Geburtstag

Nun ist er vorbei, mein 65. Geburtstag. Die Rosen habe ich mir heute selber gekauft, auf dem Burger Wochenmarkt. Denn dieser Geburtstag war ganz anders als alle vorherigen.

Und diesmal war ich auch gar nicht zu Hause auf Fehmarn – obwohl doch der 65. Geburtstag der Zeitpunkt ist, an dem man normalerweise in den sogenannten „Ruhestand“ geht. Ich aber hatte zuvor 8 Tage lang meine Geburtstagsreise gemacht – ich war mit einem Buchautor, dem japanischen Herzchirurgen Yusuke Yahagi aus Texas und seiner Frau April unterwegs auf einer achttägigen Lesetour durch Deutschland, um seinen Debütroman „Der Austauschsoldat“ (The Exchange Soldier) dem deutschen Publikum vorzustellen. Wir waren in Berlin, auf Fehmarn, in Hamburg, Bad Ems, Köln und Bamberg. Statt in den Ruhestand zu gehen, habe ich einen weiteren großen Schritt in der Erfolgsgeschichte meines Verlages „Edition Forsbach“ gemacht: Wir sind nun international! Der Roman ist auf Englisch und Deutsch erschienen, es gibt bereits Anfragen aus Japan und Frankreich! Dies ist ein wirklicher Neubeginn!

Aber es war noch viel besser: Wir haben eine Reise mit Freunden zu lauter Freunden gemacht! In sechs Veranstaltungen haben wir über 130 Menschen getroffen, einige alte Freunde, aber auch viele neue Freunde – die Namen im E-Mail-Verzeichnis und in der Facebook-Freundesliste waren plötzlich leibhaftige Menschen, die vor mir standen, die mich umarmten, die sich mit uns fotografieren ließen, die Freude und Begeisterung mitbrachten und auch viele Geschenke. Und auch Freunde, denen ich Mut machen durfte, durch mein Vorbild, durch unsere Lesereise und durch den Roman von Dr. Yusuke Yahagi: Mut zum Neubeginn, Mut zum Leben.

Das allergrößte Geschenk aber war für mich die Begegnung mit all diesen Freunden und das große Erlebnis der sechs Buchvorstellungen mit dem „Dr. Autor“, Yusuke Yahagi, einem Mann mit großem Charisma. Lange hatten wir diese Reise geplant, und von Stunde zu Stunde merkten wir, dass es ein großer Erfolg wurde. Noch viel besser, als wir es zuvor gedacht hatten! Was für ein unglaubliches Glücksgefühl!

Unsere gemeinsame Reise endete in Bamberg – meiner einstigen Traumstadt. Die zeigte ich Yusuke und seiner Frau April auf einem kurzen Standtrundgang, an dem auch Senta und unsere Freundin Ellen Günther teilnahmen.

Hier in Bamberg war ich am 65. Geburtstag meines Mannes Hans Christian, dem 19. Dezember 2002, zum ersten Male in der Bamberger Konzerthalle, wo wir ein Konzert der Bamberger Symphoniker anhörten. Kurz darauf zogen wir um nach Bamberg, erst im November 2010 zogen wir dann endgültig nach Fehmarn um. Und nun habe ich an meinem 65. Geburtstag wieder ein Konzert der Bamberger Symphoniker besucht, ganz allein. Aber nein, ich war gar nicht alleine. Die Konzerthalle und das Orchester sind mir nach wie vor vertraut, und neue Bekannte traf ich dort auch. Und durch die Musik war mir mein verstorbener Mann auch sehr nahe. Den Pianisten András Schiff, der das Konzert auch leitete, hatten wir einst gemeinsam in der Kölner Philharmonie erlebt.

Wieder einmal feierte ich ganz alleine in meinen 65. Geburtstag hinein – na ja, ganz alleine eben doch nicht. Senta ist ja immer dabei, aber auch viele Freunde von Nah und Fern, deren Glückwünsche bereits ab Mitternacht eintrafen. Zum Frühstück gab es ein Glas Sekt, und dann bekam ich Besuch von einer lieben Freundin. Gut gelaunt starteten wir zum Geburtstagsspaziergang durch Bamberg.

Eigentlich waren es zwei liebe Freundinnen, denn Verena Ullmann war gekommen und natürlich war auch Senta dabei. Wir hatten eine Menge Spaß im Hofbräu, im Spezial Keller, im Rosengarten und in der Hotelbar, wo uns der Barkeeper noch ein Extra-Glas Sekt spendierte, als Verena meinen Geburtstag erwähnte.

Wir machten dem Spruch auf der Geburtstagskarte alle Ehre: „Leben ist Meehr! Lebe wild, gesund und glücklich!“

Zwischendurch las ich immer wieder die Glückwünsche von vielen, vielen Freunden in der ganzen Welt. Was für ein wunderbarer Tag! Und ich erinnerte mich an den Spruch von Louise Hay vom letzten Jahr: „Ich glaube an mich. Ich weiß, ich bin fähig, Mitschöpfer einer friedlichen Welt zu sein. Ich suche mir Freunde, die meine Interessen teilen, und gemeinsam helfen wir einander.“

Wie schön, dass ich meinen Heimathafen auf Fehmarn gefunden habe, aber meinen Geburtstag in meiner einstigen Traumstadt Bamberg feiern durfte.

Ich danke Euch von Herzen für Eure liebevollen Glückwünsche, online und offline. Ich bin beeindruckt von den vielen guten Wünschen, aber auch von den zahlreichen Bekundungen der Dankbarkeit für meine Texte und Bilder.

Heute Abend bin ich sehr glücklich. Ich danke Dir, dass Du meine Worte gelesen hast. Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und Deine Freundlichkeit. Und ich wünsche Dir, dass auch Du den Frieden und das Glück spüren kannst, das ich heute empfinde.

Deine Beate Forsbach

Neujellingsdorf/Fehmarn, den 24. Mai 2017

 

Jeden Tag dasselbe

Das sagte Hans Christian vorhin, als ich ihm aus dem Bett half. „Jeden Tag dasselbe“ – ja, aber ist das nicht schön? Gut ausgeschlafen zu haben, eine nette Frau, die einem aus dem Bett in den Rollstuhl hilft, ein liebes Hündchen, das schon auf Herrchen wartet, ein schönes Haus, aus dem wir heute auf die verschneite Landschaft schauen, wo die Sonne vom blauen Himmel herein strahlt.

Ein schöner Sonntag, Karnevalssonntag! Wir haben ein wenig länger als sonst geschlafen, weil wir gestern abend die Düsseldorfer Karnevalssitzung im Fernsehen angeschaut haben. Kein Wecker klingelt – wie schön!

Als ich vorhin aus dem Schlafzimmer kam, tappte es auf der Holztreppe und Senta kam nach oben. Jeden Tag dasselbe, egal wie lange ich schlafe!

Ich schalte den Computer ein, und wenn ich mich umdrehe, sehe ich Senta, die dort erwartungsvoll sitzt. Wir gehen aufeinander zu, freuen uns über das Wiedersehen nach der Nacht. Senta reckt und streckt sich, und ich auch. Und dann legt sich Senta hin, es beginnt eine ausführliche Streichel- und Schmuseeinheit. Jeden Tag dasselbe! Ist das nicht schön?

Wenn ich dann ins Bad zur Toilette gehe, kommt Senta mit. Als erstes schaut sie, was sie stiebitzen kann. Heute sind es die bunt gestrickten Socken, die Hans Christian immer an hat, wenn er morgens auf der Toilette sitzt. Damit er keine kalten Füße bekommt. Ich kann den Socken noch gerade retten, auch meinen BH, den Senta schon in der Schnauze hat. Und ich lache! Ist das ein schönes Spiel, jeden Tag! Während ich auf der Toilette sitze, liegt Senta zu meinen Füßen und schmust, schaut mich mit ihren klugen braunen Augen an, als wollte sie sagen: „Frauchen, ist das nicht wieder ein schöner Tag!“ Und wenn ich dann Toilettenpapier abreiße, schnappt sie danach – und ich schicke sie vor die Tür.

„Warte vor der Tür“, ist das Kommando, das Senta schon kennt, jeden Tag dasselbe. Senta wartet geduldig, bis ich im Morgenmantel herauskomme, eine große Tasche mit schmutziger Wäsche in der Hand. Und wir beiden gehen die Treppe hinunter zur Terrassentür, wo Senta dann endlich ins Freie kann. Sie saust durch den Garten, bellt vor Begeisterung, hüpft und springt. Ich stelle die Waschmaschine an, die läuft bei uns jeden Tag, auch am Sonntag, meistens bis zum Abend.

Dann kommt Senta herein und springt aufs Sofa! Auch ein tägliches Ritual, sie bekommt ein Leckerli, dann lege ich ihr das Geschirr um, dann noch ein Leckerli, und dann kämme ich sie – zur Zeit bekommt sie ein neues Fell und da ist jeden Morgen eine Plastiktüte voll mit Haaren. Zum Glück mache ich das nicht jeden Tag, sondern „nur“ in zweimal vier Wochen pro Jahr, also jedes halbe Jahr einen Monat lang. Nun bekommt Senta Wasser und Futter, sie legt auch gleich los. Und ich kann vielleicht mal schnell meine Emails anschauen oder einen Eintrag bei Facebook machen.

Wenn ich aus Versehen die Badezimmertür aufgelassen habe, sehe ich Senta plötzlich flitzen – mit Herrchens Lammfellpantoffel geht es in den Garten, und ich hinterher. Nicht jeden Tag, denn manchmal überliste ich mein Hündchen auch. Ein Spaß, ein Spiel, jedenfalls für Senta. Und ich muss manchmal lachen, weil ich schon wieder die Treppen hinunter renne.

Später wartet Senta geduldig vor dem Bad, aber dann möchte sie, dass ich Herrchen wecke. Jeden Tag dasselbe. Nur in der Woche kommt noch Hans Christians Pflegerin, dann steht Senta im ersten Stock am Fenster und schaut hinaus. Und wenn die Pflegerin  aus ihrem Auto gestiegen ist, saust Senta die Treppe hinunter, um sie zu begrüßen und auch von ihr Streicheleinheiten zu bekommen. Jeden Tag dasselbe! Und wir freuen uns alle darüber.

Dieser Start in den Tag gibt uns das Gefühl, dass wir leben. Wir sind dankbar für alles, auch wenn es jeden Tag dasselbe ist!

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag – den Karnevalsfans wünsche ich viel Vergnügen bei Umzügen und Sitzungen, den anderen einfach so einen schönen Sonntag voller Vorfreude auf den Frühling.

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche allen Freunden und Bekannten ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Bald geht es weiter mit diesem Blog und auch mit dem Newsletter „Leben ist mehr“, den ich leider seit zwei Monaten nicht mehr beim alten Provider erstellen kann.

Heute zitiere ich aus dem letzten „Wort zum Sonntag„:

Halt an!
Wo läufst Du hin!
Der Himmel ist in Dir!

Ich wünsche Ihnen besinnliche Feiertage!

Herzliche Grüße aus Neujellingsdorf auf der Sonneninsel Fehmarn
Beate Forsbach

 

 

Schon zwei Jahre in Neujellingsdorf

Heute leben wir bereits zwei Jahre in unserem Haus auf dem Lande in Neujellingsdorf auf Fehmarn.

Mein Mann Hans Christian und ich freuen uns darüber, dass wir hier so glücklich sind. Wir wünschen uns, dass wir hier noch viele glückliche Jahre erleben.

Am 12. November 2010 sind bei bei einem heftigen Orkan von unserer Strandwohnung am Südstrand über die Strandallee nach Neujellingsdorf umgezogen. Voraus gegangen war ein Sommer der Entscheidungen und der Hoffnung auf gesundes und glückliches Älterwerden auf der Insel Fehmarn.

Fünf Monate hatte wir in der kleinen Ferienwohnung gelebt, uns entschlossen, ganz hier zu bleiben. Die häufigen Fahrten von Bamberg nach Fehmarn und zurück – jeweils 700 km – haben uns viel Energie gekostet. Vor allem, seit Hans Christian krank geworden ist. Wir hatten uns Bamberg als Alterswohnsitz ausgesucht, waren aber immer wieder für viele Wochen auf Fehmarn.

Im Juli 2011 kam Senta zu uns, eine Berner Sennenhündin. Inwzischen ist sie 18 Monate alt und behütet die ganze Familie. Denn seit drei Wochen wohnen auch die Kätzchen Larissa & Laura bei uns. Die Tiere verstehen sich gut, auch mit uns, und sie machen uns sehr viel Freude. Sie sind inzwischen ein Glücksfaktor in unserem Leben.

Vor einem Jahr ist das erste Buch in meinem 2011 gegründeten Verlag, der „Edition Forsbach“ erschienen, geschrieben von meinem Mann und mir. Es heißt: „Die Probezeit. Über Abschiede, Neuanfänge und gute Freunde“. Inzwischen sind fünf weitere Bücher, ein Kalender und zwei Spruchpostkarten erschienen. Weitere Projekte sind in Arbeit.

Eine Reihe in der Edition Forsbach heißt „Leben ist Mee(h)r“, hier erscheinen Bücher über Lebenskunst, Lebenshilfe, Gesundheit und das Älterwerden. Im Mai 2012 hielt ich einen Vortrag zum Thema „Leben ist Mee(h)r. Glücklich und gesund älter werden auf Fehmarn“.

Und nun beginne ich an dem zweiten Jahrestag unseres Umzugs nach Neujellingsdorf diesen Blog „Leben ist Mee(h)r“, der schon lange geplant war. Immer wieder wurde ich angesprochen, warum mein Blog „Leben ist mehr“ veschwunden ist. Der gleichnamige Newsletter erscheint seit über vier Jahren fast jeden Monat.

Wie ich von „Leben ist mehr“ zu „Leben ist Mee(h)r“ kam, das schreibe ich im nächsten Blog. Ich freue mich, wenn Ihr meinen Blog lest und werde Euch bei neuen Artikeln benachrichtigen. Natürlich könnt Ihr den Blog auch als RSS-Feed abonnieren.

Herzliche Grüße von der Sonneninsel Fehmarn
Beate Forsbach