Der 96. Geburtstag meiner Mutter

Heute ist der 96. Geburtstag meiner Mutter, Eva Dethlefs. Heute vor 20 Jahren habe  ich zum letzten Mal mit meiner Mutter zusammen Geburtstag gefeiert, ihren 76. Geburtstag.

Heute hat auch das „Lämmerlein“ Geburtstag, es ist 20 Jahre alt geworden (im Bild oben links). Meine Mutter sagte damals, es sei das schönste Geburtstagsgeschenk, das sie je bekommen habe. Mein Mann und ich haben immer eine ganze Schar von „Tieren“ mit auf die Reise genommen: Lämmerlein, Walfisch, Neger und Dr. Kreuel – außerdem gab es noch Bostiche, den Hund. Der hat leider nicht überlebt, als Senta kam. Heute nehme ich nur noch Senta mit auf die Reise.

Den „Walfisch“ und „Dr. Kreuel“ hat auch meine Mutter schon gekannt – der „Neger“ kam erst später dazu. Hans Christian hat ihn für mich auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin gewonnen.

Am 11. November 1997 starb meine geliebte Mutter ganz plötzlich an einem Herzinfarkt. Der Abschied von ihr war das Schlimmste, was ich jemals erlebt hatte. Monatelang war ich in einer Art Trancezustand, stand offenbar unter Schock. Denn meine Mutter war meine allerbeste Freundin gewesen und hatte mich stets begleitet und unterstützt. Sie hatte mich bestärkt, mit 42 Jahren das Promotionsstudium aufzunehmen und durchzuhalten. Aufgrund ihrer Erfahrung als Grundschullehrerin hatte sie nächtelang mit mir diskutiert. Sie hat Korrektur gelesen, mich ermutigt, beraten und immer wieder zur Weiterarbeit motiviert. Und dann starb sie plötzlich und konnte den Abschluss meiner Arbeit nicht mehr erleben. Dabei wäre sie so stolz gewesen.

Meine Dissertation erschien erst acht Jahre später. Ich habe sie meiner Mutter gewidmet:

In liebevoller Erinnerung an meine Mutter Eva Dethlefs (1921 – 1997)
Und in Dankbarkeit
• für eine schöne Kindheit und Jugend voller Musik,
• für eine umfassende Ausbildung und das Studium,
• für viele Gespräche über Schule, Erziehung und Unterricht,
• für die Erziehung zu Selbständigkeit und Kritikfähigkeit,
• dafür, immer wieder bestärkt worden zu sein, den eigenen Weg
zu gehen, auch gegen Widerstände,
• für die Kraft, dies durchzuhalten,
• dafür, gelernt zu haben, Dinge zu ändern, die man ändern kann
und Vorgaben zu hinterfragen,
• dafür, Liebe und Freiheit als höchste Werte erfahren zu haben.

Heute ging mir vieles durch den Kopf, als ich mit Senta an zwei Stränden auf unserer geliebten Insel Fehmarn war: am Südstrand, wo ich vor fast 25 Jahren eine kleine Strandwohnung gekauft, eingerichtet und vermietet hatte – mit Unterstützung meiner Mutter. Und in Fehmarnsund, wo ich in unserem ersten Urlaub auf Fehmarn – in den Herbstferien 1977 – mit meiner Mutter gewesen war.

Fehmarn hatte meine Mutter an ihre Heimat erinnert – sie war in Danzig geboren und aufgewachsen. Und sie hatte stets die Ostsee geliebt, als junges Mädchen bereits im allerersten Frühling und noch im spätesten Herbst darin gebadet.

Früher dachte ich oft, dass meine Mutter – wenn es tatsächlich eine Wiedergeburt gibt – in Gestalt von Senta zu mir zurück gekommen war. Sentas schöne braune Augen erinnern mich an meine Mutter, aber auch die Art, wie sie mich stupst, wenn ich wieder mal vergessen habe, etwas zu essen, wie sie Unnötiges wegschleppt und Überflüssiges zerreißt, und wie sie mich daran erinnert, dass wir unbedingt spazieren gehen müssen, auch wenn es regnet. Sie sorgt für mich, damit ich genug an die frische Luft komme und mich bewege, regelmäßig esse, viel schlafe und den schönen Strand genieße. Und Senta badet gerne in der Ostsee, sogar jetzt im Winter. Sie ist quietschvergnügt, wenn wir am Strand sind und hüpft vor Freude um mich herum.

Meine Mutter hätte ihre Freude an ihr – sie hat sich doch früher auch immer ein „Hündchen“ gewünscht, so wie mein Mann. Aber in unserem damaligen Wohnhaus durfte man keine Hunde halten, und meine Mutter dachte auch, dass sie nicht mehr mit einem Hund spazierengehen konnte. Denn irgendwann konnte sie nicht mehr gut gehen. Damals gab es noch keinen Rollator – einen Rollstuhl aber oder auch nur einen Gehstock hätte meine Mutter niemals benutzt.

Vielleicht würde meine Mutter sich ein wenig wundern, weil ich nun in einem kleinen Dorf lebe. Ich bin in Weddinghusen/Norderdithmarschen geboren – aber an dieses Haus und die Zeit dort hatte meine Mutter keine guten Erinnerungen.

Als ich in unseren ersten Ferien hier auf Fehmarn den Wunsch äußerte, mich als junge Lehrerin an das neu gegründete Inselgymnasium versetzen zu lassen, warnte mich meine Mutter davor, in eine solch kleine Gemeinde in Norddeutschland zu ziehen. Es sei sehr schwierig, dort akzeptiert und integriert zu werden. Sie selber hatte damals Plattdeutsch gelernt und damit die Hochachtung der Bauern im Umkreis erworben, die ihr und unserer Familie kurz nach dem Krieg sehr geholfen hatten.

Nun – ich war damals Beamtin in Nordrhein-Westfalen und es wäre sowieso schwierig gewesen, eine Versetzung nach Schleswig-Holstein zu erlangen. Als ich dann 2010 mit meinem Mann nach Fehmarn umgezogen bin, hatten sich die Zeiten grundlegend geändert: Fehmarn ist weltoffen, vor allem durch den Tourismus. Das Leben hier ist heute viel einfacher, weil man nicht auf die kleine Dorfgemeinschaft angewiesen ist, sondern durch die rasante Entwicklung des Internets Freunde, Bekannte und Geschäftsbeziehungen auf der ganzen Welt haben kann – auch von Neujellingsdorf aus.

Das war Ende der 1970er Jahre noch nicht abzusehen – auch noch nicht 1993, als ich meinen ersten Computer bekam und mit meinem Promotionsstudium begann: damals erschien es mir sehr reizvoll, dass man bei einem Internetbuchhändler (Amazon hieß damals noch ABC) alle möglichen Bücher recherchieren und erwerben, und dass man Fachartikel und ganze Bücher aus Bibliotheken bestellen konnte.

Heute bin ich sehr glücklich hier auf Fehmarn – und vieles von meinem Lebensglück verdanke ich dem Erbe meiner Mutter:

Meine Mutter war immer Optimistin – sie musste im Krieg ihre Heimat Danzig verlassen. Mit ihrem ersten Baby in der Tragetasche kam sie im kalten Januar 1945 mit dem Schiff über die Ostsee nach Schleswig-Holstein. Sie hatte zugesehen, wie die „Wilhelm Gustloff“ mit Tausenden von Menschen an Bord versank. An Land kämpfte sie sich durch Eis und Schnee und kam wohlbehalten mit ihrem Baby, meinem Bruder Karsten, in Lunden bei ihren Schwiegereltern an.

Zwei Jahre nach dem Krieg, am 10. Juni 1947, starb mein ältester Bruder mit noch nicht ganz drei Jahren an Diphterie, die man nicht erkannt hatte. Mein zweiter Bruder war gerade geboren und wurde am 13. Juni 1947 getauft. Mein Vater war damals auch an Diphterie erkrankt. Die Tragik, dass man sein Baby im Krieg auf der Flucht vor Schlimmem bewahrt hat und es dann sterben muss, als schon wieder bessere Zeiten eingekehrt waren, wurde mir erst später bewusst. Im November 2005 besuchte ich mit meinem Mann den Kirchhof in Weddingstedt. Ich sah die Taufkapelle mitten auf dem dunklen Kirchhof, von der meine Mutter mir nie erzählt hatte. Ich kannte nur mein Taufbild, das vor unserem Haus in Weddinghusen aufgenommen worden war.

All das hat meine Mutter gemeistert. Als verwöhnte Tochter aus der Großstadt lebte sie nun auf dem Lande und baute Gemüse und Obst an, um die Familie durchzubringen. Aber sie ist immer fröhlich und optimistisch geblieben.

Fünf Jahre später wurde ich geboren und habe vieles von meiner Mutter geerbt – vor allem ihren unerschütterlichen Optimismus. Den folgenden Spruch schrieb sie mir 1962 in mein Poesiealbum:

Zum Licht empor mit klarem Blick,
Ein Vorwärts stets, nie ein Zurück,
Ein frohes Schaffen, kühnes Streben
Und schnelles Handeln auch daneben –
Dann hat das Dasein Zweck und Ziel,
Wer Großes will, erreicht auch viel.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749–1832)

Ich bin meiner Mutter unendlich dankbar für all das, was sie mir gegeben hat: für den Mut und den Optimismus, die Herzlichkeit und den Humor, und für die Liebe und die Kraft, die für mein ganzes Leben reichen.

Was würde sie wohl sagen, wenn sie wüsste, dass ich für sie heute, an ihrem 96. Geburtstag, das schöne Impromptu As-dur von Franz Schubert auf meinem eigenen Flügel gespielt habe, das sie immer so geliebt hat? Und dass ich meine Geige im vorigen Jahr verkauft habe, nachdem ich schon viele jahre nicht mehr darauf gespielt hatte?

Was würde sie sagen, wenn sie wüsste, dass ich in meinem eigenen Haus wohne, in dessen Garten zur Zeit die Schneeglöckchen blühen, die ich ihr früher immer zum Geburtstag geschenkt habe?

Was würde sie sagen, wenn sie wüsste, dass ich seit sechs Jahren meinen eigenen Verlag habe und schon weit über 50 Bücher publiziert habe, als wären es meine eigenen Kinder?

Ich glaube, sie wäre sehr stolz auf mich, auf ihre geliebte Tochter. Ich bin jedenfalls sehr dankbar für alles, was ich von meiner Mutter bekommen habe: die Liebe zur Ostsee, zu den Bergen, zum Skilaufen, zur Musik – ohne meine Mutter hätte ich niemals Musik studieren und niemals promovieren können, nie hätte ich die Freuden des Skilaufens und die Schönheit der Tiroler Berge, vor allem in Seefeld, entdeckt, und vielleicht wäre ich dann auch nie in mein heute so geliebtes Armentarola in den Dolomiten gekommen.

Ganz wichtig aber erscheint mir eins – meine Mutter hat ja mit 56 Jahren etwas angefangen, was sie bisher nicht zu können glaubte: malen. Sie hatte mir zu Weihnachten 1977 einen Kalender mit 12 selbst gemalten Bildern geschenkt – und das war der Start in ihr neues Leben! Eine Galeristin stellte ihre Bilder aus und schickte sie zu einem Sonntagsmaler-Wettbewerb ein – sie gewann sofort einen Preis und nahm danach an etlichen Ausstellungen teil. Sie malte so, wie SIE es für richtig hielt, nicht Lehrer, Lehrbücher oder andere Vorbilder – und gewann viele Fans und auch Käufer ihrer schönen Bilder. Denn meine Mutter hatte die Gabe, ganz einfache, alltägliche Dinge auf solch schöne individuelle Weise zu malen, so dass sie die Herzen der Betrachter erreichte. So widmete ich ihr nach ihrem Tod den Spruch ihrer Lieblingsautorin Pearl S. Buck:

Die wahre Lebenskunst besteht darin,
im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.

Heute schrieb mir eine Freundin: „Sie sieht Dir immer zu und ist sehr glücklich über Deinen Weg! Sie liebt Dich sehr!“

Sie schrieb mir auch: „Ich hätte Deine Mutter gerne kennen gelernt!“ – Und ich habe geantwortet: „Du hättest sie sicher gemocht – nun kennst Du sie ein wenig durch mich.“

Ja, das ist meine Aufgabe, all die guten Ideen und Gedanken, die mir meine Mutter vermittelt hat, weiter in die Welt zu tragen. Vor allem: Freiheit und Liebe als höchste Werte erfahren und weitergeben zu dürfen.

Danke, liebe Mutti – ich werde Dich nie vergessen – Du bist immer in meinem Herzen.

Deine Beate mit Senta

Aber die Liebe bleibt

Heute ist der dritte Jahrestag nach Hans Christians Tod. Am Valentinstag, dem Tag der Liebenden, am 14. Februar 2014, wurde er beerdigt. Der Pfarrer hatte den Gottesdienst unter das Motto der Liebe gestellt mit dem Spruch aus dem „Hohelied der Liebe“:

Die Liebe hört niemals auf,
wo doch das prophetische Reden aufhören wird
und das Zungenreden aufhören wird
und die Erkenntnis aufhören wird.
(1. Korinther 13,8)

Auch in diesem dritten Jahr nach seinem Tod habe ich mir viele Gedanken gemacht über die Liebe. Was aber ist das Gegenteil zur Liebe? Hass? Ich glaube eher: es ist die Angst. Im „Hohelied der Liebe“ heißt es  – es sind die wohl berühmtesten Worte aus diesem Text:

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
(1. Korinther 13,13)

Was ist, wenn man weder glauben noch hoffen kann, wenn Angst uns lehrt, zu zweifeln, am anderen, an uns selbst, an der Liebe? Und ganz schlimm: was ist, wenn es so gar keine Hoffnung mehr gibt? Hoffnung auf ein Weiterleben, Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Hoffnung auf die ewige Liebe.

Heute vor drei Jahren war ich voller Hoffnung: ich hatte gewartet, man wollte mich von der Klinik aus anrufen, ob die Dialyse geglückt war. Am Mittag hatten sie mir gesagt, dass er jeden Moment sterben könnte. Ich war nach Hause gefahren, hatte alle unsere Bücher gezählt, hatte keinen Gedanken außer: ob sie jetzt wohl bald anrufen? Aber sie riefen nicht an, und als ich dann mit der Ärztin telefonierte, erfuhr ich, dass die Dialyse noch nicht geglückt war. Erst am nächsten Morgen, früh im Morgengrauen, klingelte das iPhone und sie riefen mich zu ihm.

In der Nacht war ich noch einmal mit ihm in Armentarola gewesen, wo wir so viele glückliche Tage erlebt hatten. Ich las unserer Senta die schönen Geschichten aus meinem Armentarola-Buch laut vor. Immer wieder schickte ich ihm eine Nachricht durchs Universum, noch ein wenig durchzuhalten.

Ich wollte doch so gerne noch einmal mit ihm und Senta – mit meiner kleinen Familie – nach Armentarola reisen. Ich hatte die Reise schon geplant, von Neujellingsdorf aus, mit zwei Zwischenstopps in Hotels, die behindertengerecht waren und große Hunde akzeptierten. In allen Einzelheiten hatte ich überlegt, wie ich zuerst ihn und dann Senta ins Hotel bringen würde. Ich hatte gehofft, dass wir mit dem Schwenksitz fürs Auto alles bewältigen könnten. Die Hoffnung auf diese Reise musste ich irgendwann aufgeben.

Was blieb – in dieser langen Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2014 – das war die Liebe.

Gibt es sie, die ewige Liebe? In welcher Form erlebt man sie?

Im Juli 2014 hatte ich in meinem Blogartikel „Einmal leben“ geschrieben:
Ich rede nicht mehr mit ihm, wir lachen nicht mehr zusammen, wir sitzen nicht mehr gemeinsam beim Essen oder sagen uns, dass wir uns lieb haben. Wir schlafen nicht mehr zusammen ein und wachen nicht zusammen auf. Ich trinke zwar jeden Abend ein Gläschen Sherry »auf diesen schönen Tag« – aber das ist etwas anderes, als es mit Hans Christian war. Trotzdem beginne ich, mein neues Leben zu genießen und wieder glücklich zu sein.“

Hans Christian hatte immer einen Spruch zitiert:
On n’a pas le droit de tout avoir.“ – Man hat nicht das Recht, alles zu haben.
Un bonheur c’est tout le bonheur. Deux, c’est comme s’ils n’existaient plus.“
Ein Glück, das ist das ganze Glück. Zwei, das ist so, als ob sie nicht existierten.

Daraus zog ich die Schlussfolgerung: „Einmal leben – ein Glück – das ist das ganze Glück.“ Und: „Ein zweites derartiges Glück kann es nicht geben.

Heute weiß ich, dass es stimmt: „Einmal leben – ein Glück – das ist das ganze Glück.“ Ein zweites Glück gibt es nicht, denn es ist das eine, das ganze Glück unseres Lebens, das wir erleben – mehr oder weniger intensiv. Ich hatte Annäherungsversuche erlebt, die mir nicht recht gewesen waren. Und andere, die ich zunächst nicht bewusst wahrgenommen hatte. Heute weiß ich es: das war keine Liebe. Wahre Liebe ist immer gepaart mit dem Glauben an den anderen, mit dem Vertrauen in ihn, und mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wenn die vermeintliche Liebe der Angst weicht, wenn Macht, Abhängigkeit und Manipulation von Gefühlen an die Stelle der Liebe treten, dann ist es keine wahre Liebe.

Hans Christian hatte immer gesagt: „Dreimal ist göttlich.“ Ich war seine dritte Frau. Auf die Frage in einem Interview: „Was war der bisher glücklichste Tag in Ihrem Leben?“ hatte er geantwortet: „Als ich meine jetzige Frau kennenlernte.“ Auf die Frage, welchen Menschen er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, meinte er: „Meine Frau.“ Für ihn war es das größte Glück, dass er mich gefunden hatte nach zwei unglücklichen Ehen. „Dreimal ist göttlich!“ All das wurde mir erst nach seinem Tod klar.

Aber wie ist es, wenn man einmal ein großes Glück erlebt hat? Kann man es ein zweites Mal erleben? Heute glaube ich, dass es der Weg war, die Liebe zu mir selbst, zu meinem Umfeld und zu meinem Leben zu finden.

Louise Hay sagt dazu:
„Das Leben ist ganz einfach. Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Die Liebe hört niemals auf. Was ist das, die ewige Liebe?

Schon vor über einem Jahr schrieb ich:
Er ist  nicht mehr da. Ich kann nicht mehr mit ihm reden.
Ich spüre keine Gefühle mehr – seine nicht, aber auch meine nicht.
Ich kann ihn auch körperlich nicht mehr spüren.

Schon lange ist er nicht mehr hier, in dem Haus, das mittlerweile mein Haus geworden ist. Und das von Senta, meiner Berner Sennenhündin. Sie prüft jeden Besucher – und zeigt mir sehr schnell, ob jemand wirklich Liebe meint, wenn er dieses Haus betritt. Denn in diesem unserem Haus herrscht die Liebe. Auch wenn ich mich manchmal getäuscht habe, wenn ein vermeintlicher Freund, eine vermeintliche Freundin in unser Haus kamen. Was bleibt, ist die Liebe. Auch den Menschen gegenüber, die uns ent-täuscht und ge-täuscht haben.

Aber die Liebe bleibt …“ heißt es in dem Lied von Nana Mouskouri, das auch im Beerdigungsgottesdienst erklang. Sie bleibt für immer, aber sie verändert sich.

Die ewige Liebe ist im Reich der Ewigkeit: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Schon als meine Mutter 1997 starb, schrieb ich in der Danksagung: „Meine Mutter hat mit Optimismus, Herzlichkeit und Humor das Leben gemeistert. Sie hat mir durch ihr Vorbild Liebe und Kraft für ein ganzes Leben gegeben.“

Und in der Danksagung nach Hans Christians Tod schrieb ich: „Schließlich danke ich meinem Hans Christian für die Liebe, die er mir geschenkt hat, für die Geduld, die ich durch ihn gelernt und die Kraft, die ich durch ihn gewonnen habe. Die Erinnerungen an die glücklichste Zeit meines Lebens mit meiner großen Liebe werde ich nie verlieren.“

Am Ende des Jahres 2016 lernte ich noch einmal einige wichtige Lektionen über die Liebe. Ich war mit Senta in Armentarola, dem Ort, wo ich mit Hans Christian so oft gewesen war und wo wir glückliche Tage erlebt hatten. Nach vielen Jahren hatte ich im September endlich die Reise dorthin geschafft – aber Senta war sehr krank, und beinahe wäre sie dort geblieben, wo ich meinem Hans Christian so nahe war. Armentarola ist zwar nicht der „Himmel“, aber doch auf 1630 Meter Höhe dem Himmel sehr nahe.

Senta aber wurde wieder gesund – hier erlebte ich die Magie von Armentarola, und so fuhren wir Anfang Dezember wieder dorthin. Und in diesen wenigen, sonnendurchfluteten Tage erlebte ich die Liebe wieder, in Form von großer Dankbarkeit – meinem geliebten Hans Christian gegenüber, der mich an diesen wundervollen Ort geführt hatte, und auch meiner geliebten Mutter gegenüber, durch die ich das Skifahren und die Liebe zu den Bergen gelernt hatte, wodurch ich schließlich nach Armentarola gekommen war. Von beiden hatte ich den unerschütterlichen Optimismus, den Mut und die Zuversicht gelernt, dass das Leben uns immer das beschert, was für uns wichtig ist. Aber ich hatte auch von beiden gelernt, konsequent loszulassen, was nicht wichtig ist, egal ob Menschen, Dinge oder Orte. Ich wurde mir über den Sinn und das Ziel meines Lebens klar. Auf den langen Spaziergängen im sonnendurchfluteten Armentarola spürte ich es ganz intensiv:

Ich bin dankbar, denn das Leben liebt mich, und ich liebe das Leben.

Ich trage die Macht in mir, eine neue positivere Wirklichkeit zu erschaffen. Ich habe mein Denken bezüglich Schmerz und Verlust geändert. Das bedeutet nicht, dass ich keinen Schmerz, keine Trauer mehr empfinde. Es bedeutet einfach, dass ich nicht in diesen Gefühlen steckenbleibe. Ich hatte mir Zeit genommen, das Ende dieses Zusammenlebens mit Hans Christian zu betrauern, vielleicht nicht genug Zeit. Das Leben half noch ein wenig nach, ich stürzte und landete mit einem vierfachen Unterkieferbruch für 12 Tage in der Klinik. Die Folgen zu heilen dauerte dann fast ein Jahr. Es war ein deutliches Signal, und ich habe wieder zum Leben gefunden, denn jedem Abschied folgt ein Neubeginn. Ich zitiere immer gerne aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse:

„Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Es hat lange gedauert, bis ich erkannte: Das Leben kann nicht sterben. Seelen sterben nicht. Das Leben hat seinen eigenen Sinn, seinen eigenen Rhythmus. Es verläuft meist nicht so, wie wir es erwarten. Oft bringt es Veränderungen, die uns aus dem eigenen inneren Frieden herausreißen. Wir würden es lieber vermeiden, weil auch die Veränderung Schmerz mit sich bringt. Und wir brauchen viel Geduld, viel Zeit, bis die Seele sich wieder öffnen kann nach dem Schmerz von Verlust und Trauer. Und eines Tages entdecken wir die Wahrheit über das Leben. Egal was geschieht: Ich kann mein Herz heilen. Ich kann wieder lieben. Oder immer noch. Denn die Liebe hört niemals auf. Die Liebe bleibt.

Ich habe es erfahren, durch Schmerz zum Glück zu kommen, mit Hilfe der Musik. Und ich schrieb in meinem Blogartikel vom 8. August 2015: „Ich glaube allerdings, dass Glück ohne Trauer gar nicht sein kann – nur wer auch die Schattenseiten erlebt hat, kann wirkliches Glück empfinden. Ja, es ist wohl so: Glück wird erst durch Leid zum Glück – und es ist notwendig, dass wir durch den Schmerz gehen, weil wir dann das Leben viel besser annehmen und uns gelassener auf den Moment einlassen können.

Seitdem suche ich immer wieder Orte auf, an denen ich mit meinem Mann glücklich gewesen bin. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit ihm eine solch erfüllte Zeit und all das Schöne erleben durfte. Ich erfahre vieles auf eine neue, aber auch sehr schöne Art und Weise. Das zeigt, dass man selbst nach Leid, Schmerz und Trauer eine neue gute und glückliche Zeit erleben kann.“

Und diese glückliche Zeit erlebe ich auch heute immer noch. Denn ich habe zu mir selbst gefunden, die Liebe zu mir entdeckt, zu meinem neuen Leben, und auch zu meinem Hund. Denn Senta zeigt mir jeden Tag aufs Neue, worauf es ankommt im Leben: Beisammen sein, zueinander stehen, aufrichtig sein in den Gefühlen, den anderen trösten und ihm Mut geben, wenn es notwendig ist, Freude und Trauer miteinander teilen, fröhlich sein, gemeinsam am Strand spazierengehen und auf Reisen sein, aufs weite Meer schauen und an die Lieben denken, die schon jenseits des Horizonts, jenseits der Regenbogenbrücke leben und auf uns warten, bis wir uns eines Tages wiedersehen.

Denn die Liebe bleibt. Und hier noch die Musik: Aber die Liebe bleibt

 

Dankbarkeit – mein Jahr 2016

img_1833Auch dieses Mal wollte ich am Neujahrstag meinen ganz persönlichen Jahresrückblick erstellen, hatte mir extra den Abend dafür reserviert. Aber es kamen zwei Dinge dazwischen: ein Telefongespräch, das ich, eigentlich entgegen meiner Planung, am Neujahrstag nicht zu telefonieren, mit einer Freundin verabredet hatte, deren Weihnachtsbrief auf eine außerordentlich schwierige Lebenssituation hingewiesen hatte. Und dann: mein Körper, auf den ich zu hören gelernt habe, er signalisierte mir eine große Müdigkeit – und so ging ich einfach zu Bett und schlief viele Stunden tief und fest durch.

So bin ich heute, am 2. Januar 2017, wieder ziemlich fit und voller Energie und schreibe jetzt den Jahresrückblick, um ihn noch vor Mitternacht zu veröffentlichen.

Gestern aber hatte ich etwas für meine beiden größten Lebensziele getan: „Glücklich und gesund 100 zu werden“ und  „anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe“. Denn wenn ich 100 werden will, muss ich schon heute etwas dafür tun. Das bedeutet für mich vor allem, keinen Stress zu haben, genug zu schlafen, vernünftig zu essen, und genug Zeit zu haben, mit Senta am Strand spazierenzugehen. Und ich glaube, das ich der Freundin in dem langen Telefongespräch auch ein wenig Mut und Optimismus vermitteln konnte, vor allem auch ihrem Mann, der ziemlich krank im Krankenhaus liegt. Ich habe es früher selbst oft als sehr hilfreich empfunden, wenn mir Freunde schrieben oder anriefen, als mein Mann im Krankenhaus war. Man ist dann dankbar für jedes kleine Zeichen und jedes Licht, das Hoffnung und Zuversicht verspricht.

Mein Jahresrückblick hat ein wichtiges Thema: die Erfahrung mit Menschen, die in unser Leben treten. Und das Gefühl, das ich mich selber gefunden habe, dass ich wirklich ganz ich selber bin, dass ich mein Leben ganz allein bestimmen kann. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will.

img_2435Kurz nach dem Jahreswechsel schrieb ich: Wir haben es geschafft – das neue Jahr 2017 erreicht! Ich bin sehr dankbar für alle Erfahrungen, die ich im Jahr 2016 gemacht habe. Dieses neue Jahr 2017 wird ganz anders sein als die letzten Jahre, nicht nur, aber auch, weil 2017 eine Primzahl ist. Es wird ein ganz außergewöhnliches Jahr. Unser Verständnis für das Leben und unser Mitgefühl für die anderen Menschen werden zunehmen, und unsere Liebe auch: die Liebe zu uns, zu unserem Leben und zu den anderen Menschen. Denn was wir aussenden, kommt immer zu uns zurück. Unser Leben wird umso schöner, je mehr wir Liebe, Freude und Frieden für andere Menschen ausstrahlen, egal ob sie Freund oder „Feind“ sind. Harmonie, Glück und Gesundheit werden unser Leben bestimmen. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich im alten Jahr erlebt habe und für alle meine lieben Freunde, die ich schon kannte, die, die ich erst neu gewonnen habe, und die mich in guten und in schlechten Zeiten unterstützt haben.

beate-forsbach-2242Vor einem Jahr hatte ich das intensive Gefühl, all die Schwierigkeiten ohne ein professionelles Coaching nicht mehr bewältigen zu können. Schon in dem Moment, als ich einem vermeintlichen Freund und Berater eine Bezahlung anbot, merkte ich, dass es nicht das Richtige war und dass ich im Grunde selber am besten wusste, was mir gut tat. Heute weiß ich, wie sehr ich manipuliert werden konnte durch andere Menschen. Es traten noch einige Menschen als vermeintliche Freunde und Es-mit-mir-Gutmeinenden auf, die ich letztlich wiederum losgelassen habe, weil sie mir einfach nicht guttaten.

Mein altes Lebensprinzip hat mir sehr geholfen: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weitergehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte. Mein Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“ hat diese Kunst des immer wieder anstehenden Neubeginns zum Thema. Es erschien erst im September 2016, nachdem ich annahm, die schlimmsten Erlebnisse des Jahres hinter mir zu haben. Aber das Allerschlimmste stand mir noch bevor.

Zunächst aber kam ein wundervolles, positives Ereignis: Meine geliebte Berner Sennenhündin Senta fuhr im Auto mit! Der Mensch-Hunde-Therapeut José Arce aus Mallorca war Anfang August bei uns. In einem persönlichen Workshop haben Senta und ich viel gelernt. „Willkommen im Leben“, sagte José Arce, als ich ihn mit Senta in der Stadt abholte. Nicht nur für Senta hatte ein ganz neues und aufregendes Leben begonnen, auch für mich.

img_3667Und nun konnte ich Reisepläne schmieden – nach einer „Probereise“ nach Bayern kam die seit Jahren ersehnte Traumreise nach Armentarola, wo ich ein Autorenseminar durchführen würde. Am ersten Tag dort aber war Senta sterbenskrank. Wie konnte das sein? Endlich erfüllte sich mein Traum, und nun sollte der Hund ausgerechnet dort sterben? Ich haderte mit meinem verstorbenen Mann und sagte ihm, dass er Senta noch nicht so bald bekäme. Und tatsächlich rettete der begnadete und optimistische Südtiroler Tierarzt meine Senta nach einer schweren Operation. Sie erholte sich schnell und ist heute so fit und gesund wie nie zuvor. Ich aber war sehr dankbar, dem Arzt und auch der Magie von Armentarola, die ganz offensichtlich hier gewirkt hatte. So fuhren wir im Dezember ein zweites Mal dorthin und erlebten endlich den Traumurlaub, den auch mein „Berghund“ sehr genoss.

sentaUm bei den Ärzten zu bleiben: ich bin ja recht kritisch gegenüber der sogenannten Schulmedizin, möchte aber heute meine Dankbarkeit äußern für die Achtsamkeit meines Hausarztes, der an meinem schlimmsten Tag des Jahres zu mir kam, für die Sorgfalt und den Optimismus meines Zahnarztes in Bamberg, der mir meine – nach dem Sturz im September 2015 demolierten – Zähne wieder richtig gut in Ordnung brachte, und auch meiner Hautärztin, die zwar nicht glaubt, dass meine Heilung vor allem auf meinem positiven Denken beruht, aber trotzdem erfreut darüber ist. Ansonsten glaube ich mehr denn je, dass die Art zu denken, die ich von meinem Vorbild Louise Hay gelernt habe, einen positiven Einfluss auf mein Leben, meine Gesundheit und meinen Lebenserfolg hat.

beate-forsbach-2385Nun noch einmal zu dem Thema, das mich in diesem Jahr am meisten bewegt hat: die Begegnung mit Menschen, die es nicht ganz ehrlich mit uns und mit sich selber meinen. Menschen, die andere manipulieren. Menschen, die sich selbst inszenieren im Netz, bis zur Veränderung ihres Lebensalters, ihrer Persönlichkeit, ihres Lebenslaufes durch eine Darstellung, die andere beeindrucken und überzeugen soll – nur damit sie ihren Vorteil haben, egal, was mit den anderen passiert. Ich habe in dem vergangenen Jahr einige solcher Menschen kennengelernt und mich selbst zunächst verurteilt, weil ich darauf hereingefallen war.

Inzwischen weiß ich, dass es jedem passieren kann, und ich habe mir auch vergeben – ich hatte einfach nicht gewusst, dass es so viel Falschheit geben könnte, auch wenn mich mein Bauchgefühl immer wieder aufmerksam gemacht hatte, dass hier etwas nicht stimmte. Dadurch habe ich gelernt, besser auf meine Intuition zu hören. Und ich bin auch mitleidig und verständnisvoll denjenigen gegenüber, die ihrerseits von Manipulationen beeinflusst sind, denen man klargemacht hat, dass sie mit mir keinen Kontakt mehr haben dürften, und die auch versuchen, sich daran zu halten.

beate-forsbach-2043Nein, ich glaube nicht, dass ich die Welt in dieser Hinsicht ändern kann, aber ich habe ein Ziel: Ich möchte ein guter Mensch sein. Ich ermutige und helfe Menschen, ihre Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen. Aber ich werde niemanden unterstützen, der mit unrealistischer Selbstdarstellung und Täuschung anderer seinen Weg machen will. Nach wie vor halte ich es mit meinem Vorbild Louise Hay, die gesagt hat:

„Schon seit langem glaube ich daran, dass die Geschäftswelt ein Bereich ist, in dem wir uns gegenseitig helfen und unterstützen sollten. Ich habe die Ellenbogenmentalität nie verstanden und nie begriffen, warum man andere übervorteilen oder sogar betrügen sollte. Das scheint mir keine besonders freudvolle Art und Weise zu sein, sein Leben zu leben. Es gibt so viel Überfluss auf der Welt, wir müssen ihn nur erkennen und miteinander teilen. Es ist immer die Politik meines Verlags Hay House gewesen, ehrlich und rechtschaffen zu sein.“

Und so bleibe auch ich mit meinem Verlag ehrlich und rechtschaffen, auch wenn es manchem so gar nicht gefällt. Ich habe mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen getrennt. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und manche blieben ganz einfach weg. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

beate-forsbach-2113Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

All das hatte ich bereits im Jahresrückblick auf 2015 geschrieben. Im Jahr 2016 aber kam etwas ganz Wichtiges dazu: Ich habe meinen persönlichen Lebenssinn gefunden. Ich weiß, was ich will, und was ich nicht will. Ich habe Menschen gefunden, mit denen ich mein Leben verbringen möchte und bin mir klar geworden darüber, mit welchen Menschen ich nicht weiter zu tun haben möchte.

Ich bin meinem verstorbenen Mann Hans Christian sehr dankbar, dass er mit mir vor 13 Jahren das erste Mal nach Armentarola gefahren ist, aber ganz besonders dafür, dass er – als Kriegskind – mir den Mut und den Optimismus vermittelt hat, sowie die Einstellung: „Wir kommen immer durch.“ Dankbar bin ich auch meiner Mutter, die ebenfalls immer mutig und optimistisch war und mir Liebe und Freiheit als wichtigste Werte vermittelt hat. Hätte sie nicht dafür gesorgt, dass ich Skilaufen lernte und dazu oft in Seefeld/Tirol war, wäre ich vielleicht nicht mit meinem Mann nach Armentarola gekommen. Dies ist ein magischer Ort für mich, an dem ich fortan einen Teil meines Lebens verbringen möchte.

Und mir ist einiges ganz wichtig geworden:

  • Schön Klavier spielen zu können: Brahms, Chopin, Schubert und Schumann, dafür habe ich im Dezember 2015 nach 40 Jahren wieder mit dem Klavierunterricht begonnen.
  • Eine glückliche Beziehung zu meiner Hündin Senta zu haben, dafür habe ich Geld, Zeit und Kraft investiert.
  • Gesund und glücklich älter zu werden,100 Jahre alt werden zu wollen – daran arbeite ich jeden Tag.
  • Meine Freiheit und Unabhängigkeit sowie die Liebe – das sind die Werte, nach denen ich lebe und die mich leiten.
  • Positive Gedanken für ein positives Leben weiterzugeben – durch mein Vorbild und durch die Bücher meines Verlages.
  • Zu wissen, mit welchen Autoren ich zusammenarbeiten möchte und mit welchen nicht.
  • Den Sinn meines Lebens gefunden zu haben.

An Silvester und am Neujahrstag habe ich wundervolle Konzerte im Fernsehen miterlebt, die mir deutlich machten, dass die Musik einen ganz entscheidenden Anteil an meinem Lebensglück hat. Mein Klavierlehrer schrieb mir heute: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“ Ja, das werde ich machen, dieses Erlebnis kann mir nichts sonst geben außer der Musik, aus der ich viel Kraft und Energie schöpfe.

Weiter die Strandspaziergänge mit meiner Senta – sie geben mir Energie, lassen mich den Frieden spüren und bieten Raum für neue Ideen und Gedanken. Pausenloses Geschwätz von Leuten direkt und am Telefon will ich nicht mehr ertragen. Auch aus dem eigenen Schreiben und der Beschäftigung mit den Büchern und Manuskripten anderer Autoren schöpfe ich viel innere Kraft – ich werde dem Lesen und Schreiben viel mehr Raum in meinem Leben geben.

Und schließlich sind es auch die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. Ich habe angefangen zu reisen, um an besonderen Orten besondere Menschen zu treffen. Und das erfüllt mich sehr. Die Entscheidung, alleine zu reisen, nur in Begleitung meiner lieben Berner Sennenhündin Senta, erleichtert mir vieles und ermöglicht mir, frei und unabhängig zu bleiben. Ich habe mit Theresia Berger eine tolle Fotografin gefunden, die die meisten Fotos dieses Blogartikels am Chiemsee realisiert hat.

Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-1803Nun ist das neue Jahr inzwischen schon fast 48 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2016 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2017 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2017 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

PS: Lesen Sie bitte auch mein Interview mit 16 Fragen zum Jahresrückblick mit Annette Maria Böhm von Lebe-Liebe-Lache.com, das am 30. Dezember 2016 erschienen ist.

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Zwischen den Jahren

img_1599Ein wenig „abtauchen“ nach Vorweihnachtsstress und Weihnachtsfeiern – wie schön ist das und wie tut es uns gut! Ich hatte Besuch gehabt zu Weihnachten, hatte mich gefreut, mal wieder so zu feiern, wie ich es mit meinem lieben Mann immer getan hatte. Aber es war natürlich nicht dasselbe, und so war ich froh, als es am Abend des ersten Weihnachtstages ganz still in meinem Haus wurde. Ich freute mich über den schön geschmückten Weihnachtsbaum und die gute alte Krippe, und über meinen Hund, der ganz brav da lag und offenbar auch etwas gestresst war.

img_1681img_1706Und so verbrachten wir den zweiten Weihnachtstag überwiegend im Freien, bei langen Spaziergängen am Strand.

img_1724Während es am Mittag in Fehmarnsund noch sehr sonnig war, wurde es später düsterer, als wir am Südstrand waren. Pechschwarze Wolken zogen heran.

img_1755Schließlich mussten wir vor heftigen Orkanböen mit Hagelschauern Schutz suchen und kamen völlig durchnässt wieder zu Hause an. Nach einem heißen Bad und einem kräftigen Tee wurde es so richtig behaglich zu Hause, ich spielte in Ruhe aus den neuen Klaviernoten. Und am Abend schauten wir uns das „Traumschiff“ an, eine angenehme Entspannung, die für mich irgendwie zum zweiten Weihnachtstag dazu gehört. Das Telefon hatte ich übrigens an diesem Tag stumm geschaltet.

An den Tagen danach gab es viel zu tun, viele Dinge zum Jahresabschluss waren zu erledigen, dazu gab es Erfreuliches zu unserer Neuerscheinung „Mein Weg über die Alpen“ von Barbara Messer. Das Buch war ganz kurz vor Weihnachten erschienen und lag wohl auf vielen Gabentischen. Und dann erreichten uns bereits die ersten sehr schönen Rezensionen. „Für mich ist dieses Buch eines der besten, das ich 2016 lesen durfte“, schreibt die erste Rezensentin und ich ergänze: Für mich ist diese Buch eines der besten, das ich 2016 verlegen durfte. Nun freue ich mich schon auf die Buchvorstellung am 2. Februar 2017 im Literaturhaus Berlin! Wieder eine Premiere für meinen kleinen Verlag.

Gestern war der Tag bestimmt vom Gedenken an meine liebe alte Freundin Tilli, die uns kurz vor Weihnachten verlassen hat und für die ich eine Kerze angezündet habe. Ich habe sie im gestrigen Blogartikel ausführlich gewürdigt – mit ihrem eigenen Text „Ein glücklicher Tag“, denn Ottilie Krafczyk war auch unsere Autorin. Sie hatte zu ihrem 80. Geburtstag im Jahr 2014 ihr erstes Buch veröffentlicht: „Starke Frauen und die Liebe“.

Leider wurde diese Gedenkstimmung ein wenig gestört, und ich schrieb etwas, das ich nur ganz selten schreibe: „Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich die letzten Tage und Stunden des alten Jahres nunmehr privat verbringen möchte.“

img_1780Und wie immer war der Ausflug zum Strand für mich der Gegenpol zu Trauer und Stress. Wunderbare Stille am Meer, bei strahlendem Sonnenschein – Zeit, alleine mit mir und meinen Gedanken zu sein, Kraft zu schöpfen und mich mit meinem fröhlichen Hund an dem schönen Tag zu erfreuen!

img_1782Am Nachmittag dann kam der vorläufige Höhepunkt dieser Zeit „zwischen den Jahren“: unser Spaziergang am Südstrand.

img_1814Ihr werdet es kaum glauben, wie glücklich ich bin, dass ich solche herrlichen Strandspaziergänge mit meiner Senta machen kann. Wir waren mehrere Stunden unterwegs und sind mehr als 10 km gelaufen. Am Nachmittag am belebten Südstrand, immer der Sonne entgegen, deren Untergang ich dann beobachten konnte.

img_1821Dass das möglich ist, verdanke ich dem Mensch-Hunde-Therapeuten José Arce, der am 2./3. August hier bei uns war und uns gezeigt hat, wie Senta im Auto mitfahren kann. Na ja, ein bisschen verdanke ich es auch mir selber, weil ich den Entschluss gefasst sowie Geld, Zeit und Mühe investiert habe. So hat sich mein Leben – und auch Sentas Leben – seitdem stark verändert. Nicht nur, dass wir verreisen und jeden Tag zum Strand fahren können, nein, ich weiß auch, dass es möglich ist, seine Träume zu verwirklichen. Wenn man es nur genug will, wenn man konsequent ist und seine eigenen Wünsche ernst nimmt und sich erfüllt. Und noch etwas: manchmal verliert man bei einer solch großen Lebensveränderung auch Wegbegleiter, die da nicht mehr mitkommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist schade, aber man findet auf der nächsten Wegstrecke viele neue Freunde, vor allem mit einem solch süßen Hund als Begleiter. Wie oft strahlen die Leute uns an oder lächeln, wenn sie uns entgegen kommen.

img_1791Heute habe ich bei traumhaftem Winterwetter mit Senta einen langen Spaziergang gemacht – weiter als ich von Fehmarnsund aus jemals gegangen bin, bis nach WULFEN, wo ich noch NIE gewesen bin in den über 39 Jahren, seit ich das erste Mal nach Fehmarn kam. Ein tolles Erlebnis am vorletzten Tag des Jahres.

img_1867Am Nachmittag dann noch ein Spaziergang nach Sonnenuntergang am Südstrand – der rosige Himmel über uns, entlang der blauen Ostsee, die ganz sanft rauschte. Zeit zur Besinnung über dieses Jahr, das schon fast zu Ende ist, und der Gedanken an das nächste Jahr. Zu Hause angekommen dann die Überraschung: Ich freue mich sehr darüber, dass mein Interview zum Jahresrückblick mit Lebe-Liebe-Lache.com gerade heute erschienen ist. Herzlichen Dank an Annette Maria Böhm, die dieses Interview mit mir geführt hat. Hier können Sie das Interview lesen

img_2435Nun bleibt mir noch Zeit, Ihnen/Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.

img_1811-kopieMeinen guten Wünschen zum neuen Jahr möchte ich noch diesen irischen Segenswunsch hinzufügen:

Mögen alle deine Träume wahr werden,
mögen alle deine Himmel blau sein,
mögen alle deine Freunde wahrhaft Freunde sein,
mögen alle deine Freuden vollkommen sein,
mögen Glück und Lachen alle deine Tage ausfüllen.

Auf ein glückliches neues Jahr 2017!

Ein glücklicher Tag – In Memoriam Ottilie Krafczyk

img_0955Ein Licht leuchtet für meine liebe Freundin und Autorin unseres Verlages, Ottilie Krafczyk. Sie ist am 19. Dezember 2016 gestorben, nur wenige Stunden, nachdem sie den letzten Kommentar zu meinem Blogartikel „Eine Reise im Advent“ geschrieben hatte. Heute vormittag fand die Trauerfeier in Bad Ems statt. Tilli, wie ihre Freunde sie liebevoll nannten, hat mit 80 Jahren ihr erstes Buch geschrieben und damit mir und vielen Menschen eine große Freude gemacht.

151221_1_tilliOttilie Krafczyk, geborene Kregiel, wurde am 1. Juni 1934 in Königshütte/Oberschlesien geboren und lebte in Bad Ems. Sie ist am 19. Dezember 2016 verstorben.

Im Jahre 1955 heiratete sie ihren Mann Josef, mit dem sie 2005 die Goldene Hochzeit feierte. Als er im Jahre 2008 starb, begann für sie eine schwere Zeit. Aber die Liebe und Fürsorge ihrer Kinder und Enkelkinder halfen, ihren Schmerz zu lindern.

Eines Tages wurde Ottilie Krafczyk von ihrer Tochter auf das „Forum Seniorentreff“ im Internet aufmerksam gemacht. 2009 begann sie, dort ihre kleinen Erzählungen zu veröffentlichen, die viele begeisterte Leser fanden. 2010 erschienen einige ihrer Geschichten in zwei Sammelbänden.

Damals entstand ihr Wunsch nach einem eigenen Buch, den sie sich anlässlich ihres achtzigsten Geburtstages erfüllt hat. Das Buch ist ihren Kindern und Enkelkindern gewidmet.

FCover_Starke_Frauen3.inddür Tilli war Liebe ein Geschenk – ohne Liebe wäre das Leben wie ohne Sonne, das war ihre Überzeugung. Sie hat viele wundervolle Frauen getroffen, die ihr Leben mit Kraft und Liebe gemeistert haben.

Mit Herz und Seele schreibt sie über diese starken Frauen. Ihre Geschichten sind mitreißend erzählt – und voller Emotionen. Immer ist es die Liebe, die den Frauen Kraft gibt, ihr schweres Schicksal zu meistern.

Die Autorin schreibt für Menschen, die das Leben so annehmen, wie es ist. Gerade in der zweiten Hälfte des Lebens ist es gut zu erkennen, dass das Leben jeden Menschen reich beschenkt. Denn Liebe und Leiden sind zwei Seiten einer Medaille. Wer nie weint und trauert, kann Glück nicht erfahren.

Als letztes Kapitel hat Ottilie Krafczyk die Geschichte der Feier ihres 80. Geburtstages geschrieben, die wir hier im Andenken an die liebe Tilli noch einmal veröffentlichen.

Ein glücklicher Tag

Es sind solche Momente im Leben, die für immer in unserem Gedächtnis verbleiben werden.
Acht Jahrzehnte, das ist für ein Menschenleben schon ein Alter, in dem man sagen kann, schön ist es, so einen Tag zu erleben. Ich hätte in meinen kühnsten Träumen nie geglaubt, ein so hohes Alter zu erreichen und es mit vollem Verstand so genießen zu können, wie ich es tue.
Mein Leben ist wie das Leben vieler älterer Menschen, die in einer Zeit geboren wurden, in der es nicht immer gute und herrliche Tage waren. Es gab Krieg, Hunger, Angst um die Nächsten, die an der Front waren. Unruhen in der Politik, die den einfachen Menschen das Leben nicht leicht gemacht haben.
Aber wie es auch gewesen war und noch sein wird: Das Leben ist das schönste Geschenk für jeden von uns.
Ich hatte Glück, denn ich habe in den Jahren alles erlebt, was mich glücklich machte. Ich hatte eine glückliche Ehe, in der ich die Goldene Hochzeit gefeiert habe. Ich habe zwei wundervolle Kinder, den besten Schwiegersohn, den es geben kann, vier Enkelkinder und einen Urenkelsohn. Es lohnte sich zu leben, denn durch sie habe ich mein Leben in den schönsten Farben erleben dürfen.
Am 1. Juni 2014 hatten mir meine Kinder und Enkelkinder einen Geburtstag gestaltet, der für mich bis zum letzten Tag meines Lebens tief in meinem Herzen verbleiben wird.
Schon am Heiligen Abend 2013 wurde ich mit einem Geschenk überrascht: Es war ein Gutschein für das Ereignis des Jahres 2014. „Der 80. Geburtstag unserer Mutter, Groß- und Urgroßmutter“ – das stand in großen Buchstaben auf diesem schönen Gutschein.
Ein Programm mit allem Drum und Dran von Einladungen bis zur Unterhaltung. Kein Wort wurde verraten, was es sein sollte. Bis zum Geburtstag wusste ich nicht, was für eine Überraschung meine Familie mir bereiten wollte. Es war die Rede von einem Zelt, dann von einer Hütte im Wald mit Grillen. Na, ja lass dich doch mal im Leben überraschen, sagten alle, die ich gefragt habe.
So kam mit vielen Sonnenstrahlen der erste Sonntag im Juni 2014. Es war ein Tag, wie er nicht schöner sein könnte. Schon am Morgen sollten wir ohne Frühstück nach Koblenz kommen. Also sind wir mit dem Sohn und der Schwiegertochter von Bruno losgefahren. Noch immer wusste ich nicht, wo und warum schon so früh. Erst am Ufer des Rheins am Deutschen Eck, als ich meine ganze Familie sah, hatte ich die Ahnung, dass mir mein Traum in Erfüllung gehen würde.
Ich wollte schon immer meine Familie zum Familientreffen auf einem Schiff einladen. Die Kosten aber waren für mich zu hoch und im Lotto habe ich in den 60 Jahren meiner Teilnahme an dem Spiel noch nicht gewonnen. Also war es immer nur ein Traum geblieben …
Alle Gäste, die sich am Ufer des Rheins befanden, umarmten mich, und ich wurde mit einem Ständchen zu meinem 80. Geburtstag geehrt.
Es war einfach zu schön und ich traute meinen Augen nicht, als das schöne, moderne Schiff „La Paloma“ um 10.00 Uhr anlegte und meine Familie mit mir das Schiff betrat. Das Ambiente auf dem Deck, das sich Wintergarten nannte, war schön in weiß dekoriert. Schön und elegant empfing uns das Personal mit Sekt, und meine Tochter begrüßte alle Gäste und lud zum Frühstück ein. Ich war wie in Trance. Ich konnte nicht essen, so ergriffen war ich über diese wunderschöne Überraschung. Es war alles sehr schön organisiert.
Um 13.00 Uhr gab es Mittagessen, danach Kaffee, Kuchen und andere Leckereien. Ich sah bloß frohe und zufriedene Gesichter meiner ganzen Familie. Meine Kinder, Enkelkinder mit ihren Familien. Meine Schwestern mit ihren Familien. Meine Nichten, nicht zu vergessen mein Freund Bruno mit seiner Familie haben an diesem Tag mit mir diesen schönen Geburtstag gefeiert.
Dazu die schöne Fahrt auf dem Rhein von Koblenz nach Lahnstein, die Burgen Lahneck und Stolzenfels, Braubach mit seiner Burg und zurück. Wir waren von 10.00 Uhr bis 15.30 Uhr unterwegs.
Ein Musiker spielte auf seiner Orgel wunderschöne Musik. Wir wagten sogar ein Tänzchen, und meine Tochter mit meinen Enkelkindern hatte vieles vorbereitet. Es gab Wortspiele, an denen alle mitgewirkt haben. Bruno deklamierte sein neuestes Gedicht, auch seine Tochter hatte für mich ein schönes Gedicht geschrieben.
Mein Enkelsohn machte eine Ansprache, die mein Leben in so schöner Form zeigte, dass ich meine Tränen nicht mehr halten konnte. Es war einfach ergreifend, wie schön sie mir für meine Fürsorge dankten, als sie noch im Kindergarten waren, für all die Jahre in Schule und Studium. Alles wurde humorvoll erzählt.
„Ja, Oma“, sagte mein Enkelsohn, „80 Jahre, das ist schon eine Leistung, und wir danken dir, dass du immer für uns da warst.“
In diesem Moment wurde mir bewusst, dass jedes Leid, jede Träne sich in all den schweren Zeiten gelohnt haben, wenn man so einen Tag wie diesen erleben durfte.
Warum erzähle ich meinen Freunden und Lesern von diesem Tag? Weil ich so viele wunderbare Menschen getroffen habe, die mit ihren Geschichten Freude und Leid ihres Lebens mit uns geteilt haben.
Freundschaft ist das Zauberwort, das jedem Menschen die Kraft verleiht, alles zu ertragen.
Dafür möchte ich mich bei euch bedanken.
Ich wünsche allen Müttern, Groß- und Urgroßmüttern, dass sie so einen 80. Geburtstag erleben dürfen.

Gute Reise, liebe Tilli, heute Abend werde ich wieder den Sternen zuwinken und wissen, dass Du auf einem von ihnen bist und mir zulächelst.

 

 

 

Reise im Advent

beate-forsbach-1803Am 1. Dezember startete ich mit Senta auf unsere Adventsreise, zunächst ging die Fahrt nach Bamberg. Dort musste ich zum Zahnarzt, den ich auch zukünftig alle drei Monate aufsuchen werde. Und weil Senta im September, bei unserer ersten gemeinsamen Reise nach Armentarola, so krank gewesen ist, hatte ich diese neue Reise geplant. Endlich wollte ich mit Senta in Armentarola spazieren gehen, ein Foto-Shooting am Chiemsee machen und eine alte Freundin in München besuchen. Diese Stationen waren bereits im September geplant, aber ich war damals mit der genesenden Senta so schnell wie möglich nach Hause gefahren.

Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen? Ja, ich glaube, man kann. Nur weil es beim ersten Mal nicht so richtig geklappt hat, braucht man noch nicht aufzugeben. Man muss es einfach noch einmal versuchen. Und so kamen wir wohlbehalten in Bamberg an und machten einen ausgedehnten Abendspaziergang an der Regnitz – von der Villa Concordia bis zum alten Rathaus.

img_0532img_0535 img_0539 Am nächsten Morgen sah es zuerst ganz schön aus, doch dann begann es, in Strömen zu regnen. Ich suchte ein passendes Restaurant für die kleine Weihnachtsfeier, die ich mit meiner Geschäftsfreundin Verena Ullmann am Abend geplant hatte. Es war gar nicht so einfach, viele Restaurants waren ausgebucht, aber ich konnte einen Tisch im Restaurant Messerschmitt an der Langen Straße bestellen, wo ich so oft mit Hans Christian gewesen war.

img_0554Am Nachmittag wanderten wir beide – endlich – durch den Hain. Das hatte ich mir schon so lange gewünscht, mit Senta durch dieses schöne Waldgebiet zu gehen. Die große Hundewiese, wo wir früher immer die Hündchen beobachtet hatten, beeindruckte sie nicht so sehr, aber am Denkmal des sprechenden Hundes Berganza posierte Senta dann doch für ein Foto. An dieser Stelle soll der Dichter E.T.A. Hoffmann einst diesem Hund begegnet sein, auf dem Rückweg vom Café Lieb im ehemals Fürstbischöflichen Jagdschloss – es ist jedoch nicht bekannt, ob der sprechende Hund vielleicht auf den Genuss des guten Frankenweins zurückzuführen ist oder tatsächlich dort gewesen ist.

img_0567Wie bei unserem allerersten Besuch des Cafés war es auch diesmal geschlossen, Senta trank ein wenig aus der Regnitz und dann liefen wir wieder zurück nach Bamberg, wo wir dann – auf den Spuren der Vergangenheit – im Café Graupner einkehrten. Wir saßen an dem Tisch, an dem ich mit Hans Christian das erste Mal gesessen hatte, als er sagte: „Sind die Schachspieler schon da?“ und ich erfuhr, dass er nicht nur wegen der Konzerte, sondern vor allem wegen des Schachspiels nach Bamberg gefahren war.img_0582Am Abend dann gingen wir ins Restaurant Messerschmitt, wo der Chef zunächst sehr skeptisch war, weil Senta ein soooo großer Hund war. Aber ich hatte sie ja mit beim Tisch bestellen, und so durften wir Platz nehmen. Senta aber lag ganz brav den ganzen Abend neben dem Tisch, wo ich mit Verena Ullmann eine schöne kleine geschäftliche Weihnachtsfeier hatte.

img_0592Am nächsten Morgen dann fuhren wir weiter nach Armentarola – in Bamberg war die Welt noch weiß überzuckert, im Inntal näherten wir uns bei schönstem Sonnenschein den mächtigen Bergen.

img_0602img_0612Wie immer telefonierte ich während der Autofahrt mit verschiedenene Freundinnen. Auf der Brennerautobahn dann verabschiedete ich mich für einige Tage in die Berge. Denn diese Reise sollte ja auch eine Reise zu mir selbst werden. Dabei hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich eine sogenannte „Freundin“ nach dieser Reise ganz verabschiedet hat. Aber dazu später.

img_0629Froh gestimmt trafen wir in Armentarola ein. Senta suchte als erstes den Brunnen, der aber diesmal leer war, wegen der großen Kälte. Auf unserem ersten Spaziergang entdeckte sie den rauschenden Bach, in den sie fortan jeden Tag ging, um das frische Bergwasser zu trinken.  img_0624img_0877Am Abend dann gab es für mich den ersten Aperitif in der Hausbar.

img_0757Am nächsten Morgen strahlte die Sonne vom tiefblauen Himmel und unsere glücklichen Urlaubstage begannen – im immer gleichen Rhythmus. Senta tobte und tollte schon vor dem Frühstück den Hügel vor dem Hotel hoch, sie spielte sogar mit dem Ball – ein ganz neues Hund-Frauchen-Gefühl war das.

img_0929img_0785 img_0781Mein Hund fühlte sich ganz offenbar sehr glücklich hier in den Bergen.

img_0938Ich aber fragte mich auf unseren langen Spaziergängen, was all dies zu bedeuten hatte. Ich spürte ein Gefühl tiefer Dankbarkeit, weil Hans Christian mich an diesen Ort geführt hatte. Wir beide hatten Armentarola geliebt, und ich fühle mich hier sehr wohl. Auch meiner Mutter bin ich dankbar, denn sie hatte mich einst zum Skifahren gebracht, und wir waren Weihnachten immer in Seefeld/Tirol gewesen. Und Hans Christian hatte eines Tages zu mir gesagt: „Wenn ich mit Dir nach Seefeld fahre, dann musst Du mal mit mir nach Armentarola.“ Ich fühlte mich ihm sehr nahe, hier in den Bergen. Mit Senta machte ich all die Wanderungen, die wir in unseren ersten Urlauben hier noch gemeinsam gemacht hatten.

Ich dachte über mein Leben nach, über meine Bestimmung. Ich möchte gesund und glücklich 100 werden und ich möchte anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe – vor allem durch Hans Christian und meine Mutter.

Armentarola ist für mich ein magischer Ort, neben meiner Trauminsel Fehmarn, und ich möchte hier immer wieder herkommen. Wieder begegnete ich Menschen, die diese Lebensphilosophie leben – so wie Hans Christian und ich es einst beschlossen hatten. Das Hotel Armentarola wurde zu Weihnachten 1938 eröffnet und hat seitdem viele Freunde gefunden. Wer einmal hier war, kehrt immer wieder. Eine fröhliche Atmosphäre voller Lebenslust, Heiterkeit und Optimismus, dazu Sonnenschein, blauer Himmel und eine atemberaubende Bergkulisse – das ist der „Geist von Armentarola“, wie ich ihn in meinem gleichnamigen Buch beschrieben habe. Viele Gäste sprachen mich auf dieses Buch an, auf deutsch, italienisch und englisch, und alle fühlten sich wohl an diesem magischen Ort und in dem schönen Hotel.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddSenta wurde zum Liebling vieler Gäste – jeder wollte sie streicheln, jeder lächelte uns an, in der Hausbar oder draußen beim Spazierengehen.

img_0908Von Armentarola aus fuhren wir zum Chiemsee, wo ich ein Foto-Shooting gebucht hatte. Wir übernachteten in einem schönen Hotel in Pelham am See, von wo wir am nächsten Morgen zur Fotografin fuhren.

img_1193Das Foto-Shooting fand bei herrlichem Wetter am Chiemsee statt. Senta war die ganze Zeit dabei, sie sorgte für Heiterkeit, gab mir Halt und Liebe, wenn es mal anstrengend wurde, und sie hatte auch die Fotografin in ihr Herz geschlossen. Wunderschöne Fotos sind entstanden. Mein großer Dank geht an Theresia Berger, die es mit Geduld und Einfühlungsvermögen schaffte, dass unvergleichliche Fotos von mir und auch von Senta und mir entstanden.

beate-forsbach-2259img_2435beate-forsbach-2068Dies ist für mich eine schönere Adventszeit gewesen als Glühwein und Bratwurst auf einem überfüllten Weihnachtsmarkt. Es gab Licht, Zuversicht und Hoffnung auf 2017, neue Eindrücke einer schönen Landschaft, neue Verbindungen zu Menschen und meinem Hund. Vom Chiemsee fuhr ich dann nach München, wo ich eine alte Freundin nach mehr als zehn Jahren traf. Mit ihr gingen wir im Englischen Garten spazieren und erlebten schöne gemeinsame Stunden.

Diese Reise im Advent war mehr als ein Urlaub: neben der Erholung und Entspannung habe ich viele interessante Menschen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft, die Verbindungen zu alten und neuen Freunden und Bekannten gefestigt, die Beziehung zu meiner Senta zu einer glücklichen Mensch-Hund-Beziehung werden lassen. Ich habe über den Sinn meines Lebens nachgedacht und wichtige Entscheidungen getroffen. Dazu gehört auch, sich von Menschen und Dingen zu verabschieden, die nicht mehr zu mir und meinem Leben passen. Zum ersten Mal, seit mein Mann verstorben ist, habe ich das Gefühl, mein Leben ganz allein bestimmen zu können. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will. Und Armentarola habe ich auch schon wieder gebucht für das nächste Jahr. Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-2043Soeben beginnt der 19. Dezember, es ist der Geburtstag meines lieben Hans Christian. Senta und ich werden diesen Tag in Dankbarkeit und Erinnerung an einen wundervollen Menschen begehen, der unser Leben maßgeblich bestimmt hat.

Ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit!

 

Strandspaziergänge

img_0379Wir gehen fast jeden Tag zum Strand – wir, das sind meine Berner Sennenhündin Senta und ich. Es war nicht immer so: Erst seitdem sie im August gelernt hat, ins Auto einzusteigen, fahren wir zu den schönsten Stränden auf unserer Sonneninsel Fehmarn, um dort lange Spaziergänge zu machen. Sonntags fahre ich gerne zum Südstrand, der ziemlich weit von Neujellingsdorf entfernt ist. Fast täglich fahren wir nach Fehmarnsund, zu meinem Lieblingsstrand unterhalb der Fehmarnsundbrücke, der in gut zehn Minuten mit dem Auto zu erreichen ist.

Heute war das Wetter nach zwei regnerischen, nebligen Tagen voller Dunkelheit plötzlich wunderschön. Senta hatte mich schon vor der üblichen Zeit geweckt, die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel – und so fuhren wir gegen unsere Gewohnheit schon am späten Vormittag zum Südstrand.

img_0364Es war eine unwirkliche Schönheit, die wir dort erblickten: blauer Himmel, blaues Meer, kilometerlanger weißer Sandstrand und kaum Menschen.

Senta hüpft und springt am Strand vor lauter Vergnügen, und ich wandere am Wasser entlang, komme ganz zu mir, beruhige mich und vergesse, dass ich noch vorgestern gesagt hatte, ich könnte jetzt drei Jahre Urlaub gebrauchen. Die Sonne spiegelt sich gleißend hell im Wasser, das Meer ist ganz ruhig, es ist warm in der Sonne – der dicke Ledermantel, Mütze, Handschuhe und die gefütterten Stiefel sorgen für wärmende Behaglichkeit.

img_0350Wir begegnen nur wenigen Menschen, überholen einige, die skeptisch auf den großen schwarzen Hund schauen – schade, ich hätte gerne ein Foto von uns beiden gehabt an diesem wundervollen Tag. So nehme ich wenigstens ein „Selfie“ auf, denn Senta kann leider noch nicht fotografieren.

img_0369Wenn ich jetzt eine Videobotschaft aufgenommen hätte: was wäre der Inhalt gewesen? An diesem wunderbaren Sonntag, dem ersten Advent, hätte ich vom Frieden gesprochen, der mich erfüllt und den ich um mich herum empfinde. Von der Freude, die ich spüre – Vorfreude auf etwas, von dem ich nicht so genau weiß, was es eigentlich ist. Von der Erwartung eines Wunders, von dem ich nur träume, es mir aber gar nicht so richtig vorstellen kann.

Ich hätte noch mehr erzählen können: Von all den Erinnerungen, die mir hier an diesem Strand kommen – an unzählige Strandspaziergänge, die ich alleine gemacht hatte, als ich noch mit meiner Mutter hier gewesen war, an Strandspaziergänge, die dann immer kürzer wurden, als ich mit meinem Mann hier war. Bis er gar nicht mehr mitgehen konnte. Von der Bank hinter dem Wäldchen, bis zu der ich immer gegangen war, bevor ich ihn kannte – manche Erinnerung wäre auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

img_0376Und dann sah ich ein Paar mit Hund – sie blieben stehen, als ich näher kam. Und der Mann sagte: „Was für ein herrlicher Tag heute – man müsste immer hier auf Fehmarn leben.“ Worauf ich sagte: „Ja, ich lebe hier, und ich finde es wunderschön heute hier am Strand.“ Und ich bat ihn, ein Foto von Senta und mir zu machen.

img_0378Er würde auch gerne mit seiner Frau und dem Hund nach Fehmarn ziehen – schon aus gesundheitlichen Gründen. Und als wir uns noch darüber unterhielten, kam wie zur Bestätigung eine Bekannte vorbei, die vor einigen Jahren nach Fehmarn gezogen war, aus einer fernen Großstadt. Sie strahlte das Glück der zugezogenen Inselbewohner aus.

Gemeinsam gingen wir weiter – meine Gedanken und Erinnerungen, die schon vor drei Tagen beim Strandspaziergang ganz präsent gewesen waren, bekamen nun eine neue Bedeutung: diesen Menschen bei ihrer Entscheidung für die Insel zu helfen. Denn das Leben währt nicht ewig – gerade wenn man mit einer schweren Erkrankung konfrontiert ist, sollte man sich seinen Lebensmittelpunkt sorgfältig auswählen. Und schon waren wir bei dem Thema Gesundheit.

img_0382Das gute Ostseeklima, der blaue Himmel, der Sonnenschein – es gibt kaum einen Tag, an dem die Sonne nicht scheint – das Gefühl der Weite und Unendlichkeit, das man am Meeresrand verspürt, dazu die Bewegung mit dem Hund, der fröhlich am Strand entlang läuft und auch im Winter gerne badet. Die weitgehend stressfreie Lebensweise auf der Insel – na ja, im Sommer herrscht hier schon Stress, aber der wird durch die erholungsbedürftigen Urlauber mitgebracht.

img_0357Im Winter dagegen ist es ruhig, man kann tief durchatmen. Und diesem Paar ging es so, wie es auch meinem Mann und mir immer gegangen war: Wenn man zur Insel hinfuhr, verspürte man eine große Vorfreude und jubelte, sobald die Fehmarnsundbrücke zu sehen war. Wenn man aber wieder zurückfuhr, hatte man schlechte Laune und freute sich so gar nicht auf zu Hause.

Fehmarn – ein magischer Ort? Ja, das kann so sein, denn wie viele Menschen habe ich schon hier kennengelernt, die nicht wieder weg wollten von der Insel – so wie mein Mann und ich, als wir vor sechs Jahren beschlossen, einfach hierzubleiben, ein Haus zu kaufen und ein Hündchen anzuschaffen. Natürlich ist das hier nicht so eine Art „Dauerurlaub“, man muss auch dafür sorgen, dass der Lebensunterhalt gewährleistet ist. Der Mann hatte ein wenig Bedenken, denn so ganz ohne Geld … aber er nannte Beispiele von Menschen, die es gewagt hatten, sich eine positive, lebensbejahende Umgebung zu suchen.

Ich fragte, was er tun würde, wenn er nur noch ein Jahr zu leben hätte. Diese Frage hatte ihn wohl auch schon beschäftigt. Mein Mann und ich waren vor sechs Jahren hierher gezogen, eine Bekannte hatte damals gesagt: macht es, wenn ihr erst Hundert seid, bereut Ihr es, dass Ihr es nicht getan habt. Und so hat mein Mann immerhin noch dreieinhalb Jahre in dieser schönen Umgebung gelebt.

img_0386Wir gingen weiter und weiter. Plötzlich fiel mir die Bank wieder ein, bis zu der ich früher immer gegangen war. Zwar war es nicht mehr dieselbe Bank, aber der Mann machte ein Foto von mir und Senta – ohne zu wissen, was mich mit dieser Bank verband.

Ich war heute weiter gegangen, als ich sonst in all den Jahren gegangen war. Als ich sagte, dass ich umkehren wollte, begleitete mich das Paar mit dem Hund, der sich genau wie Senta über meine Leckerli freute. Auf dem Rückweg sprachen wir über Möglichkeiten, auf dieser Insel seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich erfuhr viel von den Leuten und gab ihnen meine Verlags-Visitenkarte – wer weiß, wann man sich einmal wiedersieht. Der Abschied war voller Optimismus und Vorfreude auf die Zukunft – vielleicht, nein, ganz sicher würden wir uns einmal wiedersehen.

Senta wollte gar nicht wieder vom Strand weg, aber ich zog sie in Richtung Auto, denn wir sollten jetzt etwas essen – jedenfalls sagte mir das mein Magen. Das Mittagessen war nur kurz an diesem Sonntag, und schon fuhren wir zu unserem Lieblingsstrand in Fehmarnsund.

img_0417Senta badete und freute sich ihres Lebens. Und dann legte sie sich in den Sand, als wollte sie den ganzen Tag hierbleiben. Zu schön war der Ausblick – und ich dachte wieder darüber nach, dass ich im nächsten Sommer öfter und länger mit Senta an den Strand gehen möchte, um dort nicht nur zu laufen, sondern auch Zeit zu verbringen, um mich zu sammeln und zu erholen, um nicht im Stress des Alltags durchzudrehen, um Ruhe und Frieden zu finden.

img_0422Wem nützt die viele Arbeit, wenn ich diese traumhafte Umgebung am Meer nicht täglich genießen kann? Vor einigen Jahren hatte ich mal Menschen kennengelernt, die jeden Tag an einen Strand hier auf der Insel gingen. Ich hatte davon geträumt, konnte es aber nicht umsetzen, weil Senta ja nicht ins Auto einsteigen wollte. Bis ich einen Mensch-Hund-Therapeuten engagierte, der uns Anfang August an zwei Tagen alles vermittelte, was uns fehlte: Fortan fuhren wir jeden Tag mindestens einmal an einen Strand. Aber ich schaute immer auf die Uhr: Oft waren wir in den letzten Wochen so spät dran, dass wir uns beeilen mussten, nicht ins Dunkel zu geraten. Schließlich wartete ja meine Arbeit!

img_0433Heute aber hatte ich mir Zeit gelassen – schließlich war es der erste Advent. Am Strand von Fehmarnsund gingen wir heute so weit, wie ich noch nie gegangen war. Verirren kann man sich ja nicht, wenn man immer am Wasser entlang geht. Und so gingen wir auch bei unserem zweiten Strandspaziergang an diesem Sonntag weiter, als wir je gegangen sind.

img_0455Und ich fand immer neue, unerwartete Perspektiven – und Senta fand immer neue interessante Eindrücke. Auf dem Rückweg dann erlebten wir das grandiose Schauspiel der untergehenden Sonne – und fuhren müde, aber glücklich, zurück nach Hause.

img_0463img_0487img_0491Am späten Abend dieses wunderschönen Tages machten wir wieder unseren Spaziergang durchs Dorf – und erlebten den schönsten Sternenhimmel, den ich seit Jahren gesehen hatte. Denn vor vier Wochen noch war ich mit Senta nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Haus gegangen.

Fazit: Am Strand finden wir wieder zu uns und unseren geheimen Wünschen. Und: wir sollten einfach das tun, was wir tun möchten. Denn wir wissen nie, ob es nicht eines Tages zu spät dafür ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns eine wundervolle Adventszeit, in der wir voller Vorfreude sind auf das Wunder, das uns erwartet und von dem wir träumen.

 

 

Mac & Macchen – Adieu, mein Kleiner, es war eine schöne Zeit mit Dir!

img_0816Vor fast einer Woche war es so weit: mein neuer schöner, großer iMac traf ein.
Wir haben das hier im Verlag ein wenig gefeiert. „Prost und Prösterchen“ schrieb mir dazu ein lieber Facebook-Freund.

Mac und Macchen – das war ein bewegender Moment für mich. Der Kleine hat mich fast fünf Jahre lang begleitet, fast alle Bücher meines Verlages sind darauf entstanden, viele Geschichten geschrieben und viele Fotos gespeichert worden.

Und nun der Neue, Große – wie lange habe ich mir den schon gewünscht! Ich freue mich auf das allererste Projekt, das ich mit ihm fertigstelle – und dann bin ich gespannt, wie viele Bücher mit ihm noch entstehen werden!

img_0807img_0811Er ist nun eindeutig der Größte in meiner Mac-Familie mit iMac, Macbook, iPad und iPhone. Alles wundervolle Geräte, mit denen ich schon lange gerne zusammenarbeite, die mir treue Dienste erweisen und eigentlich noch nie ausgefallen sind.

img_0812 Am Abend dann auch noch erstklassiger Musikgenuss mit dem neuen iMac – groß und klar und mit fantastischem Sound–- da komme ich ja gar nicht mehr vom Schreibtisch weg. Hier: „Halleluja“ von Leonard Cohen – großartig

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Heute Abend habe ich dann endlich den „Kleinen“, den alten iMac, ordentlich sauber gemacht und eingepackt, damit er auf den Weg zu seinem neuen Besitzer gehen kann. Der schreibt übrigens auch Bücher …

Ja, es ist nur ein Computer, aber er ist mir doch ans Herz gewachsen in all den Jahren. Er war treu, hat nie „geschwächelt“, war nur zuletzt etwas langsamer geworden, wie es ja nun mal ist, wenn man etwas älter wird. Er hat alles mitgemacht – egal was ich auch geschrieben habe. Manchmal war er recht verschwiegen – und manchmal habe ich auch später etwas gelöscht, was ich geschrieben hatte.

So ein Mac ist ein guter Zuhörer, immer bereit für meine Gedanken und Ideen. Das Beste: er hat eine supergute Suchfunktion, so dass ich alles immer wiederfinden konnte, was vermeintlich verloren war.

img_0054So, mein Kleiner, nun bist Du gut verpackt – Dein neuer Besitzer freut sich schon darauf, Dich in Betrieb zu nehmen und darauf seine Bücher zu schreiben.

Adieu, mein Kleiner, es war eine schöne Zeit mit Dir!

Und nun trinke ich noch ein Gläschen Rotwein zum Abschied!

img_0051Übrigens: Das erste Buchprojekt, das ich inzwischen auf dem neuen iMac fertiggestellt habe, ist eins voller Glück und Freude – bereits vor dem Erscheinen des Buches. Das hängt sicherlich mit dem „Zauber des Anfangs“ zusammen, den ich mit meinem neuen iMac erlebe.

Buchmesse

img_9114 In diesem Jahr war ich zum allerersten Male auf der Frankfurter Buchmesse. Nur einen Tag, am Donnerstag, war ich dort – und schon bei meiner Ankunft tat es mir leid, dass ich mir nicht mehr Zeit genommen hatte für diesen ersten Besuch.

img_9096Ich war mit dem Auto zur Messe gefahren, hatte im Parkhaus geparkt und fuhr mit dem Shuttle-Bus zum Eingang der Halle 3, wo alle großen Verlage ausstellen. Statt erst einmal die großartige Atmosphäre zu genießen, machte ich mich sofort auf die Suche nach dem Stand J 16 in Halle 3.1, wo die Bücher meines Verlages im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung des MVB (Marketing- und Verlagsservice) „Titel aus Klein- und Selbstverlagen“ ausgestellt waren. Dort hatte ich mich mit meiner ersten Kontaktperson verabredet. Als ich sie endlich gefunden hatte, war mir der Lageplan der Hallen etwas klarer geworden und ich wusste, wo die riesigen Rolltreppen waren, so dass ich die Treffpunkte der nächsten Verabredungen etwas schneller fand.

Gemeinsam suchten wir die Titel meines Verlages in der Ausstellung und fanden sie auch recht schnell – das machte mich stolz, denn unsere Buchcover stachen doch ziemlich ab von vielen anderen Büchern.

img_9098img_9100 img_9097 img_9102 img_9104img_9105img_9101Beim nächsten Termin traf ich eine unsere Autorinnen, die sich freute, dass ihr erstes Buch hier ausgestellt war. Ich fand es schade, dass unser Verlag noch keinen eigenen Stand hatte, denn es war fast unmöglich, zur Mittagszeit ein ruhiges Plätzchen für ein Gespräch zu finden. Alle Cafés und Restaurants waren voll besetzt, ohne Reservierungen konnte man erst wieder am Freitag ab 16 Uhr einen Platz bekommen.

Am Stand unserer Verlagsauslieferung lernte ich den Chef und die Mitarbeiterin persönlich kennen, mit denen ich bereits seit Beginn des Jahres zusammenarbeite. Genauso war es am Stand unserer Druckerei, wo wir an der Standparty teilnahmen. Stolz war ich, dass die Verlagsauslieferung meinen Fehmarn-Kalender und zwei unserer Bücher ausgestellt hatte.

Ganz erfreulich waren dann weitere Treffen mit Menschen, mit denen ich bereits längere Zeit intensiven Kontakt über Telefon und Internet gehabt hatte. Für mich war es sehr schön, alle diese Menschen persönlich kennenzulernen. Das war für mich das wirklich positive Ergebnis dieser Begegnungen.

Leider war die Zeit auf der Messe viel zu schnell herum – ich hätte gerne noch viel mehr angesehen und noch mehr Menschen kennengelernt. Ich traf noch einige andere Bücher- und Verlagsmenschen sowie Autoren, und ich hatte das Gefühl, dass ich dort noch einige Tage hätte zubringen können.

Faszinierend waren die großen Stände der wirklich großen Verlage – ich war selbst erstaunt, dass mich dieser Anblick so gar nicht entmutigt hat. Ich wurde überall vorgestellt als Verlegerin, Autorin und Coach, die anderen Menschen zum eigenen Buch verhilft, dazu noch selbst Bücher gestalten kann und die entsprechenden Computerprogramme beherrscht und anderen erklären kann. Vielleicht ist es ein Verlagsmodell für die Zukunft, wenn man selbst vielseitig ist, mit wenigen Mitarbeitern schöne Bücher produziert und die Autoren individuell betreut.

Interessant war für mich die heutige Sonntags-Kolumne von Helga König in ihrem Online-Magazin „Buch, Kultur und Lifestyle – Das Magazin für den gebildeten Leser“. Sie besucht die Frankfurter Buchmesse seit gut 30 Jahren und bemerkte in diesem Jahr eine wesentliche Veränderung.

Lesen Sie ihre Kolumne hier: http://gedankenethikkultur.blogspot.de/2016/10/helga-konig-sonntagskolumne-23102016.html

Ich habe diese Veränderung natürlich nicht bemerkt, da ich zum ersten Male im Leben auf einer Buchmesse war. Ich war stolz, dass einige unserer Bücher ausgestellt waren. Und ich dachte sogleich darüber nach, wie ich im nächsten Jahr einen eigenen Stand realisieren könnte. Auch möchte ich etwas länger auf der Buchmesse bleiben, denn für mich ist diese Messe einfach ein Traum für jeden bücherbegeisterten Menschen.

img_9133img_9139Am Abend war ich ziemlich „erschlagen“ von all den Eindrücken, wie gerne hätte ich die Bücher so bekannter Menschen wie Bob Dylan oder Louise Hay angesehen.

Schon auf der Rückfahrt nach Hause war ich mir sicher, dass ich im nächsten Jahr wiederkommen und dann meinen Verlag besser präsentieren werde.

Die Magie von Armentarola

img_7734Seit mehr als sechs Jahren stand dieser Wunsch auf Platz 1 meiner Wunschliste: Wieder mal Urlaub in Armentarola zu machen, mit meinem Mann Hans Christian und unserer Berner Sennenhündin Senta. Seit Hans Christians Tod im Februar 2014 war daraus der Wunsch geworden, mit Senta in Armentarola Urlaub zu machen. Das war nicht so ganz einfach, denn Senta mochte nicht im Auto mitfahren.

bild_buchseminar_armentarola2016webIm Januar 2016 buchte ich acht Tage in Armentarola und schrieb das viertägige Seminar „Schreib Dein Buch in Armentarola“ aus. Und schon bald gab es mehrere Anmeldungen, denn das Angebot war attraktiv, zudem konnte man seinen Partner/seine Partnerin mitbringen und neben dem Seminar auch ein wenig Urlaub machen.

Am 12. September 2016 kam ich mit meiner Senta in Armentarola an – ich konnte es kaum fassen: mein alter Traum war Wirklichkeit geworden! Aber ich hatte auch einiges dafür getan, dass dieser Traum in Erfüllung ging: am 2./3. August war der spanische Mensch-Hunde-Therapeut José Arce bei uns auf Fehmarn, und nach dem persönlichen Workshop fuhr Senta im Auto mit. Den ganzen August über haben wir trainiert, ich fuhr 2-3mal pro Tag mit Senta zu den schönsten Stränden auf Fehmarn. Mitte August machten wir dann unsere erste große Reise nach Bayern – darüber habe ich in meinem letzten Blogartikel Willkommen im Leben berichtet.

img_7343Es war eine anstrengende Reise gewesen nach Armentarola: in Deutschland und Österreich herrschte eine große Hitze mit bis zu 35 Grad, die wir nicht gewohnt waren. Und so wunderte ich mich nicht, dass Senta nicht so richtig fressen wollte und ein wenig aggressiv und gleichzeitig matt war. Nach unserem Zwischenstopp in Würzburg suchten wir eine Tierklinik auf, da ich dachte, Senta hätte Schmerzen. Kurz vor unserer Abreise hatte sie noch gehumpelt und von unserer Tierärztin Schmerzmedikamente bekommen. Niemand hatte sich gewundert, dass Senta so außergewöhnlich viel trank – schließlich war es ein sehr heißer Sommer. Und da sie nicht so richtig fressen wollte, hatte sie ziemlich abgenommen.

In Armentarola ging es ihr dann gar nicht gut. Der Hotelchef Toni Wieser rief sofort den Tierarzt einige Dörfer weiter und mehrere Hundert Meter tiefer an, und nach dem zweiten „Alarm“ von mir konnte ich mit Senta dorthin fahren. Senta war schon ganz schwach, und eine Freundin hatte mich darauf vorbereitet, dass sie dies nicht überleben würde. Aber der Tierarzt Dr. Armando Mulciri schaute mich mit optimistischem Augenausdruck an und sagte, was es sein könnte. Und wenn es wirklich nicht mehr als das wäre, würde er Senta morgen operieren und sie wäre dann in zwei Tagen wieder fit.

Auch die Operation könnte Senta vielleicht nicht überstehen, ihr Herz sei doch so schwach, hatte mir die Freundin am Telefon schon erzählt. Auch der Tierarzt hatte das bestätigt – aber er gab Senta per Einlauf einige Medikamente. Und er war voller Optimismus. Ich blieb bis zum Abend bei ihr, sie war ganz schwach. Als ich mich in einer Bar nebenan stärkte und der Wirtin von Senta erzählte, sagte sie nur: der Dr. Mulciri würde nie ein Tier einschläfern, wenn es noch eine Chance gäbe. Und so fuhr ich am Abend beruhigt nach Armentarola zurück.

Am nächsten Morgen dann telefonierte ich mit dem Tierarzt und auch mit unserer Tierärztin auf Fehmarn. „Lassen Sie es sofort machen“, riet sie mir, „das ist eine tickende Zeitbombe“. Wir hatten offenbar Glück gehabt. Sentas Herz war nach der Ruhe in der Tierarztpraxis wieder völlig normal, und Dr. Mulciri und seine junge Kollegin operierten Senta am nächsten Mittag.

Ich aber hatte im Hotel mit Anna gesprochen, dem „guten Geist“ von Armentarola. Ich hatte sie um einige alte Handtücher gebeten, für den Fall, dass Senta nach der Operation wieder ins Hotel käme.

„Das hat schon seinen Grund, dass das ausgerechnet in Armentarola passiert ist“, sagte Anna zu mir. Und ich vertraute ihr und dem Geist von Armentarola, den ich vor eingien Jahren in meinem Buch zum 70-jährigen Jubiläum des Hotels beschrieben hatte. In diesem Hotel war ich oft mit meinem Mann gewesen. Die Lebenslust, die Heiterkeit und der Optimismus, die ich dort erfahren durfte, haben mein Leben, mein Denken und meinen Verlag geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar. Das habe ich im Vorwort zur Neuausgabe des Buches geschrieben, die im Oktober 2014 erschienen ist.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddimg_7410Es war genauso, wie der Tierarzt vermutet hatte. Nach der Operation durfte Senta noch zwei Tage in der Tierarztpraxis ausruhen, und ich konnte sie dort besuchen. Am Freitag dann, zwei Tage nach der Operation, durfte sie mit mir nach Armentarola. Denn sie braucht jetzt meine Gesellschaft, meinte Dr. Armando Mulciri. Glücklich holte ich sie ab.

img_7516Am Abend hielt unsere Autorin Sonja Volk im Hotel Armentarola einen Vortrag über ihr Buch „Gedankenpower“. Die gesamte Hotelleitung und viele Gäste waren gekommen und hörten interessiert zu. Ich sprach einige Worte über meinen Bezug zu diesem Hotel und auch über meinen Verlag. Sonja Volk bezauberte das Publikum – es war ein gelungener Abend.

img_7451 Am übernächsten Abend dann sprach mich ein Mann an, weil ich von der Magie dieses Ortes gesprochen hatte. Er kommt seit 30 Jahren hierher und seine Frau sagt auch, es ist ein magischer Ort. Er hat vor kurzem hier seinen 85. Geburtstag gefeiert – kommt immer noch mit dem Auto aus Süddeutschland hierher. Zweimal pro Jahr sind sie für je drei Wochen hier, und das tut ihnen und ihrer Gesundheit gut. Es gibt sie tatsächlich, die Magie von Armentarola.

Ich rechnete nach: Ich muss 81 werden, bis ich sagen kann, ich komme seit 30 Jahren. Und ich muss mich fit halten, damit ich mit dem Auto von Fehmarn hierher fahren kann.
Senta wollte mit in die Hausbar, sie hat wieder Appetit und – Durst. Alle Gäste freuen sich mit uns. Das ist das Wunder von Armentarola.

img_7809Ich war glücklich und erleichtert – mein Autorenseminar war gut gelaufen. Die Hotelleitung gab bereits am Freitag bekannt, dass mein Seminar im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, vom 13.-17. September 2017.

img_7740Am Sonntagabend aber kam mir die Erkenntnis: es ist so schön hier in Armentarola. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, und dort den richtigen Menschen zu begegnen – das ist manchmal (über-)lebenswichtig.

img_7788img_7595Senta fühlt sich hier so richtig wohl. Und ich auch. Ich danke der Familie Wieser und dem gesamten Team des Hotels Armentarola, den anteilnehmenden Gästen, vor allem aber dem Dr. Armando Mulciri, der meine kleine Senta geheilt hat – gemeinsam mit dem Geist von Armentarola.

Die Magie von Armentarola aber habe ich in den Tagen nach Sentas Operation besonders gespürt. In der Küche bereitete man ihr Hühnchen mit Reis zu, damit sie endlich wieder etwas fressen konnte. Und es schmeckte ihr, ihre Genesung war mit großer Freude zu beobachten.

img_7702Am Samstag nahm Sonja Volk ein Interview mit mir auf, in dem ich die besondere Inspiration dieses Ortes mit dem Erfolg im Leben im Verbindung brachte.

Und ich lud – ebenfalls per Videobotschaft – zum nächsten Treffen in Armentarola ein.

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Am Sonntag dann buchte ich kurz entschlossen unseren nächsten Aufenthalt in Armentarola – Anfang Dezember werden wir wieder dort sein. Vielleicht kommt auch eine Autorin oder eine Buch-Coaching-Kundin dorthin, um die grandiose Inspiration, die Magie von Armentarola, für das Schreiben ihres Buches wirken zu lassen. Auf jeden Fall werde ich selbst dort schreiben und leben, zusammen mit meiner Senta. Und ich werde das traumhafte Gefühl genießen, dass ich mir meinen alten Traum erfüllt habe.

img_7737Wer nun glaubt, ich hätte keine Träume mehr: die Magie von Armentarola hat mich mein Leben wieder mal neu ausrichten lassen. Wie wichtig ist es, den Zauber eines einzigartigen Ortes zu genießen, die gute Unterkunft, Bewirtung, die hervorragende menschliche Betreuung und die wundervolle Landschaft. So habe ich meinen nächsten Aufenthalt in Armentarola schon gebucht, und auch das nächste Seminar im September 2017. Und ich werde wieder dorthin fahren, denn irgendwelche Reisen rund um die Welt brauche ich nicht in meiner derzeitigen Lebensphase. Und Senta auch nicht. Die möchte es gut haben und mit mir ein wenig wandern, gerne in den schönen Bergen von Armentarola.

Und ich habe den Entschluss gefasst, meine Autorenseminare künftig nur noch an den für mich schönsten Plätzen der Welt stattfinden zu lassen: auf der Sonneninsel Fehmarn und in Armentarola.

14468510_10209153472506963_8065446549262733530_oDie 1200 km zwischen Neujellingsdorf auf Fehmarn und Armentarola sind leicht zu bewältigen: viele Freunde wohnen dort, wo wir vorbeifahren: in Bamberg, Würzburg, Karlsruhe, München und in Innsbruck. Es ist gar nicht so einfach, die nächste Reise zu planen mit all den Zwischenstationen und Einladungen, die wir beide haben. Nächste Woche fahren wir erst einmal los zur Frankfurter Buchmesse – auch das ist ein großes Ereignis in meinem jungen Verlegerinnen-Leben. Und Senta freut sich auf die Freundin, die wir bei dieser Gelegenheit besuchen. Zur Buchmesse kann ich sie ja schließlich nicht mitnehmen.

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