Strandspaziergänge

img_0379Wir gehen fast jeden Tag zum Strand – wir, das sind meine Berner Sennenhündin Senta und ich. Es war nicht immer so: Erst seitdem sie im August gelernt hat, ins Auto einzusteigen, fahren wir zu den schönsten Stränden auf unserer Sonneninsel Fehmarn, um dort lange Spaziergänge zu machen. Sonntags fahre ich gerne zum Südstrand, der ziemlich weit von Neujellingsdorf entfernt ist. Fast täglich fahren wir nach Fehmarnsund, zu meinem Lieblingsstrand unterhalb der Fehmarnsundbrücke, der in gut zehn Minuten mit dem Auto zu erreichen ist.

Heute war das Wetter nach zwei regnerischen, nebligen Tagen voller Dunkelheit plötzlich wunderschön. Senta hatte mich schon vor der üblichen Zeit geweckt, die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel – und so fuhren wir gegen unsere Gewohnheit schon am späten Vormittag zum Südstrand.

img_0364Es war eine unwirkliche Schönheit, die wir dort erblickten: blauer Himmel, blaues Meer, kilometerlanger weißer Sandstrand und kaum Menschen.

Senta hüpft und springt am Strand vor lauter Vergnügen, und ich wandere am Wasser entlang, komme ganz zu mir, beruhige mich und vergesse, dass ich noch vorgestern gesagt hatte, ich könnte jetzt drei Jahre Urlaub gebrauchen. Die Sonne spiegelt sich gleißend hell im Wasser, das Meer ist ganz ruhig, es ist warm in der Sonne – der dicke Ledermantel, Mütze, Handschuhe und die gefütterten Stiefel sorgen für wärmende Behaglichkeit.

img_0350Wir begegnen nur wenigen Menschen, überholen einige, die skeptisch auf den großen schwarzen Hund schauen – schade, ich hätte gerne ein Foto von uns beiden gehabt an diesem wundervollen Tag. So nehme ich wenigstens ein „Selfie“ auf, denn Senta kann leider noch nicht fotografieren.

img_0369Wenn ich jetzt eine Videobotschaft aufgenommen hätte: was wäre der Inhalt gewesen? An diesem wunderbaren Sonntag, dem ersten Advent, hätte ich vom Frieden gesprochen, der mich erfüllt und den ich um mich herum empfinde. Von der Freude, die ich spüre – Vorfreude auf etwas, von dem ich nicht so genau weiß, was es eigentlich ist. Von der Erwartung eines Wunders, von dem ich nur träume, es mir aber gar nicht so richtig vorstellen kann.

Ich hätte noch mehr erzählen können: Von all den Erinnerungen, die mir hier an diesem Strand kommen – an unzählige Strandspaziergänge, die ich alleine gemacht hatte, als ich noch mit meiner Mutter hier gewesen war, an Strandspaziergänge, die dann immer kürzer wurden, als ich mit meinem Mann hier war. Bis er gar nicht mehr mitgehen konnte. Von der Bank hinter dem Wäldchen, bis zu der ich immer gegangen war, bevor ich ihn kannte – manche Erinnerung wäre auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

img_0376Und dann sah ich ein Paar mit Hund – sie blieben stehen, als ich näher kam. Und der Mann sagte: „Was für ein herrlicher Tag heute – man müsste immer hier auf Fehmarn leben.“ Worauf ich sagte: „Ja, ich lebe hier, und ich finde es wunderschön heute hier am Strand.“ Und ich bat ihn, ein Foto von Senta und mir zu machen.

img_0378Er würde auch gerne mit seiner Frau und dem Hund nach Fehmarn ziehen – schon aus gesundheitlichen Gründen. Und als wir uns noch darüber unterhielten, kam wie zur Bestätigung eine Bekannte vorbei, die vor einigen Jahren nach Fehmarn gezogen war, aus einer fernen Großstadt. Sie strahlte das Glück der zugezogenen Inselbewohner aus.

Gemeinsam gingen wir weiter – meine Gedanken und Erinnerungen, die schon vor drei Tagen beim Strandspaziergang ganz präsent gewesen waren, bekamen nun eine neue Bedeutung: diesen Menschen bei ihrer Entscheidung für die Insel zu helfen. Denn das Leben währt nicht ewig – gerade wenn man mit einer schweren Erkrankung konfrontiert ist, sollte man sich seinen Lebensmittelpunkt sorgfältig auswählen. Und schon waren wir bei dem Thema Gesundheit.

img_0382Das gute Ostseeklima, der blaue Himmel, der Sonnenschein – es gibt kaum einen Tag, an dem die Sonne nicht scheint – das Gefühl der Weite und Unendlichkeit, das man am Meeresrand verspürt, dazu die Bewegung mit dem Hund, der fröhlich am Strand entlang läuft und auch im Winter gerne badet. Die weitgehend stressfreie Lebensweise auf der Insel – na ja, im Sommer herrscht hier schon Stress, aber der wird durch die erholungsbedürftigen Urlauber mitgebracht.

img_0357Im Winter dagegen ist es ruhig, man kann tief durchatmen. Und diesem Paar ging es so, wie es auch meinem Mann und mir immer gegangen war: Wenn man zur Insel hinfuhr, verspürte man eine große Vorfreude und jubelte, sobald die Fehmarnsundbrücke zu sehen war. Wenn man aber wieder zurückfuhr, hatte man schlechte Laune und freute sich so gar nicht auf zu Hause.

Fehmarn – ein magischer Ort? Ja, das kann so sein, denn wie viele Menschen habe ich schon hier kennengelernt, die nicht wieder weg wollten von der Insel – so wie mein Mann und ich, als wir vor sechs Jahren beschlossen, einfach hierzubleiben, ein Haus zu kaufen und ein Hündchen anzuschaffen. Natürlich ist das hier nicht so eine Art „Dauerurlaub“, man muss auch dafür sorgen, dass der Lebensunterhalt gewährleistet ist. Der Mann hatte ein wenig Bedenken, denn so ganz ohne Geld … aber er nannte Beispiele von Menschen, die es gewagt hatten, sich eine positive, lebensbejahende Umgebung zu suchen.

Ich fragte, was er tun würde, wenn er nur noch ein Jahr zu leben hätte. Diese Frage hatte ihn wohl auch schon beschäftigt. Mein Mann und ich waren vor sechs Jahren hierher gezogen, eine Bekannte hatte damals gesagt: macht es, wenn ihr erst Hundert seid, bereut Ihr es, dass Ihr es nicht getan habt. Und so hat mein Mann immerhin noch dreieinhalb Jahre in dieser schönen Umgebung gelebt.

img_0386Wir gingen weiter und weiter. Plötzlich fiel mir die Bank wieder ein, bis zu der ich früher immer gegangen war. Zwar war es nicht mehr dieselbe Bank, aber der Mann machte ein Foto von mir und Senta – ohne zu wissen, was mich mit dieser Bank verband.

Ich war heute weiter gegangen, als ich sonst in all den Jahren gegangen war. Als ich sagte, dass ich umkehren wollte, begleitete mich das Paar mit dem Hund, der sich genau wie Senta über meine Leckerli freute. Auf dem Rückweg sprachen wir über Möglichkeiten, auf dieser Insel seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich erfuhr viel von den Leuten und gab ihnen meine Verlags-Visitenkarte – wer weiß, wann man sich einmal wiedersieht. Der Abschied war voller Optimismus und Vorfreude auf die Zukunft – vielleicht, nein, ganz sicher würden wir uns einmal wiedersehen.

Senta wollte gar nicht wieder vom Strand weg, aber ich zog sie in Richtung Auto, denn wir sollten jetzt etwas essen – jedenfalls sagte mir das mein Magen. Das Mittagessen war nur kurz an diesem Sonntag, und schon fuhren wir zu unserem Lieblingsstrand in Fehmarnsund.

img_0417Senta badete und freute sich ihres Lebens. Und dann legte sie sich in den Sand, als wollte sie den ganzen Tag hierbleiben. Zu schön war der Ausblick – und ich dachte wieder darüber nach, dass ich im nächsten Sommer öfter und länger mit Senta an den Strand gehen möchte, um dort nicht nur zu laufen, sondern auch Zeit zu verbringen, um mich zu sammeln und zu erholen, um nicht im Stress des Alltags durchzudrehen, um Ruhe und Frieden zu finden.

img_0422Wem nützt die viele Arbeit, wenn ich diese traumhafte Umgebung am Meer nicht täglich genießen kann? Vor einigen Jahren hatte ich mal Menschen kennengelernt, die jeden Tag an einen Strand hier auf der Insel gingen. Ich hatte davon geträumt, konnte es aber nicht umsetzen, weil Senta ja nicht ins Auto einsteigen wollte. Bis ich einen Mensch-Hund-Therapeuten engagierte, der uns Anfang August an zwei Tagen alles vermittelte, was uns fehlte: Fortan fuhren wir jeden Tag mindestens einmal an einen Strand. Aber ich schaute immer auf die Uhr: Oft waren wir in den letzten Wochen so spät dran, dass wir uns beeilen mussten, nicht ins Dunkel zu geraten. Schließlich wartete ja meine Arbeit!

img_0433Heute aber hatte ich mir Zeit gelassen – schließlich war es der erste Advent. Am Strand von Fehmarnsund gingen wir heute so weit, wie ich noch nie gegangen war. Verirren kann man sich ja nicht, wenn man immer am Wasser entlang geht. Und so gingen wir auch bei unserem zweiten Strandspaziergang an diesem Sonntag weiter, als wir je gegangen sind.

img_0455Und ich fand immer neue, unerwartete Perspektiven – und Senta fand immer neue interessante Eindrücke. Auf dem Rückweg dann erlebten wir das grandiose Schauspiel der untergehenden Sonne – und fuhren müde, aber glücklich, zurück nach Hause.

img_0463img_0487img_0491Am späten Abend dieses wunderschönen Tages machten wir wieder unseren Spaziergang durchs Dorf – und erlebten den schönsten Sternenhimmel, den ich seit Jahren gesehen hatte. Denn vor vier Wochen noch war ich mit Senta nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Haus gegangen.

Fazit: Am Strand finden wir wieder zu uns und unseren geheimen Wünschen. Und: wir sollten einfach das tun, was wir tun möchten. Denn wir wissen nie, ob es nicht eines Tages zu spät dafür ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns eine wundervolle Adventszeit, in der wir voller Vorfreude sind auf das Wunder, das uns erwartet und von dem wir träumen.

 

 

Die Magie von Armentarola

img_7734Seit mehr als sechs Jahren stand dieser Wunsch auf Platz 1 meiner Wunschliste: Wieder mal Urlaub in Armentarola zu machen, mit meinem Mann Hans Christian und unserer Berner Sennenhündin Senta. Seit Hans Christians Tod im Februar 2014 war daraus der Wunsch geworden, mit Senta in Armentarola Urlaub zu machen. Das war nicht so ganz einfach, denn Senta mochte nicht im Auto mitfahren.

bild_buchseminar_armentarola2016webIm Januar 2016 buchte ich acht Tage in Armentarola und schrieb das viertägige Seminar „Schreib Dein Buch in Armentarola“ aus. Und schon bald gab es mehrere Anmeldungen, denn das Angebot war attraktiv, zudem konnte man seinen Partner/seine Partnerin mitbringen und neben dem Seminar auch ein wenig Urlaub machen.

Am 12. September 2016 kam ich mit meiner Senta in Armentarola an – ich konnte es kaum fassen: mein alter Traum war Wirklichkeit geworden! Aber ich hatte auch einiges dafür getan, dass dieser Traum in Erfüllung ging: am 2./3. August war der spanische Mensch-Hunde-Therapeut José Arce bei uns auf Fehmarn, und nach dem persönlichen Workshop fuhr Senta im Auto mit. Den ganzen August über haben wir trainiert, ich fuhr 2-3mal pro Tag mit Senta zu den schönsten Stränden auf Fehmarn. Mitte August machten wir dann unsere erste große Reise nach Bayern – darüber habe ich in meinem letzten Blogartikel Willkommen im Leben berichtet.

img_7343Es war eine anstrengende Reise gewesen nach Armentarola: in Deutschland und Österreich herrschte eine große Hitze mit bis zu 35 Grad, die wir nicht gewohnt waren. Und so wunderte ich mich nicht, dass Senta nicht so richtig fressen wollte und ein wenig aggressiv und gleichzeitig matt war. Nach unserem Zwischenstopp in Würzburg suchten wir eine Tierklinik auf, da ich dachte, Senta hätte Schmerzen. Kurz vor unserer Abreise hatte sie noch gehumpelt und von unserer Tierärztin Schmerzmedikamente bekommen. Niemand hatte sich gewundert, dass Senta so außergewöhnlich viel trank – schließlich war es ein sehr heißer Sommer. Und da sie nicht so richtig fressen wollte, hatte sie ziemlich abgenommen.

In Armentarola ging es ihr dann gar nicht gut. Der Hotelchef Toni Wieser rief sofort den Tierarzt einige Dörfer weiter und mehrere Hundert Meter tiefer an, und nach dem zweiten „Alarm“ von mir konnte ich mit Senta dorthin fahren. Senta war schon ganz schwach, und eine Freundin hatte mich darauf vorbereitet, dass sie dies nicht überleben würde. Aber der Tierarzt Dr. Armando Mulciri schaute mich mit optimistischem Augenausdruck an und sagte, was es sein könnte. Und wenn es wirklich nicht mehr als das wäre, würde er Senta morgen operieren und sie wäre dann in zwei Tagen wieder fit.

Auch die Operation könnte Senta vielleicht nicht überstehen, ihr Herz sei doch so schwach, hatte mir die Freundin am Telefon schon erzählt. Auch der Tierarzt hatte das bestätigt – aber er gab Senta per Einlauf einige Medikamente. Und er war voller Optimismus. Ich blieb bis zum Abend bei ihr, sie war ganz schwach. Als ich mich in einer Bar nebenan stärkte und der Wirtin von Senta erzählte, sagte sie nur: der Dr. Mulciri würde nie ein Tier einschläfern, wenn es noch eine Chance gäbe. Und so fuhr ich am Abend beruhigt nach Armentarola zurück.

Am nächsten Morgen dann telefonierte ich mit dem Tierarzt und auch mit unserer Tierärztin auf Fehmarn. „Lassen Sie es sofort machen“, riet sie mir, „das ist eine tickende Zeitbombe“. Wir hatten offenbar Glück gehabt. Sentas Herz war nach der Ruhe in der Tierarztpraxis wieder völlig normal, und Dr. Mulciri und seine junge Kollegin operierten Senta am nächsten Mittag.

Ich aber hatte im Hotel mit Anna gesprochen, dem „guten Geist“ von Armentarola. Ich hatte sie um einige alte Handtücher gebeten, für den Fall, dass Senta nach der Operation wieder ins Hotel käme.

„Das hat schon seinen Grund, dass das ausgerechnet in Armentarola passiert ist“, sagte Anna zu mir. Und ich vertraute ihr und dem Geist von Armentarola, den ich vor eingien Jahren in meinem Buch zum 70-jährigen Jubiläum des Hotels beschrieben hatte. In diesem Hotel war ich oft mit meinem Mann gewesen. Die Lebenslust, die Heiterkeit und der Optimismus, die ich dort erfahren durfte, haben mein Leben, mein Denken und meinen Verlag geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar. Das habe ich im Vorwort zur Neuausgabe des Buches geschrieben, die im Oktober 2014 erschienen ist.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddimg_7410Es war genauso, wie der Tierarzt vermutet hatte. Nach der Operation durfte Senta noch zwei Tage in der Tierarztpraxis ausruhen, und ich konnte sie dort besuchen. Am Freitag dann, zwei Tage nach der Operation, durfte sie mit mir nach Armentarola. Denn sie braucht jetzt meine Gesellschaft, meinte Dr. Armando Mulciri. Glücklich holte ich sie ab.

img_7516Am Abend hielt unsere Autorin Sonja Volk im Hotel Armentarola einen Vortrag über ihr Buch „Gedankenpower“. Die gesamte Hotelleitung und viele Gäste waren gekommen und hörten interessiert zu. Ich sprach einige Worte über meinen Bezug zu diesem Hotel und auch über meinen Verlag. Sonja Volk bezauberte das Publikum – es war ein gelungener Abend.

img_7451 Am übernächsten Abend dann sprach mich ein Mann an, weil ich von der Magie dieses Ortes gesprochen hatte. Er kommt seit 30 Jahren hierher und seine Frau sagt auch, es ist ein magischer Ort. Er hat vor kurzem hier seinen 85. Geburtstag gefeiert – kommt immer noch mit dem Auto aus Süddeutschland hierher. Zweimal pro Jahr sind sie für je drei Wochen hier, und das tut ihnen und ihrer Gesundheit gut. Es gibt sie tatsächlich, die Magie von Armentarola.

Ich rechnete nach: Ich muss 81 werden, bis ich sagen kann, ich komme seit 30 Jahren. Und ich muss mich fit halten, damit ich mit dem Auto von Fehmarn hierher fahren kann.
Senta wollte mit in die Hausbar, sie hat wieder Appetit und – Durst. Alle Gäste freuen sich mit uns. Das ist das Wunder von Armentarola.

img_7809Ich war glücklich und erleichtert – mein Autorenseminar war gut gelaufen. Die Hotelleitung gab bereits am Freitag bekannt, dass mein Seminar im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, vom 13.-17. September 2017.

img_7740Am Sonntagabend aber kam mir die Erkenntnis: es ist so schön hier in Armentarola. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, und dort den richtigen Menschen zu begegnen – das ist manchmal (über-)lebenswichtig.

img_7788img_7595Senta fühlt sich hier so richtig wohl. Und ich auch. Ich danke der Familie Wieser und dem gesamten Team des Hotels Armentarola, den anteilnehmenden Gästen, vor allem aber dem Dr. Armando Mulciri, der meine kleine Senta geheilt hat – gemeinsam mit dem Geist von Armentarola.

Die Magie von Armentarola aber habe ich in den Tagen nach Sentas Operation besonders gespürt. In der Küche bereitete man ihr Hühnchen mit Reis zu, damit sie endlich wieder etwas fressen konnte. Und es schmeckte ihr, ihre Genesung war mit großer Freude zu beobachten.

img_7702Am Samstag nahm Sonja Volk ein Interview mit mir auf, in dem ich die besondere Inspiration dieses Ortes mit dem Erfolg im Leben im Verbindung brachte.

Und ich lud – ebenfalls per Videobotschaft – zum nächsten Treffen in Armentarola ein.

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Am Sonntag dann buchte ich kurz entschlossen unseren nächsten Aufenthalt in Armentarola – Anfang Dezember werden wir wieder dort sein. Vielleicht kommt auch eine Autorin oder eine Buch-Coaching-Kundin dorthin, um die grandiose Inspiration, die Magie von Armentarola, für das Schreiben ihres Buches wirken zu lassen. Auf jeden Fall werde ich selbst dort schreiben und leben, zusammen mit meiner Senta. Und ich werde das traumhafte Gefühl genießen, dass ich mir meinen alten Traum erfüllt habe.

img_7737Wer nun glaubt, ich hätte keine Träume mehr: die Magie von Armentarola hat mich mein Leben wieder mal neu ausrichten lassen. Wie wichtig ist es, den Zauber eines einzigartigen Ortes zu genießen, die gute Unterkunft, Bewirtung, die hervorragende menschliche Betreuung und die wundervolle Landschaft. So habe ich meinen nächsten Aufenthalt in Armentarola schon gebucht, und auch das nächste Seminar im September 2017. Und ich werde wieder dorthin fahren, denn irgendwelche Reisen rund um die Welt brauche ich nicht in meiner derzeitigen Lebensphase. Und Senta auch nicht. Die möchte es gut haben und mit mir ein wenig wandern, gerne in den schönen Bergen von Armentarola.

Und ich habe den Entschluss gefasst, meine Autorenseminare künftig nur noch an den für mich schönsten Plätzen der Welt stattfinden zu lassen: auf der Sonneninsel Fehmarn und in Armentarola.

14468510_10209153472506963_8065446549262733530_oDie 1200 km zwischen Neujellingsdorf auf Fehmarn und Armentarola sind leicht zu bewältigen: viele Freunde wohnen dort, wo wir vorbeifahren: in Bamberg, Würzburg, Karlsruhe, München und in Innsbruck. Es ist gar nicht so einfach, die nächste Reise zu planen mit all den Zwischenstationen und Einladungen, die wir beide haben. Nächste Woche fahren wir erst einmal los zur Frankfurter Buchmesse – auch das ist ein großes Ereignis in meinem jungen Verlegerinnen-Leben. Und Senta freut sich auf die Freundin, die wir bei dieser Gelegenheit besuchen. Zur Buchmesse kann ich sie ja schließlich nicht mitnehmen.

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Willkommen im Leben!

IMG_0305Heute vor drei Wochen hatte ich einen Mensch-Hunde-Therapeuten vom Hamburger Flughafen nach Fehmarn geholt: José Arce aus Mallorca. Ich kann mich noch an den Abend voller Spannung und Vorfreude erinnern. Jeden Tag war ich seitdem mehrfach mit Senta im Auto unterwegs zu den schönsten Stränden unserer Insel und zur Inselhauptstadt. Sogar mit den Hundefreundinnen waren wir schon unterwegs zum Strand von Großenbrode.Und heute vor einer Woche war ich wieder voller Vorfreude: Senta und ich sind nach Bayern gereist, haben Würzburg und Bamberg besucht. Das Leben bietet uns immer wieder neue Möglichkeiten, uns weiterzuentwickeln. Wir können jeden Tag aufs Neue damit beginnen.

IMG_3667„Willkommen im Leben“, sagte José Arce, als ich ihn am zweiten Tag seines persönlichen Workshops hier auf Fehmarn mit Senta in der Stadt abholte. Nicht nur für Senta hat ein ganz neues und aufregendes Leben begonnen, auch für mich. Erst vor ein paar Tagen sprach ich in einem Interview über Neuanfänge im Leben, vor denen sich mancher fürchtet. Auch ich musste während der Arbeit mit José einige Glaubenssätze, Sichtweisen, Vorbehalte, Zweifel und Gewohnheiten erkennen und aufgeben. Auch ich spürte ein leichtes Bauchgrimmen, als ich alleine mit Senta losfahren sollte. Ich sagte mir: „Du schaffst es. Man soll niemals seine Träume aufgeben.“ Und als Senta dann auf der Rückbank lag, spürte ich, wie es mir besser ging, der Mut und die Zuversicht immer stärker wurden und meine Kraft zum Weitermachen zunahm.

IMG_3664 IMG_3654 IMG_3647 IMG_3646Mit diesem Buch hatte ich José Arce vor fast 2 Jahren entdeckt: Eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung – das wünschte ich mir.

51b6lApck2L._SX376_BO1,204,203,200_Jeden Tag übe ich mit Senta, nun wartet sie schon immer, dass es endlich losgeht. Wir waren an Stränden, in der Stadt, in Cafés und Restaurants und schließlich auf dem Friedhof, am Grab meines Mannes und Sentas Herrchens. Und alles ging gut und in aller Ruhe.

IMG_6022IMG_6328IMG_5866IMG_5875 IMG_5869IMG_6083IMG_6076Ganz vorsichtig begann ich, meine Reisepläne zu konkretisieren. So viele Unsicherheiten gab es noch für mich, weil ich noch nie mit einem Hund verreist bin. Und so sind wir letzte Woche nach Bamberg gefahren, eine Freundin hatte uns eingeladen, in ihrem Haus zu wohnen. Und dann geht es endlich bald auch nach Armentarola.

IMG_6509IMG_0478Freude und Trauer – so nannte Verena Ullmann ihren Post über meinen Besuch mit Senta. Ja, meine Freude war riesengroß: darüber, dass ich mit meinem Hund eine Reise von fast 700 km mit dem Auto geschafft habe, dass wir zusammen in Bayern waren, über die freundliche Einladung, die Ermutigung und die Unterstützung von Verena Ullmann, aber auch über die schönen Besuche in Würzburg und Bamberg. Dort war ich vor allem wegen meines Zahnarztes.

IMG_0514Wirklich glücklich war ich aber, weil ich nun mit Senta auf den Spuren ging, die ich vor Jahren zusammen mit meinem Mann gelegt hatte. Wir haben ja fast 7 Jahre in Bamberg gewohnt, bis er krank wurde und wir 2010 diesen Wohnsitz aufgaben, um nur noch auf Fehmarn zu wohnen. Schließlich konnten wir auch nicht mehr reisen.

IMG_0526IMG_0542IMG_0549Und so wurde diese Reise auch zu einem Stück Trauerbewältigung für mich, das wurde mir erst klar, als wir von Bamberg wegfuhren. Senta hat sicherlich mein Glück und meine innere Ruhe gespürt, so dass sie überall ohne Bedenken mit mir ging: an Autobahnraststätten inmitten vieler Autos, durch dichtes Menschengewühl in der Innenstadt, durch Parkhäuser, in Aufzüge, in Restaurants und sogar zum Zahnarzt 🙂

IMG_6537IMG_6480„Du kannst einen Hund nicht belügen, er spürt, wer es ehrlich mit ihm meint“, schreibt Verena. Ja, das habe ich auch und vor allem durch den persönlichen Workshop mit José Arce erlebt, der uns als Mensch-Hunde-Therapeut auf den rechten Weg gebracht hat.

IMG_6185Die Erfolgserlebnisse der letzten Tage, die spürbare Liebe meines Hundes und der Traum, mit Senta in die Berge zu fahren, geben mir ganz viel Kraft, jeden Tag einen Schritt weiterzugehen.

IMG_6549Mein Tipp für alle, die sich mit dem Gedanken an ein neues Leben tragen, sich aber noch nicht trauen:

Anfangen, durchhalten und niemals aufgeben.
Man sollte niemals seine Träume aufgeben.

Einen Teil dieses Textes habe ich noch in mein neues Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ eingefügt, obwohl die Druckfahnen schon fertig waren. Aber dieser Neubeginn – Autofahren und Reisen mit Senta – hat mein Leben von Grund auf verändert.

Edition Forsbach-7Ich spüre eine Kraft in mir,
die mich allem Wandel gelassen begegnen lässt.
Beate Forsbach

(Fotos: José Arce, Verena Ullmann, Ralf Dombrowkski, Beate Forsbach)

Geburtstag

IMG_9847Nun ist mein Geburtstag vorbei. Der 64. Geburtstag. Bis zu diesem Datum wollte ich auf Fehmarn leben, so hatte ich es mir im März 2010 vorgenommen. Hier in meinem Haus in Neujellingsdorf auf Fehmarn, das ich nun bereits seit 5 ½ Jahren bewohne, habe ich gefeiert: mit einer Familie, von der ich vor 6 Jahren noch nichts ahnte. Und mit Freunden, die ich erst hier auf der Insel gefunden habe.

IMG_9846Es gab auch Wunder: An meinem Geburtstag kamen wir erstmals nach einigen Jahrzehnten zusammen: drei Cousinen – davon bin ich die jüngste. Das letzte Foto von uns Dreien wurde vor ca. 60 Jahren aufgenommen. Die Familie mit zwei süßen Kindern hatte eine Woche Urlaub gemacht hier im Dorf. Wir haben schöne Stunden miteinander verlebt. Was für wunderbare Begegnungen.

IMG_9845Wie immer habe ich in meinen Geburtstag hinein gefeiert. Senta ist dabei meine treue Begleiterin. Sie mag Geburtstage.

IMG_9764 IMG_9777 IMG_9787Noch in der Nacht las ich auf einer Geburtstagskarte: „Mit sich selbst im Frieden leben ist wohl das höchste Glück auf Erden – ein Spruch, der nicht besser auf Sie passen könnte.“

An meinem 64. Geburtstag bin ich im Frieden – mit mir und meinem Umfeld.

IMG_9793Louise Hay hatte heute den passenden Spruch für mich parat: „Ich glaube an mich. Ich weiß, ich bin fähig, Mitschöpfer einer friedlichen Welt zu sein. Ich suche mir Freunde, die meine Interessen teilen, und gemeinsam helfen wir einander.“

Ich glaube an michIMG_9826Ich danke Euch von Herzen für Eure liebevollen Glückwünsche, online und offline. Ich bin beeindruckt von den vielen guten Wünschen, aber auch von den zahlreichen Bekundungen der Dankbarkeit für meine Texte und Bilder.

IMG_9828Ich danke Euch allen, die mich in den letzten Wochen durch stürmische Zeiten begleitet, mir Mut gemacht und viel Zuspruch gegeben haben.

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten38Jemand schrieb: Mögen sich alle Deine Pläne, Wünsche und Träume erfüllen und Dir Flügel verleihen, damit Du auch mal gegen den Wind voller Leichtigkeit fliegst. „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ ist schon lange mein Lebensmotto, aber die Leichtigkeit, die ist erst jetzt dazugekommen. Und wird hoffentlich noch lange mein Begleiter bleiben.

IMG_9816 - Arbeitskopie 2Heute Abend bin ich sehr glücklich. Ich danke Dir, dass Du meine Worte gelesen hast. Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und Deine Freundlichkeit. Und ich wünsche Dir, dass auch Du diesen Frieden spüren kannst, den ich heute empfinde.

Deine Beate Forsbach

Neujellingsdorf/Fehmarn, den 20. Mai 2016

 

Frohe Ostern

Frohe OsternHeute am Ostersamstag begann ich ein neues Buch-Coaching – es ist immer wieder schön für mich, einen solchen Neubeginn zu erleben: Wenn der Autor voller Spannung und Neugier ist, obwohl er noch gar nicht ahnen kann, was ihn als Buchautor alles erwarten wird.

Ich erinnerte mich an meine allererste Buch-Coaching-Kundin Laura Lüdtke, der ich geholfen hatte, ihren Traum vom eigenen Buch zu erfüllen. Sie hatte mir eine Tischdecke geschenkt, weil ihr Sohn als Markthändler mit Tischdecken handelte. Und sie wollte mich damals unbedingt bezahlen für das Buch-Coaching – dabei hatte ich es aus Freundschaft gemacht und traute mich gar nicht, dafür Geld zu verlangen. Denn Laura Lüdtke gehörte zu den sogenannten „kleinen Leuten“ – mit ihr machte ich die Erfahrung, dass die „kleinen Leute“ oft einfach auch besonders glückliche Leute sind. Eines ihrer schönsten Gedichte:

Glücksmomente sind:
Die kleinen
Augenblicke dazwischen
Eine Wolke segelt
Musik dudelt
Ein Blick
Eine Berührung
zu spüren
und ahnen
in welchem Elfenbeinturm
aus Frieden
und Wohlstand wir leben.
Glücksmomente sind
in Kinderaugen zu schauen.
Den blauen Himmel sehen,
sich an der Schönheit
einer am Wegesrand
wachsenden Blume
zu verlieren.
Trost von Freunden zu empfangen
und Tränen trocknen.
Lachen,
das unser Herz erfreut!
(Laura Lüdtke, 1937-2009)

Jedes Jahr zu Ostern lege ich die Tischdecke auf, die Laura mir damals geschenkt hat.

IMG_9435 Hier auf unserer schönen Sonneninsel war heute wundervolles Frühlingswetter – ich war am Südstrand, wo ich so viele Jahre lang schöne Zeiten verbracht hatte.

IMG_9407Am Nachmittag machte ich einen schönen Ostersamstagspaziergang mit Senta, die freudig an den Osterglocken schnüffelte, die hier im Dorf an den Straßenrändern blühen.

IMG_2943Es ist mein drittes Osterfest, das ich alleine mit Senta feiere. Ich bin sehr dankbar, dass es uns so gut geht. Seit Jahren feiere ich Ostern als Zukunftsfest, und auch diesmal habe ich Pläne und Ziele für die Zukunft.

Vor einem Jahr knackte es kurz nach Ostern in meinen Zähnen – seitdem fahre ich immer wieder nach Bamberg, zu meinem früheren Zahnarzt. Dieses Jahr nun bin ich gesund zu Ostern – und freue mich auf alles, was noch kommen wird. Neulich, am 70. Geburtstag einer Internetfreundin, habe ich mir etwas gewünscht, was ich bis zu meinem 70. Geburtstag am 20.5.2022 erreicht haben möchte. Denn zum 64. Geburtstag dieser Freundin hatte ich mir gewünscht, bis zu meinem 64. Geburtstag auf Fehmarn zu leben – dieses Ziel habe ich schon seit über 5 Jahren erreicht, obwohl ich noch nicht 64 bin.

Eigentlich ist alles ganz einfach: Das Leben liebt mich, zumindest habe ich den Eindruck, und es wird schon dafür sorgen, dass das Richtige zur rechten Zeit eintrifft.

Edition Forsbach_Z-3Ich wünsche allen Freunden und Lesern meines Blogs ein frohes Osterfest!

Dankbarkeit – mein Jahr 2015

IMG_0817Wirklich – ich kann mich nicht mehr erinnern, mit welchen Gefühlen ich in das Jahr 2015 gestartet bin. Ich erinnere mich nur an den Silvestertag 2014, als nach 8 Tagen das Telefon wieder ging, ich am Nachmittag Besuch von einer neuen Lektorin bekam, um 21 Uhr den Anruf einer neuen Autorin, bis kurz vor Mitternacht mit einer anderen Autorin über den Sinn einer gemeinsamen Besprechung mit der Lektorin gechattet hatte, um Mitternacht eigentlich ziemlich unglücklich war, das neue Jahr mit einer Diskrepanz begonnen, am zweiten Tag eine mehrstündige, letztlich erfolglose Besprechung mit Lektorin und Autorin durchgeführt hatte, ein paar Tage später das intensive Gefühl hatte, ohne ein professionelles Coaching all das nicht mehr bewältigen zu können. Es gab Buchpläne, aufgrund deren ich eine Lektorenstelle ausgeschrieben, drei Kandidaten probeweise eingestellt sowie einen Vertrag mit einer großen Verlagsauslieferung abgeschlossen hatte. Denn ich hatte das Gefühl, die anstehenden Veröffentlichungen nicht mehr mit den bisherigen Mitteln und Mitarbeitern bewältigen zu können. Und manches davon stellte sich später als Fehlentscheidung unter dem Druck der aktuellen Situation heraus.

Wie meine persönliche Lage am Neujahrstag 2015 war, weiß ich nur noch ungefähr: mein Mann war noch kein Jahr tot, ich war noch voller Trauer, hatte Silvester letztlich alleine verbracht, wurde am Neujahrstag vom Anruf einer mitfühlenden Bekannten geweckt und rief daraufhin eine alleinstehende Bekannte an, weil ich mir erwiesene Wohltaten immer gerne weitergab, telefonierte einige Stunden mit anderen Bekannten, bis ich am Abend ermattet ins Bett fiel – ohne zu mir selber gekommen zu sein. Beim obligatorischen „Traumschiff“ war ich sicherlich eingeschlafen, wie auch heute – nur dass ich am Neujahrstag 2016 den deutlichen Impuls verspürte, noch einen Rückblick auf mein Jahr 2015 zu verfassen, nachdem ich den heutigen Tag ganz nach meinen Wünschen verbracht hatte. Und ich habe heute das Gefühl, zu mir selber gefunden zu haben, seit einigen Monaten wieder glücklich leben zu können.

Anfang Januar sprach ich mit einem Coach über ein Buchprojekt. Am nächsten Tag schrieb ich ihm: „Mein Leben hat sich ja im Laufe des vergangenen Jahres stark verändert, dazu ist mein Verlag, den ich Anfang 2011 gegründet habe, in einer aufregenden Entwicklungsphase. Auch wenn ich schon 62 bin, denke ich, dass ich mit Ihrer Unterstützung und Inspiration noch viel mehr erreichen kann – denn ich liebe den Erfolg!“ Ich lernte, die „Glücksformel“ für mein Leben anzuwenden: „Tue immer mehr von dem, was Dir gut tut. Tue immer weniger von dem, was Dir nicht gut tut.“ Mir ging es darum, wie ich mein Leben mit meinem Verlag (und meinem Hund) so schön gestalte, dass ich möglichst viel Spaß an allem habe: An der Arbeit, den Autoren und Lektoren, den Büchern, meinem eigenen Schreiben – und dem sonstigen Leben.

In den nächsten Monaten folgten Niederlagen und Höhepunkte in meinem Leben als Verlegerin: Schöne Erfolge mit einigen Büchern, finanzielle Misserfolge, das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein, ein Buchprojekt, das mich emotional sehr viel Kraft kostete, Vertragsauflösungen, die für mich oft einen Tiefpunkt bedeuteten – und schließlich das Gefühl, eigentlich nie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können, weder in Bezug auf Buchprojekte noch in Bezug auf das private Leben.

Nur ganz wenige Wegbegleiter waren immer für mich da: Meine „Hundefreundin“ mit ihrer Jenny begleitete mich auf vielen Spaziergängen und nahm meine Senta bei sich auf, als ich ab Ende April mehrfach nach Bamberg zu meinem früheren Zahnarzt fuhr und im September in der Uniklinik war. Mein ältester Freund half mir in vielen juristischen Fragen, meine erst 2013 gefundene Familie aus Hamburg machte sogar Urlaub in Neujellingsdorf und war eigentlich immer für mich da. Und meine Berner Sennenhündin Senta wurde zu meiner geliebten Seelengefährtin – sie half mir in den Tagen der Trauer und machte mir insgesamt viel Freude, allerdings zeigte sie mir auch, dass sich das Leben nicht so schnell weiter entwickelte, wie ich es mir oft wünschte. Ich hatte Geduld zu lernen.

Ich trennte mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und viele schlaflose Nächte. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute, am Neujahrstag 2016, spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

„Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere“, diese Erfahrung habe ich mehrfach im vergangenen Jahr gemacht. Nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter in meinem Verlag, sogar im ganz persönlichen Bereich von Familie und Freunden habe ich das erlebt: Ich habe nach ca. 60 Jahren eine Cousine wiedergefunden, die wie eine Schwester für mich ist. „Du bist ein Glücksfall für mich“, sagte sie mir erst kürzlich. Was kann es Schöneres geben, als ein „Glücksfall“ für einen anderen Menschen zu sein. Ich habe neue Freunde gefunden, die mich unterstützen und begleiten – das ist etwas, was ich in den letzten Jahren selten erlebt habe. Zwar war die Liebe zu meinem verstorbenen Mann groß gewesen, doch ich hatte in den letzten Jahren die ganze Verantwortung für ihn und unser Leben übernommen.

Seit Ende 2008 hatte ich Schweres zu tragen und war stark geworden – nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Und so habe ich seit September 2014 insgesamt ca. 20 Kilo abgenommen, ohne Diät und bei einem Leben mit Genuss. Ich fühle heute eine große Leichtigkeit, in Bezug auf mein Gewicht und mein Leben. Ende 2015 bekam ich die Anregung, noch einmal Klavierunterricht zu nehmen. Schon seit einigen Monaten hatte die Musik wieder einen großen Stellenwert in meinem Leben bekommen – daraus hat sich eine ganz neue, ungewohnte Lebensqualität entwickelt. Ich laufe täglich mit Senta, meiner Berner Sennenhündin, meist 8-10 km, fast jeden Tag zum Meer, und diese täglichen Impressionen von Sonnenuntergängen, frischer Luft und dem Blick aufs Meer wirken sich positiv auf meine Gesundheit aus.

Im Sommer fuhr ich das erste Mal in die Berge, nach Seefeld/Tirol, wo ich auch über Weihnachten einige Tage verbracht habe. Mehrfach war ich in Bamberg, wo ich früher einige Jahre gewohnt habe und nun noch meinen damaligen Zahnarzt besuche. Die Behandlung wäre längst abgeschlossen, wenn ich nicht im September gestürzt wäre und mir einen vierfachen Unterkieferbruch zugezogen hätte. Die damit verbundenen 12 Tage in der Uniklinik hatten die Konsequenz, dass ich mir meiner positiven Einstellung und meines unbedingten Willens zum Gesundwerden bewusst wurde. Ich lief auf dem Klinikgelände jeden Tag ca. 8 km und war – trotz heftiger Blutergüsse im Gesicht – kurz nach der Entlassung in der Lage, zu einem Konzertbesuch nach Berlin zu fahren.

Außerdem machte ich die Erfahrung, dass Senta ein paar Tage alleine zu Hause bleiben konnte, versorgt vom Tierservice, und ich fortan auch mal kleinere Reisen planen konnte. So fuhr ich im November nach Düsseldorf, um Sonja Volk, eine Autorin meines Verlages bei ihrer Vorstellung ihres Buches Gedankenpower in einer großen Buchhandlung zu erleben. Danach konnte ich meine Freunde in meinem ehemaligen Wohnort am Niederrhein besuchen – erstmals nach mehr als vier Jahren. Nach der Rückkehr plante ich dann meinen Weihnachtsurlaub in Seefeld.

Mehr und mehr lernte ich auch, mich von Menschen zu verabschieden, die mir nicht gut taten. Ich lasse mich von niemandem mehr unterkriegen und bin nicht mehr bereit, etwas für Menschen zu tun, die das nicht würdigen. Einige Male habe ich die Zusammenarbeit aufgekündigt, ohne Angst vor den Konsequenzen. Ich kann gut loslassen, es bereitet mir keinen Schmerz mehr, denn die entstandenen Spuren sind jedes Mal Wege in eine bessere Zukunft. Mein unerschütterlicher Optimismus, mein positives Denken, meine grundsätzliche Überzeugung vom Guten im Menschen und mein Vertrauen in jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, helfen mir dabei. Und so habe ich im vergangenen Jahr trotz einiger Rückschläge auch große Erfolge erlebt.

Mein Autorenseminar auf Fehmarn war ein solcher Erfolg, dem in diesem Jahr mehrere weitere Seminare folgen werden. Ich erlebe einen stetigen Zuwachs an Bekanntheit in den sozialen Netzwerken, viele schöne Kontakte sind entstanden, viele Buchprojekte geplant worden. Und so finden auch meine eigenen Texte mehr und mehr Anklang bei immer mehr Menschen. Darüber bin ich besonders glücklich, war es doch von Anfang an mein Ziel, durch meinen eigenen Verlag positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen und (angehende) Autoren anregen und inspirieren zu einem guten Leben und guten Büchern. Mein Buch „Der Traum vom eigenen Buch“ hat sich zu einem heimlichen Bestseller meines Verlages entwickelt und bringt mir auch im Buch-Coaching-Bereich immer wieder neue Kunden.

Und schließlich entwickelt sich mein ursprünglich geplanter Schwerpunkt „Musik“ in meinem Verlag: Nachdem ich zu Weihnachten 2014 meine Dissertation neu publiziert hatte, kam im Herbst 2015 mein erstes Fachbuch neu heraus, und im nächsten Jahr sind gleich mehrere Veröffentlichungen im Musikbereich geplant. Ich habe meine Websites neu gestaltet und von einem professionellen Webmaster einrichten lassen. Seit Februar werden die Bücher von einer Verlagsauslieferung verschickt, die alle Bestellungen abwickelt. So bin ich weitgehend vom Paketepacken und Schreiben von Rechnungen befreit. Ich arbeite mit mehreren großen Druckereien zusammen und lasse zunehmend größere Auflagen unserer Bücher herstellen. Diese Investitionen werden sich hoffentlich in 2016 auszahlen.

In diesen Tagen ziehe ich mit fast 5000 Büchern meines Verlages um zu einer neuen, kleineren Verlagsauslieferung – ich habe mich dafür entschieden, um für die Zukunft bessere Möglichkeiten zu haben, auch wenn es dadurch im Vorweihnachtsgeschäft einige Einbußen gegeben hat. Aber ich habe gelernt, dass finanzielle Einbußen durchaus positive Nebenwirkungen haben können. In der neuen Verlagsauslieferung erfahre ich bereits jetzt eine individuelle Betreuung durch den Chef und die Mitarbeiter. Ich habe gelernt, mich zu entscheiden, für oder gegen Dinge und Menschen, auch wenn es unangenehm ist. Und so sehe ich voller Zuversicht dem fünfjährigen Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 entgegen.

In den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mir darüber Gedanken gemacht, worauf es in meinem Leben wirklich ankommt, was ich noch erreichen möchte, was und wer mir wirklich wichtig ist, was und wer nicht mehr zu mir gehört. Dieser letzte Punkt war am schwierigsten für mich, erfordert er doch einige Konsequenzen. Die Überlegung aber, was für mich wirklich Sinn ergibt, klärt vieles, was ansteht. Mir geht es darum, meinen Verlag weiter zu entwickeln und positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen helfen, besser zu leben, auch durch mein Vorbild.

Meine Wünsche für 2016 im persönlichen Bereich sind: Gesund und fit zu bleiben, Musik zu machen und zu hören, richtig gut Klavier spielen zu lernen, Zeit für mich und für mein Leben zu haben, meine eigenen Bücher endlich schreiben zu können, Urlaub zu machen an den für mich schönsten Orten der Welt, die Beziehungen zu den Menschen zu pflegen, die mir am nächsten sind. Ich halte es mit Louise Hay, die gesagt hat:

„Das Leben ist ganz einfach.
Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Nun ist das neue Jahr inzwischen schon mehr als 24 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2015 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2016 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

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Lebe die Melodie deines Lebens

IMG_9385Ein herrlich stürmischer Tag ist das heute auf unserer Sonneninsel.
Der Wind hat mich gerade auf dem Spaziergang so richtig durchgepustet und mich an mein Lebensmotto erinnert:

„Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“

Leider kann ich das Lied „Gegen den Wind“ von Reinhard Mey, das mich vor einigen Jahren vor meinem 60. Geburtstag inspiriert hat, nicht im Internet finden. Hier ist der Text: http://www.songtexte.com/…/rei…/gegen-den-wind-7bef5224.html

Beim Stöbern auf meinem Computer finde ich dazu einen Text, den ich Ostern 2012 geschrieben habe. Den möchte ich Euch heute zum Lesen geben:

Lebe die Melodie deines Lebens

Habe den Mut,
der Stimme deines Herzens zu folgen,
und lebe dein Leben so, wie du es haben willst.
(Dr. Doris Wolf: Lebensfreude-Kalender, Blatt 9/2012)

Neben unserem Badezimmerspiegel hängt der Lebensfreude-Kalender, und da lese ich zur Zeit jeden Morgen und jeden Abend: „Folge der Stimme deines Herzens.“ Aber wie klingt sie denn eigentlich, die Stimme meines Herzens? Und welches Lied singt sie, was für eine Melodie kann ich da hören? Das sind Fragen, die mich seit geraumer Zeit bewegen – vielleicht im Hinblick auf meinen baldigen „runden“ Geburtstag. Im Mai werde ich 60, und dieses „magische Datum“ lässt mich über mein Leben nachdenken.

Welche Ziel habe ich eigentlich, was ist der Sinn meines Lebens, was will ich im Leben noch erreichen, habe ich meine Berufung gefunden? Das sind Fragen, die mir immer wieder durch den Kopf gehen. Und immer wieder denke ich darüber nach, was mich auf meinem bisherigen Lebensweg dahin geführt hat, wo ich heute bin. In mir entstand der Wunsch, meine Lebenserinnerungen zu schreiben, um die Melodie meines Lebens zu finden.

Vor vier Jahren beschrieb ich in meinem Buch „Leben ist mehr – Lebenskunst lernen beim Älterwerden“ meine Gefühle und Gedanken an meinem 55. Geburtstag. Seit meinem 50. Geburtstag hatte sich viel verändert, wir waren vom Niederrhein nach Bamberg gezogen. Wir hatten Pläne und Wünsche für unseren Alterswohnsitz, wollten die Kultur genießen, die schöne Umgebung, und die Nähe zu den Bergen. Ein Hotel in Tirol und eines in den Dolomiten wurden unsere Stammquartiere.

Aber immer war da auch Fehmarn mit unserer kleinen Wohnung am Meer – wie ein Kontrapunkt zu unserer Lebensmelodie. Oder ein Leit-Motiv, ein Thema der Melodie unseres Lebens? Irgendwann begann ich zu spüren, wie wichtig das Meer für mich ist. Und ganz allmählich wurde aus dem Motto „Leben ist mehr“ die Melodie „Leben ist Mee(h)r“.

Unser Leben hatte sich stark verändert, die Krankheit meines Mannes hatte unsere Pläne für das Älterwerden über den Haufen geworfen. Und ohne lange nachzudenken ergab sich im Sommer 2010 eine erneute große Veränderung, der Umzug an die Ostsee. So werde ich meinen 60. Geburtstag im eigenen Garten unseres Hauses in Neujellingsdorf auf Fehmarn feiern – einem Dörfchen mit nur wenigen Einwohnern. Dabei hätte ich mir niemals träumen lassen, eines Tages auf dem Lande zu leben, ganz in der Nähe der Ostsee. Ich hätte niemals daran gedacht, meinen Mann einmal pflegen zu müssen und außerdem einen Berner Sennenhund großzuziehen.

Immer wieder frage ich mich nach der Stimme meines Herzens, versuche die Melodie meines Lebens zu hören und mitzusummen. Was leitet uns eigentlich, wenn heftige Stürme in unserem Leben aufkommen, wenn Veränderungen nicht nur gewünscht, sondern notwendig werden? Ich bin in jenem Sommer vor zwei Jahren durch das Schreiben darauf gekommen, was die Melodie meines Lebens ausmacht. Die Blogs „Strandallee – Ein Weg zum Glück“ fanden viele Hundert Leser, die mich mit ihren Zuschriften und Kommentaren unterstützten, meine eigene Melodie zu finden.

Manchmal meinen wir, ein Ton störe in der Melodie unseres Lebens. Wir verändern die Melodie, lassen den störenden Ton einfach aus und suchen neue Motive. Doch irgendwie ist die Melodie nicht unsere, und in unserem Leben gibt es Probleme. Die Arbeit geht nicht von der Hand, die Beziehungen verändern sich, wir werden krank.

Wenn wir den Mut haben, der Stimme unseres Herzens zu folgen, können wir die Melodie unseres Lebens finden. Der vermeintlich störende Ton ist gerade das Besondere in dieser Melodie. Mit einem Male spüren wir Harmonie und einen Rhythmus, in dem wir uns glücklich fühlen. Wir summen die Melodie, als hätten wir nie etwas anderes getan. Unser Leben verläuft ohne Probleme, wir meistern alle Schwierigkeiten, unsere Beziehungen verbessern sich, wir bleiben gesund.

Für mich wurde aus der Melodie „Leben ist Mee(h)r“ das Lied „Bücher & Mee(h)r auf Fehmarn“, das nun zum Motto meines Verlages „Edition Forsbach“ geworden ist. Durch das Schreiben kommen wir der Melodie des eigenen Lebens auf die Spur, beim Schreiben hören wir die Stimme unseres Herzens und entwickeln Wegweiser, um unser Leben so zu leben, wie wir es haben möchten.

Letztes Wochenende ist eine Buch-Coaching-Kundin angekommen, die nun ein paar Wochen hier am Meer wohnt, ein Buch schreibt, sich beim Schreiben ihres Buches im Buch-Coaching beraten lässt und an meinem nächsten Seminar „So schreiben Sie Ihr Buch“ teilnehmen wird. Sie liebt das Meer und die Insel Fehmarn, die sie „Sonnenglücksgefühlinsel“ nennt. Sie ist dabei, die Melodie ihres Lebens zu finden, und es kann sein, dass sie hier auf Fehmarn leben möchte.

Vielleicht bekommst Du Lust, die „ Sonnenglücksgefühlinsel“ ebenfalls kennenzulernen – in einem Urlaub oder in einer mehrwöchigen Auszeit, um die Melodie Deines Lebens zu finden und vielleicht darüber ein Buch zu schreiben.

Ich bedanke mich für die vielen lieben Ostergrüße und wünsche Euch ein schönes Osterfest.

Herzliche Grüße von der Sonneninsel Fehmarn
Eure Beate Forsbach

PS: Diesen Text schrieb ich für meinen letzten Newsletter „Leben ist mehr“. Er fand sehr großen Anklang, und so möchte ich ihn hier anstelle von individuellen Ostergrüßen einstellen.  (Dr. Beate Forsbach – 7. April 2012)

Erinnerungen: Abschied für immer

Im Hafen von Warnemünde„Die Seele schläft nicht“, das hatte mir am 11. September eine Facebookfreundin, Eva-Maria Popp, als Kommentar zu meinen nächtlichen Gedanken geschrieben und mich dadurch zu dem letzten Blogartikel angeregt.

Heute wurde ich am frühen Morgen wach und versuchte wieder einzuschlafen, es war noch dunkel. Aber es ging mir eine Musik nicht aus dem Kopf und so wurden Gedanken wach, die mich nicht wieder einschlafen ließen. Ich machte dann, was ich zuweilen in solchen Momenten mache: ich schaute auf meinem iPhone, was es auf Facebook Neues gab. Und sah gleich zwei Fotos von Eva-Maria Popp, die meine Erinnerung schlagartig aktivierten. Der Text lautete: „Meine Schwiegermutter nimmt Abschied von unserer gemeinsamen Erinnerungstour an eine schöne Kindheit am Ostseestrand von Warnemünde. Ein letzter Blick aufs Meer.“
https://www.facebook.com/evamariapopp58/posts/986736088057914?pnref=story

Sofort fiel mir ein, dass ich die Geschichte von der letzten Fahrt über die Ostsee mit meiner Mutter in meinem Buch „Strandallee – Ein Weg zum Glück“ veröffentlicht hatte. Nach kurzer Suche fand ich auf dem Dachboden das Foto aus dem Hafen von Warnemünde, wo ich mit ihr am 14.10.1997 gewesen war. Auch das Foto vom Sonnenuntergang ähnelt dem, das Eva-Maria Popp auf Facebook gepostet hat.

Für alle, die meine Mutter kannten, und auch für meine vielen Freunde, die sie nicht kennengelernt haben, veröffentliche ich hier noch einmal die Geschichte „Abschied für immer“, die ich am 14. Oktober 2010 geschrieben hatte.

Abschied für immer
In den Herbstferien 1997 fuhr ich mit meiner Mutter für neun Tage nach Fehmarn. Ich war lange krank gewesen, und wir freuten uns auf einen geruhsamen Urlaub auf Fehmarn. Unterwegs hörten wir im Radio Unwetterwarnungen, man sollte die Fahrt möglichst unterbrechen. Wir aber wollten unbedingt auf Fehmarn ankommen, war ich doch nach der letzten Schulstunde losgefahren, um keine Minute dieser Ferien zu versäumen.

Und so fuhren wir am späten Abend bei einem heftigen Orkan über die Fehmarnsundbrücke. Am Südstrand konnte ich kaum die Autotüren aufmachen, um meiner Mutter hinaus zu helfen, so sehr blies der Sturm.

Nach ein paar Tagen hatten wir uns ausgeruht. Der 14. Oktober 1997 war ein herrlich sonniger Herbsttag, der Himmel war wolkenlos, die Ostsee ganz glatt und blau. Nach dem Frühstück beschlossen wir, diesen herrlichen Tag auszunutzen und eine Schiffsfahrt zu machen.

Meine Mutter liebte die Fahrten mit den Dampfern aus dem Hafen Burgstaaken, den sogenannten „Butterschiffen“. Man fuhr damit für ganz kleines Fahrgeld mehrere Stunden rund um die Insel, konnte dabei zollfrei einkaufen und lecker essen. Mein Anruf im Hafen ergab, dass das Schiff an diesem Nachmittag restlos ausgebucht war. Statt enttäuscht zu sein, überlegten wir, wie wir trotzdem eine Schiffsfahrt machen könnten.

Die große Fähre nach Dänemark mochten wir nicht so sehr, und so schlug ich vor, eine Fahrt mit dem neuen Tragflügelboot quer über die Ostsee nach Warnemünde zu machen. Es hatte erst im Sommer seinen Betrieb aufgenommen, aber wir waren noch nicht damit gefahren, weil die Fahrkarten recht teuer waren. Meine Mutter musste sparsam sein, ihre Rente war nicht allzu hoch, und sie ließ sich nicht gerne von mir einladen. Angesichts des wundervollen Oktobertages fragte ich nicht lange und bestellte zwei Fahrkarten für den Nachmittag.

Kurz vor der Abfahrt machte ich ein Foto von meiner Mutter im Hafen Burgstaaken. Sie liebte die Ostsee über alles, denn sie war in Danzig geboren und aufgewachsen. Seit 20 Jahren kamen wir schon zusammen nach Fehmarn, zuerst in den Herbstferien, später zu jeder Jahreszeit. Meine Mutter hat viele Bilder von dieser schönen Insel gemalt, die sie so sehr an ihre verlorene Heimat erinnerte.

Mutti97An diesem unglaublich herrlichen Tag machten wir also eine Schiffsfahrt nach Warnemünde. Dort hängte meine Mutter sich schwer an meinen Arm, und wir betraten eines der schönen Restaurants am Hafen. Ich war ein wenig traurig, weil meine Mutter nicht mit mir spazieren gehen konnte. Als ich hinaus ging, sah ich einen wunderschönen Regenbogen, den ich für meine Mutter fotografierte. Abends fuhren wir mit dem schnellen Tragflügelboot über die Ostsee zurück nach Fehmarn.

Es war ein wundervoller Tag. Wir hatten etwas getan, was wir sonst nicht gemacht hätten: Wir hatten uns eine schöne Schiffsfahrt über die Ostsee geleistet. Damals kannte ich mein heutiges Motto noch nicht, aber wir lebten danach:

„Glück kann man nicht auf morgen verschieben –
Leben ist jetzt und hier.“

Als wir am Ende der Herbstferien über die Strandallee nach Hause fuhren, ahnte ich nicht, dass es diesmal ein Abschied für immer sein würde. Aber anders, als man denken könnte. Vier Wochen nach dem schönen Ostsee-Ausflug war meine Mutter tot, sie starb am 11. November 1997 an einem zweiten Herzinfarkt, nachdem sie drei Tage zuvor den ersten Herzinfarkt überlebt hatte. Ich hatte nicht damit gerechnet, denn sie lag ja im Krankenhaus, war gerade von der Intensivstation auf die normale Station gebracht worden.

Am Abend dieses Tages, an dem im Rheinland der Karneval beginnt, erleuchtete ein großes Feuerwerk den Himmel über Dinslaken, mit dem die Martinikirmes ihren Abschluss fand. Für mich endete an diesem Abend ein Lebensabschnitt von über 45 Jahren. Meine Mutter war tot, nun hieß es Abschied nehmen.

Das Foto im Hafen Burgstaaken war das letzte, das ich von meiner Mutter aufgenommen hatte. In den Tagen vor der Beerdigung ließ ich es kopieren und rahmte es ein, um es einigen nahestehenden Menschen zu schenken.

Als Erinnerung an einen wunderschönen Herbsttag an der Ostsee und an eine großartige Frau, die mit Optimismus, Herzlichkeit und Humor ihr Leben gemeistert hat. Sie hat mir durch ihr Vorbild Liebe und Kraft für ein ganzes Leben gegeben. Und durch sie habe ich wohl auch meine Liebe zur Ostsee und zur Insel Fehmarn gefunden.

Strandallee 47Aus meinem Buch: Strandallee – Ein Weg zum Glück. Geschichten und Bilder von der Sonneninsel Fehmarn. 2. Aufl., Edition Forsbach 2013, S. 45-47

*****

„Die Seele schläft nicht“ – so muss es wohl sein. In den letzten Tagen war ich in Gedanken mehrfach in den Jahren 1996/97 gewesen. Es war eine große Umbruchzeit für mich gewesen, in beruflicher und gesundheitlicher Hinsicht, vor allem mit dem Abschied von meiner Mutter, und es war die Zeit, in der ich meinen Mann Hans Christian kennenlernte. Am 10. Oktober 1996 hatten wir uns zum ersten Mal getroffen.

Nun werde ich in den Sonntag hineinschlafen – ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.

 

 

Zeit für mich

IMG_8262Letzten Sonntag war es zwei Wochen her, dass ich auf die Idee kam, mir mal etwas Zeit für mich zu nehmen: wann hatte ich eigentlich zum letzten Mal ein warmes Wannenbad genossen? Und siehe da, ich finde ein Fläschchen „Zeit für Dich“ und Meersalz, das ich noch nie benutzt habe. Herrlich entspannt startete ich in den Sonntag …

IMG_7479Nun sollte man doch glauben, dass ich immer nur Zeit für mich hätte, nachdem ich bereits über ein Jahr nach dem Tod meines Mannes alleine mit meiner Berner Sennenhündin Senta lebe. Nein, das ist nicht so. Diese Erkenntnis kam für mich ganz überraschend.

Kurz zuvor hatte ich von einer Autorin meines Verlages gehört, dass sie sich den Freitag zum Schreiben ihres Romans freihält. Diese Idee fand ich so umwerfend, dass ich sie unserer Lektorin erzählte. Sie sprach davon, dass sie nicht wüsste, wann sie schreiben sollte. Aber mir empfahl sie umgehend, mir doch gleich zwei Schreibtage in der Woche zu nehmen. Das fand ich wirklich ungeheuerlich: gleich zwei Tage? nur für mich?

Und so begann ich an diesem Sonntag schon mal mit Zeit nur für mich. Lange überlegte ich, an welchen Tagen ich mir meine zwei Schreibtage einräumen sollte. Ich wählte dann den Dienstag und den Samstag. Unglaublich, wie eifrig ich am Montag all die vielen Verlagsangelegenheiten erledigte. Oft waren es Kleinigkeiten, mit denen ich mich lange, viel zu lange, aufhielt. Nun war ich motiviert, bis Dienstag meinen Tisch leer zu arbeiten, und es klappte. Ich freute mich schon richtig auf den Dienstagmorgen, wo ich ohne zu zögern aufstand und mich fertig machte. Facebook und das Mailprogramm wurden abgestellt, und ich begann mit der Arbeit an meinem Buch. Ich konnte mich voll darauf konzentrieren, weil ich alles andere beiseite geschoben hatte. Es war ein wundervoller und ergiebiger Tag.

Zeit für mich – das bedeutet nicht, dass ich gar nicht für andere da bin. Mein Verlag, das ist ja mein Lebensinhalt. Und so habe ich am nächsten Sonntag Zeit mit zwei meiner Autoren verbracht, aus freien Stücken, ohne äußeren Druck, weil ich das wollte. Und beide Male waren es beglückende virtuelle Begegnungen. Ich lerne allmählich, was es bedeutet, selbst darüber zu entscheiden, womit und mit wem ich meine Zeit verbringe.

Ich genoss dieses Wochenende im Bewusstsein des größten Luxus. Dabei ist es doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Jeder kann doch tun und lassen mit seiner Zeit, was er will. Das ist richtig, aber unser Denken ist einfach anders programmiert, mein Denken jedenfalls. Deswegen kam ich in den letzten Monaten fast nie dazu, meine eigenen Bücher und Texte zu schreiben.

Denn immer wieder gab es Ablenkungen durch Menschen, die etwas von mir wollten: ihr Buch in meinem Verlag veröffentlichen, ihre Manuskripte lesen, ihre Lebensprobleme anhören und dabei helfen, sie zu lösen. Unnütze Diskussionen über unwichtige Dinge raubten mir meine Zeit, die ich gerne für mich genutzt hätte. Und unsinnige Konflikte raubten mir den Schlaf und in Folge davon die Energie, meine Aufgaben in kurzer Zeit zu erledigen – um dann wieder Zeit für mich zu haben.

An diesem Sonntag vor zwei Wochen habe ich endlich erkannt, dass es nur eine Person gibt, die das ändern kann: ich selber! Meine Hündin Senta ist nämlich inzwischen sehr geduldig geworden und wartet stundenlang darauf, dass ich mit ihr zum Meer gehe. Nur wenn ich zu der gewohnten Zeit mal überraschend ein Telefongespräch führe, kommt sie nach oben in meinen Arbeitsbereich und beginnt zu bellen. Früher, als junger Welpe, hat sie unsere Möbel angeknabbert, um auf sich aufmerksam zu machen. Heute wartet sie, bis ich zum Spaziergang aufbreche. Dann aber hüpft sie vor lauter Freude durch die Gegend und kann es kaum erwarten, loszugehen.

Und so liegt es heute ganz alleine an mir, ob ich Zeit für mich habe oder nicht. Plötzlich bekam ich die Idee, neben dem gewohnten Spaziergang zum Meer am frühen Abend auch noch einen Morgenspaziergang ums Feld zu machen. Senta ist darüber ganz begeistert, es tut uns beiden gut. Denn sonst habe ich mich noch ziemlich müde mit einem Tee an den Schreibtisch gesetzt und Senta hielt ein Schläfchen. Nun starten wir beide munter in den Tag.

IMG_8160Eines aber findet immer statt, egal ob es mein Schreibtag oder ein Tag für die Verlagsarbeit ist: Wenn unsere Hundefreundinnen Karin und Jenny Zeit für uns haben, dann machen wir einen gemeinsamen Ausflug ans Meer. IMG_0102IMG_0078IMG_0086Ganz entspannt laufen wir durch die schöne Natur, freuen uns an unseren beiden Hündinnen, machen Fotos, erzählen, setzen uns auch mal irgendwo hin – und schauen einfach mal nicht auf die Uhr. Solche Tage sind wundervoll und machen glücklich.

IMG_0184Und das ist doch eigentlich der Sinn des Lebens, oder?

IMG_8280Gestern ging ich alleine mit Senta zum Meer, setzte mich ans Wasser und fühlte plötzlich Ruhe und Frieden – nur das Plätschern der Wellen und das Kreischen der Wasservögel waren zu hören. Die eigene innere Stimme wurde auch ganz ruhig. Die Seele baumeln lassen, so nennt man das wohl, diesen Zustand völligen Entspanntseins, in dem man ohne jegliche Gedanken einfach nur da ist. Na ja, ganz alleine bin ich ja nie. Denn plötzlich saß jemand neben mir – Senta aber versteht es, sich auch ohne Worte zu verständigen.

IMG_8283Zeit für mich – wann haben Sie das zum letzten Male genossen? Machen Sie es einfach mal, ich kann das empfehlen! Die Bank am Meer, die oben im Blogartikel abgebildet ist, lädt mich jeden Tag immer wieder dazu ein. Selbst Senta legt sich jetzt manchmal daneben und wartet, bis ich endlich aufstehe, um mit ihr weiter am Meer entlang zu laufen.

Es ist interessant, wie viele Gedanken mir kommen, seit ich mir regelmäßig Zeit für mich nehme. So fiel mir ein, dass heute vor fünf Jahren, am 1. Juli 2010, für meinen Mann und mich ein neuer Lebensabschnitt begann. Damals waren wir das erste Mal bei der Therapeutin in Westermarkelsdorf auf Fehmarn, gewesen, die meinen Mann so wirksam behandelte, dass wir uns im Laufe der nächsten Wochen entschlossen, ganz auf die Insel zu ziehen.

Und wir waren so voller Hoffnung! Es war eine wunderschöne Zeit, und heute denke ich daran. Ich habe damals davon geträumt, dass mein Mann auf einer Liege auf der Wiese liegt, unter einem Apfelbäumchen, und ich daneben sitze und schreibe. Und ein Hündchen liegt unter dem Tisch.

Unser Apfelbäumchen, das wir vor zwei Jahren gepflanzt haben, hat dieses Jahr tatsächlich die ersten winzig kleinen Früchte – der Hund liegt brav neben mir, nur mein Mann ist leider nicht mehr da.

Aber ich merke und bin glücklich, dass meine Träume in Erfüllung gehen, auch wenn immer wieder Verluste zu bewältigen sind. An diesem Tisch unter dem Apfelbäumchen arbeite ich jetzt an meinen Projekten – umgeben von blühenden Büschen und herrlichen Rosen. IMG_7550Ich wünsche Ihnen schöne Sommertage, an denen Sie Zeit für sich haben!

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Der 63. Geburtstag

IMG_6982Vor ein paar Tagen habe ich meinen 63. Geburtstag gefeiert – zum zweiten Male war ich mit meiner Hündin Senta alleine beim Hineinfeiern, und doch hat sich so vieles verändert im vergangenen Jahr. Einige alte und neue Freunde gratulierten mir direkt nach Mitternacht – welche Freude. Ich fühlte mich überhaupt nicht alleine, sondern war glücklich. Denn über ein Jahr nach dem Tode meines Mannes Hans Christian habe ich jetzt endlich das sichere Gefühl, ich selbst zu sein. Und ich fühle mich wohl in meinem neuen Leben.

63 Jahre alt bin ich nun – ich denke daran, wie mein alter Schulleiter und ehemaliger Deutsch-, Philosophie- und Englischlehrer vor genau 30 Jahren gesagt hat: mit 63 kann man ohne Angabe von Gründen in Pension gehen. Er hat das auch getan und ist heute mit 93 immer noch sehr lebensfroh. In diesem Jahr rief er mich zum Geburtstag an, weil er mir nicht wie sonst einen Brief mit der Hand schreiben konnte. Auch nehme er jetzt gelegentlich einen Stock beim Gehen, meinte er.

Ich denke an eine Bekannte in meinem Alter, die die Monate bis zu ihrer Pensionierung zählt und schon darüber nachdenkt, wie sie demnächst mal ihren Pflegeheimplatz bezahlen soll. Eine andere Bekannte, wie ich seit kurzer Zeit Witwe, traut sich nicht, mit dem Zug eine kleine Reise zu machen – sie ist jetzt 66. Eine jüngere Bekannte hatte mich einmal gefragt, warum ich das bloß mache, in diesem Alter noch einen Verlag zu gründen und selbstständig ein Unternehmen aufzubauen. Es wäre doch an der Zeit, sich auszuruhen. Eine andere jüngere Bekannte aber meinte, dass ich ihr immer jünger vorkäme, seitdem sie mich vor einem halben Jahr kennengelernt hätte.

63 Jahre, das sind 3mal 3 mal 7 Jahre. In meinem Lieblingsbuch „Wenn du es eilig hast, gehe langsam“ des gleichaltrigen Lothar Seiwert, dem führenden Experten für Zeit- und Lebensmanagement, findet sich die Theorie der Lebenszyklen, die besagt, dass der Mensch etwa alle sieben Jahre in ein neues Stadium der Persönlichkeitsentwicklung eintritt. Demnach wären die letzten sieben Jahre für mich eine Übergangszeit gewesen, der nun eine Phase der Stabilität folgt.

Dazu passt sehr gut der Ausspruch eines Bekannten: „2015 wird der Start in Ihr bestes Jahrzehnt sein.“

63 Jahre – das ist auch 3mal 21 Jahre. Mit 21 Jahren – 2 Jahre nach dem Abitur – wurde ich 1973 volljährig. So richtig kann ich mich nicht mehr daran erinnern. Ich habe studiert und mit 22 Jahren begonnen, neben dem Studium zu unterrichten. Das war eine große Chance für meine berufliche Entwicklung, die mir dieser heute 93jährige Schulleiter damals gegeben hat.

Mit 2mal 21, also 42 Jahren, hatte ich bereits 8 Jahre lang das zweithöchste Amt in der Laufbahn einer Gymnasiallehrerin erreicht, ich war Studiendirektorin, und bereits mit 35 Jahren schon Schulleiterin gewesen. Bis ich feststellte, dass dieser Beruf nicht das war, was ich wollte. Ich begann ein Promotionsstudium, um als Professorin an einer Hochschule junge Musiklehrer auszubilden und dazu beizutragen, den Musikunterricht an den Schulen ein wenig besser zu machen.

Das Leben zeigte mir einen anderen Weg, mit 51 Jahren verließ ich den Schuldienst. Mein Mann und ich zogen um vom Niederrhein nach Bamberg, wo wir ein paar Jahre ein glückliches Leben als „Jung-Senioren“ lebten, uns unsere Träume erfüllten: eine große, aber unbequeme Jugendstilwohnung, Bücher und Bücherregale, so viel wir wollten, einen wundervollen Flügel, Konzertbesuche und Reisen, wann immer wir wollten. Bis mein Mann krank wurde und wir in eine „barrierefreie, seniorengerechte“ Neubauwohnung mit allem Komfort umzogen.

Ein Jahr später dann zogen wir wegen der fortschreitenden Krankheit meines Mannes nochmals um nach Fehmarn, in ein Haus mit Garten auf dem Lande. Das schien zunächst mal etwas unbequemer zu sein, war aber aus heutiger Sicht eine sehr gute Entscheidung. Wir bekamen sogar ein Hündchen, zogen unsere Berner Sennenhündin Senta vom Welpenalter an auf. Eigentlich war das etwas, was man im „fortgeschrittenen Alter“ nicht mehr tut. Und dann gründete ich auch noch meinen Verlag – mit 58 Jahren. Es war eine bewegte Zeit, eine Übergangszeit in meinem Leben.

Das letzte Jahr war für mich voll der Trauer um meinen Mann. Gleichzeitig war es voller Arbeit, die ja bekanntlich ablenkt, die für mich aber auch notwendig war, weil ich nun plötzlich alleinige Eigentümerin eines schönen Hauses und eines aufstrebenden Verlages war. Ich habe viele Erfahrungen und manche Fehler gemacht, und dabei das Vertrauen in das Leben gelernt. Auch habe ich gelernt, gute von weniger guten Freunden und Beratern zu unterscheiden, mich von Menschen, die mir nicht gut tun, zu verabschieden und vieles loszulassen, was sich als Ballast im Leben erweist.

Nun mit 63 sollte also eine Phase der Stabilität beginnen, meine Perspektive auf die Zukunft hat sich verändert: nicht bis zum „offiziellen“ Rentenalter mit 65 als Autorin und Verlegerin zu arbeiten, sondern wenigstens 25 weitere Jahre. Denn ich habe entdeckt, dass Louise Hay, mein großes Vorbild, auch erst mit 58 Jahren ihren Verlag gegründet hat und nun mittlerweile 30 Jahre lang führt, natürlich mit der Unterstützung jüngerer Mitarbeiter und Co-Autoren. In nochmal 21 Jahren wäre ich 84, ich glaube, dass mir die Ideen bis dahin nicht ausgehen werden.

In den letzten Tagen sind mir – wie durch Zufall – einige ermutigende Beispiele älterer Frauen mit einem bemerkenswerten Leben begegnet:

Auch in meinem Verlag gibt es bewundernswerte ältere Frauen, wie Ottilie Krafczyk, die mit 80 Jahren ihr erstes Buch „Starke Frauen und die Liebe“ schrieb, Astrid Girgensohn, die mit 75 Jahren ein Buch über ihren Ritt von der Ostsee bis an den Atlantik publizierte, oder Gunda Dinklage, deren Buch über ihre erste Weltreise mit 70 demnächst erscheinen wird.

Nun werde ich noch verraten, was ich neben vielen wundervollen Blumen, schönen Dingen und leckeren Geschenken zum Geburtstag bekommen habe: Das Buch „Life loves you“  und die Film-DVD „Ihr Weg zum erfüllten Leben – Das Geheimnis wahren Reichtums“ von Louise Hay, das Buch „Ein Garten für die Seele“ von Susanne Oswald und das Buch „Buddha räumt auf – Wie man mit weniger glücklich wird“ von Regina Tödter. Diese Bücher sind richtungsweisend für den nächsten Lebensabschnitt genau wie die Gemüsespaghettimaschine und das zugehörige Rezeptbuch – denn gesunde Ernährung scheint etwas ganz Wichtiges beim Älterwerden zu sein.
IMG_7077Niemals hätte ich vor 21 Jahren gedacht, dass ich mal glücklich über meinen eigenen Garten und eine Berner Sennenhündin sein würde.

IMG_7441IMG_7061Übrigens hatte ich mir vor fünf Jahren vorgenommen, spätestens an meinem 64. Geburtstag auf Fehmarn zu wohnen. Nun, dieses Ziel habe ich schon mal erreicht.

Für alles andere wird das Leben sorgen.

Ich möchte allen Menschen, die mir diesen schönen Tag bereitet haben, ganz herzlich danken. So viele Briefe, Emails, Karten, Einträge bei Facebook, XING, Seniorentreff, so schöne Anrufe, Besuche, Musik und Geschenke – so viel Liebe!

Ich bin überwältigt von all den lieben Glückwünschen zu meinem Geburtstag und möchte heute – drei Tage danach – einfach all mein Glück mit Euch/Ihnen teilen.

Ich wünsche Euch/Ihnen ein frohes Pfingstfest.

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