Leichter leben

Vor etwa einer Woche fiel mir ein, dass die Tour de France wohl an diesem Sonntag in Paris enden würde – eine Freundin war in Paris, das hatte meine Gedanken darauf gelenkt. Und so machte ich mir – zum ersten Mal seit einigen Jahren – einen gemütlichen Sonntagnachmittag vor dem Fernseher. Zwar hatte ich keinen Champagner, dafür aber Prosecco. Früher, als Hans Christian noch lebte, waren die drei Wochen der Tour de France immer ein großes Ereignis gewesen. Als er noch berufstätig war, hatte er sich für die Alpenetappen stets Urlaub genommen. Bei der Fernsehübertragung habe ich in unserer winzigen Strandwohnung an meiner Dissertation, später an diversen Buchmanuskripten gearbeitet. Zwischendurch schaute ich immer mal die schönen Landschaftsaufnahmen aus Frankreich, und natürlich die Zieleinläufe. Wir erlebten es mit, wie Jan Ulrich mehrfacher Sieger wurde, und viele andere auch. Und nach den drei Wochen feierten wir immer zusammen das Ende der Tour des France mit einer Flasche Champagner – nach der Einfahrt in Paris und mehrmaligem Durchqueren der Champs Elysees. Wie lange war das her, wie oft hatte ich seitdem sonntags am Schreibtisch gesessen und gearbeitet!

Bei diesem ungewohnten Erlebnis – die Freundin schickte mir immerzu Bilder aus Paris – schaute ich mich in meinem Wohnzimmer um. Ich begann, Pläne zu machen – für einen neuen Fußbodenbelag, für neue Möbel. Schon seit ein paar Tagen hatte ich Schränke durchforstet und überflüssigen Ballast – ungeliebt, ungebraucht – aussortiert. Es waren Erinnerungen und Gefühle, die an vielen Dingen hingen. Doch die guten Erinnerungen bleiben, auch ohne die Dinge oder ohne bestimmte Kleidungsstücke.

Am Montag dann nahm ich endlich ein Buch zur Hand, das ich schon länger auf meinem Lesetisch hatte. Denn ich hatte innerhalb von 1,5 Jahren insgesamt 20 kg abgenommen – von 90 auf 70 kg – ohne Diät, und bei einem Leben mit Genuss. Das hatte sehr gut geklappt, und ich hatte auch einige Ratgeber zum Abnehmen mit mentaler Kraft gelesen. Ich hatte während der ganzen Zeit ein kleines Poster – gestaltet wie ein Buchcover – im Haus aufgehängt, mit dem jeweiligen Wunschgewicht, zum Schluss 68 kg.

In den letzten fünf Wochen jedoch hatte ich zugenommen, an einer Stelle am Bauch, wo sich Ärger und Trauer, einfach negative Gefühle bemerkbar machen. Und eines Tages zeigte die Waage wieder 75 kg an, ein Gewicht, das ich seit zwei Jahren nicht mehr gehabt hatte. Es nützte nichts, positive Gedanken zu denken, denn ich hatte auch einige körperliche Zipperlein, die mir zeigten, dass nicht alles in Ordnung war. Zweimal war ich sogar beim Arzt gewesen. Inzwischen weiß ich, dass es besser ist, eine Abwesenheits-Email während meines Urlaubs zu schalten, damit ich mal richtig abschalten und ausspannen kann. Aber leider kann man Vergangenes nicht rückgängig machen, sondern nur aus Fehlern lernen und beim nächsten Mal bessere machen.

In dem Buch von Jan Becker („Du kannst schlank sein, wenn du willst“), las ich, dass ich ein neues Ziel eingeben sollte. Nicht nur mein Wunschgewicht, sondern auch, wie ich aussehen möchte. Welche Kleidung, welches Lebensgefühl. Das sollte ich mir bewusst vorstellen. Sofort wurde mir klar, dass das Bild, das seit über zwei Jahren in meinem Haus hängt, mir gar nicht entspricht, denn es zeigt eine junge Frau, die am Strand tanzt. Das war eigentlich nicht mein persönliches Idealbild. Ich suchte also nach einem Bild von mir, auf dem ich mir gut gefalle: Es wurde im Frühjahr 2016 aufgenommen und zeigt mich mit meiner blauen Lieblingslederjacke und Jeans, am Strand von Fehmarnsund.

Ich formulierte die passende Affirmation zu dieser Visualisierung: „Ich bin schlank und attraktiv“ – und kam dann darauf, dass ich meinte: „Ich bin 65 kg leicht“, einfach, weil ich jetzt 65 Jahre alt bin. Und schon ging es weiter mit meiner Affirmation: „… und ich stehe vor einem tollen Hotel!“ Ja, und da hatte ich das passende BIld gefunden und gestaltete ein Buchcover daraus. Statt „Ich bin 65 kg leicht“ formulierte ich „Leichter leben“.

Das Bild zeigt mich an meinem 65. Geburtstag vor dem Hotel Residenzschloss in Bamberg – und natürlich ist auch Senta darauf zu sehen. Eine Freundin hatte mich abgeholt und dieses Foto aufgenommen – und es wurde mein schönster Geburtstag seit langem. Mit diesem Bild habe ich mein erwünschtes Lebensgefühl sehr gut visualisiert: „Leichter leben“ – genau das ist es, was ich möchte.

In den folgenden Tagen fiel es mir leicht, wieder nur das zu essen und zu trinken, worauf ich Lust hatte. Die Selbsthypnose-Übung „Jeden Morgen erwache ich schlanker und schöner“ geht ganz einfach und ich bin zuversichtlich, dass ich das erwünschte Gewicht von 65 kg in absehbarer Zeit erreichen werde.

Mein Wunsch „Leichter leben“ hatte noch mehr Auswirkungen: In der vergangenen Woche habe ich Schränke und Schubladen durchforstet und vieles aussortiert (und weggeworfen), was für mich unnötiger Ballast ist. Einige Säcke habe ich schon gefüllt. Aber auch die Gedanken habe ich von unnötigem Ballast befreit: Gleichzeitig mit der Beendigung eines Vertrages mit einem Autor bekam ich eine Handvoll neuer Veröffentlichungsanfragen. Wo ich früher aus diesem oder jenem Grund nachgegeben habe, schrieb ich dieses Mal Ablehnungen, denn im Grunde wollte ich keines der angepriesenen Bücher in meinem Verlag veröffentlichen.

Aber immer war es ein eigenartiges Bauchgefühl, und ich dachte schon – oh, wie geht es weiter? Und dann fand ich vor unserem Abendspaziergang ein Manuskript im Briefkasten, das ich noch am selben Abend voller Spannung gelesen habe. Es passt wunderbar in meinen Verlag. Ja, offenbar stimmt es, dass Ruhe, Entspannung und Gelassenheit gute Voraussetzungen sind, um die Überraschungen des Lebens anzunehmen und den Erfolg zu genießen.

Leichter leben bedeutet auch, vieles loszulassen. Eigentlich ist es ganz einfach: Lass alles los, was Dir nicht gut tut – Menschen, Beziehungen, Sachen, und vor allem Deine Gedanken! Gerade am Morgen, nach dem Aufwachen, geht das besonders gut: Nachdenken, Mut haben, Entscheidungen treffen und dann loslassen – das ist alles.

Erstaunlich, dass all das auch zusammenhängt mit dem Gewicht. Ich nehme ab, ohne jegliche Diät. Heute habe ich mir – motiviert durch das Buch – für das Abnehmen Etappenziele gesetzt. Aber ich habe auch überlegt, wie ich manche Situationen im Beruf so verändern kann, dass erst gar kein Stress, keine Konflikte mehr entstehen können. Ich habe für mich klare Bedingungen formuliert und aufgeschrieben, nach denen ich Manuskripte aussuche, die ich in meinem Verlag veröffentlichen möchte. Aber darüber hinaus gibt es immer noch etwas, was man nicht beschreiben kann – im Bereich der Intuition.

„Leichter leben“ – das bedeutet einfach auch, immer wieder den eigenen Gefühlen nachzuspüren, und Impulse für ein leichtes Leben mit Ruhe, Entspannung und Gelassenheit zu empfangen. Und lecker essen darf man dann auch. Die erste Frage in meinem Übungsbuch lautete: „Was ist für mich das Positive am Essen?“ Oh, ich liebe den Aperitif auf meiner Terrasse nach dem Strandspaziergang mit Senta, und ich liebe dann ein kaltes oder schnell zubereitetes warmes Abendessen mit einem Glas Wein, das ich in der Abendsonne genieße.

Hier mein Rezept für das heutige Abendessen: Einige Spaghetti kochen, in einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen mit 3-4 Knoblauchzehen und 8-10 geviertelten Kirschtomaten, dazu 10-12 Würfel eingelegten Fetakäse und reichlich italienische Kräuter. Alles kurz erhitzen und dann zu den Spaghetti geben. LECKER!!! Dazu ein Glas Rotwein (oder auch zwei, wenn es ein besonders schöner Abend ist). Sie brauchen garantiert keinen Nachtisch, kein Eis, keine Süßigkeiten danach! Einfach nur, weil Sie dieses Abendessen im Freien genießen – und sich vielleicht noch auf einen schönen FIlm, ein gutes Buch, schöne Musik oder eine Meditation am Sonntagabend freuen.

Halbzeit 2017 – Ist das Leben nicht wunderbar!

Nun ist das erste Halbjahr gleich herum. Zeit, um nachzudenken, was bisher geschehen ist, wie zufrieden wir damit sind und ob wir im zweiten Halbjahr etwas ändern und verbessern möchten. Ich habe gerade mit Senta noch einen Abendspaziergang gemacht, wollte dabei meine Gedanken frei fließen lassen. Denn ich hatte mir vorgenommen, heute diesen Blogartikel zu schreiben. Wie alle meine Blogartikel ist auch dieser ein ganz persönliches Statement.

Doch es war heute ein langer Regentag, und als wir aus dem Haus kamen, saß da ein Reh, direkt vor unserem Haus auf der Straße. Und im Nu war Senta hinterher, bevor ich ihre Leine packen konnte. Ich holte tief Luft – der Regen hatte zum Glück nachgelassen – ging auf den Weg am Feld und schaute, wo Senta abgeblieben war.

Von „Gedanken-fließen-lassen“ keine Spur – oder doch? Der Abend ist milde, schließlich ist es ja Sommer, auch wenn dicke graue Wolken am Himmel sind. Senta trudelte wieder ein – völlig außer sich, denn das Reh war lange verschwunden. Und wir beide gingen in aller Ruhe zurück nach Hause.

Ist das Leben nicht wunderbar! Das ist richtig so geschrieben – mit einem Ausrufezeichen, nicht mit einem Fragezeichen. Es ist der Titel eines Buches von Louise L. Hay, meinem Vorbild. Die Verlegerin und Autorin wird in diesem Jahr 91 Jahre alt, sie hat mit 58 Jahren ihren Verlag Hay House gegründet. Als die berühmteste Lebenshilfe-Autorin der Welt vermittelt sie in ihren Büchern Lebensweisheiten – auch ich lerne immer wieder von ihr, denn ich möchte glücklich und gesund 100 werden.

Das ist mein Ziel – und außerdem möchte ich anderen Menschen den Mut und den Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe und weiterhin erfahre. Auch dazu studiere ich die Bücher von Louise Hay, und ich integriere Gewohnheiten in mein Leben, die anderen nicht immer gefallen: Ich schlafe viel und lange – zur Zeit sind es meist neun bis zehn Stunden. Ich gehe regelmäßig mit meinem Hund spazieren, und fast jeden Tag gehen wir einmal oder sogar zweimal an den Strand. Das haben wir den ganzen Winter hindurch gemacht, und dabei wunderschöne Sonnenuntergänge erlebt, aber vor allem auch Stunden der Muße und des kreativen Nachdenkens, also des „Gedanken-fließen-lassens“, was mir heute Abend nicht so ganz gelungen ist. Vielleicht war es gut so.

An schönen warmen Tagen setzen wir uns einfach in den Sand, schauen aufs Meer hinaus oder ich lese Bücher, die mir gut tun und für Frieden in mir und um mich herum sorgen. Weiterhin esse und trinke ich gesunde Nahrung, denke positive Gedanken und befolge in meiner Verlagsarbeit einen Spruch von Brian Tracy: „Arbeiten Sie nur an etwas, das Sie genießen, mit Menschen, die Sie mögen, und an Dingen, die etwas in dieser Welt bewirken.“

Außerdem höre ich viel Musik und spiele oft Klavier. Denn das ist etwas Schönes in meinem Leben – nachdem ich im letzten Winter beinahe entnervt damit aufgehört hatte, schrieb mir mein Klavierlehrer: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“

Im Mai bin ich 65 geworden – das ist das Alter, wo „man“ normalerweise „in Rente“ geht. Ich aber nicht. Ich bin mit unserem japanischen Buchautor aus Texas, dem Herzchirurgen Dr. Yusuke Yahagi und seiner Frau April Yahagi durch Deutschland gefahren, um in sechs Veranstaltungen in Berlin, Fehmarn, Hamburg, Bad Ems, Köln und Bamberg sein Buch „Der Austauschsoldat“ zu präsentieren – nur vordergründig ist es ein spannender Unterhaltungsroman mit historischem Hintergrund. In der Quintessenz aber geht es darum, den Menschen auf der Welt Frieden und Glück zu bringen, ihnen positive Gedanken zu vermitteln. Wir haben viele Menschen bewegen können, teilweise weite Reisen auf sich zu nehmen, nur um dabei zu sein und den Autor persönlich zu erleben.

Denn letztlich geht es um den Mut, wie eine Rezensentin schrieb: „So einen Menschen ‚Shota‘ hätte es damals vielmehr gebraucht und auch heute wäre es ein Reichtum für uns, wenn es solche Menschen in Vielzahl gäbe, mit dem Ziel, Leben zu retten und Menschen Frieden und Glück zu bringen.“

Dr. Yusuke Yahagi hatte den Mut, diesen Roman zu schreiben mit dem Risiko, viel Kritik zu ernten – und genauso hatte mein Verlag den Mut, das Buch zu veröffentlichen und noch dazu eine Lesereise zu unternehmen. Unsere Lesetour mit sechs Buchvorstellungen in Deutschland hat gezeigt, dass das Buch viele Menschen erreicht und begeistert, auch wenn Buchhandlungen oder ein Literaturhaus das nicht für „Literatur“ halten. Unzählige „einfache“ Menschen in Deutschland und in den USA haben das Buch gelesen – zwar schreiben sie keine „literarischen“ Rezensionen. Aber sie haben begriffen, worum es hier geht.

„Habe den Mut, Dein Leben so gut wie möglich zu leben und die Welt mit Deinem Dasein ein wenig besser zu machen.“ Das ist für mich ein Credo aus diesem ersten Halbjahr 2017. Vor einem Jahr hatte ich einen gesundheitlichen „Warnschuss“ erlebt, kurz darauf die Geschichte von der „Kapitänin“ geschrieben, die ihre Kraft und Stärke spürte, um das wundervolle große Schiff ganz alleine zu lenken, durch das große weite Meer des Lebens. Und seitdem habe ich mich einfach darauf besonnen, was ich möchte, was ich mir gewünscht habe, für meinen Beruf und meinen Verlag, und für mich persönlich. Ich habe mich von Menschen und Dingen verabschiedet mit dem Erfolg, dass andere Menschen und andere Dinge, teilweise völlig überraschend, in mein Leben traten.

„Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, hatte mir mein 94jähriger ehemaliger Deutschlehrer, Schulleiter und Chef im letzten Jahr geschrieben. Ich hatte ihn im Januar 2017 endlich besucht und einen wundervollen Tag mit ihm verbracht. Leider ist er fünf Tage nach seinem 95. Geburtstag im März verstorben. Ich war bei seiner Beerdigung in Xanten, und ich bin ihm unendlich dankbar für alle Ermutigung, Förderung und Motivation, die ich durch ihn in den letzten 50 Jahren meines Lebens erfahren habe. Und so gehe ich diesen Weg des „Erfolgs mit Herz“ weiter. Ich bin glücklich über jeden Erfolg, schäme mich nicht meiner Fehler, sondern mache beim nächsten Mal einfach bessere.

Für Dr. Yusuke Yahagi und seine Frau April Yahagi hatte ich ein Privatkonzert in meinem Haus veranstaltet und mich darauf besonnen, warum ich eigentlich wieder Klavierunterricht genommen hatte: Ich wollte Stücke von Bach, Schubert, Schumann, Chopin und Brahms wunderschön auf dem Klavier spielen können. In meinem kleinen Hauskonzert ließ ich zwar die Stücke von Schumann und Brahms aus – aber ich hatte gemerkt, wie stark ein solches Ziel mich zum Üben motivieren könnte. Und so nahm ich mir vor, die Arabeske von Schumann bis zur nächsten Klavierstunde zu „können“ – wegen ihr hatte ich noch vor wenigen Monaten das Klavierspielen aufgeben wollen. Und inzwischen kann ich sie fast „perfekt“ – aber es ist nicht mein Ziel, etwas „perfekt“ zu können, sondern einfach schöne Musik zu machen.

Im ersten Halbjahr 2017 habe ich neun Bücher und unseren sechsten Fehmarn-Kalender veröffentlicht. Zum ersten Mal in der Geschichte des Verlages ist ein englischsprachiges Buch dabei – der Roman „The Exchange Soldier“ von Dr. Yusuke Yahagi erscheint inzwischen weltweit. Ich habe wieder einmal ein Seminar für Erstautoren veranstaltet – der „Traum vom eigenen Buch“ kann bald Wirklichkeit werden. Und ich habe mehrere Buch-Konzept-Wochenenden mit vielversprechenden Erstautoren durchgeführt. Auch habe ich mich von Autoren getrennt, die für meinen Verlag nicht förderlich erschienen. Mein Ziel ist es, dass mein Verlag und mein Leben im Einklang sind, und dass ich mit meinen Autoren ein Erfolgsteam bilde. Dazu gehört es manchmal auch, sich zu trennen.

Und in den letzten zwei Wochen dieses Halbjahres machte ich eine neue, aber für mich sehr wichtige Erfahrung: Während meiner „Auszeit“ von der Verlagsarbeit hatte ich einen Urlaub in Seefeld/Tirol geplant, es war doch seit langem mein Wunsch, mit Senta in die Berge zu fahren. Schon bei unserem Zwischenstopp in Bamberg war es sehr heiß gewesen, und die Tour wurde erst zur „Strapaze“, als wir in Seefeld ankamen. Senta wollte sich nicht vom Hotel wegbewegen, denn eine vielbefahrene Straße, eine Großbaustelle und die Bahnlinie verursachten einen großen Lärm. Da nutzte auch der Spaziergang am Abend nichts, denn der führte uns letztlich über asphaltierte Straßen, an denen jedes Grundstück zugebaut war.

Wir blieben zwei Tage im Hotelgarten, aber Senta hatte Panik oder schlief tief und fest neben meinem Liegestuhl. Der Lärm der Baustelle verhinderte ein echtes Entspannen.Wenigstens begann ich mit dem Schreiben an meinem neuen Buch – gegen Abend ließ der Lärm etwas nach.

Am dritten Tag beschloss ich, den Urlaub vorzeitig zu beenden. Denn sogar beim Spaziergang zum Wildsee war Senta nicht wirklich zu begeistern. Wir mussten die stark frequentierte Fußgängerzone durchqueren, und Senta erschrak vor jedem lauten Geräusch. So viele Menschen und Autos sind wir ja auch nicht gewohnt auf unserer friedlichen Sonneninsel.

Mir wurde klar, als ich Seefeld aus der Perspektive meines Hundes betrachtete: Es ist nicht mehr der Ort, der es mal früher (für mich) gewesen war. Wir hatten Heimweh und sind dann die ganze Strecke von über 1000 km gefahren, um wieder auf unserer Insel zu sein. Dort angekommen, fuhr ich zuerst nach Fehmarnsund, wo Senta sehr glücklich gleich ins Wasser lief – nicht minder glücklich war ich, wieder zu Hause zu sein.

Diese Auszeit mit meinem Hund hatte mir eine wichtige Erkenntnis beschert: Unser Leben ist begrenzt, wir wissen nicht, wie viele solch schöne Sommer wir noch erleben werden. Also genießen wir jeden Tag!

Ich lernte außerdem die Welt aus der Perspektive meines Hundes zu betrachten und sah Orte, die einfach nicht schön zum Leben sind. Nicht nur übervolle Autobahnraststätten, auch ein Urlaubsort wie Seefeld – einst mein Traumort – waren von morgens bis abends voller Trubel und Stress. Dass es zudem noch sehr heiß war und viele Gewitter gab, hatte niemand ahnen können. Oder doch? Hat mir das Universum einen wichtigen Hinweis gegeben?

Jedenfalls sind wir heute froh und glücklich auf unserer Insel, auch wenn es schon seit gestern in Strömen regnet. Aber mein Hund ist glücklich – und ich bin es auch.

Und nun möchte ich mit den Worten meines Blogs vom 30. Juni 2016 enden:

Ich fühle mich stark und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auf meinem ganz persönlichen Weg. Ich danke allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht, einen guten Start in die zweite Halbzeit 2017 und ende hier mit dem Motto meines Buches „Neubeginn & Mee(h)r“:

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“ (Meister Eckhart, 1260–1327)

Ich bedanke mich bei Euch, den Lesern meines Blogs für Euer treues Folgen und Eure zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Ihr auch im zweiten Halbjahr 2017 weiter dabei seid.

Herzlichst

Eure Beate Forsbach

 

Strandspaziergänge

img_0379Wir gehen fast jeden Tag zum Strand – wir, das sind meine Berner Sennenhündin Senta und ich. Es war nicht immer so: Erst seitdem sie im August gelernt hat, ins Auto einzusteigen, fahren wir zu den schönsten Stränden auf unserer Sonneninsel Fehmarn, um dort lange Spaziergänge zu machen. Sonntags fahre ich gerne zum Südstrand, der ziemlich weit von Neujellingsdorf entfernt ist. Fast täglich fahren wir nach Fehmarnsund, zu meinem Lieblingsstrand unterhalb der Fehmarnsundbrücke, der in gut zehn Minuten mit dem Auto zu erreichen ist.

Heute war das Wetter nach zwei regnerischen, nebligen Tagen voller Dunkelheit plötzlich wunderschön. Senta hatte mich schon vor der üblichen Zeit geweckt, die Sonne strahlte vom wolkenlosen Himmel – und so fuhren wir gegen unsere Gewohnheit schon am späten Vormittag zum Südstrand.

img_0364Es war eine unwirkliche Schönheit, die wir dort erblickten: blauer Himmel, blaues Meer, kilometerlanger weißer Sandstrand und kaum Menschen.

Senta hüpft und springt am Strand vor lauter Vergnügen, und ich wandere am Wasser entlang, komme ganz zu mir, beruhige mich und vergesse, dass ich noch vorgestern gesagt hatte, ich könnte jetzt drei Jahre Urlaub gebrauchen. Die Sonne spiegelt sich gleißend hell im Wasser, das Meer ist ganz ruhig, es ist warm in der Sonne – der dicke Ledermantel, Mütze, Handschuhe und die gefütterten Stiefel sorgen für wärmende Behaglichkeit.

img_0350Wir begegnen nur wenigen Menschen, überholen einige, die skeptisch auf den großen schwarzen Hund schauen – schade, ich hätte gerne ein Foto von uns beiden gehabt an diesem wundervollen Tag. So nehme ich wenigstens ein „Selfie“ auf, denn Senta kann leider noch nicht fotografieren.

img_0369Wenn ich jetzt eine Videobotschaft aufgenommen hätte: was wäre der Inhalt gewesen? An diesem wunderbaren Sonntag, dem ersten Advent, hätte ich vom Frieden gesprochen, der mich erfüllt und den ich um mich herum empfinde. Von der Freude, die ich spüre – Vorfreude auf etwas, von dem ich nicht so genau weiß, was es eigentlich ist. Von der Erwartung eines Wunders, von dem ich nur träume, es mir aber gar nicht so richtig vorstellen kann.

Ich hätte noch mehr erzählen können: Von all den Erinnerungen, die mir hier an diesem Strand kommen – an unzählige Strandspaziergänge, die ich alleine gemacht hatte, als ich noch mit meiner Mutter hier gewesen war, an Strandspaziergänge, die dann immer kürzer wurden, als ich mit meinem Mann hier war. Bis er gar nicht mehr mitgehen konnte. Von der Bank hinter dem Wäldchen, bis zu der ich immer gegangen war, bevor ich ihn kannte – manche Erinnerung wäre auch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

img_0376Und dann sah ich ein Paar mit Hund – sie blieben stehen, als ich näher kam. Und der Mann sagte: „Was für ein herrlicher Tag heute – man müsste immer hier auf Fehmarn leben.“ Worauf ich sagte: „Ja, ich lebe hier, und ich finde es wunderschön heute hier am Strand.“ Und ich bat ihn, ein Foto von Senta und mir zu machen.

img_0378Er würde auch gerne mit seiner Frau und dem Hund nach Fehmarn ziehen – schon aus gesundheitlichen Gründen. Und als wir uns noch darüber unterhielten, kam wie zur Bestätigung eine Bekannte vorbei, die vor einigen Jahren nach Fehmarn gezogen war, aus einer fernen Großstadt. Sie strahlte das Glück der zugezogenen Inselbewohner aus.

Gemeinsam gingen wir weiter – meine Gedanken und Erinnerungen, die schon vor drei Tagen beim Strandspaziergang ganz präsent gewesen waren, bekamen nun eine neue Bedeutung: diesen Menschen bei ihrer Entscheidung für die Insel zu helfen. Denn das Leben währt nicht ewig – gerade wenn man mit einer schweren Erkrankung konfrontiert ist, sollte man sich seinen Lebensmittelpunkt sorgfältig auswählen. Und schon waren wir bei dem Thema Gesundheit.

img_0382Das gute Ostseeklima, der blaue Himmel, der Sonnenschein – es gibt kaum einen Tag, an dem die Sonne nicht scheint – das Gefühl der Weite und Unendlichkeit, das man am Meeresrand verspürt, dazu die Bewegung mit dem Hund, der fröhlich am Strand entlang läuft und auch im Winter gerne badet. Die weitgehend stressfreie Lebensweise auf der Insel – na ja, im Sommer herrscht hier schon Stress, aber der wird durch die erholungsbedürftigen Urlauber mitgebracht.

img_0357Im Winter dagegen ist es ruhig, man kann tief durchatmen. Und diesem Paar ging es so, wie es auch meinem Mann und mir immer gegangen war: Wenn man zur Insel hinfuhr, verspürte man eine große Vorfreude und jubelte, sobald die Fehmarnsundbrücke zu sehen war. Wenn man aber wieder zurückfuhr, hatte man schlechte Laune und freute sich so gar nicht auf zu Hause.

Fehmarn – ein magischer Ort? Ja, das kann so sein, denn wie viele Menschen habe ich schon hier kennengelernt, die nicht wieder weg wollten von der Insel – so wie mein Mann und ich, als wir vor sechs Jahren beschlossen, einfach hierzubleiben, ein Haus zu kaufen und ein Hündchen anzuschaffen. Natürlich ist das hier nicht so eine Art „Dauerurlaub“, man muss auch dafür sorgen, dass der Lebensunterhalt gewährleistet ist. Der Mann hatte ein wenig Bedenken, denn so ganz ohne Geld … aber er nannte Beispiele von Menschen, die es gewagt hatten, sich eine positive, lebensbejahende Umgebung zu suchen.

Ich fragte, was er tun würde, wenn er nur noch ein Jahr zu leben hätte. Diese Frage hatte ihn wohl auch schon beschäftigt. Mein Mann und ich waren vor sechs Jahren hierher gezogen, eine Bekannte hatte damals gesagt: macht es, wenn ihr erst Hundert seid, bereut Ihr es, dass Ihr es nicht getan habt. Und so hat mein Mann immerhin noch dreieinhalb Jahre in dieser schönen Umgebung gelebt.

img_0386Wir gingen weiter und weiter. Plötzlich fiel mir die Bank wieder ein, bis zu der ich früher immer gegangen war. Zwar war es nicht mehr dieselbe Bank, aber der Mann machte ein Foto von mir und Senta – ohne zu wissen, was mich mit dieser Bank verband.

Ich war heute weiter gegangen, als ich sonst in all den Jahren gegangen war. Als ich sagte, dass ich umkehren wollte, begleitete mich das Paar mit dem Hund, der sich genau wie Senta über meine Leckerli freute. Auf dem Rückweg sprachen wir über Möglichkeiten, auf dieser Insel seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich erfuhr viel von den Leuten und gab ihnen meine Verlags-Visitenkarte – wer weiß, wann man sich einmal wiedersieht. Der Abschied war voller Optimismus und Vorfreude auf die Zukunft – vielleicht, nein, ganz sicher würden wir uns einmal wiedersehen.

Senta wollte gar nicht wieder vom Strand weg, aber ich zog sie in Richtung Auto, denn wir sollten jetzt etwas essen – jedenfalls sagte mir das mein Magen. Das Mittagessen war nur kurz an diesem Sonntag, und schon fuhren wir zu unserem Lieblingsstrand in Fehmarnsund.

img_0417Senta badete und freute sich ihres Lebens. Und dann legte sie sich in den Sand, als wollte sie den ganzen Tag hierbleiben. Zu schön war der Ausblick – und ich dachte wieder darüber nach, dass ich im nächsten Sommer öfter und länger mit Senta an den Strand gehen möchte, um dort nicht nur zu laufen, sondern auch Zeit zu verbringen, um mich zu sammeln und zu erholen, um nicht im Stress des Alltags durchzudrehen, um Ruhe und Frieden zu finden.

img_0422Wem nützt die viele Arbeit, wenn ich diese traumhafte Umgebung am Meer nicht täglich genießen kann? Vor einigen Jahren hatte ich mal Menschen kennengelernt, die jeden Tag an einen Strand hier auf der Insel gingen. Ich hatte davon geträumt, konnte es aber nicht umsetzen, weil Senta ja nicht ins Auto einsteigen wollte. Bis ich einen Mensch-Hund-Therapeuten engagierte, der uns Anfang August an zwei Tagen alles vermittelte, was uns fehlte: Fortan fuhren wir jeden Tag mindestens einmal an einen Strand. Aber ich schaute immer auf die Uhr: Oft waren wir in den letzten Wochen so spät dran, dass wir uns beeilen mussten, nicht ins Dunkel zu geraten. Schließlich wartete ja meine Arbeit!

img_0433Heute aber hatte ich mir Zeit gelassen – schließlich war es der erste Advent. Am Strand von Fehmarnsund gingen wir heute so weit, wie ich noch nie gegangen war. Verirren kann man sich ja nicht, wenn man immer am Wasser entlang geht. Und so gingen wir auch bei unserem zweiten Strandspaziergang an diesem Sonntag weiter, als wir je gegangen sind.

img_0455Und ich fand immer neue, unerwartete Perspektiven – und Senta fand immer neue interessante Eindrücke. Auf dem Rückweg dann erlebten wir das grandiose Schauspiel der untergehenden Sonne – und fuhren müde, aber glücklich, zurück nach Hause.

img_0463img_0487img_0491Am späten Abend dieses wunderschönen Tages machten wir wieder unseren Spaziergang durchs Dorf – und erlebten den schönsten Sternenhimmel, den ich seit Jahren gesehen hatte. Denn vor vier Wochen noch war ich mit Senta nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit aus dem Haus gegangen.

Fazit: Am Strand finden wir wieder zu uns und unseren geheimen Wünschen. Und: wir sollten einfach das tun, was wir tun möchten. Denn wir wissen nie, ob es nicht eines Tages zu spät dafür ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns eine wundervolle Adventszeit, in der wir voller Vorfreude sind auf das Wunder, das uns erwartet und von dem wir träumen.

 

 

Zeit für mich

IMG_8262Letzten Sonntag war es zwei Wochen her, dass ich auf die Idee kam, mir mal etwas Zeit für mich zu nehmen: wann hatte ich eigentlich zum letzten Mal ein warmes Wannenbad genossen? Und siehe da, ich finde ein Fläschchen „Zeit für Dich“ und Meersalz, das ich noch nie benutzt habe. Herrlich entspannt startete ich in den Sonntag …

IMG_7479Nun sollte man doch glauben, dass ich immer nur Zeit für mich hätte, nachdem ich bereits über ein Jahr nach dem Tod meines Mannes alleine mit meiner Berner Sennenhündin Senta lebe. Nein, das ist nicht so. Diese Erkenntnis kam für mich ganz überraschend.

Kurz zuvor hatte ich von einer Autorin meines Verlages gehört, dass sie sich den Freitag zum Schreiben ihres Romans freihält. Diese Idee fand ich so umwerfend, dass ich sie unserer Lektorin erzählte. Sie sprach davon, dass sie nicht wüsste, wann sie schreiben sollte. Aber mir empfahl sie umgehend, mir doch gleich zwei Schreibtage in der Woche zu nehmen. Das fand ich wirklich ungeheuerlich: gleich zwei Tage? nur für mich?

Und so begann ich an diesem Sonntag schon mal mit Zeit nur für mich. Lange überlegte ich, an welchen Tagen ich mir meine zwei Schreibtage einräumen sollte. Ich wählte dann den Dienstag und den Samstag. Unglaublich, wie eifrig ich am Montag all die vielen Verlagsangelegenheiten erledigte. Oft waren es Kleinigkeiten, mit denen ich mich lange, viel zu lange, aufhielt. Nun war ich motiviert, bis Dienstag meinen Tisch leer zu arbeiten, und es klappte. Ich freute mich schon richtig auf den Dienstagmorgen, wo ich ohne zu zögern aufstand und mich fertig machte. Facebook und das Mailprogramm wurden abgestellt, und ich begann mit der Arbeit an meinem Buch. Ich konnte mich voll darauf konzentrieren, weil ich alles andere beiseite geschoben hatte. Es war ein wundervoller und ergiebiger Tag.

Zeit für mich – das bedeutet nicht, dass ich gar nicht für andere da bin. Mein Verlag, das ist ja mein Lebensinhalt. Und so habe ich am nächsten Sonntag Zeit mit zwei meiner Autoren verbracht, aus freien Stücken, ohne äußeren Druck, weil ich das wollte. Und beide Male waren es beglückende virtuelle Begegnungen. Ich lerne allmählich, was es bedeutet, selbst darüber zu entscheiden, womit und mit wem ich meine Zeit verbringe.

Ich genoss dieses Wochenende im Bewusstsein des größten Luxus. Dabei ist es doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Jeder kann doch tun und lassen mit seiner Zeit, was er will. Das ist richtig, aber unser Denken ist einfach anders programmiert, mein Denken jedenfalls. Deswegen kam ich in den letzten Monaten fast nie dazu, meine eigenen Bücher und Texte zu schreiben.

Denn immer wieder gab es Ablenkungen durch Menschen, die etwas von mir wollten: ihr Buch in meinem Verlag veröffentlichen, ihre Manuskripte lesen, ihre Lebensprobleme anhören und dabei helfen, sie zu lösen. Unnütze Diskussionen über unwichtige Dinge raubten mir meine Zeit, die ich gerne für mich genutzt hätte. Und unsinnige Konflikte raubten mir den Schlaf und in Folge davon die Energie, meine Aufgaben in kurzer Zeit zu erledigen – um dann wieder Zeit für mich zu haben.

An diesem Sonntag vor zwei Wochen habe ich endlich erkannt, dass es nur eine Person gibt, die das ändern kann: ich selber! Meine Hündin Senta ist nämlich inzwischen sehr geduldig geworden und wartet stundenlang darauf, dass ich mit ihr zum Meer gehe. Nur wenn ich zu der gewohnten Zeit mal überraschend ein Telefongespräch führe, kommt sie nach oben in meinen Arbeitsbereich und beginnt zu bellen. Früher, als junger Welpe, hat sie unsere Möbel angeknabbert, um auf sich aufmerksam zu machen. Heute wartet sie, bis ich zum Spaziergang aufbreche. Dann aber hüpft sie vor lauter Freude durch die Gegend und kann es kaum erwarten, loszugehen.

Und so liegt es heute ganz alleine an mir, ob ich Zeit für mich habe oder nicht. Plötzlich bekam ich die Idee, neben dem gewohnten Spaziergang zum Meer am frühen Abend auch noch einen Morgenspaziergang ums Feld zu machen. Senta ist darüber ganz begeistert, es tut uns beiden gut. Denn sonst habe ich mich noch ziemlich müde mit einem Tee an den Schreibtisch gesetzt und Senta hielt ein Schläfchen. Nun starten wir beide munter in den Tag.

IMG_8160Eines aber findet immer statt, egal ob es mein Schreibtag oder ein Tag für die Verlagsarbeit ist: Wenn unsere Hundefreundinnen Karin und Jenny Zeit für uns haben, dann machen wir einen gemeinsamen Ausflug ans Meer. IMG_0102IMG_0078IMG_0086Ganz entspannt laufen wir durch die schöne Natur, freuen uns an unseren beiden Hündinnen, machen Fotos, erzählen, setzen uns auch mal irgendwo hin – und schauen einfach mal nicht auf die Uhr. Solche Tage sind wundervoll und machen glücklich.

IMG_0184Und das ist doch eigentlich der Sinn des Lebens, oder?

IMG_8280Gestern ging ich alleine mit Senta zum Meer, setzte mich ans Wasser und fühlte plötzlich Ruhe und Frieden – nur das Plätschern der Wellen und das Kreischen der Wasservögel waren zu hören. Die eigene innere Stimme wurde auch ganz ruhig. Die Seele baumeln lassen, so nennt man das wohl, diesen Zustand völligen Entspanntseins, in dem man ohne jegliche Gedanken einfach nur da ist. Na ja, ganz alleine bin ich ja nie. Denn plötzlich saß jemand neben mir – Senta aber versteht es, sich auch ohne Worte zu verständigen.

IMG_8283Zeit für mich – wann haben Sie das zum letzten Male genossen? Machen Sie es einfach mal, ich kann das empfehlen! Die Bank am Meer, die oben im Blogartikel abgebildet ist, lädt mich jeden Tag immer wieder dazu ein. Selbst Senta legt sich jetzt manchmal daneben und wartet, bis ich endlich aufstehe, um mit ihr weiter am Meer entlang zu laufen.

Es ist interessant, wie viele Gedanken mir kommen, seit ich mir regelmäßig Zeit für mich nehme. So fiel mir ein, dass heute vor fünf Jahren, am 1. Juli 2010, für meinen Mann und mich ein neuer Lebensabschnitt begann. Damals waren wir das erste Mal bei der Therapeutin in Westermarkelsdorf auf Fehmarn, gewesen, die meinen Mann so wirksam behandelte, dass wir uns im Laufe der nächsten Wochen entschlossen, ganz auf die Insel zu ziehen.

Und wir waren so voller Hoffnung! Es war eine wunderschöne Zeit, und heute denke ich daran. Ich habe damals davon geträumt, dass mein Mann auf einer Liege auf der Wiese liegt, unter einem Apfelbäumchen, und ich daneben sitze und schreibe. Und ein Hündchen liegt unter dem Tisch.

Unser Apfelbäumchen, das wir vor zwei Jahren gepflanzt haben, hat dieses Jahr tatsächlich die ersten winzig kleinen Früchte – der Hund liegt brav neben mir, nur mein Mann ist leider nicht mehr da.

Aber ich merke und bin glücklich, dass meine Träume in Erfüllung gehen, auch wenn immer wieder Verluste zu bewältigen sind. An diesem Tisch unter dem Apfelbäumchen arbeite ich jetzt an meinen Projekten – umgeben von blühenden Büschen und herrlichen Rosen. IMG_7550Ich wünsche Ihnen schöne Sommertage, an denen Sie Zeit für sich haben!

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Geburtstag mit Rosen

IMG_2544Das Leben ändert sich im Laufe eines Jahres – das hatte ich in meinem Blogartikel „Kein runder Geburtstag“ im letzten Jahr geschrieben. Wie sehr es sich ändert, das konnte ich damals noch nicht voraussehen. An diesem Geburtstag würde ich ganz alleine sein, dachte ich, allerdings ist Senta ja immer treu an meiner Seite.

Ich lud fünf Freundinnen zum Kaffeetrinken am Nachmittag ein und besorgte mir einige Geburtstagsgeschenke – wie schon in den Jahren zuvor. Allerdings habe ich sie diesmal nicht eingepackt. Parfum, Bücher, Musik, Noten, und die berühmte Schachtel Lindt-Pralinen, die an keinem unserer Geburtstage fehlen durfte.

Ich feierte in meinen Geburtstag hinein, wie ich es immer mit Hans Christian getan hatte. Diesmal zog sich die Zeit vor Mitternacht und ich war ziemlich traurig. Senta hatte sich schlafen gelegt und kam auch nicht, als ich das Geburtstagslied vom iPhone spielte. Die ersten Emails trafen ein, ich las meine Post und schaute die Geschenke an, las ein wenig in den neuen Büchern, hörte Musik, trank Sekt und probierte die Pralinen. Diese eine hatte Hans Christian sich immer als erste ausgesucht …IMG_2308

Per Zufall hatte ich ein Filmchen vom Geburtstag vor fünf Jahren gefunden, den wir in unserer kleinen Strandwohnung gefeiert hatten. Hans Christian gratulierte mir um Mitternacht und wünschte mir alles Gute. Wie schön war es, seine Stimme noch mal zu hören. Und ich überlegte, dass er in den letzten zwei Jahren so etwas gar nicht mehr sagen konnte. Aber er war einfach immer da gewesen und unsere Liebe auch …

IMG_5213Wie in den Jahren zuvor habe ich ein Margeritenbäumchen aus der Gärtnerei im Dorf geholt – vor drei Jahren war ich noch mit Hans Christian im Rollstuhl dorthin gefahren und er hatte mir das Bäumchen ausgesucht. In der Gärtnerei bekam ich einen riesigen Rosenstrauß überreicht, den jemand für mich bestellt hatte. Mit Herzklopfen fuhr ich nach Hause und war überwältigt von der Schönheit dieser Rosen. Meine Familie in Hamburg hatte mich so reich beschenkt – ja, Rosen hatten schon immer zu unseren Geburtstagen gehört. Ich war einfach glücklich.

IMG_2382Und dann hatte ich mir ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk gemacht: Das neue Buch unserer Bestseller-Autorin Simone Langendörfer sollte an diesem Tag erscheinen. Tatsächlich hat die Druckerei Wort gehalten und um 10 Uhr am Vormittag trafen die beiden Bücherpakete ein: „Ich bin jetzt einfach glücklich“ heißt das Büchlein, das wir als „Nachttisch-Büchlein“ geplant haben. Denn abends vor dem Einschlafen soll man etwas Positives lesen und denken. Man schläft dann einfach besser und wacht am nächsten Morgen gut gelaunt und gestärkt wieder auf.

IMG_2403Gegen Mittag ging dann nach langem Warten der Kaufpreis für meine Ferienwohnung ein – auch dieses Geschenk machte mir deutlich, dass nicht nur ein neues Lebensjahr, sondern ein ganz neuer Lebensabschnitt begann. Erst neulich, als ich noch einmal am Südstrand war, hatte ich darüber nachgedacht, wie ich nun zukünftig leben möchte.

Die letzten Jahre waren sehr erfüllt und voller Liebe im Zusammenleben mit Hans Christian, aber auch anstrengend. Urlaub hatte ich schon vier Jahre nicht mehr gehabt, und oft fühlte ich mich am Rande der Erschöpfung.

Bei Louise Hay las ich: „Durch Entspannung kann mein Körper sich heilen und erneuern. Je entspannter ich bin, desto gesünder bin ich.“

IMG_4039Ja, das war es, ich überlegte mir, wie ich zu mehr Entspannung kommen könnte. Zuerst mal entschied ich mich, jedes Wochenende einfach nur für mich zu nutzen. Egal, ob Rasen mähen, im Liegestuhl liegen, mit Senta und unseren neuen Hundefreundinnen spazieren gehen, lesen, Musik hören, oder auch lustvoll arbeiten – ich werde am Wochenende nur noch das machen, was ich möchte. Denn wann sollte ich damit beginnen, wenn nicht jetzt, in diesem Jahr?

IMG_2441Gegen Mittag klingelte der Postbote und brachte einen ganzen Stapel an Paketen und Briefen. Gleich zwei wundervolle Rosengeschenke waren darin – eine rote Topfrose mit Herz von meiner „Ich-bin-jetzt-einfach-glücklich“-Autorin und ein wunderhübscher Strauß von meinem Lektor und alten Freund aus Potsdam.

IMG_2412IMG_2427Als hätte es nicht noch schöner werden können, war strahlendes Sommerwetter und ich holte die Terrassenmöbel und den Sonnenschirm heraus. Meine Freundinnen kamen mit schönen Geschenken, dazu noch weitere Gäste, und wir verlebten einen wunderschönen Nachmittag voller Freude und Glück.

IMG_2406Die Rosen spielten weiterhin eine Rolle: In einem weiteren Blumenstrauß mit Vogelhäuschen, und auf dem Kalender, den ich mit Simone Langendörfer entworfen hatte und meinen Freundinnen zur Begutachtung zeigte.

IMG_2432Und in dem Lied „Die Rose“, das mir eine Freundin zum Geburtstag auf Facebook geschickt hatte. Ich kannte das Lied noch nicht und fühle mich sehr angesprochen.

Hier die Version mit Helene Fischer:

Und vor zwei Tagen blühten die ersten Rosen in meinem Garten …IMG_2453

„Wenn Du denkst, Du bist verlassen
Und kein Weg führt aus der Nacht
Fängst Du an, die Welt zu hassen
Die nur and’re glücklich macht
Doch vergiss nicht, an dem Zweig dort
Der im Schnee beinah‘ erfror
Blüht im Frühjahr eine Rose
So schön wie nie zuvor“
(aus: Die Rose, von McBroom)IMG_2457

Am Abend meines Geburtstages bereitete ich mir ein leckeres Spargelessen und freute mich über späte Anrufe. Kurz vor Mitternacht hörte ich dann das Requiem von Mozart, das wir zur Zeit im Chor proben und im November aufführen wollen. Mit dieser wunderschönen Musik fand ich einen guten Ausklang meines Geburtstages und konnte tief und fest schlafen.

In der Chorprobe am Freitag bekam ich dann noch ein ganz besonderes Geburtstagsständchen: „Gott segne und behüt dich“ von John Rutter. Dieses Lied hatte ich in der letzten Adventszeit jeden Tag Hans Christian vorgespielt, von der CD und selber an unserem Flügel – es war so wichtig für ihn zu wissen, dass er beschützt war.

Ich möchte allen Menschen, die mir diesen schönen Tag bereitet haben, ganz herzlich danken. So viele Briefe, Emails, Karten, Einträge bei Facebook, XING, Seniorentreff, so schöne Anrufe, Besuche, Musik und Geschenke – so viel Liebe!IMG_2508

Mir fällt dazu nur ein:
„Ich bin jetzt einfach glücklich“

PS: Das gleichnamige Buch könnt Ihr hier bestellen: http://www.edition-forsbach.de/

Freitagabend

IMG_0436Es war ein wunderbarer Tag, dieser Freitag. Nach einer Woche voller Arbeit und auch etwas Stress gab es nur positive Erlebnisse, Begegnungen, Gespräche.  Dazu das herrlich sonnige Spätsommerwetter.

Gegen Abend sitzt mein Mann mit Marlen noch einmal auf der Terrasse und genießt die letzten Sonnenstrahlen. Er ist warm eingepackt, denn der Herbst macht sich schon bemerkbar. Es ist kalt geworden. Ich mache mit Senta, Molly und Hansi einen Spaziergang. In aller Ruhe, beschaulich, entspannt.

Hans Christian geht es heute wieder etwas besser, mir sowieso nach so einem schönen Tag. Ich mache Bratkartoffeln zum Abendessen, denke, ob die Kartoffeln wohl ausreichen? Erst morgen werde ich wieder neue kaufen an dem offenen Kartoffelstand in Landkirchen, wo man einen Sack Kartoffeln mitnimmt und das Geld einfach in die Kasse hinein wirft. So etwas gibt es nur hier auf unserer Insel.

Die Kartoffeln werden reichen, sie brutzeln schon in der Pfanne, als das Telefon klingelt. Einer unserer Autoren ruft an und sagt: „Ich habe eine Inselgeschichte für Sie!“ Es klingt wie ein Geschenk, und das ist es auch. Morgen wird er sie bringen.

Mir fällt ein, dass es bis zum Einsendeschluss für das Projekt „Inselgeschichten“ am 30. September nur noch drei Tage dauert – deswegen hatte also die andere Autorin heute nachmittag schon angerufen. Ich gehe zum Computer und schreibe eine Erinnerungsmail an alle, die der Verlag zu diesem Projekt eingeladen hatte. Auch diejenigen, die alles immer nur „kurz vor Toresschluss“ erledigen, sollen noch eine Chance haben.

Die Bratkartoffeln schmecken köstlich, dazu der leckere Brathering und kleine feine Gürkchen. Ein köstliches Mahl! Senta schaut mich bettelnd an, sie darf sonst im Dunkeln nicht mehr in den Garten. Es ist immer schwierig, sie dann ins Haus zurück zu holen. Sie bellt zwar nicht mehr so viel wie im Sommer, aber was wäre, wenn sie plötzlich im Dunkeln einen Passanten anbellt? Ich nehme die lange Leine und binde Senta am Terrassenzaun an. Sie legt sich friedlich ins Gras und genießt den schönen Abend.

Später, als wir schon fast alles gegessen haben, hole ich Senta herein. Als ob sie froh wäre, endlich wieder zu uns nach drinnen zu dürfen, kommt sie bereitwillig mit. Ich nehme ihr Halsband und Leine ab und sie verschwindet im dunklen Wohnzimmer. Aus der erleuchteten Küche sehe ich, wie sie sich auf das Sofa setzt, als wolle sie sagen: „Wann kommt Ihr? Hier ist es gemütlich!“

Ja, das ist ein gemütlicher Abend, wir schauen uns einen Film an, während wir das Abendessen beenden. Als ich für jeden ein kleines Eis am Stiel aus dem Gefrierschrank hole, kommt Senta – wie immer bekommt auch sie ihr kleines Eis.

Dann sitzen wir drei im Wohnzimmer – Senta und ich auf dem Sofa, Sentas Kopf an mein Knie gekuschelt, Hans Christian in seinem Sessel, die Füße auf den Hocker gelegt. Nach dem Film schalten wir um auf die NDR Talkshow. Eine nette Runde ist da heute zusammen gekommen, und ich stelle mir wieder vor, wie ich mit der Autorin unseres neuen Buches dort sitze. Wir beide haben es uns fest vorgenommen, in eine Talkshow zu kommen.

Wie jeden Freitag werde ich irgendwann müde und schlafe ein. Senta ist auch müde, sie verlässt das gemütliche Sofa und legt sich in ihr Körbchen unter der Treppe. Obwohl daneben der Fernseher läuft, schläft sie tief und friedlich.

Als ich wieder wach werde, wird Wolfgang Niedecken interviewt. Der Sänger der kölschen Gruppe BAP hat einen Schlaganfall überstanden und ist erstmalig mit seiner Frau Tina in einer Talkshow. Er ist 62 und sie sprechen davon, dass sie demnächst ihren 20. Hochzeitstag feiern. Da fällt es mir ein: Am 30. September habe Hans Christian und ich unsere „Petersilienhochzeit“ – die Hälfte des Weges bis zur Silberhochzeit ist dann geschafft. Wolfgang und Tina erzählen, wie sie sich kennengelernt haben – auch ich erinnere mich an unser Kennenlernen.Ob Hans Christian es auch noch weiß?

Und dann singt Wolfgang Niedecken ein wunderschönes Lied aus dem Album, das er seiner Frau gewidmet hat: „Zosamme alt“. Ich schau mir die beiden an – sind die alt? Nein, eigentlich nicht. Auch ich fühle mich nicht alt. Ich denke an unsere Silberhochzeit in 12 1/2 Jahren. Ein Freund hatte uns eine Tabelle der wichtigsten Hochzeitstage zur Hochzeit geschenkt, auf der vermerkt ist: Pflicht bis zur Silberhochzeit am 30.3.2026, danach kommt die Kür.

Kurz darauf ertönt ein „Kling“ vom iPad, um eine neue E-Mail anzukündigen. Wer schreibt noch so spät? Ich traue meinen Augen nicht: Genau der Freund, an den ich gerade gedacht habe, schickt mir eine Inselgeschichte! Ich bin bewegt, lese sie gleich. Er war mal hier auf Fehmarn, ganz am Anfang, als ich unsere Wohnung vermietete, vor fast 20 Jahren. Aber er schrieb von „seiner“ Insel in seiner Heimat Brandenburg. Danke, lieber Freund!

Ich bin einfach glücklich, gehe nach oben, um unser Zubettgehen vorzubereiten. Mit einem Mal sehe ich Senta auf der Treppe – sie hatte doch schon so fest geschlafen. Sie zieht sich ganz langsam die Treppe hinauf, Pfote für Pfote. Ich stelle mir vor, wie es ist, wenn sie keine junge Hundedame mehr sein wird, sondern eine Dame im gesetzten Alter! Ich hocke mich oben hin und locke sie ganz leise – ich will ja nicht, dass sie auf der Treppe einschläft. Langsam kommt sie herauf und legt sich auf ihren Platz unter der Treppe.

IMG_0430Ich hole Hans Christian mit dem Treppenlift nach oben, erzähle ihm von der E-Mail unseres Freundes. Er kann sich nicht an ihn erinnern. Und dann erzähle ich ihm, dass wir am Montag unsere Petersilienhochzeit haben, schaue im Schlafzimmer auf die Hochzeitstabelle – tatsächlich, da steht es: 30.9.2013. Ich sage zu meinem Mann: Dann haben wir schon die Hälfte bis zur Silberhochzeit geschafft! Die zweite Hälfte schaffen wir auch noch! Er aber ist ein wenig mutlos, wie so oft in letzter Zeit. Da sage ich: Ein Forsbach hält durch, der schafft das. Und er: Warum sagst Du das? Ich: weil ich Dich liebe!

Nun folgt, wie jeden Abend, das Gute-Nacht-Gebet, bei dem Hans Christian sich immer beruhigt. Dann kann er einschlafen. Heute hat er sogar „Gute Nacht, Senta“ gesagt, als ich ihn im Rollstuhl zum Schlafzimmer schob.

Ich aber bin glücklich und überhaupt nicht mehr müde. Ich hole mir ein Glas Rotwein und setze mich an den Computer. Der Schreibtisch ist noch voll von all den Dingen, mit denen ich heute befasst war. Die Post liegt noch ungeöffnet da. Am Nachmittag hatte ich nur einen Brief geöffnet und danach ein höchst erfreuliches Gespräch mit dem Absender geführt. Es steht wieder eine Verbesserung für meinen Verlag an.

Nun schreibe ich diesen Block. Seit Ende Mai habe ich nichts mehr geschrieben. Ich finde einen Entwurf von Mitte August: „Ein schöner Sommer“, aber der Text fehlt. Vielleicht hole ich das noch einmal nach, denn aus der Erinnerung erscheint vieles schöner, als wenn man mitten drin ist.

Senta liegt und schläft ganz fest. Und wenn ich nachher auch ins Bett gehe, verschwindet sie vielleicht wieder nach unten, in ihr Körbchen. Oder sie wacht vor unserem Schlafzimmer, bis ich am Morgen wieder heraus komme.

Was für ein glücklicher und friedlicher Übergang ins Wochenende! Ich bin dankbar für  diesen schönen Wochenausklang mit meiner lieben kleinen Familie und freue mich auf morgen.

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Kein runder Geburtstag

Mein Geburtstag war in diesem Jahr am Pfingstmontag – eigentlich feiert man da etwas anderes. Es war der Geburtstag nach dem runden, den wir im vorigen Jahr im größeren Rahmen gefeiert hatten. Also war dieses Jahr eher etwas Ruhiges angesagt.

Das Leben ändert sich im Laufe eines Jahres – die Verwandten, die eigentlich kommen wollten, konnten wegen einer schweren Erkrankung nicht kommen. Unsere Freunde hatten einen Urlaub geplant. Eine Freundin hatte einen Trauerfall in der Familie.

Und ich hatte nachgedacht, aber ich wollte niemanden einladen. Einmal kein Termin, keine Planung – außer einer Geburtstagstorte vom Bäcker – dafür viel Zeit für mich und meine Lieben. Zeit zum Telefonieren mit lieben Freunden und denjenigen Gratulanten, von denen man nur am Geburtstag und zu Weihnachten hört. Zeit, sich an den vielen Briefen, Emails und Geschenken zu freuen.

Trotzdem war ich am Pfingstsonntag ein wenig aufgeregt – es war ein Gefühl wie Ostersamstag, wenn man noch die Eier färben will. Den Nachmittag hatte ich gemütlich am Schreibtisch verbracht, war im Flow mit einem neuen Buchprojekt. Mit einem Male war es 19 Uhr – Senta hatte sich gar nicht gemeldet, so entfiel heute der Spaziergang.

Bevor ich meinen Mann weckte, packte ich noch schnell einige Päckchen mit Geburtstagsgeschenken. Früher hatte mein Mann das noch selber gemacht, das war immer das größte Geschenk für mich, weil es ihm schon immer schwer gefallen war, Päckchen zu packen. Nun also packte ich die selbst besorgten Geschenke in buntes Papier ein – Bücher und eine Schachtel Lindt Pralinen, die es bei uns zu jedem Geburtstag gibt. Ich dachte, dass Geschenke eigentlich nicht das Wesentliche sind, aber doch dazu gehören. Und natürlich Blumen.

Die Geburtstagsblumen – ein Margeritenbäumchen – hatte ich schon einige Tage zuvor aus der Gärtnerei mitgebracht, es stand auf der Terrasse, gerade vor der Küchentür. Vor zwei Jahren war ich noch mit meinem Mann im Rollstuhl zur Gärtnerei im Dorf gefahren und er hatte mir das Bäumchen ausgesucht. Diesmal ging das nicht, denn in unserem Dorf sind Straßenbauarbeiten und man kann das Haus mit dem Rollstuhl nicht verlassen. Einen Strauß mit wundervollen dunkelroten Pfingstrosen hatte ich schon am Samstag von einer Bekannten bekommen, die Montag nicht kommen konnte. Und dazu der herrliche Flieder und die anderen blühenden Büsche in unserem Garten und dahinter die Zierkirsche unserer Nachbarn.

Nach dem Abendessen schauten wir einen Film an, und kurz vor Mitternacht baute ich meinen Geburtstagstisch auf – wie jedes Jahr. Die Päckchen, Blumen, eine Kerze und die vielen Briefe, die gekommen waren. Um Mitternacht gab es ein Glas Sekt und das Geburtstagslied vom iPhone: „Wie schön dass Du geboren bist“ – wie jedes Jahr. Die ersten Glückwünsche trafen über das Internet ein.

Mein Mann und ich stießen mit den Sektgläsern an, später probierten wir die Pralinen. Er konnte nicht viel sagen, aber ich war glücklich, dass wir zusammen fröhlich waren. Und unsere Senta war natürlich auch dabei, die kennt das inzwischen schon, wenn Geburtstag ist. Schließlich hatte sie vor ein paar Tagen ja auch Geburtstag, sie ist zwei geworden. Voller Freude machte sie sich über das bunte Geschenkpapier her, nachdem ich die Päckchen ausgepackt hatte. Und eine Praline ergatterte sie auch.

Es war schon spät und wir waren auch etwas müde, als wir endlich im Bett waren. Ich hatte ja schon zwei Tage ohne Hilfe bei der Pflege hinter mir – die Pflegekräfte brauchen am Wochenende auch mal eine Auszeit, egal ob Geburtstag ist oder nicht. Schon früh wurde ich von dem Klicken der ersten eintreffenden SMS geweckt. Ich stand auf, holte ich mir ein Glas Wasser und eine Aspirin und beschloss, mich wieder hinzulegen. Senta wartete schon vor der Schlafzimmertür und wollte erst einmal ausgiebig schmusen.

Ich hatte mich gerade wieder hingelegt, als der erste Anruf kam. Und dann noch einer, ich wurde munterer und saß am Computer, wo ich über eine wahre Flut von Geburtstagsglückwünschen per Mail und in den verschiedenen Netzwerken staunte. Senta hatte inzwischen die Gelegenheit genutzt und war ins Schlafzimmer gegangen – sie saß ganz brav vor dem Bett meines Mannes.

Bis zu dem Moment, als ich mich wieder hinlegen wollte. Ein Satz und sie lag im Bett, zwischen uns beiden und streckte sich wohlig aus. Na ja, dachte ich, ist eben Frauchens Geburtstag, da muss der Hund es ja auch mal gut haben. Und später zog ich dann die Bettwäsche ab, denn Senta war vorher schon im Garten gewesen.

Es war ein schöner Vormittag, es kam Besuch, das Telefon klingelte, ich las Emails und elektronische Grußkarten, traf meine Nachbarn im Garten und kümmerte mich zwischendurch um meinen Mann, der ganz ruhig im Bad saß. Irgendwann saßen wir dann am Frühstückstisch, kurz darauf kamen meine Nachbarn. Wir schnitten die Geburtstagstorte an und redeten über neue Buchprojekte.

Am Nachmittag kehrte ein wenig Ruhe ein und ich freute mich an meinen neuen Büchern – natürlich passend zu meiner jetzigen Tätigkeit als Verlegerin. „Möchtest Du im Ruhestand nicht einfach mal nichts machen?“ hatte mich vor einiger Zeit eine Bekannte gefragt. Ruhestand? Was ist das? Ich bin doch erst 61 geworden – da kann ich noch viele schöne Bücher schreiben und produzieren. Das hatten mir übrigens auch viele Gratulanten gewünscht, dass ich weiterhin so kreativ sein und andere dazu anstiften kann. So lässt sich alles andere leichter tragen.

Und dann kam der Geburtstagsspaziergang – meien Nachbarin kam mit ihren beiden Hunden und holte mich und Senta ab. Wir wanderten fröhlich an den blühenden Rapsfeldern vorbei. Wie auf Bestellung kam dann auch noch die Sonne heraus. Mein Mann musste leider zu Hause bleiben, weil die Straße durch den Straßenbau derartig holprig ist, dass man nicht mit dem Rollstuhl drüber fahren kann. Er freute sich also über ein verlängertes Schläfchen.

Es war kein runder Geburtstag, ich brauchte keine vorherige wochenlange Planung und Vorbereitung, ganz entspannt und schön war es. Und an einem solchen Tag kommt man mal zum Nachdenken über das, was wirklich wesentlich ist. Das Zusammensein mit den Lieben – mein Mann und Senta – die in letzter Zeit oft auf mich verzichten mussten. Kaffeetrinken und Gespräche mit Freunden, ein schöner Spaziergang durch die herrliche Natur – was will man mehr? Das Leben ist schön!

Am Abend dann noch ein leckeres Essen und dann der Rest von dem Film, den wir beim Hineinfeiern angeschaut hatten. Ein wohliges Glücksgefühl machte sich bemerkbar, dazu eine angenehme Müdigkeit, anders als beim runden Geburtstag, an dem ich abends ganz ermattet gewesen war. Ist doch schön, so ein Tag, nur für mich. In meinen neuen Büchern habe ich allerdings immer noch nicht gelesen …

Rhythmusstörungen?! (2)

Zwei Tage nach unserem ausgefallenen Klinikbesuch wurde unser Lebensrhythmus wieder einmal „gestört“ – aber diesmal in einem äußerst positiven Sinne. Es erschien eine Annonce meines Verlages „Edition Forsbach“ im Fehmarnschen Tageblatt mit der Ankündigung der Buchpräsentation zu unserem neuen Fehmarnbuch. Die VR Bank Ostholstein hatte es auf eigenen Wunsch übernommen, die Buchpräsentation in Kooperation mit dem Verlag zu organisieren.

An diesem Tag bekam ich schon früh einen Anruf: Mit 65 Anmeldungen war die Buchpräsentation am kommenden Mittwoch, dem 17. April 2013, praktisch „ausgebucht“ – nur aufgrund der Einladungen, der Annonce im Reporter am Mittwoch und wahrscheinlich der Mundpropaganda.

Am nächsten Tag, dem Samstag, erschienen im Fehmarnschen Tageblatt und in den Lübecker Nachrichten große Artikel, in denen der Autor Willi Franck mit seinem Buch, der Verlag und mein Buch-Coaching dargestellt wurden. Denn das Buch ist in einem etwa einjährigen Buch-Coaching entstanden. Beide Artikel endeten mit einer Einladung zur Buchpräsentation, zu der man sich telefonisch anmelden sollte.

Am Samstag fuhr ich dann zum Einkaufen nach Landkirchen, während die Pflegerin bei meinem Mann blieb. Als ich gerade vom Bäcker kam, klingelte das Handy und die Buchhändlerin berichtete, dass sie keine Bücher mehr hätte. Dabei hatte ich erst am Vortag weitere Bücher in beide Buchhandlungen gebracht, weil der Buchverkauf sehr gut angelaufen war.

Was tun? Die restlichen vorhandenen Bücher sollten für die Buchpräsentation sein. Am Freitag hatte ich bereits eine zweite Auflage bestellt, aber die würde nicht bis Mittwoch da sein.

Es ist gut, dass ich nach der Hektik des Einkaufens immer ein paar Minuten Zeit zum Nachdenken habe: Auf der kleinen Straße zwischen Landkirchen und Neujellingsdorf, 2 km zwischen den Feldern.

Mir kam die Idee, eine Signierstunde in der Buchhandlung zu veranstalten, damit alle, die sich am Montag noch zur Buchpräsentation anmelden wollten, eine Alternative hätten. Die Buchhändlerin stimmte sogleich zu. Und dann ging es los: Neue Flyer drucken, die VR Bank informieren, Presseinformationen und Annoncen hinaus schicken – alles per Email und am Sonntag Nachmittag.

Eine gewaltige Rhythmusstörung war das! Der Sonntag ist für uns sonst der Tag, an dem niemand kommt und ich wieder mal Luft holen und Kraft schöpfen kann für die turbulente Woche mit vielen Terminen. Es riefen mich mehrere Bekannte an, die hofften, noch einen Platz bei der Buchpräsentation zu bekommen.

Viel Zeit ging dabei drauf, unser gewohnter Rhythmus war gestört. Mein Mann nahm das ziemlich gelassen, weil er merkte, dass ich glücklich angesichts der ganzen Entwicklung war. Auch Senta nahm das alles gelassen hin, auch wenn ich nicht jeden Tag mit ihr spazieren ging.

Turbulente Tage folgten, und unsere Helferinnen ließen uns nicht im Stich. Sie kamen öfter als sonst, denn ich möchte ja meinen Mann nicht lange alleine lassen. Ich fand sogar eine Helferin für den Buchverkauf bei der Veranstaltung. Ich fuhr nach Burg, um Willi Franck auf seine Lesung vorzubereiten. Das Telefon klingelte häufiger, ich druckte 70 Programme und überlegte mir meine eigenen Aufgaben.

Am Mittwoch fuhr ich dann mittags nach Burg, um Bücher, Computer, Beamer, Leinwand und alles Zubehör in die Bank zu bringen. Dort erfuhr ich, dass es inzwischen 72 Anmeldungen gab, man stellte noch fünfzehn Stühle zusätzlich auf. Also druckte ich noch Programme nach, als ich wieder zu Hause war.

Und wieder klappte alles nach dem vorüberlegten Zeitplan – mein Mann sollte dieses Mal zu Hause bleiben, um seine Ruhe zu haben. Die Buchpräsentation war ein großer Erfolg, alle Stühle waren besetzt, die Bank hatte Getränke und Schnittchen bereit gestellt. Und unsere Bücher wurden auch gut verkauft.

Viele Menschen sprachen mich an und gratulierten – es war eine tolle Stimmung. Alle waren zufrieden und glücklich, obwohl der gewohnte Lebensrhythmus in diesen Tagen ganz gewaltig „gestört“ worden war. Auch in den Tagen danach kamen Besucher und viele Anrufe, neue Projekte zeichnen sich ab.

Und so bin ich erst heute Abend – nach einer weiteren „Rhythmusstörung“ durch eine Geburtstagsfeier am Vormittag – dazu gekommen, diese beiden Blogs zu den „Rhythmusstörungen“ zu schreiben. Ich bitte alle Kommentatoren des letzten Blogs und die zahlreichen Mailschreiber um Verständnis, dass ich nicht jedem einzelnen antworten kann. Denn mein persönlicher Rhythmus verlangt einfach ab und zu nach ein paar Stunden Schlaf!

Das Buch von Willi Franck scheint übrigens der neue Bestseller in der Edition Forsbach zu werden!

Mein eigenes Buch „Der Traum vom eigenen Buch“ hatte ebenfalls einen sehr schwungvollen Start. Am 7. Mai werde ich dazu das nächste Webinar veranstalten. Am 26. Oktober findet das nächste Seminar zum Thema statt, die ersten Anmeldungen liegen bereits vor.

Ich wünsche Euch allen einen schönen Sonntag mit hoffentlich frühlingshaftem Wetter!

Wer ein Buch bestellen möchte: Hier geht es zur Homepage der Edition Forsbach

Wo ist die Musik? – oder: Neue Technologien

Heute morgen habe ich mal ein wenig länger geschlafen, nachdem wir gestern schon ein wenig früher ins Bett gegangen waren. Es war viel los gewesen in der letzten Woche, und nun wollte ich doch etwas für meine Gesundheit tun.

Senta erwartete mich wie gewohnt vor der Schlafzimmertür, um sich ausgiebig streicheln zu lassen. Ich merkte, dass meine Glieder etwas steif waren vom langen Liegen.
Da hatte ich die Idee, endlich mal wieder mit meinen Qi Gong-Übungen anzufangen. Ich stellte den Computer gar nicht erst an, denn ich hatte doch mein iPhone.

Doch wo war die Musik? Ich wusste den Titel nicht, aber er war auf der CD „Brigitte schön entspannt“ mit Yoga-Musik. Ich durchsuchte die Verzeichnisse Interpreten, Titel, Alben – wo war die Musik geblieben? Sie war doch sonst immer auf dem iPhone drauf. Sozusagen als ständige Entspannungsmöglichkeit und Untermalung für mein Qi Gong-Kurzprogramm am Morgen.

Also startete ich den iMac, wo die Musik gespeichert sein müsste. Ich öffnete iTunes und staunte nicht schlecht:
Was war denn das? So hatte ich iTunes ja noch nie gesehen. Völlig verändert.

Über die Suchfunktion fand ich meine Musik, und wollte sie mal schnell auf das iPhone überspielen. Aber wie???
Der ganze Bildschirm sah völlig unübersichtlich aus, irgendwo rechts oben fand ich „iPhone“ – aber meine Musik fand ich in den vielen Listen nicht.

Ich startete die Musik also über den iMac und wollte mit meinen Übungen beginnen.
Senta fand das ziemlich komisch – sie stupste mich immer wieder und wollte endlich mehr gestreichelt werden. Dazu legt sie sich immer der Länge nach auf den Rücken und kuschelt mit mir, aber ich muss das auch schaffen, mich nach unten zu beugen.

Ich war unruhig wegen des völlig veränderten iTunes – ja, neulich hatte es mal eine Software-Aktualisierung gegeben. Vor dem Jahresende war schon immer gefragt worden, ob man iTunes aktualisieren wollte. Aber da war das Internet, das wir hier auf dem Dorf über Funk empfangen, derartig langsam geworden, dass ich auf den Download verzichtet hatte. Vorgestern hatte ich dann zugestimmt – und nun das!!

Ich googelte, um zu erfahren, wie man den „Spaltenbrowser“ herstellen konnte – das Wort hatte ich gefunden, aber das Erscheinungsbild von iTunes veränderte sich kein bisschen. Meinen die Softwarehersteller eigentlich, dass man bei jeder neuen Programmversion erst einmal neugierig schaut, was es alles Neues gibt? Vielleicht sich noch ein passendes Buch dazu kauft? iTunes brauche ich nur für die Musikverwaltung und zum Anhören meiner Musik, der Rest ist ziemlich uninteressant für mich.

Bei Google fand ich mehrere passende Tipps und habe mir iTunes wieder wie gewohnt eingerichtet. Offenbar war ich nicht die Einzige, die lieber das gewohnte Erscheinungsbild beibehalten wollte. Das neue war vielleicht schön gemacht, aber völlig unübersichtlich.

Zu meinen Qi Gong-Übungen hatte ich danach keine Lust mehr, auch war schon so viel Zeit vergangen, dass ich mich beeilen musste, um noch schnell die letzten Einkäufe im Nachbardorf erledigen zu können.

Während der kurzen Fahrt über die kleine Straße zwischen den weiten Feldern nach Landkirchen dachte ich noch einmal nach – ist es ein Zeichen des Älterwerdens, dass man nicht mehr jede Veränderung im Computerbereich mitmachen möchte? Oder bin ich einfach nur enttäuscht, weil ich vor fünf Jahren voller Euphorie von Windows auf Apple umgestiegen war? Damals hatte ich die Einfachheit aller Anwendungen so sehr genossen. Aber inzwischen …

Ein wenig enttäuscht war ich auch, als ich neulich hörte, dass auf dem alten iPhone 3G, das ich einem jungen Mädchen verkauft hatte, die aktualisierten Apps pünktlich ab dem Jahreswechsel nicht mehr funktionierten. Apple hat einfach das Betriebssystem nicht mehr entsprechend aktualisiert. Das fand ich nach einigem Googeln. Das junge Mädchen überlegt jetzt, wie sie ein neues iPhone finanzieren soll. Dabei würde das alte durchaus noch einige Jahre funktionieren!

Soll man nun gar nicht mehr aktualisieren? Das wäre sicher der falsche Weg, vor allem hätte man dann bald einige neue Softwareprobleme. Auch bei Apple, denn die anfänglich erlebte Einfachheit gibt es da auch nicht mehr. Ich bin gespannt, wie sich Windows inzwischen entwickelt hat.

Je älter ich werde, desto mehr Einfachheit strebe ich an. Es ist doch wichtig, dass man in einer immer komplexer werdenden Welt seine eigene kleine einfache Realität hat. Das wirkt gegen Stress, spart Zeit und gibt Sicherheit, weil man die alltäglichen Abläufe nicht dauernd verändern und hinterfragen muss.

Es gibt schon durch unser Leben, durch Krankheit und Pflegebedürftigkeit meines Mannes, durch den Hund und die beiden Katzen genügend Notwendigkeiten der Veränderung.
Da muss es doch nicht beim Abspielen meiner gewohnten Qi Gong-Musik sein?

Morgen werde ich dann mit den Übungen beginnen – um vom Computerstress zu entspannen.

Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag!

Übrigens: Die Kätzchen lieben den Computer!!