Neubeginn & Mee(h)r

IMG_9154Neubeginn

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
(Hermann Hesse, 1877-1962)

Gestern wurde eine Dame im Radio zu ihrem 100. Geburtstag geehrt. Auf die Anmerkung der Moderatorin, sie sei doch schon seit 35 Jahren „in Rente“, antwortet sie: „Ich bin noch nicht in Rente, ich liebe meine Arbeit.“

Ich habe etwas Ähnliches erlebt in den letzten Tagen, obwohl ich das so genannte „Rentenalter“ noch gar nicht erreicht habe: „Sie können doch gut von der Pension Ihres Mannes leben, Sie brauchen doch keinen Verlag. Der ist sowieso unnötig, es ist ein Verlustgeschäft. Die Bücher von einem Coach braucht keiner, nur er und seine Anhänger. Es ist sinnlos, so viele Bücher drucken zu lassen, die kauft sowieso niemand.“

Das hat meine Lebensgeister geweckt und ich sagte, dass ich diesen Verlag nun nicht so einfach schließen würde. Büchermachen ist meine Berufung, der Verlag ist mein Lebenswerk. Wenn ich nicht so überzeugt wäre von meinem Unternehmen, hätte ich an diesem Tag damit aufgehört. Es war eher demotivierend, was ich da zu hören bekam. Aber ich lasse mich nicht entmutigen. Und wenn der Verlag noch größer wird, kann ich mit solchen „Bremsern“ auf die Dauer nicht auskommen.

Im Übrigen sehe ich mich nicht als gut versorgte Beamtenwitwe – ich kann durchaus selber für mich sorgen. Hätte ich die Pension von meinem verstorbenen Mann nicht, würde meine eigene nicht gekürzt. Ich hatte in meinem Leben die Selbstverwirklichung an die erste Stelle gesetzt, war erfolgreich im Beruf und persönlich selbstständig, als ich mit Mitte Vierzig meiner großen Liebe begegnete und mit 48 heiratete. Zuvor hatte ich mit 34 Jahren schon das zweithöchste Amt der Lehrerlaufbahn erreicht – das Leben spielte dann ein anderes Lied, das mir viel besser entsprach: ich wurde Unternehmerin, zunächst „nur“ Lebensunternehmerin, später auch Unternehmerin im geschäftlichen Sinne.

Zwei Jahre ist es nun her, dass mein Mann verstorben ist. In dieser Zeit habe ich fast rund um die Uhr gearbeitet, denn wir hatten erst vor wenigen Jahren ein Haus gekauft, das ich nun alleine finanziere – mit Erfolg. Ich habe meinen Verlag weiter aufgebaut, der in diesen Tagen, am 11. Februar 2016, sein fünfjähriges Jubiläum feiern konnte. Ich habe wieder zu leben begonnen, habe zum ersten Mal seit Jahren zweimal ein paar Tage in Urlaub in Seefeld/Tirol gemacht, war mehrfach in Bamberg, am Niederrhein und zu Konzertbesuchen in Berlin.

Und dann ging vor drei Wochen mein Auto kaputt und ich überlegte, ein neues zu kaufen. Ich beriet mich mit verschiedenen Freunden und Beratern, und traf schließlich meine eigene Entscheidung: Für mein neues schickes Auto, das ich am Tag des Verlagsjubiläums bekam. Es ist nur ein kleines Modell einer großen Automarke, mit der ich seit vielen Jahren immer gut gefahren bin, auch wenn sie etwas teurer ist. Es gibt eine gute Werkstatt am Festland und drei Meister hier auf der Insel, die mein Auto abholen und bringen, wenn etwas daran zu tun ist. Und sie halten mich nicht für eine ahnungslose Frau, der es nur auf die schöne Farbe des Autos ankommt.

IMG_2129Leben ist mehr – als nur Erträge und Verluste gegeneinander abzuwägen. Ich denke einfach anders als manche Berater. Das entscheidende Argument für den Autokauf hatte mir eine Freundin gesagt: „Du hast jetzt einen neuen Lebensabschnitt, Du wirst jeden Tag jünger und schlanker – da würde ein neues flottes Auto gut zu Dir passen.“

IMG_2144Ich bin voller Pläne für dieses Jahr: Gestern ist mein neues Buch „Bücher schreiben mit Herz“ erschienen – ein Ratgeber für Coaches, Trainer und Therapeuten zum Schreiben eines eigenen Sachbuches. Es ist mein fünfter Ratgeber zum Schreiben und Publizieren innerhalb von knapp drei Jahren, und mein sechzehntes Buch. Es ist das 45. Buch in meinem Verlag, daneben habe ich 16 E-Books, 16 Kalender und 5 CDs/DVDs produziert. Auch wenn nicht alles ein großer Erfolg war – einige Projekte erwiesen sich sogar als „Flops“, wie in jedem Verlag – so waren doch auch große Erfolge dabei. Es ist noch keines meiner Bücher in die Spiegel-Bestsellerliste gekommen, aber das ist auch nicht mein Maßstab für meinen persönlichen Erfolg.

IMG_9274Ich habe mit den Büchern schon viele Menschen glücklich gemacht: vor allem die Autoren, denen ich geholfen habe, ihren Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen, aber auch viele, viele Leser. Ich trage dazu bei, dass positive Gedanken für ein positives Leben in die Welt getragen werden. Ich kann Menschen begeistern und sie ermutigen, ihre persönlichen Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen.

IMG_9275Geld ist zwar wichtig für mich, aber ich sage immer: ich lebe in Reichtum und Fülle. Und damit meine ich mehr als Geld. Für mich gibt es neben dem Geld eine zweite Währung, die mindestens genauso wichtig ist: ein glückliches Leben. Geld macht mich nicht glücklich und auch nicht unglücklich. Ich kann auch ohne Geld glücklich sein. Allerdings ist Geld auch eine Erfolgsbestätigung für gute Arbeit und die Voraussetzung für ein gutes Leben. Geld verändert den Charakter nur dann, wenn es ausschließlich um Geld geht, wenn man gar nicht mehr anders denken kann. Das musste ich leider in den letzten Tagen mehrmals erfahren. Und auch, dass es Menschen gibt, die so überzeugt sind von ihrem Lebens- und Finanzkonzept, dass sie es anderen aufdrängen möchten.

Ich treffe meine Entscheidungen selber – denn nur ich alleine bin für mich und mein Leben verantwortlich.

Neulich schrieb jemand auf Facebook: „Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann finanziell abhängig machen. (Und umgekehrt ebenso.)“ Ich antwortete: Das hat mir meine Mutter beigebracht – in der erweiterten Version: Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann abhängig machen. Sie (Jg. 1921) gehörte zu der Generation, in der die Frau den Mann noch fragen musste, ob sie berufstätig sein durfte. Ich habe es bis heute geschafft, als Frau souverän zu leben.

Für mich ist wichtig in meinem Leben:
Leben, lieben und arbeiten an den für mich schönsten Plätzen der Welt,
in Reichtum und Fülle, Gesundheit und Vitalität,
umgeben von meinen Freunden.

Aus diesem Gedanken heraus habe ich ein ganz besonderes Seminar im September in Armentarola geplant: Buch schreiben & Urlaub. Armentarola ist einer meiner Traumorte – eines der schönsten Hotels in den Dolomiten. Und wer meint, ich sei verrückt: es gibt sogar bereits mehrere Anmeldungen für diese Seminartage.

Titelbild_Armentarola2016webDer Erfolg gibt mir Recht: Neben dem traditionellen Buchseminar auf Fehmarn habe ich eins in Berlin angeboten: es ist jetzt bereits ausgebucht. Und so habe ich letzte Woche noch ein Hotel in der Nähe von München gefunden, wo das Seminar im November ein weiteres Mal stattfindet. Die Seminare haben das Motto „Bücher schreiben mit Herz“ – es ist mein ganz persönliches Motto, seit ich 2007 nach einer Begegnung mit Sabine Asgodom und einem Besuch ihres Buchseminars in München beschlossen hatte, keine wissenschaftlichen Bücher mehr zu schreiben, sondern Bücher „mit Herz und Seele“.

Cover_Bücher_schreiben_mit_Herz_neu.inddEs ist für mich wohltuend, dass ich jetzt überwiegend mit jüngeren Menschen zu tun habe, die nicht andauernd das baldige Rentenalter vor Augen haben, sondern mitten im Leben stehen. Ich denke, auch mit 63 steht man mitten im Leben – wenn ich das „Traumalter“ 100 betrachte, bleibt mir davon noch mehr als ein Drittel.

Ich habe mir allerdings auch ältere Vorbilder gesucht. Irgendwann hatte ich entdeckt, dass Louise Hay auch erst mit 58 Jahren ihren Verlag gegründet hat und nun mittlerweile 30 Jahre lang führt, natürlich mit der Unterstützung jüngerer Mitarbeiter und Co-Autoren. Ihr Verlag ist heute, wo sie 89 ist, einer der größten Selbsthilfeverlage in den USA. Dadurch hat sich meine Perspektive auf die Zukunft verändert: nicht bis zum „offiziellen“ Rentenalter mit 65 als Autorin und Verlegerin zu arbeiten, sondern wenigstens 25 weitere Jahre.

Die Pianistin Livia Rev, die mit 93 Jahren in Lausanne ein Konzert gegeben hat und in diesem Jahr 100 wird, hat noch mit 97 eine wundervolle Aufnahme des „Liebestraums“ von Franz Liszt eingespielt – das gab für mich den Ausschlag, wieder Klavierunterricht zu nehmen.

Mein alter Deutsch-, Englisch- und Philosophielehrer und ehemaliger Schulleiter wird in diesem Jahr 94, er rief mich letztes Jahr zum Geburtstag an, weil er im Moment nicht so gut schreiben konnte. Als ich ihn fragte, ob er schon einen Gehstock oder einen Rollator hätte, sagte er: nein, dann wäre man ja alt. Und zu Weihnachten schrieb er mir wieder einen langen Brief mit der Hand.

Auch in meinem Verlag gibt es bewundernswerte ältere Menschen, wie Ottilie Krafczyk, die mit 80 Jahren ihr erstes Buch schrieb, oder Gunda Dinklage, deren Buch über ihre erste Weltreise mit 70 demnächst erscheinen wird. Mein ältester Autor ist Silvio Vogel, der kurz vor seinem 90. Geburtstag den Wunsch hatte, all seine Träume von einem langen Leben in einem Buch aufzuschreiben.

IMG_9139An- und aufregend für mich ist es, was mir jüngere und ältere Leute schreiben:

  • „Ich bewundere Dich und Deine Produktivität!!! Ich nehme Dich zum Vorbild!“ (Jeanette Mensing)
  • „Prima, Dein unternehmerischer Dickkopf!“ (Elisabeth Mardorf)
  • „Ein Schiff geht nicht unter, solange der Kapitän sein Steuer in der Hand hält“ (Birgit Wohler)
  • „Herzlichen Dank, Beate Forsbach! ‚Vollblutunternehmerin’, so ist es! Frauen, die sich für das, was sie wollen einsetzen. Empathie, Durchsetzungskraft, Willen und Herzblut. Sie vereinen diese Eigenschaften und sind vielen Unternehmerinnen ein Vorbild!“ (Katharina Boersch)
  • „Herzlichen Dank, liebe Beate Forsbach. Für mich sind Sie ein Vorbild in vielerlei Hinsicht! Bleiben Sie so klug und wild und wunderbar!“ (Verena Ullmann)
  • „All Deine Zeilen haben mich tief berührt und mit Deiner Stärke und dem Optimismus … bist Du für mich ein großes Vorbild.“ (Monika Bidler)
  • „Es freut mich, zu lesen, dass Sie nun, nach all dem Schweren und Belastenden wieder glücklich sein und Ihr Leben genießen können. Dabei hilft Ihnen die Glücksformel, die ich gerne für mich übernehme.“ (Gunda Dinklage)

Neulich wurde ich in einem Interview gefragt: Wie triffst Du Entscheidungen? Wie gehst Du an scheinbar unlösbare Aufgaben heran?

Nun, ich treffe Entscheidungen oft sehr spontan und ohne lange über die Folgen nachzudenken. Es ist besser, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, als nie eine zu treffen oder gar andere entscheiden zu lassen. Auf diese Weise habe ich viele Erfolge und Veränderungen erlebt, und damit auch viele Neuanfänge in meinem Leben.

Ich glaube nicht daran, dass es unlösbare Aufgaben gibt. Ich vertraue darauf, dass es immer eine Lösung gibt. Ich habe eine innere Kraft entwickelt, auch mit Hilfe der positiven Affirmationen von Louise Hay, meinem großen Vorbild.

Immer wenn es ein Problem gibt, sage ich:
Alles ist gut.
Alles entwickelt sich zu meinem Besten.
Nur Gutes resultiert aus dieser Situation.
Ich bin beschützt.

Wenn ich genau weiß, was ich will, wenn ich mich also für etwas eindeutig entschieden habe, dann glaube ich daran, dass ich alle daraus resultierenden Fragen lösen kann. Ich glaube an mich und an meine innere Stärke, und ich vertraue dem Leben. Das ist die Grundlage dafür, das Unmögliche möglich zu machen.

Schon als junge Musiklehrerin habe ich Dinge getan, die noch keiner getan hatte. In meinen ersten Dienstjahren habe ich mit meinem Schulorchester eine Reise nach Südfrankreich gemacht – der Titel meines damaligen Berichtes lautete: „Eine Reise nach Agen. Wie das Unmögliche möglich wurde.“ Bei dieser Reise habe ich etwas Wichtiges von einem französischen Pater gelernt, der sagte: „Man muss das Glück nur genügend herausfordern, dann hat man es auch auf seiner Seite.“

Heute, zum Zeitpunkt meines Neubeginns nach 5 Jahren Verlagsgeschichte, danke ich allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

IMG_9218

 

 

 

Dankbarkeit – mein Jahr 2015

IMG_0817Wirklich – ich kann mich nicht mehr erinnern, mit welchen Gefühlen ich in das Jahr 2015 gestartet bin. Ich erinnere mich nur an den Silvestertag 2014, als nach 8 Tagen das Telefon wieder ging, ich am Nachmittag Besuch von einer neuen Lektorin bekam, um 21 Uhr den Anruf einer neuen Autorin, bis kurz vor Mitternacht mit einer anderen Autorin über den Sinn einer gemeinsamen Besprechung mit der Lektorin gechattet hatte, um Mitternacht eigentlich ziemlich unglücklich war, das neue Jahr mit einer Diskrepanz begonnen, am zweiten Tag eine mehrstündige, letztlich erfolglose Besprechung mit Lektorin und Autorin durchgeführt hatte, ein paar Tage später das intensive Gefühl hatte, ohne ein professionelles Coaching all das nicht mehr bewältigen zu können. Es gab Buchpläne, aufgrund deren ich eine Lektorenstelle ausgeschrieben, drei Kandidaten probeweise eingestellt sowie einen Vertrag mit einer großen Verlagsauslieferung abgeschlossen hatte. Denn ich hatte das Gefühl, die anstehenden Veröffentlichungen nicht mehr mit den bisherigen Mitteln und Mitarbeitern bewältigen zu können. Und manches davon stellte sich später als Fehlentscheidung unter dem Druck der aktuellen Situation heraus.

Wie meine persönliche Lage am Neujahrstag 2015 war, weiß ich nur noch ungefähr: mein Mann war noch kein Jahr tot, ich war noch voller Trauer, hatte Silvester letztlich alleine verbracht, wurde am Neujahrstag vom Anruf einer mitfühlenden Bekannten geweckt und rief daraufhin eine alleinstehende Bekannte an, weil ich mir erwiesene Wohltaten immer gerne weitergab, telefonierte einige Stunden mit anderen Bekannten, bis ich am Abend ermattet ins Bett fiel – ohne zu mir selber gekommen zu sein. Beim obligatorischen „Traumschiff“ war ich sicherlich eingeschlafen, wie auch heute – nur dass ich am Neujahrstag 2016 den deutlichen Impuls verspürte, noch einen Rückblick auf mein Jahr 2015 zu verfassen, nachdem ich den heutigen Tag ganz nach meinen Wünschen verbracht hatte. Und ich habe heute das Gefühl, zu mir selber gefunden zu haben, seit einigen Monaten wieder glücklich leben zu können.

Anfang Januar sprach ich mit einem Coach über ein Buchprojekt. Am nächsten Tag schrieb ich ihm: „Mein Leben hat sich ja im Laufe des vergangenen Jahres stark verändert, dazu ist mein Verlag, den ich Anfang 2011 gegründet habe, in einer aufregenden Entwicklungsphase. Auch wenn ich schon 62 bin, denke ich, dass ich mit Ihrer Unterstützung und Inspiration noch viel mehr erreichen kann – denn ich liebe den Erfolg!“ Ich lernte, die „Glücksformel“ für mein Leben anzuwenden: „Tue immer mehr von dem, was Dir gut tut. Tue immer weniger von dem, was Dir nicht gut tut.“ Mir ging es darum, wie ich mein Leben mit meinem Verlag (und meinem Hund) so schön gestalte, dass ich möglichst viel Spaß an allem habe: An der Arbeit, den Autoren und Lektoren, den Büchern, meinem eigenen Schreiben – und dem sonstigen Leben.

In den nächsten Monaten folgten Niederlagen und Höhepunkte in meinem Leben als Verlegerin: Schöne Erfolge mit einigen Büchern, finanzielle Misserfolge, das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein, ein Buchprojekt, das mich emotional sehr viel Kraft kostete, Vertragsauflösungen, die für mich oft einen Tiefpunkt bedeuteten – und schließlich das Gefühl, eigentlich nie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können, weder in Bezug auf Buchprojekte noch in Bezug auf das private Leben.

Nur ganz wenige Wegbegleiter waren immer für mich da: Meine „Hundefreundin“ mit ihrer Jenny begleitete mich auf vielen Spaziergängen und nahm meine Senta bei sich auf, als ich ab Ende April mehrfach nach Bamberg zu meinem früheren Zahnarzt fuhr und im September in der Uniklinik war. Mein ältester Freund half mir in vielen juristischen Fragen, meine erst 2013 gefundene Familie aus Hamburg machte sogar Urlaub in Neujellingsdorf und war eigentlich immer für mich da. Und meine Berner Sennenhündin Senta wurde zu meiner geliebten Seelengefährtin – sie half mir in den Tagen der Trauer und machte mir insgesamt viel Freude, allerdings zeigte sie mir auch, dass sich das Leben nicht so schnell weiter entwickelte, wie ich es mir oft wünschte. Ich hatte Geduld zu lernen.

Ich trennte mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und viele schlaflose Nächte. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute, am Neujahrstag 2016, spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

„Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere“, diese Erfahrung habe ich mehrfach im vergangenen Jahr gemacht. Nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter in meinem Verlag, sogar im ganz persönlichen Bereich von Familie und Freunden habe ich das erlebt: Ich habe nach ca. 60 Jahren eine Cousine wiedergefunden, die wie eine Schwester für mich ist. „Du bist ein Glücksfall für mich“, sagte sie mir erst kürzlich. Was kann es Schöneres geben, als ein „Glücksfall“ für einen anderen Menschen zu sein. Ich habe neue Freunde gefunden, die mich unterstützen und begleiten – das ist etwas, was ich in den letzten Jahren selten erlebt habe. Zwar war die Liebe zu meinem verstorbenen Mann groß gewesen, doch ich hatte in den letzten Jahren die ganze Verantwortung für ihn und unser Leben übernommen.

Seit Ende 2008 hatte ich Schweres zu tragen und war stark geworden – nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Und so habe ich seit September 2014 insgesamt ca. 20 Kilo abgenommen, ohne Diät und bei einem Leben mit Genuss. Ich fühle heute eine große Leichtigkeit, in Bezug auf mein Gewicht und mein Leben. Ende 2015 bekam ich die Anregung, noch einmal Klavierunterricht zu nehmen. Schon seit einigen Monaten hatte die Musik wieder einen großen Stellenwert in meinem Leben bekommen – daraus hat sich eine ganz neue, ungewohnte Lebensqualität entwickelt. Ich laufe täglich mit Senta, meiner Berner Sennenhündin, meist 8-10 km, fast jeden Tag zum Meer, und diese täglichen Impressionen von Sonnenuntergängen, frischer Luft und dem Blick aufs Meer wirken sich positiv auf meine Gesundheit aus.

Im Sommer fuhr ich das erste Mal in die Berge, nach Seefeld/Tirol, wo ich auch über Weihnachten einige Tage verbracht habe. Mehrfach war ich in Bamberg, wo ich früher einige Jahre gewohnt habe und nun noch meinen damaligen Zahnarzt besuche. Die Behandlung wäre längst abgeschlossen, wenn ich nicht im September gestürzt wäre und mir einen vierfachen Unterkieferbruch zugezogen hätte. Die damit verbundenen 12 Tage in der Uniklinik hatten die Konsequenz, dass ich mir meiner positiven Einstellung und meines unbedingten Willens zum Gesundwerden bewusst wurde. Ich lief auf dem Klinikgelände jeden Tag ca. 8 km und war – trotz heftiger Blutergüsse im Gesicht – kurz nach der Entlassung in der Lage, zu einem Konzertbesuch nach Berlin zu fahren.

Außerdem machte ich die Erfahrung, dass Senta ein paar Tage alleine zu Hause bleiben konnte, versorgt vom Tierservice, und ich fortan auch mal kleinere Reisen planen konnte. So fuhr ich im November nach Düsseldorf, um Sonja Volk, eine Autorin meines Verlages bei ihrer Vorstellung ihres Buches Gedankenpower in einer großen Buchhandlung zu erleben. Danach konnte ich meine Freunde in meinem ehemaligen Wohnort am Niederrhein besuchen – erstmals nach mehr als vier Jahren. Nach der Rückkehr plante ich dann meinen Weihnachtsurlaub in Seefeld.

Mehr und mehr lernte ich auch, mich von Menschen zu verabschieden, die mir nicht gut taten. Ich lasse mich von niemandem mehr unterkriegen und bin nicht mehr bereit, etwas für Menschen zu tun, die das nicht würdigen. Einige Male habe ich die Zusammenarbeit aufgekündigt, ohne Angst vor den Konsequenzen. Ich kann gut loslassen, es bereitet mir keinen Schmerz mehr, denn die entstandenen Spuren sind jedes Mal Wege in eine bessere Zukunft. Mein unerschütterlicher Optimismus, mein positives Denken, meine grundsätzliche Überzeugung vom Guten im Menschen und mein Vertrauen in jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, helfen mir dabei. Und so habe ich im vergangenen Jahr trotz einiger Rückschläge auch große Erfolge erlebt.

Mein Autorenseminar auf Fehmarn war ein solcher Erfolg, dem in diesem Jahr mehrere weitere Seminare folgen werden. Ich erlebe einen stetigen Zuwachs an Bekanntheit in den sozialen Netzwerken, viele schöne Kontakte sind entstanden, viele Buchprojekte geplant worden. Und so finden auch meine eigenen Texte mehr und mehr Anklang bei immer mehr Menschen. Darüber bin ich besonders glücklich, war es doch von Anfang an mein Ziel, durch meinen eigenen Verlag positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen und (angehende) Autoren anregen und inspirieren zu einem guten Leben und guten Büchern. Mein Buch „Der Traum vom eigenen Buch“ hat sich zu einem heimlichen Bestseller meines Verlages entwickelt und bringt mir auch im Buch-Coaching-Bereich immer wieder neue Kunden.

Und schließlich entwickelt sich mein ursprünglich geplanter Schwerpunkt „Musik“ in meinem Verlag: Nachdem ich zu Weihnachten 2014 meine Dissertation neu publiziert hatte, kam im Herbst 2015 mein erstes Fachbuch neu heraus, und im nächsten Jahr sind gleich mehrere Veröffentlichungen im Musikbereich geplant. Ich habe meine Websites neu gestaltet und von einem professionellen Webmaster einrichten lassen. Seit Februar werden die Bücher von einer Verlagsauslieferung verschickt, die alle Bestellungen abwickelt. So bin ich weitgehend vom Paketepacken und Schreiben von Rechnungen befreit. Ich arbeite mit mehreren großen Druckereien zusammen und lasse zunehmend größere Auflagen unserer Bücher herstellen. Diese Investitionen werden sich hoffentlich in 2016 auszahlen.

In diesen Tagen ziehe ich mit fast 5000 Büchern meines Verlages um zu einer neuen, kleineren Verlagsauslieferung – ich habe mich dafür entschieden, um für die Zukunft bessere Möglichkeiten zu haben, auch wenn es dadurch im Vorweihnachtsgeschäft einige Einbußen gegeben hat. Aber ich habe gelernt, dass finanzielle Einbußen durchaus positive Nebenwirkungen haben können. In der neuen Verlagsauslieferung erfahre ich bereits jetzt eine individuelle Betreuung durch den Chef und die Mitarbeiter. Ich habe gelernt, mich zu entscheiden, für oder gegen Dinge und Menschen, auch wenn es unangenehm ist. Und so sehe ich voller Zuversicht dem fünfjährigen Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 entgegen.

In den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mir darüber Gedanken gemacht, worauf es in meinem Leben wirklich ankommt, was ich noch erreichen möchte, was und wer mir wirklich wichtig ist, was und wer nicht mehr zu mir gehört. Dieser letzte Punkt war am schwierigsten für mich, erfordert er doch einige Konsequenzen. Die Überlegung aber, was für mich wirklich Sinn ergibt, klärt vieles, was ansteht. Mir geht es darum, meinen Verlag weiter zu entwickeln und positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen helfen, besser zu leben, auch durch mein Vorbild.

Meine Wünsche für 2016 im persönlichen Bereich sind: Gesund und fit zu bleiben, Musik zu machen und zu hören, richtig gut Klavier spielen zu lernen, Zeit für mich und für mein Leben zu haben, meine eigenen Bücher endlich schreiben zu können, Urlaub zu machen an den für mich schönsten Orten der Welt, die Beziehungen zu den Menschen zu pflegen, die mir am nächsten sind. Ich halte es mit Louise Hay, die gesagt hat:

„Das Leben ist ganz einfach.
Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Nun ist das neue Jahr inzwischen schon mehr als 24 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2015 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2016 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

IMG_0184

Klavierspielen

IMG_8907In den letzten Jahren habe ich immer in der Adventszeit auf dem Flügel gespielt – meistens war es Weihnachtsmusik, aber immer auch gerne meine Lieblingsstücke von Brahms, Schubert und Schumann. Das Schöne ist ja, dass ich hier in meinem Haus auf dem Lande zu jeder Tages- und Nachtzeit klavierspielen kann – ganz anders als in den vorherigen Wohnungen, wo ich immer Rücksicht auf Mittags- und Nachtruhe nehmen musste, wo die Nachbarn teilweise alles mithören konnten und ich entsprechend eingeschränkt war – Üben ist nicht so toll anzuhören, also spielte ich immer wieder die Stücke, die ich (noch) ganz gut konnte aus meinem Klavierunterricht, der mittlerweile über 40 Jahre zurück liegt.

IMG_8906In den letzten Monaten hörte ich immer mehr Klaviermusik, oft über das Internet. Denn ein Facebookfreund schickte immer wieder interessante Aufnahmen von bekannten und (mir) unbekannten Pianisten und Pianistinnen. Besonders die Nocturnes von Chopin hatten es uns angetan, ich bekam eine wundervolle CD von der ungarischen Pianistin Livia Rev, die seit Jahren in Frankreich lebt und noch mit über 94 Jahren grandiose Konzerte und Masterclasses gegeben hat – alles heute noch hörbar über Youtube.

Das Impromptu As-Dur op. posth. 142,2 von Franz Schubert war seit vielen Jahren mein Lieblingsstück – ich hatte es zur Begrüßung unseres neuen Flügels am 19.12.2004 in unserer Bamberger Wohnung gespielt, und zuvor auch zum Abschied von meinem schönen Klavier.

FlugelDer Flügel war der Mittelpunkt unseres Bibliothekszimmers in der großen Bamberger Jugendstilwohnung. Mein Mann sagte immer, ich hätte ihm den Flügel zum Geburtstag geschenkt. Er wurde an seinem Geburtstag geliefert – aber gekauft hatten wir ihn gemeinsam. IMG_7447Am 12. November 2010 habe ich das Impromptu von Schubert zur Einweihung des Flügels in unserem Haus in Neujellingsdorf auf Fehmarn gespielt – die Umzugsleute waren ganz fasziniert. Es ist ja ein großes Abenteuer, ein solch kostbares Instrument im Umzugswagen zu transportieren, von Bamberg auf die Insel Fehmarn. Der größte Moment war für mich, als unser neues Haus zum ersten Male mit Musik erfüllt war, Musik von dem Flügel.

Doch zurück in die nähere Gegenwart: Im Februar 2014, kurz nach dem Tod meines Mannes, wollte ich den Flügel verkaufen. Zu groß war der Schmerz, dass mein Mann dieses wundervolle Instrument nicht mehr nutzen konnte, und dass ich nicht darauf gespielt hatte, als wir auf den Krankenwagen warteten, der meinen Mann in die Klinik brachte, wo er zwei Tage später verstarb. In einer Nacht führte ich ein „virtuelles Gespräch“ mit einem Facebookfreund. Er überzeugte mich damals, dass ich unseren schönen Flügel behalten und ihn fortan mehr und mehr zum Klingen bringen sollte!

Irgendwann begann ich wieder, Klavier zu spielen, all die schönen Stücke von Brahms, Schubert, Schumann, Chopin, die ich früher mal gut gekonnt hatte. Dazu viel Jazz und leichtere moderne Stücke. Und ich hörte immer mehr Klaviermusik, vor allem solche, die ich niemals spielen könnte, wie ich dachte. Ich merkte, wie meine Begeisterung wuchs. Über Facebook bekam ich auch Kontakt mit einigen Pianisten, und so allmählich kristallisierte sich bei mir ein ganz bestimmtes Klangideal heraus, nicht nur, aber auch durch den Besuch eines Konzertes mit dem fantastischen Pianisten Amir Katz.

IMG_8936Senta mag übrigens auch gerne zuhören – am liebsten Chopin. Ich stellte fest, wie schön die Musik in meinem Hause klingt – und bedauerte es, dass ich nicht mehr Musik gespielt hatte, als mein Mann noch lebte. Denn er war ein ganz großer Liebhaber und Kenner von Klaviermusik, hatte alle großen Pianisten seiner Zeit im Konzert gehört und es immer bedauert, dass er als Kind und Jugendlicher nicht genug Geld gehabt hatte, um Klavier zu lernen.

IMG_8917Am ersten Adventssonntag meinte ein Bekannter, ich könnte doch mal meinen Flügel stimmen lassen und wieder Klavierunterricht nehmen. Das erste war klar, ich hatte es im vorigen Jahr ausgelassen – aber ich wäre im Leben nie auf die Idee gekommen, wieder Klavierunterricht zu nehmen. Am Abend dann hörte ich eine Aufnahme von dem berühmten Liebestraum von Liszt – mit der großartigen Pianistin Livia Rev, die das Stück im Alter von 97 Jahren spielte. Im ersten Moment sagte ich, dass ist für mich nur ein Stück zum Zuhören, aber dann lud ich mir die Noten aus dem Internet herunter und stellte fest, dass es durchaus „machbar“ wäre.

Am nächsten Morgen telefonierte ich mit der Klavierstimmerin und sie empfahl mir einen Klavierlehrer in Lübeck. Ich hatte noch andere Empfehlungen, aber meine Intuition sagte mir, dass dies vielleicht der Richtige wäre. Ich rief ihn an und vereinbarte den ersten Termin am 11. Dezember 2015. Am Abend davor kopierte ich aus meinem alten Studienbuch die Protokolle der Prüfungen an der Musikhochschule Köln aus den Jahren 1973-1975. Violine war mein Hauptinstrument gewesen, und Klavier mein Nebeninstrument. Das war damals so im Schulmusikstudium, schließlich hatte ich Geige ja schon viel länger gespielt. Ich bekam Unterricht bei den Zwillingen Werner und Wilhelm Neuhaus und wurde auch als „Nebenfach Klavier“-Pianistin ziemlich gut. Die Violine wollte ich schon vor einigen Monaten loslassen, ich könnte das Niveau aus dem Studium niemals mehr erreichen, befand ich. Und ich hatte keine Lust, in irgendwelchen Liebhaberorchestern oder Feierabend-Streichquartetten zu spielen.

Aber Klavierspielen, das reizte mich ganz stark, denn damit kann ich selber Musik machen, ganz allein, und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Vom „Liebestraum“ habe ich mir die Noten bestellt, und auch von den Chopin Nocturnes, die ich inzwischen ganz besonders liebe. Außerdem habe ich die „Etüden im ungarischen Stil“ von Michel Sogny entdeckt, die mir auf Anhieb sehr gut gefielen. In ein Stück hatte ich mich verliebt, als ich es eines Morgens im Bademantel spielte. Eine kleine Melodie, die sich nach und nach herauskristallisierte und mein Herz erfüllte.

Ich packte also am Vorabend der ersten Klavierstunde alle Noten in meinen Aktenkoffer, die ich schon gespielt hatte oder noch spielen wollte. Dazu ein Notizbuch, um alles Wichtige darin zu vermerken.

IMG_0647Der erste Gang zum Klavierlehrer war insofern recht erfreulich, weil der Weg vom Parkhaus am Café Niederegger vorbeiführte, und an einem Musikgeschäft, das ich nach der Klavierstunde gleich besuchte. Denn eine kleine Reise von Fehmarn nach Lübeck ist schon etwas Besonderes für mich, und ich freute mich, dass ich daraus ein richtiges „Event“ machen konnte.

Beim Klavierlehrer war es erfreulich. Ich erzählte, warum ich nun nach über 40 Jahren seit meinem Studium wieder Klavierunterricht nehmen wollte – und er konnte es nachvollziehen. Ziemlich bald kamen wir auf das Thema, was mich am meisten interessierte: Die Klangbildung am Klavier, also wie ich meine altbekannten und auch neue Stücke einfach schöner spielen könnte. Auch die mentale Kraft beim Klavierspielen finde ich wichtig und interessant, und auch dafür war der Klavierlehrer aufgeschlossen.

Die Stücke von Michel Sogny sagten ihm sehr zu, er war erstaunt, dass ich die erste Etüde nach wenigen Tagen schon so gut spielen konnte. Auch an meinem Lieblingsstück, dem Impromptu von Schubert, haben wir kurz gearbeitet, uns aber dann einfach der Klangbildung gewidmet. Die Stunde war im Nu herum und wir haben uns für die nächste Woche wieder verabredet.

Erstaunlich war für mich eine Erkenntnis, die ich beim Erzählen gewonnen hatte: Ich habe als Kind immer Klavier spielen wollen, aber es war nicht genug Geld für ein Klavier da. Somit habe ich bei Freundinnen, die Klavierunterricht hatten, immer geübt und mir vieles selber beigebracht. Mit 14 bekam ich das erste Klavier, erst mit 16 dann Klavierunterricht, weil ich ja das Ziel hatte, Schulmusik zu studieren.

Da mein Vater eine Geige hatte, musste ich mit 10 Jahren Geige lernen. Bei einem wirklich schlechten Lehrer, der mir im Laufe der Jahre alle Motivation austrieb. Kurz bevor ich das Geigespielen ganz aufgeben wollte, wechselte ich zum Konservatorium, bekam eine neue Geige und lernte neue Stücke zu spielen. Viel zu schwere Stücke, der Lehrer war ein Musikant, kein Pädagoge, und menschlich leider auf tiefstem Niveau, was mir erst heute wirklich bewusst geworden ist.

All das hat möglicherweise dazu geführt, dass ich die Geige loslassen will. Meine Klavierlehrerin am Konservatorium hatte mich gut auf die Aufnahmeprüfung zur Musikhochschule vorbereitet. Sie hatte immer interessante Stücke mit mir gespielt, oft auch vierhändig, denn mein musikalischer Anspruch lag damals weit über meinem technischen Können.

IMG_0641 Meine erste Klavierstunde nach über 40 Jahren habe ich im Café Niederegger gefeiert. Ich schrieb alles Wichtige in mein neues Notizbuch und genoss die Köstlichkeiten des Cafés.

Auch meine musikalischen Ziele habe ich in mein Notizbuch geschrieben:

IMG_8953Ich möchte die alten Stücke von Brahms, Schubert, Schumann und Chopin wieder wunderschön spielen können. Die ungarischen Etüden von Michel Sogny möchte ich nach und nach erarbeiten. Ich möchte mindestens drei Nocturnes von Chopin spielen können und eines Tages auch den Liebestraum von Liszt. Und dann noch: die Mondscheinsonate von Beethoven, und die Rhapsodie G-moll von Brahms – das sind ganz alte Träume.

Und überhaupt, so erscheint es mir heute, ist das Klavierspielen ein ganz alter Traum von mir. Ich bin sehr dankbar für die Anregung, Klavierunterricht zu nehmen. Denn es war ein Traum, von dem ich gar nicht wusste, dass ich ihn hatte.

Gestern abend hörte ich in einem Konzert den folgenden Spruch:

„Folge immer der Melodie deines Herzens,
denn sie weiß, was das Richtige für dich ist.“

Er erinnerte mich an einen meiner eigenen Aussprüche:

„Durch das Schreiben kommen wir der Melodie des eigenen Lebens auf die Spur, beim Schreiben hören wir die Stimme unseres Herzens und entwickeln Wegweiser, um unser Leben so zu leben, wie wir es haben möchten.“

Dieses Zitat stammt aus meinem Blog „Lebe die Melodie deines Lebens“ vom 7. April 2012, den ich im September 2015 noch einmal gepostet habe.

Es ist für mich wie ein Weihnachtswunder, dass ich das Klavierspielen wieder für mich entdeckt habe.

Rose

 

 

Die Seele schläft nicht

DissertationKurz nach Mitternacht bin ich auf dem Sofa erwacht – auf dem Weg ins Bett ging es mir durch den Kopf, dass dieser 10. September ein besonderes Datum ist.

Ja, es war heute ein ganz besonderer Tag für mich. Am Nachmittag habe ich – zum ersten Mal diesen Sommer, wahrscheinlich an einem der letzten warmen Sommertage – in der Eisdiele in Burg ein „Schokovergnügen“ genossen, um diesen Tag zu feiern.

IMG_9205Auf der Treppe fällt mir ein, dass der 10. ein besonderes Datum ist: Vor einem Jahr und sieben Monaten, am 10. Februar 2014, ist mein Mann Hans Christian verstorben. So viel hat sich inzwischen ereignet. Ich habe begonnen, mein neues Leben zu genießen und wieder glücklich zu sein.

Aber was war da noch? Dann fiel es mir ein und ein Blick ins Buch bestätigte das:
Am 10. September 2005, vor genau 10 Jahren, erhielt ich mein erstes Buch, meine Dissertation, während unseres Urlaubs in Armentarola, meinem Traumort in den Dolomiten.

In meinem Buch „Der Geist von Armentarola“ habe ich diesen Tag beschrieben:

Erst im September 2005 fuhren wir wieder für zwei Wochen nach Armentarola. Inzwischen war ich promoviert worden und hatte meine Dissertation für die Publikation aufbereitet.
Am 10. September 2005 saßen wir auf der Terrasse und schrieben Ansichtskarten. Als ich an der Rezeption Briefmarken kaufen wollte, lag dort ein Päckchen für mich: Mein Verleger hatte mir mein erstes Buch nach Armentarola geschickt!
Hans Christian und ich freuten uns riesig, zur Feier des Tages stießen wir in der Bar mit einem Glas Champagner an.
Unsere Freude blieb nicht verborgen: Gäste und Hotelangestellte freuten sich mit uns und gratulierten mir zu dem Buch. Es dauerte nicht lange, bis Waltraud Wieser in die Bar kam und ebenfalls gratulierte.
Wie hatte sie so schnell davon erfahren?
Das kann nur der Geist von Armentarola gewesen sein …

Am nächsten Vormittag luden uns Franz und Waltraud Wieser zu einer kleinen Feier ein, es gab bunte Häppchen und Champagner.
Der Chefkoch Dr. Norbert Egger kam dazu, und Frau Wieser sagte: „Das Buch von Frau Dr. Forsbach ist etwas für Deine Frau!“
Dr. Claudia Egger war Schuldirektorin für die Schulen im ladinischen Sprachraum und von daher sehr an Ideen der Schulreform interessiert.
Sie kam wenige Tage später zu einem Kennenlerngespräch bei Kaffee und Kuchen ins Hotel. Von der ersten Minute an verstanden wir uns glänzend. Sie wurde die erste Käuferin meines ersten Buches.
Und seitdem treffen wir uns jedes Mal, wenn wir in Armentarola sind, zusammen mit Hans Christian zu einem „Pädagogischen Kaffeeklatsch“. Wir tauschen Ideen und Erfahrungen aus, und Norbert sorgt durch kulinarische Überraschungen stets für eine gute Stimmung.
Da hat der Geist von Armentarola eine schöne Verbindung geschaffen …“

Eigentlich hatte ich mir gewünscht, in diesem Jahr am 10. September in Armentarola zu sein. Es hat nicht geklappt, ich habe es nicht vermisst, und trotzdem bin ich heute glücklich.

Und eines Tages werde ich wieder dort sein …

IMG_5515Vorgestern fand ich das Foto von Louise Hay und ihrem neuen Freund, das ihr Verlagsleiter ins Netz gestellt hat. Liebe mit 88 – das ist einfach großartig.

Den Text „Behandlung durch Liebe“ bekamen mein Mann und ich 2012 von seiner Therapeutin zu Weihnachten geschenkt. Er sprach uns sofort an. Ich fand heraus, dass er aus dem Buch „Heile deinen Körper“ von Louise Hay stammt, mit dem sie ihre Karriere als Selbtshilfeautorin und Verlegerin vor über 30 Jahren gestartet hatte.

Behandlung durch LiebeVon da an begann ich mich mit ihren Büchern zu beschäftigen, aus denen ich im folgenden Jahr (2013) viel Kraft schöpfte – durch unsere große Liebe war es mir möglich, meinen Mann bis zu seinem letzten Tag auf Erden zu begleiten. Und ich habe die Kraft gewonnen, mein Leben ohne ihn weiterzuleben.

******

Und nun in dieser Nacht des 10. September 2015, lese ich das Kapitel „Liebe“ in meinem Buch „Leben allein genügt nicht“ (2010), das ich im Oktober 2008 als Newsletter geschrieben hatte. Hier einige Auszüge:

„Auch ein wunderbares neues Buch über die Liebe hat mich in den letzten Tagen beschäftigt: Sabine Asgodom hat ihr neues Buch „Liebe wild und unersättlich“ genannt, in Anlehnung an ihren Bestseller „Lebe wild und unersättlich“ vom letzten Jahr. Darin hat sie viele Frauen ermutigt, ihren eigenen Weg zu einem erfüllten Leben zu gehen und sich selbst lieben zu lernen

Ist das nicht ein unvereinbarer Gegensatz – die Selbstverwirklichung der Frau und die Liebe? Sabine Asgodom, erfolgreiche Management-Trainerin und selbstständige Geschäftsfrau, zeigt es uns in ihrem neuen Buch: Sie hat mit Mitte 50 ihre große Liebe gefunden und es geschafft, die Liebe mit ihrer erfolgreichen Berufstätigkeit und ihrer persönlichen Selbstständigkeit zu vereinbaren.

Sie sagt: Wir geben eine Abhängigkeitserklärung ab, wenn wir lieben und eine Beziehung eingehen. Und nun gibt es drei Leben, die für uns wichtig sind: Mein Leben, dein Leben und unser Leben.

Auch ich hatte in meinem Leben die Selbstverwirklichung an die erste Stelle gesetzt, war erfolgreich im Beruf und persönlich selbstständig, als ich mit Mitte Vierzig meiner großen Liebe begegnete.

Bei unserer Heirat war ich 48 und mein Mann 63. Eine junge Freundin fand für uns den wunderbaren Hochzeitsspruch, den wir ihr später dann wieder zu ihrer eigenen Hochzeit geschenkt haben:

„Das ist das Geheimnis der Liebe,
dass sie solche verbindet,
deren jedes für sich sein könnte –
und doch nichts ist und sein kann
ohne das andere.“
(Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, 1775-1854)

Diese Worte des deutschen Philosophen F. W. J. Schelling klingen heute für manche Menschen zwar etwas altmodisch, teilen uns aber nach wie vor eine „unsterbliche Wahrheit“ über die Liebe und das Zusammenleben mit.

Martin F. Seligman, der Begründer der positiven Psychologie, schreibt in seinem Buch „Der Glücksfaktor“:

„Liebe ist die spektakulärste Art und Weise der Evolution,
sich über das Gesetz des Gewinn-Verlust-Denkens
hinwegzusetzen.“

Wer von vornherein zu hohe Ansprüche an den Partner oder die Partnerin hat, wird die große Liebe sicher nicht erleben. Wer aber seinen Liebsten oder seine Liebste einfach so nimmt, wie er oder sie ist, nämlich als ein ganz normaler, ziemlich unperfekter Mensch, wer ihn oder sie annimmt und dann versucht, das Beste darin zu sehen und das Beste daraus zu machen, der wird die Liebe erleben.

„Liebe ist auch da, wenn das Entzücken Pause macht“ sagt Sabine Asgodom. Sie zeigt dem Leser nicht, wie man das Scheitern einer Beziehung bewältigt, sondern dass es wichtig ist, für das Erblühen und Blühen der Liebe zu leben.

In seinem wunderschönen Gedicht „Was es ist“ zeigt Erich Fried (1921-1988), wie unmöglich die Liebe manchmal für andere aussehen kann:

Was es ist
Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe
(aus: Erich Fried, es ist was es ist. ©Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1983)

Wenn man, so wie mein Mann und ich, ein glückliches Paar ist, gibt es zuweilen Menschen, die sich darüber wundern, die es nicht für möglich halten, weil es doch gar nicht sein kann … Da gibt es schon mal Diskussionen, Probleme oder Konflikte wegen eigentlich netter Bekannter. In ihrem Buch „Das Geheimnis wundervoller Beziehungen“ haben Ariel & Shya Kane solche Menschen, die ihrer Meinung nach eigentlich die „bessere“ Ehefrau, der „bessere“ Ehemann gewesen wären, als „Beziehungsspalter“ bezeichnet. Wir haben uns angewöhnt, uns von solchen Bekannten fern zu halten.

Auch Sabine Asgodom warnt in ihrem Buch vor falschen Ratgebern, vor Tröstern und Verurteilern. Viel besser ist das gemeinsame Gespräch über die eigenen Probleme, in einer von Toleranz, Vertrauen und Liebe bestimmten Atmosphäre.

Jeder sollte ganz viel Geduld mit seinem Partner oder seiner Partnerin haben, und immer wieder daran arbeiten, dass die Liebe weiter blühen kann. Vielleicht lieben mein Mann und ich das Meer deswegen so sehr, weil es uns diese Geduld lehrt. Gerade heute haben wir hier an der Ostsee einen wundervollen Sonnenuntergang erlebt, der mich nach einem wunderschönen Tag auf den Newsletter zum Thema Liebe eingestimmt hat.

„Wenn du etwas Schönes
erschaffen willst, mache es mit Liebe
und sei dabei so geduldig
wie der Wind und das Meer.“
(Werner Bethmann)

Diesen Spruch verdanke ich meiner Internet-Freundin Laura, die mich immer wieder mit wunderschönen Bildern und Gedichten in meinem Gästebuch im „Seniorentreff“ erfreut.

Ich wünsche Ihnen ein schönes erstes Novemberwochenende voller Liebe.“

IMG_9125Soweit mein damaliger Newsletter vom Oktober 2008.

Einen wunderschönen Sonnenuntergang an der Ostsee habe ich erst vor wenigen Tagen erlebt. Und ich wünsche Ihnen ein schönes Septemberwochenende voller Liebe.

IMG_9177

Die Magie eines Jahrzehnts

Vor 17 Monaten schrieb ich den Blog „Die Magie der 1000 Tage“. Heute nun schreibe ich nicht deshalb, weil es fast genau Halbzeit in diesen 1000 Tagen ist. Nein, heute ist ein ganz besonderer Tag für mich: Vor 10 Jahren, am 22. April 2005, wurde ich von der Faklutät Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften der Universität der Künste in Berlin zum Doktor der Philosophie promoviert. Zur öffentlichen Disputation waren auch meine besten Freunde gekommen – mein Mann war stolz und glücklich.

B0000560Heute denke ich daran, wo ich vor 10 Jahren stand, was seitdem alles geschehen ist, wo ich heute stehe und wo ich in 10 Jahren sein möchte.

Eine junge Freundin, die vor 10 Jahren in Berlin dabei war, schrieb mir heute:
„Wer hätte damals gedacht, dass Du nun Deine Dissertation in einem eigenen erfolgreichen Verlag auf Fehmarn veröffentlichen kannst! Aber so ist nun mal das Leben, wir wissen – zum Glück – nie genau, was uns erwartet und wo die Reise hingeht. In den letzten zehn Jahren hat sich bei Dir und bei uns viel verändert, viel Schönes, einiges Trauriges, viel Spannendes und viel Überraschendes.
Wir gratulieren zu Deinem Jubiläum und sind gespannt, was die nächsten zehn Jahre für uns bereit halten!“

2005 lebten wir seit gut einem Jahr in Bamberg – es war ein großer Umzug vom Niederrhein gewesen, wo ich fast 50 Jahre gewohnt hatte. Damals wollten wir uns zwischen Bamberg und Fehmarn entscheiden. Gut 6 Jahre später, im Herbst 2010, zogen wir dann nach Fehmarn. Dort wollte ich schon hin, als ich Ende der 1970er Jahre die ersten Male auf der Insel war. Mein Wunsch hat sich nun erfüllt, ich bin hier glücklich, und ich möchte auch in 10 Jahren noch hier wohnen. Ich möchte hier niemals mehr weg.

Meine Dissertation hatte ich ursprünglich schreiben wollen, um vom Gymnasium an eine Hochschule zu wechseln und dort angehende junge Lehrer auszubilden. Das Leben zeigte mir einen anderen Weg, 2003 verließ ich den Schuldienst. Aber meine Dissertation habe ich trotzdem fertig gestellt – daran ist mein verehrter Doktorvater, Herr Professor Dr. Rainer Winkel, nicht ganz unschuldig. Ich wollte unbedingt, dass die (pädagogische) Welt erfährt, was ich zu sagen hatte. Ich wollte den Musikunterricht in den Schulen ein wenig besser machen. Mein Mann Hans Christian hat mich bei diesem Vorhaben immer sehr begeistert und nach besten Kräften unterstützt.

Aus dem Vorwort meiner Dissertation:
Meinem lieben Hans Christian gebührt ein ganz besonderer Dank, da er mich auch in krisenhaften Phasen immer wieder bestärkt und ermutigt hat, die Arbeit fortzusetzen, mit mir lebhaft und leidenschaftlich über die Thematik diskutiert hat, während des Schreibens viele Stunden auf mich verzichten musste und mir in der Schlussphase als kritischer Korrektor hilfreich zur Seite stand. Er reiste mit mir, einem Koffer voller Bücher und einem Laptop an alle diejenigen Orte, an denen diese Arbeit entstanden ist: Auf der Ostseeinsel Fehmarn begünstigte die Weite des Meeres und des Himmels kreative Ideen und intensive Arbeit, in Armentarola und Seefeld inspirierten mich die gewaltigen Gebirgslandschaften, an der Atlantikküste im Finistère schien eine neue Welt nahe zu sein, am Strand von Mesnil Val diskutierten wir über die Fachlichkeit des Musikunterrichts. Und dann zogen wir um von Dinslaken nach Bamberg, wo ein anregendes geistiges und kulturelles Klima den Abschluss der Arbeit erleichterte.

Meine Dissertation wurde mein erstes Buch, 500 Seiten stark, und ich bin stolz darauf, dass es auch nach 10 Jahren immer noch im Gebrauch ist, auch in der Lehrerausbildung. Die Neuausgabe ist inzwischen in meinem eigenen Verlag erschienen.

Cover.inddMein zweites Buch, in dem ich die Inhalte meiner Dissertation für die Schulpraxis aufbereitet habe, erscheint in Kürze als Neuauflage in meinem Verlag. Ich möchte noch mindestens ein musikpädagogisches Buch schreiben, eine Art Vermächtnis an die Musikpädagogik. Denn das war der ursprüngliche Grund, 2011 meinen Verlag zu gründen.

Die erste Ausgabe meiner Dissertation ist am 5. September 2005 erschienen. Die Erstellung der Druckvorlage und die Auswahl des Verlages gaben erste Anstöße für meinen eigenen Verlag. Ich liebe es, Bücher selber zu gestalten und möchte auch noch einige andere meiner älteren Bücher in meinem Verlag herausbringen.

Zum Thema Musik kam schon bald die Lebenskunst hinzu – ich denke, dass ich im nächsten Jahrzehnt noch einiges dazu schreiben werde: zunächst ein Buch über Trauerbewältigung, dann eines über Gesundheit, dann wieder eines zum glücklichen Älterwerden und eins über Hundefreundinnen. Das Thema Schreiben & Veröffentlichen entstand durch mein Buch-Coaching, auch dazu werde ich noch weitere Bücher schreiben. Geplant sind zunächst Bücher über Computerprogramme Word und InDesign für Autoren und Self-Publisher.

Bei allem spielt natürlich meine geliebte Insel Fehmarn eine große Rolle, nicht nur in dem jährlichen Fotokalender, den ich in den nächsten 10 Jahren fortführen werde.

Mein Mann Hans Christian erlebt leider dieses Jubiläum nicht mehr mit mir. Er war immer stolz, dass der Name FORSBACH bekannter wurde. Und so soll auch mein Verlag, die EDITION FORSBACH, im nächsten Jahrzehnt unter diesem Namen fortgeführt werden.

Ich wünsche mir, dass ich in 10 Jahren, also im Jahre 2025, eine jüngere Persönlichkeit gefunden habe, die den Verlag mit mir zusammen führt.

Irgendwann in den letzten Jahren, als ich mich mit Louise Hay beschäftigt und dabei entdeckt habe, dass sie auch erst mit 58 Jahren ihren Verlag gegründet hat und nun mittlerweile 30 Jahre lang führt, hat sich meine Perspektive auf die Zukunft verändert: Wollte ich zunächst nur bis zum „eigentlichen“ Rentenalter von 65 neue Bücher produzieren und danach nur noch die Einnahmen kassieren, so öffnete ich meine Perspektive auf mindestens 25 weitere Jahre – klar, dass ich dann nach und nach immer mehr Kooperationspartner brauche. Louise Hay macht es mir vor: Verlagsleiter, Geschäftsführer, Lektoren, aber auch Co-Autoren für weitere schöne Bücher – ich glaube, dass mir die Ideen in den nächsten 10 Jahren nicht ausgehen werden.

Beeindruckt hat mich heute der Kommentar einer Facebook-Freundin:
Respekt für diese Leistung, liebe Frau Forsbach … Bewundernswert, wie Sie das Leben meistern, nach diesem sichtbaren Schicksalsschlag … Äußerlich kein Tag älter geworden, und Ihrem Typ treu geblieben … Sehr BEMERKENSWERT …; Viel Glück und Erfolg für die nächsten 10 Jahre!!!!!

Ich vergleiche die Fotos von vor zehn Jahren mit denen von heute – und freue mich. Auch wenn ich zwischendurch während der schweren Krankheit meines Mannes schon mal älter ausgesehen habe, habe ich mich nie älter gefühlt: konnte ich doch viel Kraft und Lebensenergie gewinnen, auch durch unsere große Liebe, die uns über den Tod hinaus verbindet.

Dr_Beate_Forsbach_Verlegerin_neuDie konsequente Ausprägung des Optimismus als Lebenseinstellung und die positiven Gedanken scheinen eine Art „Jungbrunnen“ zu sein. Natürlich muss auch ich für mich und mein Wohlbefinden sorgen – das werde ich in den nächsten 10 Jahren sicher noch intensiver tun als  heute.

Und da gibt es noch einen „Jungbrunnen“ neben der herrlichen Landschaft hier auf Fehmarn, der Nähe des Meeres und meinem schönen Garten: das ist meine Berner Sennenhündin und treue Seelengefährtin Senta. Ich hoffe, dass sie in 10 Jahren noch lebt – aber mein nächstes Ziel liegt in naher Zukunft: Im September dieses Jahres ist es 10 Jahre her, dass ich meine Dissertation als mein erstes Buch in Armentarola, meinem Traumort in den Dolomiten, erhalten habe. Damals haben die Menschen dort mit mir und meinem Mann gefeiert – und in diesem Jahr möchte ich im September wieder dort sein, möglichst gemeinsam mit meiner Senta.

Und wenn wir das geschafft haben (zur Zeit traut sie sich noch nicht ganz ins Auto), möchte ich jedes Jahr mit ihr dorthin reisen – Armentarola ist für mich ein ähnlich paradisischer Ort wie Fehmarn.

Für mich, für Senta und für die geplanten Reisen brauche ich Zeit und Muße, auch für das Schreiben meiner eigenen Bücher. Und deshalb wünsche ich mir für meinen Verlag, dass er sich so gut wie in den letzten Jahren weiter entwickelt. Es sollen jedes Jahr höchstens 10-15 neue Bücher anderer Autoren hinzukommen. Dazu wünsche ich mir Autoren, die der Welt etwas Besonderes mitzuteilen haben: Wie man mit positiven Gedanken ein glückliches und erfülltes, positives und gelingendes Leben führen kann.

Zum Schluss möchte ich allen Menschen danken, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben: vor allem meiner Mutter, die mich unterstützt und ermutigt hat, zu promovieren, aber leider den Abschluss nicht mehr miterleben konnte. Dann natürlich meinem lieben Mann Hans Christian und meinem verehrten Doktorvater Professor Dr. Rainer Winkel, der es sich nicht nehmen ließ, am heutigen Tag mit mir zu telefonieren. Weiter danke ich allen Freunden und Wegbegleitern, auch denen auf Facebook, die den heutigen Tag für mich zu einem wirklichen Festtag haben werden lassen.

 

Verloren zu gehen hilft dir, neue Wege zu finden

IMG_6325Am 10. Februar, dem ersten Todestag meines Mannes, schrieb ich den letzten Blogartikel. Nie hätte ich gedacht, wie traurig die Tage davor und danach für mich werden würden. Ich hängte ein Poster mit positiven Sprüchen an die Badezimmertür, auf das ich immer schaute, wenn ich die Treppe hinauf ging.

Ich freute mich über sehr viel Zuwendung von alten und neuen Freunden, und einer schrieb mir am 11. Februar: „2015 wird der Start in Ihr bestes Jahrzehnt sein“.

Seit Jahresbeginn war schon so viel Positives geschehen, dass ich es kaum begreifen konnte. Denn einige wenige negative Geschehnisse überlagerten diese Stimmung von Freude und Erfolg. Immer wieder übte ich die positiven Gedanken und Affirmationen, und ich begann, alles Negative, Belastende einfach loszulassen. Das gelang mir ganz gut.

Eine Facebookfreundin schrieb mir: „Sie werden wohl bereits wieder in einer Umbruchstimmung sein.“

Was war das mit dem Umbruch? An manchen Tagen fühlte ich mich gar nicht so sicher, dass alles gut weitergehen würde. In der letzten Februarwoche schrieb ich eine Bilanz mit Plus- und Minuspunkten in meinen Kalender – die positiven Punkte überwogen bei weitem, obwohl ich mich gar nicht so gut fühlte. Was war das bloß?

Eines Tages merkte ich, dass ich immer, wenn ich die Treppe zu meinem Arbeitsraum hinauf ging, dass ich auf dem Poster mit positiven Aussprüchen immer wieder auf einen Satz schaute: „Verloren zu gehen hilft dir, neue Wege zu finden“

IMG_6326Dieser Satz war eigentlich eher unscheinbar zwischen den vielen Sprüchen, und trotzdem las ich ihn jedes Mal, wenn ich nach oben ging. Und er tröstete und ermutigte mich, wenn die negativen Gefühle wieder oberhand nahmen.

Ja, und heute sah ich dann auch den Satz darunter: „Hör auf deinen Körper“.
Schon seit zwei Wochen habe ich eine Erkältung – für mich völlig untypisch. Seit Jahren hatte ich das nicht mehr. All meine Affirmationen, meine Hausmittel, die Spaziergänge ans Meer – nichts half wirklich. Nur immer schlafen – ich war einfach müde nach großen Anstrengungen der letzten Wochen, dachte ich.

Heute, als sich die Nebenhöhlen zusetzten und auch ein Zahn schmerzte, fand ich dann den Schlüssel, wieder bei Louise Hay. Das bedeutet: wieder einmal loszulassen, was mich erschüttert hat. Und die entsprechende Affirmation:
„Frieden und Harmonie erfüllen und umgeben mich jederzeit. Alles ist gut.“

Ja, es war eine wundervolle Woche. Ich bin nicht verloren gegangen, jedenfalls nicht wirklich, aber ich habe neue Wege gefunden. Ich habe sie nicht gesucht, sie haben sich mir gezeigt und ich habe nicht gezögert, sie zu gehen.

Mir fällt das Gedicht einer verstorbenen Freundin ein, das sie uns anlässlich unseres Umzugs nach Fehmarn geschrieben hatte:

Irrwege
Manchmal steht man an einer Kreuzung
und weiss die Richtung nicht mehr
hat sich total verschätzt
war einfach gedankenlos
dann braucht man Zeit
sich wieder zu besinnen
und den rechten Weg doch noch zu finden
Viel Zeit!

Die Richtung nicht mehr wissen, verloren gehen hat also etwas Gutes: Man findet neue Wege, man bewältigt die anstehenden Veränderungen.
Am 11. Februar ist mein Verlag 4 Jahre alt geworden, und nun zeigt mir jede Veränderung deutlich die neuen Wege für mich als Verlegerin auf.

Am letzten Mittwoch wählte ich die Nummer eines mir unbekannten Anrufers: Helga König bot mir ein Interview in ihrem Online-Magazin „Buch, Kultur und Lifestyle“ an – und heute schon wurde es veröffentlicht.

Helga König im Gespräch mit Dr. Beate Forsbach, Inhaberin des Unternehmens „Edition Forsbach“

Ich bin glücklich und dankbar für dieses Interview und die vielen positiven Gespräche und Ereignisse in der letzten Woche, die mich vergessen lassen, dass ich beinahe „verloren gegangen“ war. Und nun werde ich mit meiner Affirmation ganz sicher auch noch meine Erkältung heilen: „Frieden und Harmonie erfüllen und umgeben mich jederzeit. Alles ist gut.“

Euch allen wünsche ich, dass Ihr jemandem begegnet, der Euch hilft, neue Wege zu finden, wenn Ihr mal verloren gegangen seid. Alles wird gut!

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

IMG_0224

… hat alles seine Zeit

senta und ich - SonneDas neue Jahr 2015 ist nun schon 25 Tage alt – einen Monat ist es her, seit ich meinen letzten Blogartikel schrieb. „Frohe Weihnachten“ hatte ich Euch gewünscht – und dann war nicht nur mein Telefon stumm geworden. 8 Tage lang funktionierte das Telefon nicht, und ich erlebte das erste Weihnachtsfest meines Lebens ganz alleine.

Nun, eigentlich war ich nicht alleine, Senta war ja da, und am 2. Weihnachtstag ging ich in das italienische Restaurant, wo ich früher mit Hans Christian immer so schön gefeiert hatte, bis er die große Treppe nicht mehr schaffte. Ich bestellte mir ein tolles Menü und einen guten Wein – und war glücklich, weil ich das gemacht hatte. In dem vollbesetzten Restaurant konnte ich auch alleine nicht einsam sein. Ich war ja mit mir zusammen. Zuhause schmiedete ich Pläne, wie ich das nächste Weihnachtsfest verbringen möchte. Mit Senta nach Seefeld – das steht hoch im Kurs.

Weihnachten war schön, ich habe es so gefeiert, wie all die Jahre mit Hans Christian. Mit Tannenbaum, echten Kerzen (und einer Lichterkette), der alten Krippe und der Engelkapelle, mit dem Lied „Stille Nacht“ von der alten Weihnachtsplatte aus meiner Kinderzeit und dem Märchen vom kleinen Tannenbaum von Hans Christian Andersen. Nachmittags war ich mit Senta zum Friedhof gewandert, um Hans Christian an seinem Grab „Frohe Weihnachten“ zu wünschen. Nach der Bescherung war es fröhlich bei uns – so ein Berner Sennenhund ist einfach ein guter Kamerad: einerseits erinnerte sie sich noch an unsere Bräuche vom vergangenen Jahr, andererseits war sie munter dabei, als wir einiges anders machten. Zu schön waren ihre schmackhaften Geschenke.

Heute Abend nun, nach einem leckeren Abendessen – das Steak bot auch Senta ein paar Leckerbissen – war ich in der Stimmung, noch etwas Musik zu hören, anstatt weiter am Schreibtisch mein neues Buch zu setzen. Das hat auch noch Zeit bis morgen, dachte ich. Senta genoss das Beisammensein auf dem Sofa, Rotwein trinkt sie ja noch nicht, aber für frisch geknackte Erdnüsse ist sie doch zu haben. „Einmal leben“ – das Lied von Rolf Zuckowski erinnerte mich an meinen Blog vom Juli 2014.

Einmal leben,
einmal leben,
zweimal leben gibt es nicht.
Einmal leben,
einmal leben,
und die Sonne scheint in dein Gesicht.

IMG_6333Ein strahlend schöner Wintertag war das heute gewesen, und ich war mit Senta rund um das große Feld hinter meinem Haus gewandert. Beim Spaziergang wurde mir wieder klar, warum die Menschen in Schleswig-Holstein besonders glücklich sind: Die Farben und die grenzenlose Weite der Landschaft, selbst wenn man nicht am Meer ist, lassen mich froh und frei fühlen. Erkältungskrankheiten kenne ich gar nicht mehr, daran ist natürlich mein Hund als zusätzlicher Glücksbringer nicht ganz unschuldig.

Erst gestern waren wir mit unseren Hundefreundinnen im Schneetreiben zum Meer gewandert und hatten unseren kleinen Strand besucht. Hinterher ein heißer Tee und selbst gebackener Apfelkuchen in der gemütlichen Küche – alles hat seine Zeit. Das Büchermachen ging mir später gut von der Hand, und als ich nach der selbst gekochten Kartoffelsuppe müde wurde, ging ich einfach ins Bett. Heute morgen erwachte ich dann wundervoll ausgeschlafen und voller Energie.

4ba5f44a4dba0e01dedfa5f448409390Mir geht eine Email nicht aus dem Kopf mit dem Betreff: Wie Ihre 5 nächsten Mitmenschen Ihr Leben bestimmen. Hier wird die Aussage von Jim Rohn zitiert, dass man in sämtlichen Bereichen des Lebens so wird, wie der Durchschnitt der 5 Menschen, mit denen man die meiste Zeit verbringt. Das gilt für Geld, Karriere, Beziehungen, Motivation und Lebensqualität. Ich habe eine Liste erstellt der Menschen, mit denen ich in den letzten Wochen Gespräche geführt habe. Es ist schwer, 5 Menschen zu benennen, mit denen ich die meiste Zeit verbringe.

Ich führe sehr viele Gespräche, und manche sind mir so wertvoll, auch wenn sie nur einen kleinen Teil meiner Zeit beanspruchen. Andere aber rauben mir meine Zeit – obwohl man das doch gar nicht kann, denn die Zeit ist ja immer da. Es sind Kontakte, die mich viel Energie kosten, Menschen, mit denen man endlose Diskussionen über negative Dinge hat.

Und so kam mir vorgestern der Gedanke, wie es wäre, wenn manches aus meinem Leben verschwinden würde, wenn negativ denkende und handelnde Menschen nicht mehr zu meinem näheren Umfeld gehören. Erleichternd war das Gefühl, nachdem ich einen Entschluss gefasst hatte. Ich entferne mich von Menschen, die mir nicht gut tun – und plötzlich ist wieder Frieden da. Ich kann mein Leben genießen und bin glücklich:
“Einmal leben, einmal leben, zweimal leben gibt es nicht.”

Diesen Abschnitt hatte ich schon in meinem Blogartikel vom 12. Juli 2014 geschrieben. Aber noch nicht umgesetzt – oder doch? Sind manche Menschen einfach notwendig, damit ich weiter lerne, mein Leben zu genießen? Inzwischen kann mich niemand mehr nervös machen oder ärgern. Ich habe mich entschieden, im Frieden zu sein. Mit meinem Umfeld und mit mir selber, in meinem Inneren.

Am 21. Januar hat sich der Tag gejährt, an dem Hans Christian den ersten Anfall in aller Frühe hatte – ich war dann ein paar Stunden später zu einer ambulanten Operation nach Lübeck gefahren. Die dann folgenden Tage wiederholen sich in meiner Erinnerung, bald ist sein erster Todestag da. Zwei nahe stehende Menschen sind in den letzten Tagen verstorben. Vorgestern sprach ich mit der Witwe meines alten Freundes Robert – und schon war die Erinnerung wieder wach an die letzten Januartage und ersten Februartage des letzten Jahres, an seine letzten Tage hier zu Hause, an unseren Abschied, an mein Loslassen, und an mein Glücklichsein, weil es so friedlich gewesen war. So wie bei meinem alten Freund, der mir vor vielen Jahren die Kraft des positiven Denkens vermittelt hatte – dafür bin ich sehr dankbar.

IMG_6084Als ich die Liste der 5 Menschen erstellte, mit denen ich die meiste Zeit verbringe, kamen mir zwei Gedanken: einmal ist es Senta, meine Berner Sennenhündin, mit der ich die meiste Zeit verbringe. Sie ist zwar kein Mensch, aber sie ist immer da und spürt mich, meine Gedanken und meine Gefühle.

Gut, wenn ich so werde wie sie. Sie ist zufrieden mit dem, was ich ihr biete: unser Haus und unser Garten, die schöne Umgebung, gutes Futter, dazu immer wieder etwas besonders Leckeres, genügend Schlaf, erlebnisreiche Spaziergänge zum Meer mit unseren Freundinnen, Spaß und Lebensfreude, gemütliche Stunden, dazu viel Ruhe, damit ich arbeiten kann.

IMG_6319Der zweite Gedanke: Nun ja, eigentlich bin ich die meiste Zeit mit mir zusammen: ein Gefühl, das ich seit Weihnachten spüre – ich selbst habe es in der Hand, wie ich in den verschiedenen Bereichen des Lebens werde. 2014 sind einige Menschen in mein Leben gekommen, und einige werden sich wieder verabschieden – hat alles seine Zeit.

2015 ist bisher – in nur 25 Tagen – so viel passiert, dass ich es gar nicht fassen kann. Nie hätte ich das am Silvestertag gedacht, was sich inzwischen entwickelt hat.

IMG_6044bVorgestern schrieb ich: Heute war wieder ein Tag, der mich glücklich gemacht hat. Alles kommt ganz anders, aber viel besser, als ich je gedacht habe. Offenbar stimmt es, dass man Glück und Erfolg anziehen kann. Ich fühle mich gut dabei, ich selbst zu sein. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Die CD von Rolf Zuckowski ist fast zu Ende, ich höre die letzten Verse:

Siegestaumel Niederlagen,
Abschiednehmen, Wiedersehn,
Trennungstränen und Versöhnung,
jede Stunde zählt.

Zweifeln, Hoffen, Danken, Beten,
ratlos fragen: „Gott warum?“,
immer weiter im Vertrau’n,
dass keine Stunde fehlt.

Lachend, weinend, freudetrunken,
stumm vor Traurigkeit,
voller Kraft und ausgebrannt,
hat alles seine Zeit.

Nun gehe ich zu Bett, zuversichtlich auf den nächsten Morgen, sicher, dass ich all das schaffen werde, was ansteht und was ich mir vorgenommen habe. Wie viel schöner war dieser Abend als frühere Nächte, die ich am Schreibtisch verbrachte, um mit selbst erzeugtem Druck die selbst gesetzten Ziele zu erreichen.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht und schließe mit einem Vers aus dem Lied von Rolf Zuckowski:

Ich liebe das Leben;
ich hab‘ nur das eine,
es wurde mir sogar geschenkt.
Ich liebe die Freiheit,
mich selbst zu entscheiden,
von oben behütet,
von innen gelenkt.

Die Magie der 1000 Tage

Gestern Abend entdeckte ich auf Facebook das Posting eines Facebookfreundes. Er hatte geschrieben, 1000 Tage seien etwas weniger als drei Jahre. Drei Jahre dauern exakt 1095 Tage. Er regte an, mal zu überlegen, wo man vor 1000 Tagen stand, was seitdem alles geschehen ist, wo man heute steht.

Und dann: Will man da stehen bleiben, wo man heute steht? Er regte an, mal in die Zukunft zu schauen: Wo möchte man in 1000 Tagen sein? Was möchte man dann erreicht haben?

Mich hat diese Anregung gleich begeistert!

Und so schrieb ich heute über meine 1000 Tage: Seit dem 12. November 2010, also seit gut drei Jahren wohnen wir hier in unserem hübschen Haus in dem kleinen Dorf Neujellingsdorf auf der Insel Fehmarn. Ich bin glücklich, dass wir hier unseren Heimathafen gefunden haben und alles sich gut entwickelt hat, trotz einiger Schwierigkeiten. Wir haben eine Berner Sennenhündin groß gezogen, obwohl mir damals jemand sagte: „Dafür sind Sie zu alt“, als wir den 8 Wochen alten Welpen ins Haus nahmen. Senta ist jetzt 2 1/2 Jahre alt und ein wirklicher Familienhund geworden. Obwohl wir sie kaum „erzogen“ haben, weiß sie, wie man sich benimmt – jedenfalls meistens. Finanziell geht es gut, obwohl ich seit über einem Jahr die Pflege für meinen Mann organisiert habe, inzwischen mit drei sehr guten Helfern. Ich kann alles finanzieren, meinem Mann geht es gut und ich habe Freiraum für meine eigenen Tätigkeiten.

Dann aber las ich, dass drei Jahre 1095 Tage sind, und daher die 1000 Tage etwas später begannen. Ich dachte nach und kam darauf: Ich habe meinen Verlag am 11. Februar 2011 gegründet, d.h. ich habe an diesem Tag den Gewerbeschein von der Stadt Fehmarn geholt. Unser erstes Buch „Die Probezeit. Über Abschiede, Neuanfänge und gute Freunde“ erschien erst im November 2011 – geschrieben von meinem Mann Hans Christian und mir.

Wenn ich nun bedenke, wie schwunghaft sich der Verlag in diesem, dem dritten Jahr entwickelt hat, bin ich sehr glücklich. Ich kann es manchmal kaum glauben, aber alles entwickelt sich zu unserem Besten. Nicht, dass ich nicht auch Fehler gemacht hätte – immer wieder – aber ich habe versucht, aus allen Fehlern zu lernen. Trotzdem geht es mit Riesenschritten voran.

Das Motto „Die Magie der 1000 Tage“ hat mich gestern Abend richtig begeistert. Insbesondere im Hinblick auf die nächsten 1000 Tage, die ja schon angebrochen sind. Ich hatte meine Ziele schon vorher formuliert, aber jetzt lege ich die Messlatte für den zukünftigen Erfolg in den nächsten 1000 Tagen (also bis zum 11.9.2016) entsprechend dem Erfolg der vergangenen 1000 Tage – und ich freue mich darüber und darauf!