Reise im Advent

beate-forsbach-1803Am 1. Dezember startete ich mit Senta auf unsere Adventsreise, zunächst ging die Fahrt nach Bamberg. Dort musste ich zum Zahnarzt, den ich auch zukünftig alle drei Monate aufsuchen werde. Und weil Senta im September, bei unserer ersten gemeinsamen Reise nach Armentarola, so krank gewesen ist, hatte ich diese neue Reise geplant. Endlich wollte ich mit Senta in Armentarola spazieren gehen, ein Foto-Shooting am Chiemsee machen und eine alte Freundin in München besuchen. Diese Stationen waren bereits im September geplant, aber ich war damals mit der genesenden Senta so schnell wie möglich nach Hause gefahren.

Kann man dem Glück auf die Sprünge helfen? Ja, ich glaube, man kann. Nur weil es beim ersten Mal nicht so richtig geklappt hat, braucht man noch nicht aufzugeben. Man muss es einfach noch einmal versuchen. Und so kamen wir wohlbehalten in Bamberg an und machten einen ausgedehnten Abendspaziergang an der Regnitz – von der Villa Concordia bis zum alten Rathaus.

img_0532img_0535 img_0539 Am nächsten Morgen sah es zuerst ganz schön aus, doch dann begann es, in Strömen zu regnen. Ich suchte ein passendes Restaurant für die kleine Weihnachtsfeier, die ich mit meiner Geschäftsfreundin Verena Ullmann am Abend geplant hatte. Es war gar nicht so einfach, viele Restaurants waren ausgebucht, aber ich konnte einen Tisch im Restaurant Messerschmitt an der Langen Straße bestellen, wo ich so oft mit Hans Christian gewesen war.

img_0554Am Nachmittag wanderten wir beide – endlich – durch den Hain. Das hatte ich mir schon so lange gewünscht, mit Senta durch dieses schöne Waldgebiet zu gehen. Die große Hundewiese, wo wir früher immer die Hündchen beobachtet hatten, beeindruckte sie nicht so sehr, aber am Denkmal des sprechenden Hundes Berganza posierte Senta dann doch für ein Foto. An dieser Stelle soll der Dichter E.T.A. Hoffmann einst diesem Hund begegnet sein, auf dem Rückweg vom Café Lieb im ehemals Fürstbischöflichen Jagdschloss – es ist jedoch nicht bekannt, ob der sprechende Hund vielleicht auf den Genuss des guten Frankenweins zurückzuführen ist oder tatsächlich dort gewesen ist.

img_0567Wie bei unserem allerersten Besuch des Cafés war es auch diesmal geschlossen, Senta trank ein wenig aus der Regnitz und dann liefen wir wieder zurück nach Bamberg, wo wir dann – auf den Spuren der Vergangenheit – im Café Graupner einkehrten. Wir saßen an dem Tisch, an dem ich mit Hans Christian das erste Mal gesessen hatte, als er sagte: „Sind die Schachspieler schon da?“ und ich erfuhr, dass er nicht nur wegen der Konzerte, sondern vor allem wegen des Schachspiels nach Bamberg gefahren war.img_0582Am Abend dann gingen wir ins Restaurant Messerschmitt, wo der Chef zunächst sehr skeptisch war, weil Senta ein soooo großer Hund war. Aber ich hatte sie ja mit beim Tisch bestellen, und so durften wir Platz nehmen. Senta aber lag ganz brav den ganzen Abend neben dem Tisch, wo ich mit Verena Ullmann eine schöne kleine geschäftliche Weihnachtsfeier hatte.

img_0592Am nächsten Morgen dann fuhren wir weiter nach Armentarola – in Bamberg war die Welt noch weiß überzuckert, im Inntal näherten wir uns bei schönstem Sonnenschein den mächtigen Bergen.

img_0602img_0612Wie immer telefonierte ich während der Autofahrt mit verschiedenene Freundinnen. Auf der Brennerautobahn dann verabschiedete ich mich für einige Tage in die Berge. Denn diese Reise sollte ja auch eine Reise zu mir selbst werden. Dabei hatte ich nicht damit gerechnet, dass sich eine sogenannte „Freundin“ nach dieser Reise ganz verabschiedet hat. Aber dazu später.

img_0629Froh gestimmt trafen wir in Armentarola ein. Senta suchte als erstes den Brunnen, der aber diesmal leer war, wegen der großen Kälte. Auf unserem ersten Spaziergang entdeckte sie den rauschenden Bach, in den sie fortan jeden Tag ging, um das frische Bergwasser zu trinken.  img_0624img_0877Am Abend dann gab es für mich den ersten Aperitif in der Hausbar.

img_0757Am nächsten Morgen strahlte die Sonne vom tiefblauen Himmel und unsere glücklichen Urlaubstage begannen – im immer gleichen Rhythmus. Senta tobte und tollte schon vor dem Frühstück den Hügel vor dem Hotel hoch, sie spielte sogar mit dem Ball – ein ganz neues Hund-Frauchen-Gefühl war das.

img_0929img_0785 img_0781Mein Hund fühlte sich ganz offenbar sehr glücklich hier in den Bergen.

img_0938Ich aber fragte mich auf unseren langen Spaziergängen, was all dies zu bedeuten hatte. Ich spürte ein Gefühl tiefer Dankbarkeit, weil Hans Christian mich an diesen Ort geführt hatte. Wir beide hatten Armentarola geliebt, und ich fühle mich hier sehr wohl. Auch meiner Mutter bin ich dankbar, denn sie hatte mich einst zum Skifahren gebracht, und wir waren Weihnachten immer in Seefeld/Tirol gewesen. Und Hans Christian hatte eines Tages zu mir gesagt: „Wenn ich mit Dir nach Seefeld fahre, dann musst Du mal mit mir nach Armentarola.“ Ich fühlte mich ihm sehr nahe, hier in den Bergen. Mit Senta machte ich all die Wanderungen, die wir in unseren ersten Urlauben hier noch gemeinsam gemacht hatten.

Ich dachte über mein Leben nach, über meine Bestimmung. Ich möchte gesund und glücklich 100 werden und ich möchte anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe – vor allem durch Hans Christian und meine Mutter.

Armentarola ist für mich ein magischer Ort, neben meiner Trauminsel Fehmarn, und ich möchte hier immer wieder herkommen. Wieder begegnete ich Menschen, die diese Lebensphilosophie leben – so wie Hans Christian und ich es einst beschlossen hatten. Das Hotel Armentarola wurde zu Weihnachten 1938 eröffnet und hat seitdem viele Freunde gefunden. Wer einmal hier war, kehrt immer wieder. Eine fröhliche Atmosphäre voller Lebenslust, Heiterkeit und Optimismus, dazu Sonnenschein, blauer Himmel und eine atemberaubende Bergkulisse – das ist der „Geist von Armentarola“, wie ich ihn in meinem gleichnamigen Buch beschrieben habe. Viele Gäste sprachen mich auf dieses Buch an, auf deutsch, italienisch und englisch, und alle fühlten sich wohl an diesem magischen Ort und in dem schönen Hotel.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddSenta wurde zum Liebling vieler Gäste – jeder wollte sie streicheln, jeder lächelte uns an, in der Hausbar oder draußen beim Spazierengehen.

img_0908Von Armentarola aus fuhren wir zum Chiemsee, wo ich ein Foto-Shooting gebucht hatte. Wir übernachteten in einem schönen Hotel in Pelham am See, von wo wir am nächsten Morgen zur Fotografin fuhren.

img_1193Das Foto-Shooting fand bei herrlichem Wetter am Chiemsee statt. Senta war die ganze Zeit dabei, sie sorgte für Heiterkeit, gab mir Halt und Liebe, wenn es mal anstrengend wurde, und sie hatte auch die Fotografin in ihr Herz geschlossen. Wunderschöne Fotos sind entstanden. Mein großer Dank geht an Theresia Berger, die es mit Geduld und Einfühlungsvermögen schaffte, dass unvergleichliche Fotos von mir und auch von Senta und mir entstanden.

beate-forsbach-2259img_2435beate-forsbach-2068Dies ist für mich eine schönere Adventszeit gewesen als Glühwein und Bratwurst auf einem überfüllten Weihnachtsmarkt. Es gab Licht, Zuversicht und Hoffnung auf 2017, neue Eindrücke einer schönen Landschaft, neue Verbindungen zu Menschen und meinem Hund. Vom Chiemsee fuhr ich dann nach München, wo ich eine alte Freundin nach mehr als zehn Jahren traf. Mit ihr gingen wir im Englischen Garten spazieren und erlebten schöne gemeinsame Stunden.

Diese Reise im Advent war mehr als ein Urlaub: neben der Erholung und Entspannung habe ich viele interessante Menschen kennengelernt und neue Kontakte geknüpft, die Verbindungen zu alten und neuen Freunden und Bekannten gefestigt, die Beziehung zu meiner Senta zu einer glücklichen Mensch-Hund-Beziehung werden lassen. Ich habe über den Sinn meines Lebens nachgedacht und wichtige Entscheidungen getroffen. Dazu gehört auch, sich von Menschen und Dingen zu verabschieden, die nicht mehr zu mir und meinem Leben passen. Zum ersten Mal, seit mein Mann verstorben ist, habe ich das Gefühl, mein Leben ganz allein bestimmen zu können. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will. Und Armentarola habe ich auch schon wieder gebucht für das nächste Jahr. Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-2043Soeben beginnt der 19. Dezember, es ist der Geburtstag meines lieben Hans Christian. Senta und ich werden diesen Tag in Dankbarkeit und Erinnerung an einen wundervollen Menschen begehen, der unser Leben maßgeblich bestimmt hat.

Ich wünsche Euch eine schöne Weihnachtszeit!

 

Die Magie von Armentarola

img_7734Seit mehr als sechs Jahren stand dieser Wunsch auf Platz 1 meiner Wunschliste: Wieder mal Urlaub in Armentarola zu machen, mit meinem Mann Hans Christian und unserer Berner Sennenhündin Senta. Seit Hans Christians Tod im Februar 2014 war daraus der Wunsch geworden, mit Senta in Armentarola Urlaub zu machen. Das war nicht so ganz einfach, denn Senta mochte nicht im Auto mitfahren.

bild_buchseminar_armentarola2016webIm Januar 2016 buchte ich acht Tage in Armentarola und schrieb das viertägige Seminar „Schreib Dein Buch in Armentarola“ aus. Und schon bald gab es mehrere Anmeldungen, denn das Angebot war attraktiv, zudem konnte man seinen Partner/seine Partnerin mitbringen und neben dem Seminar auch ein wenig Urlaub machen.

Am 12. September 2016 kam ich mit meiner Senta in Armentarola an – ich konnte es kaum fassen: mein alter Traum war Wirklichkeit geworden! Aber ich hatte auch einiges dafür getan, dass dieser Traum in Erfüllung ging: am 2./3. August war der spanische Mensch-Hunde-Therapeut José Arce bei uns auf Fehmarn, und nach dem persönlichen Workshop fuhr Senta im Auto mit. Den ganzen August über haben wir trainiert, ich fuhr 2-3mal pro Tag mit Senta zu den schönsten Stränden auf Fehmarn. Mitte August machten wir dann unsere erste große Reise nach Bayern – darüber habe ich in meinem letzten Blogartikel Willkommen im Leben berichtet.

img_7343Es war eine anstrengende Reise gewesen nach Armentarola: in Deutschland und Österreich herrschte eine große Hitze mit bis zu 35 Grad, die wir nicht gewohnt waren. Und so wunderte ich mich nicht, dass Senta nicht so richtig fressen wollte und ein wenig aggressiv und gleichzeitig matt war. Nach unserem Zwischenstopp in Würzburg suchten wir eine Tierklinik auf, da ich dachte, Senta hätte Schmerzen. Kurz vor unserer Abreise hatte sie noch gehumpelt und von unserer Tierärztin Schmerzmedikamente bekommen. Niemand hatte sich gewundert, dass Senta so außergewöhnlich viel trank – schließlich war es ein sehr heißer Sommer. Und da sie nicht so richtig fressen wollte, hatte sie ziemlich abgenommen.

In Armentarola ging es ihr dann gar nicht gut. Der Hotelchef Toni Wieser rief sofort den Tierarzt einige Dörfer weiter und mehrere Hundert Meter tiefer an, und nach dem zweiten „Alarm“ von mir konnte ich mit Senta dorthin fahren. Senta war schon ganz schwach, und eine Freundin hatte mich darauf vorbereitet, dass sie dies nicht überleben würde. Aber der Tierarzt Dr. Armando Mulciri schaute mich mit optimistischem Augenausdruck an und sagte, was es sein könnte. Und wenn es wirklich nicht mehr als das wäre, würde er Senta morgen operieren und sie wäre dann in zwei Tagen wieder fit.

Auch die Operation könnte Senta vielleicht nicht überstehen, ihr Herz sei doch so schwach, hatte mir die Freundin am Telefon schon erzählt. Auch der Tierarzt hatte das bestätigt – aber er gab Senta per Einlauf einige Medikamente. Und er war voller Optimismus. Ich blieb bis zum Abend bei ihr, sie war ganz schwach. Als ich mich in einer Bar nebenan stärkte und der Wirtin von Senta erzählte, sagte sie nur: der Dr. Mulciri würde nie ein Tier einschläfern, wenn es noch eine Chance gäbe. Und so fuhr ich am Abend beruhigt nach Armentarola zurück.

Am nächsten Morgen dann telefonierte ich mit dem Tierarzt und auch mit unserer Tierärztin auf Fehmarn. „Lassen Sie es sofort machen“, riet sie mir, „das ist eine tickende Zeitbombe“. Wir hatten offenbar Glück gehabt. Sentas Herz war nach der Ruhe in der Tierarztpraxis wieder völlig normal, und Dr. Mulciri und seine junge Kollegin operierten Senta am nächsten Mittag.

Ich aber hatte im Hotel mit Anna gesprochen, dem „guten Geist“ von Armentarola. Ich hatte sie um einige alte Handtücher gebeten, für den Fall, dass Senta nach der Operation wieder ins Hotel käme.

„Das hat schon seinen Grund, dass das ausgerechnet in Armentarola passiert ist“, sagte Anna zu mir. Und ich vertraute ihr und dem Geist von Armentarola, den ich vor eingien Jahren in meinem Buch zum 70-jährigen Jubiläum des Hotels beschrieben hatte. In diesem Hotel war ich oft mit meinem Mann gewesen. Die Lebenslust, die Heiterkeit und der Optimismus, die ich dort erfahren durfte, haben mein Leben, mein Denken und meinen Verlag geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar. Das habe ich im Vorwort zur Neuausgabe des Buches geschrieben, die im Oktober 2014 erschienen ist.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddimg_7410Es war genauso, wie der Tierarzt vermutet hatte. Nach der Operation durfte Senta noch zwei Tage in der Tierarztpraxis ausruhen, und ich konnte sie dort besuchen. Am Freitag dann, zwei Tage nach der Operation, durfte sie mit mir nach Armentarola. Denn sie braucht jetzt meine Gesellschaft, meinte Dr. Armando Mulciri. Glücklich holte ich sie ab.

img_7516Am Abend hielt unsere Autorin Sonja Volk im Hotel Armentarola einen Vortrag über ihr Buch „Gedankenpower“. Die gesamte Hotelleitung und viele Gäste waren gekommen und hörten interessiert zu. Ich sprach einige Worte über meinen Bezug zu diesem Hotel und auch über meinen Verlag. Sonja Volk bezauberte das Publikum – es war ein gelungener Abend.

img_7451 Am übernächsten Abend dann sprach mich ein Mann an, weil ich von der Magie dieses Ortes gesprochen hatte. Er kommt seit 30 Jahren hierher und seine Frau sagt auch, es ist ein magischer Ort. Er hat vor kurzem hier seinen 85. Geburtstag gefeiert – kommt immer noch mit dem Auto aus Süddeutschland hierher. Zweimal pro Jahr sind sie für je drei Wochen hier, und das tut ihnen und ihrer Gesundheit gut. Es gibt sie tatsächlich, die Magie von Armentarola.

Ich rechnete nach: Ich muss 81 werden, bis ich sagen kann, ich komme seit 30 Jahren. Und ich muss mich fit halten, damit ich mit dem Auto von Fehmarn hierher fahren kann.
Senta wollte mit in die Hausbar, sie hat wieder Appetit und – Durst. Alle Gäste freuen sich mit uns. Das ist das Wunder von Armentarola.

img_7809Ich war glücklich und erleichtert – mein Autorenseminar war gut gelaufen. Die Hotelleitung gab bereits am Freitag bekannt, dass mein Seminar im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, vom 13.-17. September 2017.

img_7740Am Sonntagabend aber kam mir die Erkenntnis: es ist so schön hier in Armentarola. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, und dort den richtigen Menschen zu begegnen – das ist manchmal (über-)lebenswichtig.

img_7788img_7595Senta fühlt sich hier so richtig wohl. Und ich auch. Ich danke der Familie Wieser und dem gesamten Team des Hotels Armentarola, den anteilnehmenden Gästen, vor allem aber dem Dr. Armando Mulciri, der meine kleine Senta geheilt hat – gemeinsam mit dem Geist von Armentarola.

Die Magie von Armentarola aber habe ich in den Tagen nach Sentas Operation besonders gespürt. In der Küche bereitete man ihr Hühnchen mit Reis zu, damit sie endlich wieder etwas fressen konnte. Und es schmeckte ihr, ihre Genesung war mit großer Freude zu beobachten.

img_7702Am Samstag nahm Sonja Volk ein Interview mit mir auf, in dem ich die besondere Inspiration dieses Ortes mit dem Erfolg im Leben im Verbindung brachte.

Und ich lud – ebenfalls per Videobotschaft – zum nächsten Treffen in Armentarola ein.

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Am Sonntag dann buchte ich kurz entschlossen unseren nächsten Aufenthalt in Armentarola – Anfang Dezember werden wir wieder dort sein. Vielleicht kommt auch eine Autorin oder eine Buch-Coaching-Kundin dorthin, um die grandiose Inspiration, die Magie von Armentarola, für das Schreiben ihres Buches wirken zu lassen. Auf jeden Fall werde ich selbst dort schreiben und leben, zusammen mit meiner Senta. Und ich werde das traumhafte Gefühl genießen, dass ich mir meinen alten Traum erfüllt habe.

img_7737Wer nun glaubt, ich hätte keine Träume mehr: die Magie von Armentarola hat mich mein Leben wieder mal neu ausrichten lassen. Wie wichtig ist es, den Zauber eines einzigartigen Ortes zu genießen, die gute Unterkunft, Bewirtung, die hervorragende menschliche Betreuung und die wundervolle Landschaft. So habe ich meinen nächsten Aufenthalt in Armentarola schon gebucht, und auch das nächste Seminar im September 2017. Und ich werde wieder dorthin fahren, denn irgendwelche Reisen rund um die Welt brauche ich nicht in meiner derzeitigen Lebensphase. Und Senta auch nicht. Die möchte es gut haben und mit mir ein wenig wandern, gerne in den schönen Bergen von Armentarola.

Und ich habe den Entschluss gefasst, meine Autorenseminare künftig nur noch an den für mich schönsten Plätzen der Welt stattfinden zu lassen: auf der Sonneninsel Fehmarn und in Armentarola.

14468510_10209153472506963_8065446549262733530_oDie 1200 km zwischen Neujellingsdorf auf Fehmarn und Armentarola sind leicht zu bewältigen: viele Freunde wohnen dort, wo wir vorbeifahren: in Bamberg, Würzburg, Karlsruhe, München und in Innsbruck. Es ist gar nicht so einfach, die nächste Reise zu planen mit all den Zwischenstationen und Einladungen, die wir beide haben. Nächste Woche fahren wir erst einmal los zur Frankfurter Buchmesse – auch das ist ein großes Ereignis in meinem jungen Verlegerinnen-Leben. Und Senta freut sich auf die Freundin, die wir bei dieser Gelegenheit besuchen. Zur Buchmesse kann ich sie ja schließlich nicht mitnehmen.

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Halbzeit 2016

IMG_5186Nun ist das erste Halbjahr gleich herum. Zeit, um nachzudenken, was bisher geschehen ist, wie zufrieden wir damit sind und ob wir im zweiten Halbjahr etwas ändern und verbessern möchten. Ich habe gerade mit Senta noch einen Abendspaziergang gemacht, bei dem meine Gedanken frei fließen konnten. Denn ich hatte mir vorgenommen, heute diesen Blogartikel zu schreiben. Wie alle meine Blogartikel ist auch dieser ein ganz persönliches Statement.

Dieses erste Halbjahr war für mich sehr erlebnisreich. Heute ist es genau drei Monate her, dass ich mich von einem vermeintlichen Freund und Berater getrennt habe. Der Abschied war heftig, und es hat lange gedauert, bis ich alle Folgen überwunden hatte. Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ ist auch aus diesem Grunde noch nicht erschienen. Ich hatte es an meinem Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 geplant, ohne so recht zu wissen, wieso gerade zu diesem Zeitpunkt wieder ein Neubeginn anstand. Und nun braucht es noch seine Zeit.

Auch früher schon habe ich solche Situationen erlebt: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weiter gehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Dieses Lebensprinzip habe ich beibehalten. Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte.

Immer? Auch nach den schlimmsten Abschieden – von meiner geliebten Mutter, von meinem geliebten Beruf, von meinem geliebten Ehemann – habe ich einen Neubeginn im positiven Sinne geschafft. Denn auf der Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens durchläuft man viele Lebensstufen, wie Hermann Hesse es in seinem Gedicht „Stufen“ beschrieben hat:

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Eine Bekannte, die sich mit Numerologie beschäftigt, sagte mir Anfang Mai: „Die Zahlen sprechen die Sprache unseres Lebens. Du bist 10er-Wandlerin, da du eine zählende Null im Geburtsdatum hast aus der 20. Du hast ab diesem Jahr wiederum viele Eigenschaften zusätzlich geschenkt bekommen, jedoch auch die jeweiligen Herausforderungen … Ich bin mir auch sicher, dass du diese bereits fühlst und diese Energie bereits in dein Leben integrierst.“ (Patricia Zurfluh) Es stimmte, ich hatte in meinem Leben alle 10 Jahre eine wesentliche Herausforderung erlebt. Im Mai 2016 bin ich 64 geworden, und ich war gespannt, was nun kommen würde.

Heute nun, Ende Juni 2016, weiß ich: Es hat an meinem 64. Geburtstag wieder mal einen Neubeginn gegeben. Das Leben gibt uns immer die Zeichen zur Veränderung, nur fällt es uns oft schwer, das zu erkennen. Manch einer möchte sich auch nicht verändern und verharrt lieber in einer Lebenssituation, in der er nicht glücklich ist. Wenn man eine neue Lebensstufe erreicht, heißt es Abschied zu nehmen von vertrauten Gewohnheiten, Dingen, Menschen und Orten. Das bereitet oft Schmerzen. Aber jeder Neubeginn ist auch eine Chance, gesund und glücklich zu werden.

Heute vor vier Wochen erlebte ich dann aus heiterem Himmel einen gesundheitlichen „Warnschuss“, der mich ziemlich erschreckt hat. Es wurde mir klar, dass mein Leben in diesem Moment hätte zu Ende sein können. In einem solchen Moment bekommen viele Dinge eine völlig andere Wertigkeit. Ich habe mich ganz still verhalten, auf meinen Körper gehört, und einige Tage nur geschlafen, kaum etwas gegessen und getrunken und bin ganz vorsichtig und achtsam spazieren gegangen. Und dann am Sonntagmorgen wurde ich wach und spürte, wie meine Kraft und mein Mut zurückkamen. Ich traf einige Entscheidungen für die nächste Zeit.

Am Abend dann, als ich am Meer war, kam mir eine Geschichte in den Sinn. Das hatte ich noch nie erlebt, und so schrieb ich die Geschichte kurz vor dem Schlafengehen auf. Ich habe sie bereits auf Facebook veröffentlicht, aber schreibe sie hier noch einmal auf für alle meine Freunde, die nicht auf Facebook mit mir verbunden sind:

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten16Die Kapitänin

Es hatte ein heftiges Unwetter gegeben. Das Schiff war ins Schwanken geraten, schlimmer als sie es je zuvor erlebt hatte. Der Sturm brauste und tobte so sehr, dass sie fast ein wenig ihren Mut verlor, der sie ihr Leben lang durch schlimme und gute Zeiten begleitet hatte.

Ein Teil der Mannschaft war offenbar seekrank geworden, andere hingen über der Reeling oder waren ins Wasser gefallen.

Die Kapitänin war anscheinend bewusstlos – sie konnte doch ihr gutes Schiff nicht im Stich lassen!

Wo aber war der Steuermann geblieben, ihre stärkste Unterstützung in rauen Zeiten? Er hatte ihr doch diesen Kurs ganz dringend empfohlen, hatte er gar nichts von dem drohenden Unwetter gewusst?

Er war jedenfalls nicht mehr da, war offenbar von Bord gegangen, bevor das Schiff ganz unterging.

Sie träumte von den Sternen, zu denen sie jetzt fuhr. Über das weite Meer, in die Unendlichkeit, immer den Sternen nach.

So war es also, das Ende? Eigentlich schön und angenehm, sie entspannte sich und gab sich ihren Träumen hin.

Mit einem Mal öffnete sie ihre Augen. Was war das? Sie sah in den strahlend blauen Sommerhimmel. Kein Wölkchen war dort zu sehen. Und warum war es plötzlich so ruhig? War sie etwa schon im Paradies angekommen?

Das Meer war spiegelglatt. Kein Lüftchen wehte heute, es war schön warm in der Sonne. Sie reckte und streckte sich wohlig, war richtig gut ausgeruht. Mit einem Mal spürte sie, wie ihre Kraft wieder kam, und auch ihr Mut, der fast abhanden gekommen war.

Sie stand immer noch auf der Brücke und hielt das Steuerrad fest in der Hand. Das Schiff bewegte sich ganz ruhig, so wie sie es lenkte. Wozu hatte sie eigentlich früher immer diesen Steuermann gehabt? Sie war so stark, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer.

Ganz leise hörte sie Stimmen, wer sprach denn da? Nein, es war Gesang, der aus dem Mannschaftsraum kam. Die Seeleute hatten sich offenbar schon wieder erholt und sangen ein fröhliches Lied. Alle waren voller Hoffnung, bald wieder die Küste ihrer Heimat zu erreichen.

Die Kapitänin aber war sehr froh, denn sie fühlte jetzt ihre Kraft und ihre Stärke, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer des Lebens.

IMG_5136Heute, fast vier Wochen später und am Ende der ersten Halbzeit 2016 kann ich sagen, dass ich auf einem glücklichen Kurs bin. Eine Coach-Freundin hatte mir sehr geholfen, als sie den Fokus auf genau das ausgerichtet hat, was mich ausmacht – als Persönlichkeit und als Verlegerin – mit all meinen Stärken und Fehlern. Und nach dem Erlebnis des „Warnschusses“ habe ich mich einfach darauf besonnen, was ich möchte, was ich mir gewünscht habe, für meinen Beruf und meinen Verlag, und für mich persönlich. Ich habe mich von Menschen und Dingen verabschiedet mit dem Erfolg, dass andere Menschen und andere Dinge, teilweise völlig überraschend, in mein Leben traten.

„Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, schrieb mir mein 94jähriger ehemaliger Deutschlehrer, Schulleiter und Chef neulich, und ich gehe diesen Weg weiter. Ich bin glücklich über jeden Erfolg, schäme mich nicht meiner Fehler, sondern mache beim nächsten Mal einfach bessere.

Heute Abend aber habe ich die Abendstille genossen, beim Spaziergang mit Senta rund um das Feld hinter meinem Haus. Ich habe den Frieden gespürt, der in mir und um mich herum ist, und die Liebe, die mich umgibt und die ich empfinde für die Menschen in meiner Umgebung, für meinen Hund, für meine Arbeit – für mich und mein Leben.

Ich fühle mich stark und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auf meinem ganz persönlichen Weg. Ich danke allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Ich wünsche Euch eine gute Nacht, einen guten Start in die zweite Halbzeit 2016 und ende hier mit dem Motto meines Buches:

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“
Meister Eckhart, 1260–1327)

PS: Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ wird voraussichtlich im August erscheinen. Vorbestellungen sind ab sofort möglich im Buchhandel, bei Amazon und unter:
http://www.edition-forsbach.de/beate-forsbach/89/neubeginn-und-meehr

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Fehmarnscher Klönschnack

007_©Birgit WohlerHeute fand mal wieder ein Klönschnack im Café Jedermann in Burg statt: Helga aus dem Saarland verbringt wieder mit ihrem Mann ihren Urlaub auf Fehmarn, und dann treffen wir uns immer zu dritt mit Birgit. Das geht nun schon seit 6 Jahren so. Marcus, der Chef vom Café Jedermann, sagte, er hätte die Stachelbeerbaisertorte versteckt, damit wir mal etwas anderes probieren können. Und so gab es heute Himbeerjoghurttorte.

13331012_1685022378428580_1246470255511979821_n011_©Birgit WohlerWir erinnerten uns an den „Fehmarnschen Klönschnack“, über den ich am 16. September 2010 einen Blogartikel geschrieben hatte. Dieser wurde dann ein Kapitel in meinem Buch „Strandallee – Ein Weg zum Glück“, in dem ich in jenem Sommer über unseren Umzug auf die Sonneninsel Fehmarn berichtet habe.

Fehmarnscher Klönschnack

Vor einigen Tagen schrieb mir Ruth aus dem Seniorentreff, sie käme für einen Tag nach Fehmarn. Sie wollte sich am Mittwoch zwischen 14 und 15 Uhr im Café Jedermann in Burg mit Birgit und mir treffen.
Auch Hans Christian hatte Lust mitzukommen, und so schrieb ich, dass wir wohl nicht vor 15 Uhr da sein könnten. Denn er ist manchmal recht langsam. Ich fuhr vorher schon am Café vorbei, suchte einen rollstuhlgerechten Parkplatz und sah zwei Stufen an der Tür zum Café. Egal, dachte ich, warum nicht? Ein Café Jedermann wird sicher auch für einen Rollstuhlfahrer zugänglich sein.
Am Mittwoch ging dann alles überraschend schnell. Wir wären schon um 14 Uhr gestartet, wenn es nicht gerade einen heftigen Sturzregen gegeben hätte. Hans Christian sagte: „Ach, du immer mit Deinen Freundinnen aus dem Seniorentreff“, aber er war richtig gespannt.
Ich schob den Rollstuhl vom Parkplatz aus durch das Kaufhaus Stolz, dann über das Kopfsteinpflaster der Ohrtstraße zum Café. Es gab nur eine Stufe, und ich öffnete die Tür, um einen jungen Mann zu bitten, mir zu helfen. Aber der sagte uns, wir könnte hinten herum, durch den Biergarten, ohne Stufe ins Café gelangen.
Gesagt, getan, die Bedienung lächelte uns zu, aber wo waren meine ST-Freundinnen? Mir fiel ein, dass ich Ruth noch nie gesehen hatte. Als ich Hans Christians Rollstuhl durch das Café schob, entdeckte ich Birgits Kopf hinter einer netten Dame an einem Tisch neben der Tür. Sie hatten nach uns Ausschau gehalten, um uns helfen zu können.
Und sogleich gab es eine herzliche Begrüßung und Umarmung: Ruth strahlte, als hätten wir uns gerade mal ein paar Tage nicht gesehen. Ihr Mann Saul freute sich genauso, Birgit und ich natürlich auch – und Hans Christian lachte glücklich in seinem Rollstuhl. Im Nu saßen wir in gemütlicher Runde beisammen und waren im Gespräch. Gar nicht so einfach, etwas zu verstehen bei fünf lebhaften, fröhlichen Menschen.
Das Wichtigste war die Auswahl des Kuchens – das Café Jedermann bietet hausgemachte Kuchen und Torten an. Birgit empfahl Stachelbeer-Baiser, ich fuhr mit Hans Christian zur Torten-Theke. Tolle Torten waren da zu sehen, ich wählte auch Stachelbeer-Baiser – ein riesiges Tortenstück wurde auf einen Teller geladen. Und Hans Christian? Er, der keine Sahne mag, wie er immer sagt, wählte ebenfalls Stachelbeer-Baiser.

Später hat er sich das riesige Tortenstück schmecken lassen, trotz oder wegen der Sahne, während wir drei ST-Freundinnen nicht wussten, ob wir lieber reden oder essen sollten. Es gab leckeren Kaffee in großen Bechern dazu – man brauchte viel zum Trinken, damit die Stimmbänder nicht austrockneten. Gibt es das? Man hat sich noch nie gesehen und ist gleich im intensiven Gespräch versunken.
Als unsere beiden Männer ihre Tortenstücke verspeist hatten, mischten sie sich in unseren Klönschnack ein. Wir erfuhren, dass der Name von Ruths Mann Saul nach peruanischer Art seinen eigenen Familiennamen und den Mädchennamen seiner Mutter enthielt. Ruth trug ihren deutschen Mädchennamen und den Familiennamen ihres Mannes, und ihr Sohn? Ich weiß es schon gar nicht mehr, so viel haben wir geredet, auch über deutsche Doppelnamen.
Unsere schöne Insel Fehmarn war natürlich auch ein ergiebiges Gesprächsthema. Im Café lag das vor kurzem erschienene „große Buch über Fehmarn“ aus. Es bot für Ruth und Saul viel Interessantes, was Birgit als alt eingesessene Fehmaranerin ihnen gerne erklärte.
Das schönste Thema war unser ST – denn wisst ihr, was „Klönschnack“ bedeutet? Man klönt und schnackt – man sitzt behaglich zusammen, plaudert mit Freunden und Bekannten – und natürlich auch über Freunde und Bekannte. Ein Klönschnack ist etwas ganz Gemütliches, und unserer dauerte mehr als drei Stunden. Das hübsche Café hatte sich gefüllt, wurde wieder etwas leerer, neue Besucher kamen, und wir saßen immer noch beim Klönschnack.
Nun haben wir nicht drei Stunden nur über den Seniorentreff geschnackt. Auch unser bevorstehender Umzug auf die Insel Fehmarn war ein Thema. Am Schluss war schon das Essen für die Einzugsparty geplant …
Was mich wieder einmal überrascht hat, war die Herzlichkeit und Vertrautheit, mit der wir an diesem schönen Nachmittag geklönt und geschnackt haben – obwohl wir uns doch gerade erst persönlich kennen gelernt hatten. Birgit, Hans Christian und ich kannten uns ja schon von früheren Treffen. Ruth und Saul waren mittenmang dabei, als ob wir schon lange gute Freunde wären.
Hans Christian wirkte nach über drei Stunden erfreut und glücklich, war das doch sein erster Ausflug mit dem Rollstuhl in die Hauptstadt unserer Insel gewesen! Und der fehmarnsche Klönschnack mit meinen ST-Freundinnen hatte ihm offenbar gefallen und gut getan.
Wenn ihr Appetit bekommen habt – auf unsere schöne Sonneninsel, auf eine leckeres Stück Torte oder auf einen fehmarnschen Klönschnack, dann kommt mal zu uns ins Café Jedermann in Burg auf Fehmarn!

StachelbeerbaiserAus meinem Buch: Strandallee – Ein Weg zum Glück. Geschichten und Bilder von der Sonneninsel Fehmarn. 2. Aufl., Edition Forsbach 2013, S. 39-41.

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Unser heutiger Klönschnack hat schon Tradition – er findet jedes Jahr im Juni statt. Es ist Erdbeerzeit und so gibt es dann für uns ein Glas Erdbeer-Prosecco. Mein neuer Kalender „Impressionen von der Sonneninsel Fehmarn“ ist schon erschienen und erfreut meine Freundinnen. Diesmal kam noch das neue Buch „Lady on Tour“ dazu, dessen Autorin mit 70 eine Weltreise gemacht haben. Na ja, dafür haben wir drei noch etwas Zeit …

13332837_1685022475095237_8549570775684341340_nSame procedure as every year 13344551_1685022418428576_122454448953478419_nIm Nu war es 18 Uhr und es war keine Minute langweilig gewesen!

13413608_1685022318428586_2963198574700613524_nWir sehen uns wieder im nächsten Jahr an unserem Stammtisch im Café Jedermann, in Burg auf Fehmarn, Ohrtstraße 25!

 

Geburtstag

IMG_9847Nun ist mein Geburtstag vorbei. Der 64. Geburtstag. Bis zu diesem Datum wollte ich auf Fehmarn leben, so hatte ich es mir im März 2010 vorgenommen. Hier in meinem Haus in Neujellingsdorf auf Fehmarn, das ich nun bereits seit 5 ½ Jahren bewohne, habe ich gefeiert: mit einer Familie, von der ich vor 6 Jahren noch nichts ahnte. Und mit Freunden, die ich erst hier auf der Insel gefunden habe.

IMG_9846Es gab auch Wunder: An meinem Geburtstag kamen wir erstmals nach einigen Jahrzehnten zusammen: drei Cousinen – davon bin ich die jüngste. Das letzte Foto von uns Dreien wurde vor ca. 60 Jahren aufgenommen. Die Familie mit zwei süßen Kindern hatte eine Woche Urlaub gemacht hier im Dorf. Wir haben schöne Stunden miteinander verlebt. Was für wunderbare Begegnungen.

IMG_9845Wie immer habe ich in meinen Geburtstag hinein gefeiert. Senta ist dabei meine treue Begleiterin. Sie mag Geburtstage.

IMG_9764 IMG_9777 IMG_9787Noch in der Nacht las ich auf einer Geburtstagskarte: „Mit sich selbst im Frieden leben ist wohl das höchste Glück auf Erden – ein Spruch, der nicht besser auf Sie passen könnte.“

An meinem 64. Geburtstag bin ich im Frieden – mit mir und meinem Umfeld.

IMG_9793Louise Hay hatte heute den passenden Spruch für mich parat: „Ich glaube an mich. Ich weiß, ich bin fähig, Mitschöpfer einer friedlichen Welt zu sein. Ich suche mir Freunde, die meine Interessen teilen, und gemeinsam helfen wir einander.“

Ich glaube an michIMG_9826Ich danke Euch von Herzen für Eure liebevollen Glückwünsche, online und offline. Ich bin beeindruckt von den vielen guten Wünschen, aber auch von den zahlreichen Bekundungen der Dankbarkeit für meine Texte und Bilder.

IMG_9828Ich danke Euch allen, die mich in den letzten Wochen durch stürmische Zeiten begleitet, mir Mut gemacht und viel Zuspruch gegeben haben.

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten38Jemand schrieb: Mögen sich alle Deine Pläne, Wünsche und Träume erfüllen und Dir Flügel verleihen, damit Du auch mal gegen den Wind voller Leichtigkeit fliegst. „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ ist schon lange mein Lebensmotto, aber die Leichtigkeit, die ist erst jetzt dazugekommen. Und wird hoffentlich noch lange mein Begleiter bleiben.

IMG_9816 - Arbeitskopie 2Heute Abend bin ich sehr glücklich. Ich danke Dir, dass Du meine Worte gelesen hast. Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und Deine Freundlichkeit. Und ich wünsche Dir, dass auch Du diesen Frieden spüren kannst, den ich heute empfinde.

Deine Beate Forsbach

Neujellingsdorf/Fehmarn, den 20. Mai 2016

 

Frohe Ostern

Frohe OsternHeute am Ostersamstag begann ich ein neues Buch-Coaching – es ist immer wieder schön für mich, einen solchen Neubeginn zu erleben: Wenn der Autor voller Spannung und Neugier ist, obwohl er noch gar nicht ahnen kann, was ihn als Buchautor alles erwarten wird.

Ich erinnerte mich an meine allererste Buch-Coaching-Kundin Laura Lüdtke, der ich geholfen hatte, ihren Traum vom eigenen Buch zu erfüllen. Sie hatte mir eine Tischdecke geschenkt, weil ihr Sohn als Markthändler mit Tischdecken handelte. Und sie wollte mich damals unbedingt bezahlen für das Buch-Coaching – dabei hatte ich es aus Freundschaft gemacht und traute mich gar nicht, dafür Geld zu verlangen. Denn Laura Lüdtke gehörte zu den sogenannten „kleinen Leuten“ – mit ihr machte ich die Erfahrung, dass die „kleinen Leute“ oft einfach auch besonders glückliche Leute sind. Eines ihrer schönsten Gedichte:

Glücksmomente sind:
Die kleinen
Augenblicke dazwischen
Eine Wolke segelt
Musik dudelt
Ein Blick
Eine Berührung
zu spüren
und ahnen
in welchem Elfenbeinturm
aus Frieden
und Wohlstand wir leben.
Glücksmomente sind
in Kinderaugen zu schauen.
Den blauen Himmel sehen,
sich an der Schönheit
einer am Wegesrand
wachsenden Blume
zu verlieren.
Trost von Freunden zu empfangen
und Tränen trocknen.
Lachen,
das unser Herz erfreut!
(Laura Lüdtke, 1937-2009)

Jedes Jahr zu Ostern lege ich die Tischdecke auf, die Laura mir damals geschenkt hat.

IMG_9435 Hier auf unserer schönen Sonneninsel war heute wundervolles Frühlingswetter – ich war am Südstrand, wo ich so viele Jahre lang schöne Zeiten verbracht hatte.

IMG_9407Am Nachmittag machte ich einen schönen Ostersamstagspaziergang mit Senta, die freudig an den Osterglocken schnüffelte, die hier im Dorf an den Straßenrändern blühen.

IMG_2943Es ist mein drittes Osterfest, das ich alleine mit Senta feiere. Ich bin sehr dankbar, dass es uns so gut geht. Seit Jahren feiere ich Ostern als Zukunftsfest, und auch diesmal habe ich Pläne und Ziele für die Zukunft.

Vor einem Jahr knackte es kurz nach Ostern in meinen Zähnen – seitdem fahre ich immer wieder nach Bamberg, zu meinem früheren Zahnarzt. Dieses Jahr nun bin ich gesund zu Ostern – und freue mich auf alles, was noch kommen wird. Neulich, am 70. Geburtstag einer Internetfreundin, habe ich mir etwas gewünscht, was ich bis zu meinem 70. Geburtstag am 20.5.2022 erreicht haben möchte. Denn zum 64. Geburtstag dieser Freundin hatte ich mir gewünscht, bis zu meinem 64. Geburtstag auf Fehmarn zu leben – dieses Ziel habe ich schon seit über 5 Jahren erreicht, obwohl ich noch nicht 64 bin.

Eigentlich ist alles ganz einfach: Das Leben liebt mich, zumindest habe ich den Eindruck, und es wird schon dafür sorgen, dass das Richtige zur rechten Zeit eintrifft.

Edition Forsbach_Z-3Ich wünsche allen Freunden und Lesern meines Blogs ein frohes Osterfest!

Eine Woche voller Glück

Edition Forsbach Facebook-26Im Leben einer Unternehmerin gibt es viele „Aufs und Abs“ – und nur selten kommen Momente, in denen man am liebsten aufgeben möchte. So einen Tag hatte ich neulich erlebt. Es war alles zu viel geworden, der Mut verließ mich, und dann war ich gleich drei Tage unterwegs – nach Lübeck und wieder mal nach Bamberg, wo meine Zahnbehandlung nach dem Sturz vor über fünf Monaten vorerst abgeschlossen wurde. Meine Arbeit blieb liegen und einige Projekte, in die ich viel Zeit investiert hatte, kamen nicht zustande. Ich war unzufrieden mit einem Mitarbeiter und wollte eigentlich nur noch ein Buch pro Jahr produzieren – mein eigenes.

Zum Glück habe ich ein gutes Netzwerk und einige besonders gute Freunde. Durch Gespräche mit ihnen bekam ich wieder Mut, Motivation, Lust und Energie. Das Leben schickt uns wirklich alles, was wir brauchen – so habe ich es wieder einmal erfahren.

Am Sonntag kam dann das Beste des Tages, das Beste dieses Wochenendes – das Allerbeste, was passieren konnte: Senta ist fünfmal (!!!!) durch das Auto über den Rücksitz gekrabbelt – und fand Freude an diesem Spiel – es gab einmal Camenbert, sonst Leckerlis. Ich habe sie über den grünen Klee gelobt – sie war selbst ganz begeistert! Denn Senta ist seit Jahren nie in mein Auto eingestiegen! Nun aber – und das war meine Hoffnung – geht sie mutig in mein neues Auto hinein.

IMG_2703 IMG_2720 IMG_2708 Ich habe bereits ein Ziel formuliert, und arbeite nun daran, es zu erreichen: Ich wünsche mir, nein ich will, dass sie im September mit mir nach Armentarola fährt. Dann können wir nämlich ein paar Tage länger dort bleiben. Und nach Bamberg will ich sie auch mitnehmen, wenn ich wieder zum Zahnarzt muss – ich gehe dann in ein anderes Hotel, weil es fußnah zum Hain ist, wo es eine ganz tolle Hundewiese gibt. Das Hotel habe ich schon ausgesucht, mein jetziges Hotel nimmt keine Hunde.
All das habe ich Senta schon erzählt.

Am Sonntagabend fiel mir plötzlich ein, dass ich vor ein paar Wochen ein Interview mit Katharina Boersch gemacht hatte, und sie schrieb mir, dass es am Montag um 6 Uhr veröffentlicht werden würde. Natürlich war ich dann um diese Zeit auch ohne Wecker wach … und hörte mir das Interview an.

Die Ankündigung:

In der heutigen Episode spricht Katharina Boersch-Stefanic mit Verlegerin und Autorin Dr. Beate Forsbach.

Du erfährst:

  • Warum Frau Dr. Forsbach ein echtes Schriftsteller-Leben führt
  • Wie eine Aussage eines Verlegers zur Gründung ihres eigenen Verlages geführt hat
  • Wie Selfpublishing für Autoren funktionieren kann
  • Wie du den Inhalt für dein Buch konzipierst
  • Warum die Konzeption vor dem Manuskript kommt
  • Warum Heimat und Werte zusammengehören
  • und Social Media neue Kunden bringt

Hier können Sie das gesamte Interview hören:

EW72 Bücher Schreiben Verlegerin Dr. Beate Forsbach im Interview

Dann ging es weiter mit erfreulichen Gesprächen mit jetzigen und zukünftigen Autoren sowie einem Grafiker, der neuerdings in meinem Verlag mitarbeitet. Er hat bereits einige Buchcover optimiert und wird den Buchsatz für unsere Neuerscheinung „Jammerlappen Express“ machen. Die Cover: „Wellenflüstern“ ist die Fortsetzung unseres Erfolgsromans von 2014 – Stella Cornelius-Koch schreibt über drei Freundinnen zwischen Fehmarn und Heiligenhafen.

Cover_Wellenfluestern_080316.inddDer „Jammerlappen Express“ von Dirk-Oliver Lange zeigt Ihnen den Weg von Jammerstadt über Nörgelhausen, Unfreundlichburg und Traurigheim nach Glückstadt.

Cover_Jammerlappen_Express_030316.inddAm Montagabend war dann der fünfte Kalender „Impressionen von der Sonneninsel Fehmarn“ im Druck – der Jubiläumskalender – so früh wie diesmal war ich noch nie damit fertig.

9783959040037Für Donnerstag hatte ich eine Einladung auf der Buchmesse in Leipzig. Ich plante die Fahrt dorthin und daraus ergab sich: Ich muss mal wieder zum Friseur. Der Termin war Mittwoch mittag. Und da die Wettervorhersage gut war, verabredete ich mit Ralf Dombrowski, einem Fotografen, der seit einigen Monaten auf unserer Insel lebt, ein Fotoshooting am Strand von Fehmarnsund.

Dort trafen wir uns um 14.15 Uhr – und bereits um 15 Uhr saßen wir wieder im Auto und fuhren zu mir nach Hause, um noch Fotos von Senta zu machen. Ralf hatte ein Feuerwerk von Ideen parat – ich suchte ein Coverfoto und auch ein Portraitfoto. Nett und sympathisch gab er mir Anweisungen, wo ich sitzen oder stehen sollte, wie ich schauen sollte, welche Jacke und Brille ich anziehen sollte usw. usw. – und schließlich war eine ansehnliche Menge von Fotos zusammen. Er hatte auch die Idee zum Coverfoto für mein neues Buch – das habe es erst Donnerstag morgen auf Facebook gepostet und die zahlreichen Likes zeigten mir, dass es das richtige Foto für mein Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“ ist. Einige meinten schon, das könne man gut für ein Buchcover nehmen.

Edition Forsbach Facebook-18Edition Forsbach Facebook-13Bei mir zu Hause hat Ralf dann noch Fotos von Senta und mir gemacht – auch da war ein Foto für ein Buchcover gesucht. Und er hatte eine gute Idee … Dann hat er aus seinen Fotos die besten herausgesucht, direkt bearbeitet und mir da gelassen – zu meiner großen Freude, denn das war das erste professionelle Fotoshooting meines Lebens.

Edition Forsbach Facebook-39Edition Forsbach Facebook-36Edition Forsbach Facebook-32Die Resonanz auf die neuen Fotos war ganz enorm. Und so postete ich am Donnerstag das auserwählte Coverfoto für ein neues Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“. Als auch da die Resonanz groß war und sogar in Kommentaren angeregt wurde, dieses Bild als Buchcover zu nehmen, veröffentlichte ich das neue Buchcover.

Cover_Neubeginn_und_Meehr_180316.inddDas Buch wird anlässlich des 5-jährigen Jubiläums meines Verlages erscheinen. Die Beiträge bieten einen repräsentativen Querschnitt durch mein Schaffen in den Bereichen Lebenskunst, Schreiben & Veröffentlichen sowie Musikpädagogik.

Am Donnerstag fuhr ich dann doch nicht nach Leipzig zur Buchmesse – es wäre ziemlich anstrengend gewesen, außerdem war meine Putzhilfe für den ganzen Tag angesagt. Gut so, denn am Vormittag rief Helga König an, die eine wundervolle Rezension über mein neues Buch „Bücher schreiben mit Herz“ verfasst hat. Ein Interview wird noch folgen.

Hier können Sie die Rezension lesen: http://helga-koenig-ratgeber.blogspot.de/2016/03/rezension-bucher-schreiben-mit-herz-der.html

Heute, am Freitagabend, bin ich zwar etwas müde – kein Wunder nach all den Erlebnissen dieser Woche voller Glück. Aber ich bin sehr dankbar für alles, was ich in dieser Woche erlebt habe. Und nun kommt wieder die schönste Stunde des Tages, wenn ich mit Senta auf dem Sofa sitze, ein Glas Rotwein genieße, für Senta ein Stückchen Camembert und dann hören wir Chopin oder Schubert oder Brahms – natürlich Klaviermusik von der CD. Und morgen werde ich wieder selber spielen auf meinem schönen Flügel.

IMG_9335Ich bedanke mich von Herzen bei allen, die zu dieser Woche voller Glück beigetragen haben. Ich wünsche allen meinen Freunden und Lesern dieses Blogs ein wundervolles Wochenende und die Gabe, das Glück zu spüren, auch wenn es nur in ganz kleinen Glücksmomenten zu erkennen ist.

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Neubeginn & Mee(h)r

IMG_9154Neubeginn

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
(Hermann Hesse, 1877-1962)

Gestern wurde eine Dame im Radio zu ihrem 100. Geburtstag geehrt. Auf die Anmerkung der Moderatorin, sie sei doch schon seit 35 Jahren „in Rente“, antwortet sie: „Ich bin noch nicht in Rente, ich liebe meine Arbeit.“

Ich habe etwas Ähnliches erlebt in den letzten Tagen, obwohl ich das so genannte „Rentenalter“ noch gar nicht erreicht habe: „Sie können doch gut von der Pension Ihres Mannes leben, Sie brauchen doch keinen Verlag. Der ist sowieso unnötig, es ist ein Verlustgeschäft. Die Bücher von einem Coach braucht keiner, nur er und seine Anhänger. Es ist sinnlos, so viele Bücher drucken zu lassen, die kauft sowieso niemand.“

Das hat meine Lebensgeister geweckt und ich sagte, dass ich diesen Verlag nun nicht so einfach schließen würde. Büchermachen ist meine Berufung, der Verlag ist mein Lebenswerk. Wenn ich nicht so überzeugt wäre von meinem Unternehmen, hätte ich an diesem Tag damit aufgehört. Es war eher demotivierend, was ich da zu hören bekam. Aber ich lasse mich nicht entmutigen. Und wenn der Verlag noch größer wird, kann ich mit solchen „Bremsern“ auf die Dauer nicht auskommen.

Im Übrigen sehe ich mich nicht als gut versorgte Beamtenwitwe – ich kann durchaus selber für mich sorgen. Hätte ich die Pension von meinem verstorbenen Mann nicht, würde meine eigene nicht gekürzt. Ich hatte in meinem Leben die Selbstverwirklichung an die erste Stelle gesetzt, war erfolgreich im Beruf und persönlich selbstständig, als ich mit Mitte Vierzig meiner großen Liebe begegnete und mit 48 heiratete. Zuvor hatte ich mit 34 Jahren schon das zweithöchste Amt der Lehrerlaufbahn erreicht – das Leben spielte dann ein anderes Lied, das mir viel besser entsprach: ich wurde Unternehmerin, zunächst „nur“ Lebensunternehmerin, später auch Unternehmerin im geschäftlichen Sinne.

Zwei Jahre ist es nun her, dass mein Mann verstorben ist. In dieser Zeit habe ich fast rund um die Uhr gearbeitet, denn wir hatten erst vor wenigen Jahren ein Haus gekauft, das ich nun alleine finanziere – mit Erfolg. Ich habe meinen Verlag weiter aufgebaut, der in diesen Tagen, am 11. Februar 2016, sein fünfjähriges Jubiläum feiern konnte. Ich habe wieder zu leben begonnen, habe zum ersten Mal seit Jahren zweimal ein paar Tage in Urlaub in Seefeld/Tirol gemacht, war mehrfach in Bamberg, am Niederrhein und zu Konzertbesuchen in Berlin.

Und dann ging vor drei Wochen mein Auto kaputt und ich überlegte, ein neues zu kaufen. Ich beriet mich mit verschiedenen Freunden und Beratern, und traf schließlich meine eigene Entscheidung: Für mein neues schickes Auto, das ich am Tag des Verlagsjubiläums bekam. Es ist nur ein kleines Modell einer großen Automarke, mit der ich seit vielen Jahren immer gut gefahren bin, auch wenn sie etwas teurer ist. Es gibt eine gute Werkstatt am Festland und drei Meister hier auf der Insel, die mein Auto abholen und bringen, wenn etwas daran zu tun ist. Und sie halten mich nicht für eine ahnungslose Frau, der es nur auf die schöne Farbe des Autos ankommt.

IMG_2129Leben ist mehr – als nur Erträge und Verluste gegeneinander abzuwägen. Ich denke einfach anders als manche Berater. Das entscheidende Argument für den Autokauf hatte mir eine Freundin gesagt: „Du hast jetzt einen neuen Lebensabschnitt, Du wirst jeden Tag jünger und schlanker – da würde ein neues flottes Auto gut zu Dir passen.“

IMG_2144Ich bin voller Pläne für dieses Jahr: Gestern ist mein neues Buch „Bücher schreiben mit Herz“ erschienen – ein Ratgeber für Coaches, Trainer und Therapeuten zum Schreiben eines eigenen Sachbuches. Es ist mein fünfter Ratgeber zum Schreiben und Publizieren innerhalb von knapp drei Jahren, und mein sechzehntes Buch. Es ist das 45. Buch in meinem Verlag, daneben habe ich 16 E-Books, 16 Kalender und 5 CDs/DVDs produziert. Auch wenn nicht alles ein großer Erfolg war – einige Projekte erwiesen sich sogar als „Flops“, wie in jedem Verlag – so waren doch auch große Erfolge dabei. Es ist noch keines meiner Bücher in die Spiegel-Bestsellerliste gekommen, aber das ist auch nicht mein Maßstab für meinen persönlichen Erfolg.

IMG_9274Ich habe mit den Büchern schon viele Menschen glücklich gemacht: vor allem die Autoren, denen ich geholfen habe, ihren Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen, aber auch viele, viele Leser. Ich trage dazu bei, dass positive Gedanken für ein positives Leben in die Welt getragen werden. Ich kann Menschen begeistern und sie ermutigen, ihre persönlichen Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen.

IMG_9275Geld ist zwar wichtig für mich, aber ich sage immer: ich lebe in Reichtum und Fülle. Und damit meine ich mehr als Geld. Für mich gibt es neben dem Geld eine zweite Währung, die mindestens genauso wichtig ist: ein glückliches Leben. Geld macht mich nicht glücklich und auch nicht unglücklich. Ich kann auch ohne Geld glücklich sein. Allerdings ist Geld auch eine Erfolgsbestätigung für gute Arbeit und die Voraussetzung für ein gutes Leben. Geld verändert den Charakter nur dann, wenn es ausschließlich um Geld geht, wenn man gar nicht mehr anders denken kann. Das musste ich leider in den letzten Tagen mehrmals erfahren. Und auch, dass es Menschen gibt, die so überzeugt sind von ihrem Lebens- und Finanzkonzept, dass sie es anderen aufdrängen möchten.

Ich treffe meine Entscheidungen selber – denn nur ich alleine bin für mich und mein Leben verantwortlich.

Neulich schrieb jemand auf Facebook: „Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann finanziell abhängig machen. (Und umgekehrt ebenso.)“ Ich antwortete: Das hat mir meine Mutter beigebracht – in der erweiterten Version: Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann abhängig machen. Sie (Jg. 1921) gehörte zu der Generation, in der die Frau den Mann noch fragen musste, ob sie berufstätig sein durfte. Ich habe es bis heute geschafft, als Frau souverän zu leben.

Für mich ist wichtig in meinem Leben:
Leben, lieben und arbeiten an den für mich schönsten Plätzen der Welt,
in Reichtum und Fülle, Gesundheit und Vitalität,
umgeben von meinen Freunden.

Aus diesem Gedanken heraus habe ich ein ganz besonderes Seminar im September in Armentarola geplant: Buch schreiben & Urlaub. Armentarola ist einer meiner Traumorte – eines der schönsten Hotels in den Dolomiten. Und wer meint, ich sei verrückt: es gibt sogar bereits mehrere Anmeldungen für diese Seminartage.

Titelbild_Armentarola2016webDer Erfolg gibt mir Recht: Neben dem traditionellen Buchseminar auf Fehmarn habe ich eins in Berlin angeboten: es ist jetzt bereits ausgebucht. Und so habe ich letzte Woche noch ein Hotel in der Nähe von München gefunden, wo das Seminar im November ein weiteres Mal stattfindet. Die Seminare haben das Motto „Bücher schreiben mit Herz“ – es ist mein ganz persönliches Motto, seit ich 2007 nach einer Begegnung mit Sabine Asgodom und einem Besuch ihres Buchseminars in München beschlossen hatte, keine wissenschaftlichen Bücher mehr zu schreiben, sondern Bücher „mit Herz und Seele“.

Cover_Bücher_schreiben_mit_Herz_neu.inddEs ist für mich wohltuend, dass ich jetzt überwiegend mit jüngeren Menschen zu tun habe, die nicht andauernd das baldige Rentenalter vor Augen haben, sondern mitten im Leben stehen. Ich denke, auch mit 63 steht man mitten im Leben – wenn ich das „Traumalter“ 100 betrachte, bleibt mir davon noch mehr als ein Drittel.

Ich habe mir allerdings auch ältere Vorbilder gesucht. Irgendwann hatte ich entdeckt, dass Louise Hay auch erst mit 58 Jahren ihren Verlag gegründet hat und nun mittlerweile 30 Jahre lang führt, natürlich mit der Unterstützung jüngerer Mitarbeiter und Co-Autoren. Ihr Verlag ist heute, wo sie 89 ist, einer der größten Selbsthilfeverlage in den USA. Dadurch hat sich meine Perspektive auf die Zukunft verändert: nicht bis zum „offiziellen“ Rentenalter mit 65 als Autorin und Verlegerin zu arbeiten, sondern wenigstens 25 weitere Jahre.

Die Pianistin Livia Rev, die mit 93 Jahren in Lausanne ein Konzert gegeben hat und in diesem Jahr 100 wird, hat noch mit 97 eine wundervolle Aufnahme des „Liebestraums“ von Franz Liszt eingespielt – das gab für mich den Ausschlag, wieder Klavierunterricht zu nehmen.

Mein alter Deutsch-, Englisch- und Philosophielehrer und ehemaliger Schulleiter wird in diesem Jahr 94, er rief mich letztes Jahr zum Geburtstag an, weil er im Moment nicht so gut schreiben konnte. Als ich ihn fragte, ob er schon einen Gehstock oder einen Rollator hätte, sagte er: nein, dann wäre man ja alt. Und zu Weihnachten schrieb er mir wieder einen langen Brief mit der Hand.

Auch in meinem Verlag gibt es bewundernswerte ältere Menschen, wie Ottilie Krafczyk, die mit 80 Jahren ihr erstes Buch schrieb, oder Gunda Dinklage, deren Buch über ihre erste Weltreise mit 70 demnächst erscheinen wird. Mein ältester Autor ist Silvio Vogel, der kurz vor seinem 90. Geburtstag den Wunsch hatte, all seine Träume von einem langen Leben in einem Buch aufzuschreiben.

IMG_9139An- und aufregend für mich ist es, was mir jüngere und ältere Leute schreiben:

  • „Ich bewundere Dich und Deine Produktivität!!! Ich nehme Dich zum Vorbild!“ (Jeanette Mensing)
  • „Prima, Dein unternehmerischer Dickkopf!“ (Elisabeth Mardorf)
  • „Ein Schiff geht nicht unter, solange der Kapitän sein Steuer in der Hand hält“ (Birgit Wohler)
  • „Herzlichen Dank, Beate Forsbach! ‚Vollblutunternehmerin’, so ist es! Frauen, die sich für das, was sie wollen einsetzen. Empathie, Durchsetzungskraft, Willen und Herzblut. Sie vereinen diese Eigenschaften und sind vielen Unternehmerinnen ein Vorbild!“ (Katharina Boersch)
  • „Herzlichen Dank, liebe Beate Forsbach. Für mich sind Sie ein Vorbild in vielerlei Hinsicht! Bleiben Sie so klug und wild und wunderbar!“ (Verena Ullmann)
  • „All Deine Zeilen haben mich tief berührt und mit Deiner Stärke und dem Optimismus … bist Du für mich ein großes Vorbild.“ (Monika Bidler)
  • „Es freut mich, zu lesen, dass Sie nun, nach all dem Schweren und Belastenden wieder glücklich sein und Ihr Leben genießen können. Dabei hilft Ihnen die Glücksformel, die ich gerne für mich übernehme.“ (Gunda Dinklage)

Neulich wurde ich in einem Interview gefragt: Wie triffst Du Entscheidungen? Wie gehst Du an scheinbar unlösbare Aufgaben heran?

Nun, ich treffe Entscheidungen oft sehr spontan und ohne lange über die Folgen nachzudenken. Es ist besser, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, als nie eine zu treffen oder gar andere entscheiden zu lassen. Auf diese Weise habe ich viele Erfolge und Veränderungen erlebt, und damit auch viele Neuanfänge in meinem Leben.

Ich glaube nicht daran, dass es unlösbare Aufgaben gibt. Ich vertraue darauf, dass es immer eine Lösung gibt. Ich habe eine innere Kraft entwickelt, auch mit Hilfe der positiven Affirmationen von Louise Hay, meinem großen Vorbild.

Immer wenn es ein Problem gibt, sage ich:
Alles ist gut.
Alles entwickelt sich zu meinem Besten.
Nur Gutes resultiert aus dieser Situation.
Ich bin beschützt.

Wenn ich genau weiß, was ich will, wenn ich mich also für etwas eindeutig entschieden habe, dann glaube ich daran, dass ich alle daraus resultierenden Fragen lösen kann. Ich glaube an mich und an meine innere Stärke, und ich vertraue dem Leben. Das ist die Grundlage dafür, das Unmögliche möglich zu machen.

Schon als junge Musiklehrerin habe ich Dinge getan, die noch keiner getan hatte. In meinen ersten Dienstjahren habe ich mit meinem Schulorchester eine Reise nach Südfrankreich gemacht – der Titel meines damaligen Berichtes lautete: „Eine Reise nach Agen. Wie das Unmögliche möglich wurde.“ Bei dieser Reise habe ich etwas Wichtiges von einem französischen Pater gelernt, der sagte: „Man muss das Glück nur genügend herausfordern, dann hat man es auch auf seiner Seite.“

Heute, zum Zeitpunkt meines Neubeginns nach 5 Jahren Verlagsgeschichte, danke ich allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Dankbarkeit – mein Jahr 2015

IMG_0817Wirklich – ich kann mich nicht mehr erinnern, mit welchen Gefühlen ich in das Jahr 2015 gestartet bin. Ich erinnere mich nur an den Silvestertag 2014, als nach 8 Tagen das Telefon wieder ging, ich am Nachmittag Besuch von einer neuen Lektorin bekam, um 21 Uhr den Anruf einer neuen Autorin, bis kurz vor Mitternacht mit einer anderen Autorin über den Sinn einer gemeinsamen Besprechung mit der Lektorin gechattet hatte, um Mitternacht eigentlich ziemlich unglücklich war, das neue Jahr mit einer Diskrepanz begonnen, am zweiten Tag eine mehrstündige, letztlich erfolglose Besprechung mit Lektorin und Autorin durchgeführt hatte, ein paar Tage später das intensive Gefühl hatte, ohne ein professionelles Coaching all das nicht mehr bewältigen zu können. Es gab Buchpläne, aufgrund deren ich eine Lektorenstelle ausgeschrieben, drei Kandidaten probeweise eingestellt sowie einen Vertrag mit einer großen Verlagsauslieferung abgeschlossen hatte. Denn ich hatte das Gefühl, die anstehenden Veröffentlichungen nicht mehr mit den bisherigen Mitteln und Mitarbeitern bewältigen zu können. Und manches davon stellte sich später als Fehlentscheidung unter dem Druck der aktuellen Situation heraus.

Wie meine persönliche Lage am Neujahrstag 2015 war, weiß ich nur noch ungefähr: mein Mann war noch kein Jahr tot, ich war noch voller Trauer, hatte Silvester letztlich alleine verbracht, wurde am Neujahrstag vom Anruf einer mitfühlenden Bekannten geweckt und rief daraufhin eine alleinstehende Bekannte an, weil ich mir erwiesene Wohltaten immer gerne weitergab, telefonierte einige Stunden mit anderen Bekannten, bis ich am Abend ermattet ins Bett fiel – ohne zu mir selber gekommen zu sein. Beim obligatorischen „Traumschiff“ war ich sicherlich eingeschlafen, wie auch heute – nur dass ich am Neujahrstag 2016 den deutlichen Impuls verspürte, noch einen Rückblick auf mein Jahr 2015 zu verfassen, nachdem ich den heutigen Tag ganz nach meinen Wünschen verbracht hatte. Und ich habe heute das Gefühl, zu mir selber gefunden zu haben, seit einigen Monaten wieder glücklich leben zu können.

Anfang Januar sprach ich mit einem Coach über ein Buchprojekt. Am nächsten Tag schrieb ich ihm: „Mein Leben hat sich ja im Laufe des vergangenen Jahres stark verändert, dazu ist mein Verlag, den ich Anfang 2011 gegründet habe, in einer aufregenden Entwicklungsphase. Auch wenn ich schon 62 bin, denke ich, dass ich mit Ihrer Unterstützung und Inspiration noch viel mehr erreichen kann – denn ich liebe den Erfolg!“ Ich lernte, die „Glücksformel“ für mein Leben anzuwenden: „Tue immer mehr von dem, was Dir gut tut. Tue immer weniger von dem, was Dir nicht gut tut.“ Mir ging es darum, wie ich mein Leben mit meinem Verlag (und meinem Hund) so schön gestalte, dass ich möglichst viel Spaß an allem habe: An der Arbeit, den Autoren und Lektoren, den Büchern, meinem eigenen Schreiben – und dem sonstigen Leben.

In den nächsten Monaten folgten Niederlagen und Höhepunkte in meinem Leben als Verlegerin: Schöne Erfolge mit einigen Büchern, finanzielle Misserfolge, das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein, ein Buchprojekt, das mich emotional sehr viel Kraft kostete, Vertragsauflösungen, die für mich oft einen Tiefpunkt bedeuteten – und schließlich das Gefühl, eigentlich nie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können, weder in Bezug auf Buchprojekte noch in Bezug auf das private Leben.

Nur ganz wenige Wegbegleiter waren immer für mich da: Meine „Hundefreundin“ mit ihrer Jenny begleitete mich auf vielen Spaziergängen und nahm meine Senta bei sich auf, als ich ab Ende April mehrfach nach Bamberg zu meinem früheren Zahnarzt fuhr und im September in der Uniklinik war. Mein ältester Freund half mir in vielen juristischen Fragen, meine erst 2013 gefundene Familie aus Hamburg machte sogar Urlaub in Neujellingsdorf und war eigentlich immer für mich da. Und meine Berner Sennenhündin Senta wurde zu meiner geliebten Seelengefährtin – sie half mir in den Tagen der Trauer und machte mir insgesamt viel Freude, allerdings zeigte sie mir auch, dass sich das Leben nicht so schnell weiter entwickelte, wie ich es mir oft wünschte. Ich hatte Geduld zu lernen.

Ich trennte mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und viele schlaflose Nächte. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute, am Neujahrstag 2016, spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

„Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere“, diese Erfahrung habe ich mehrfach im vergangenen Jahr gemacht. Nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter in meinem Verlag, sogar im ganz persönlichen Bereich von Familie und Freunden habe ich das erlebt: Ich habe nach ca. 60 Jahren eine Cousine wiedergefunden, die wie eine Schwester für mich ist. „Du bist ein Glücksfall für mich“, sagte sie mir erst kürzlich. Was kann es Schöneres geben, als ein „Glücksfall“ für einen anderen Menschen zu sein. Ich habe neue Freunde gefunden, die mich unterstützen und begleiten – das ist etwas, was ich in den letzten Jahren selten erlebt habe. Zwar war die Liebe zu meinem verstorbenen Mann groß gewesen, doch ich hatte in den letzten Jahren die ganze Verantwortung für ihn und unser Leben übernommen.

Seit Ende 2008 hatte ich Schweres zu tragen und war stark geworden – nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Und so habe ich seit September 2014 insgesamt ca. 20 Kilo abgenommen, ohne Diät und bei einem Leben mit Genuss. Ich fühle heute eine große Leichtigkeit, in Bezug auf mein Gewicht und mein Leben. Ende 2015 bekam ich die Anregung, noch einmal Klavierunterricht zu nehmen. Schon seit einigen Monaten hatte die Musik wieder einen großen Stellenwert in meinem Leben bekommen – daraus hat sich eine ganz neue, ungewohnte Lebensqualität entwickelt. Ich laufe täglich mit Senta, meiner Berner Sennenhündin, meist 8-10 km, fast jeden Tag zum Meer, und diese täglichen Impressionen von Sonnenuntergängen, frischer Luft und dem Blick aufs Meer wirken sich positiv auf meine Gesundheit aus.

Im Sommer fuhr ich das erste Mal in die Berge, nach Seefeld/Tirol, wo ich auch über Weihnachten einige Tage verbracht habe. Mehrfach war ich in Bamberg, wo ich früher einige Jahre gewohnt habe und nun noch meinen damaligen Zahnarzt besuche. Die Behandlung wäre längst abgeschlossen, wenn ich nicht im September gestürzt wäre und mir einen vierfachen Unterkieferbruch zugezogen hätte. Die damit verbundenen 12 Tage in der Uniklinik hatten die Konsequenz, dass ich mir meiner positiven Einstellung und meines unbedingten Willens zum Gesundwerden bewusst wurde. Ich lief auf dem Klinikgelände jeden Tag ca. 8 km und war – trotz heftiger Blutergüsse im Gesicht – kurz nach der Entlassung in der Lage, zu einem Konzertbesuch nach Berlin zu fahren.

Außerdem machte ich die Erfahrung, dass Senta ein paar Tage alleine zu Hause bleiben konnte, versorgt vom Tierservice, und ich fortan auch mal kleinere Reisen planen konnte. So fuhr ich im November nach Düsseldorf, um Sonja Volk, eine Autorin meines Verlages bei ihrer Vorstellung ihres Buches Gedankenpower in einer großen Buchhandlung zu erleben. Danach konnte ich meine Freunde in meinem ehemaligen Wohnort am Niederrhein besuchen – erstmals nach mehr als vier Jahren. Nach der Rückkehr plante ich dann meinen Weihnachtsurlaub in Seefeld.

Mehr und mehr lernte ich auch, mich von Menschen zu verabschieden, die mir nicht gut taten. Ich lasse mich von niemandem mehr unterkriegen und bin nicht mehr bereit, etwas für Menschen zu tun, die das nicht würdigen. Einige Male habe ich die Zusammenarbeit aufgekündigt, ohne Angst vor den Konsequenzen. Ich kann gut loslassen, es bereitet mir keinen Schmerz mehr, denn die entstandenen Spuren sind jedes Mal Wege in eine bessere Zukunft. Mein unerschütterlicher Optimismus, mein positives Denken, meine grundsätzliche Überzeugung vom Guten im Menschen und mein Vertrauen in jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, helfen mir dabei. Und so habe ich im vergangenen Jahr trotz einiger Rückschläge auch große Erfolge erlebt.

Mein Autorenseminar auf Fehmarn war ein solcher Erfolg, dem in diesem Jahr mehrere weitere Seminare folgen werden. Ich erlebe einen stetigen Zuwachs an Bekanntheit in den sozialen Netzwerken, viele schöne Kontakte sind entstanden, viele Buchprojekte geplant worden. Und so finden auch meine eigenen Texte mehr und mehr Anklang bei immer mehr Menschen. Darüber bin ich besonders glücklich, war es doch von Anfang an mein Ziel, durch meinen eigenen Verlag positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen und (angehende) Autoren anregen und inspirieren zu einem guten Leben und guten Büchern. Mein Buch „Der Traum vom eigenen Buch“ hat sich zu einem heimlichen Bestseller meines Verlages entwickelt und bringt mir auch im Buch-Coaching-Bereich immer wieder neue Kunden.

Und schließlich entwickelt sich mein ursprünglich geplanter Schwerpunkt „Musik“ in meinem Verlag: Nachdem ich zu Weihnachten 2014 meine Dissertation neu publiziert hatte, kam im Herbst 2015 mein erstes Fachbuch neu heraus, und im nächsten Jahr sind gleich mehrere Veröffentlichungen im Musikbereich geplant. Ich habe meine Websites neu gestaltet und von einem professionellen Webmaster einrichten lassen. Seit Februar werden die Bücher von einer Verlagsauslieferung verschickt, die alle Bestellungen abwickelt. So bin ich weitgehend vom Paketepacken und Schreiben von Rechnungen befreit. Ich arbeite mit mehreren großen Druckereien zusammen und lasse zunehmend größere Auflagen unserer Bücher herstellen. Diese Investitionen werden sich hoffentlich in 2016 auszahlen.

In diesen Tagen ziehe ich mit fast 5000 Büchern meines Verlages um zu einer neuen, kleineren Verlagsauslieferung – ich habe mich dafür entschieden, um für die Zukunft bessere Möglichkeiten zu haben, auch wenn es dadurch im Vorweihnachtsgeschäft einige Einbußen gegeben hat. Aber ich habe gelernt, dass finanzielle Einbußen durchaus positive Nebenwirkungen haben können. In der neuen Verlagsauslieferung erfahre ich bereits jetzt eine individuelle Betreuung durch den Chef und die Mitarbeiter. Ich habe gelernt, mich zu entscheiden, für oder gegen Dinge und Menschen, auch wenn es unangenehm ist. Und so sehe ich voller Zuversicht dem fünfjährigen Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 entgegen.

In den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mir darüber Gedanken gemacht, worauf es in meinem Leben wirklich ankommt, was ich noch erreichen möchte, was und wer mir wirklich wichtig ist, was und wer nicht mehr zu mir gehört. Dieser letzte Punkt war am schwierigsten für mich, erfordert er doch einige Konsequenzen. Die Überlegung aber, was für mich wirklich Sinn ergibt, klärt vieles, was ansteht. Mir geht es darum, meinen Verlag weiter zu entwickeln und positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen helfen, besser zu leben, auch durch mein Vorbild.

Meine Wünsche für 2016 im persönlichen Bereich sind: Gesund und fit zu bleiben, Musik zu machen und zu hören, richtig gut Klavier spielen zu lernen, Zeit für mich und für mein Leben zu haben, meine eigenen Bücher endlich schreiben zu können, Urlaub zu machen an den für mich schönsten Orten der Welt, die Beziehungen zu den Menschen zu pflegen, die mir am nächsten sind. Ich halte es mit Louise Hay, die gesagt hat:

„Das Leben ist ganz einfach.
Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Nun ist das neue Jahr inzwischen schon mehr als 24 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2015 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2016 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

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Was ist eigentlich Weihnachten für mich?

Heute postete ein Facebookfreund seine Meinung zu Weihnachten: das Thema sprach mich sofort an und ließ mich seitdem nicht wieder los.

Gerade nun wurde ich durch eine FB-Freundin erinnert an meinen Newsletter „Leben ist mehr“, dessen Texte ich in meinem inzwischen vergriffenen Buch „Leben allein genügt nicht“ veröffentlicht habe. Dort schrieb ich im Dezember 2009 diesen Weihnachts-Newsletter:

Liebe Leserin, lieber Leser von „Leben ist mehr“,

am Tag vor Heiligabend wachte ich auf und fühlte einen tiefen Frieden in mir. Ich fragte mich: Ist das jetzt schon Weihnachten? Und: Was ist denn eigentlich Weihnachten für mich?

Wir sind erst am Sonntag von einem Urlaub im Hotel Armentarola in den Dolomiten heimgekehrt. Eine Woche lang haben wir die Ruhe in den Bergen genossen, den blauen Himmel und den Sonnenschein, aber auch eine außergewöhnliche Kälte. Wie schön ist es, da ein warmes und gemütliches Zuhause zu haben! Dazu gutes Essen und leckeren Wein.

Außer den Weihnachtsplätzchen und einem dezenten Adventsschmuck erinnerte in Armentarola sonst wenig an Weihnachten, auch waren keine Weihnachtslieder zu hören. Wir genossen die lebensfreudige Atmosphäre des Hotels, all die netten Menschen, und die wunderschöne Geburtstagsfeier für meinen Mann.

Ganz ungeplant kam Frohsinn auf, als eine Runde von lieben Menschen mit uns auf den Geburtstag wartete, als jemand heimlich die Kapelle gebeten hatte, um Mitternacht ein Ständchen zu bringen. Wir lachten, sangen, schunkelten und waren glücklich. Vor allem mein Mann, dem es endlich mal wieder so richtig gut ging, strahlte.

Und dann die guten Wünsche: Viel Gesundheit natürlich, aber auch, dass wir uns im nächsten Jahr dort wiedersehen, dass er dann wieder ohne Rollstuhl käme, selber laufen könnte, wieder mal Schach spielen wollte. Hier gab es eine große Portion Mut und Zuversicht, die kostenlos verschenkt wurde – dazu Optimismus, der feste Glaube, dass alles gut würde. Auch Liebe wurde verschenkt – ein Kuss, ein Lächeln, ein Händedruck, eine herzliche Umarmung, eine hilfreiche Hand beim Aufstehen.

Auf der Heimfahrt nach Bamberg gerieten wir in starkes Schneegestöber, fuhren über 160 km auf einer spiegelglatten Autobahn. Ich dachte an den Rat einer Freundin, nicht schneller zu fahren, als unser Schutzengel fliegen konnte. Wir hatten beide keine Angst, spürten Ruhe und Frieden in uns – und wir kamen gut und sicher nach Hause.

Weihnachten – was ist das? Frieden, eine warme Wohnung, genug zu essen und zu trinken, menschliche Zuwendung, Liebe und Freundschaft, aber auch Frohsinn, Wohlbefinden und die Hoffnung, dass alles besser wird. Dazu das Vertrauen in eine höhere Macht, die uns beschützt und uns zu leben hilft.

Das Kind in der Krippe, der Stern über Bethlehem – sie symbolisieren die Hoffnung der Menschheit auf den Frieden in der Welt und unter den Menschen. Sie geben uns Mut und Zuversicht, trotz mancher Probleme und Einschränkungen gut leben zu können, nicht allein zu sein, wenn das Leben einmal dunkel für uns ist.

Im Dezember, der dunkelsten Zeit des Jahres, findet man überall viele Lichter, die einen Menschen zum Leuchten bringen können, ihm neuen Mut geben zum Weiterleben: Die Kerzen am Adventskranz, ein Lächeln, eine Tüte mit Plätzchen an der Wohnungstür, ein Telefonanruf, ein hübsches Gedicht, ein Wort der Versöhnung, ein schöner Weihnachtsbrief vom Modehaus, oder auch „Besinnliche Gedanken“, wie sie meine Freundin Indeed vom Seniorentreff ins Netz gestellt hat. Sie können uns helfen, das Wesentliche in unserem Leben zu finden, wieder ein Licht zu sehen, auch wenn es manchmal ganz dunkel um uns herum ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie an diesen Weihnachtstagen ein Licht finden, das Ihnen leuchtet und Ihnen Mut und Zuversicht gibt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie wenigstens einen lieben Menschen haben, mit dem Sie Weihnachten feiern können.

Mein persönliches Weihnachtswunder geschah in der Nacht vom 23. zum 24. Dezember. Ich sagte zu meinem Mann, der in seinem Rollstuhl vor dem Waschbecken saß: Komm, steh auf, wir gehen jetzt zum Bett. Und siehe da, er stand auf und ging mit mir bis zu seinem Bett. Nach vielen Monaten zum allerersten Mal!

Wir erlebten zusammen einen harmonischen Weihnachtstag mit Musik, Gesprächen und gutem Essen – vor allem waren es Frieden und Harmonie, aber auch Hoffnung und Zuversicht, die bei uns die Weihnachtsstimmung bestimmten.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesen Weihnachtstagen Ihr persönliches Weihnachtswunder erleben und ein wenig von der weihnachtlichen Stimmung in Ihrem Herzen bewahren.

Ihre Beate Forsbach

Ich wurde auch erinnert an alte Zeiten, als ich mich als Musiklehrerin immer mit dem Thema Weihnachten auseinandergesetzt habe – gemeinsam mit meinen Schülern. Mein letztes Schulkonzert an meinem alten Gymnasium war das Weihnachtskonzert 1996 – zum Schluss sangen wir mit dem Publikum das Lied „Marys Boychild – Als aller Hoffnung Ende war“, und ich schrieb im Programmheft:

„Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir mit Hilfe der Musik zu einem friedlichen Zusammenleben finden können, dass die Weihnachtsbotschaft, zumindest in unserem Lebenskreis, wirksam werden kann.“

Und die Presse schrieb: „Etwas mehr Frieden in diese Zeit bringen“, wollte Beate Dethlefs, die Leiterin des Ernst-Barlach-Gymnasium/Gesamtschulchores und Orchesters. Das ist ihr auch gelungen.

In den vergangenen Jahren habe ich dieses Lied immer erst zu Weihnachten gepostet. Heute mache ich es zu Beginn der Weihnachtszeit, weil ich glaube, es ist aktueller denn je.

Ich wünsche Ihnen einen schönen ersten Advent und eine friedvolle Weihnachtszeit.

Ihre Beate Forsbach

Das Lied vom Frieden in der Welt: Marys Boy Child

Als aller Hoffnung Ende war in dem dunklen Weltenlauf,
da ging im Stall von Bethlehem der Stern der Liebe auf.

Hört, es klingt vom Himmelszelt 
das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Die Hirten sah’n am Himmelszelt den hohen, hellen Stern.
Da war der Tag der Herrlichkeit auf Erden nicht mehr fern.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Das Kind, das in der Krippe schlief, das lag in hellem Schein.
Und leise rief der Engelschor die Hirten all herein.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.