Leichter leben

Vor etwa einer Woche fiel mir ein, dass die Tour de France wohl an diesem Sonntag in Paris enden würde – eine Freundin war in Paris, das hatte meine Gedanken darauf gelenkt. Und so machte ich mir – zum ersten Mal seit einigen Jahren – einen gemütlichen Sonntagnachmittag vor dem Fernseher. Zwar hatte ich keinen Champagner, dafür aber Prosecco. Früher, als Hans Christian noch lebte, waren die drei Wochen der Tour de France immer ein großes Ereignis gewesen. Als er noch berufstätig war, hatte er sich für die Alpenetappen stets Urlaub genommen. Bei der Fernsehübertragung habe ich in unserer winzigen Strandwohnung an meiner Dissertation, später an diversen Buchmanuskripten gearbeitet. Zwischendurch schaute ich immer mal die schönen Landschaftsaufnahmen aus Frankreich, und natürlich die Zieleinläufe. Wir erlebten es mit, wie Jan Ulrich mehrfacher Sieger wurde, und viele andere auch. Und nach den drei Wochen feierten wir immer zusammen das Ende der Tour des France mit einer Flasche Champagner – nach der Einfahrt in Paris und mehrmaligem Durchqueren der Champs Elysees. Wie lange war das her, wie oft hatte ich seitdem sonntags am Schreibtisch gesessen und gearbeitet!

Bei diesem ungewohnten Erlebnis – die Freundin schickte mir immerzu Bilder aus Paris – schaute ich mich in meinem Wohnzimmer um. Ich begann, Pläne zu machen – für einen neuen Fußbodenbelag, für neue Möbel. Schon seit ein paar Tagen hatte ich Schränke durchforstet und überflüssigen Ballast – ungeliebt, ungebraucht – aussortiert. Es waren Erinnerungen und Gefühle, die an vielen Dingen hingen. Doch die guten Erinnerungen bleiben, auch ohne die Dinge oder ohne bestimmte Kleidungsstücke.

Am Montag dann nahm ich endlich ein Buch zur Hand, das ich schon länger auf meinem Lesetisch hatte. Denn ich hatte innerhalb von 1,5 Jahren insgesamt 20 kg abgenommen – von 90 auf 70 kg – ohne Diät, und bei einem Leben mit Genuss. Das hatte sehr gut geklappt, und ich hatte auch einige Ratgeber zum Abnehmen mit mentaler Kraft gelesen. Ich hatte während der ganzen Zeit ein kleines Poster – gestaltet wie ein Buchcover – im Haus aufgehängt, mit dem jeweiligen Wunschgewicht, zum Schluss 68 kg.

In den letzten fünf Wochen jedoch hatte ich zugenommen, an einer Stelle am Bauch, wo sich Ärger und Trauer, einfach negative Gefühle bemerkbar machen. Und eines Tages zeigte die Waage wieder 75 kg an, ein Gewicht, das ich seit zwei Jahren nicht mehr gehabt hatte. Es nützte nichts, positive Gedanken zu denken, denn ich hatte auch einige körperliche Zipperlein, die mir zeigten, dass nicht alles in Ordnung war. Zweimal war ich sogar beim Arzt gewesen. Inzwischen weiß ich, dass es besser ist, eine Abwesenheits-Email während meines Urlaubs zu schalten, damit ich mal richtig abschalten und ausspannen kann. Aber leider kann man Vergangenes nicht rückgängig machen, sondern nur aus Fehlern lernen und beim nächsten Mal bessere machen.

In dem Buch von Jan Becker („Du kannst schlank sein, wenn du willst“), las ich, dass ich ein neues Ziel eingeben sollte. Nicht nur mein Wunschgewicht, sondern auch, wie ich aussehen möchte. Welche Kleidung, welches Lebensgefühl. Das sollte ich mir bewusst vorstellen. Sofort wurde mir klar, dass das Bild, das seit über zwei Jahren in meinem Haus hängt, mir gar nicht entspricht, denn es zeigt eine junge Frau, die am Strand tanzt. Das war eigentlich nicht mein persönliches Idealbild. Ich suchte also nach einem Bild von mir, auf dem ich mir gut gefalle: Es wurde im Frühjahr 2016 aufgenommen und zeigt mich mit meiner blauen Lieblingslederjacke und Jeans, am Strand von Fehmarnsund.

Ich formulierte die passende Affirmation zu dieser Visualisierung: „Ich bin schlank und attraktiv“ – und kam dann darauf, dass ich meinte: „Ich bin 65 kg leicht“, einfach, weil ich jetzt 65 Jahre alt bin. Und schon ging es weiter mit meiner Affirmation: „… und ich stehe vor einem tollen Hotel!“ Ja, und da hatte ich das passende BIld gefunden und gestaltete ein Buchcover daraus. Statt „Ich bin 65 kg leicht“ formulierte ich „Leichter leben“.

Das Bild zeigt mich an meinem 65. Geburtstag vor dem Hotel Residenzschloss in Bamberg – und natürlich ist auch Senta darauf zu sehen. Eine Freundin hatte mich abgeholt und dieses Foto aufgenommen – und es wurde mein schönster Geburtstag seit langem. Mit diesem Bild habe ich mein erwünschtes Lebensgefühl sehr gut visualisiert: „Leichter leben“ – genau das ist es, was ich möchte.

In den folgenden Tagen fiel es mir leicht, wieder nur das zu essen und zu trinken, worauf ich Lust hatte. Die Selbsthypnose-Übung „Jeden Morgen erwache ich schlanker und schöner“ geht ganz einfach und ich bin zuversichtlich, dass ich das erwünschte Gewicht von 65 kg in absehbarer Zeit erreichen werde.

Mein Wunsch „Leichter leben“ hatte noch mehr Auswirkungen: In der vergangenen Woche habe ich Schränke und Schubladen durchforstet und vieles aussortiert (und weggeworfen), was für mich unnötiger Ballast ist. Einige Säcke habe ich schon gefüllt. Aber auch die Gedanken habe ich von unnötigem Ballast befreit: Gleichzeitig mit der Beendigung eines Vertrages mit einem Autor bekam ich eine Handvoll neuer Veröffentlichungsanfragen. Wo ich früher aus diesem oder jenem Grund nachgegeben habe, schrieb ich dieses Mal Ablehnungen, denn im Grunde wollte ich keines der angepriesenen Bücher in meinem Verlag veröffentlichen.

Aber immer war es ein eigenartiges Bauchgefühl, und ich dachte schon – oh, wie geht es weiter? Und dann fand ich vor unserem Abendspaziergang ein Manuskript im Briefkasten, das ich noch am selben Abend voller Spannung gelesen habe. Es passt wunderbar in meinen Verlag. Ja, offenbar stimmt es, dass Ruhe, Entspannung und Gelassenheit gute Voraussetzungen sind, um die Überraschungen des Lebens anzunehmen und den Erfolg zu genießen.

Leichter leben bedeutet auch, vieles loszulassen. Eigentlich ist es ganz einfach: Lass alles los, was Dir nicht gut tut – Menschen, Beziehungen, Sachen, und vor allem Deine Gedanken! Gerade am Morgen, nach dem Aufwachen, geht das besonders gut: Nachdenken, Mut haben, Entscheidungen treffen und dann loslassen – das ist alles.

Erstaunlich, dass all das auch zusammenhängt mit dem Gewicht. Ich nehme ab, ohne jegliche Diät. Heute habe ich mir – motiviert durch das Buch – für das Abnehmen Etappenziele gesetzt. Aber ich habe auch überlegt, wie ich manche Situationen im Beruf so verändern kann, dass erst gar kein Stress, keine Konflikte mehr entstehen können. Ich habe für mich klare Bedingungen formuliert und aufgeschrieben, nach denen ich Manuskripte aussuche, die ich in meinem Verlag veröffentlichen möchte. Aber darüber hinaus gibt es immer noch etwas, was man nicht beschreiben kann – im Bereich der Intuition.

„Leichter leben“ – das bedeutet einfach auch, immer wieder den eigenen Gefühlen nachzuspüren, und Impulse für ein leichtes Leben mit Ruhe, Entspannung und Gelassenheit zu empfangen. Und lecker essen darf man dann auch. Die erste Frage in meinem Übungsbuch lautete: „Was ist für mich das Positive am Essen?“ Oh, ich liebe den Aperitif auf meiner Terrasse nach dem Strandspaziergang mit Senta, und ich liebe dann ein kaltes oder schnell zubereitetes warmes Abendessen mit einem Glas Wein, das ich in der Abendsonne genieße.

Hier mein Rezept für das heutige Abendessen: Einige Spaghetti kochen, in einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen mit 3-4 Knoblauchzehen und 8-10 geviertelten Kirschtomaten, dazu 10-12 Würfel eingelegten Fetakäse und reichlich italienische Kräuter. Alles kurz erhitzen und dann zu den Spaghetti geben. LECKER!!! Dazu ein Glas Rotwein (oder auch zwei, wenn es ein besonders schöner Abend ist). Sie brauchen garantiert keinen Nachtisch, kein Eis, keine Süßigkeiten danach! Einfach nur, weil Sie dieses Abendessen im Freien genießen – und sich vielleicht noch auf einen schönen FIlm, ein gutes Buch, schöne Musik oder eine Meditation am Sonntagabend freuen.

Halbzeit 2017 – Ist das Leben nicht wunderbar!

Nun ist das erste Halbjahr gleich herum. Zeit, um nachzudenken, was bisher geschehen ist, wie zufrieden wir damit sind und ob wir im zweiten Halbjahr etwas ändern und verbessern möchten. Ich habe gerade mit Senta noch einen Abendspaziergang gemacht, wollte dabei meine Gedanken frei fließen lassen. Denn ich hatte mir vorgenommen, heute diesen Blogartikel zu schreiben. Wie alle meine Blogartikel ist auch dieser ein ganz persönliches Statement.

Doch es war heute ein langer Regentag, und als wir aus dem Haus kamen, saß da ein Reh, direkt vor unserem Haus auf der Straße. Und im Nu war Senta hinterher, bevor ich ihre Leine packen konnte. Ich holte tief Luft – der Regen hatte zum Glück nachgelassen – ging auf den Weg am Feld und schaute, wo Senta abgeblieben war.

Von „Gedanken-fließen-lassen“ keine Spur – oder doch? Der Abend ist milde, schließlich ist es ja Sommer, auch wenn dicke graue Wolken am Himmel sind. Senta trudelte wieder ein – völlig außer sich, denn das Reh war lange verschwunden. Und wir beide gingen in aller Ruhe zurück nach Hause.

Ist das Leben nicht wunderbar! Das ist richtig so geschrieben – mit einem Ausrufezeichen, nicht mit einem Fragezeichen. Es ist der Titel eines Buches von Louise L. Hay, meinem Vorbild. Die Verlegerin und Autorin wird in diesem Jahr 91 Jahre alt, sie hat mit 58 Jahren ihren Verlag Hay House gegründet. Als die berühmteste Lebenshilfe-Autorin der Welt vermittelt sie in ihren Büchern Lebensweisheiten – auch ich lerne immer wieder von ihr, denn ich möchte glücklich und gesund 100 werden.

Das ist mein Ziel – und außerdem möchte ich anderen Menschen den Mut und den Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe und weiterhin erfahre. Auch dazu studiere ich die Bücher von Louise Hay, und ich integriere Gewohnheiten in mein Leben, die anderen nicht immer gefallen: Ich schlafe viel und lange – zur Zeit sind es meist neun bis zehn Stunden. Ich gehe regelmäßig mit meinem Hund spazieren, und fast jeden Tag gehen wir einmal oder sogar zweimal an den Strand. Das haben wir den ganzen Winter hindurch gemacht, und dabei wunderschöne Sonnenuntergänge erlebt, aber vor allem auch Stunden der Muße und des kreativen Nachdenkens, also des „Gedanken-fließen-lassens“, was mir heute Abend nicht so ganz gelungen ist. Vielleicht war es gut so.

An schönen warmen Tagen setzen wir uns einfach in den Sand, schauen aufs Meer hinaus oder ich lese Bücher, die mir gut tun und für Frieden in mir und um mich herum sorgen. Weiterhin esse und trinke ich gesunde Nahrung, denke positive Gedanken und befolge in meiner Verlagsarbeit einen Spruch von Brian Tracy: „Arbeiten Sie nur an etwas, das Sie genießen, mit Menschen, die Sie mögen, und an Dingen, die etwas in dieser Welt bewirken.“

Außerdem höre ich viel Musik und spiele oft Klavier. Denn das ist etwas Schönes in meinem Leben – nachdem ich im letzten Winter beinahe entnervt damit aufgehört hatte, schrieb mir mein Klavierlehrer: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“

Im Mai bin ich 65 geworden – das ist das Alter, wo „man“ normalerweise „in Rente“ geht. Ich aber nicht. Ich bin mit unserem japanischen Buchautor aus Texas, dem Herzchirurgen Dr. Yusuke Yahagi und seiner Frau April Yahagi durch Deutschland gefahren, um in sechs Veranstaltungen in Berlin, Fehmarn, Hamburg, Bad Ems, Köln und Bamberg sein Buch „Der Austauschsoldat“ zu präsentieren – nur vordergründig ist es ein spannender Unterhaltungsroman mit historischem Hintergrund. In der Quintessenz aber geht es darum, den Menschen auf der Welt Frieden und Glück zu bringen, ihnen positive Gedanken zu vermitteln. Wir haben viele Menschen bewegen können, teilweise weite Reisen auf sich zu nehmen, nur um dabei zu sein und den Autor persönlich zu erleben.

Denn letztlich geht es um den Mut, wie eine Rezensentin schrieb: „So einen Menschen ‚Shota‘ hätte es damals vielmehr gebraucht und auch heute wäre es ein Reichtum für uns, wenn es solche Menschen in Vielzahl gäbe, mit dem Ziel, Leben zu retten und Menschen Frieden und Glück zu bringen.“

Dr. Yusuke Yahagi hatte den Mut, diesen Roman zu schreiben mit dem Risiko, viel Kritik zu ernten – und genauso hatte mein Verlag den Mut, das Buch zu veröffentlichen und noch dazu eine Lesereise zu unternehmen. Unsere Lesetour mit sechs Buchvorstellungen in Deutschland hat gezeigt, dass das Buch viele Menschen erreicht und begeistert, auch wenn Buchhandlungen oder ein Literaturhaus das nicht für „Literatur“ halten. Unzählige „einfache“ Menschen in Deutschland und in den USA haben das Buch gelesen – zwar schreiben sie keine „literarischen“ Rezensionen. Aber sie haben begriffen, worum es hier geht.

„Habe den Mut, Dein Leben so gut wie möglich zu leben und die Welt mit Deinem Dasein ein wenig besser zu machen.“ Das ist für mich ein Credo aus diesem ersten Halbjahr 2017. Vor einem Jahr hatte ich einen gesundheitlichen „Warnschuss“ erlebt, kurz darauf die Geschichte von der „Kapitänin“ geschrieben, die ihre Kraft und Stärke spürte, um das wundervolle große Schiff ganz alleine zu lenken, durch das große weite Meer des Lebens. Und seitdem habe ich mich einfach darauf besonnen, was ich möchte, was ich mir gewünscht habe, für meinen Beruf und meinen Verlag, und für mich persönlich. Ich habe mich von Menschen und Dingen verabschiedet mit dem Erfolg, dass andere Menschen und andere Dinge, teilweise völlig überraschend, in mein Leben traten.

„Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, hatte mir mein 94jähriger ehemaliger Deutschlehrer, Schulleiter und Chef im letzten Jahr geschrieben. Ich hatte ihn im Januar 2017 endlich besucht und einen wundervollen Tag mit ihm verbracht. Leider ist er fünf Tage nach seinem 95. Geburtstag im März verstorben. Ich war bei seiner Beerdigung in Xanten, und ich bin ihm unendlich dankbar für alle Ermutigung, Förderung und Motivation, die ich durch ihn in den letzten 50 Jahren meines Lebens erfahren habe. Und so gehe ich diesen Weg des „Erfolgs mit Herz“ weiter. Ich bin glücklich über jeden Erfolg, schäme mich nicht meiner Fehler, sondern mache beim nächsten Mal einfach bessere.

Für Dr. Yusuke Yahagi und seine Frau April Yahagi hatte ich ein Privatkonzert in meinem Haus veranstaltet und mich darauf besonnen, warum ich eigentlich wieder Klavierunterricht genommen hatte: Ich wollte Stücke von Bach, Schubert, Schumann, Chopin und Brahms wunderschön auf dem Klavier spielen können. In meinem kleinen Hauskonzert ließ ich zwar die Stücke von Schumann und Brahms aus – aber ich hatte gemerkt, wie stark ein solches Ziel mich zum Üben motivieren könnte. Und so nahm ich mir vor, die Arabeske von Schumann bis zur nächsten Klavierstunde zu „können“ – wegen ihr hatte ich noch vor wenigen Monaten das Klavierspielen aufgeben wollen. Und inzwischen kann ich sie fast „perfekt“ – aber es ist nicht mein Ziel, etwas „perfekt“ zu können, sondern einfach schöne Musik zu machen.

Im ersten Halbjahr 2017 habe ich neun Bücher und unseren sechsten Fehmarn-Kalender veröffentlicht. Zum ersten Mal in der Geschichte des Verlages ist ein englischsprachiges Buch dabei – der Roman „The Exchange Soldier“ von Dr. Yusuke Yahagi erscheint inzwischen weltweit. Ich habe wieder einmal ein Seminar für Erstautoren veranstaltet – der „Traum vom eigenen Buch“ kann bald Wirklichkeit werden. Und ich habe mehrere Buch-Konzept-Wochenenden mit vielversprechenden Erstautoren durchgeführt. Auch habe ich mich von Autoren getrennt, die für meinen Verlag nicht förderlich erschienen. Mein Ziel ist es, dass mein Verlag und mein Leben im Einklang sind, und dass ich mit meinen Autoren ein Erfolgsteam bilde. Dazu gehört es manchmal auch, sich zu trennen.

Und in den letzten zwei Wochen dieses Halbjahres machte ich eine neue, aber für mich sehr wichtige Erfahrung: Während meiner „Auszeit“ von der Verlagsarbeit hatte ich einen Urlaub in Seefeld/Tirol geplant, es war doch seit langem mein Wunsch, mit Senta in die Berge zu fahren. Schon bei unserem Zwischenstopp in Bamberg war es sehr heiß gewesen, und die Tour wurde erst zur „Strapaze“, als wir in Seefeld ankamen. Senta wollte sich nicht vom Hotel wegbewegen, denn eine vielbefahrene Straße, eine Großbaustelle und die Bahnlinie verursachten einen großen Lärm. Da nutzte auch der Spaziergang am Abend nichts, denn der führte uns letztlich über asphaltierte Straßen, an denen jedes Grundstück zugebaut war.

Wir blieben zwei Tage im Hotelgarten, aber Senta hatte Panik oder schlief tief und fest neben meinem Liegestuhl. Der Lärm der Baustelle verhinderte ein echtes Entspannen.Wenigstens begann ich mit dem Schreiben an meinem neuen Buch – gegen Abend ließ der Lärm etwas nach.

Am dritten Tag beschloss ich, den Urlaub vorzeitig zu beenden. Denn sogar beim Spaziergang zum Wildsee war Senta nicht wirklich zu begeistern. Wir mussten die stark frequentierte Fußgängerzone durchqueren, und Senta erschrak vor jedem lauten Geräusch. So viele Menschen und Autos sind wir ja auch nicht gewohnt auf unserer friedlichen Sonneninsel.

Mir wurde klar, als ich Seefeld aus der Perspektive meines Hundes betrachtete: Es ist nicht mehr der Ort, der es mal früher (für mich) gewesen war. Wir hatten Heimweh und sind dann die ganze Strecke von über 1000 km gefahren, um wieder auf unserer Insel zu sein. Dort angekommen, fuhr ich zuerst nach Fehmarnsund, wo Senta sehr glücklich gleich ins Wasser lief – nicht minder glücklich war ich, wieder zu Hause zu sein.

Diese Auszeit mit meinem Hund hatte mir eine wichtige Erkenntnis beschert: Unser Leben ist begrenzt, wir wissen nicht, wie viele solch schöne Sommer wir noch erleben werden. Also genießen wir jeden Tag!

Ich lernte außerdem die Welt aus der Perspektive meines Hundes zu betrachten und sah Orte, die einfach nicht schön zum Leben sind. Nicht nur übervolle Autobahnraststätten, auch ein Urlaubsort wie Seefeld – einst mein Traumort – waren von morgens bis abends voller Trubel und Stress. Dass es zudem noch sehr heiß war und viele Gewitter gab, hatte niemand ahnen können. Oder doch? Hat mir das Universum einen wichtigen Hinweis gegeben?

Jedenfalls sind wir heute froh und glücklich auf unserer Insel, auch wenn es schon seit gestern in Strömen regnet. Aber mein Hund ist glücklich – und ich bin es auch.

Und nun möchte ich mit den Worten meines Blogs vom 30. Juni 2016 enden:

Ich fühle mich stark und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auf meinem ganz persönlichen Weg. Ich danke allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht, einen guten Start in die zweite Halbzeit 2017 und ende hier mit dem Motto meines Buches „Neubeginn & Mee(h)r“:

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“ (Meister Eckhart, 1260–1327)

Ich bedanke mich bei Euch, den Lesern meines Blogs für Euer treues Folgen und Eure zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Ihr auch im zweiten Halbjahr 2017 weiter dabei seid.

Herzlichst

Eure Beate Forsbach

 

Dankbarkeit – mein Jahr 2016

img_1833Auch dieses Mal wollte ich am Neujahrstag meinen ganz persönlichen Jahresrückblick erstellen, hatte mir extra den Abend dafür reserviert. Aber es kamen zwei Dinge dazwischen: ein Telefongespräch, das ich, eigentlich entgegen meiner Planung, am Neujahrstag nicht zu telefonieren, mit einer Freundin verabredet hatte, deren Weihnachtsbrief auf eine außerordentlich schwierige Lebenssituation hingewiesen hatte. Und dann: mein Körper, auf den ich zu hören gelernt habe, er signalisierte mir eine große Müdigkeit – und so ging ich einfach zu Bett und schlief viele Stunden tief und fest durch.

So bin ich heute, am 2. Januar 2017, wieder ziemlich fit und voller Energie und schreibe jetzt den Jahresrückblick, um ihn noch vor Mitternacht zu veröffentlichen.

Gestern aber hatte ich etwas für meine beiden größten Lebensziele getan: „Glücklich und gesund 100 zu werden“ und  „anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe“. Denn wenn ich 100 werden will, muss ich schon heute etwas dafür tun. Das bedeutet für mich vor allem, keinen Stress zu haben, genug zu schlafen, vernünftig zu essen, und genug Zeit zu haben, mit Senta am Strand spazierenzugehen. Und ich glaube, das ich der Freundin in dem langen Telefongespräch auch ein wenig Mut und Optimismus vermitteln konnte, vor allem auch ihrem Mann, der ziemlich krank im Krankenhaus liegt. Ich habe es früher selbst oft als sehr hilfreich empfunden, wenn mir Freunde schrieben oder anriefen, als mein Mann im Krankenhaus war. Man ist dann dankbar für jedes kleine Zeichen und jedes Licht, das Hoffnung und Zuversicht verspricht.

Mein Jahresrückblick hat ein wichtiges Thema: die Erfahrung mit Menschen, die in unser Leben treten. Und das Gefühl, das ich mich selber gefunden habe, dass ich wirklich ganz ich selber bin, dass ich mein Leben ganz allein bestimmen kann. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will.

img_2435Kurz nach dem Jahreswechsel schrieb ich: Wir haben es geschafft – das neue Jahr 2017 erreicht! Ich bin sehr dankbar für alle Erfahrungen, die ich im Jahr 2016 gemacht habe. Dieses neue Jahr 2017 wird ganz anders sein als die letzten Jahre, nicht nur, aber auch, weil 2017 eine Primzahl ist. Es wird ein ganz außergewöhnliches Jahr. Unser Verständnis für das Leben und unser Mitgefühl für die anderen Menschen werden zunehmen, und unsere Liebe auch: die Liebe zu uns, zu unserem Leben und zu den anderen Menschen. Denn was wir aussenden, kommt immer zu uns zurück. Unser Leben wird umso schöner, je mehr wir Liebe, Freude und Frieden für andere Menschen ausstrahlen, egal ob sie Freund oder „Feind“ sind. Harmonie, Glück und Gesundheit werden unser Leben bestimmen. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich im alten Jahr erlebt habe und für alle meine lieben Freunde, die ich schon kannte, die, die ich erst neu gewonnen habe, und die mich in guten und in schlechten Zeiten unterstützt haben.

beate-forsbach-2242Vor einem Jahr hatte ich das intensive Gefühl, all die Schwierigkeiten ohne ein professionelles Coaching nicht mehr bewältigen zu können. Schon in dem Moment, als ich einem vermeintlichen Freund und Berater eine Bezahlung anbot, merkte ich, dass es nicht das Richtige war und dass ich im Grunde selber am besten wusste, was mir gut tat. Heute weiß ich, wie sehr ich manipuliert werden konnte durch andere Menschen. Es traten noch einige Menschen als vermeintliche Freunde und Es-mit-mir-Gutmeinenden auf, die ich letztlich wiederum losgelassen habe, weil sie mir einfach nicht guttaten.

Mein altes Lebensprinzip hat mir sehr geholfen: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weitergehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte. Mein Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“ hat diese Kunst des immer wieder anstehenden Neubeginns zum Thema. Es erschien erst im September 2016, nachdem ich annahm, die schlimmsten Erlebnisse des Jahres hinter mir zu haben. Aber das Allerschlimmste stand mir noch bevor.

Zunächst aber kam ein wundervolles, positives Ereignis: Meine geliebte Berner Sennenhündin Senta fuhr im Auto mit! Der Mensch-Hunde-Therapeut José Arce aus Mallorca war Anfang August bei uns. In einem persönlichen Workshop haben Senta und ich viel gelernt. „Willkommen im Leben“, sagte José Arce, als ich ihn mit Senta in der Stadt abholte. Nicht nur für Senta hatte ein ganz neues und aufregendes Leben begonnen, auch für mich.

img_3667Und nun konnte ich Reisepläne schmieden – nach einer „Probereise“ nach Bayern kam die seit Jahren ersehnte Traumreise nach Armentarola, wo ich ein Autorenseminar durchführen würde. Am ersten Tag dort aber war Senta sterbenskrank. Wie konnte das sein? Endlich erfüllte sich mein Traum, und nun sollte der Hund ausgerechnet dort sterben? Ich haderte mit meinem verstorbenen Mann und sagte ihm, dass er Senta noch nicht so bald bekäme. Und tatsächlich rettete der begnadete und optimistische Südtiroler Tierarzt meine Senta nach einer schweren Operation. Sie erholte sich schnell und ist heute so fit und gesund wie nie zuvor. Ich aber war sehr dankbar, dem Arzt und auch der Magie von Armentarola, die ganz offensichtlich hier gewirkt hatte. So fuhren wir im Dezember ein zweites Mal dorthin und erlebten endlich den Traumurlaub, den auch mein „Berghund“ sehr genoss.

sentaUm bei den Ärzten zu bleiben: ich bin ja recht kritisch gegenüber der sogenannten Schulmedizin, möchte aber heute meine Dankbarkeit äußern für die Achtsamkeit meines Hausarztes, der an meinem schlimmsten Tag des Jahres zu mir kam, für die Sorgfalt und den Optimismus meines Zahnarztes in Bamberg, der mir meine – nach dem Sturz im September 2015 demolierten – Zähne wieder richtig gut in Ordnung brachte, und auch meiner Hautärztin, die zwar nicht glaubt, dass meine Heilung vor allem auf meinem positiven Denken beruht, aber trotzdem erfreut darüber ist. Ansonsten glaube ich mehr denn je, dass die Art zu denken, die ich von meinem Vorbild Louise Hay gelernt habe, einen positiven Einfluss auf mein Leben, meine Gesundheit und meinen Lebenserfolg hat.

beate-forsbach-2385Nun noch einmal zu dem Thema, das mich in diesem Jahr am meisten bewegt hat: die Begegnung mit Menschen, die es nicht ganz ehrlich mit uns und mit sich selber meinen. Menschen, die andere manipulieren. Menschen, die sich selbst inszenieren im Netz, bis zur Veränderung ihres Lebensalters, ihrer Persönlichkeit, ihres Lebenslaufes durch eine Darstellung, die andere beeindrucken und überzeugen soll – nur damit sie ihren Vorteil haben, egal, was mit den anderen passiert. Ich habe in dem vergangenen Jahr einige solcher Menschen kennengelernt und mich selbst zunächst verurteilt, weil ich darauf hereingefallen war.

Inzwischen weiß ich, dass es jedem passieren kann, und ich habe mir auch vergeben – ich hatte einfach nicht gewusst, dass es so viel Falschheit geben könnte, auch wenn mich mein Bauchgefühl immer wieder aufmerksam gemacht hatte, dass hier etwas nicht stimmte. Dadurch habe ich gelernt, besser auf meine Intuition zu hören. Und ich bin auch mitleidig und verständnisvoll denjenigen gegenüber, die ihrerseits von Manipulationen beeinflusst sind, denen man klargemacht hat, dass sie mit mir keinen Kontakt mehr haben dürften, und die auch versuchen, sich daran zu halten.

beate-forsbach-2043Nein, ich glaube nicht, dass ich die Welt in dieser Hinsicht ändern kann, aber ich habe ein Ziel: Ich möchte ein guter Mensch sein. Ich ermutige und helfe Menschen, ihre Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen. Aber ich werde niemanden unterstützen, der mit unrealistischer Selbstdarstellung und Täuschung anderer seinen Weg machen will. Nach wie vor halte ich es mit meinem Vorbild Louise Hay, die gesagt hat:

„Schon seit langem glaube ich daran, dass die Geschäftswelt ein Bereich ist, in dem wir uns gegenseitig helfen und unterstützen sollten. Ich habe die Ellenbogenmentalität nie verstanden und nie begriffen, warum man andere übervorteilen oder sogar betrügen sollte. Das scheint mir keine besonders freudvolle Art und Weise zu sein, sein Leben zu leben. Es gibt so viel Überfluss auf der Welt, wir müssen ihn nur erkennen und miteinander teilen. Es ist immer die Politik meines Verlags Hay House gewesen, ehrlich und rechtschaffen zu sein.“

Und so bleibe auch ich mit meinem Verlag ehrlich und rechtschaffen, auch wenn es manchem so gar nicht gefällt. Ich habe mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen getrennt. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und manche blieben ganz einfach weg. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

beate-forsbach-2113Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

All das hatte ich bereits im Jahresrückblick auf 2015 geschrieben. Im Jahr 2016 aber kam etwas ganz Wichtiges dazu: Ich habe meinen persönlichen Lebenssinn gefunden. Ich weiß, was ich will, und was ich nicht will. Ich habe Menschen gefunden, mit denen ich mein Leben verbringen möchte und bin mir klar geworden darüber, mit welchen Menschen ich nicht weiter zu tun haben möchte.

Ich bin meinem verstorbenen Mann Hans Christian sehr dankbar, dass er mit mir vor 13 Jahren das erste Mal nach Armentarola gefahren ist, aber ganz besonders dafür, dass er – als Kriegskind – mir den Mut und den Optimismus vermittelt hat, sowie die Einstellung: „Wir kommen immer durch.“ Dankbar bin ich auch meiner Mutter, die ebenfalls immer mutig und optimistisch war und mir Liebe und Freiheit als wichtigste Werte vermittelt hat. Hätte sie nicht dafür gesorgt, dass ich Skilaufen lernte und dazu oft in Seefeld/Tirol war, wäre ich vielleicht nicht mit meinem Mann nach Armentarola gekommen. Dies ist ein magischer Ort für mich, an dem ich fortan einen Teil meines Lebens verbringen möchte.

Und mir ist einiges ganz wichtig geworden:

  • Schön Klavier spielen zu können: Brahms, Chopin, Schubert und Schumann, dafür habe ich im Dezember 2015 nach 40 Jahren wieder mit dem Klavierunterricht begonnen.
  • Eine glückliche Beziehung zu meiner Hündin Senta zu haben, dafür habe ich Geld, Zeit und Kraft investiert.
  • Gesund und glücklich älter zu werden,100 Jahre alt werden zu wollen – daran arbeite ich jeden Tag.
  • Meine Freiheit und Unabhängigkeit sowie die Liebe – das sind die Werte, nach denen ich lebe und die mich leiten.
  • Positive Gedanken für ein positives Leben weiterzugeben – durch mein Vorbild und durch die Bücher meines Verlages.
  • Zu wissen, mit welchen Autoren ich zusammenarbeiten möchte und mit welchen nicht.
  • Den Sinn meines Lebens gefunden zu haben.

An Silvester und am Neujahrstag habe ich wundervolle Konzerte im Fernsehen miterlebt, die mir deutlich machten, dass die Musik einen ganz entscheidenden Anteil an meinem Lebensglück hat. Mein Klavierlehrer schrieb mir heute: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“ Ja, das werde ich machen, dieses Erlebnis kann mir nichts sonst geben außer der Musik, aus der ich viel Kraft und Energie schöpfe.

Weiter die Strandspaziergänge mit meiner Senta – sie geben mir Energie, lassen mich den Frieden spüren und bieten Raum für neue Ideen und Gedanken. Pausenloses Geschwätz von Leuten direkt und am Telefon will ich nicht mehr ertragen. Auch aus dem eigenen Schreiben und der Beschäftigung mit den Büchern und Manuskripten anderer Autoren schöpfe ich viel innere Kraft – ich werde dem Lesen und Schreiben viel mehr Raum in meinem Leben geben.

Und schließlich sind es auch die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. Ich habe angefangen zu reisen, um an besonderen Orten besondere Menschen zu treffen. Und das erfüllt mich sehr. Die Entscheidung, alleine zu reisen, nur in Begleitung meiner lieben Berner Sennenhündin Senta, erleichtert mir vieles und ermöglicht mir, frei und unabhängig zu bleiben. Ich habe mit Theresia Berger eine tolle Fotografin gefunden, die die meisten Fotos dieses Blogartikels am Chiemsee realisiert hat.

Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-1803Nun ist das neue Jahr inzwischen schon fast 48 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2016 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2017 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2017 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

PS: Lesen Sie bitte auch mein Interview mit 16 Fragen zum Jahresrückblick mit Annette Maria Böhm von Lebe-Liebe-Lache.com, das am 30. Dezember 2016 erschienen ist.

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Reise im Advent

beate-forsbach-1803Am 1. Dezember startete ich mit Senta auf unsere Adventsreise, zunächst ging die Fahrt nach Bamberg. Dort musste ich zum Zahnarzt, den ich auch zukünftig alle drei Monate aufsuchen werde. Und weil Senta im September, bei unserer ersten gemeinsamen Reise nach Armentarola, so krank gewesen ist, hatte ich diese neue Reise geplant. Endlich wollte ich mit Senta in Armentarola spazieren gehen, ein Foto-Shooting am Chiemsee machen und eine alte Freundin in München besuchen. Diese Stationen waren bereits im September geplant, aber ich war damals mit der genesenden Senta so schnell wie möglich nach Hause gefahren.

Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen? Ja, ich glaube, man kann. Nur weil es beim ersten Mal nicht so richtig geklappt hat, braucht man noch nicht aufzugeben. Man muss es einfach noch einmal versuchen. Und so kamen wir wohlbehalten in Bamberg an und machten einen ausgedehnten Abendspaziergang an der Regnitz – von der Villa Concordia bis zum alten Rathaus.

img_0532img_0535 img_0539 Am nächsten Morgen sah es zuerst ganz schön aus, doch dann begann es, in Strömen zu regnen. Ich suchte ein passendes Restaurant für die kleine Weihnachtsfeier, die ich mit meiner Geschäftsfreundin Verena Ullmann am Abend geplant hatte. Es war gar nicht so einfach, viele Restaurants waren ausgebucht, aber ich konnte einen Tisch im Restaurant Messerschmitt an der Langen Straße bestellen, wo ich so oft mit Hans Christian gewesen war.

img_0554Am Nachmittag wanderten wir beide – endlich – durch den Hain. Das hatte ich mir schon so lange gewünscht, mit Senta durch dieses schöne Waldgebiet zu gehen. Die große Hundewiese, wo wir früher immer die Hündchen beobachtet hatten, beeindruckte sie nicht so sehr, aber am Denkmal des sprechenden Hundes Berganza posierte Senta dann doch für ein Foto. An dieser Stelle soll der Dichter E.T.A. Hoffmann einst diesem Hund begegnet sein, auf dem Rückweg vom Café Lieb im ehemals Fürstbischöflichen Jagdschloss – es ist jedoch nicht bekannt, ob der sprechende Hund vielleicht auf den Genuss des guten Frankenweins zurückzuführen ist oder tatsächlich dort gewesen ist.

img_0567Wie bei unserem allerersten Besuch des Cafés war es auch diesmal geschlossen, Senta trank ein wenig aus der Regnitz und dann liefen wir wieder zurück nach Bamberg, wo wir dann – auf den Spuren der Vergangenheit – im Café Graupner einkehrten. Wir saßen an dem Tisch, an dem ich mit Hans Christian das erste Mal gesessen hatte, als er sagte: „Sind die Schachspieler schon da?“ und ich erfuhr, dass er nicht nur wegen der Konzerte, sondern vor allem wegen des Schachspiels nach Bamberg gefahren war.img_0582Am Abend dann gingen wir ins Restaurant Messerschmitt, wo der Chef zunächst sehr skeptisch war, weil Senta ein soooo großer Hund war. Aber ich hatte sie ja mit beim Tisch bestellen, und so durften wir Platz nehmen. Senta aber lag ganz brav den ganzen Abend neben dem Tisch, wo ich mit Verena Ullmann eine schöne kleine geschäftliche Weihnachtsfeier hatte.

img_0592Am nächsten Morgen dann fuhren wir weiter nach Armentarola – in Bamberg war die Welt noch weiß überzuckert, im Inntal näherten wir uns bei schönstem Sonnenschein den mächtigen Bergen.

img_0602img_0612Wie immer telefonierte ich während der Autofahrt mit verschiedenene Freundinnen. Auf der Brennerautobahn dann verabschiedete ich mich für einige Tage in die Berge. Denn diese Reise sollte ja auch eine Reise zu mir selbst werden. Dabei hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich eine sogenannte „Freundin“ nach dieser Reise ganz verabschiedet hat. Aber dazu später.

img_0629Froh gestimmt trafen wir in Armentarola ein. Senta suchte als erstes den Brunnen, der aber diesmal leer war, wegen der großen Kälte. Auf unserem ersten Spaziergang entdeckte sie den rauschenden Bach, in den sie fortan jeden Tag ging, um das frische Bergwasser zu trinken.  img_0624img_0877Am Abend dann gab es für mich den ersten Aperitif in der Hausbar.

img_0757Am nächsten Morgen strahlte die Sonne vom tiefblauen Himmel und unsere glücklichen Urlaubstage begannen – im immer gleichen Rhythmus. Senta tobte und tollte schon vor dem Frühstück den Hügel vor dem Hotel hoch, sie spielte sogar mit dem Ball – ein ganz neues Hund-Frauchen-Gefühl war das.

img_0929img_0785 img_0781Mein Hund fühlte sich ganz offenbar sehr glücklich hier in den Bergen.

img_0938Ich aber fragte mich auf unseren langen Spaziergängen, was all dies zu bedeuten hatte. Ich spürte ein Gefühl tiefer Dankbarkeit, weil Hans Christian mich an diesen Ort geführt hatte. Wir beide hatten Armentarola geliebt, und ich fühle mich hier sehr wohl. Auch meiner Mutter bin ich dankbar, denn sie hatte mich einst zum Skifahren gebracht, und wir waren Weihnachten immer in Seefeld/Tirol gewesen. Und Hans Christian hatte eines Tages zu mir gesagt: „Wenn ich mit Dir nach Seefeld fahre, dann musst Du mal mit mir nach Armentarola.“ Ich fühlte mich ihm sehr nahe, hier in den Bergen. Mit Senta machte ich all die Wanderungen, die wir in unseren ersten Urlauben hier noch gemeinsam gemacht hatten.

Ich dachte über mein Leben nach, über meine Bestimmung. Ich möchte gesund und glücklich 100 werden und ich möchte anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe – vor allem durch Hans Christian und meine Mutter.

Armentarola ist für mich ein magischer Ort, neben meiner Trauminsel Fehmarn, und ich möchte hier immer wieder herkommen. Wieder begegnete ich Menschen, die diese Lebensphilosophie leben – so wie Hans Christian und ich es einst beschlossen hatten. Das Hotel Armentarola wurde zu Weihnachten 1938 eröffnet und hat seitdem viele Freunde gefunden. Wer einmal hier war, kehrt immer wieder. Eine fröhliche Atmosphäre voller Lebenslust, Heiterkeit und Optimismus, dazu Sonnenschein, blauer Himmel und eine atemberaubende Bergkulisse – das ist der „Geist von Armentarola“, wie ich ihn in meinem gleichnamigen Buch beschrieben habe. Viele Gäste sprachen mich auf dieses Buch an, auf deutsch, italienisch und englisch, und alle fühlten sich wohl an diesem magischen Ort und in dem schönen Hotel.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddSenta wurde zum Liebling vieler Gäste – jeder wollte sie streicheln, jeder lächelte uns an, in der Hausbar oder draußen beim Spazierengehen.

img_0908Von Armentarola aus fuhren wir zum Chiemsee, wo ich ein Foto-Shooting gebucht hatte. Wir übernachteten in einem schönen Hotel in Pelham am See, von wo wir am nächsten Morgen zur Fotografin fuhren.

img_1193Das Foto-Shooting fand bei herrlichem Wetter am Chiemsee statt. Senta war die ganze Zeit dabei, sie sorgte für Heiterkeit, gab mir Halt und Liebe, wenn es mal anstrengend wurde, und sie hatte auch die Fotografin in ihr Herz geschlossen. Wunderschöne Fotos sind entstanden. Mein großer Dank geht an Theresia Berger, die es mit Geduld und Einfühlungsvermögen schaffte, dass unvergleichliche Fotos von mir und auch von Senta und mir entstanden.

beate-forsbach-2259img_2435beate-forsbach-2068Dies ist für mich eine schönere Adventszeit gewesen als Glühwein und Bratwurst auf einem überfüllten Weihnachtsmarkt. Es gab Licht, Zuversicht und Hoffnung auf 2017, neue Eindrücke einer schönen Landschaft, neue Verbindungen zu Menschen und meinem Hund. Vom Chiemsee fuhr ich dann nach München, wo ich eine alte Freundin nach mehr als zehn Jahren traf. Mit ihr gingen wir im Englischen Garten spazieren und erlebten schöne gemeinsame Stunden.

Diese Reise im Advent war mehr als ein Urlaub: neben der Erholung und Entspannung habe ich viele interessante Menschen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft, die Verbindungen zu alten und neuen Freunden und Bekannten gefestigt, die Beziehung zu meiner Senta zu einer glücklichen Mensch-Hund-Beziehung werden lassen. Ich habe über den Sinn meines Lebens nachgedacht und wichtige Entscheidungen getroffen. Dazu gehört auch, sich von Menschen und Dingen zu verabschieden, die nicht mehr zu mir und meinem Leben passen. Zum ersten Mal, seit mein Mann verstorben ist, habe ich das Gefühl, mein Leben ganz allein bestimmen zu können. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will. Und Armentarola habe ich auch schon wieder gebucht für das nächste Jahr. Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-2043Soeben beginnt der 19. Dezember, es ist der Geburtstag meines lieben Hans Christian. Senta und ich werden diesen Tag in Dankbarkeit und Erinnerung an einen wundervollen Menschen begehen, der unser Leben maßgeblich bestimmt hat.

Ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit!

 

Strandspaziergänge

img_0379Wir gehen fast jeden Tag zum Strand – wir, das sind meine Berner Sennenhündin Senta und ich. Es war nicht immer so: Erst seitdem sie im August gelernt hat, ins Auto einzusteigen, fahren wir zu den schönsten Stränden auf unserer Sonneninsel Fehmarn, um dort lange Spaziergänge zu machen. Sonntags fahre ich gerne zum Südstrand, der ziemlich weit von Neujellingsdorf entfernt ist. Fast täglich fahren wir nach Fehmarnsund, zu meinem Lieblingsstrand unterhalb der Fehmarnsundbrücke, der in gut zehn Minuten mit dem Auto zu erreichen ist.

Heute war das Wetter nach zwei regnerischen, nebligen Tagen voller Dunkelheit plötzlich wunderschön. Senta hatte mich schon vor der üblichen Zeit geweckt, die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel – und so fuhren wir gegen unsere Gewohnheit schon am späten Vormittag zum Südstrand.

img_0364Es war eine unwirkliche Schönheit, die wir dort erblickten: blauer Himmel, blaues Meer, kilometerlanger weißer Sandstrand und kaum Menschen.

Senta hüpft und springt am Strand vor lauter Vergnügen, und ich wandere am Wasser entlang, komme ganz zu mir, beruhige mich und vergesse, dass ich noch vorgestern gesagt hatte, ich könnte jetzt drei Jahre Urlaub gebrauchen. Die Sonne spiegelt sich gleißend hell im Wasser, das Meer ist ganz ruhig, es ist warm in der Sonne – der dicke Ledermantel, Mütze, Handschuhe und die gefütterten Stiefel sorgen für wärmende Behaglichkeit.

img_0350Wir begegnen nur wenigen Menschen, überholen einige, die skeptisch auf den großen schwarzen Hund schauen – schade, ich hätte gerne ein Foto von uns beiden gehabt an diesem wundervollen Tag. So nehme ich wenigstens ein „Selfie“ auf, denn Senta kann leider noch nicht fotografieren.

img_0369Wenn ich jetzt eine Videobotschaft aufgenommen hätte: was wäre der Inhalt gewesen? An diesem wunderbaren Sonntag, dem ersten Advent, hätte ich vom Frieden gesprochen, der mich erfüllt und den ich um mich herum empfinde. Von der Freude, die ich spüre – Vorfreude auf etwas, von dem ich nicht so genau weiß, was es eigentlich ist. Von der Erwartung eines Wunders, von dem ich nur träume, es mir aber gar nicht so richtig vorstellen kann.

Ich hätte noch mehr erzählen können: Von all den Erinnerungen, die mir hier an diesem Strand kommen – an unzählige Strandspaziergänge, die ich alleine gemacht hatte, als ich noch mit meiner Mutter hier gewesen war, an Strandspaziergänge, die dann immer kürzer wurden, als ich mit meinem Mann hier war. Bis er gar nicht mehr mitgehen konnte. Von der Bank hinter dem Wäldchen, bis zu der ich immer gegangen war, bevor ich ihn kannte – manche Erinnerung wäre auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

img_0376Und dann sah ich ein Paar mit Hund – sie blieben stehen, als ich näher kam. Und der Mann sagte: „Was für ein herrlicher Tag heute – man müsste immer hier auf Fehmarn leben.“ Worauf ich sagte: „Ja, ich lebe hier, und ich finde es wunderschön heute hier am Strand.“ Und ich bat ihn, ein Foto von Senta und mir zu machen.

img_0378Er würde auch gerne mit seiner Frau und dem Hund nach Fehmarn ziehen – schon aus gesundheitlichen Gründen. Und als wir uns noch darüber unterhielten, kam wie zur Bestätigung eine Bekannte vorbei, die vor einigen Jahren nach Fehmarn gezogen war, aus einer fernen Großstadt. Sie strahlte das Glück der zugezogenen Inselbewohner aus.

Gemeinsam gingen wir weiter – meine Gedanken und Erinnerungen, die schon vor drei Tagen beim Strandspaziergang ganz präsent gewesen waren, bekamen nun eine neue Bedeutung: diesen Menschen bei ihrer Entscheidung für die Insel zu helfen. Denn das Leben währt nicht ewig – gerade wenn man mit einer schweren Erkrankung konfrontiert ist, sollte man sich seinen Lebensmittelpunkt sorgfältig auswählen. Und schon waren wir bei dem Thema Gesundheit.

img_0382Das gute Ostseeklima, der blaue Himmel, der Sonnenschein – es gibt kaum einen Tag, an dem die Sonne nicht scheint – das Gefühl der Weite und Unendlichkeit, das man am Meeresrand verspürt, dazu die Bewegung mit dem Hund, der fröhlich am Strand entlang läuft und auch im Winter gerne badet. Die weitgehend stressfreie Lebensweise auf der Insel – na ja, im Sommer herrscht hier schon Stress, aber der wird durch die erholungsbedürftigen Urlauber mitgebracht.

img_0357Im Winter dagegen ist es ruhig, man kann tief durchatmen. Und diesem Paar ging es so, wie es auch meinem Mann und mir immer gegangen war: Wenn man zur Insel hinfuhr, verspürte man eine große Vorfreude und jubelte, sobald die Fehmarnsundbrücke zu sehen war. Wenn man aber wieder zurückfuhr, hatte man schlechte Laune und freute sich so gar nicht auf zu Hause.

Fehmarn – ein magischer Ort? Ja, das kann so sein, denn wie viele Menschen habe ich schon hier kennengelernt, die nicht wieder weg wollten von der Insel – so wie mein Mann und ich, als wir vor sechs Jahren beschlossen, einfach hierzubleiben, ein Haus zu kaufen und ein Hündchen anzuschaffen. Natürlich ist das hier nicht so eine Art „Dauerurlaub“, man muss auch dafür sorgen, dass der Lebensunterhalt gewährleistet ist. Der Mann hatte ein wenig Bedenken, denn so ganz ohne Geld … aber er nannte Beispiele von Menschen, die es gewagt hatten, sich eine positive, lebensbejahende Umgebung zu suchen.

Ich fragte, was er tun würde, wenn er nur noch ein Jahr zu leben hätte. Diese Frage hatte ihn wohl auch schon beschäftigt. Mein Mann und ich waren vor sechs Jahren hierher gezogen, eine Bekannte hatte damals gesagt: macht es, wenn ihr erst Hundert seid, bereut Ihr es, dass Ihr es nicht getan habt. Und so hat mein Mann immerhin noch dreieinhalb Jahre in dieser schönen Umgebung gelebt.

img_0386Wir gingen weiter und weiter. Plötzlich fiel mir die Bank wieder ein, bis zu der ich früher immer gegangen war. Zwar war es nicht mehr dieselbe Bank, aber der Mann machte ein Foto von mir und Senta – ohne zu wissen, was mich mit dieser Bank verband.

Ich war heute weiter gegangen, als ich sonst in all den Jahren gegangen war. Als ich sagte, dass ich umkehren wollte, begleitete mich das Paar mit dem Hund, der sich genau wie Senta über meine Leckerli freute. Auf dem Rückweg sprachen wir über Möglichkeiten, auf dieser Insel seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich erfuhr viel von den Leuten und gab ihnen meine Verlags-Visitenkarte – wer weiß, wann man sich einmal wiedersieht. Der Abschied war voller Optimismus und Vorfreude auf die Zukunft – vielleicht, nein, ganz sicher würden wir uns einmal wiedersehen.

Senta wollte gar nicht wieder vom Strand weg, aber ich zog sie in Richtung Auto, denn wir sollten jetzt etwas essen – jedenfalls sagte mir das mein Magen. Das Mittagessen war nur kurz an diesem Sonntag, und schon fuhren wir zu unserem Lieblingsstrand in Fehmarnsund.

img_0417Senta badete und freute sich ihres Lebens. Und dann legte sie sich in den Sand, als wollte sie den ganzen Tag hierbleiben. Zu schön war der Ausblick – und ich dachte wieder darüber nach, dass ich im nächsten Sommer öfter und länger mit Senta an den Strand gehen möchte, um dort nicht nur zu laufen, sondern auch Zeit zu verbringen, um mich zu sammeln und zu erholen, um nicht im Stress des Alltags durchzudrehen, um Ruhe und Frieden zu finden.

img_0422Wem nützt die viele Arbeit, wenn ich diese traumhafte Umgebung am Meer nicht täglich genießen kann? Vor einigen Jahren hatte ich mal Menschen kennengelernt, die jeden Tag an einen Strand hier auf der Insel gingen. Ich hatte davon geträumt, konnte es aber nicht umsetzen, weil Senta ja nicht ins Auto einsteigen wollte. Bis ich einen Mensch-Hund-Therapeuten engagierte, der uns Anfang August an zwei Tagen alles vermittelte, was uns fehlte: Fortan fuhren wir jeden Tag mindestens einmal an einen Strand. Aber ich schaute immer auf die Uhr: Oft waren wir in den letzten Wochen so spät dran, dass wir uns beeilen mussten, nicht ins Dunkel zu geraten. Schließlich wartete ja meine Arbeit!

img_0433Heute aber hatte ich mir Zeit gelassen – schließlich war es der erste Advent. Am Strand von Fehmarnsund gingen wir heute so weit, wie ich noch nie gegangen war. Verirren kann man sich ja nicht, wenn man immer am Wasser entlang geht. Und so gingen wir auch bei unserem zweiten Strandspaziergang an diesem Sonntag weiter, als wir je gegangen sind.

img_0455Und ich fand immer neue, unerwartete Perspektiven – und Senta fand immer neue interessante Eindrücke. Auf dem Rückweg dann erlebten wir das grandiose Schauspiel der untergehenden Sonne – und fuhren müde, aber glücklich, zurück nach Hause.

img_0463img_0487img_0491Am späten Abend dieses wunderschönen Tages machten wir wieder unseren Spaziergang durchs Dorf – und erlebten den schönsten Sternenhimmel, den ich seit Jahren gesehen hatte. Denn vor vier Wochen noch war ich mit Senta nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Haus gegangen.

Fazit: Am Strand finden wir wieder zu uns und unseren geheimen Wünschen. Und: wir sollten einfach das tun, was wir tun möchten. Denn wir wissen nie, ob es nicht eines Tages zu spät dafür ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns eine wundervolle Adventszeit, in der wir voller Vorfreude sind auf das Wunder, das uns erwartet und von dem wir träumen.

 

 

Halbzeit 2016

IMG_5186Nun ist das erste Halbjahr gleich herum. Zeit, um nachzudenken, was bisher geschehen ist, wie zufrieden wir damit sind und ob wir im zweiten Halbjahr etwas ändern und verbessern möchten. Ich habe gerade mit Senta noch einen Abendspaziergang gemacht, bei dem meine Gedanken frei fließen konnten. Denn ich hatte mir vorgenommen, heute diesen Blogartikel zu schreiben. Wie alle meine Blogartikel ist auch dieser ein ganz persönliches Statement.

Dieses erste Halbjahr war für mich sehr erlebnisreich. Heute ist es genau drei Monate her, dass ich mich von einem vermeintlichen Freund und Berater getrennt habe. Der Abschied war heftig, und es hat lange gedauert, bis ich alle Folgen überwunden hatte. Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ ist auch aus diesem Grunde noch nicht erschienen. Ich hatte es an meinem Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 geplant, ohne so recht zu wissen, wieso gerade zu diesem Zeitpunkt wieder ein Neubeginn anstand. Und nun braucht es noch seine Zeit.

Auch früher schon habe ich solche Situationen erlebt: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weiter gehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Dieses Lebensprinzip habe ich beibehalten. Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte.

Immer? Auch nach den schlimmsten Abschieden – von meiner geliebten Mutter, von meinem geliebten Beruf, von meinem geliebten Ehemann – habe ich einen Neubeginn im positiven Sinne geschafft. Denn auf der Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens durchläuft man viele Lebensstufen, wie Hermann Hesse es in seinem Gedicht „Stufen“ beschrieben hat:

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Eine Bekannte, die sich mit Numerologie beschäftigt, sagte mir Anfang Mai: „Die Zahlen sprechen die Sprache unseres Lebens. Du bist 10er-Wandlerin, da du eine zählende Null im Geburtsdatum hast aus der 20. Du hast ab diesem Jahr wiederum viele Eigenschaften zusätzlich geschenkt bekommen, jedoch auch die jeweiligen Herausforderungen … Ich bin mir auch sicher, dass du diese bereits fühlst und diese Energie bereits in dein Leben integrierst.“ (Patricia Zurfluh) Es stimmte, ich hatte in meinem Leben alle 10 Jahre eine wesentliche Herausforderung erlebt. Im Mai 2016 bin ich 64 geworden, und ich war gespannt, was nun kommen würde.

Heute nun, Ende Juni 2016, weiß ich: Es hat an meinem 64. Geburtstag wieder mal einen Neubeginn gegeben. Das Leben gibt uns immer die Zeichen zur Veränderung, nur fällt es uns oft schwer, das zu erkennen. Manch einer möchte sich auch nicht verändern und verharrt lieber in einer Lebenssituation, in der er nicht glücklich ist. Wenn man eine neue Lebensstufe erreicht, heißt es Abschied zu nehmen von vertrauten Gewohnheiten, Dingen, Menschen und Orten. Das bereitet oft Schmerzen. Aber jeder Neubeginn ist auch eine Chance, gesund und glücklich zu werden.

Heute vor vier Wochen erlebte ich dann aus heiterem Himmel einen gesundheitlichen „Warnschuss“, der mich ziemlich erschreckt hat. Es wurde mir klar, dass mein Leben in diesem Moment hätte zu Ende sein können. In einem solchen Moment bekommen viele Dinge eine völlig andere Wertigkeit. Ich habe mich ganz still verhalten, auf meinen Körper gehört, und einige Tage nur geschlafen, kaum etwas gegessen und getrunken und bin ganz vorsichtig und achtsam spazieren gegangen. Und dann am Sonntagmorgen wurde ich wach und spürte, wie meine Kraft und mein Mut zurückkamen. Ich traf einige Entscheidungen für die nächste Zeit.

Am Abend dann, als ich am Meer war, kam mir eine Geschichte in den Sinn. Das hatte ich noch nie erlebt, und so schrieb ich die Geschichte kurz vor dem Schlafengehen auf. Ich habe sie bereits auf Facebook veröffentlicht, aber schreibe sie hier noch einmal auf für alle meine Freunde, die nicht auf Facebook mit mir verbunden sind:

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten16Die Kapitänin

Es hatte ein heftiges Unwetter gegeben. Das Schiff war ins Schwanken geraten, schlimmer als sie es je zuvor erlebt hatte. Der Sturm brauste und tobte so sehr, dass sie fast ein wenig ihren Mut verlor, der sie ihr Leben lang durch schlimme und gute Zeiten begleitet hatte.

Ein Teil der Mannschaft war offenbar seekrank geworden, andere hingen über der Reeling oder waren ins Wasser gefallen.

Die Kapitänin war anscheinend bewusstlos – sie konnte doch ihr gutes Schiff nicht im Stich lassen!

Wo aber war der Steuermann geblieben, ihre stärkste Unterstützung in rauen Zeiten? Er hatte ihr doch diesen Kurs ganz dringend empfohlen, hatte er gar nichts von dem drohenden Unwetter gewusst?

Er war jedenfalls nicht mehr da, war offenbar von Bord gegangen, bevor das Schiff ganz unterging.

Sie träumte von den Sternen, zu denen sie jetzt fuhr. Über das weite Meer, in die Unendlichkeit, immer den Sternen nach.

So war es also, das Ende? Eigentlich schön und angenehm, sie entspannte sich und gab sich ihren Träumen hin.

Mit einem Mal öffnete sie ihre Augen. Was war das? Sie sah in den strahlend blauen Sommerhimmel. Kein Wölkchen war dort zu sehen. Und warum war es plötzlich so ruhig? War sie etwa schon im Paradies angekommen?

Das Meer war spiegelglatt. Kein Lüftchen wehte heute, es war schön warm in der Sonne. Sie reckte und streckte sich wohlig, war richtig gut ausgeruht. Mit einem Mal spürte sie, wie ihre Kraft wieder kam, und auch ihr Mut, der fast abhanden gekommen war.

Sie stand immer noch auf der Brücke und hielt das Steuerrad fest in der Hand. Das Schiff bewegte sich ganz ruhig, so wie sie es lenkte. Wozu hatte sie eigentlich früher immer diesen Steuermann gehabt? Sie war so stark, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer.

Ganz leise hörte sie Stimmen, wer sprach denn da? Nein, es war Gesang, der aus dem Mannschaftsraum kam. Die Seeleute hatten sich offenbar schon wieder erholt und sangen ein fröhliches Lied. Alle waren voller Hoffnung, bald wieder die Küste ihrer Heimat zu erreichen.

Die Kapitänin aber war sehr froh, denn sie fühlte jetzt ihre Kraft und ihre Stärke, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer des Lebens.

IMG_5136Heute, fast vier Wochen später und am Ende der ersten Halbzeit 2016 kann ich sagen, dass ich auf einem glücklichen Kurs bin. Eine Coach-Freundin hatte mir sehr geholfen, als sie den Fokus auf genau das ausgerichtet hat, was mich ausmacht – als Persönlichkeit und als Verlegerin – mit all meinen Stärken und Fehlern. Und nach dem Erlebnis des „Warnschusses“ habe ich mich einfach darauf besonnen, was ich möchte, was ich mir gewünscht habe, für meinen Beruf und meinen Verlag, und für mich persönlich. Ich habe mich von Menschen und Dingen verabschiedet mit dem Erfolg, dass andere Menschen und andere Dinge, teilweise völlig überraschend, in mein Leben traten.

„Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, schrieb mir mein 94jähriger ehemaliger Deutschlehrer, Schulleiter und Chef neulich, und ich gehe diesen Weg weiter. Ich bin glücklich über jeden Erfolg, schäme mich nicht meiner Fehler, sondern mache beim nächsten Mal einfach bessere.

Heute Abend aber habe ich die Abendstille genossen, beim Spaziergang mit Senta rund um das Feld hinter meinem Haus. Ich habe den Frieden gespürt, der in mir und um mich herum ist, und die Liebe, die mich umgibt und die ich empfinde für die Menschen in meiner Umgebung, für meinen Hund, für meine Arbeit – für mich und mein Leben.

Ich fühle mich stark und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auf meinem ganz persönlichen Weg. Ich danke allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Ich wünsche Euch eine gute Nacht, einen guten Start in die zweite Halbzeit 2016 und ende hier mit dem Motto meines Buches:

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“
Meister Eckhart, 1260–1327)

PS: Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ wird voraussichtlich im August erscheinen. Vorbestellungen sind ab sofort möglich im Buchhandel, bei Amazon und unter:
http://www.edition-forsbach.de/beate-forsbach/89/neubeginn-und-meehr

Cover4_Neubeginn_und_Meehr_100616.indd

Bühne des Lebens

Edition Forsbach_Z_Facebook-11Ich erlebe schon seit über zwei Jahren, dass mir nach dem Tod meines Mannes etwas fehlt. Dadurch bin ich empfänglich für Zeichen der Zuneigung und habe auch teilweise irrationale Entscheidungen getroffen. Leider musste ich schon mehrfach erfahren, dass man als Witwe für manche Männer und einige Frauen offenbar ein dankbares „Opfer“ ist. Wobei ich mich noch nie als „Opfer“ gesehen habe. Leider meinen es manche nicht so, wie es scheint. Offenbar ist mein Status attraktiv – Beamtenpension, eigenes Haus, Garten, Hund, Mercedes, Verlag – wobei ich gerade durch den Verlag auch viele Freunde angezogen habe, die mir nicht immer gut getan haben.

Ich bin derzeit in einem Stadium, in dem ich am liebsten mit mir selbst zusammen bin, und natürlich mit Senta, meiner Seelengefährtin. Wer glaubt, die Trauer müsse nun langsam mal vorbei sein, hat wahrscheinlich noch nie den Tod eines geliebten Partners erlebt. Die Liebe hört niemals auf. Trotzdem habe ich begonnen, mein neues Leben zu genießen und wieder glücklich zu sein. Und ich glaube auch, dass man ein zweites Glück erfahren kann, nachdem man einmal ein ganz großes Glück erlebt hat.

Edition Forsbach Facebook-32Übrigens findet man in Internet-Foren ganz interessante Tipps, wie man eine Witwe für eine Freundschaft und mehr gewinnen kann. Museen, klassische Konzerte, Lesungen werden empfohlen, ihr Hilfe anzubieten, wenn sie welche braucht, praktische Hilfe ebenso wie menschliche Zuwendung. Der ideale Zeitpunkt scheint der erste Todestag ihres Mannes zu sein, früher empfiehlt es sich nur, wenn er schon sehr lange krank gewesen ist. Bei mir fingen Annäherungsversuche bereits am Tag nach der Beerdigung meines Mannes an, als ich noch gar nicht auf die Idee kam, dass irgendjemand meine Trauer nicht respektieren würde.

Ich bin froh, dass es auch auf Facebook gelegentlich Posts gibt, die die Trauer von Hinterbliebenen ernst nehmen. In meinem Blog habe ich viele Artikel zur Trauerbewältigung geschrieben, aus denen demnächst ein Buch wird. Denn so viele Menschen haben bereits den Kontakt mit mir aufgenommen, fühlen sich getröstet und unterstützt. Und das im besten Sinne des Wortes „Trauerbegleitung“.

Ich bin mit mir selber glücklich und sehr froh, dass ich jetzt in einem Stadium bin, wo ich frei und selbstbestimmt leben kann. Von einigen starken „Fesseln“ bin ich inzwischen befreit – am letzten Wochenende habe ich den Beginn meiner ureigenen Freiheit gefeiert, angefangen mit dem 11. Jahrestag meiner Promotion am vergangenen Freitag.

Und schon treten wieder neue Menschen auf die Bühne des Lebens – es bleibt spannend.

Neubeginn & Mee(h)r

IMG_9154Neubeginn

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
(Hermann Hesse, 1877-1962)

Gestern wurde eine Dame im Radio zu ihrem 100. Geburtstag geehrt. Auf die Anmerkung der Moderatorin, sie sei doch schon seit 35 Jahren „in Rente“, antwortet sie: „Ich bin noch nicht in Rente, ich liebe meine Arbeit.“

Ich habe etwas Ähnliches erlebt in den letzten Tagen, obwohl ich das so genannte „Rentenalter“ noch gar nicht erreicht habe: „Sie können doch gut von der Pension Ihres Mannes leben, Sie brauchen doch keinen Verlag. Der ist sowieso unnötig, es ist ein Verlustgeschäft. Die Bücher von einem Coach braucht keiner, nur er und seine Anhänger. Es ist sinnlos, so viele Bücher drucken zu lassen, die kauft sowieso niemand.“

Das hat meine Lebensgeister geweckt und ich sagte, dass ich diesen Verlag nun nicht so einfach schließen würde. Büchermachen ist meine Berufung, der Verlag ist mein Lebenswerk. Wenn ich nicht so überzeugt wäre von meinem Unternehmen, hätte ich an diesem Tag damit aufgehört. Es war eher demotivierend, was ich da zu hören bekam. Aber ich lasse mich nicht entmutigen. Und wenn der Verlag noch größer wird, kann ich mit solchen „Bremsern“ auf die Dauer nicht auskommen.

Im Übrigen sehe ich mich nicht als gut versorgte Beamtenwitwe – ich kann durchaus selber für mich sorgen. Hätte ich die Pension von meinem verstorbenen Mann nicht, würde meine eigene nicht gekürzt. Ich hatte in meinem Leben die Selbstverwirklichung an die erste Stelle gesetzt, war erfolgreich im Beruf und persönlich selbstständig, als ich mit Mitte Vierzig meiner großen Liebe begegnete und mit 48 heiratete. Zuvor hatte ich mit 34 Jahren schon das zweithöchste Amt der Lehrerlaufbahn erreicht – das Leben spielte dann ein anderes Lied, das mir viel besser entsprach: ich wurde Unternehmerin, zunächst „nur“ Lebensunternehmerin, später auch Unternehmerin im geschäftlichen Sinne.

Zwei Jahre ist es nun her, dass mein Mann verstorben ist. In dieser Zeit habe ich fast rund um die Uhr gearbeitet, denn wir hatten erst vor wenigen Jahren ein Haus gekauft, das ich nun alleine finanziere – mit Erfolg. Ich habe meinen Verlag weiter aufgebaut, der in diesen Tagen, am 11. Februar 2016, sein fünfjähriges Jubiläum feiern konnte. Ich habe wieder zu leben begonnen, habe zum ersten Mal seit Jahren zweimal ein paar Tage in Urlaub in Seefeld/Tirol gemacht, war mehrfach in Bamberg, am Niederrhein und zu Konzertbesuchen in Berlin.

Und dann ging vor drei Wochen mein Auto kaputt und ich überlegte, ein neues zu kaufen. Ich beriet mich mit verschiedenen Freunden und Beratern, und traf schließlich meine eigene Entscheidung: Für mein neues schickes Auto, das ich am Tag des Verlagsjubiläums bekam. Es ist nur ein kleines Modell einer großen Automarke, mit der ich seit vielen Jahren immer gut gefahren bin, auch wenn sie etwas teurer ist. Es gibt eine gute Werkstatt am Festland und drei Meister hier auf der Insel, die mein Auto abholen und bringen, wenn etwas daran zu tun ist. Und sie halten mich nicht für eine ahnungslose Frau, der es nur auf die schöne Farbe des Autos ankommt.

IMG_2129Leben ist mehr – als nur Erträge und Verluste gegeneinander abzuwägen. Ich denke einfach anders als manche Berater. Das entscheidende Argument für den Autokauf hatte mir eine Freundin gesagt: „Du hast jetzt einen neuen Lebensabschnitt, Du wirst jeden Tag jünger und schlanker – da würde ein neues flottes Auto gut zu Dir passen.“

IMG_2144Ich bin voller Pläne für dieses Jahr: Gestern ist mein neues Buch „Bücher schreiben mit Herz“ erschienen – ein Ratgeber für Coaches, Trainer und Therapeuten zum Schreiben eines eigenen Sachbuches. Es ist mein fünfter Ratgeber zum Schreiben und Publizieren innerhalb von knapp drei Jahren, und mein sechzehntes Buch. Es ist das 45. Buch in meinem Verlag, daneben habe ich 16 E-Books, 16 Kalender und 5 CDs/DVDs produziert. Auch wenn nicht alles ein großer Erfolg war – einige Projekte erwiesen sich sogar als „Flops“, wie in jedem Verlag – so waren doch auch große Erfolge dabei. Es ist noch keines meiner Bücher in die Spiegel-Bestsellerliste gekommen, aber das ist auch nicht mein Maßstab für meinen persönlichen Erfolg.

IMG_9274Ich habe mit den Büchern schon viele Menschen glücklich gemacht: vor allem die Autoren, denen ich geholfen habe, ihren Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen, aber auch viele, viele Leser. Ich trage dazu bei, dass positive Gedanken für ein positives Leben in die Welt getragen werden. Ich kann Menschen begeistern und sie ermutigen, ihre persönlichen Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen.

IMG_9275Geld ist zwar wichtig für mich, aber ich sage immer: ich lebe in Reichtum und Fülle. Und damit meine ich mehr als Geld. Für mich gibt es neben dem Geld eine zweite Währung, die mindestens genauso wichtig ist: ein glückliches Leben. Geld macht mich nicht glücklich und auch nicht unglücklich. Ich kann auch ohne Geld glücklich sein. Allerdings ist Geld auch eine Erfolgsbestätigung für gute Arbeit und die Voraussetzung für ein gutes Leben. Geld verändert den Charakter nur dann, wenn es ausschließlich um Geld geht, wenn man gar nicht mehr anders denken kann. Das musste ich leider in den letzten Tagen mehrmals erfahren. Und auch, dass es Menschen gibt, die so überzeugt sind von ihrem Lebens- und Finanzkonzept, dass sie es anderen aufdrängen möchten.

Ich treffe meine Entscheidungen selber – denn nur ich alleine bin für mich und mein Leben verantwortlich.

Neulich schrieb jemand auf Facebook: „Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann finanziell abhängig machen. (Und umgekehrt ebenso.)“ Ich antwortete: Das hat mir meine Mutter beigebracht – in der erweiterten Version: Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann abhängig machen. Sie (Jg. 1921) gehörte zu der Generation, in der die Frau den Mann noch fragen musste, ob sie berufstätig sein durfte. Ich habe es bis heute geschafft, als Frau souverän zu leben.

Für mich ist wichtig in meinem Leben:
Leben, lieben und arbeiten an den für mich schönsten Plätzen der Welt,
in Reichtum und Fülle, Gesundheit und Vitalität,
umgeben von meinen Freunden.

Aus diesem Gedanken heraus habe ich ein ganz besonderes Seminar im September in Armentarola geplant: Buch schreiben & Urlaub. Armentarola ist einer meiner Traumorte – eines der schönsten Hotels in den Dolomiten. Und wer meint, ich sei verrückt: es gibt sogar bereits mehrere Anmeldungen für diese Seminartage.

Titelbild_Armentarola2016webDer Erfolg gibt mir Recht: Neben dem traditionellen Buchseminar auf Fehmarn habe ich eins in Berlin angeboten: es ist jetzt bereits ausgebucht. Und so habe ich letzte Woche noch ein Hotel in der Nähe von München gefunden, wo das Seminar im November ein weiteres Mal stattfindet. Die Seminare haben das Motto „Bücher schreiben mit Herz“ – es ist mein ganz persönliches Motto, seit ich 2007 nach einer Begegnung mit Sabine Asgodom und einem Besuch ihres Buchseminars in München beschlossen hatte, keine wissenschaftlichen Bücher mehr zu schreiben, sondern Bücher „mit Herz und Seele“.

Cover_Bücher_schreiben_mit_Herz_neu.inddEs ist für mich wohltuend, dass ich jetzt überwiegend mit jüngeren Menschen zu tun habe, die nicht andauernd das baldige Rentenalter vor Augen haben, sondern mitten im Leben stehen. Ich denke, auch mit 63 steht man mitten im Leben – wenn ich das „Traumalter“ 100 betrachte, bleibt mir davon noch mehr als ein Drittel.

Ich habe mir allerdings auch ältere Vorbilder gesucht. Irgendwann hatte ich entdeckt, dass Louise Hay auch erst mit 58 Jahren ihren Verlag gegründet hat und nun mittlerweile 30 Jahre lang führt, natürlich mit der Unterstützung jüngerer Mitarbeiter und Co-Autoren. Ihr Verlag ist heute, wo sie 89 ist, einer der größten Selbsthilfeverlage in den USA. Dadurch hat sich meine Perspektive auf die Zukunft verändert: nicht bis zum „offiziellen“ Rentenalter mit 65 als Autorin und Verlegerin zu arbeiten, sondern wenigstens 25 weitere Jahre.

Die Pianistin Livia Rev, die mit 93 Jahren in Lausanne ein Konzert gegeben hat und in diesem Jahr 100 wird, hat noch mit 97 eine wundervolle Aufnahme des „Liebestraums“ von Franz Liszt eingespielt – das gab für mich den Ausschlag, wieder Klavierunterricht zu nehmen.

Mein alter Deutsch-, Englisch- und Philosophielehrer und ehemaliger Schulleiter wird in diesem Jahr 94, er rief mich letztes Jahr zum Geburtstag an, weil er im Moment nicht so gut schreiben konnte. Als ich ihn fragte, ob er schon einen Gehstock oder einen Rollator hätte, sagte er: nein, dann wäre man ja alt. Und zu Weihnachten schrieb er mir wieder einen langen Brief mit der Hand.

Auch in meinem Verlag gibt es bewundernswerte ältere Menschen, wie Ottilie Krafczyk, die mit 80 Jahren ihr erstes Buch schrieb, oder Gunda Dinklage, deren Buch über ihre erste Weltreise mit 70 demnächst erscheinen wird. Mein ältester Autor ist Silvio Vogel, der kurz vor seinem 90. Geburtstag den Wunsch hatte, all seine Träume von einem langen Leben in einem Buch aufzuschreiben.

IMG_9139An- und aufregend für mich ist es, was mir jüngere und ältere Leute schreiben:

  • „Ich bewundere Dich und Deine Produktivität!!! Ich nehme Dich zum Vorbild!“ (Jeanette Mensing)
  • „Prima, Dein unternehmerischer Dickkopf!“ (Elisabeth Mardorf)
  • „Ein Schiff geht nicht unter, solange der Kapitän sein Steuer in der Hand hält“ (Birgit Wohler)
  • „Herzlichen Dank, Beate Forsbach! ‚Vollblutunternehmerin’, so ist es! Frauen, die sich für das, was sie wollen einsetzen. Empathie, Durchsetzungskraft, Willen und Herzblut. Sie vereinen diese Eigenschaften und sind vielen Unternehmerinnen ein Vorbild!“ (Katharina Boersch)
  • „Herzlichen Dank, liebe Beate Forsbach. Für mich sind Sie ein Vorbild in vielerlei Hinsicht! Bleiben Sie so klug und wild und wunderbar!“ (Verena Ullmann)
  • „All Deine Zeilen haben mich tief berührt und mit Deiner Stärke und dem Optimismus … bist Du für mich ein großes Vorbild.“ (Monika Bidler)
  • „Es freut mich, zu lesen, dass Sie nun, nach all dem Schweren und Belastenden wieder glücklich sein und Ihr Leben genießen können. Dabei hilft Ihnen die Glücksformel, die ich gerne für mich übernehme.“ (Gunda Dinklage)

Neulich wurde ich in einem Interview gefragt: Wie triffst Du Entscheidungen? Wie gehst Du an scheinbar unlösbare Aufgaben heran?

Nun, ich treffe Entscheidungen oft sehr spontan und ohne lange über die Folgen nachzudenken. Es ist besser, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, als nie eine zu treffen oder gar andere entscheiden zu lassen. Auf diese Weise habe ich viele Erfolge und Veränderungen erlebt, und damit auch viele Neuanfänge in meinem Leben.

Ich glaube nicht daran, dass es unlösbare Aufgaben gibt. Ich vertraue darauf, dass es immer eine Lösung gibt. Ich habe eine innere Kraft entwickelt, auch mit Hilfe der positiven Affirmationen von Louise Hay, meinem großen Vorbild.

Immer wenn es ein Problem gibt, sage ich:
Alles ist gut.
Alles entwickelt sich zu meinem Besten.
Nur Gutes resultiert aus dieser Situation.
Ich bin beschützt.

Wenn ich genau weiß, was ich will, wenn ich mich also für etwas eindeutig entschieden habe, dann glaube ich daran, dass ich alle daraus resultierenden Fragen lösen kann. Ich glaube an mich und an meine innere Stärke, und ich vertraue dem Leben. Das ist die Grundlage dafür, das Unmögliche möglich zu machen.

Schon als junge Musiklehrerin habe ich Dinge getan, die noch keiner getan hatte. In meinen ersten Dienstjahren habe ich mit meinem Schulorchester eine Reise nach Südfrankreich gemacht – der Titel meines damaligen Berichtes lautete: „Eine Reise nach Agen. Wie das Unmögliche möglich wurde.“ Bei dieser Reise habe ich etwas Wichtiges von einem französischen Pater gelernt, der sagte: „Man muss das Glück nur genügend herausfordern, dann hat man es auch auf seiner Seite.“

Heute, zum Zeitpunkt meines Neubeginns nach 5 Jahren Verlagsgeschichte, danke ich allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Dankbarkeit – mein Jahr 2015

IMG_0817Wirklich – ich kann mich nicht mehr erinnern, mit welchen Gefühlen ich in das Jahr 2015 gestartet bin. Ich erinnere mich nur an den Silvestertag 2014, als nach 8 Tagen das Telefon wieder ging, ich am Nachmittag Besuch von einer neuen Lektorin bekam, um 21 Uhr den Anruf einer neuen Autorin, bis kurz vor Mitternacht mit einer anderen Autorin über den Sinn einer gemeinsamen Besprechung mit der Lektorin gechattet hatte, um Mitternacht eigentlich ziemlich unglücklich war, das neue Jahr mit einer Diskrepanz begonnen, am zweiten Tag eine mehrstündige, letztlich erfolglose Besprechung mit Lektorin und Autorin durchgeführt hatte, ein paar Tage später das intensive Gefühl hatte, ohne ein professionelles Coaching all das nicht mehr bewältigen zu können. Es gab Buchpläne, aufgrund deren ich eine Lektorenstelle ausgeschrieben, drei Kandidaten probeweise eingestellt sowie einen Vertrag mit einer großen Verlagsauslieferung abgeschlossen hatte. Denn ich hatte das Gefühl, die anstehenden Veröffentlichungen nicht mehr mit den bisherigen Mitteln und Mitarbeitern bewältigen zu können. Und manches davon stellte sich später als Fehlentscheidung unter dem Druck der aktuellen Situation heraus.

Wie meine persönliche Lage am Neujahrstag 2015 war, weiß ich nur noch ungefähr: mein Mann war noch kein Jahr tot, ich war noch voller Trauer, hatte Silvester letztlich alleine verbracht, wurde am Neujahrstag vom Anruf einer mitfühlenden Bekannten geweckt und rief daraufhin eine alleinstehende Bekannte an, weil ich mir erwiesene Wohltaten immer gerne weitergab, telefonierte einige Stunden mit anderen Bekannten, bis ich am Abend ermattet ins Bett fiel – ohne zu mir selber gekommen zu sein. Beim obligatorischen „Traumschiff“ war ich sicherlich eingeschlafen, wie auch heute – nur dass ich am Neujahrstag 2016 den deutlichen Impuls verspürte, noch einen Rückblick auf mein Jahr 2015 zu verfassen, nachdem ich den heutigen Tag ganz nach meinen Wünschen verbracht hatte. Und ich habe heute das Gefühl, zu mir selber gefunden zu haben, seit einigen Monaten wieder glücklich leben zu können.

Anfang Januar sprach ich mit einem Coach über ein Buchprojekt. Am nächsten Tag schrieb ich ihm: „Mein Leben hat sich ja im Laufe des vergangenen Jahres stark verändert, dazu ist mein Verlag, den ich Anfang 2011 gegründet habe, in einer aufregenden Entwicklungsphase. Auch wenn ich schon 62 bin, denke ich, dass ich mit Ihrer Unterstützung und Inspiration noch viel mehr erreichen kann – denn ich liebe den Erfolg!“ Ich lernte, die „Glücksformel“ für mein Leben anzuwenden: „Tue immer mehr von dem, was Dir gut tut. Tue immer weniger von dem, was Dir nicht gut tut.“ Mir ging es darum, wie ich mein Leben mit meinem Verlag (und meinem Hund) so schön gestalte, dass ich möglichst viel Spaß an allem habe: An der Arbeit, den Autoren und Lektoren, den Büchern, meinem eigenen Schreiben – und dem sonstigen Leben.

In den nächsten Monaten folgten Niederlagen und Höhepunkte in meinem Leben als Verlegerin: Schöne Erfolge mit einigen Büchern, finanzielle Misserfolge, das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein, ein Buchprojekt, das mich emotional sehr viel Kraft kostete, Vertragsauflösungen, die für mich oft einen Tiefpunkt bedeuteten – und schließlich das Gefühl, eigentlich nie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können, weder in Bezug auf Buchprojekte noch in Bezug auf das private Leben.

Nur ganz wenige Wegbegleiter waren immer für mich da: Meine „Hundefreundin“ mit ihrer Jenny begleitete mich auf vielen Spaziergängen und nahm meine Senta bei sich auf, als ich ab Ende April mehrfach nach Bamberg zu meinem früheren Zahnarzt fuhr und im September in der Uniklinik war. Mein ältester Freund half mir in vielen juristischen Fragen, meine erst 2013 gefundene Familie aus Hamburg machte sogar Urlaub in Neujellingsdorf und war eigentlich immer für mich da. Und meine Berner Sennenhündin Senta wurde zu meiner geliebten Seelengefährtin – sie half mir in den Tagen der Trauer und machte mir insgesamt viel Freude, allerdings zeigte sie mir auch, dass sich das Leben nicht so schnell weiter entwickelte, wie ich es mir oft wünschte. Ich hatte Geduld zu lernen.

Ich trennte mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und viele schlaflose Nächte. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute, am Neujahrstag 2016, spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

„Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere“, diese Erfahrung habe ich mehrfach im vergangenen Jahr gemacht. Nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter in meinem Verlag, sogar im ganz persönlichen Bereich von Familie und Freunden habe ich das erlebt: Ich habe nach ca. 60 Jahren eine Cousine wiedergefunden, die wie eine Schwester für mich ist. „Du bist ein Glücksfall für mich“, sagte sie mir erst kürzlich. Was kann es Schöneres geben, als ein „Glücksfall“ für einen anderen Menschen zu sein. Ich habe neue Freunde gefunden, die mich unterstützen und begleiten – das ist etwas, was ich in den letzten Jahren selten erlebt habe. Zwar war die Liebe zu meinem verstorbenen Mann groß gewesen, doch ich hatte in den letzten Jahren die ganze Verantwortung für ihn und unser Leben übernommen.

Seit Ende 2008 hatte ich Schweres zu tragen und war stark geworden – nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Und so habe ich seit September 2014 insgesamt ca. 20 Kilo abgenommen, ohne Diät und bei einem Leben mit Genuss. Ich fühle heute eine große Leichtigkeit, in Bezug auf mein Gewicht und mein Leben. Ende 2015 bekam ich die Anregung, noch einmal Klavierunterricht zu nehmen. Schon seit einigen Monaten hatte die Musik wieder einen großen Stellenwert in meinem Leben bekommen – daraus hat sich eine ganz neue, ungewohnte Lebensqualität entwickelt. Ich laufe täglich mit Senta, meiner Berner Sennenhündin, meist 8-10 km, fast jeden Tag zum Meer, und diese täglichen Impressionen von Sonnenuntergängen, frischer Luft und dem Blick aufs Meer wirken sich positiv auf meine Gesundheit aus.

Im Sommer fuhr ich das erste Mal in die Berge, nach Seefeld/Tirol, wo ich auch über Weihnachten einige Tage verbracht habe. Mehrfach war ich in Bamberg, wo ich früher einige Jahre gewohnt habe und nun noch meinen damaligen Zahnarzt besuche. Die Behandlung wäre längst abgeschlossen, wenn ich nicht im September gestürzt wäre und mir einen vierfachen Unterkieferbruch zugezogen hätte. Die damit verbundenen 12 Tage in der Uniklinik hatten die Konsequenz, dass ich mir meiner positiven Einstellung und meines unbedingten Willens zum Gesundwerden bewusst wurde. Ich lief auf dem Klinikgelände jeden Tag ca. 8 km und war – trotz heftiger Blutergüsse im Gesicht – kurz nach der Entlassung in der Lage, zu einem Konzertbesuch nach Berlin zu fahren.

Außerdem machte ich die Erfahrung, dass Senta ein paar Tage alleine zu Hause bleiben konnte, versorgt vom Tierservice, und ich fortan auch mal kleinere Reisen planen konnte. So fuhr ich im November nach Düsseldorf, um Sonja Volk, eine Autorin meines Verlages bei ihrer Vorstellung ihres Buches Gedankenpower in einer großen Buchhandlung zu erleben. Danach konnte ich meine Freunde in meinem ehemaligen Wohnort am Niederrhein besuchen – erstmals nach mehr als vier Jahren. Nach der Rückkehr plante ich dann meinen Weihnachtsurlaub in Seefeld.

Mehr und mehr lernte ich auch, mich von Menschen zu verabschieden, die mir nicht gut taten. Ich lasse mich von niemandem mehr unterkriegen und bin nicht mehr bereit, etwas für Menschen zu tun, die das nicht würdigen. Einige Male habe ich die Zusammenarbeit aufgekündigt, ohne Angst vor den Konsequenzen. Ich kann gut loslassen, es bereitet mir keinen Schmerz mehr, denn die entstandenen Spuren sind jedes Mal Wege in eine bessere Zukunft. Mein unerschütterlicher Optimismus, mein positives Denken, meine grundsätzliche Überzeugung vom Guten im Menschen und mein Vertrauen in jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, helfen mir dabei. Und so habe ich im vergangenen Jahr trotz einiger Rückschläge auch große Erfolge erlebt.

Mein Autorenseminar auf Fehmarn war ein solcher Erfolg, dem in diesem Jahr mehrere weitere Seminare folgen werden. Ich erlebe einen stetigen Zuwachs an Bekanntheit in den sozialen Netzwerken, viele schöne Kontakte sind entstanden, viele Buchprojekte geplant worden. Und so finden auch meine eigenen Texte mehr und mehr Anklang bei immer mehr Menschen. Darüber bin ich besonders glücklich, war es doch von Anfang an mein Ziel, durch meinen eigenen Verlag positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen und (angehende) Autoren anregen und inspirieren zu einem guten Leben und guten Büchern. Mein Buch „Der Traum vom eigenen Buch“ hat sich zu einem heimlichen Bestseller meines Verlages entwickelt und bringt mir auch im Buch-Coaching-Bereich immer wieder neue Kunden.

Und schließlich entwickelt sich mein ursprünglich geplanter Schwerpunkt „Musik“ in meinem Verlag: Nachdem ich zu Weihnachten 2014 meine Dissertation neu publiziert hatte, kam im Herbst 2015 mein erstes Fachbuch neu heraus, und im nächsten Jahr sind gleich mehrere Veröffentlichungen im Musikbereich geplant. Ich habe meine Websites neu gestaltet und von einem professionellen Webmaster einrichten lassen. Seit Februar werden die Bücher von einer Verlagsauslieferung verschickt, die alle Bestellungen abwickelt. So bin ich weitgehend vom Paketepacken und Schreiben von Rechnungen befreit. Ich arbeite mit mehreren großen Druckereien zusammen und lasse zunehmend größere Auflagen unserer Bücher herstellen. Diese Investitionen werden sich hoffentlich in 2016 auszahlen.

In diesen Tagen ziehe ich mit fast 5000 Büchern meines Verlages um zu einer neuen, kleineren Verlagsauslieferung – ich habe mich dafür entschieden, um für die Zukunft bessere Möglichkeiten zu haben, auch wenn es dadurch im Vorweihnachtsgeschäft einige Einbußen gegeben hat. Aber ich habe gelernt, dass finanzielle Einbußen durchaus positive Nebenwirkungen haben können. In der neuen Verlagsauslieferung erfahre ich bereits jetzt eine individuelle Betreuung durch den Chef und die Mitarbeiter. Ich habe gelernt, mich zu entscheiden, für oder gegen Dinge und Menschen, auch wenn es unangenehm ist. Und so sehe ich voller Zuversicht dem fünfjährigen Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 entgegen.

In den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mir darüber Gedanken gemacht, worauf es in meinem Leben wirklich ankommt, was ich noch erreichen möchte, was und wer mir wirklich wichtig ist, was und wer nicht mehr zu mir gehört. Dieser letzte Punkt war am schwierigsten für mich, erfordert er doch einige Konsequenzen. Die Überlegung aber, was für mich wirklich Sinn ergibt, klärt vieles, was ansteht. Mir geht es darum, meinen Verlag weiter zu entwickeln und positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen helfen, besser zu leben, auch durch mein Vorbild.

Meine Wünsche für 2016 im persönlichen Bereich sind: Gesund und fit zu bleiben, Musik zu machen und zu hören, richtig gut Klavier spielen zu lernen, Zeit für mich und für mein Leben zu haben, meine eigenen Bücher endlich schreiben zu können, Urlaub zu machen an den für mich schönsten Orten der Welt, die Beziehungen zu den Menschen zu pflegen, die mir am nächsten sind. Ich halte es mit Louise Hay, die gesagt hat:

„Das Leben ist ganz einfach.
Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Nun ist das neue Jahr inzwischen schon mehr als 24 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2015 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2016 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

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