Es sind solche Momente im Leben, die für immer in unserem Gedächtnis verbleiben werden.
Acht Jahrzehnte, das ist für ein Menschenleben schon ein Alter, in dem man sagen kann, schön ist es, so einen Tag zu erleben. Ich hätte in meinen kühnsten Träumen nie geglaubt, ein so hohes Alter zu erreichen und es mit vollem Verstand so genießen zu können, wie ich es tue.
Mein Leben ist wie das Leben vieler älterer Menschen, die in einer Zeit geboren wurden, in der es nicht immer gute und herrliche Tage waren. Es gab Krieg, Hunger, Angst um die Nächsten, die an der Front waren. Unruhen in der Politik, die den einfachen Menschen das Leben nicht leicht gemacht haben.
Aber wie es auch gewesen war und noch sein wird: Das Leben ist das schönste Geschenk für jeden von uns.
Ich hatte Glück, denn ich habe in den Jahren alles erlebt, was mich glücklich machte. Ich hatte eine glückliche Ehe, in der ich die Goldene Hochzeit gefeiert habe. Ich habe zwei wundervolle Kinder, den besten Schwiegersohn, den es geben kann, vier Enkelkinder und einen Urenkelsohn. Es lohnte sich zu leben, denn durch sie habe ich mein Leben in den schönsten Farben erleben dürfen.
Am 1. Juni 2014 hatten mir meine Kinder und Enkelkinder einen Geburtstag gestaltet, der für mich bis zum letzten Tag meines Lebens tief in meinem Herzen verbleiben wird.
Schon am Heiligen Abend 2013 wurde ich mit einem Geschenk überrascht: Es war ein Gutschein für das Ereignis des Jahres 2014. „Der 80. Geburtstag unserer Mutter, Groß- und Urgroßmutter“ – das stand in großen Buchstaben auf diesem schönen Gutschein.
Ein Programm mit allem Drum und Dran von Einladungen bis zur Unterhaltung. Kein Wort wurde verraten, was es sein sollte. Bis zum Geburtstag wusste ich nicht, was für eine Überraschung meine Familie mir bereiten wollte. Es war die Rede von einem Zelt, dann von einer Hütte im Wald mit Grillen. Na, ja lass dich doch mal im Leben überraschen, sagten alle, die ich gefragt habe.
So kam mit vielen Sonnenstrahlen der erste Sonntag im Juni 2014. Es war ein Tag, wie er nicht schöner sein könnte. Schon am Morgen sollten wir ohne Frühstück nach Koblenz kommen. Also sind wir mit dem Sohn und der Schwiegertochter von Bruno losgefahren. Noch immer wusste ich nicht, wo und warum schon so früh. Erst am Ufer des Rheins am Deutschen Eck, als ich meine ganze Familie sah, hatte ich die Ahnung, dass mir mein Traum in Erfüllung gehen würde.
Ich wollte schon immer meine Familie zum Familientreffen auf einem Schiff einladen. Die Kosten aber waren für mich zu hoch und im Lotto habe ich in den 60 Jahren meiner Teilnahme an dem Spiel noch nicht gewonnen. Also war es immer nur ein Traum geblieben …
Alle Gäste, die sich am Ufer des Rheins befanden, umarmten mich, und ich wurde mit einem Ständchen zu meinem 80. Geburtstag geehrt.
Es war einfach zu schön und ich traute meinen Augen nicht, als das schöne, moderne Schiff „La Paloma“ um 10.00 Uhr anlegte und meine Familie mit mir das Schiff betrat. Das Ambiente auf dem Deck, das sich Wintergarten nannte, war schön in weiß dekoriert. Schön und elegant empfing uns das Personal mit Sekt, und meine Tochter begrüßte alle Gäste und lud zum Frühstück ein. Ich war wie in Trance. Ich konnte nicht essen, so ergriffen war ich über diese wunderschöne Überraschung. Es war alles sehr schön organisiert.
Um 13.00 Uhr gab es Mittagessen, danach Kaffee, Kuchen und andere Leckereien. Ich sah bloß frohe und zufriedene Gesichter meiner ganzen Familie. Meine Kinder, Enkelkinder mit ihren Familien. Meine Schwestern mit ihren Familien. Meine Nichten, nicht zu vergessen mein Freund Bruno mit seiner Familie haben an diesem Tag mit mir diesen schönen Geburtstag gefeiert.
Dazu die schöne Fahrt auf dem Rhein von Koblenz nach Lahnstein, die Burgen Lahneck und Stolzenfels, Braubach mit seiner Burg und zurück. Wir waren von 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr unterwegs.
Ein Musiker spielte auf seiner Orgel wunderschöne Musik. Wir wagten sogar ein Tänzchen, und meine Tochter mit meinen Enkelkindern hatte vieles vorbereitet. Es gab Wortspiele, an denen alle mitgewirkt haben. Bruno deklamierte sein neuestes Gedicht, auch seine Tochter hatte für mich ein schönes Gedicht geschrieben.
Mein Enkelsohn machte eine Ansprache, die mein Leben in so schöner Form zeigte, dass ich meine Tränen nicht mehr halten konnte. Es war einfach ergreifend, wie schön sie mir für meine Fürsorge dankten, als sie noch im Kindergarten waren, für all die Jahre in Schule und Studium. Alles wurde humorvoll erzählt.
„Ja, Oma“, sagte mein Enkelsohn, „80 Jahre, das ist schon eine Leistung, und wir danken dir, dass du immer für uns da warst.“
In diesem Moment wurde mir bewusst, dass jedes Leid, jede Träne sich in all den schweren Zeiten gelohnt haben, wenn man so einen Tag wie diesen erleben durfte.
Warum erzähle ich meinen Freunden und Lesern von diesem Tag? Weil ich so viele wunderbare Menschen getroffen habe, die mit ihren Geschichten Freude und Leid ihres Lebens mit uns geteilt haben.
Freundschaft ist das Zauberwort, das jedem Menschen die Kraft verleiht, alles zu ertragen.
Dafür möchte ich mich bei euch bedanken.
Ich wünsche allen Müttern, Groß- und Urgroßmüttern, dass sie so einen 80. Geburtstag erleben dürfen.

Gute Reise, liebe Tilli, heute Abend werde ich wieder den Sternen zuwinken und wissen, dass Du auf einem von ihnen bist und mir zulächelst.

 

 

 

Reise im Advent

beate-forsbach-1803Am 1. Dezember startete ich mit Senta auf unsere Adventsreise, zunächst ging die Fahrt nach Bamberg. Dort musste ich zum Zahnarzt, den ich auch zukünftig alle drei Monate aufsuchen werde. Und weil Senta im September, bei unserer ersten gemeinsamen Reise nach Armentarola, so krank gewesen ist, hatte ich diese neue Reise geplant. Endlich wollte ich mit Senta in Armentarola spazieren gehen, ein Foto-Shooting am Chiemsee machen und eine alte Freundin in München besuchen. Diese Stationen waren bereits im September geplant, aber ich war damals mit der genesenden Senta so schnell wie möglich nach Hause gefahren.

Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen? Ja, ich glaube, man kann. Nur weil es beim ersten Mal nicht so richtig geklappt hat, braucht man noch nicht aufzugeben. Man muss es einfach noch einmal versuchen. Und so kamen wir wohlbehalten in Bamberg an und machten einen ausgedehnten Abendspaziergang an der Regnitz – von der Villa Concordia bis zum alten Rathaus.

img_0532img_0535 img_0539 Am nächsten Morgen sah es zuerst ganz schön aus, doch dann begann es, in Strömen zu regnen. Ich suchte ein passendes Restaurant für die kleine Weihnachtsfeier, die ich mit meiner Geschäftsfreundin Verena Ullmann am Abend geplant hatte. Es war gar nicht so einfach, viele Restaurants waren ausgebucht, aber ich konnte einen Tisch im Restaurant Messerschmitt an der Langen Straße bestellen, wo ich so oft mit Hans Christian gewesen war.

img_0554Am Nachmittag wanderten wir beide – endlich – durch den Hain. Das hatte ich mir schon so lange gewünscht, mit Senta durch dieses schöne Waldgebiet zu gehen. Die große Hundewiese, wo wir früher immer die Hündchen beobachtet hatten, beeindruckte sie nicht so sehr, aber am Denkmal des sprechenden Hundes Berganza posierte Senta dann doch für ein Foto. An dieser Stelle soll der Dichter E.T.A. Hoffmann einst diesem Hund begegnet sein, auf dem Rückweg vom Café Lieb im ehemals Fürstbischöflichen Jagdschloss – es ist jedoch nicht bekannt, ob der sprechende Hund vielleicht auf den Genuss des guten Frankenweins zurückzuführen ist oder tatsächlich dort gewesen ist.

img_0567Wie bei unserem allerersten Besuch des Cafés war es auch diesmal geschlossen, Senta trank ein wenig aus der Regnitz und dann liefen wir wieder zurück nach Bamberg, wo wir dann – auf den Spuren der Vergangenheit – im Café Graupner einkehrten. Wir saßen an dem Tisch, an dem ich mit Hans Christian das erste Mal gesessen hatte, als er sagte: „Sind die Schachspieler schon da?“ und ich erfuhr, dass er nicht nur wegen der Konzerte, sondern vor allem wegen des Schachspiels nach Bamberg gefahren war.img_0582Am Abend dann gingen wir ins Restaurant Messerschmitt, wo der Chef zunächst sehr skeptisch war, weil Senta ein soooo großer Hund war. Aber ich hatte sie ja mit beim Tisch bestellen, und so durften wir Platz nehmen. Senta aber lag ganz brav den ganzen Abend neben dem Tisch, wo ich mit Verena Ullmann eine schöne kleine geschäftliche Weihnachtsfeier hatte.

img_0592Am nächsten Morgen dann fuhren wir weiter nach Armentarola – in Bamberg war die Welt noch weiß überzuckert, im Inntal näherten wir uns bei schönstem Sonnenschein den mächtigen Bergen.

img_0602img_0612Wie immer telefonierte ich während der Autofahrt mit verschiedenene Freundinnen. Auf der Brennerautobahn dann verabschiedete ich mich für einige Tage in die Berge. Denn diese Reise sollte ja auch eine Reise zu mir selbst werden. Dabei hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich eine sogenannte „Freundin“ nach dieser Reise ganz verabschiedet hat. Aber dazu später.

img_0629Froh gestimmt trafen wir in Armentarola ein. Senta suchte als erstes den Brunnen, der aber diesmal leer war, wegen der großen Kälte. Auf unserem ersten Spaziergang entdeckte sie den rauschenden Bach, in den sie fortan jeden Tag ging, um das frische Bergwasser zu trinken.  img_0624img_0877Am Abend dann gab es für mich den ersten Aperitif in der Hausbar.

img_0757Am nächsten Morgen strahlte die Sonne vom tiefblauen Himmel und unsere glücklichen Urlaubstage begannen – im immer gleichen Rhythmus. Senta tobte und tollte schon vor dem Frühstück den Hügel vor dem Hotel hoch, sie spielte sogar mit dem Ball – ein ganz neues Hund-Frauchen-Gefühl war das.

img_0929img_0785 img_0781Mein Hund fühlte sich ganz offenbar sehr glücklich hier in den Bergen.

img_0938Ich aber fragte mich auf unseren langen Spaziergängen, was all dies zu bedeuten hatte. Ich spürte ein Gefühl tiefer Dankbarkeit, weil Hans Christian mich an diesen Ort geführt hatte. Wir beide hatten Armentarola geliebt, und ich fühle mich hier sehr wohl. Auch meiner Mutter bin ich dankbar, denn sie hatte mich einst zum Skifahren gebracht, und wir waren Weihnachten immer in Seefeld/Tirol gewesen. Und Hans Christian hatte eines Tages zu mir gesagt: „Wenn ich mit Dir nach Seefeld fahre, dann musst Du mal mit mir nach Armentarola.“ Ich fühlte mich ihm sehr nahe, hier in den Bergen. Mit Senta machte ich all die Wanderungen, die wir in unseren ersten Urlauben hier noch gemeinsam gemacht hatten.

Ich dachte über mein Leben nach, über meine Bestimmung. Ich möchte gesund und glücklich 100 werden und ich möchte anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe – vor allem durch Hans Christian und meine Mutter.

Armentarola ist für mich ein magischer Ort, neben meiner Trauminsel Fehmarn, und ich möchte hier immer wieder herkommen. Wieder begegnete ich Menschen, die diese Lebensphilosophie leben – so wie Hans Christian und ich es einst beschlossen hatten. Das Hotel Armentarola wurde zu Weihnachten 1938 eröffnet und hat seitdem viele Freunde gefunden. Wer einmal hier war, kehrt immer wieder. Eine fröhliche Atmosphäre voller Lebenslust, Heiterkeit und Optimismus, dazu Sonnenschein, blauer Himmel und eine atemberaubende Bergkulisse – das ist der „Geist von Armentarola“, wie ich ihn in meinem gleichnamigen Buch beschrieben habe. Viele Gäste sprachen mich auf dieses Buch an, auf deutsch, italienisch und englisch, und alle fühlten sich wohl an diesem magischen Ort und in dem schönen Hotel.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddSenta wurde zum Liebling vieler Gäste – jeder wollte sie streicheln, jeder lächelte uns an, in der Hausbar oder draußen beim Spazierengehen.

img_0908Von Armentarola aus fuhren wir zum Chiemsee, wo ich ein Foto-Shooting gebucht hatte. Wir übernachteten in einem schönen Hotel in Pelham am See, von wo wir am nächsten Morgen zur Fotografin fuhren.

img_1193Das Foto-Shooting fand bei herrlichem Wetter am Chiemsee statt. Senta war die ganze Zeit dabei, sie sorgte für Heiterkeit, gab mir Halt und Liebe, wenn es mal anstrengend wurde, und sie hatte auch die Fotografin in ihr Herz geschlossen. Wunderschöne Fotos sind entstanden. Mein großer Dank geht an Theresia Berger, die es mit Geduld und Einfühlungsvermögen schaffte, dass unvergleichliche Fotos von mir und auch von Senta und mir entstanden.

beate-forsbach-2259img_2435beate-forsbach-2068Dies ist für mich eine schönere Adventszeit gewesen als Glühwein und Bratwurst auf einem überfüllten Weihnachtsmarkt. Es gab Licht, Zuversicht und Hoffnung auf 2017, neue Eindrücke einer schönen Landschaft, neue Verbindungen zu Menschen und meinem Hund. Vom Chiemsee fuhr ich dann nach München, wo ich eine alte Freundin nach mehr als zehn Jahren traf. Mit ihr gingen wir im Englischen Garten spazieren und erlebten schöne gemeinsame Stunden.

Diese Reise im Advent war mehr als ein Urlaub: neben der Erholung und Entspannung habe ich viele interessante Menschen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft, die Verbindungen zu alten und neuen Freunden und Bekannten gefestigt, die Beziehung zu meiner Senta zu einer glücklichen Mensch-Hund-Beziehung werden lassen. Ich habe über den Sinn meines Lebens nachgedacht und wichtige Entscheidungen getroffen. Dazu gehört auch, sich von Menschen und Dingen zu verabschieden, die nicht mehr zu mir und meinem Leben passen. Zum ersten Mal, seit mein Mann verstorben ist, habe ich das Gefühl, mein Leben ganz allein bestimmen zu können. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will. Und Armentarola habe ich auch schon wieder gebucht für das nächste Jahr. Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-2043Soeben beginnt der 19. Dezember, es ist der Geburtstag meines lieben Hans Christian. Senta und ich werden diesen Tag in Dankbarkeit und Erinnerung an einen wundervollen Menschen begehen, der unser Leben maßgeblich bestimmt hat.

Ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit!

 

Strandspaziergänge

img_0379Wir gehen fast jeden Tag zum Strand – wir, das sind meine Berner Sennenhündin Senta und ich. Es war nicht immer so: Erst seitdem sie im August gelernt hat, ins Auto einzusteigen, fahren wir zu den schönsten Stränden auf unserer Sonneninsel Fehmarn, um dort lange Spaziergänge zu machen. Sonntags fahre ich gerne zum Südstrand, der ziemlich weit von Neujellingsdorf entfernt ist. Fast täglich fahren wir nach Fehmarnsund, zu meinem Lieblingsstrand unterhalb der Fehmarnsundbrücke, der in gut zehn Minuten mit dem Auto zu erreichen ist.

Heute war das Wetter nach zwei regnerischen, nebligen Tagen voller Dunkelheit plötzlich wunderschön. Senta hatte mich schon vor der üblichen Zeit geweckt, die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel – und so fuhren wir gegen unsere Gewohnheit schon am späten Vormittag zum Südstrand.

img_0364Es war eine unwirkliche Schönheit, die wir dort erblickten: blauer Himmel, blaues Meer, kilometerlanger weißer Sandstrand und kaum Menschen.

Senta hüpft und springt am Strand vor lauter Vergnügen, und ich wandere am Wasser entlang, komme ganz zu mir, beruhige mich und vergesse, dass ich noch vorgestern gesagt hatte, ich könnte jetzt drei Jahre Urlaub gebrauchen. Die Sonne spiegelt sich gleißend hell im Wasser, das Meer ist ganz ruhig, es ist warm in der Sonne – der dicke Ledermantel, Mütze, Handschuhe und die gefütterten Stiefel sorgen für wärmende Behaglichkeit.

img_0350Wir begegnen nur wenigen Menschen, überholen einige, die skeptisch auf den großen schwarzen Hund schauen – schade, ich hätte gerne ein Foto von uns beiden gehabt an diesem wundervollen Tag. So nehme ich wenigstens ein „Selfie“ auf, denn Senta kann leider noch nicht fotografieren.

img_0369Wenn ich jetzt eine Videobotschaft aufgenommen hätte: was wäre der Inhalt gewesen? An diesem wunderbaren Sonntag, dem ersten Advent, hätte ich vom Frieden gesprochen, der mich erfüllt und den ich um mich herum empfinde. Von der Freude, die ich spüre – Vorfreude auf etwas, von dem ich nicht so genau weiß, was es eigentlich ist. Von der Erwartung eines Wunders, von dem ich nur träume, es mir aber gar nicht so richtig vorstellen kann.

Ich hätte noch mehr erzählen können: Von all den Erinnerungen, die mir hier an diesem Strand kommen – an unzählige Strandspaziergänge, die ich alleine gemacht hatte, als ich noch mit meiner Mutter hier gewesen war, an Strandspaziergänge, die dann immer kürzer wurden, als ich mit meinem Mann hier war. Bis er gar nicht mehr mitgehen konnte. Von der Bank hinter dem Wäldchen, bis zu der ich immer gegangen war, bevor ich ihn kannte – manche Erinnerung wäre auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

img_0376Und dann sah ich ein Paar mit Hund – sie blieben stehen, als ich näher kam. Und der Mann sagte: „Was für ein herrlicher Tag heute – man müsste immer hier auf Fehmarn leben.“ Worauf ich sagte: „Ja, ich lebe hier, und ich finde es wunderschön heute hier am Strand.“ Und ich bat ihn, ein Foto von Senta und mir zu machen.

img_0378Er würde auch gerne mit seiner Frau und dem Hund nach Fehmarn ziehen – schon aus gesundheitlichen Gründen. Und als wir uns noch darüber unterhielten, kam wie zur Bestätigung eine Bekannte vorbei, die vor einigen Jahren nach Fehmarn gezogen war, aus einer fernen Großstadt. Sie strahlte das Glück der zugezogenen Inselbewohner aus.

Gemeinsam gingen wir weiter – meine Gedanken und Erinnerungen, die schon vor drei Tagen beim Strandspaziergang ganz präsent gewesen waren, bekamen nun eine neue Bedeutung: diesen Menschen bei ihrer Entscheidung für die Insel zu helfen. Denn das Leben währt nicht ewig – gerade wenn man mit einer schweren Erkrankung konfrontiert ist, sollte man sich seinen Lebensmittelpunkt sorgfältig auswählen. Und schon waren wir bei dem Thema Gesundheit.

img_0382Das gute Ostseeklima, der blaue Himmel, der Sonnenschein – es gibt kaum einen Tag, an dem die Sonne nicht scheint – das Gefühl der Weite und Unendlichkeit, das man am Meeresrand verspürt, dazu die Bewegung mit dem Hund, der fröhlich am Strand entlang läuft und auch im Winter gerne badet. Die weitgehend stressfreie Lebensweise auf der Insel – na ja, im Sommer herrscht hier schon Stress, aber der wird durch die erholungsbedürftigen Urlauber mitgebracht.

img_0357Im Winter dagegen ist es ruhig, man kann tief durchatmen. Und diesem Paar ging es so, wie es auch meinem Mann und mir immer gegangen war: Wenn man zur Insel hinfuhr, verspürte man eine große Vorfreude und jubelte, sobald die Fehmarnsundbrücke zu sehen war. Wenn man aber wieder zurückfuhr, hatte man schlechte Laune und freute sich so gar nicht auf zu Hause.

Fehmarn – ein magischer Ort? Ja, das kann so sein, denn wie viele Menschen habe ich schon hier kennengelernt, die nicht wieder weg wollten von der Insel – so wie mein Mann und ich, als wir vor sechs Jahren beschlossen, einfach hierzubleiben, ein Haus zu kaufen und ein Hündchen anzuschaffen. Natürlich ist das hier nicht so eine Art „Dauerurlaub“, man muss auch dafür sorgen, dass der Lebensunterhalt gewährleistet ist. Der Mann hatte ein wenig Bedenken, denn so ganz ohne Geld … aber er nannte Beispiele von Menschen, die es gewagt hatten, sich eine positive, lebensbejahende Umgebung zu suchen.

Ich fragte, was er tun würde, wenn er nur noch ein Jahr zu leben hätte. Diese Frage hatte ihn wohl auch schon beschäftigt. Mein Mann und ich waren vor sechs Jahren hierher gezogen, eine Bekannte hatte damals gesagt: macht es, wenn ihr erst Hundert seid, bereut Ihr es, dass Ihr es nicht getan habt. Und so hat mein Mann immerhin noch dreieinhalb Jahre in dieser schönen Umgebung gelebt.

img_0386Wir gingen weiter und weiter. Plötzlich fiel mir die Bank wieder ein, bis zu der ich früher immer gegangen war. Zwar war es nicht mehr dieselbe Bank, aber der Mann machte ein Foto von mir und Senta – ohne zu wissen, was mich mit dieser Bank verband.

Ich war heute weiter gegangen, als ich sonst in all den Jahren gegangen war. Als ich sagte, dass ich umkehren wollte, begleitete mich das Paar mit dem Hund, der sich genau wie Senta über meine Leckerli freute. Auf dem Rückweg sprachen wir über Möglichkeiten, auf dieser Insel seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich erfuhr viel von den Leuten und gab ihnen meine Verlags-Visitenkarte – wer weiß, wann man sich einmal wiedersieht. Der Abschied war voller Optimismus und Vorfreude auf die Zukunft – vielleicht, nein, ganz sicher würden wir uns einmal wiedersehen.

Senta wollte gar nicht wieder vom Strand weg, aber ich zog sie in Richtung Auto, denn wir sollten jetzt etwas essen – jedenfalls sagte mir das mein Magen. Das Mittagessen war nur kurz an diesem Sonntag, und schon fuhren wir zu unserem Lieblingsstrand in Fehmarnsund.

img_0417Senta badete und freute sich ihres Lebens. Und dann legte sie sich in den Sand, als wollte sie den ganzen Tag hierbleiben. Zu schön war der Ausblick – und ich dachte wieder darüber nach, dass ich im nächsten Sommer öfter und länger mit Senta an den Strand gehen möchte, um dort nicht nur zu laufen, sondern auch Zeit zu verbringen, um mich zu sammeln und zu erholen, um nicht im Stress des Alltags durchzudrehen, um Ruhe und Frieden zu finden.

img_0422Wem nützt die viele Arbeit, wenn ich diese traumhafte Umgebung am Meer nicht täglich genießen kann? Vor einigen Jahren hatte ich mal Menschen kennengelernt, die jeden Tag an einen Strand hier auf der Insel gingen. Ich hatte davon geträumt, konnte es aber nicht umsetzen, weil Senta ja nicht ins Auto einsteigen wollte. Bis ich einen Mensch-Hund-Therapeuten engagierte, der uns Anfang August an zwei Tagen alles vermittelte, was uns fehlte: Fortan fuhren wir jeden Tag mindestens einmal an einen Strand. Aber ich schaute immer auf die Uhr: Oft waren wir in den letzten Wochen so spät dran, dass wir uns beeilen mussten, nicht ins Dunkel zu geraten. Schließlich wartete ja meine Arbeit!

img_0433Heute aber hatte ich mir Zeit gelassen – schließlich war es der erste Advent. Am Strand von Fehmarnsund gingen wir heute so weit, wie ich noch nie gegangen war. Verirren kann man sich ja nicht, wenn man immer am Wasser entlang geht. Und so gingen wir auch bei unserem zweiten Strandspaziergang an diesem Sonntag weiter, als wir je gegangen sind.

img_0455Und ich fand immer neue, unerwartete Perspektiven – und Senta fand immer neue interessante Eindrücke. Auf dem Rückweg dann erlebten wir das grandiose Schauspiel der untergehenden Sonne – und fuhren müde, aber glücklich, zurück nach Hause.

img_0463img_0487img_0491Am späten Abend dieses wunderschönen Tages machten wir wieder unseren Spaziergang durchs Dorf – und erlebten den schönsten Sternenhimmel, den ich seit Jahren gesehen hatte. Denn vor vier Wochen noch war ich mit Senta nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Haus gegangen.

Fazit: Am Strand finden wir wieder zu uns und unseren geheimen Wünschen. Und: wir sollten einfach das tun, was wir tun möchten. Denn wir wissen nie, ob es nicht eines Tages zu spät dafür ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns eine wundervolle Adventszeit, in der wir voller Vorfreude sind auf das Wunder, das uns erwartet und von dem wir träumen.

 

 

Mac & Macchen – Adieu, mein Kleiner, es war eine schöne Zeit mit Dir!

img_0816Vor fast einer Woche war es so weit: mein neuer schöner, großer iMac traf ein.
Wir haben das hier im Verlag ein wenig gefeiert. „Prost und Prösterchen“ schrieb mir dazu ein lieber Facebook-Freund.

Mac und Macchen – das war ein bewegender Moment für mich. Der Kleine hat mich fast fünf Jahre lang begleitet, fast alle Bücher meines Verlages sind darauf entstanden, viele Geschichten geschrieben und viele Fotos gespeichert worden.

Und nun der Neue, Große – wie lange habe ich mir den schon gewünscht! Ich freue mich auf das allererste Projekt, das ich mit ihm fertigstelle – und dann bin ich gespannt, wie viele Bücher mit ihm noch entstehen werden!

img_0807img_0811Er ist nun eindeutig der Größte in meiner Mac-Familie mit iMac, Macbook, iPad und iPhone. Alles wundervolle Geräte, mit denen ich schon lange gerne zusammenarbeite, die mir treue Dienste erweisen und eigentlich noch nie ausgefallen sind.

img_0812 Am Abend dann auch noch erstklassiger Musikgenuss mit dem neuen iMac – groß und klar und mit fantastischem Sound–- da komme ich ja gar nicht mehr vom Schreibtisch weg. Hier: „Halleluja“ von Leonard Cohen – großartig

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Heute Abend habe ich dann endlich den „Kleinen“, den alten iMac, ordentlich sauber gemacht und eingepackt, damit er auf den Weg zu seinem neuen Besitzer gehen kann. Der schreibt übrigens auch Bücher …

Ja, es ist nur ein Computer, aber er ist mir doch ans Herz gewachsen in all den Jahren. Er war treu, hat nie „geschwächelt“, war nur zuletzt etwas langsamer geworden, wie es ja nun mal ist, wenn man etwas älter wird. Er hat alles mitgemacht – egal was ich auch geschrieben habe. Manchmal war er recht verschwiegen – und manchmal habe ich auch später etwas gelöscht, was ich geschrieben hatte.

So ein Mac ist ein guter Zuhörer, immer bereit für meine Gedanken und Ideen. Das Beste: er hat eine supergute Suchfunktion, so dass ich alles immer wiederfinden konnte, was vermeintlich verloren war.

img_0054So, mein Kleiner, nun bist Du gut verpackt – Dein neuer Besitzer freut sich schon darauf, Dich in Betrieb zu nehmen und darauf seine Bücher zu schreiben.

Adieu, mein Kleiner, es war eine schöne Zeit mit Dir!

Und nun trinke ich noch ein Gläschen Rotwein zum Abschied!

img_0051Übrigens: Das erste Buchprojekt, das ich inzwischen auf dem neuen iMac fertiggestellt habe, ist eins voller Glück und Freude – bereits vor dem Erscheinen des Buches. Das hängt sicherlich mit dem „Zauber des Anfangs“ zusammen, den ich mit meinem neuen iMac erlebe.

Buchmesse

img_9114 In diesem Jahr war ich zum allerersten Male auf der Frankfurter Buchmesse. Nur einen Tag, am Donnerstag, war ich dort – und schon bei meiner Ankunft tat es mir leid, dass ich mir nicht mehr Zeit genommen hatte für diesen ersten Besuch.

img_9096Ich war mit dem Auto zur Messe gefahren, hatte im Parkhaus geparkt und fuhr mit dem Shuttle-Bus zum Eingang der Halle 3, wo alle großen Verlage ausstellen. Statt erst einmal die großartige Atmosphäre zu genießen, machte ich mich sofort auf die Suche nach dem Stand J 16 in Halle 3.1, wo die Bücher meines Verlages im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung des MVB (Marketing- und Verlagsservice) „Titel aus Klein- und Selbstverlagen“ ausgestellt waren. Dort hatte ich mich mit meiner ersten Kontaktperson verabredet. Als ich sie endlich gefunden hatte, war mir der Lageplan der Hallen etwas klarer geworden und ich wusste, wo die riesigen Rolltreppen waren, so dass ich die Treffpunkte der nächsten Verabredungen etwas schneller fand.

Gemeinsam suchten wir die Titel meines Verlages in der Ausstellung und fanden sie auch recht schnell – das machte mich stolz, denn unsere Buchcover stachen doch ziemlich ab von vielen anderen Büchern.

img_9098img_9100 img_9097 img_9102 img_9104img_9105img_9101Beim nächsten Termin traf ich eine unsere Autorinnen, die sich freute, dass ihr erstes Buch hier ausgestellt war. Ich fand es schade, dass unser Verlag noch keinen eigenen Stand hatte, denn es war fast unmöglich, zur Mittagszeit ein ruhiges Plätzchen für ein Gespräch zu finden. Alle Cafés und Restaurants waren voll besetzt, ohne Reservierungen konnte man erst wieder am Freitag ab 16 Uhr einen Platz bekommen.

Am Stand unserer Verlagsauslieferung lernte ich den Chef und die Mitarbeiterin persönlich kennen, mit denen ich bereits seit Beginn des Jahres zusammenarbeite. Genauso war es am Stand unserer Druckerei, wo wir an der Standparty teilnahmen. Stolz war ich, dass die Verlagsauslieferung meinen Fehmarn-Kalender und zwei unserer Bücher ausgestellt hatte.

Ganz erfreulich waren dann weitere Treffen mit Menschen, mit denen ich bereits längere Zeit intensiven Kontakt über Telefon und Internet gehabt hatte. Für mich war es sehr schön, alle diese Menschen persönlich kennenzulernen. Das war für mich das wirklich positive Ergebnis dieser Begegnungen.

Leider war die Zeit auf der Messe viel zu schnell herum – ich hätte gerne noch viel mehr angesehen und noch mehr Menschen kennengelernt. Ich traf noch einige andere Bücher- und Verlagsmenschen sowie Autoren, und ich hatte das Gefühl, dass ich dort noch einige Tage hätte zubringen können.

Faszinierend waren die großen Stände der wirklich großen Verlage – ich war selbst erstaunt, dass mich dieser Anblick so gar nicht entmutigt hat. Ich wurde überall vorgestellt als Verlegerin, Autorin und Coach, die anderen Menschen zum eigenen Buch verhilft, dazu noch selbst Bücher gestalten kann und die entsprechenden Computerprogramme beherrscht und anderen erklären kann. Vielleicht ist es ein Verlagsmodell für die Zukunft, wenn man selbst vielseitig ist, mit wenigen Mitarbeitern schöne Bücher produziert und die Autoren individuell betreut.

Interessant war für mich die heutige Sonntags-Kolumne von Helga König in ihrem Online-Magazin „Buch, Kultur und Lifestyle – Das Magazin für den gebildeten Leser“. Sie besucht die Frankfurter Buchmesse seit gut 30 Jahren und bemerkte in diesem Jahr eine wesentliche Veränderung.

Lesen Sie ihre Kolumne hier: http://gedankenethikkultur.blogspot.de/2016/10/helga-konig-sonntagskolumne-23102016.html

Ich habe diese Veränderung natürlich nicht bemerkt, da ich zum ersten Male im Leben auf einer Buchmesse war. Ich war stolz, dass einige unserer Bücher ausgestellt waren. Und ich dachte sogleich darüber nach, wie ich im nächsten Jahr einen eigenen Stand realisieren könnte. Auch möchte ich etwas länger auf der Buchmesse bleiben, denn für mich ist diese Messe einfach ein Traum für jeden bücherbegeisterten Menschen.

img_9133img_9139Am Abend war ich ziemlich „erschlagen“ von all den Eindrücken, wie gerne hätte ich die Bücher so bekannter Menschen wie Bob Dylan oder Louise Hay angesehen.

Schon auf der Rückfahrt nach Hause war ich mir sicher, dass ich im nächsten Jahr wiederkommen und dann meinen Verlag besser präsentieren werde.

Die Magie von Armentarola

img_7734Seit mehr als sechs Jahren stand dieser Wunsch auf Platz 1 meiner Wunschliste: Wieder mal Urlaub in Armentarola zu machen, mit meinem Mann Hans Christian und unserer Berner Sennenhündin Senta. Seit Hans Christians Tod im Februar 2014 war daraus der Wunsch geworden, mit Senta in Armentarola Urlaub zu machen. Das war nicht so ganz einfach, denn Senta mochte nicht im Auto mitfahren.

bild_buchseminar_armentarola2016webIm Januar 2016 buchte ich acht Tage in Armentarola und schrieb das viertägige Seminar „Schreib Dein Buch in Armentarola“ aus. Und schon bald gab es mehrere Anmeldungen, denn das Angebot war attraktiv, zudem konnte man seinen Partner/seine Partnerin mitbringen und neben dem Seminar auch ein wenig Urlaub machen.

Am 12. September 2016 kam ich mit meiner Senta in Armentarola an – ich konnte es kaum fassen: mein alter Traum war Wirklichkeit geworden! Aber ich hatte auch einiges dafür getan, dass dieser Traum in Erfüllung ging: am 2./3. August war der spanische Mensch-Hunde-Therapeut José Arce bei uns auf Fehmarn, und nach dem persönlichen Workshop fuhr Senta im Auto mit. Den ganzen August über haben wir trainiert, ich fuhr 2-3mal pro Tag mit Senta zu den schönsten Stränden auf Fehmarn. Mitte August machten wir dann unsere erste große Reise nach Bayern – darüber habe ich in meinem letzten Blogartikel Willkommen im Leben berichtet.

img_7343Es war eine anstrengende Reise gewesen nach Armentarola: in Deutschland und Österreich herrschte eine große Hitze mit bis zu 35 Grad, die wir nicht gewohnt waren. Und so wunderte ich mich nicht, dass Senta nicht so richtig fressen wollte und ein wenig aggressiv und gleichzeitig matt war. Nach unserem Zwischenstopp in Würzburg suchten wir eine Tierklinik auf, da ich dachte, Senta hätte Schmerzen. Kurz vor unserer Abreise hatte sie noch gehumpelt und von unserer Tierärztin Schmerzmedikamente bekommen. Niemand hatte sich gewundert, dass Senta so außergewöhnlich viel trank – schließlich war es ein sehr heißer Sommer. Und da sie nicht so richtig fressen wollte, hatte sie ziemlich abgenommen.

In Armentarola ging es ihr dann gar nicht gut. Der Hotelchef Toni Wieser rief sofort den Tierarzt einige Dörfer weiter und mehrere Hundert Meter tiefer an, und nach dem zweiten „Alarm“ von mir konnte ich mit Senta dorthin fahren. Senta war schon ganz schwach, und eine Freundin hatte mich darauf vorbereitet, dass sie dies nicht überleben würde. Aber der Tierarzt Dr. Armando Mulciri schaute mich mit optimistischem Augenausdruck an und sagte, was es sein könnte. Und wenn es wirklich nicht mehr als das wäre, würde er Senta morgen operieren und sie wäre dann in zwei Tagen wieder fit.

Auch die Operation könnte Senta vielleicht nicht überstehen, ihr Herz sei doch so schwach, hatte mir die Freundin am Telefon schon erzählt. Auch der Tierarzt hatte das bestätigt – aber er gab Senta per Einlauf einige Medikamente. Und er war voller Optimismus. Ich blieb bis zum Abend bei ihr, sie war ganz schwach. Als ich mich in einer Bar nebenan stärkte und der Wirtin von Senta erzählte, sagte sie nur: der Dr. Mulciri würde nie ein Tier einschläfern, wenn es noch eine Chance gäbe. Und so fuhr ich am Abend beruhigt nach Armentarola zurück.

Am nächsten Morgen dann telefonierte ich mit dem Tierarzt und auch mit unserer Tierärztin auf Fehmarn. „Lassen Sie es sofort machen“, riet sie mir, „das ist eine tickende Zeitbombe“. Wir hatten offenbar Glück gehabt. Sentas Herz war nach der Ruhe in der Tierarztpraxis wieder völlig normal, und Dr. Mulciri und seine junge Kollegin operierten Senta am nächsten Mittag.

Ich aber hatte im Hotel mit Anna gesprochen, dem „guten Geist“ von Armentarola. Ich hatte sie um einige alte Handtücher gebeten, für den Fall, dass Senta nach der Operation wieder ins Hotel käme.

„Das hat schon seinen Grund, dass das ausgerechnet in Armentarola passiert ist“, sagte Anna zu mir. Und ich vertraute ihr und dem Geist von Armentarola, den ich vor eingien Jahren in meinem Buch zum 70-jährigen Jubiläum des Hotels beschrieben hatte. In diesem Hotel war ich oft mit meinem Mann gewesen. Die Lebenslust, die Heiterkeit und der Optimismus, die ich dort erfahren durfte, haben mein Leben, mein Denken und meinen Verlag geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar. Das habe ich im Vorwort zur Neuausgabe des Buches geschrieben, die im Oktober 2014 erschienen ist.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddimg_7410Es war genauso, wie der Tierarzt vermutet hatte. Nach der Operation durfte Senta noch zwei Tage in der Tierarztpraxis ausruhen, und ich konnte sie dort besuchen. Am Freitag dann, zwei Tage nach der Operation, durfte sie mit mir nach Armentarola. Denn sie braucht jetzt meine Gesellschaft, meinte Dr. Armando Mulciri. Glücklich holte ich sie ab.

img_7516Am Abend hielt unsere Autorin Sonja Volk im Hotel Armentarola einen Vortrag über ihr Buch „Gedankenpower“. Die gesamte Hotelleitung und viele Gäste waren gekommen und hörten interessiert zu. Ich sprach einige Worte über meinen Bezug zu diesem Hotel und auch über meinen Verlag. Sonja Volk bezauberte das Publikum – es war ein gelungener Abend.

img_7451 Am übernächsten Abend dann sprach mich ein Mann an, weil ich von der Magie dieses Ortes gesprochen hatte. Er kommt seit 30 Jahren hierher und seine Frau sagt auch, es ist ein magischer Ort. Er hat vor kurzem hier seinen 85. Geburtstag gefeiert – kommt immer noch mit dem Auto aus Süddeutschland hierher. Zweimal pro Jahr sind sie für je drei Wochen hier, und das tut ihnen und ihrer Gesundheit gut. Es gibt sie tatsächlich, die Magie von Armentarola.

Ich rechnete nach: Ich muss 81 werden, bis ich sagen kann, ich komme seit 30 Jahren. Und ich muss mich fit halten, damit ich mit dem Auto von Fehmarn hierher fahren kann.
Senta wollte mit in die Hausbar, sie hat wieder Appetit und – Durst. Alle Gäste freuen sich mit uns. Das ist das Wunder von Armentarola.

img_7809Ich war glücklich und erleichtert – mein Autorenseminar war gut gelaufen. Die Hotelleitung gab bereits am Freitag bekannt, dass mein Seminar im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, vom 13.-17. September 2017.

img_7740Am Sonntagabend aber kam mir die Erkenntnis: es ist so schön hier in Armentarola. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, und dort den richtigen Menschen zu begegnen – das ist manchmal (über-)lebenswichtig.

img_7788img_7595Senta fühlt sich hier so richtig wohl. Und ich auch. Ich danke der Familie Wieser und dem gesamten Team des Hotels Armentarola, den anteilnehmenden Gästen, vor allem aber dem Dr. Armando Mulciri, der meine kleine Senta geheilt hat – gemeinsam mit dem Geist von Armentarola.

Die Magie von Armentarola aber habe ich in den Tagen nach Sentas Operation besonders gespürt. In der Küche bereitete man ihr Hühnchen mit Reis zu, damit sie endlich wieder etwas fressen konnte. Und es schmeckte ihr, ihre Genesung war mit großer Freude zu beobachten.

img_7702Am Samstag nahm Sonja Volk ein Interview mit mir auf, in dem ich die besondere Inspiration dieses Ortes mit dem Erfolg im Leben im Verbindung brachte.

Und ich lud – ebenfalls per Videobotschaft – zum nächsten Treffen in Armentarola ein.

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Am Sonntag dann buchte ich kurz entschlossen unseren nächsten Aufenthalt in Armentarola – Anfang Dezember werden wir wieder dort sein. Vielleicht kommt auch eine Autorin oder eine Buch-Coaching-Kundin dorthin, um die grandiose Inspiration, die Magie von Armentarola, für das Schreiben ihres Buches wirken zu lassen. Auf jeden Fall werde ich selbst dort schreiben und leben, zusammen mit meiner Senta. Und ich werde das traumhafte Gefühl genießen, dass ich mir meinen alten Traum erfüllt habe.

img_7737Wer nun glaubt, ich hätte keine Träume mehr: die Magie von Armentarola hat mich mein Leben wieder mal neu ausrichten lassen. Wie wichtig ist es, den Zauber eines einzigartigen Ortes zu genießen, die gute Unterkunft, Bewirtung, die hervorragende menschliche Betreuung und die wundervolle Landschaft. So habe ich meinen nächsten Aufenthalt in Armentarola schon gebucht, und auch das nächste Seminar im September 2017. Und ich werde wieder dorthin fahren, denn irgendwelche Reisen rund um die Welt brauche ich nicht in meiner derzeitigen Lebensphase. Und Senta auch nicht. Die möchte es gut haben und mit mir ein wenig wandern, gerne in den schönen Bergen von Armentarola.

Und ich habe den Entschluss gefasst, meine Autorenseminare künftig nur noch an den für mich schönsten Plätzen der Welt stattfinden zu lassen: auf der Sonneninsel Fehmarn und in Armentarola.

14468510_10209153472506963_8065446549262733530_oDie 1200 km zwischen Neujellingsdorf auf Fehmarn und Armentarola sind leicht zu bewältigen: viele Freunde wohnen dort, wo wir vorbeifahren: in Bamberg, Würzburg, Karlsruhe, München und in Innsbruck. Es ist gar nicht so einfach, die nächste Reise zu planen mit all den Zwischenstationen und Einladungen, die wir beide haben. Nächste Woche fahren wir erst einmal los zur Frankfurter Buchmesse – auch das ist ein großes Ereignis in meinem jungen Verlegerinnen-Leben. Und Senta freut sich auf die Freundin, die wir bei dieser Gelegenheit besuchen. Zur Buchmesse kann ich sie ja schließlich nicht mitnehmen.

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Willkommen im Leben!

IMG_0305Heute vor drei Wochen hatte ich einen Mensch-Hunde-Therapeuten vom Hamburger Flughafen nach Fehmarn geholt: José Arce aus Mallorca. Ich kann mich noch an den Abend voller Spannung und Vorfreude erinnern. Jeden Tag war ich seitdem mehrfach mit Senta im Auto unterwegs zu den schönsten Stränden unserer Insel und zur Inselhauptstadt. Sogar mit den Hundefreundinnen waren wir schon unterwegs zum Strand von Großenbrode.Und heute vor einer Woche war ich wieder voller Vorfreude: Senta und ich sind nach Bayern gereist, haben Würzburg und Bamberg besucht. Das Leben bietet uns immer wieder neue Möglichkeiten, uns weiterzuentwickeln. Wir können jeden Tag aufs Neue damit beginnen.

IMG_3667„Willkommen im Leben“, sagte José Arce, als ich ihn am zweiten Tag seines persönlichen Workshops hier auf Fehmarn mit Senta in der Stadt abholte. Nicht nur für Senta hat ein ganz neues und aufregendes Leben begonnen, auch für mich. Erst vor ein paar Tagen sprach ich in einem Interview über Neuanfänge im Leben, vor denen sich mancher fürchtet. Auch ich musste während der Arbeit mit José einige Glaubenssätze, Sichtweisen, Vorbehalte, Zweifel und Gewohnheiten erkennen und aufgeben. Auch ich spürte ein leichtes Bauchgrimmen, als ich alleine mit Senta losfahren sollte. Ich sagte mir: „Du schaffst es. Man soll niemals seine Träume aufgeben.“ Und als Senta dann auf der Rückbank lag, spürte ich, wie es mir besser ging, der Mut und die Zuversicht immer stärker wurden und meine Kraft zum Weitermachen zunahm.

IMG_3664 IMG_3654 IMG_3647 IMG_3646Mit diesem Buch hatte ich José Arce vor fast 2 Jahren entdeckt: Eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung – das wünschte ich mir.

51b6lApck2L._SX376_BO1,204,203,200_Jeden Tag übe ich mit Senta, nun wartet sie schon immer, dass es endlich losgeht. Wir waren an Stränden, in der Stadt, in Cafés und Restaurants und schließlich auf dem Friedhof, am Grab meines Mannes und Sentas Herrchens. Und alles ging gut und in aller Ruhe.

IMG_6022IMG_6328IMG_5866IMG_5875 IMG_5869IMG_6083IMG_6076Ganz vorsichtig begann ich, meine Reisepläne zu konkretisieren. So viele Unsicherheiten gab es noch für mich, weil ich noch nie mit einem Hund verreist bin. Und so sind wir letzte Woche nach Bamberg gefahren, eine Freundin hatte uns eingeladen, in ihrem Haus zu wohnen. Und dann geht es endlich bald auch nach Armentarola.

IMG_6509IMG_0478Freude und Trauer – so nannte Verena Ullmann ihren Post über meinen Besuch mit Senta. Ja, meine Freude war riesengroß: darüber, dass ich mit meinem Hund eine Reise von fast 700 km mit dem Auto geschafft habe, dass wir zusammen in Bayern waren, über die freundliche Einladung, die Ermutigung und die Unterstützung von Verena Ullmann, aber auch über die schönen Besuche in Würzburg und Bamberg. Dort war ich vor allem wegen meines Zahnarztes.

IMG_0514Wirklich glücklich war ich aber, weil ich nun mit Senta auf den Spuren ging, die ich vor Jahren zusammen mit meinem Mann gelegt hatte. Wir haben ja fast 7 Jahre in Bamberg gewohnt, bis er krank wurde und wir 2010 diesen Wohnsitz aufgaben, um nur noch auf Fehmarn zu wohnen. Schließlich konnten wir auch nicht mehr reisen.

IMG_0526IMG_0542IMG_0549Und so wurde diese Reise auch zu einem Stück Trauerbewältigung für mich, das wurde mir erst klar, als wir von Bamberg wegfuhren. Senta hat sicherlich mein Glück und meine innere Ruhe gespürt, so dass sie überall ohne Bedenken mit mir ging: an Autobahnraststätten inmitten vieler Autos, durch dichtes Menschengewühl in der Innenstadt, durch Parkhäuser, in Aufzüge, in Restaurants und sogar zum Zahnarzt 🙂

IMG_6537IMG_6480„Du kannst einen Hund nicht belügen, er spürt, wer es ehrlich mit ihm meint“, schreibt Verena. Ja, das habe ich auch und vor allem durch den persönlichen Workshop mit José Arce erlebt, der uns als Mensch-Hunde-Therapeut auf den rechten Weg gebracht hat.

IMG_6185Die Erfolgserlebnisse der letzten Tage, die spürbare Liebe meines Hundes und der Traum, mit Senta in die Berge zu fahren, geben mir ganz viel Kraft, jeden Tag einen Schritt weiterzugehen.

IMG_6549Mein Tipp für alle, die sich mit dem Gedanken an ein neues Leben tragen, sich aber noch nicht trauen:

Anfangen, durchhalten und niemals aufgeben.
Man sollte niemals seine Träume aufgeben.

Einen Teil dieses Textes habe ich noch in mein neues Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ eingefügt, obwohl die Druckfahnen schon fertig waren. Aber dieser Neubeginn – Autofahren und Reisen mit Senta – hat mein Leben von Grund auf verändert.

Edition Forsbach-7Ich spüre eine Kraft in mir,
die mich allem Wandel gelassen begegnen lässt.
Beate Forsbach

(Fotos: José Arce, Verena Ullmann, Ralf Dombrowkski, Beate Forsbach)

Mein Sessel

IMG_5446Schon seit einigen Wochen verändert sich etwas bei uns zu Hause. Senta geht am Abend auf ihren Platz – der ist seit einiger Zeit im ersten Stock, in der Nische hinter meinem Schreibtisch. Dort legt sie sich auch immer hin, wenn ich mal verreise. Letzten Sonntag kam sie mir zum ersten Mal nicht freudig entgegen, als ich aus Lübeck nach Hause kam. Nein, sie schlief tief und fest oben auf ihrem Platz.

Wenn ich mal am Abend unten im Wohnzimmer war, saß ich ganz alleine auf dem Sofa, wo Senta es sich früher immer bequem gemacht hatte. Und ich schaute auf den Sessel. Er war verwaist, seit Hans Christian nicht mehr nach Hause gekommen war. Eine Zeitlang hatte Senta vor dem Sessel gelegen, es war ihr Lieblingsplatz. Dort schleppte sie einen Hähnchenschenkel hin, um ihn genüßlich zu verspeisen, dort spielte sie wochenlang jeden Abend mit dem Kong oder kaute auf ihrem Knochen – so als säße ihr Herrchen immer noch in dem Sessel.

Dann haben wir beide fast zwei Jahre lang einträchtig nebeneinander auf dem Sofa gesessen, wo ich oft einschlief, während Senta sich auf ihren Platz unterhalb der Treppe zum Schlafen legte. All das war anders geworden, seit ich früher ins Bett ging, um nicht auf dem Sofa, sondern im Bett einzuschlafen. Der Sessel aber blieb weiterhin leer. Zum Lesen mochte ich mich nicht hineinsetzen, auch nicht tagsüber, es war einfach zu dunkel.

IMG_6245Den Sessel mit dem Hocker und das Sofa aus schwarzem Leder hatten wir in unserer neuen kleinen Bamberger Wohnung bekommen, Anfang 2010. Dort passten die alten Polstermöbel nicht mehr, es war nur wenig Platz zwischen dem Flügel und der großen Fensterwand zum Balkon.

IMG_6254Eigentlich hatte ich mich auf den Sessel gefreut. Hans Christian mochte doch das Sofa so sehr, auf dem er immer seinen Mittagsschlaf hielt. Aber vom ersten Tag an liebte er den Sessel, und ich konnte auch besser mit dem Rollstuhl heranfahren. Als wir dann ein paar Monate später in Neujellingsdorf wohnten, war der Sessel Hans Christians Platz – bis zu seinem letzten Tag. Von dort schaute er gerne Fernsehen, von dort brachte ich ihn einfach zum Treppenlift. Als er gestorben war, stand wochenlang eine Kerze vor seinem Sessel.

IMG_1670Irgendwann holte ich mir den Hocker ans Sofa, um dort etwas bequemer zu sitzen. Nun konnte ich am Abend endlich die Füße hochlegen. Fernsehen schaute ich kaum noch, aber seit etwa einem Jahr hörte ich jeden Abend Musik – von Brahms, Schubert, Chopin und anderen. Und Senta saß immer dabei. IMG_9467Immer leuchtete die Kerze auf dem Tisch, daneben oft eine Flasche Rotwein und eine CD.

IMG_9488In letzter Zeit änderte sich einiges – ich begann wieder, mittags zu kochen und am Abend nur eine Kleinigkeit zu essen. Und ich setzte mich ab und zu in den Sessel, stellte die Tischlampe um, so dass ich auch lesen konnte, machte es mir bequem und freundete mich mit meinem Sessel an.

IMG_5442Heute Abend dann blieb auch Senta unten im Wohnzimmer. Sie stibitzte sich Leckereien von dem Tischchen, an das sie nun besser herankam als vom Sofa aus. Ich schaute mir einen interessanten Film an. Aber wo war Senta eigentlich gebleiben? Ich ging in die Küche und suchte. Da war sie nicht. Nach oben war sie auch nicht gegangen. Sie hatte sich einen ganz neuen Platz gesucht, hinter meinem Sessel, vor dem Sofa, wo wir es zwei Jahre lang gemütlich gehabt hatten.

IMG_5439Ich sah den Film zu Ende und legte die CD mit den Streichsextetten von Brahms auf. Nachdem ich monatelang Klaviermusik gehört hatte, ist nun wieder die Kammermusik von Brahms dran – aus Hans Christians Kassette, um die ich ihn in der Zeit unseres Kennenlernens glühend beneidet hatte. Manchmal hatte ich früher gescherzt, dass ich ihn nur wegen dieser Kassette geheiratet hätte. An besonderen Tagen hatten wir oft gemeinsam das Klarinettenqunintett angehört.

IMG_5437Nun erklingt immer noch das Streichsextett in G-dur, Senta schläft an ihrem neuen Platz, und oben am Schreibtisch habe ich diesen Blogartikel geschrieben über den Sessel, der nun endlich mein Sessel geworden ist.IMG_5450Die Musik ist zu Ende und ein Glas Wein wartet dort unten auf mich. Ich werde es genießen, nachdem ich diesen Blogartikel veröffentlicht habe.