Halbzeit 2016

IMG_5186Nun ist das erste Halbjahr gleich herum. Zeit, um nachzudenken, was bisher geschehen ist, wie zufrieden wir damit sind und ob wir im zweiten Halbjahr etwas ändern und verbessern möchten. Ich habe gerade mit Senta noch einen Abendspaziergang gemacht, bei dem meine Gedanken frei fließen konnten. Denn ich hatte mir vorgenommen, heute diesen Blogartikel zu schreiben. Wie alle meine Blogartikel ist auch dieser ein ganz persönliches Statement.

Dieses erste Halbjahr war für mich sehr erlebnisreich. Heute ist es genau drei Monate her, dass ich mich von einem vermeintlichen Freund und Berater getrennt habe. Der Abschied war heftig, und es hat lange gedauert, bis ich alle Folgen überwunden hatte. Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ ist auch aus diesem Grunde noch nicht erschienen. Ich hatte es an meinem Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 geplant, ohne so recht zu wissen, wieso gerade zu diesem Zeitpunkt wieder ein Neubeginn anstand. Und nun braucht es noch seine Zeit.

Auch früher schon habe ich solche Situationen erlebt: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weiter gehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Dieses Lebensprinzip habe ich beibehalten. Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte.

Immer? Auch nach den schlimmsten Abschieden – von meiner geliebten Mutter, von meinem geliebten Beruf, von meinem geliebten Ehemann – habe ich einen Neubeginn im positiven Sinne geschafft. Denn auf der Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens durchläuft man viele Lebensstufen, wie Hermann Hesse es in seinem Gedicht „Stufen“ beschrieben hat:

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Eine Bekannte, die sich mit Numerologie beschäftigt, sagte mir Anfang Mai: „Die Zahlen sprechen die Sprache unseres Lebens. Du bist 10er-Wandlerin, da du eine zählende Null im Geburtsdatum hast aus der 20. Du hast ab diesem Jahr wiederum viele Eigenschaften zusätzlich geschenkt bekommen, jedoch auch die jeweiligen Herausforderungen … Ich bin mir auch sicher, dass du diese bereits fühlst und diese Energie bereits in dein Leben integrierst.“ (Patricia Zurfluh) Es stimmte, ich hatte in meinem Leben alle 10 Jahre eine wesentliche Herausforderung erlebt. Im Mai 2016 bin ich 64 geworden, und ich war gespannt, was nun kommen würde.

Heute nun, Ende Juni 2016, weiß ich: Es hat an meinem 64. Geburtstag wieder mal einen Neubeginn gegeben. Das Leben gibt uns immer die Zeichen zur Veränderung, nur fällt es uns oft schwer, das zu erkennen. Manch einer möchte sich auch nicht verändern und verharrt lieber in einer Lebenssituation, in der er nicht glücklich ist. Wenn man eine neue Lebensstufe erreicht, heißt es Abschied zu nehmen von vertrauten Gewohnheiten, Dingen, Menschen und Orten. Das bereitet oft Schmerzen. Aber jeder Neubeginn ist auch eine Chance, gesund und glücklich zu werden.

Heute vor vier Wochen erlebte ich dann aus heiterem Himmel einen gesundheitlichen „Warnschuss“, der mich ziemlich erschreckt hat. Es wurde mir klar, dass mein Leben in diesem Moment hätte zu Ende sein können. In einem solchen Moment bekommen viele Dinge eine völlig andere Wertigkeit. Ich habe mich ganz still verhalten, auf meinen Körper gehört, und einige Tage nur geschlafen, kaum etwas gegessen und getrunken und bin ganz vorsichtig und achtsam spazieren gegangen. Und dann am Sonntagmorgen wurde ich wach und spürte, wie meine Kraft und mein Mut zurückkamen. Ich traf einige Entscheidungen für die nächste Zeit.

Am Abend dann, als ich am Meer war, kam mir eine Geschichte in den Sinn. Das hatte ich noch nie erlebt, und so schrieb ich die Geschichte kurz vor dem Schlafengehen auf. Ich habe sie bereits auf Facebook veröffentlicht, aber schreibe sie hier noch einmal auf für alle meine Freunde, die nicht auf Facebook mit mir verbunden sind:

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten16Die Kapitänin

Es hatte ein heftiges Unwetter gegeben. Das Schiff war ins Schwanken geraten, schlimmer als sie es je zuvor erlebt hatte. Der Sturm brauste und tobte so sehr, dass sie fast ein wenig ihren Mut verlor, der sie ihr Leben lang durch schlimme und gute Zeiten begleitet hatte.

Ein Teil der Mannschaft war offenbar seekrank geworden, andere hingen über der Reeling oder waren ins Wasser gefallen.

Die Kapitänin war anscheinend bewusstlos – sie konnte doch ihr gutes Schiff nicht im Stich lassen!

Wo aber war der Steuermann geblieben, ihre stärkste Unterstützung in rauen Zeiten? Er hatte ihr doch diesen Kurs ganz dringend empfohlen, hatte er gar nichts von dem drohenden Unwetter gewusst?

Er war jedenfalls nicht mehr da, war offenbar von Bord gegangen, bevor das Schiff ganz unterging.

Sie träumte von den Sternen, zu denen sie jetzt fuhr. Über das weite Meer, in die Unendlichkeit, immer den Sternen nach.

So war es also, das Ende? Eigentlich schön und angenehm, sie entspannte sich und gab sich ihren Träumen hin.

Mit einem Mal öffnete sie ihre Augen. Was war das? Sie sah in den strahlend blauen Sommerhimmel. Kein Wölkchen war dort zu sehen. Und warum war es plötzlich so ruhig? War sie etwa schon im Paradies angekommen?

Das Meer war spiegelglatt. Kein Lüftchen wehte heute, es war schön warm in der Sonne. Sie reckte und streckte sich wohlig, war richtig gut ausgeruht. Mit einem Mal spürte sie, wie ihre Kraft wieder kam, und auch ihr Mut, der fast abhanden gekommen war.

Sie stand immer noch auf der Brücke und hielt das Steuerrad fest in der Hand. Das Schiff bewegte sich ganz ruhig, so wie sie es lenkte. Wozu hatte sie eigentlich früher immer diesen Steuermann gehabt? Sie war so stark, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer.

Ganz leise hörte sie Stimmen, wer sprach denn da? Nein, es war Gesang, der aus dem Mannschaftsraum kam. Die Seeleute hatten sich offenbar schon wieder erholt und sangen ein fröhliches Lied. Alle waren voller Hoffnung, bald wieder die Küste ihrer Heimat zu erreichen.

Die Kapitänin aber war sehr froh, denn sie fühlte jetzt ihre Kraft und ihre Stärke, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer des Lebens.

IMG_5136Heute, fast vier Wochen später und am Ende der ersten Halbzeit 2016 kann ich sagen, dass ich auf einem glücklichen Kurs bin. Eine Coach-Freundin hatte mir sehr geholfen, als sie den Fokus auf genau das ausgerichtet hat, was mich ausmacht – als Persönlichkeit und als Verlegerin – mit all meinen Stärken und Fehlern. Und nach dem Erlebnis des „Warnschusses“ habe ich mich einfach darauf besonnen, was ich möchte, was ich mir gewünscht habe, für meinen Beruf und meinen Verlag, und für mich persönlich. Ich habe mich von Menschen und Dingen verabschiedet mit dem Erfolg, dass andere Menschen und andere Dinge, teilweise völlig überraschend, in mein Leben traten.

„Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, schrieb mir mein 94jähriger ehemaliger Deutschlehrer, Schulleiter und Chef neulich, und ich gehe diesen Weg weiter. Ich bin glücklich über jeden Erfolg, schäme mich nicht meiner Fehler, sondern mache beim nächsten Mal einfach bessere.

Heute Abend aber habe ich die Abendstille genossen, beim Spaziergang mit Senta rund um das Feld hinter meinem Haus. Ich habe den Frieden gespürt, der in mir und um mich herum ist, und die Liebe, die mich umgibt und die ich empfinde für die Menschen in meiner Umgebung, für meinen Hund, für meine Arbeit – für mich und mein Leben.

Ich fühle mich stark und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auf meinem ganz persönlichen Weg. Ich danke allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Ich wünsche Euch eine gute Nacht, einen guten Start in die zweite Halbzeit 2016 und ende hier mit dem Motto meines Buches:

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“
Meister Eckhart, 1260–1327)

PS: Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ wird voraussichtlich im August erscheinen. Vorbestellungen sind ab sofort möglich im Buchhandel, bei Amazon und unter:
http://www.edition-forsbach.de/beate-forsbach/89/neubeginn-und-meehr

Cover4_Neubeginn_und_Meehr_100616.indd

Fehmarnscher Klönschnack

007_©Birgit WohlerHeute fand mal wieder ein Klönschnack im Café Jedermann in Burg statt: Helga aus dem Saarland verbringt wieder mit ihrem Mann ihren Urlaub auf Fehmarn, und dann treffen wir uns immer zu dritt mit Birgit. Das geht nun schon seit 6 Jahren so. Marcus, der Chef vom Café Jedermann, sagte, er hätte die Stachelbeerbaisertorte versteckt, damit wir mal etwas anderes probieren können. Und so gab es heute Himbeerjoghurttorte.

13331012_1685022378428580_1246470255511979821_n011_©Birgit WohlerWir erinnerten uns an den „Fehmarnschen Klönschnack“, über den ich am 16. September 2010 einen Blogartikel geschrieben hatte. Dieser wurde dann ein Kapitel in meinem Buch „Strandallee – Ein Weg zum Glück“, in dem ich in jenem Sommer über unseren Umzug auf die Sonneninsel Fehmarn berichtet habe.

Fehmarnscher Klönschnack

Vor einigen Tagen schrieb mir Ruth aus dem Seniorentreff, sie käme für einen Tag nach Fehmarn. Sie wollte sich am Mittwoch zwischen 14 und 15 Uhr im Café Jedermann in Burg mit Birgit und mir treffen.
Auch Hans Christian hatte Lust mitzukommen, und so schrieb ich, dass wir wohl nicht vor 15 Uhr da sein könnten. Denn er ist manchmal recht langsam. Ich fuhr vorher schon am Café vorbei, suchte einen rollstuhlgerechten Parkplatz und sah zwei Stufen an der Tür zum Café. Egal, dachte ich, warum nicht? Ein Café Jedermann wird sicher auch für einen Rollstuhlfahrer zugänglich sein.
Am Mittwoch ging dann alles überraschend schnell. Wir wären schon um 14 Uhr gestartet, wenn es nicht gerade einen heftigen Sturzregen gegeben hätte. Hans Christian sagte: „Ach, du immer mit Deinen Freundinnen aus dem Seniorentreff“, aber er war richtig gespannt.
Ich schob den Rollstuhl vom Parkplatz aus durch das Kaufhaus Stolz, dann über das Kopfsteinpflaster der Ohrtstraße zum Café. Es gab nur eine Stufe, und ich öffnete die Tür, um einen jungen Mann zu bitten, mir zu helfen. Aber der sagte uns, wir könnte hinten herum, durch den Biergarten, ohne Stufe ins Café gelangen.
Gesagt, getan, die Bedienung lächelte uns zu, aber wo waren meine ST-Freundinnen? Mir fiel ein, dass ich Ruth noch nie gesehen hatte. Als ich Hans Christians Rollstuhl durch das Café schob, entdeckte ich Birgits Kopf hinter einer netten Dame an einem Tisch neben der Tür. Sie hatten nach uns Ausschau gehalten, um uns helfen zu können.
Und sogleich gab es eine herzliche Begrüßung und Umarmung: Ruth strahlte, als hätten wir uns gerade mal ein paar Tage nicht gesehen. Ihr Mann Saul freute sich genauso, Birgit und ich natürlich auch – und Hans Christian lachte glücklich in seinem Rollstuhl. Im Nu saßen wir in gemütlicher Runde beisammen und waren im Gespräch. Gar nicht so einfach, etwas zu verstehen bei fünf lebhaften, fröhlichen Menschen.
Das Wichtigste war die Auswahl des Kuchens – das Café Jedermann bietet hausgemachte Kuchen und Torten an. Birgit empfahl Stachelbeer-Baiser, ich fuhr mit Hans Christian zur Torten-Theke. Tolle Torten waren da zu sehen, ich wählte auch Stachelbeer-Baiser – ein riesiges Tortenstück wurde auf einen Teller geladen. Und Hans Christian? Er, der keine Sahne mag, wie er immer sagt, wählte ebenfalls Stachelbeer-Baiser.

Später hat er sich das riesige Tortenstück schmecken lassen, trotz oder wegen der Sahne, während wir drei ST-Freundinnen nicht wussten, ob wir lieber reden oder essen sollten. Es gab leckeren Kaffee in großen Bechern dazu – man brauchte viel zum Trinken, damit die Stimmbänder nicht austrockneten. Gibt es das? Man hat sich noch nie gesehen und ist gleich im intensiven Gespräch versunken.
Als unsere beiden Männer ihre Tortenstücke verspeist hatten, mischten sie sich in unseren Klönschnack ein. Wir erfuhren, dass der Name von Ruths Mann Saul nach peruanischer Art seinen eigenen Familiennamen und den Mädchennamen seiner Mutter enthielt. Ruth trug ihren deutschen Mädchennamen und den Familiennamen ihres Mannes, und ihr Sohn? Ich weiß es schon gar nicht mehr, so viel haben wir geredet, auch über deutsche Doppelnamen.
Unsere schöne Insel Fehmarn war natürlich auch ein ergiebiges Gesprächsthema. Im Café lag das vor kurzem erschienene „große Buch über Fehmarn“ aus. Es bot für Ruth und Saul viel Interessantes, was Birgit als alt eingesessene Fehmaranerin ihnen gerne erklärte.
Das schönste Thema war unser ST – denn wisst ihr, was „Klönschnack“ bedeutet? Man klönt und schnackt – man sitzt behaglich zusammen, plaudert mit Freunden und Bekannten – und natürlich auch über Freunde und Bekannte. Ein Klönschnack ist etwas ganz Gemütliches, und unserer dauerte mehr als drei Stunden. Das hübsche Café hatte sich gefüllt, wurde wieder etwas leerer, neue Besucher kamen, und wir saßen immer noch beim Klönschnack.
Nun haben wir nicht drei Stunden nur über den Seniorentreff geschnackt. Auch unser bevorstehender Umzug auf die Insel Fehmarn war ein Thema. Am Schluss war schon das Essen für die Einzugsparty geplant …
Was mich wieder einmal überrascht hat, war die Herzlichkeit und Vertrautheit, mit der wir an diesem schönen Nachmittag geklönt und geschnackt haben – obwohl wir uns doch gerade erst persönlich kennen gelernt hatten. Birgit, Hans Christian und ich kannten uns ja schon von früheren Treffen. Ruth und Saul waren mittenmang dabei, als ob wir schon lange gute Freunde wären.
Hans Christian wirkte nach über drei Stunden erfreut und glücklich, war das doch sein erster Ausflug mit dem Rollstuhl in die Hauptstadt unserer Insel gewesen! Und der fehmarnsche Klönschnack mit meinen ST-Freundinnen hatte ihm offenbar gefallen und gut getan.
Wenn ihr Appetit bekommen habt – auf unsere schöne Sonneninsel, auf eine leckeres Stück Torte oder auf einen fehmarnschen Klönschnack, dann kommt mal zu uns ins Café Jedermann in Burg auf Fehmarn!

StachelbeerbaiserAus meinem Buch: Strandallee – Ein Weg zum Glück. Geschichten und Bilder von der Sonneninsel Fehmarn. 2. Aufl., Edition Forsbach 2013, S. 39-41.

*****

Unser heutiger Klönschnack hat schon Tradition – er findet jedes Jahr im Juni statt. Es ist Erdbeerzeit und so gibt es dann für uns ein Glas Erdbeer-Prosecco. Mein neuer Kalender „Impressionen von der Sonneninsel Fehmarn“ ist schon erschienen und erfreut meine Freundinnen. Diesmal kam noch das neue Buch „Lady on Tour“ dazu, dessen Autorin mit 70 eine Weltreise gemacht haben. Na ja, dafür haben wir drei noch etwas Zeit …

13332837_1685022475095237_8549570775684341340_nSame procedure as every year 13344551_1685022418428576_122454448953478419_nIm Nu war es 18 Uhr und es war keine Minute langweilig gewesen!

13413608_1685022318428586_2963198574700613524_nWir sehen uns wieder im nächsten Jahr an unserem Stammtisch im Café Jedermann, in Burg auf Fehmarn, Ohrtstraße 25!

 

Geburtstag

IMG_9847Nun ist mein Geburtstag vorbei. Der 64. Geburtstag. Bis zu diesem Datum wollte ich auf Fehmarn leben, so hatte ich es mir im März 2010 vorgenommen. Hier in meinem Haus in Neujellingsdorf auf Fehmarn, das ich nun bereits seit 5 ½ Jahren bewohne, habe ich gefeiert: mit einer Familie, von der ich vor 6 Jahren noch nichts ahnte. Und mit Freunden, die ich erst hier auf der Insel gefunden habe.

IMG_9846Es gab auch Wunder: An meinem Geburtstag kamen wir erstmals nach einigen Jahrzehnten zusammen: drei Cousinen – davon bin ich die jüngste. Das letzte Foto von uns Dreien wurde vor ca. 60 Jahren aufgenommen. Die Familie mit zwei süßen Kindern hatte eine Woche Urlaub gemacht hier im Dorf. Wir haben schöne Stunden miteinander verlebt. Was für wunderbare Begegnungen.

IMG_9845Wie immer habe ich in meinen Geburtstag hinein gefeiert. Senta ist dabei meine treue Begleiterin. Sie mag Geburtstage.

IMG_9764 IMG_9777 IMG_9787Noch in der Nacht las ich auf einer Geburtstagskarte: „Mit sich selbst im Frieden leben ist wohl das höchste Glück auf Erden – ein Spruch, der nicht besser auf Sie passen könnte.“

An meinem 64. Geburtstag bin ich im Frieden – mit mir und meinem Umfeld.

IMG_9793Louise Hay hatte heute den passenden Spruch für mich parat: „Ich glaube an mich. Ich weiß, ich bin fähig, Mitschöpfer einer friedlichen Welt zu sein. Ich suche mir Freunde, die meine Interessen teilen, und gemeinsam helfen wir einander.“

Ich glaube an michIMG_9826Ich danke Euch von Herzen für Eure liebevollen Glückwünsche, online und offline. Ich bin beeindruckt von den vielen guten Wünschen, aber auch von den zahlreichen Bekundungen der Dankbarkeit für meine Texte und Bilder.

IMG_9828Ich danke Euch allen, die mich in den letzten Wochen durch stürmische Zeiten begleitet, mir Mut gemacht und viel Zuspruch gegeben haben.

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten38Jemand schrieb: Mögen sich alle Deine Pläne, Wünsche und Träume erfüllen und Dir Flügel verleihen, damit Du auch mal gegen den Wind voller Leichtigkeit fliegst. „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ ist schon lange mein Lebensmotto, aber die Leichtigkeit, die ist erst jetzt dazugekommen. Und wird hoffentlich noch lange mein Begleiter bleiben.

IMG_9816 - Arbeitskopie 2Heute Abend bin ich sehr glücklich. Ich danke Dir, dass Du meine Worte gelesen hast. Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und Deine Freundlichkeit. Und ich wünsche Dir, dass auch Du diesen Frieden spüren kannst, den ich heute empfinde.

Deine Beate Forsbach

Neujellingsdorf/Fehmarn, den 20. Mai 2016

 

Frohe Ostern

Frohe OsternHeute am Ostersamstag begann ich ein neues Buch-Coaching – es ist immer wieder schön für mich, einen solchen Neubeginn zu erleben: Wenn der Autor voller Spannung und Neugier ist, obwohl er noch gar nicht ahnen kann, was ihn als Buchautor alles erwarten wird.

Ich erinnerte mich an meine allererste Buch-Coaching-Kundin Laura Lüdtke, der ich geholfen hatte, ihren Traum vom eigenen Buch zu erfüllen. Sie hatte mir eine Tischdecke geschenkt, weil ihr Sohn als Markthändler mit Tischdecken handelte. Und sie wollte mich damals unbedingt bezahlen für das Buch-Coaching – dabei hatte ich es aus Freundschaft gemacht und traute mich gar nicht, dafür Geld zu verlangen. Denn Laura Lüdtke gehörte zu den sogenannten „kleinen Leuten“ – mit ihr machte ich die Erfahrung, dass die „kleinen Leute“ oft einfach auch besonders glückliche Leute sind. Eines ihrer schönsten Gedichte:

Glücksmomente sind:
Die kleinen
Augenblicke dazwischen
Eine Wolke segelt
Musik dudelt
Ein Blick
Eine Berührung
zu spüren
und ahnen
in welchem Elfenbeinturm
aus Frieden
und Wohlstand wir leben.
Glücksmomente sind
in Kinderaugen zu schauen.
Den blauen Himmel sehen,
sich an der Schönheit
einer am Wegesrand
wachsenden Blume
zu verlieren.
Trost von Freunden zu empfangen
und Tränen trocknen.
Lachen,
das unser Herz erfreut!
(Laura Lüdtke, 1937-2009)

Jedes Jahr zu Ostern lege ich die Tischdecke auf, die Laura mir damals geschenkt hat.

IMG_9435 Hier auf unserer schönen Sonneninsel war heute wundervolles Frühlingswetter – ich war am Südstrand, wo ich so viele Jahre lang schöne Zeiten verbracht hatte.

IMG_9407Am Nachmittag machte ich einen schönen Ostersamstagspaziergang mit Senta, die freudig an den Osterglocken schnüffelte, die hier im Dorf an den Straßenrändern blühen.

IMG_2943Es ist mein drittes Osterfest, das ich alleine mit Senta feiere. Ich bin sehr dankbar, dass es uns so gut geht. Seit Jahren feiere ich Ostern als Zukunftsfest, und auch diesmal habe ich Pläne und Ziele für die Zukunft.

Vor einem Jahr knackte es kurz nach Ostern in meinen Zähnen – seitdem fahre ich immer wieder nach Bamberg, zu meinem früheren Zahnarzt. Dieses Jahr nun bin ich gesund zu Ostern – und freue mich auf alles, was noch kommen wird. Neulich, am 70. Geburtstag einer Internetfreundin, habe ich mir etwas gewünscht, was ich bis zu meinem 70. Geburtstag am 20.5.2022 erreicht haben möchte. Denn zum 64. Geburtstag dieser Freundin hatte ich mir gewünscht, bis zu meinem 64. Geburtstag auf Fehmarn zu leben – dieses Ziel habe ich schon seit über 5 Jahren erreicht, obwohl ich noch nicht 64 bin.

Eigentlich ist alles ganz einfach: Das Leben liebt mich, zumindest habe ich den Eindruck, und es wird schon dafür sorgen, dass das Richtige zur rechten Zeit eintrifft.

Edition Forsbach_Z-3Ich wünsche allen Freunden und Lesern meines Blogs ein frohes Osterfest!

Eine Woche voller Glück

Edition Forsbach Facebook-26Im Leben einer Unternehmerin gibt es viele „Aufs und Abs“ – und nur selten kommen Momente, in denen man am liebsten aufgeben möchte. So einen Tag hatte ich neulich erlebt. Es war alles zu viel geworden, der Mut verließ mich, und dann war ich gleich drei Tage unterwegs – nach Lübeck und wieder mal nach Bamberg, wo meine Zahnbehandlung nach dem Sturz vor über fünf Monaten vorerst abgeschlossen wurde. Meine Arbeit blieb liegen und einige Projekte, in die ich viel Zeit investiert hatte, kamen nicht zustande. Ich war unzufrieden mit einem Mitarbeiter und wollte eigentlich nur noch ein Buch pro Jahr produzieren – mein eigenes.

Zum Glück habe ich ein gutes Netzwerk und einige besonders gute Freunde. Durch Gespräche mit ihnen bekam ich wieder Mut, Motivation, Lust und Energie. Das Leben schickt uns wirklich alles, was wir brauchen – so habe ich es wieder einmal erfahren.

Am Sonntag kam dann das Beste des Tages, das Beste dieses Wochenendes – das Allerbeste, was passieren konnte: Senta ist fünfmal (!!!!) durch das Auto über den Rücksitz gekrabbelt – und fand Freude an diesem Spiel – es gab einmal Camenbert, sonst Leckerlis. Ich habe sie über den grünen Klee gelobt – sie war selbst ganz begeistert! Denn Senta ist seit Jahren nie in mein Auto eingestiegen! Nun aber – und das war meine Hoffnung – geht sie mutig in mein neues Auto hinein.

IMG_2703 IMG_2720 IMG_2708 Ich habe bereits ein Ziel formuliert, und arbeite nun daran, es zu erreichen: Ich wünsche mir, nein ich will, dass sie im September mit mir nach Armentarola fährt. Dann können wir nämlich ein paar Tage länger dort bleiben. Und nach Bamberg will ich sie auch mitnehmen, wenn ich wieder zum Zahnarzt muss – ich gehe dann in ein anderes Hotel, weil es fußnah zum Hain ist, wo es eine ganz tolle Hundewiese gibt. Das Hotel habe ich schon ausgesucht, mein jetziges Hotel nimmt keine Hunde.
All das habe ich Senta schon erzählt.

Am Sonntagabend fiel mir plötzlich ein, dass ich vor ein paar Wochen ein Interview mit Katharina Boersch gemacht hatte, und sie schrieb mir, dass es am Montag um 6 Uhr veröffentlicht werden würde. Natürlich war ich dann um diese Zeit auch ohne Wecker wach … und hörte mir das Interview an.

Die Ankündigung:

In der heutigen Episode spricht Katharina Boersch-Stefanic mit Verlegerin und Autorin Dr. Beate Forsbach.

Du erfährst:

  • Warum Frau Dr. Forsbach ein echtes Schriftsteller-Leben führt
  • Wie eine Aussage eines Verlegers zur Gründung ihres eigenen Verlages geführt hat
  • Wie Selfpublishing für Autoren funktionieren kann
  • Wie du den Inhalt für dein Buch konzipierst
  • Warum die Konzeption vor dem Manuskript kommt
  • Warum Heimat und Werte zusammengehören
  • und Social Media neue Kunden bringt

Hier können Sie das gesamte Interview hören:

EW72 Bücher Schreiben Verlegerin Dr. Beate Forsbach im Interview

Dann ging es weiter mit erfreulichen Gesprächen mit jetzigen und zukünftigen Autoren sowie einem Grafiker, der neuerdings in meinem Verlag mitarbeitet. Er hat bereits einige Buchcover optimiert und wird den Buchsatz für unsere Neuerscheinung „Jammerlappen Express“ machen. Die Cover: „Wellenflüstern“ ist die Fortsetzung unseres Erfolgsromans von 2014 – Stella Cornelius-Koch schreibt über drei Freundinnen zwischen Fehmarn und Heiligenhafen.

Cover_Wellenfluestern_080316.inddDer „Jammerlappen Express“ von Dirk-Oliver Lange zeigt Ihnen den Weg von Jammerstadt über Nörgelhausen, Unfreundlichburg und Traurigheim nach Glückstadt.

Cover_Jammerlappen_Express_030316.inddAm Montagabend war dann der fünfte Kalender „Impressionen von der Sonneninsel Fehmarn“ im Druck – der Jubiläumskalender – so früh wie diesmal war ich noch nie damit fertig.

9783959040037Für Donnerstag hatte ich eine Einladung auf der Buchmesse in Leipzig. Ich plante die Fahrt dorthin und daraus ergab sich: Ich muss mal wieder zum Friseur. Der Termin war Mittwoch mittag. Und da die Wettervorhersage gut war, verabredete ich mit Ralf Dombrowski, einem Fotografen, der seit einigen Monaten auf unserer Insel lebt, ein Fotoshooting am Strand von Fehmarnsund.

Dort trafen wir uns um 14.15 Uhr – und bereits um 15 Uhr saßen wir wieder im Auto und fuhren zu mir nach Hause, um noch Fotos von Senta zu machen. Ralf hatte ein Feuerwerk von Ideen parat – ich suchte ein Coverfoto und auch ein Portraitfoto. Nett und sympathisch gab er mir Anweisungen, wo ich sitzen oder stehen sollte, wie ich schauen sollte, welche Jacke und Brille ich anziehen sollte usw. usw. – und schließlich war eine ansehnliche Menge von Fotos zusammen. Er hatte auch die Idee zum Coverfoto für mein neues Buch – das habe es erst Donnerstag morgen auf Facebook gepostet und die zahlreichen Likes zeigten mir, dass es das richtige Foto für mein Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“ ist. Einige meinten schon, das könne man gut für ein Buchcover nehmen.

Edition Forsbach Facebook-18Edition Forsbach Facebook-13Bei mir zu Hause hat Ralf dann noch Fotos von Senta und mir gemacht – auch da war ein Foto für ein Buchcover gesucht. Und er hatte eine gute Idee … Dann hat er aus seinen Fotos die besten herausgesucht, direkt bearbeitet und mir da gelassen – zu meiner großen Freude, denn das war das erste professionelle Fotoshooting meines Lebens.

Edition Forsbach Facebook-39Edition Forsbach Facebook-36Edition Forsbach Facebook-32Die Resonanz auf die neuen Fotos war ganz enorm. Und so postete ich am Donnerstag das auserwählte Coverfoto für ein neues Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“. Als auch da die Resonanz groß war und sogar in Kommentaren angeregt wurde, dieses Bild als Buchcover zu nehmen, veröffentlichte ich das neue Buchcover.

Cover_Neubeginn_und_Meehr_180316.inddDas Buch wird anlässlich des 5-jährigen Jubiläums meines Verlages erscheinen. Die Beiträge bieten einen repräsentativen Querschnitt durch mein Schaffen in den Bereichen Lebenskunst, Schreiben & Veröffentlichen sowie Musikpädagogik.

Am Donnerstag fuhr ich dann doch nicht nach Leipzig zur Buchmesse – es wäre ziemlich anstrengend gewesen, außerdem war meine Putzhilfe für den ganzen Tag angesagt. Gut so, denn am Vormittag rief Helga König an, die eine wundervolle Rezension über mein neues Buch „Bücher schreiben mit Herz“ verfasst hat. Ein Interview wird noch folgen.

Hier können Sie die Rezension lesen: http://helga-koenig-ratgeber.blogspot.de/2016/03/rezension-bucher-schreiben-mit-herz-der.html

Heute, am Freitagabend, bin ich zwar etwas müde – kein Wunder nach all den Erlebnissen dieser Woche voller Glück. Aber ich bin sehr dankbar für alles, was ich in dieser Woche erlebt habe. Und nun kommt wieder die schönste Stunde des Tages, wenn ich mit Senta auf dem Sofa sitze, ein Glas Rotwein genieße, für Senta ein Stückchen Camembert und dann hören wir Chopin oder Schubert oder Brahms – natürlich Klaviermusik von der CD. Und morgen werde ich wieder selber spielen auf meinem schönen Flügel.

IMG_9335Ich bedanke mich von Herzen bei allen, die zu dieser Woche voller Glück beigetragen haben. Ich wünsche allen meinen Freunden und Lesern dieses Blogs ein wundervolles Wochenende und die Gabe, das Glück zu spüren, auch wenn es nur in ganz kleinen Glücksmomenten zu erkennen ist.

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten14

 

 

Neubeginn & Mee(h)r

IMG_9154Neubeginn

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
(Hermann Hesse, 1877-1962)

Gestern wurde eine Dame im Radio zu ihrem 100. Geburtstag geehrt. Auf die Anmerkung der Moderatorin, sie sei doch schon seit 35 Jahren „in Rente“, antwortet sie: „Ich bin noch nicht in Rente, ich liebe meine Arbeit.“

Ich habe etwas Ähnliches erlebt in den letzten Tagen, obwohl ich das so genannte „Rentenalter“ noch gar nicht erreicht habe: „Sie können doch gut von der Pension Ihres Mannes leben, Sie brauchen doch keinen Verlag. Der ist sowieso unnötig, es ist ein Verlustgeschäft. Die Bücher von einem Coach braucht keiner, nur er und seine Anhänger. Es ist sinnlos, so viele Bücher drucken zu lassen, die kauft sowieso niemand.“

Das hat meine Lebensgeister geweckt und ich sagte, dass ich diesen Verlag nun nicht so einfach schließen würde. Büchermachen ist meine Berufung, der Verlag ist mein Lebenswerk. Wenn ich nicht so überzeugt wäre von meinem Unternehmen, hätte ich an diesem Tag damit aufgehört. Es war eher demotivierend, was ich da zu hören bekam. Aber ich lasse mich nicht entmutigen. Und wenn der Verlag noch größer wird, kann ich mit solchen „Bremsern“ auf die Dauer nicht auskommen.

Im Übrigen sehe ich mich nicht als gut versorgte Beamtenwitwe – ich kann durchaus selber für mich sorgen. Hätte ich die Pension von meinem verstorbenen Mann nicht, würde meine eigene nicht gekürzt. Ich hatte in meinem Leben die Selbstverwirklichung an die erste Stelle gesetzt, war erfolgreich im Beruf und persönlich selbstständig, als ich mit Mitte Vierzig meiner großen Liebe begegnete und mit 48 heiratete. Zuvor hatte ich mit 34 Jahren schon das zweithöchste Amt der Lehrerlaufbahn erreicht – das Leben spielte dann ein anderes Lied, das mir viel besser entsprach: ich wurde Unternehmerin, zunächst „nur“ Lebensunternehmerin, später auch Unternehmerin im geschäftlichen Sinne.

Zwei Jahre ist es nun her, dass mein Mann verstorben ist. In dieser Zeit habe ich fast rund um die Uhr gearbeitet, denn wir hatten erst vor wenigen Jahren ein Haus gekauft, das ich nun alleine finanziere – mit Erfolg. Ich habe meinen Verlag weiter aufgebaut, der in diesen Tagen, am 11. Februar 2016, sein fünfjähriges Jubiläum feiern konnte. Ich habe wieder zu leben begonnen, habe zum ersten Mal seit Jahren zweimal ein paar Tage in Urlaub in Seefeld/Tirol gemacht, war mehrfach in Bamberg, am Niederrhein und zu Konzertbesuchen in Berlin.

Und dann ging vor drei Wochen mein Auto kaputt und ich überlegte, ein neues zu kaufen. Ich beriet mich mit verschiedenen Freunden und Beratern, und traf schließlich meine eigene Entscheidung: Für mein neues schickes Auto, das ich am Tag des Verlagsjubiläums bekam. Es ist nur ein kleines Modell einer großen Automarke, mit der ich seit vielen Jahren immer gut gefahren bin, auch wenn sie etwas teurer ist. Es gibt eine gute Werkstatt am Festland und drei Meister hier auf der Insel, die mein Auto abholen und bringen, wenn etwas daran zu tun ist. Und sie halten mich nicht für eine ahnungslose Frau, der es nur auf die schöne Farbe des Autos ankommt.

IMG_2129Leben ist mehr – als nur Erträge und Verluste gegeneinander abzuwägen. Ich denke einfach anders als manche Berater. Das entscheidende Argument für den Autokauf hatte mir eine Freundin gesagt: „Du hast jetzt einen neuen Lebensabschnitt, Du wirst jeden Tag jünger und schlanker – da würde ein neues flottes Auto gut zu Dir passen.“

IMG_2144Ich bin voller Pläne für dieses Jahr: Gestern ist mein neues Buch „Bücher schreiben mit Herz“ erschienen – ein Ratgeber für Coaches, Trainer und Therapeuten zum Schreiben eines eigenen Sachbuches. Es ist mein fünfter Ratgeber zum Schreiben und Publizieren innerhalb von knapp drei Jahren, und mein sechzehntes Buch. Es ist das 45. Buch in meinem Verlag, daneben habe ich 16 E-Books, 16 Kalender und 5 CDs/DVDs produziert. Auch wenn nicht alles ein großer Erfolg war – einige Projekte erwiesen sich sogar als „Flops“, wie in jedem Verlag – so waren doch auch große Erfolge dabei. Es ist noch keines meiner Bücher in die Spiegel-Bestsellerliste gekommen, aber das ist auch nicht mein Maßstab für meinen persönlichen Erfolg.

IMG_9274Ich habe mit den Büchern schon viele Menschen glücklich gemacht: vor allem die Autoren, denen ich geholfen habe, ihren Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen, aber auch viele, viele Leser. Ich trage dazu bei, dass positive Gedanken für ein positives Leben in die Welt getragen werden. Ich kann Menschen begeistern und sie ermutigen, ihre persönlichen Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen.

IMG_9275Geld ist zwar wichtig für mich, aber ich sage immer: ich lebe in Reichtum und Fülle. Und damit meine ich mehr als Geld. Für mich gibt es neben dem Geld eine zweite Währung, die mindestens genauso wichtig ist: ein glückliches Leben. Geld macht mich nicht glücklich und auch nicht unglücklich. Ich kann auch ohne Geld glücklich sein. Allerdings ist Geld auch eine Erfolgsbestätigung für gute Arbeit und die Voraussetzung für ein gutes Leben. Geld verändert den Charakter nur dann, wenn es ausschließlich um Geld geht, wenn man gar nicht mehr anders denken kann. Das musste ich leider in den letzten Tagen mehrmals erfahren. Und auch, dass es Menschen gibt, die so überzeugt sind von ihrem Lebens- und Finanzkonzept, dass sie es anderen aufdrängen möchten.

Ich treffe meine Entscheidungen selber – denn nur ich alleine bin für mich und mein Leben verantwortlich.

Neulich schrieb jemand auf Facebook: „Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann finanziell abhängig machen. (Und umgekehrt ebenso.)“ Ich antwortete: Das hat mir meine Mutter beigebracht – in der erweiterten Version: Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann abhängig machen. Sie (Jg. 1921) gehörte zu der Generation, in der die Frau den Mann noch fragen musste, ob sie berufstätig sein durfte. Ich habe es bis heute geschafft, als Frau souverän zu leben.

Für mich ist wichtig in meinem Leben:
Leben, lieben und arbeiten an den für mich schönsten Plätzen der Welt,
in Reichtum und Fülle, Gesundheit und Vitalität,
umgeben von meinen Freunden.

Aus diesem Gedanken heraus habe ich ein ganz besonderes Seminar im September in Armentarola geplant: Buch schreiben & Urlaub. Armentarola ist einer meiner Traumorte – eines der schönsten Hotels in den Dolomiten. Und wer meint, ich sei verrückt: es gibt sogar bereits mehrere Anmeldungen für diese Seminartage.

Titelbild_Armentarola2016webDer Erfolg gibt mir Recht: Neben dem traditionellen Buchseminar auf Fehmarn habe ich eins in Berlin angeboten: es ist jetzt bereits ausgebucht. Und so habe ich letzte Woche noch ein Hotel in der Nähe von München gefunden, wo das Seminar im November ein weiteres Mal stattfindet. Die Seminare haben das Motto „Bücher schreiben mit Herz“ – es ist mein ganz persönliches Motto, seit ich 2007 nach einer Begegnung mit Sabine Asgodom und einem Besuch ihres Buchseminars in München beschlossen hatte, keine wissenschaftlichen Bücher mehr zu schreiben, sondern Bücher „mit Herz und Seele“.

Cover_Bücher_schreiben_mit_Herz_neu.inddEs ist für mich wohltuend, dass ich jetzt überwiegend mit jüngeren Menschen zu tun habe, die nicht andauernd das baldige Rentenalter vor Augen haben, sondern mitten im Leben stehen. Ich denke, auch mit 63 steht man mitten im Leben – wenn ich das „Traumalter“ 100 betrachte, bleibt mir davon noch mehr als ein Drittel.

Ich habe mir allerdings auch ältere Vorbilder gesucht. Irgendwann hatte ich entdeckt, dass Louise Hay auch erst mit 58 Jahren ihren Verlag gegründet hat und nun mittlerweile 30 Jahre lang führt, natürlich mit der Unterstützung jüngerer Mitarbeiter und Co-Autoren. Ihr Verlag ist heute, wo sie 89 ist, einer der größten Selbsthilfeverlage in den USA. Dadurch hat sich meine Perspektive auf die Zukunft verändert: nicht bis zum „offiziellen“ Rentenalter mit 65 als Autorin und Verlegerin zu arbeiten, sondern wenigstens 25 weitere Jahre.

Die Pianistin Livia Rev, die mit 93 Jahren in Lausanne ein Konzert gegeben hat und in diesem Jahr 100 wird, hat noch mit 97 eine wundervolle Aufnahme des „Liebestraums“ von Franz Liszt eingespielt – das gab für mich den Ausschlag, wieder Klavierunterricht zu nehmen.

Mein alter Deutsch-, Englisch- und Philosophielehrer und ehemaliger Schulleiter wird in diesem Jahr 94, er rief mich letztes Jahr zum Geburtstag an, weil er im Moment nicht so gut schreiben konnte. Als ich ihn fragte, ob er schon einen Gehstock oder einen Rollator hätte, sagte er: nein, dann wäre man ja alt. Und zu Weihnachten schrieb er mir wieder einen langen Brief mit der Hand.

Auch in meinem Verlag gibt es bewundernswerte ältere Menschen, wie Ottilie Krafczyk, die mit 80 Jahren ihr erstes Buch schrieb, oder Gunda Dinklage, deren Buch über ihre erste Weltreise mit 70 demnächst erscheinen wird. Mein ältester Autor ist Silvio Vogel, der kurz vor seinem 90. Geburtstag den Wunsch hatte, all seine Träume von einem langen Leben in einem Buch aufzuschreiben.

IMG_9139An- und aufregend für mich ist es, was mir jüngere und ältere Leute schreiben:

  • „Ich bewundere Dich und Deine Produktivität!!! Ich nehme Dich zum Vorbild!“ (Jeanette Mensing)
  • „Prima, Dein unternehmerischer Dickkopf!“ (Elisabeth Mardorf)
  • „Ein Schiff geht nicht unter, solange der Kapitän sein Steuer in der Hand hält“ (Birgit Wohler)
  • „Herzlichen Dank, Beate Forsbach! ‚Vollblutunternehmerin’, so ist es! Frauen, die sich für das, was sie wollen einsetzen. Empathie, Durchsetzungskraft, Willen und Herzblut. Sie vereinen diese Eigenschaften und sind vielen Unternehmerinnen ein Vorbild!“ (Katharina Boersch)
  • „Herzlichen Dank, liebe Beate Forsbach. Für mich sind Sie ein Vorbild in vielerlei Hinsicht! Bleiben Sie so klug und wild und wunderbar!“ (Verena Ullmann)
  • „All Deine Zeilen haben mich tief berührt und mit Deiner Stärke und dem Optimismus … bist Du für mich ein großes Vorbild.“ (Monika Bidler)
  • „Es freut mich, zu lesen, dass Sie nun, nach all dem Schweren und Belastenden wieder glücklich sein und Ihr Leben genießen können. Dabei hilft Ihnen die Glücksformel, die ich gerne für mich übernehme.“ (Gunda Dinklage)

Neulich wurde ich in einem Interview gefragt: Wie triffst Du Entscheidungen? Wie gehst Du an scheinbar unlösbare Aufgaben heran?

Nun, ich treffe Entscheidungen oft sehr spontan und ohne lange über die Folgen nachzudenken. Es ist besser, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, als nie eine zu treffen oder gar andere entscheiden zu lassen. Auf diese Weise habe ich viele Erfolge und Veränderungen erlebt, und damit auch viele Neuanfänge in meinem Leben.

Ich glaube nicht daran, dass es unlösbare Aufgaben gibt. Ich vertraue darauf, dass es immer eine Lösung gibt. Ich habe eine innere Kraft entwickelt, auch mit Hilfe der positiven Affirmationen von Louise Hay, meinem großen Vorbild.

Immer wenn es ein Problem gibt, sage ich:
Alles ist gut.
Alles entwickelt sich zu meinem Besten.
Nur Gutes resultiert aus dieser Situation.
Ich bin beschützt.

Wenn ich genau weiß, was ich will, wenn ich mich also für etwas eindeutig entschieden habe, dann glaube ich daran, dass ich alle daraus resultierenden Fragen lösen kann. Ich glaube an mich und an meine innere Stärke, und ich vertraue dem Leben. Das ist die Grundlage dafür, das Unmögliche möglich zu machen.

Schon als junge Musiklehrerin habe ich Dinge getan, die noch keiner getan hatte. In meinen ersten Dienstjahren habe ich mit meinem Schulorchester eine Reise nach Südfrankreich gemacht – der Titel meines damaligen Berichtes lautete: „Eine Reise nach Agen. Wie das Unmögliche möglich wurde.“ Bei dieser Reise habe ich etwas Wichtiges von einem französischen Pater gelernt, der sagte: „Man muss das Glück nur genügend herausfordern, dann hat man es auch auf seiner Seite.“

Heute, zum Zeitpunkt meines Neubeginns nach 5 Jahren Verlagsgeschichte, danke ich allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Dankbarkeit – mein Jahr 2015

IMG_0817Wirklich – ich kann mich nicht mehr erinnern, mit welchen Gefühlen ich in das Jahr 2015 gestartet bin. Ich erinnere mich nur an den Silvestertag 2014, als nach 8 Tagen das Telefon wieder ging, ich am Nachmittag Besuch von einer neuen Lektorin bekam, um 21 Uhr den Anruf einer neuen Autorin, bis kurz vor Mitternacht mit einer anderen Autorin über den Sinn einer gemeinsamen Besprechung mit der Lektorin gechattet hatte, um Mitternacht eigentlich ziemlich unglücklich war, das neue Jahr mit einer Diskrepanz begonnen, am zweiten Tag eine mehrstündige, letztlich erfolglose Besprechung mit Lektorin und Autorin durchgeführt hatte, ein paar Tage später das intensive Gefühl hatte, ohne ein professionelles Coaching all das nicht mehr bewältigen zu können. Es gab Buchpläne, aufgrund deren ich eine Lektorenstelle ausgeschrieben, drei Kandidaten probeweise eingestellt sowie einen Vertrag mit einer großen Verlagsauslieferung abgeschlossen hatte. Denn ich hatte das Gefühl, die anstehenden Veröffentlichungen nicht mehr mit den bisherigen Mitteln und Mitarbeitern bewältigen zu können. Und manches davon stellte sich später als Fehlentscheidung unter dem Druck der aktuellen Situation heraus.

Wie meine persönliche Lage am Neujahrstag 2015 war, weiß ich nur noch ungefähr: mein Mann war noch kein Jahr tot, ich war noch voller Trauer, hatte Silvester letztlich alleine verbracht, wurde am Neujahrstag vom Anruf einer mitfühlenden Bekannten geweckt und rief daraufhin eine alleinstehende Bekannte an, weil ich mir erwiesene Wohltaten immer gerne weitergab, telefonierte einige Stunden mit anderen Bekannten, bis ich am Abend ermattet ins Bett fiel – ohne zu mir selber gekommen zu sein. Beim obligatorischen „Traumschiff“ war ich sicherlich eingeschlafen, wie auch heute – nur dass ich am Neujahrstag 2016 den deutlichen Impuls verspürte, noch einen Rückblick auf mein Jahr 2015 zu verfassen, nachdem ich den heutigen Tag ganz nach meinen Wünschen verbracht hatte. Und ich habe heute das Gefühl, zu mir selber gefunden zu haben, seit einigen Monaten wieder glücklich leben zu können.

Anfang Januar sprach ich mit einem Coach über ein Buchprojekt. Am nächsten Tag schrieb ich ihm: „Mein Leben hat sich ja im Laufe des vergangenen Jahres stark verändert, dazu ist mein Verlag, den ich Anfang 2011 gegründet habe, in einer aufregenden Entwicklungsphase. Auch wenn ich schon 62 bin, denke ich, dass ich mit Ihrer Unterstützung und Inspiration noch viel mehr erreichen kann – denn ich liebe den Erfolg!“ Ich lernte, die „Glücksformel“ für mein Leben anzuwenden: „Tue immer mehr von dem, was Dir gut tut. Tue immer weniger von dem, was Dir nicht gut tut.“ Mir ging es darum, wie ich mein Leben mit meinem Verlag (und meinem Hund) so schön gestalte, dass ich möglichst viel Spaß an allem habe: An der Arbeit, den Autoren und Lektoren, den Büchern, meinem eigenen Schreiben – und dem sonstigen Leben.

In den nächsten Monaten folgten Niederlagen und Höhepunkte in meinem Leben als Verlegerin: Schöne Erfolge mit einigen Büchern, finanzielle Misserfolge, das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein, ein Buchprojekt, das mich emotional sehr viel Kraft kostete, Vertragsauflösungen, die für mich oft einen Tiefpunkt bedeuteten – und schließlich das Gefühl, eigentlich nie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können, weder in Bezug auf Buchprojekte noch in Bezug auf das private Leben.

Nur ganz wenige Wegbegleiter waren immer für mich da: Meine „Hundefreundin“ mit ihrer Jenny begleitete mich auf vielen Spaziergängen und nahm meine Senta bei sich auf, als ich ab Ende April mehrfach nach Bamberg zu meinem früheren Zahnarzt fuhr und im September in der Uniklinik war. Mein ältester Freund half mir in vielen juristischen Fragen, meine erst 2013 gefundene Familie aus Hamburg machte sogar Urlaub in Neujellingsdorf und war eigentlich immer für mich da. Und meine Berner Sennenhündin Senta wurde zu meiner geliebten Seelengefährtin – sie half mir in den Tagen der Trauer und machte mir insgesamt viel Freude, allerdings zeigte sie mir auch, dass sich das Leben nicht so schnell weiter entwickelte, wie ich es mir oft wünschte. Ich hatte Geduld zu lernen.

Ich trennte mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und viele schlaflose Nächte. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute, am Neujahrstag 2016, spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

„Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere“, diese Erfahrung habe ich mehrfach im vergangenen Jahr gemacht. Nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter in meinem Verlag, sogar im ganz persönlichen Bereich von Familie und Freunden habe ich das erlebt: Ich habe nach ca. 60 Jahren eine Cousine wiedergefunden, die wie eine Schwester für mich ist. „Du bist ein Glücksfall für mich“, sagte sie mir erst kürzlich. Was kann es Schöneres geben, als ein „Glücksfall“ für einen anderen Menschen zu sein. Ich habe neue Freunde gefunden, die mich unterstützen und begleiten – das ist etwas, was ich in den letzten Jahren selten erlebt habe. Zwar war die Liebe zu meinem verstorbenen Mann groß gewesen, doch ich hatte in den letzten Jahren die ganze Verantwortung für ihn und unser Leben übernommen.

Seit Ende 2008 hatte ich Schweres zu tragen und war stark geworden – nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Und so habe ich seit September 2014 insgesamt ca. 20 Kilo abgenommen, ohne Diät und bei einem Leben mit Genuss. Ich fühle heute eine große Leichtigkeit, in Bezug auf mein Gewicht und mein Leben. Ende 2015 bekam ich die Anregung, noch einmal Klavierunterricht zu nehmen. Schon seit einigen Monaten hatte die Musik wieder einen großen Stellenwert in meinem Leben bekommen – daraus hat sich eine ganz neue, ungewohnte Lebensqualität entwickelt. Ich laufe täglich mit Senta, meiner Berner Sennenhündin, meist 8-10 km, fast jeden Tag zum Meer, und diese täglichen Impressionen von Sonnenuntergängen, frischer Luft und dem Blick aufs Meer wirken sich positiv auf meine Gesundheit aus.

Im Sommer fuhr ich das erste Mal in die Berge, nach Seefeld/Tirol, wo ich auch über Weihnachten einige Tage verbracht habe. Mehrfach war ich in Bamberg, wo ich früher einige Jahre gewohnt habe und nun noch meinen damaligen Zahnarzt besuche. Die Behandlung wäre längst abgeschlossen, wenn ich nicht im September gestürzt wäre und mir einen vierfachen Unterkieferbruch zugezogen hätte. Die damit verbundenen 12 Tage in der Uniklinik hatten die Konsequenz, dass ich mir meiner positiven Einstellung und meines unbedingten Willens zum Gesundwerden bewusst wurde. Ich lief auf dem Klinikgelände jeden Tag ca. 8 km und war – trotz heftiger Blutergüsse im Gesicht – kurz nach der Entlassung in der Lage, zu einem Konzertbesuch nach Berlin zu fahren.

Außerdem machte ich die Erfahrung, dass Senta ein paar Tage alleine zu Hause bleiben konnte, versorgt vom Tierservice, und ich fortan auch mal kleinere Reisen planen konnte. So fuhr ich im November nach Düsseldorf, um Sonja Volk, eine Autorin meines Verlages bei ihrer Vorstellung ihres Buches Gedankenpower in einer großen Buchhandlung zu erleben. Danach konnte ich meine Freunde in meinem ehemaligen Wohnort am Niederrhein besuchen – erstmals nach mehr als vier Jahren. Nach der Rückkehr plante ich dann meinen Weihnachtsurlaub in Seefeld.

Mehr und mehr lernte ich auch, mich von Menschen zu verabschieden, die mir nicht gut taten. Ich lasse mich von niemandem mehr unterkriegen und bin nicht mehr bereit, etwas für Menschen zu tun, die das nicht würdigen. Einige Male habe ich die Zusammenarbeit aufgekündigt, ohne Angst vor den Konsequenzen. Ich kann gut loslassen, es bereitet mir keinen Schmerz mehr, denn die entstandenen Spuren sind jedes Mal Wege in eine bessere Zukunft. Mein unerschütterlicher Optimismus, mein positives Denken, meine grundsätzliche Überzeugung vom Guten im Menschen und mein Vertrauen in jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, helfen mir dabei. Und so habe ich im vergangenen Jahr trotz einiger Rückschläge auch große Erfolge erlebt.

Mein Autorenseminar auf Fehmarn war ein solcher Erfolg, dem in diesem Jahr mehrere weitere Seminare folgen werden. Ich erlebe einen stetigen Zuwachs an Bekanntheit in den sozialen Netzwerken, viele schöne Kontakte sind entstanden, viele Buchprojekte geplant worden. Und so finden auch meine eigenen Texte mehr und mehr Anklang bei immer mehr Menschen. Darüber bin ich besonders glücklich, war es doch von Anfang an mein Ziel, durch meinen eigenen Verlag positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen und (angehende) Autoren anregen und inspirieren zu einem guten Leben und guten Büchern. Mein Buch „Der Traum vom eigenen Buch“ hat sich zu einem heimlichen Bestseller meines Verlages entwickelt und bringt mir auch im Buch-Coaching-Bereich immer wieder neue Kunden.

Und schließlich entwickelt sich mein ursprünglich geplanter Schwerpunkt „Musik“ in meinem Verlag: Nachdem ich zu Weihnachten 2014 meine Dissertation neu publiziert hatte, kam im Herbst 2015 mein erstes Fachbuch neu heraus, und im nächsten Jahr sind gleich mehrere Veröffentlichungen im Musikbereich geplant. Ich habe meine Websites neu gestaltet und von einem professionellen Webmaster einrichten lassen. Seit Februar werden die Bücher von einer Verlagsauslieferung verschickt, die alle Bestellungen abwickelt. So bin ich weitgehend vom Paketepacken und Schreiben von Rechnungen befreit. Ich arbeite mit mehreren großen Druckereien zusammen und lasse zunehmend größere Auflagen unserer Bücher herstellen. Diese Investitionen werden sich hoffentlich in 2016 auszahlen.

In diesen Tagen ziehe ich mit fast 5000 Büchern meines Verlages um zu einer neuen, kleineren Verlagsauslieferung – ich habe mich dafür entschieden, um für die Zukunft bessere Möglichkeiten zu haben, auch wenn es dadurch im Vorweihnachtsgeschäft einige Einbußen gegeben hat. Aber ich habe gelernt, dass finanzielle Einbußen durchaus positive Nebenwirkungen haben können. In der neuen Verlagsauslieferung erfahre ich bereits jetzt eine individuelle Betreuung durch den Chef und die Mitarbeiter. Ich habe gelernt, mich zu entscheiden, für oder gegen Dinge und Menschen, auch wenn es unangenehm ist. Und so sehe ich voller Zuversicht dem fünfjährigen Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 entgegen.

In den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mir darüber Gedanken gemacht, worauf es in meinem Leben wirklich ankommt, was ich noch erreichen möchte, was und wer mir wirklich wichtig ist, was und wer nicht mehr zu mir gehört. Dieser letzte Punkt war am schwierigsten für mich, erfordert er doch einige Konsequenzen. Die Überlegung aber, was für mich wirklich Sinn ergibt, klärt vieles, was ansteht. Mir geht es darum, meinen Verlag weiter zu entwickeln und positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen helfen, besser zu leben, auch durch mein Vorbild.

Meine Wünsche für 2016 im persönlichen Bereich sind: Gesund und fit zu bleiben, Musik zu machen und zu hören, richtig gut Klavier spielen zu lernen, Zeit für mich und für mein Leben zu haben, meine eigenen Bücher endlich schreiben zu können, Urlaub zu machen an den für mich schönsten Orten der Welt, die Beziehungen zu den Menschen zu pflegen, die mir am nächsten sind. Ich halte es mit Louise Hay, die gesagt hat:

„Das Leben ist ganz einfach.
Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Nun ist das neue Jahr inzwischen schon mehr als 24 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2015 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2016 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

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Was ist eigentlich Weihnachten für mich?

Heute postete ein Facebookfreund seine Meinung zu Weihnachten: das Thema sprach mich sofort an und ließ mich seitdem nicht wieder los.

Gerade nun wurde ich durch eine FB-Freundin erinnert an meinen Newsletter „Leben ist mehr“, dessen Texte ich in meinem inzwischen vergriffenen Buch „Leben allein genügt nicht“ veröffentlicht habe. Dort schrieb ich im Dezember 2009 diesen Weihnachts-Newsletter:

Liebe Leserin, lieber Leser von „Leben ist mehr“,

am Tag vor Heiligabend wachte ich auf und fühlte einen tiefen Frieden in mir. Ich fragte mich: Ist das jetzt schon Weihnachten? Und: Was ist denn eigentlich Weihnachten für mich?

Wir sind erst am Sonntag von einem Urlaub im Hotel Armentarola in den Dolomiten heimgekehrt. Eine Woche lang haben wir die Ruhe in den Bergen genossen, den blauen Himmel und den Sonnenschein, aber auch eine außergewöhnliche Kälte. Wie schön ist es, da ein warmes und gemütliches Zuhause zu haben! Dazu gutes Essen und leckeren Wein.

Außer den Weihnachtsplätzchen und einem dezenten Adventsschmuck erinnerte in Armentarola sonst wenig an Weihnachten, auch waren keine Weihnachtslieder zu hören. Wir genossen die lebensfreudige Atmosphäre des Hotels, all die netten Menschen, und die wunderschöne Geburtstagsfeier für meinen Mann.

Ganz ungeplant kam Frohsinn auf, als eine Runde von lieben Menschen mit uns auf den Geburtstag wartete, als jemand heimlich die Kapelle gebeten hatte, um Mitternacht ein Ständchen zu bringen. Wir lachten, sangen, schunkelten und waren glücklich. Vor allem mein Mann, dem es endlich mal wieder so richtig gut ging, strahlte.

Und dann die guten Wünsche: Viel Gesundheit natürlich, aber auch, dass wir uns im nächsten Jahr dort wiedersehen, dass er dann wieder ohne Rollstuhl käme, selber laufen könnte, wieder mal Schach spielen wollte. Hier gab es eine große Portion Mut und Zuversicht, die kostenlos verschenkt wurde – dazu Optimismus, der feste Glaube, dass alles gut würde. Auch Liebe wurde verschenkt – ein Kuss, ein Lächeln, ein Händedruck, eine herzliche Umarmung, eine hilfreiche Hand beim Aufstehen.

Auf der Heimfahrt nach Bamberg gerieten wir in starkes Schneegestöber, fuhren über 160 km auf einer spiegelglatten Autobahn. Ich dachte an den Rat einer Freundin, nicht schneller zu fahren, als unser Schutzengel fliegen konnte. Wir hatten beide keine Angst, spürten Ruhe und Frieden in uns – und wir kamen gut und sicher nach Hause.

Weihnachten – was ist das? Frieden, eine warme Wohnung, genug zu essen und zu trinken, menschliche Zuwendung, Liebe und Freundschaft, aber auch Frohsinn, Wohlbefinden und die Hoffnung, dass alles besser wird. Dazu das Vertrauen in eine höhere Macht, die uns beschützt und uns zu leben hilft.

Das Kind in der Krippe, der Stern über Bethlehem – sie symbolisieren die Hoffnung der Menschheit auf den Frieden in der Welt und unter den Menschen. Sie geben uns Mut und Zuversicht, trotz mancher Probleme und Einschränkungen gut leben zu können, nicht allein zu sein, wenn das Leben einmal dunkel für uns ist.

Im Dezember, der dunkelsten Zeit des Jahres, findet man überall viele Lichter, die einen Menschen zum Leuchten bringen können, ihm neuen Mut geben zum Weiterleben: Die Kerzen am Adventskranz, ein Lächeln, eine Tüte mit Plätzchen an der Wohnungstür, ein Telefonanruf, ein hübsches Gedicht, ein Wort der Versöhnung, ein schöner Weihnachtsbrief vom Modehaus, oder auch „Besinnliche Gedanken“, wie sie meine Freundin Indeed vom Seniorentreff ins Netz gestellt hat. Sie können uns helfen, das Wesentliche in unserem Leben zu finden, wieder ein Licht zu sehen, auch wenn es manchmal ganz dunkel um uns herum ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie an diesen Weihnachtstagen ein Licht finden, das Ihnen leuchtet und Ihnen Mut und Zuversicht gibt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie wenigstens einen lieben Menschen haben, mit dem Sie Weihnachten feiern können.

Mein persönliches Weihnachtswunder geschah in der Nacht vom 23. zum 24. Dezember. Ich sagte zu meinem Mann, der in seinem Rollstuhl vor dem Waschbecken saß: Komm, steh auf, wir gehen jetzt zum Bett. Und siehe da, er stand auf und ging mit mir bis zu seinem Bett. Nach vielen Monaten zum allerersten Mal!

Wir erlebten zusammen einen harmonischen Weihnachtstag mit Musik, Gesprächen und gutem Essen – vor allem waren es Frieden und Harmonie, aber auch Hoffnung und Zuversicht, die bei uns die Weihnachtsstimmung bestimmten.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesen Weihnachtstagen Ihr persönliches Weihnachtswunder erleben und ein wenig von der weihnachtlichen Stimmung in Ihrem Herzen bewahren.

Ihre Beate Forsbach

Ich wurde auch erinnert an alte Zeiten, als ich mich als Musiklehrerin immer mit dem Thema Weihnachten auseinandergesetzt habe – gemeinsam mit meinen Schülern. Mein letztes Schulkonzert an meinem alten Gymnasium war das Weihnachtskonzert 1996 – zum Schluss sangen wir mit dem Publikum das Lied „Marys Boychild – Als aller Hoffnung Ende war“, und ich schrieb im Programmheft:

„Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir mit Hilfe der Musik zu einem friedlichen Zusammenleben finden können, dass die Weihnachtsbotschaft, zumindest in unserem Lebenskreis, wirksam werden kann.“

Und die Presse schrieb: „Etwas mehr Frieden in diese Zeit bringen“, wollte Beate Dethlefs, die Leiterin des Ernst-Barlach-Gymnasium/Gesamtschulchores und Orchesters. Das ist ihr auch gelungen.

In den vergangenen Jahren habe ich dieses Lied immer erst zu Weihnachten gepostet. Heute mache ich es zu Beginn der Weihnachtszeit, weil ich glaube, es ist aktueller denn je.

Ich wünsche Ihnen einen schönen ersten Advent und eine friedvolle Weihnachtszeit.

Ihre Beate Forsbach

Das Lied vom Frieden in der Welt: Marys Boy Child

Als aller Hoffnung Ende war in dem dunklen Weltenlauf,
da ging im Stall von Bethlehem der Stern der Liebe auf.

Hört, es klingt vom Himmelszelt 
das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Die Hirten sah’n am Himmelszelt den hohen, hellen Stern.
Da war der Tag der Herrlichkeit auf Erden nicht mehr fern.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Das Kind, das in der Krippe schlief, das lag in hellem Schein.
Und leise rief der Engelschor die Hirten all herein.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Perspektivenwechsel

IMG_7834Schon lange wollte ich in die Berge – zunächst vor allem nach Armentarola in den Dolomiten, aber das ging ja nicht, weil Senta nicht Auto fahren wollte.

Kurz nach Ostern bekam ich Zahnprobleme – eine ehemalige Klassenkameradin hatte noch am Osternsonntag geschrieben: „Vielleicht, Beate, musst auch Du einfach mal raus und andere Menschen hören und sehen?“ Denn ich war schon wochenlang krank. Ich fuhr Ende April zum ersten Male wieder nach Bamberg, um mich bei meinem früheren Zahnarzt behandeln zu lassen. Senta blieb in der Zeit bei meiner Hundefreundin Karin und war dort sehr gut aufgehoben und behütet.

Im Juli sollte der dritte Zahnarztbesuch stattfinden, ohne größere Behandlung – und ich wusste, dass Karin Urlaub hatte. Ich dachte immer wieder über meinen Traum nach, in die Berge zu fahren. Ich wollte einfach mal die Welt aus einer anderen Perspektive sehen … und so bat ich Karin, Senta ein paar Tage länger zu betreuen und buchte einige wenige Tage in dem Hotel in Seefeld, wo ich so oft mit Hans Christian gewesen war. Das war von Bamberg nur drei Stunden entfernt, aber auf der Rückreise würde ich 1040 km bis Fehmarn fahren müssen – mehr als ich je zuvor an einem Tag mit dem Auto gefahren war.

Vom Mut her wäre ich auch nach Armentarola gefahren – aber da wäre die Rückfahrt noch länger geworden. Also verwirklichte ich erst einmal den ersten Schritt von meinem Traum, in die Berge zu fahren. Ich überlegte mir einfach, dass ich die Rückfahrt in vier Etappen zu je 260 km machen könnte und stellt mir die Strecke genau vor. Das müsste doch möglich sein.

Und so war ich dann am 23. Juli schon vor 9 Uhr morgens unterwegs von Bamberg in Richtung München. Mir wurde bewusst, dass eine solch frühe Abfahrt bei den letzten Reisen mit meinem Mann gar nicht möglich gewesen wäre – und ich genoss zum ersten Mal die Leichtigkeit meines neuen Lebens und dass ich alleine und unabhängig war. Wir waren oft von Bamberg nach Seefeld gefahren, und so erinnerte ich mich während meiner Autofahrt an jedes Hotel und jede Raststätte an der Strecke, wo wir mal gewesen waren, an alle glücklichen und vor allem an die eher unangenehmen Erlebnisse. Teilweise hatte ich reale Bilder im Kopf und auch die Gedanken von damals.

Bald war ich in Seefeld angekommen, checkte im Hotel ein und ging los, einfach so, quer durch den Ort zum Gschwandtkopf, meinem früheren Lieblingsberg, wo ich immer zum Skifahren gewesen war. Wann hatte ich das zum letzten Mal machen können! Als erstes traf ich mitten in Seefeld einen Berner Sennenhund, und dann noch einen am Gschwandtkopf. Ich wanderte über die Hügel zum Pfarrhügel, wo mächtige Felsen einen Kreuzweg markierten. Ich genoss die Aussicht auf die Berge und mein unbeschwertes Herumschlendern – das war in unseren letzten Aufenthalten hier nicht mehr möglich gewesen.

IMG_7797Am nächsten Tag war herrliches Wetter und ich beschloss, mit der Standseilbahn zur Rosshütte hinaufzufahren. Das hatte ich zum letzten Mal lange vor den Urlauben mit Hans Christian gemacht, als ich noch zum Skilaufen in Seefeld war, denn er hätte Angst gehabt, mit einer Seilbahn zu fahren. Die Bergstation liegt etwa 1800 m hoch über Seefeld, das eine Höhe von 1200 m hat. An diesem Tag war es sehr heiß und so kaufte ich gleich auch eine Fahrkarte für die Talfahrt.IMG_7867Von der Seilbahn aus sah ich einen wunderschönen See, den ich nicht kannte, da ich im Sommer noch nicht dort oben gewesen war. An der Bergstation genoss ich die Aussicht auf Seefeld, die umliegenden Berge, das Zugspitzmasiv und den Karwendel, hinunter ins Inntal und in die anderen Täler. Es war grandios. Etwas unterhalb waren Kühe auf der Alm und noch weiter unten sah ich den See und eine hübsche Almhütte. Und so beschloss ich, zu Fuß hinunter zu wandern.

IMG_7813IMG_7843Die wechselnden Ausblicke waren einfach grandios – wie lange hatte ich es vermisst, so von oben herab auf die Erde zu schauen. Das Leben erschien plötzlich in einer ganz anderen Perspektive – vieles wurde unwichtig und klein, anderes dafür umso bedeutsamer. Ganz leicht fiel mir der Abstieg – obwohl ich überhaupt keine Bergerfahrung habe. Nur eine Stunde bis Seefeld, so stand es auf dem Wegweiser. IMG_7835Und schon war ich an dem wundervollen See, in dessen stillem Wasser sich die mächtigen Berge spiegelten. Langsam umrundete ich den See, bewunderte die Natur, die Blumen, die Insekten und die Schmetterlinge. Und immer wieder die Spiegelbilder der Berge. Mir kam der Gedanke an die höhere Macht, die unser Leben leitet. In der Stille dieser grandiosen Umgebung entstanden keine neuen Gedanken und kamen keine alten Gedanken hervor, ich war einfach da, alleine mit mir und der Natur.

IMG_7876IMG_7874Bis ich am Ausgang wieder einen Berner Sennenhund traf und den zugehörigen Leuten erzählte, dass ich auch einen hätte – zu Hause.

IMG_7924IMG_7856Frohen Mutes wanderte ich zu der nahen Almhütte, wo ich eine herrliche Rast mit grandiosem Ausblick einlegte – mit Käsespätzle und einem guten Weißwein. IMG_7954Der weitere Abstieg war ganz leicht, und als ich schließlich wieder in meinem Hotel angekommen war, hatte ich über 12 km zurück gelegt – mehr, als ich jemals in den vergangenen Monaten oder sogar Jahren an einem Tag gelaufen war. Ich war stolz auf mich und meine Kraft und Ausdauer – nur ein wenig traurig, weil Senta nicht dabei gewesen war.

Am nächsten Tag, meinem letzten Urlaubstag, wollte ich mich etwas schonen und plante, den Wildsee zu besuchen. Gabi, die Seniorchefin des Hotels, gab mir den Hinweis, über den Pfarrhügel zu gehen – dort, am Ende des Kreuzweges, sei einer der stärksten Kraftorte Tirols. Ich war schon am ersten Tag dort gewesen, ohne das zu wissen. Also ging ich nochmals den Pfarrhügel hinauf, vom Dorfplatz neben der Kirche nach oben und kam zu dem Platz mit den 12 Stelen, in deren Mitte ein riesiger Felsbrocken das Grab Christi symbolisierte.

IMG_7991An dieser Stelle – eigentlich mitten im Ort – kann man so stehen, dass man nur die Berge, aber kein einziges Haus sieht. Ich schloss die Augen und stellte mir vor, wie nahe ich hier dem Himmel war – aber ich spürte nur eine enorme Kraft in mir, spürte eine feste Verbindung zur Erde, sah die seit vielen Jahren vertrauten Berge ringsum, den Wildsee ganz unten und fühlte das Glück dieses Aufenthaltes in dieser wundervollen Umgebung.

IMG_7985 Ich blickte Richtung Italien – dort, wo die ganz hohen Bergketten zwischen den Wolken zu sehen waren, wo es nicht weit zum Brenner und zum Übergang in die Dolomiten war.  Ich dachte an meinen Wunschtraum, eines Tages nach Armentarola zu fahren, um dort, ganz oben in den Bergen, meinem verstorbenen Mann ganz nahe zu sein. IMG_7987Ich wanderte hinunter zum See, machte dort eine Rast und schaute hinauf zur Roßhütte, wo ich gestern noch gewesen war. Dann wanderte ich rund um den See, erinnerte mich, wie ich vor vielen Jahren im Winter hier mal Eichhörnchen gefüttert hatte, und auch, wie ich mit meinem Mann einmal um den See gelaufen war.

IMG_8028IMG_8055Am Abend hatte ich einen ausgiebigen Klönabend mit Gabi, der Seniorchefin des Hotels, mit der ich mich vor 12 Jahren angefreundet hatte. Wir sprachen über das Leben, über unsere Erinnerungen, über die Liebe und über das, was uns heute bewegt. Und mit einem Mal merkte ich, dass ich durch die drei Tage in Seefeld so viel Kraft, so viel Zuversicht und neuen Mut gewonnen hatte. Ich spürte keine Trauer mehr um das, was nicht mehr war, sondern war glücklich über mein neues Leben, das hier begonnen hatte.

Am nächsten Morgen brach ich fröhlich auf zu meiner 1040 km langen Rückfahrt, fuhr über die vertrauten Autobahnen – und begann eine Übung, die mir das neue Leben erleichtern sollte: Ich versuchte, alle negativen Bilder in meinem Kopf, alle trüben Gedanken an die Vergangenheit durch neue, positive Bilder und optimistische Gedanken zu ersetzen. Ganz bewusst holte ich schöne Erinnerungen hervor, ersetzte Bilder von unangenehmen Erlebnissen durch Glückmomente, freute mich an der wunderschönen Sommerlandschaft und dachte an jedem Erinnungsort nur noch an gute Momente. Ich machte meine geplanten Pausen, hatte Glück, in keinen Stau zu geraten und kam nach gut neun Stunden Autofahrt guter Dinge zurück auf meine geliebte Insel Fehmarn, wo mich Senta zu Hause schon freudig erwartete.

Nun bin ich frei für die nächste Lebensphase, für mein eigenes Leben, in dem ich wieder glücklich sein kann. Es ist gut, mal die Perspektive zu wechseln, mal auf die Berge hinauf zu fahren und auf die Welt dort unten zu blicken. In den nächsten Wochen spüre ich mich selber wieder, fühle die Kraft und die Liebe in mir, die mir schon meine Mutter, und später Hans Christian geschenkt hatten. Ich lebe nicht mehr mit einem Verlust, sondern genieße die Fülle meines eigenen Lebens – auch wenn es immer wieder Momente der Trauer gibt.

Ich kann mich wieder an wundervoller Musik erfreuen, spüre die Zuneigung meiner Freunde, bin wieder empfänglich für all die Zeichen der Liebe, die ich bekomme. Senta wird immer mehr zu meiner Seelengefährtin und wir beide gehen jeden Tag zum Meer, um die Stimmungen dort zu genießen, die Sonnenuntergänge und Lichtwirkungen am Wasser. Und ich erzähle ihr immer wieder von den Bergen, in denen ich beim nächsten Mal mit ihr zusammen wandern möchte.

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Brahms – Endlich loslassen

Brahms-SonatenEin Freund hatte mich eingeladen zu diesem Konzert: Die drei Sonaten für Violine und Klavier von Johannes Brahms, gespielt von dem spanischen Geiger Abel Tomàs und dem israelischen Pianisten Amir Katz.

Schon lange hatte ich tief in mir gespürt, dass sich vieles änderte in meinem Leben. Ich wollte sie loslassen – meine Geige, die ich seit nunmehr 40 Jahren besitze. Eine wunderschöne französische Violine des Geigenbauers Georges Apparut aus dem Jahr 1944 – 71 Jahre alt ist sie inzwischen. Ich hatte lange gespart, neben dem Studium gejobbt und sie mir dann gekauft, um mein Examensprogramm im November 1975 auf einer wirklich schönen Violine spielen zu können: Die erste Solosonate in G-moll von Johann Sebastian Bach, die Romanze F-dur von Ludwig van Beethoven – und die Sonate G-dur von Johannes Brahms.

Schon im Januar 2007 hatte ich während der Mozartwoche in Salzburg einen ganz jungen Geiger erlebt, der das Violinkonzert G-dur von Wolfgang Amadeus Mozart so schön spielte, dass mir die Tränen vor Rührung kamen – und vor Wehmut, denn dieses Konzert hatte ich auch in meinem Studium an der Kölner Musikhochschule gespielt. Damals wusste ich noch nicht, dass schwere Jahre auf mich zukommen würden, in denen ich meine schöne Violine kaum noch in die Hand nehmen würde.

Irgendwann in diesem Sommer sah ich Anne-Sophie Mutter im Fernsehen – begleitet von ihren jugendlichen Musikern – und ich entschloss mich, meine Geige loszulassen, damit künftig jüngere Musiker darauf spielen könnten. Die Stiftung von Anne-Sophie Mutter hatte gerade ein Instrument erworben und verwies mich an die Deutsche Stiftung Musikleben in Hamburg. Irgendwann im August hörte ich Anne-Sophie Mutter mit der Violinromanze F-dur von Beethoven im Radio – und wollte diesen Blog schreiben. Aber so einfach ist das nicht mit dem Loslassen.

IMG_8173Warum eigentlich? Warum möchte ich meine schöne alte Geige verkaufen? Ich habe sehr schöne und auch schwere Stücke gespielt – vor 40 Jahren. Heute könnte ich, wenn überhaupt, nur noch ganz einfache Stücke spielen, aber mit wem? Ein Geiger braucht (fast) immer andere Musiker, um Musik zu machen: einen Pianisten, Quartettpartner oder ein Orchester.

Die Romanze habe ich vor vielen Jahren öffentlich mit einem Kammerorchester aufgeführt – heute wäre das undenkbar für mich, nicht nur wegen meines aktuellen Wohnortes auf der Insel Fehmarn. In Liebhaberorchestern und mit Feierabend-Streichquartetten möchte ich nicht (mehr) spielen. Zu engagiert war ich während der Studienzeit in ambitionierten Jugendorchestern und ehrgeizigen jungen Streichquartetten, in denen ich gerne die Bratsche spielte. Meine Bratsche aber habe ich bereits vor über zehn Jahren verkauft, an eine begabte junge Musikerin, die sehr glücklich über das schöne Instrument war.

Ja und außerdem habe ich in den letzten Jahren meine Berufung gefunden: das Glück des Büchermachens. Die Musik war ganz in den Hintergrund getreten, auch wegen der Krankheit meines inzwischen verstorbenen Mannes. Am Himmelfahrtstag 2014 hatte ich sie für mich wiederentdeckt, als die Frage gestellt wurde: „Was ist der Himmel für dich?“ Ich habe damals geantwortet: „Für mich bedeutet er Freiheit, Liebe, Grenzenlosigkeit – und Musik.“

Seite18 aus Leben_ist_Mee(h)r_2015Nun also bekam ich die Einladung zu diesem Konzert, in dem die drei Brahms-Sonaten gespielt werden sollten. Brahms ist seit eh und je mein Lieblingskomponist, und die Sonate G-dur, die sogenannte „Regenlied-Sonate“, liebe ich seit Jahrzehnten, nicht nur, aber auch, weil ich sie selber gespielt hatte.

Bei jedem Glück gibt es einen Wermutstropfen – mir wurde klar, dass der Konzerttermin, der 10. Oktober, mit dem „Kennenlerntag“ zusammenfiel, den ich immer mit meinem verstorbenen Mann gefeiert hatte. Anscheinend muss das Leben uns erst immer Schmerzen bereiten, bevor wir wirkliches Glück empfinden können. So hatte ich in einem Blogartikel geschrieben:

„Ich glaube allerdings, dass Glück ohne Trauer gar nicht sein kann –
nur wer auch die Schattenseiten erlebt hat, kann wirkliches Glück empfinden.“

Nach einem Sturz und längerem Klinikaufenthalt mit schmerzhaftem Unterkieferbruch gab es für mich nur ein Ziel: dieses wundervolle Konzert am 10. Oktober mit den Brahms-Sonaten zu erleben. Vielleicht wäre das Glück ohne diesen Unfall zu selbstverständlich geworden? In der Klinik hatte ich viel Zeit zum Nachdenken – über das Loslassen. „Indem ich die Vergangenheit loslasse, können Neues, Frisches und Vitales eintreten“, las ich in einer Affirmation von Louise Hay – wodurch ich erst einmal aufmerksam wurde, dass es etwas zum Loslassen gab. „Liebevoll lasse ich die Vergangenheit los. Die anderen sind frei und ich bin frei. Alles ist gut in meinem Herzen“, hieß es in einer Affirmation gegen Schmerzen.

Nicht nur meine Geige würde ich loslassen an diesem Tag – auch die Ehe mit meinem verstorbenen Mann: „Bis dass der Tod uns scheidet“ – hatten wir uns bei der Trauung versprochen, als wir uns die Ringe aufsetzten. Auch wenn ich es noch so sehr gewollt hätte, es hätte nichts genützt. Diese Ehe ist vorbei. Was geschehen ist, ist vorbei und lässt sich nicht mehr ändern. Nach Hans Christians Tod hatte ich seinen Ring an mich genommen und meinen weiterhin getragen. Trauer, Ängste, Schuldgefühle hielten mich immer noch ein wenig in der Vergangenheit fest. Nunmehr haben beide Ringe einen sehr schönen Platz bekommen.

Loslassen hat immer auch mit Abschied zu tun: Abschied von der Jugend- und Studienzeit, Abschied von Sachen, Abschied von Überzeugungen und Ideen, Abschied von einer Ehe, von einer glücklichen Lebensphase, Abschied von einer schlimmen Zeit, Abschied von einem geliebten Menschen.

Aber jedem Abschied folgt am Neubeginn. So zitierte ich wieder einmal aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse:

„Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

IMG_8168Am Abend dann endlich das Konzert – in der zweiten Reihe war ich den beiden großartigen Musikern Abel Tomàs und Amir Katz ganz nah. Sie begannen mit der Sonate G-dur von Johannes Brahms, der Regenlied-Sonate. Unglaublich – ich konnte mich an jeden einzelnen Ton, an jeden Zusammenklang, an jede winzige Emotion in diesem Stück erinnern. 40 Jahre war es her, dass ich dieses Stück mit einem begnadeten Pianisten in der Kölner Musikhochschule gespielt hatte – aber statt Wehmut und Trauer erfüllte mich ein unglaubliches Glücksgefühl, ein inneres Strahlen über die Schönheit dieser Musik und die so lebensvolle und emotionale Interpretation durch die beiden jungen Musiker.

IMG_8171Es folgten die Sonate A-dur und nach der Pause dann die Sonate D-moll – die beiden Musiker steigerten sich nochmals – es war ein absoluter Höhepunkt dieses wunderschönen Abends. Der Applaus wollte gar kein Ende nehmen, und so gab es als Zugabe noch ein Scherzo von Brahms und ein ruhiges, besinnliches Abendlied.

IMG_8172Am Ende dieses Konzertes hatte ich losgelassen – es war überhaupt nicht schwer. In der Konzertpause formulierte ich meinen Wunsch ans Universum, ans Leben, das einem doch immer alle Wünsche erfüllt:

Ich möchte einen jungen Musiker finden, der auf meiner schönen Geige wundervolle Musik spielt. Vielleicht kann er sich die Geige selber kaufen, oder es findet sich ein Musikliebhaber, der ihm diese Geige zur Verfügung stellt. Ich weiß schon jetzt, dass nicht der Geldbetrag den Ausschlag geben wird, wem ich meine Geige verkaufe, sondern eine andere Währung: die des Herzens – und die der Musik.

IMG_8170 IMG_8169Übrigens habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Loslassen an sich gar nicht schmerzhaft ist. Wirklich schmerzhaft ist die lange Zeit davor, in der man zögert, die Entscheidung darüber zu treffen.

Wenn wir dann endlich losgelassen haben, bekommen wir wieder Energie für Neues. Wenn wir erkennen und akzeptieren, dass sich alles, was uns umgibt, ständig verändert, können wir den Wandel begrüßen! In jedem Moment ändert sich unser Leben, ohne dass wir Einfluss darauf haben. Ständig bekommen wir neue Ideen, lernen neue Menschen kennen, erleben neue Situationen, von denen wir uns bereichern lassen können.

IMG_9741Ich habe heute Abend eine wunderbare Abendstimmung am Meer erlebt, die zu meiner heutigen Stimmung passte. Eine Facebook-Freundin schrieb dazu:

„Abendfrieden. Nur dasitzen und warten, bis die Sonne untergeht.
Da hat kein störender Gedanke mehr Platz.“
(Helga Mildenberger)

Ja, so ist es auch nach dem Loslassen.
Und dann kann man Brahms wieder mit ganz anderen Ohren hören.

IMG_9743„Seele des Menschen, wie gleichst du dem Wasser;
Schicksal des Menschen, wie gleichst du dem Wind!“
(Johann Wolfgang von Goethe)