Senta on Tour – 2. Teil 2017

Am 16. August 2017 schrieb ich einen Blogartikel zum ersten Jahrestag unserer ersten gemeinsamen Reise: Denn ein Jahr zuvor war Senta zum ersten Mal im Auto mitgefahren. José Arce, der Mensch-Hunde-Therapeut aus Mallorca, war am 2./3. August 2016 zu uns nach Fehmarn gekommen und hatte uns in einem persönlichen Workshop all das beigebracht, was wir brauchten, damit Senta im Auto mitfuhr. Und nun begann eine Zeit des freudigen Reisens. Im letzten Blogartikel habe ich mich auf die Reisen im Jahr 2016 beschränkt, nun folgen noch einige Erinnerungen an Reisen im Jahr 2017.

Inzwischen ist Senta der perfekte Verlagshund geworden. Im Januar 2017 aber unternahmen wir unsere erste gemeinsame Reise nach Dinslaken, wo ich früher gewohnt habe. Wir besuchten unsere Freunde und das Grab meiner Mutter.

Senta legte sich dorthin, als wäre es ihr ganz vertraut. Und ich dachte wieder einmal daran, dass ich mir oft vorgestellt hatte, meine Mutter sei in Gestalt von Senta wieder zu mir gekommen. Wir besuchten dann meinen ehemaligen Deutsch-, Philosophie- und Englischlehrer und späteren Schulleiter, Dr. Hermann Heyder in Xanten, und verlebten einen schönen Tag zusammen. Das Foto, das vor dem gemeinsamen Mittagessen mit seinem Sohn und seiner Tochter entstanden ist, ist das letzte Foto von ihm – denn er starb im März 2017 kurz nach seinem 95. Geburtstag. Und ich fuhr mit Senta am 30. März 2017 zu seiner Beerdigung nach Xanten. Eine Ära war zu Ende gegangen, und wir besuchten wieder unsere Freunde in Dinslaken, denn dieser Tag war gleichzeitig der 16. Hochzeitstag von meinem Mann und mir – und unsere Freunde waren unsere Trauzeugen gewesen. Auf dem Rückweg von Xanten nach Dinslaken war ich mit Senta an dem Restaurant „Die Arche“ in Götterswickerhamm, wo wir 16 Jahre zuvor unsere Hochzeit gefeiert hatten.

Das war nun schon der eher private Teil dieses Blogartikels. Ansonsten ist Senta mit mir oft in ihrer Funktion als Verlagsmaskottchen unterwegs gewesen: zum ersten Male Anfang Februar, als wir unsere erste Buchvorstellung im Literaturhaus Berlin durchführten, bei der unsere Autorin Barbara Messer aus ihrem Buch „Mein Weg über die Alpen“ las. Senta war natürlich dabei, und viele Freunde, die ich eingeladen hatte, waren auch wegen Senta gekommen.

Am nächsten Tag waren wir dann an dem Ort, wo ich vor 12 Jahren promoviert worden war: an der Universität der Künste auf der Bundesallee.

Etwas später waren wir dann auch noch mit unserer Freundin Verena Ullmann dort, die dieses Foto für uns machte:

Ja, und dann gingen wir alle drei tatsächlich auf den berühmten Kurfürstendamm!! Da waren wir so begeistert, dass wir gar kein Foto aufgenommen haben! Aber als wir zurück auf unsere Insel kamen, da ging es natürlich erst einmal zum Strand.

Nun kam das Frühjahr mit unserer zweiten Fahrt an den Niederrhein, und wir fuhren fast täglich zum Strand. Es fanden etliche Buchcoachings und das Autorenseminar statt – und Senta war immer dabei.

Und dann kam ein ganz großes Ereignis in unserer Verlagsgeschichte: die Lesereise mit unserem japanischen Autor Dr. Yusuke Yahagi und seiner Frau April aus Victoria/Texas, der seinen Roman „Der Austauschsoldat“ in Berlin, Fehmarn, Hamburg, Bad Ems, Köln und Bamberg vorstellte. Und wiederum war Senta immer dabei.

Fröhliche Tage auf Fehmarn – natürlich auch am Strand:

Ende der Lesereise in Bamberg …

… und ein fröhliches Treffen am Gabelmoo

Und danach dann meine fröhliche Geburtstagsfeier in Bamberg – zusammen mit unserer Freundin Verena Ullmann. Hier der Blog „Geburtstag“

Es war eine schöne Reise, und am Tag danach entstand eines unserer schönsten Fotos – am Südstrand von Fehmarn:

Dieses Foto habe ich ausgewählt als Autorenfoto im neuesten Kalender „Senta & Mee(h)r 2018“, der gerade erschienen ist. Er enthält die schönsten Aufnahmen von Senta an den Stränden Fehmarns – denn dort waren wir am meisten unterwegs, seit Senta im August 2016 gelernt hat, im Auto mitzufahren. Viele Freunde auf Facebook freuen sich täglich über die Fotos von Senta an den Stränden Fehmarns. So entstand dieser Tischkalender mit den schönsten Aufnahmen in den Farben und Stimmungen des Jahres.

Hier können Sie den Kalender für nur 8,90 €  bestellen und die einzelnen Kalenderblätter anschauen.

Ich füge hier meine Lieblingsbilder ein:

Im September waren wir wieder in Armentarola, aber dazu habe ich ja schon einen gesonderten Blogartikel geschrieben: Herbstblues – Reise nach Armentarola

Und im Oktober haben wir wieder eine Geschätsreise unternommen – zum Business-Workshop von Dr. Renée Moore in Heidelberg. Dort waren Hunde sehr willkommen, weil auch Dr. Renée Moore ihren Hund dabei hatte.

Der Bestseller-Autor und Ehepartner von Dr. Renée Moore, Professor Lothar Seiwert, war höchstpersönlicher CDO (Chief Dog Officer) für die drei anwesenden „Seminarhunde“. Und als unsere „jüngste“ Autorin Gisa Börschel ihr Buchmanuskript im Beisein der beiden „Paten“ Dr. Renée Moore und Prof. Lothar Seiwert abgab, war Senta natürlich auch wieder dabei.

Am nächsten Morgen entstand wieder ein schönes Foto vor dem Hotel:

Liebe Leserinnen und Leser, dies ist nur ein kleiner Ausschnitt aus allen unseren Erlebnissen mit „Senta on Tour“ im Jahr 2017. Fast täglich besuchen wir die Strände Fehmarns, und die schönsten Bilder davon haben wir nun erstmalig in dem Kalender „Senta & Mee(h)r“ veröffentlicht, den Sie sich zu Hause an einen besonders schönen Ort stellen können.

Bestellen Sie diesen Tisch-Kalender DIN A5 – es gibt nur eine Auflage von 100 Stück. Hier noch einmal der Link zur Verlagswebsite: https://www.edition-forsbach.de/beate-forsbach/152/senta-mee-h-r-2018-fotokalender-din-a5

Ich freue mich, wenn ich Ihnen mit diesem Blogartikel und mit den Fotos von Senta eine Freude machen konnte. Denn glücklich machen macht glücklich! Und so freue ich mich  schon heute über all die freudigen Rückmeldungen derjenigen, die den Kalender bereits haben und sich darüber freuen, die glückliche Senta am Strand zu sehen.

Ich grüße Sie herzlich von der Sonneninsel Fehmarn,

Ihre Beate Forsbach mit Senta

Erinnerungen – Leben ist jetzt und hier

Heute Vormittag war ich mit meiner Berner Sennenhündin Senta am Strand von Fehmarnsund. Es war eine ganz eigenartige Atmosphäre – die Vormittagssonne leuchtete golden auf dem Meer. Eigentlich hatte ich so etwas noch nie gesehen, wir genossen es beide sehr. Senta wollte mal wieder nicht zurück nach Hause. Sie spürt es irgendwie, jede ganz besondere Situation.

Vor zwei Tagen, am Sonntag, hatte ich daran gedacht, dass ich vor 40 Jahren erstmals nach Fehmarn gekommen war und hier einen sonnigen Herbsturlaub zusammen mit meiner Mutter verlebt hatte. Diese Woche fahre ich mit Senta auf den damaligen Spuren kreuz und quer über die Insel, die wunderschön im Licht der Oktobersonne leuchtet. So waren wir also heute Vormittag in Fehmarnsund, an einem der ersten Strände, die ich damals mit meiner Mutter besucht hatte.

Ich weiß nicht warum, aber ich sagte plötzlich zu Senta: Wir wollen alles sofort machen, was wir wichtig finden. Wir schieben nichts auf. Und mir kam plötzlich diese Geschichte von der letzten Fahrt über die Ostsee mit meiner Mutter in den Sinn. Wann war das noch gewesen? Mein Blog hat es mir verraten: am 14. Oktober 1997 – also genau vor zwanzig Jahren, an einem Dienstag so wie heute.

Diese Geschichte von der letzten Fahrt über die Ostsee mit meiner Mutter ist in meinem Buch „Strandallee – Ein Weg zum Glück“ enthalten.

Für alle, die meine Mutter kannten, und auch für meine vielen Freunde, die sie nicht kennengelernt haben, veröffentliche ich hier noch einmal die Geschichte „Abschied für immer“, die ich am 14. Oktober 2010 geschrieben hatte.

Abschied für immer
In den Herbstferien 1997 fuhr ich mit meiner Mutter für neun Tage nach Fehmarn. Ich war lange krank gewesen, und wir freuten uns auf einen geruhsamen Urlaub auf Fehmarn. Unterwegs hörten wir im Radio Unwetterwarnungen, man sollte die Fahrt möglichst unterbrechen. Wir aber wollten unbedingt auf Fehmarn ankommen, war ich doch nach der letzten Schulstunde losgefahren, um keine Minute dieser Ferien zu versäumen.

Und so fuhren wir am späten Abend bei einem heftigen Orkan über die Fehmarnsundbrücke. Am Südstrand konnte ich kaum die Autotüren aufmachen, um meiner Mutter hinaus zu helfen, so sehr blies der Sturm.

Nach ein paar Tagen hatten wir uns ausgeruht. Der 14. Oktober 1997 war ein herrlich sonniger Herbsttag, der Himmel war wolkenlos, die Ostsee ganz glatt und blau. Nach dem Frühstück beschlossen wir, diesen herrlichen Tag auszunutzen und eine Schiffsfahrt zu machen.

Meine Mutter liebte die Fahrten mit den Dampfern aus dem Hafen Burgstaaken, den sogenannten „Butterschiffen“. Man fuhr damit für ganz kleines Fahrgeld mehrere Stunden rund um die Insel, konnte dabei zollfrei einkaufen und lecker essen. Mein Anruf im Hafen ergab, dass das Schiff an diesem Nachmittag restlos ausgebucht war. Statt enttäuscht zu sein, überlegten wir, wie wir trotzdem eine Schiffsfahrt machen könnten.

Die große Fähre nach Dänemark mochten wir nicht so sehr, und so schlug ich vor, eine Fahrt mit dem neuen Tragflügelboot quer über die Ostsee nach Warnemünde zu machen. Es hatte erst im Sommer seinen Betrieb aufgenommen, aber wir waren noch nicht damit gefahren, weil die Fahrkarten recht teuer waren. Meine Mutter musste sparsam sein, ihre Rente war nicht allzu hoch, und sie ließ sich nicht gerne von mir einladen. Angesichts des wundervollen Oktobertages fragte ich nicht lange und bestellte zwei Fahrkarten für den Nachmittag.

Kurz vor der Abfahrt machte ich ein Foto von meiner Mutter im Hafen Burgstaaken. Sie liebte die Ostsee über alles, denn sie war in Danzig geboren und aufgewachsen. Seit 20 Jahren kamen wir schon zusammen nach Fehmarn, zuerst in den Herbstferien, später zu jeder Jahreszeit. Meine Mutter hat viele Bilder von dieser schönen Insel gemalt, die sie so sehr an ihre verlorene Heimat erinnerte.

Mutti97An diesem unglaublich herrlichen Tag machten wir also eine Schiffsfahrt nach Warnemünde. Dort hängte meine Mutter sich schwer an meinen Arm, und wir betraten eines der schönen Restaurants am Hafen. Ich war ein wenig traurig, weil meine Mutter nicht mit mir spazieren gehen konnte. Als ich hinaus ging, sah ich einen wunderschönen Regenbogen, den ich für meine Mutter fotografierte. Abends fuhren wir mit dem schnellen Tragflügelboot über die Ostsee zurück nach Fehmarn.

Es war ein wundervoller Tag. Wir hatten etwas getan, was wir sonst nicht gemacht hätten: Wir hatten uns eine schöne Schiffsfahrt über die Ostsee geleistet. Damals kannte ich mein heutiges Motto noch nicht, aber wir lebten danach:

„Glück kann man nicht auf morgen verschieben – 
Leben ist jetzt und hier.“

Als wir am Ende der Herbstferien über die Strandallee nach Hause fuhren, ahnte ich nicht, dass es diesmal ein Abschied für immer sein würde. Aber anders, als man denken könnte. Vier Wochen nach dem schönen Ostsee-Ausflug war meine Mutter tot, sie starb am 11. November 1997 an einem zweiten Herzinfarkt, nachdem sie drei Tage zuvor den ersten Herzinfarkt überlebt hatte. Ich hatte nicht damit gerechnet, denn sie lag ja im Krankenhaus, war gerade von der Intensivstation auf die normale Station gebracht worden.

Am Abend dieses Tages, an dem im Rheinland der Karneval beginnt, erleuchtete ein großes Feuerwerk den Himmel über Dinslaken, mit dem die Martinikirmes ihren Abschluss fand. Für mich endete an diesem Abend ein Lebensabschnitt von über 45 Jahren. Meine Mutter war tot, nun hieß es Abschied nehmen.

Das Foto im Hafen Burgstaaken war das letzte, das ich von meiner Mutter aufgenommen hatte. In den Tagen vor der Beerdigung ließ ich es kopieren und rahmte es ein, um es einigen nahestehenden Menschen zu schenken.

Als Erinnerung an einen wunderschönen Herbsttag an der Ostsee und an eine großartige Frau, die mit Optimismus, Herzlichkeit und Humor ihr Leben gemeistert hat. Sie hat mir durch ihr Vorbild Liebe und Kraft für ein ganzes Leben gegeben. Und durch sie habe ich wohl auch meine Liebe zur Ostsee und zur Insel Fehmarn gefunden.

Strandallee 47Aus meinem Buch: Strandallee – Ein Weg zum Glück. Geschichten und Bilder von der Sonneninsel Fehmarn. 2. Aufl., Edition Forsbach 2013, S. 45-47

In den letzten Tagen war ich in Gedanken mehrfach in dem Herbsturlaub vor 40 Jahren gewesen, aber auch in der Zeit vor fast 20 Jahren, als ich mit meinem Mann Hans Christian – nach dem Tod meiner Mutter – erstmals hier auf der Insel war. Die Wege, die ich nun mit meiner Senta gehe, bin ich mit ihm und viele Jahre zuvor auch mit meiner Mutter gegangen.

Dieses eigenartige orangegelbe Sonnenlicht über dem Meer heute Vormittag ließ meine Gedanken in eine andere Dimension gleiten – das Segelboot in der Ferne erinnerte mich daran, dass ich an dieser Stelle am Meer immer wieder mit Senta hinüberwinke ins Reich jenseits des Horizontes, in dem meine Mutter, mein Mann, Senta Mama, Louise Hay und noch einige andere liebe Verstorbene inzwischen sind.

Und ganz klar mein Gedanke: Wir schieben nichts auf. Denn es gilt:

„Glück kann man nicht auf morgen verschieben – 
Leben ist jetzt und hier.“

Wir wissen niemals, wann es das letzte Mal sein wird, dass wir uns sehen. Lasst uns unsere Zeit genießen, so wie wir sie erleben. Lasst uns niemals etwas aufschieben, was uns heute wichtig erscheint. Denn Leben ist jetzt und hier. Und ich bin von Liebe umgeben. Alles ist gut.

40 Jahre: Meine Trauminsel Fehmarn

Heute ist ein besonderer Tag für mich: vor 40 Jahren bin ich zum ersten Mal auf meine „Trauminsel“ gekommen!

Zur Feier des Tages fuhr ich heute mit Senta quer über die Insel zu einem Strand, wo wir noch nie zusammen gewesen sind: nach Staberhuk. Hier hat übrigens der Maler Ernst-Ludwig Kirchner vor über 100 Jahren vier Sommer verlebt und einen großen Teil seiner berühmten Bilder gemalt.

Wir machten einen langen Spaziergang – zuerst am Strand entlang, dann oben auf der Steilküste, und zum Schluss nochmal zum Strand, wo Senta badete und sich ausruhte.

Auf der Rückfahrt leuchtete unsere Insel in der Oktobersonne, auch in Neujellingsdorf war es wunderschön.

Heute habe ich das alte Fotoalbum angeschaut, von diesem ersten Herbsturlaub auf Fehmarn. Ich sah mich und meine Mama im Strandkorb am Strand von Fehmarnsund, uns beide auf der Fähre nach Dänemark.

Vor allem sah ich Fotos vom Meer und von den herrlichen Sonnenuntergängen – vom Sternenhimmel gibt es keine Fotos, aber der hat mich damals besonders beeindruckt.

Die Geschichte von meiner Trauminsel habe ich in dem Sammelband „Inselgeschichten“ veröffentlicht, der im Dezember 2014 in der Edition Forsbach erschienen ist. Hier schreibe ich sie noch einmal auf und biete sie zum Download  an:

Meine Trauminsel

Es war im Herbst 1977, vor über 37 Jahren, als ich zum ersten Male von meiner Trauminsel erfuhr. Eine winzige Anzeige in der NRZ (Neue Ruhr Zeitung) warb für Ferienwohnungen auf der Insel Fehmarn – am Südstrand, im IFA-Hotel. Es war ein günstiges Sonderangebot, das ich mit meiner Mutter für eine Woche Herbstferien buchte.

Zuvor hatten wir uns im Lexikon informiert: Fehmarn war damals die einzige deutsche Ostseeinsel innerhalb der Bundesrepublik, und man konnte dorthin gelangen, ohne eine Fähre zu benutzen. Es gab nämlich seit 1963 die Fehmarnsund-Brücke, die die Insel mit dem Festland verband. Man fuhr auf der „Vogelfluglinie“ dorthin, das ist die kürzeste Eisenbahn- und Straßenverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen.

Da mich im Frühjahr und Herbst immer starke Erkältungen plagten, kamen wir auf die Idee, im Herbst an die Ostsee zu fahren. Ich stellte mir das kalt und ungemütlich vor, und so packte ich warme Pullover, Mützen, Schals und Handschuhe ein. Nie hätte ich gedacht, dass die Sonne und das Wasser im Oktober noch so warm waren. An schönen Tagen badeten sogar noch einige Menschen.

Damals flog man im Herbst lieber auf die Kanaren, um noch ein wenig Sonne zu tanken vor dem langen Winter, der bei uns am Niederrhein vor allem dunkel und regnerisch war. Urlaub an der Ostsee war höchstens etwas für den Sommer.

In den Weihnachtsferien fuhren wir immer in die Berge, nach Seefeld in Tirol, um bei Schnee, blauem Himmel und Sonnenschein Ski zu laufen und vor allem die Stimmung wieder aufzuhellen. „Seefeld-Wetter“ nannten wir das, wenn die Sonne vom wolkenlosen tiefblauen Himmel strahlte.

In diesem Herbst aber hatten wir die Sonneninsel Fehmarn entdeckt, die uns mit ihren verschiedenen Strandformationen und den 40 Dörfern begeisterte. Wir fuhren kreuz und quer über die Insel, wo es damals nur wenig Gastronomie gab. Im Auto hatten wir ein Verzeichnis des Tourismusbüros mit den Adressen der Lokale und Cafés, die im Oktober noch geöffnet hatten.

Es war ein erholsamer Urlaub, den wir in den kommenden Jahren jeweils im Oktober wiederholten. Ich kann mich noch erinnern, welche Faszination der klare blaue Himmel mit dem Sonnenschein hatte – am Niederrhein war es damals eher bedeckt, die Luft war nicht so rein wie heute. Denn in der unmittelbaren Nachbarschaft gab es Zechen und Industriegebiete – in Duisburg, Oberhausen und dem angrenzenden Ruhrgebiet.

Meine Fotoalben dieser ersten Urlaube enthalten fast nur Fotos vom weiten Meer und von wunderschönen Sonnenuntergängen. So etwas hatte ich bis dahin nicht gekannt. Ganz besonders fasziniert war ich von dem herrlichen Sternenhimmel – ein Eindruck, den ich nie wieder vergessen konnte.

Wir fuhren oft mit den Fähren über die Ostsee nach Dänemark und mit den sogenannten Butterschiffen rund um die Insel. Einmal pro Woche gab es eine Abendfahrt mit Musik und leckerem maritimen Abendessen. Auf den Fähren gab es damals das berühmte skandinavische Buffet, das man vor allem dann auskosten konnte, wenn man nicht in Dänemark an Land ging, sondern sitzenblieb, um mit derselben Fähre nach Fehmarn zurückzukehren. Natürlich konnte man auch zollfrei einkaufen, das lohnte sich damals noch: Zigaretten, Parfümerie und Alkohol, aber auch skandinavische Fischkonserven und Süßigkeiten waren begehrte Artikel.

Wir fuhren dann später auch in anderen Ferien nach Fehmarn, zu Ostern, Pfingsten, über verlängerte Wochenenden, und irgendwann dann auch im Sommer. 1993 kaufte ich eine winzige Strandwohnung am Südstrand, mit Blick auf die Ostsee und zur anderen Seite zur Fehmarnsundbrücke hin. Hier verbrachten wir später sogar die Weihnachtsferien. Denn auf Fehmarn war es genau so schön wie in Seefeld – nur die Berge fehlten. Blauen Himmel und Sonnenschein hatten wir hier genug, allerdings nicht immer Schnee.

Fehmarn war damals der Ort mit der längsten Sonnenscheindauer und den wenigsten Regentagen in der deutschen Bundesrepublik. Daher hatte sich der Name „Sonneninsel“ schnell verbreitet. Jahr für Jahr kamen immer mehr Touristen nach Fehmarn, auch als nach der deutschen Wende die Inseln Rügen und Usedom den ersten Platz einnahmen in der Hitliste der Orte mit der längsten Sonnenscheindauer.

Wie aber wurde Fehmarn meine Trauminsel? Eigentlich ist es mir erst vor kurzem klar geworden, als ich über meine „Inselgeschichte“ für dieses Buch nachdachte. Ich fand nämlich ein selbst gemaltes Ölbild wieder, das ich „Die Trauminsel“ genannt hatte. Ich hatte es 1978 gemalt, nur einige Monate, nachdem ich Fehmarn zum ersten Male besucht hatte.

Ich habe nur wenige Bilder gemalt. Damals hatte ich es meiner Mutter nachgemacht, die mit 56 Jahren angefangen hatte zu malen und dann fast 20 Jahre lang viele schöne Bilder gemalt hatte. Als angehende Lehrerin mit großen Plänen für das musikalische Leben an meiner Schule hatte ich keine Zeit für solche langwierigen Tätigkeiten. Trotzdem zeigt eines meiner wenigen Bilder meine „Trauminsel“.

Im Sommer 2010 spürte ich immer wieder meinen Gefühlen nach, die mich auf Fehmarn meine Heimat finden ließen. Mein Mann war krank und wir wollten unseren gewählten Alterswohnsitz Bamberg aufgeben, weil das Hin- und Herfahren zu beschwerlich geworden war. Für mich war es sonnenklar, dass wir nach Fehmarn zogen – auch mein Mann wollte das. Er fühlte sich hier sehr wohl, seit er das erste Mal zu Silvester 1997 mit mir hier gewesen war. Er liebte die kleine Wohnung, den Blick aufs Meer, das Farbenspiel des Himmels und das Möwengeschrei.

Aber woher kamen meine starken Gefühle für dieses Land in der Ostsee? Ich war 1952 in Weddinghusen bei Heide, in der Nähe der Nordsee geboren, von dort aber war unsere Familie 1955 an den Niederrhein gezogen. Nichts hatte mich all die Jahre dort wieder hingezogen. Einmal wollte ich mit meiner Mutter von Fehmarn aus dorthin, aber an dem Tag herrschte dichter Nebel und wir verschoben die Reise – auf den Nimmerleinstag. Auch meine Mutter hatte keine Sehnsucht nach dieser Gegend gehabt, in der sie nach Kriegsende einige schwere Jahre verbracht hatte. Und da sich meine Eltern 1971 getrennt hatten, gab es auch keine Kontakte zu Verwandten in Dithmarschen mehr. Bei einem Besuch im Jahre 2005 fuhr ich mit meinem Mann nach Weddinghusen, aber heimatliche Gefühle überkamen mich da nicht. Ich war allerdings überrascht, dass ich mein Geburtshaus nach über 40 Jahren sofort wieder erkannte.

Nun, meine Mutter kam aus Danzig. Sie war im Januar 1945 mit meinem ältesten Bruder Karsten über die Ostsee nach Dithmarschen geflohen. Von ihrem Flüchtlingsschiff aus hatte sie zugesehen, wie die „Wilhelm Gustloff“ mit Tausenden von Menschen an Bord in der Ostsee versank. Sie aber hatte ihr Baby in einer Tragetasche dabei, die ihr Vater ihr extra für diesen Zweck angefertigt hatte. In dem strengen holsteinischen Winter landete sie bei den Schwiegereltern in Lunden. Schon das waren keine besonders schönen Erinnerungen für sie, weil „Flüchtlinge“ dort nicht besonders beliebt waren. Auch hatte meine Mutter in der Großstadt gelebt und kannte das Landleben nicht.

Meine Eltern bekamen ein reetgedecktes Haus auf dem Lande, in Weddinghusen, wo 1947 mein zweiter Bruder Wolfgang zur Welt kam. Kurz darauf starb mein ältester Bruder mit nur drei Jahren an Diphterie. Er wurde auf dem Kirchhof in Weddingstedt beerdigt. Ich kann mich noch an ein kleines Foto von einem blumenbedeckten Grab erinnern, das meine Mutter damals oft angesehen hatte. Und bis zu ihrem Tode hing das Porträt des dreijährigen Karsten in ihrem Schlafzimmer – gleich neben einem Bild von der Danziger Marienkirche.

Auf Fehmarn fühlte meine Mutter sich an ihre Heimat erinnert. Sie hatte mir immer wieder von den wundervollen Sommern an der Ostsee erzählt, von den Fischräuchereien auf der Halbinsel Hela, und von den strengen Wintern, wenn sie auf den zugefrorenen Flüssen Schlittschuh gelaufen ist. 1973 dann ermöglichte es die deutsche Politik, dass man Danzig wieder ungehindert besuchen konnte. Da meine Mutter nicht mit mir quer durch Polen reisen wollte, wählten wir den Weg über die Ostsee: Von Travemünde aus fuhren wir mit einem großen Schiff bis nach Gdingen, dem großen Hafen bei Danzig. Und dann verbrachten wir einen wunderschönen Ostseeurlaub in Zoppot, dem einst so prächtigen Seebad.

Es war ein herrlicher Sommer, und ich habe damals diese Landschaft mit dem milden Ostseeklima lieben gelernt. Natürlich hat mir meine Mutter auch viel davon erzählt, wie sie als Kind und junges Mädchen schon früh im Jahr das erste Bad in der noch kalten Ostsee genommen hatte, und dann im Spätherbst immer noch baden konnte. Die Ostsee ist ja ein Binnenmeer und kühlt nach einem schönen Sommer nicht so schnell ab. Deshalb ist sie auch selten zugefroren. Meine Mutter fuhr mit mir nach Hela und wir aßen frisch geräucherten Fisch – so etwas kannte ich bis dahin gar nicht. Denn am Niederrhein gab es zwar auch geräucherten und frischen Fisch, aber meine Mutter und meine Großmutter sagten immer, der rieche so modrig. Und so aßen wir ihn nicht. Erst im Sommer 1973 ich erfuhr, wie gut Scholle und Dorsch schmeckten, wenn sie gerade erst in der Ostsee gefangen worden waren.

Natürlich haben wir in diesem Urlaub auch historische Plätze besucht, die im Leben meiner Mutter wichtig gewesen waren: ihr Geburtshaus in Danzig-Langfuhr, ein Orgelkonzert in der Kirche von Oliva, die Danziger Marienkirche, die Marienburg und vieles mehr.

Die unmittelbaren Erfahrungen des Ostseeklimas, den klaren Sommerhimmel und das sanfte Rauschen der Ostsee aber behielt ich für immer in meinem Herzen. Als wir vier Jahre später nach Fehmarn kamen, sind diese Erinnerungen wohl direkt wieder in mir wach geworden: Wir aßen frischen Fisch, holten uns frisch geräucherte Aale, Makrelen, Schillerlocken und Heringe direkt aus der Räucherei. Und wir genossen die herrlichen Naturstrände rund um die Insel.

Nicht nur mein selbst gemaltes Bild zeigt mir, dass Fehmarn dazu bestimmt war, meine Trauminsel zu werden. Neulich stand in der Heimatzeitung, dass ein Containerschiff auf der Reise von Travemünde nach Gdingen an Fehmarn vorbei gefahren war. Der Reporter hatte das Schiff von der Insel aus fotografiert. Und da ging mir auf, dass ich meine spätere Trauminsel Fehmarn bestimmt schon in jenem Sommer 1973 aus der Ferne gesehen hatte, als ich mit meiner Mutter die kleine Ostseekreuzfahrt von Travemünde nach Gdingen und wieder zurück gemacht hatte.

Das Wohlgefühl, das mich auf Fehmarn vom ersten Moment an erfüllt hatte, beruhte also auf einem realen „Déjà-Vu“, einem „Schon-mal-gesehen-haben“. Da war eine Insel am Horizont erschienen, eben eine „Trauminsel“, die erst vier Jahre später zu einer realen Erfahrung wurde. Und die noch einmal über 30 Jahre später meine Heimat wurde.

In meinem Blog schrieb ich im Oktober 2009:

Eine Freundin begrüßte uns mit den Worten, dass wir nach langer stürmischer „Seefahrt“ endlich in den Heimathafen einlaufen. … Ja, es ist wie die Ankunft im Heimathafen nach einer langen Reise. Diese Fahrt nach Fehmarn entstand einfach aus einer Laune, einem Gefühl. Wir dachten doch, dass wir im Sommer zurück gekommen wären. Die alte Wohnung in Bamberg ist für uns keine Heimat mehr – die neue noch nicht. Und so ist Fehmarn, unsere kleine vertraute Wohnung hier, eine Art Rückzugsgebiet.

Als wir über die Strandallee zum Südstrand fuhren und auf die Fehmarnsundbrücke im Licht der untergehenden Sonne schauten – das war einfach schön. Ich sagte mir: Niemals aufgeben – man soll niemals seine Träume aufgeben!

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Das Bild von meiner Trauminsel zeigt ein wenig von dem, was mir Fehmarn immer bedeutet hat und heute noch bedeutet: eine grüne Insel im blauen Meer, mit Fischerbooten und dem herrlich blauen Himmel mit Sonnenschein. Zwar zeigt das Bild nicht die Strandallee, aber in meinem späteren Buch „Strandallee – Ein Weg zum Glück“ habe ich 2010 geschrieben:

Über die Strandallee habe ich einen Weg zum Glück gefunden – ich war hier in den Ferien, erst im Herbst, dann zu Ostern, Pfingsten und schließlich im Sommer. Ich habe hier viele liebe Menschen kennen gelernt, von der Insel und vom Festland. Und irgendwann habe ich eine Wohnung am Südstrand, in Burgtiefe, gekauft, um hier eines Tages – nach meiner Pensionierung – einige Wochen im Jahr leben zu können.

Inzwischen nutzen mein Mann und ich die kleine Wohnung schon seit acht Jahren als Zweitwohnsitz, und wir fühlen uns immer heimischer, jedes Mal, wenn wir wieder hier sind. Hier in unserer winzigen Wohnung am Südstrand ist mein Lieblingsarbeitsplatz, wo ich mit Blick auf die unendliche Weite des Meeres und das Farbenspiel des Himmels große Teile meiner Manuskripte geschrieben habe.

Die Strandallee ist für mich nicht mehr nur eine Straße, die zum Südstrand führt, sondern ein Weg ins Glück. Jedes Mal, wenn wir ankommen, bekomme ich Herzklopfen. Und wenn wir wieder wegfahren, dann überwiegt stets das Gefühl der Zuversicht, dass wir ja bald wiederkommen können.

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Im Sommer 2010 sind wir dann einfach dageblieben und kauften ein Haus mit Garten in Neujellingsdorf. Wir wohnen auf dem Lande, inmitten der Natur, nur 1000 Meter von der Ostsee entfernt. Der Papagei vom Bild ist ein Goldfasan, im Winter kommen Rehe und Hasen ganz nah an unser Grundstück heran, manchmal gehen die Rehe sogar durch unsere kleine Straße. Auf dem Nachbargrundstück weiden Pferde, auf dem Bauernhof am Ende der Straße sind Pferde, Ziegen, Hühner, Meerschweinchen … 2011 kam Senta, unsere Berner Sennenhündin, als Welpe zu uns und entwickelte sich zu einem treuen Familienmitglied. Mein Mann hatte sich so sehr ein „Hündchen“ gewünscht, und er hat die Freundschaft mit Senta genossen.

In Neujellingsdorf haben wir unseren Heimathafen gefunden. Mein Mann Hans Christian hat im Februar 2014 seine letzte Heimreise angetreten – er ist auf dem Kirchhof von Landkirchen begraben.

Fehmarn ist meine Trauminsel, schon als junge Lehrerin wollte ich mich an das damals neugegründete Inselgymnasium versetzen lassen. Doch das war nicht so einfach, weil wir in Nordrhein-Westfalen wohnten. Meine Mutter hatte mich gewarnt, es sei nicht so leicht, im Norden heimisch zu werden. Das war ihre Erfahrung gewesen, als sie aus der Großstadt Danzig nach Dithmarschen gezogen war. Und so verbrachten wir nur die Ferien auf Fehmarn, aber es wurden immer mehr Wochen im Jahr, die wir hier waren. Nach einem Urlaub auf Mallorca beschloss ich, nur noch auf Fehmarn Urlaub zu machen. Hier konnte ich die Seele baumeln lassen, in den blauen Himmel und auf die Ostsee schauen, mich einfach wohlfühlen und relaxen.

Als ich mit meinem Mann 2004 nach Bamberg gezogen war, behielten wir Fehmarn als Zweitwohnsitz bei. Die 700 km lange Autofahrt störte uns damals überhaupt nicht. Doch dann wurde mein Mann krank und war auf den Rollstuhl angewiesen – da wurde die Reise immer beschwerlicher. Meist übernachteten wir in Hamburg: Auf der Hinfahrt waren wir fröhlich und freuten uns auf die Fahrt zu unserer Insel am nächsten Morgen. Auf der Rückfahrt jedoch waren wir meist deprimiert, da konnte uns auch ein schöner Abend in Hamburg nicht so recht aufmuntern. Die 540 Autobahn-Kilometer von Hamburg nach Bamberg zogen sich – je weiter wir in den Süden kamen, desto mehr fiel der Stimmungspegel. Auch wurde die Organisation der zwei Wohnsitze immer umständlicher, je mehr mein Mann auf Therapeuten und Ärzte angewiesen war. Irgendwann hatte ich beschlossen, spätestens an meinem 64. Geburtstag im Jahre 2016 ganz auf Fehmarn zu wohnen.

Als ich im Sommer 2010 vorschlug, nach Fehmarn umzuziehen und unseren Bamberger Wohnsitz aufzugeben, widersprach mein Mann nicht. Denn ihn hatten die Erinnerungen an seine Kriegskindheit in Bamberg eingeholt. Auch fühlte er sich immer sehr wohl in unserer kleinen, überschaubaren Strandwohnung mit Blick aufs Meer. Zudem gab es dort einen Aufzug, während mein Mann in unserem alten Bamberger Wohnhaus zum Schluss die Treppen hinunter und hinauf getragen werden musste. Dem Wechsel in den Norden stand eigentlich nichts mehr im Weg – und so blieben wir einfach hier, obwohl wir erst ein Jahr zuvor eine Neubauwohnung in Bamberg gekauft hatten. Ich habe schon meinen 60. Geburtstag im eigenen Haus auf Fehmarn gefeiert – es war ein wunderschönes Gartenfest, wobei das Rapsfeld hinter unserem Haus im Sonnenschein leuchtete und duftete.

2011 habe ich meinen Verlag gegründet. Im Sommer hatte ich erstmals die Idee, Schreibkurse im Garten zu veranstalten. Aber zunächst gab es Umwege: über Ostermarkelsdorf zum Strandhotel Bene am Südstrand, wo mehrere Seminare zum „Traum vom eigenen Buch“ stattgefunden haben. Inzwischen habe ich Seminare, Workshops und Buchcoaching in meinem Haus und Garten in Neujellingsdorf veranstaltet. Neuerdings kann man über das Internet weltweit an Webinaren teilnehmen, die ich an meinem Computer durchführe. Die offene Adventslesung am 2. Advent 2013 und eine Lesung im September 2014 hatten viele Besucher angezogen, die fasziniert von der Atmosphäre unseres bücherreichen Hauses waren.

Und so hoffe ich, dass in meinem Haus in Neujellingsdorf der Samen für viele neue Buchideen und Buchprojekte gelegt wird und dass viele Menschen ihren „Traum vom eigenen Buch“ verwirklichen können.

Ich habe für mich den Traum verwirklicht, auf meiner „Trauminsel“ zu leben und zu schreiben. Mit meiner Hündin Senta und mit meinem Verlag, der sich stetig weiter entwickelt. Ich bin glücklich, hier auf dem Lande zu leben, inmitten der wunderschönen Natur. Auf den Spaziergängen mit Senta habe ich fast die gesamte Umgebung unseres Zuhauses erforscht, wir gehen oft zu Fuß zum Meer. Und wenn Senta demnächst mit mir im Auto mitfährt, werden wir noch mehr Orte und Geheimplätze auf unserer Insel entdecken.

Dieses glückliche und erfüllte Leben hätte ich mir noch vor fünf Jahren niemals vorstellen können.

Download: „Meine Trauminsel“

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen! Kommt doch auch mal auf meine Trauminsel!

Schon ein Jahr: Senta on Tour – 1. Teil 2016

Ich liebe Jahrestage. Es sind Erinnerungstage …

Heute vor einem Jahr habe ich mit Senta die allererste große Reise gemacht. Genau 14 Tage zuvor war sie zum ersten Mal im Auto mitgefahren. José Arce, der Mensch-Hunde-Therapeut aus Mallorca, war am 2./3. August 2016 zu uns nach Fehmarn gekommen und hatte uns in einem persönlichen Workshop all das beigebracht, was wir brauchten, damit Senta im Auto mitfuhr.

Aber nun standen große Reisen bevor – im September wollte ich mit Senta nach Armentarola in den Dolomiten reisen. Und schon tauchten viele Fragen auf, mit denen ich gar nicht gerechnet hatte. So viele Unsicherheiten gab es, weil ich noch nie mit einem Hund verreist war. Da war es eine schöne Gelegenheit, dass uns meine Freundin Verena Ullmann aus Güntersleben bei Würzburg einlud, sie für ein paar Tage zu besuchen. Und so starteten wir am 16. August 2016, also heute vor einem Jahr, zu dieser ersten großen Reise nach Bayern.

Der schönste Moment war für mich, als ich mit Senta am nächsten Tag in Bamberg vor dem Gabelmoo saß, und mit ihr auf den Spuren ging, die ich vor Jahren zusammen mit meinem Mann gelegt hatte. Wir hatten ja fast 7 Jahre in Bamberg gewohnt, bis er krank wurde und wir 2010 nach Fehmarn umzogen.

Verena war überall dabei und machte mir manchmal auch Mut, so als wir in Würzburg in ein Parkhaus fuhren. Das hätte ich nie gewagt mit einem Hund. Sie aber sagte: „Du musst ganz cool sein“, und so gingen wir mit Senta durch das viel befahrene Parkhaus und fuhren mit dem Aufzug, als hätte sie das schon immer getan. Zur Belohnung gab es dann einen wundervollen Ausblick auf die Feste Würzburg, bevor wir zum Mittagessen gingen.

All dies könnt Ihr ausführlich in meinem Blogartikel Willkommen im Leben! lesen, den ich am 22. August 2016 geschrieben habe.

Und dann ging es weiter: Jeden Tag fuhren wir auf Fehmarn zu den schönsten Stränden, am liebsten nach Fehmarnsund.

Und im September fuhren wir dann endlich nach Armentarola, meinem Traumort in den Dolomiten. Das riesige Glück, endlich dort angekommen zu sein, wurde getrübt, denn Senta war dort sehr krank und wäre beinahe gestorben. Aber der unglaublich optimistische und lebensfrohe Tierarzt Dr. Mulrici operierte sie und so war sie zwei Tage später wieder bei mir im Hotel. Davon habe ich in meinem Blogartikel Die Magie von Armentarola berichtet.

Nach der Heimkehr war Senta, unser Verlagsmaskottchen, zum ersten Mal bei einer Lesung im Café Jedermann in Burg  – anlässlich des fünften Verlagsjubiläums stellte ich mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ vor. Senta scheint es gefallen zu haben. Beim folgenden Buchseminar war sie dann auch dabei.

Dann nahte ein Großereignis – mein erster Besuch der Frankfurter Buchmesse. Dorthin konnte Senta zwar nicht mit, aber eine Bekannte lud uns ein und passte während meines Besuches der Buchmesse auf Senta auf. Am Tag zuvor waren wir in Frankreich gewesen – Sentas zweiter Auslandsbesuch.

Im November machten wir unzählige Strandspaziergänge in der Herbstsonne …

… und Senta erlebte den ersten Schnee am Strand.

Und im Dezember fuhren wir wieder nach Bamberg. Klar, dass sie auch bei unserer Weihnachtsfeier mit Verena Ullmann in dem feinen Bamberger Restaurant Messerschmitt dabei war.

Von dort ging es nach Armentarola, wo sich Senta dieses Mal wirklich wohl fühlte.

Auf der Rückfahrt fuhren wir zum Chiemsee, zu einem Foto-Shooting mit der Fotografin Theresia Berger, bei dem eines der schönsten Fotos von Senta und mir entstand.

Von dort fuhren wir nach München, um eine gute Freundin zu besuchen. Und so kam Senta sogar in den Englischen Garten und ging mit in eine Kirche.

Kurz darauf fuhren wir nach Hamburg, aber auf dem Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus war es dann doch etwas zu viel Trubel für sie.

An Herrchens Geburtstag war sie natürlich mit auf dem Friedhof und zum Klönschnack mit unserer Freundin Birgit Wohler im Café Jedermann.

Wie schön war es dann Ende des Jahres am Südstrand! In diesem Winter machten wir unzählige Strandspaziergänge und erlebten viele schöne Sonnenuntergänge.

Am vorletzten Tag des Jahres wanderten wir im herrlichen  Sonnenschein weiter, als wir jemals gegangen waren: von Fehmarnsund bis nach Wulfen, wo ich vorher noch nie gewesen war, seit ich vor 39 Jahren zum ersten Mal auf diese Insel gekommen war.

Silvester feierten wir gemütlich zu Hause, und am Neujahrstag begrüßten wir das neue Jahr wieder am Strand.

Hier endet nun der erste Teil dieses Berichtes „Schon ein Jahr: Senta on Tour“.
Demnächst geht es weiter mit dem 2. Teil 2017.

Diesen Blogartikel widme ich Verena Ullmann und José Arcé, die mir und Senta zu einem großen Schritt ins Leben verholfen haben, und außerdem dem Tierarzt Armando Mulciri, der Senta bei unserer ersten Reise nach Armentarola das Leben gerettet hat.

Mein Weg des „Erfolgs mit Herz“

Vor fünf Tagen ist es eingetroffen: Mein 19. Buch „Word 2016 für Buchautoren“. Es hatte eine lange Entstehungsphase, der Begriff „Schwangerschaft“ passt nicht so richtig für ein Buch, ist aber hier gemeint. Es gibt da einen Zwilling, das Buch „Word 2016 (Mac) für Buchautoren“, das mir etwas leichter von der Hand ging und bereits Ende April erschienen ist. Beim Buch für Windows gab es einige Komplikationen – und es hätte schon längst fertig sein können, wenn nicht einige Irritationen dazwischen gekommen wären. Ich wollte einen Urlaub in den Bergen machen, einfach mal eine Auszeit haben. Doch manches ließ mich auch im Urlaub nicht zur Ruhe kommen. Mein neues Buch wurde erst in den Tagen danach fertig und ist jetzt inzwischen ausgeliefert. Meine Freude über die Neuerscheinung wurde ein wenig getrübt, meine Gesundheit hatte etwas gelitten.

„Habe den Mut, Dein Leben so gut wie möglich zu leben und die Welt mit Deinem Dasein ein wenig besser zu machen.“ Das hatte ich für mich als Credo für das erste Halbjahr 2017 formuliert. Und: „Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, das hatte mir mein 94jähriger ehemaliger Deutsch- und Englischlehrer, Schulleiter und Chef im letzten Jahr geschrieben. Leider ist er vor einigen Wochen gestorben, aber ich bin sicher, er verfolgt meinen Weg des „Erfolgs mit Herz“ auch von „Drüben“.

Gestern nun, nach einem erholsamen Wochenende – am Sonntagnachmittag hatte ich das Manuskript eines Erstautors voller Freude gelesen – kam ich in der Abendsonne am Strand zur Ruhe. Ich bin wieder ganz gesund, das spürte ich. Und ich genoss die ruhige Stunde vor der Dämmerung, saß im Sand, mein Hund neben mir, schaute aufs Meer hinaus und spürte: Frieden – in mir und um mich herum.

Wie schön ist es doch im Sommer an der Ostsee – und aus diesem Grund lasse ich eigentlich im Juli/August fast nie Bücher erscheinen. Überall ist Urlaubszeit und die Leute sind unterwegs. Und ich bin auch mehr draußen, im Garten und am Strand. Ich brauche die Zeit im Sommer auch, dazu Ruhe und Muße, um mich zu erholen und wieder Kraft und Kreativität zu entwickeln. Denn ich habe noch drei eigene Buchprojekte in Arbeit. Und dafür nutze ich am liebsten die ruhigen Sommerwochen.

Zurück in meinem Garten, meinem „kleinen Paradies“, schaute ich beim Abendessen auf die wundervollen Rosen und auf Senta, die entspannt neben mir auf der Terrasse lag.

Nachdem die Sonne untergegangen war und ich mit Senta noch einmal durchs Dorf gegangen war, kam die schönste Stunde dieses Sonntags: Ich nahm ein Buch und legte die CD mit den Nocturnes von Chopin ein. Das Buch „Das Café am Rande der Welt“ von John Strelecky hatte mir vor ein paar Wochen eine junge „Sternen“-Freundin geschenkt. Ich hatte es zwar schon in meiner Bibliothek, aber noch nicht gelesen – wie so viele andere Bücher, die man einfach haben „muss“. Im Nu war ich vertieft in dieses Buch und las es am selben Abend ganz durch.

Ach, Sie wundern sich über den Begriff „Sternen“-Freundin? Das hängt mit dem Spruch zusammen: „Gute Freunde sind wie Sterne. Du kannst sie nicht immer sehen, aber du weißt, sie sind immer für dich da!“

In dem Buch kommt ein gestresster Manager in ein Café „am Rande der Welt“ und wird mit Fragen nach dem Sinn des Lebens konfrontiert:

  • Warum bist Du hier?
  • Hast Du Angst vor dem Tod?
  • Führst Du ein erfülltes Leben?

Eine erfüllte Zeit war das, als ich das Buch las. Meine Gedanken konzentrierten sich auf die Frage: Warum bist Du hier? Das weiß ich ganz genau. Und ich weiß auch, dass ich meine Zeit nicht für unnütze Dinge vergeuden will. Nein, ich habe auch keine Angst vor dem Tod – denn ich lebe so, dass ich alles, was ich gerne erleben möchte, jetzt und hier angehe.

Ich möchte gesund und glücklich 100 werden. Das ist mein Ziel – und außerdem möchte ich anderen Menschen den Mut und den Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe und weiterhin erfahre. Und das ist mein ZDE – mein Zweck der Existenz. Alles, was ich tue, richtet sich daran aus.

Als der Manager in der Geschichte den Café-Chef auf die mögliche Expansion seines Unternehmens anspricht, erzählt dieser ihm die bekannte Geschichte vom Fischer im Hafen, den ein Manager anspricht, ob er nicht mehr Fische fangen, mehr Boote kaufen, mehr Fischer beschäftigen und ein großes Fischhandelsunternehmen aufbauen wollte. Ich kenne diese Geschichte schon seit langer Zeit, hatte sie schon in meinem Buch „Leben ist mehr“ von 2008 zitiert. Gestern Abend aber erschien mir die Variante in dem Buch vom Café am Rande der Welt so naheliegend: Denn der Fischer wirkt am glücklichsten und zufriedensten von allen. Auf die Frage des Managers, woran das liegt, antwortete er, dass er jeden Morgen mit seiner Frau frühstücke. Wenn dann die Kinder in der Schule sind, fuhr er zum Fischen und seine Frau malte. Sie hatten genug zum Essen. Und am Abend gingen er und seine Frau am Strand spazieren und beobachtete den Sonnenuntergang, während die Kinder im Meer schwammen.

Ja, und da wurde es mir schlagartig bewusst: auch ich liebe mein Leben, so wie es jetzt ist. Ich schlafe lange, gehe dann nach dem Frühstück mit Senta einmal ums Feld oder fahre zu einem Strand. Ich mache Bücher, die mir und anderen Menschen Freude machen, mit Autoren, die ich mag, und mit Themen, die die Welt (vielleicht) ein kleines bisschen besser machen. Mir hatte mal ein Berater tolle Pläne offeriert, nach denen ich alle 14 Tage ein neues Buch herausbringen sollte, egal, ob mir die Autoren und ihre Themen zusagten, es hätte viel Geld gebracht, und für die Produktion hätte ich etliche andere Menschen beschäftigen müssen. Der Spruch von Brian Tracy aber lässt mich meinen Weg beschreiten: „Arbeiten Sie nur an etwas, das Sie genießen, mit Menschen, die Sie mögen, und an Dingen, die etwas in dieser Welt bewirken.“

Und so bin ich großartig im Loslassen – und fast täglich kommen neue Anfragen. Mein ZDE, mein „Zweck der Existenz“, besagt, dass ich nur die Bücher mache, die zu meinen Zielen passen. Denn daneben gibt es noch so viel anderes, z.B. das Klavierspielen. Nachdem ich schon beinahe damit aufgehört hätte, habe ich es neu entdeckt, als mein Klavierlehrer mir schrieb: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“ Und letzte Woche haben wir sogar ein Nocturne von Chopin ausgesucht, das ich demnächst üben werde. Ich freue mich schon sehr darauf.

Nein, das bringt kein Geld. Ganz bestimmt nicht! Das bringt einen Sinn in mein Leben, der dem entspricht, was ich mir für mein Leben wünsche. Im Sommer möchte ich mehr draußen sein, im Garten und am Strand, ich brauche die Zeit im Sommer auch, um Ruhe und Muße zu genießen und wirklich mal zu relaxen. Im Winter ist es noch viel wichtiger, am Strand zu sein, lange Spaziergänge am Wasser entlang zu machen, die Möwen zu beobachten und den Sonnenuntergang zu erleben. Und dann zu Hause einen Glühwein zu trinken, das Abendessen zu bereiten und ein gutes Buch zu lesen, begleitet von guter Musik. Und schließlich zu später Stunde noch ein Stück von Bach, Brahms, Schubert, Schumann oder Chopin auf meinem Flügel zu spielen.

Meine Gedanken sind nicht neu, aber wurden durch die Lektüre des Buches von gestern Abend auf den Punkt gebracht. Mein Weg des „Erfolgs mit Herz“ ist mir klar – es geht nicht darum, möglichst viele Bücher zu „machen“ und damit möglichst viel Geld zu verdienen. Es geht darum, dem ZDE, also dem Zweck meiner Existenz, zu dienen. Ich veröffentliche Bücher und fördere Autoren, die meinem ZDE entsprechen. Ich möchte ein Leben führen, dass mich den Tod nicht fürchten lässt, weil ich alles, was mir wichtig ist, in mein Leben integriere. Und damit habe ich ein erfülltes Leben, auch wenn es nicht nach Jedermanns Vorstellung ein Leben ist, wie es sein sollte. Es ist ganz einfach mein Leben. Und darauf kommt es an.

Louise Hay sagt dazu:
„Das Leben ist ganz einfach. Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Danke an meine junge „Sternen“-Freundin, die nunmehr – es ist inzwischen Mitternacht – Geburtstag hat. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute, viel Glück und Gesundheit.

Herzlichst, Deine Beate

Halbzeit 2017 – Ist das Leben nicht wunderbar!

Nun ist das erste Halbjahr gleich herum. Zeit, um nachzudenken, was bisher geschehen ist, wie zufrieden wir damit sind und ob wir im zweiten Halbjahr etwas ändern und verbessern möchten. Ich habe gerade mit Senta noch einen Abendspaziergang gemacht, wollte dabei meine Gedanken frei fließen lassen. Denn ich hatte mir vorgenommen, heute diesen Blogartikel zu schreiben. Wie alle meine Blogartikel ist auch dieser ein ganz persönliches Statement.

Doch es war heute ein langer Regentag, und als wir aus dem Haus kamen, saß da ein Reh, direkt vor unserem Haus auf der Straße. Und im Nu war Senta hinterher, bevor ich ihre Leine packen konnte. Ich holte tief Luft – der Regen hatte zum Glück nachgelassen – ging auf den Weg am Feld und schaute, wo Senta abgeblieben war.

Von „Gedanken-fließen-lassen“ keine Spur – oder doch? Der Abend ist milde, schließlich ist es ja Sommer, auch wenn dicke graue Wolken am Himmel sind. Senta trudelte wieder ein – völlig außer sich, denn das Reh war lange verschwunden. Und wir beide gingen in aller Ruhe zurück nach Hause.

Ist das Leben nicht wunderbar! Das ist richtig so geschrieben – mit einem Ausrufezeichen, nicht mit einem Fragezeichen. Es ist der Titel eines Buches von Louise L. Hay, meinem Vorbild. Die Verlegerin und Autorin wird in diesem Jahr 91 Jahre alt, sie hat mit 58 Jahren ihren Verlag Hay House gegründet. Als die berühmteste Lebenshilfe-Autorin der Welt vermittelt sie in ihren Büchern Lebensweisheiten – auch ich lerne immer wieder von ihr, denn ich möchte glücklich und gesund 100 werden.

Das ist mein Ziel – und außerdem möchte ich anderen Menschen den Mut und den Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe und weiterhin erfahre. Auch dazu studiere ich die Bücher von Louise Hay, und ich integriere Gewohnheiten in mein Leben, die anderen nicht immer gefallen: Ich schlafe viel und lange – zur Zeit sind es meist neun bis zehn Stunden. Ich gehe regelmäßig mit meinem Hund spazieren, und fast jeden Tag gehen wir einmal oder sogar zweimal an den Strand. Das haben wir den ganzen Winter hindurch gemacht, und dabei wunderschöne Sonnenuntergänge erlebt, aber vor allem auch Stunden der Muße und des kreativen Nachdenkens, also des „Gedanken-fließen-lassens“, was mir heute Abend nicht so ganz gelungen ist. Vielleicht war es gut so.

An schönen warmen Tagen setzen wir uns einfach in den Sand, schauen aufs Meer hinaus oder ich lese Bücher, die mir gut tun und für Frieden in mir und um mich herum sorgen. Weiterhin esse und trinke ich gesunde Nahrung, denke positive Gedanken und befolge in meiner Verlagsarbeit einen Spruch von Brian Tracy: „Arbeiten Sie nur an etwas, das Sie genießen, mit Menschen, die Sie mögen, und an Dingen, die etwas in dieser Welt bewirken.“

Außerdem höre ich viel Musik und spiele oft Klavier. Denn das ist etwas Schönes in meinem Leben – nachdem ich im letzten Winter beinahe entnervt damit aufgehört hatte, schrieb mir mein Klavierlehrer: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“

Im Mai bin ich 65 geworden – das ist das Alter, wo „man“ normalerweise „in Rente“ geht. Ich aber nicht. Ich bin mit unserem japanischen Buchautor aus Texas, dem Herzchirurgen Dr. Yusuke Yahagi und seiner Frau April Yahagi durch Deutschland gefahren, um in sechs Veranstaltungen in Berlin, Fehmarn, Hamburg, Bad Ems, Köln und Bamberg sein Buch „Der Austauschsoldat“ zu präsentieren – nur vordergründig ist es ein spannender Unterhaltungsroman mit historischem Hintergrund. In der Quintessenz aber geht es darum, den Menschen auf der Welt Frieden und Glück zu bringen, ihnen positive Gedanken zu vermitteln. Wir haben viele Menschen bewegen können, teilweise weite Reisen auf sich zu nehmen, nur um dabei zu sein und den Autor persönlich zu erleben.

Denn letztlich geht es um den Mut, wie eine Rezensentin schrieb: „So einen Menschen ‚Shota‘ hätte es damals vielmehr gebraucht und auch heute wäre es ein Reichtum für uns, wenn es solche Menschen in Vielzahl gäbe, mit dem Ziel, Leben zu retten und Menschen Frieden und Glück zu bringen.“

Dr. Yusuke Yahagi hatte den Mut, diesen Roman zu schreiben mit dem Risiko, viel Kritik zu ernten – und genauso hatte mein Verlag den Mut, das Buch zu veröffentlichen und noch dazu eine Lesereise zu unternehmen. Unsere Lesetour mit sechs Buchvorstellungen in Deutschland hat gezeigt, dass das Buch viele Menschen erreicht und begeistert, auch wenn Buchhandlungen oder ein Literaturhaus das nicht für „Literatur“ halten. Unzählige „einfache“ Menschen in Deutschland und in den USA haben das Buch gelesen – zwar schreiben sie keine „literarischen“ Rezensionen. Aber sie haben begriffen, worum es hier geht.

„Habe den Mut, Dein Leben so gut wie möglich zu leben und die Welt mit Deinem Dasein ein wenig besser zu machen.“ Das ist für mich ein Credo aus diesem ersten Halbjahr 2017. Vor einem Jahr hatte ich einen gesundheitlichen „Warnschuss“ erlebt, kurz darauf die Geschichte von der „Kapitänin“ geschrieben, die ihre Kraft und Stärke spürte, um das wundervolle große Schiff ganz alleine zu lenken, durch das große weite Meer des Lebens. Und seitdem habe ich mich einfach darauf besonnen, was ich möchte, was ich mir gewünscht habe, für meinen Beruf und meinen Verlag, und für mich persönlich. Ich habe mich von Menschen und Dingen verabschiedet mit dem Erfolg, dass andere Menschen und andere Dinge, teilweise völlig überraschend, in mein Leben traten.

„Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, hatte mir mein 94jähriger ehemaliger Deutschlehrer, Schulleiter und Chef im letzten Jahr geschrieben. Ich hatte ihn im Januar 2017 endlich besucht und einen wundervollen Tag mit ihm verbracht. Leider ist er fünf Tage nach seinem 95. Geburtstag im März verstorben. Ich war bei seiner Beerdigung in Xanten, und ich bin ihm unendlich dankbar für alle Ermutigung, Förderung und Motivation, die ich durch ihn in den letzten 50 Jahren meines Lebens erfahren habe. Und so gehe ich diesen Weg des „Erfolgs mit Herz“ weiter. Ich bin glücklich über jeden Erfolg, schäme mich nicht meiner Fehler, sondern mache beim nächsten Mal einfach bessere.

Für Dr. Yusuke Yahagi und seine Frau April Yahagi hatte ich ein Privatkonzert in meinem Haus veranstaltet und mich darauf besonnen, warum ich eigentlich wieder Klavierunterricht genommen hatte: Ich wollte Stücke von Bach, Schubert, Schumann, Chopin und Brahms wunderschön auf dem Klavier spielen können. In meinem kleinen Hauskonzert ließ ich zwar die Stücke von Schumann und Brahms aus – aber ich hatte gemerkt, wie stark ein solches Ziel mich zum Üben motivieren könnte. Und so nahm ich mir vor, die Arabeske von Schumann bis zur nächsten Klavierstunde zu „können“ – wegen ihr hatte ich noch vor wenigen Monaten das Klavierspielen aufgeben wollen. Und inzwischen kann ich sie fast „perfekt“ – aber es ist nicht mein Ziel, etwas „perfekt“ zu können, sondern einfach schöne Musik zu machen.

Im ersten Halbjahr 2017 habe ich neun Bücher und unseren sechsten Fehmarn-Kalender veröffentlicht. Zum ersten Mal in der Geschichte des Verlages ist ein englischsprachiges Buch dabei – der Roman „The Exchange Soldier“ von Dr. Yusuke Yahagi erscheint inzwischen weltweit. Ich habe wieder einmal ein Seminar für Erstautoren veranstaltet – der „Traum vom eigenen Buch“ kann bald Wirklichkeit werden. Und ich habe mehrere Buch-Konzept-Wochenenden mit vielversprechenden Erstautoren durchgeführt. Auch habe ich mich von Autoren getrennt, die für meinen Verlag nicht förderlich erschienen. Mein Ziel ist es, dass mein Verlag und mein Leben im Einklang sind, und dass ich mit meinen Autoren ein Erfolgsteam bilde. Dazu gehört es manchmal auch, sich zu trennen.

Und in den letzten zwei Wochen dieses Halbjahres machte ich eine neue, aber für mich sehr wichtige Erfahrung: Während meiner „Auszeit“ von der Verlagsarbeit hatte ich einen Urlaub in Seefeld/Tirol geplant, es war doch seit langem mein Wunsch, mit Senta in die Berge zu fahren. Schon bei unserem Zwischenstopp in Bamberg war es sehr heiß gewesen, und die Tour wurde erst zur „Strapaze“, als wir in Seefeld ankamen. Senta wollte sich nicht vom Hotel wegbewegen, denn eine vielbefahrene Straße, eine Großbaustelle und die Bahnlinie verursachten einen großen Lärm. Da nutzte auch der Spaziergang am Abend nichts, denn der führte uns letztlich über asphaltierte Straßen, an denen jedes Grundstück zugebaut war.

Wir blieben zwei Tage im Hotelgarten, aber Senta hatte Panik oder schlief tief und fest neben meinem Liegestuhl. Der Lärm der Baustelle verhinderte ein echtes Entspannen.Wenigstens begann ich mit dem Schreiben an meinem neuen Buch – gegen Abend ließ der Lärm etwas nach.

Am dritten Tag beschloss ich, den Urlaub vorzeitig zu beenden. Denn sogar beim Spaziergang zum Wildsee war Senta nicht wirklich zu begeistern. Wir mussten die stark frequentierte Fußgängerzone durchqueren, und Senta erschrak vor jedem lauten Geräusch. So viele Menschen und Autos sind wir ja auch nicht gewohnt auf unserer friedlichen Sonneninsel.

Mir wurde klar, als ich Seefeld aus der Perspektive meines Hundes betrachtete: Es ist nicht mehr der Ort, der es mal früher (für mich) gewesen war. Wir hatten Heimweh und sind dann die ganze Strecke von über 1000 km gefahren, um wieder auf unserer Insel zu sein. Dort angekommen, fuhr ich zuerst nach Fehmarnsund, wo Senta sehr glücklich gleich ins Wasser lief – nicht minder glücklich war ich, wieder zu Hause zu sein.

Diese Auszeit mit meinem Hund hatte mir eine wichtige Erkenntnis beschert: Unser Leben ist begrenzt, wir wissen nicht, wie viele solch schöne Sommer wir noch erleben werden. Also genießen wir jeden Tag!

Ich lernte außerdem die Welt aus der Perspektive meines Hundes zu betrachten und sah Orte, die einfach nicht schön zum Leben sind. Nicht nur übervolle Autobahnraststätten, auch ein Urlaubsort wie Seefeld – einst mein Traumort – waren von morgens bis abends voller Trubel und Stress. Dass es zudem noch sehr heiß war und viele Gewitter gab, hatte niemand ahnen können. Oder doch? Hat mir das Universum einen wichtigen Hinweis gegeben?

Jedenfalls sind wir heute froh und glücklich auf unserer Insel, auch wenn es schon seit gestern in Strömen regnet. Aber mein Hund ist glücklich – und ich bin es auch.

Und nun möchte ich mit den Worten meines Blogs vom 30. Juni 2016 enden:

Ich fühle mich stark und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auf meinem ganz persönlichen Weg. Ich danke allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht, einen guten Start in die zweite Halbzeit 2017 und ende hier mit dem Motto meines Buches „Neubeginn & Mee(h)r“:

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“ (Meister Eckhart, 1260–1327)

Ich bedanke mich bei Euch, den Lesern meines Blogs für Euer treues Folgen und Eure zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Ihr auch im zweiten Halbjahr 2017 weiter dabei seid.

Herzlichst

Eure Beate Forsbach

 

Frohe Ostern!

Zu meinem letzten Blogartikel „Leben ist mehr“ schrieb mir eine Leserin: „Die Mischung aus persönlichen, privaten und beruflichen Aspekten gefällt mir sehr gut.“ Und ich habe geantwortet: „Ich habe ja nur ein Leben, das ist nicht getrennt nach Privatleben und Beruf – gerade jetzt habe ich das Gefühl, dass alles ineinander greift und sich harmonisch ergänzt.“

Und so zeigt mein Osterfoto diesmal mein persönliches Ostergesteck auf dem Tisch in meinem Arbeitsbereich. Hier liegen die wichtigsten Neuerscheinungen meines Verlages: Der Roman „Der Austauschsoldat“ bzw. im englischen Original „The Exchange Soldier“ von Yusuke Yahagi und mein neuer Kalender „Impressionen von der Sonneninsel Fehmarn 2018“, der rechtzeitig zu Ostern eingetroffen ist. Daneben erinnert mich der Verlagsflyer Frühjahr 2017 daran, dass noch nicht alle geplanten Bücher erschienen sind – dafür gibt es aber bereits eine Reihe von neuen Buchprojekten – für den nächsten Flyer.

„Dr. Verlegerin“ – ein neuer Titel, der mir gestern durch Yusuke Yahagi verliehen wurde. Neulich schrieb mir eine neue, junge Autorin „Hallo meine Lieblingsverlegerin“. All das macht Freude und motiviert mich zu besonderem Engagement. Ich arbeite mit positiven Menschen zusammen, die unsere Welt mit ihren positiven Gedanken ein bisschen besser machen wollen. Allerdings kann nicht jeder bei mir mit seiner Buchidee landen – ich habe inzwischen deutlich NEIN sagen gelernt. Und das macht mich nur noch glücklicher.

Kurz vor meinem 65. Geburtstag – das ist der Zeitpunkt, an dem man normalerweise in den sogenannten „Ruhestand“ geht – bin ich mit einem Buchautor, dem japanischen Herzchirurgen Yusuke Yahagi aus Texas und seiner Frau April Yahagi unterwegs auf einer achttägigen Lesetour durch Deutschland. Statt in den Ruhestand zu gehen, mache ich einen weiteren großen Schritt in der Erfolgsgeschichte meines Verlages: wir werden international!

Am 11. Mai 2017 beginnt unsere „Deutschland-Tournee“ mit der Buchvorstellung im Literaturhaus der Bundeshauptstadt Berlin. Dr. Yusuke Yahagi wird auf deutsch selbst aus seinem Buch lesen und in einem Interview mit mir, seiner Verlegerin Dr. Beate Forsbach über die Entstehung des Buches berichten.

Es folgen Veranstaltungen im Café Jedermann in Burg auf Fehmarn (13. Mai 2017), im Café Kuchenstund in Hamburg-Niendorf (15. Mai 2017), in Häckers Grandhotel in Bad Ems (16. Mai 2017), in der Japanisch-Deutschen Kulturwerkstatt Tenri in Köln (17. Mai 2017). Mit der letzten Buchpräsentation am Donnerstag, 18. Mai 2017 wird die Israelitische Kultusgemeinde Bamberg gleichzeitig ihre 2. Jüdischen Kulturtage Bamberg eröffnen.

Es wird eine Reise mit Freunden zu lauter Freunden in Berlin, Fehmarn, Hamburg, Bad Ems, Köln und Bamberg! Ich lade Euch alle herzlich dazu ein. Bitte kommt zu einer unserer Veranstaltungen – so könnt Ihr Yusuke Yahagi persönlich kennenlernen, aber auch mich und unser Verlagsmaskottchen Senta.

Hier auf unserer Verlagswebsite könnt Ihr noch mehr über das Buch und den Autor erfahren: www.edition-forsbach.de/

Es ist schön für mich, gestern am Karfreitag, so kurz vor Ostern – neben all den beruflichen Erfolgen mit dem neuen Buch und der bevorstehenden Lesetour – auch das ganz kleine Glück erleben zu dürfen: am kleinen Strand mit Martina und ihrer Familie, mit Winni, Lena und Christina, sowie den beiden glücklichen Hunden Senta und Luna.

Die Familie möchte so gerne ans Meer ziehen, auf unsere schöne Insel. Und ich kann das gut verstehen.

Das Meer ist sehr wichtig für mich, das spüre ich immer wieder. Hier kann ich laut singen, sprechen, denken und auch weinen, hier kann ich übers Meer schauen dorthin, wohin uns einige geliebte Menschen vorausgegangen sind. So bekam ich am Tag nach meinem Blog „Leben ist mehr“ die traurige Nachricht, dass mein alter Schulleiter und Deutsch-, Philosophie- und Englischlehrer Dr. Hermann Heyder kurz nach seinem 95. Geburtstag verstorben war. Zum Glück hatte ich ihn noch im Januar besucht und mit ihm einige schöne Stunden verbracht. Dafür und für alles, was er in über 50 Jahren für mich getan hat, bin ich sehr dankbar. Bei der Messe im Xantener Dom stand dieser Spruch des Heiligen Augustinus im Mittelpunkt der Predigt:

Auferstehen ist unser Glaube,
Wiedersehen unsere Hoffnung,
Gedenken unsere Liebe.

Und das passt doch richtig gut zu Ostern. Es ist nun schon mein viertes Osterfest, das ich alleine mit Senta feiere. Ich bin sehr dankbar, dass es uns so gut geht. Seit Jahren feiere ich Ostern als Zukunftsfest und bedenke die Pläne und Ziele für die Zukunft. Anders als sonst sind es aber in diesem Jahr die Begegnungen mit lieben Menschen, schon in der Karwoche und auch zu Ostern, mit denen ich über ihre und unsere Pläne und Ziele sprechen kann. Und auch über unsere Träume!

Denn eigentlich ist alles ganz einfach: Das Leben liebt mich und Dich und Dich  …, und es wird schon dafür sorgen, dass das Richtige zur rechten Zeit eintrifft. Du musst nur ganz fest daran glauben und es Dir nur immer wieder vorstellen!

Ich wünsche allen Freunden und Lesern meines Blogs ein frohes Osterfest!

Leben ist mehr

Leben ist mehr – das Buch

Vor einigen Tagen war ich überrascht, weil jemand eins der Restexemplare meines ersten selbst publizierten Buches „Leben ist mehr – Lebenskunst lernen beim Älterwerden“ bestellte. Und so las ich mal wieder den Klappentext meines Buches von 2008 – und fand den eigentlich ziemlich gut, obwohl ich doch vor neun Jahren noch nicht so geübt im Schreiben von Klappentexten gewesen war wie heute. Abgesehen davon, dass ein Satz nun schon viele Jahre überdauert hat und auch heute noch von mir in jedem Geburtstagsglückwunsch vorkommt:

Glück kann man nicht auf morgen verschieben – Leben ist jetzt und hier

Jedes Jahr gibt es ein neues Bild dazu, und in 2017 sieht das so aus:

Merkt Ihr was? Diese beiden Bilder stammen von meinen Lieblingsstränden – das obere vom Südstrand, wo wir viele Jahre eine kleine Ferienwohnung hatten, und das andere von Fehmarnsund, dem Strand, der unserem Zuhause am nächsten liegt. Dorthin fahre ich seit Monaten immer wieder mit Senta, die bekanntlich Anfang August letzten Jahres gelernt hat, im Auto mitzufahren. Und so haben wir unseren ersten Winter mit unzähligen wunderschönen Strandspaziergängen erlebt. Dieses Foto machte meine Freundin Birgit Wohler neulich, als wir uns per Zufall am Strand trafen.

Doch zurück zum Klappentext meines Buches „Leben ist mehr“. Er lautet:

Unser Leben ist zu kostbar, um immer nur zu hetzen und nach Erfolg und Profit zu jagen. Lebenskunst heißt, das Leben zu lieben, es zu genießen, aber auch Verantwortung dafür zu übernehmen.

Beate Forsbach zeigt, wie wir Lebenskunst beim Älterwerden lernen können – von und mit jüngeren und älteren Menschen, im Leben und für das Leben:

Wir können Langsamkeit und Ruhe in unserem Leben zulassen und uns mehr Zeit gönnen für Spaziergänge am Meer, für Musik und Kunst, für geruhsames Reisen. Wir können die kleinen Glücksmomente des Alltags erkennen und auskosten. Wir können Optimisten werden, um das Leben voller Mut, Liebe und Lebensfreude zu genießen, Ängste zu überwinden und ein gesundes und glückliches Leben zu führen.

Glück kann man nicht auf morgen verschieben – Leben ist jetzt und hier.

Als ich das las, war ich richtig begeistert davon. Anscheinend habe ich mir vor neun Jahren das Programm für mein heutiges Leben geschrieben.

Leben ist mehr – der Verlag

Ihr wisst ja, dass ich seit über sechs Jahren meinen Verlag aufbaue, und da geht es nicht immer ohne Hetze und Stress, ohne dass man Gewinn und Erfolg hinterherjagt, dass man zweifelt, Krisen durchlebt und viele Fragen hat. Man hadert mit anderen, die sich entweder als keine guten Mitarbeiter erweisen oder als Menschen, denen es nur um ihren eigenen Vorteil geht, die rücksichtslos andere übervorteilen oder gar zu betrügen versuchen.

Bei alldem hatte ich stets das Gefühl, dass es keine besonders erfreuliche Art ist, sein Leben zu leben, und dass ich stets mit meinem Gewissen im Konflikt war – und auch mit soliden und wirtschaftlich vernünftigen Grundsätzen der Unternehmensführung. Als ich Anfang des Jahres 2017 an einem Tiefpunkt angelangt war, zog ich Bilanz und überlegte mir, wie es weitergehen sollte, ohne dass ich derartig viel Geld für derartig viele unnütze Dinge und Dienstleistungen ausgab, und wie ich meinen Verlag langfristig zum Erfolg führen könnte. Denn da stimme ich mit meinem Vorbild Louise Hay völlig überein:

„Es gibt so viel Überfluss auf der Welt, wir müssen ihn nur erkennen und miteinander teilen. Es ist immer die Politik meines Verlags Hay House gewesen, ehrlich und rechtschaffen zu sein. Wir halten immer Wort, machen unsere Arbeit gut und behandeln andere großzügig und respektvoll. Wenn sie so leben, ist es unmöglich, das Geld von sich fernzuhalten, denn das Universum wird Sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit belohnen. Heute haben wir einen ausgezeichneten Ruf in der Verlagswelt und so viel zu tun, dass wir manche Aufträge ablehnen müssen.“ (Aus: Louise Hay, „Du kannst es“, S. 55f.)

Also startete ich Anfang des Jahres 2017 mit guten Vorsätzen, auch wenn mir manche missgünstigen Mitmenschen vorhalten wollten, dass ich gar nicht „ehrlich und rechtschaffen“ sei, und dass es doch bei einer so angeblich positiven Einstellung nicht sein könnte, andere abzulehnen oder nicht mit ihnen zusammenarbeiten zu wollen. Andere aber kamen mit erfolgversprechenden Buchideen, weil sie von der guten Arbeit meines Verlages gehört hatten. Manche Anfragen habe ich schon ablehnen müssen, damit die persönliche Note und das damit verbundene Profil meines Verlages nicht verlorengehen.

Leben ist mehr – selbst die Verantwortung übernehmen

Nun machte ich es so, wie es in meinem Klappentext von „Leben ist mehr“ steht: „Lebenskunst heißt, das Leben zu lieben, es zu genießen, aber auch Verantwortung dafür zu übernehmen.“

Ich wartete und vertraute nicht mehr darauf, dass mir jemand anderes für viel Geld sagen würde, was richtig ist, sondern nahm selbst das Ruder in die Hand. Mit sehr guten Kooperationspartnern entstehen immer mehr gute Bücher. Statt mich über die schlechte Arbeit eines gut bezahlten Lektors zu ärgern, mache ich dies nun gerne selber – obwohl ich das Korrigieren früher immer gehasst habe. Nun bin ich im direkten Kontakt mit den Autoren und ihren Buchprojekten und habe viel Freude daran. Sogar mein erstes englischsprachiges Buch habe ich vor kurzem für den Druck vorbereitet: den Roman „The Exchange Soldier“ von unserem neuen Autor Yusuke Yahagi, dem japanischen Herzchirurgen aus Texas, dessen Buch auf englisch und deutsch mit dem Titel „Der Austauschsoldat“ in diesen Tagen in unserem Verlag erscheint.

Noch während der Arbeit an den beiden Büchern plante und organisierte ich eine Lesetour durch Deutschland – von Berlin über Fehmarn, Hamburg, Bad Ems und Köln bis nach Bamberg. Die wird vom 11. bis zum 18. Mai 2017 stattfinden. Es war harte Arbeit, weil sich herausstellte, dass es gar nicht so einfach ist, passende Veranstalter zu finden. Nun wird es eine Reise mit Freunden zu lauter Freunden – ein ganz neues Marketingmodell! Sei dabei – und erlebe einen außergewöhnlichen Menschen und Autor mit großem Charisma!  Wichtig ist für mich, so etwas zu organisieren und dabei Aspekte der Lebenskunst zu berücksichtigen – denn Yusuke Yahagi und seine Frau sollen doch auch einige schöne Eindrücke von Deutschland bekommen. Und wir wollen diese Reise  trotz aller Anstrengungen so richtig genießen. Und in Bad Ems wird es sogar Musik dazu geben.

Leben ist mehr – der 65. Geburtstag

Als es mir eines Tages alles etwas zu viel wurde, dachte ich daran, dass ich zwei Tage nach der Lesereise meinen 65. Geburtstag feiern werde – der Zeitpunkt, an dem man normalerweise in den sogenannten „Ruhestand“ geht. Ich aber würde mit meinem Verlag erneut einen großen Schritt machen, indem wir nun international werden. Daher hatte ich mir für meinen Geburtstag etwas Besonderes vorgenommen, stellte dann aber fest, dass es nach dieser Reise über 2600 km mit sechs Buchvorstellungen einfach zu anstrengend sein würde. Ich sagte ab und beschloss, einfach noch zwei Tage in Bamberg zu bleiben. Ich werde Yusuke Yahagi und seiner Frau noch ein wenig von meiner einstigen Traumstadt zeigen, bevor sie wieder nach Texas zurückfliegen, und dann meinen Geburtstag mit Senta ganz gemütlich und ohne Stress verbringen. Ich hatte Glück und bekam noch eine Karte für das Konzert der Bamberger Symphoniker am Abend meines Geburtstages. Und ich erinnerte mich, dass ich mit meinem verstorbenen Mann Hans Christian an seinem 65. Geburtstag am 19. Dezember 2002 zum ersten Male in der Bamberger Konzerhalle gewesen war, ebenfalls zu einem Konzert der Bamberger Symphoniker. Ein gutes Jahr später waren wir dann nach Bamberg umgezogen. So wird Hans Christian dann im Geiste auch an meinem 65. Geburtstag dabei sein.

Leben ist mehr – einfach leben

„Leben ist mehr“ bedeutet mir heute vor allem auch, mehr Langsamkeit und Ruhe in meinem Leben zuzulassen. Ich schlafe viel und stehe morgens erst spät auf, mache alles nach und nach, in genau der Reihenfolge, wie es sinnvoll und wichtig ist. Und manches bleibt dann eben auch mal weg – denn ganz wichtig sind mir die Spaziergänge mit Senta: Fast jeden Tag fahren wir zum Strand, laufen am Wasser entlang, genießen die Ruhe und die herrlichen Sonnenuntergänge. Ich nehme mir die Zeit, mein Essen aus guten und frischen Lebensmitteln zuzubereiten und mit Achtsamkeit zu genießen. So habe ich 20 kg abgenommen und halte dieses Gewicht schon seit über einem Jahr. Jeden Tag übe und spiele ich Klavier – und ich habe auch Pläne für geruhsames Reisen. Nach Armentarola fahre ich künftig nur, um dort Urlaub zu machen. Seminare oder Buch-Coaching biete ich nur noch auf Fehmarn an, wo ich lebe und arbeite, aber nicht mehr in meinem eigenen Urlaub.

Oh ja, ich habe auch gelernt, die kleinen Glücksmomente des Alltags zu erkennen und auszukosten. Ich habe mir Optimismus und positives Denken als grundlegende Lebenshaltung angewöhnt und kann so das Leben mit allen seinen Höhen und Tiefen voller Mut, Liebe und Lebensfreude genießen. Selbst wenn es mal nicht so toll ist, weiß ich doch, dass alles gut ist und sich alles zu meinem Besten entwickeln wird. Und ich weiß, dass ich beschützt bin und keine Ängste zu haben brauche. Auch meine Gesundheit hat von dieser neuen Lebensweise sehr profitiert.

Leben ist mehr – das Seminar

Die Schönheit unserer Sonneninsel Fehmarn mit den Stränden, dem blauen Meer und den unbeschreiblichen Sonnenuntergängen ist etwas, was andere nicht erleben können in ihrem Umkreis. Deshalb biete ich zusammen mit Marlis Lamers im Oktober 2017 ein Seminar „Leben ist mehr – Lebenskunst lernen beim Älterwerden“ als eine dreitägige Auszeit für Frauen nach der Familienphase an. Es geht darum, zu sich selbst zu kommen und seine innere und äußere „Heimat“ zu finden, sich auf anstehende Veränderungen einzulassen und herauszufinden, wie und wo man leben und alt werden möchte.

Das Seminar findet vom 6. bis 8. Oktober 2017 im Strandhotel Bene, direkt am Südstrand der Sonneninsel Fehmarn statt. Wir werden miteinander reden über all das, was Frauen in dieser Lebensphase bewegt, wir werden auch etwas schreiben und wir werden viel Zeit am Meer und an den Stränden verbringen. Natürlich werden wir auch lecker essen und fröhlich zusammen sein. Älterwerden ist eine lebenslange Aufgabe, und jeder sollte als „Manager des eigenen Wohlbefindens“ die Verantwortung für die aktive Gestaltung seines Lebens im Alter übernehmen. Es geht in unserem Seminar nicht um die Reduktion von Lebensmöglichkeiten, sondern um das Entdecken der Chancen und Möglichkeiten, die sich uns beim Älterwerden bieten.

Denn es gilt, um noch einmal mit Rolf Zuckowski zu sprechen:

„Leben ist, miteinander zu reden,
Leben ist, aufeinander zu bau’n.
Leben ist, füreinander zu kämpfen,
Leben ist Hoffnung, Mut und Vertrau’n.“

Leben ist mehr – das Lied

Und hier könnt Ihr das passende Lied von und mit Rolf Zuckowski hören: Leben ist mehr

Der 96. Geburtstag meiner Mutter

Heute ist der 96. Geburtstag meiner Mutter, Eva Dethlefs. Heute vor 20 Jahren habe  ich zum letzten Mal mit meiner Mutter zusammen Geburtstag gefeiert, ihren 76. Geburtstag.

Heute hat auch das „Lämmerlein“ Geburtstag, es ist 20 Jahre alt geworden (im Bild oben links). Meine Mutter sagte damals, es sei das schönste Geburtstagsgeschenk, das sie je bekommen habe. Mein Mann und ich haben immer eine ganze Schar von „Tieren“ mit auf die Reise genommen: Lämmerlein, Walfisch, Neger und Dr. Kreuel – außerdem gab es noch Bostiche, den Hund. Der hat leider nicht überlebt, als Senta kam. Heute nehme ich nur noch Senta mit auf die Reise.

Den „Walfisch“ und „Dr. Kreuel“ hat auch meine Mutter schon gekannt – der „Neger“ kam erst später dazu. Hans Christian hat ihn für mich auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin gewonnen.

Am 11. November 1997 starb meine geliebte Mutter ganz plötzlich an einem Herzinfarkt. Der Abschied von ihr war das Schlimmste, was ich jemals erlebt hatte. Monatelang war ich in einer Art Trancezustand, stand offenbar unter Schock. Denn meine Mutter war meine allerbeste Freundin gewesen und hatte mich stets begleitet und unterstützt. Sie hatte mich bestärkt, mit 42 Jahren das Promotionsstudium aufzunehmen und durchzuhalten. Aufgrund ihrer Erfahrung als Grundschullehrerin hatte sie nächtelang mit mir diskutiert. Sie hat Korrektur gelesen, mich ermutigt, beraten und immer wieder zur Weiterarbeit motiviert. Und dann starb sie plötzlich und konnte den Abschluss meiner Arbeit nicht mehr erleben. Dabei wäre sie so stolz gewesen.

Meine Dissertation erschien erst acht Jahre später. Ich habe sie meiner Mutter gewidmet:

In liebevoller Erinnerung an meine Mutter Eva Dethlefs (1921 – 1997)
Und in Dankbarkeit
• für eine schöne Kindheit und Jugend voller Musik,
• für eine umfassende Ausbildung und das Studium,
• für viele Gespräche über Schule, Erziehung und Unterricht,
• für die Erziehung zu Selbständigkeit und Kritikfähigkeit,
• dafür, immer wieder bestärkt worden zu sein, den eigenen Weg
zu gehen, auch gegen Widerstände,
• für die Kraft, dies durchzuhalten,
• dafür, gelernt zu haben, Dinge zu ändern, die man ändern kann
und Vorgaben zu hinterfragen,
• dafür, Liebe und Freiheit als höchste Werte erfahren zu haben.

Heute ging mir vieles durch den Kopf, als ich mit Senta an zwei Stränden auf unserer geliebten Insel Fehmarn war: am Südstrand, wo ich vor fast 25 Jahren eine kleine Strandwohnung gekauft, eingerichtet und vermietet hatte – mit Unterstützung meiner Mutter. Und in Fehmarnsund, wo ich in unserem ersten Urlaub auf Fehmarn – in den Herbstferien 1977 – mit meiner Mutter gewesen war.

Fehmarn hatte meine Mutter an ihre Heimat erinnert – sie war in Danzig geboren und aufgewachsen. Und sie hatte stets die Ostsee geliebt, als junges Mädchen bereits im allerersten Frühling und noch im spätesten Herbst darin gebadet.

Früher dachte ich oft, dass meine Mutter – wenn es tatsächlich eine Wiedergeburt gibt – in Gestalt von Senta zu mir zurück gekommen war. Sentas schöne braune Augen erinnern mich an meine Mutter, aber auch die Art, wie sie mich stupst, wenn ich wieder mal vergessen habe, etwas zu essen, wie sie Unnötiges wegschleppt und Überflüssiges zerreißt, und wie sie mich daran erinnert, dass wir unbedingt spazieren gehen müssen, auch wenn es regnet. Sie sorgt für mich, damit ich genug an die frische Luft komme und mich bewege, regelmäßig esse, viel schlafe und den schönen Strand genieße. Und Senta badet gerne in der Ostsee, sogar jetzt im Winter. Sie ist quietschvergnügt, wenn wir am Strand sind und hüpft vor Freude um mich herum.

Meine Mutter hätte ihre Freude an ihr – sie hat sich doch früher auch immer ein „Hündchen“ gewünscht, so wie mein Mann. Aber in unserem damaligen Wohnhaus durfte man keine Hunde halten, und meine Mutter dachte auch, dass sie nicht mehr mit einem Hund spazierengehen konnte. Denn irgendwann konnte sie nicht mehr gut gehen. Damals gab es noch keinen Rollator – einen Rollstuhl aber oder auch nur einen Gehstock hätte meine Mutter niemals benutzt.

Vielleicht würde meine Mutter sich ein wenig wundern, weil ich nun in einem kleinen Dorf lebe. Ich bin in Weddinghusen/Norderdithmarschen geboren – aber an dieses Haus und die Zeit dort hatte meine Mutter keine guten Erinnerungen.

Als ich in unseren ersten Ferien hier auf Fehmarn den Wunsch äußerte, mich als junge Lehrerin an das neu gegründete Inselgymnasium versetzen zu lassen, warnte mich meine Mutter davor, in eine solch kleine Gemeinde in Norddeutschland zu ziehen. Es sei sehr schwierig, dort akzeptiert und integriert zu werden. Sie selber hatte damals Plattdeutsch gelernt und damit die Hochachtung der Bauern im Umkreis erworben, die ihr und unserer Familie kurz nach dem Krieg sehr geholfen hatten.

Nun – ich war damals Beamtin in Nordrhein-Westfalen und es wäre sowieso schwierig gewesen, eine Versetzung nach Schleswig-Holstein zu erlangen. Als ich dann 2010 mit meinem Mann nach Fehmarn umgezogen bin, hatten sich die Zeiten grundlegend geändert: Fehmarn ist weltoffen, vor allem durch den Tourismus. Das Leben hier ist heute viel einfacher, weil man nicht auf die kleine Dorfgemeinschaft angewiesen ist, sondern durch die rasante Entwicklung des Internets Freunde, Bekannte und Geschäftsbeziehungen auf der ganzen Welt haben kann – auch von Neujellingsdorf aus.

Das war Ende der 1970er Jahre noch nicht abzusehen – auch noch nicht 1993, als ich meinen ersten Computer bekam und mit meinem Promotionsstudium begann: damals erschien es mir sehr reizvoll, dass man bei einem Internetbuchhändler (Amazon hieß damals noch ABC) alle möglichen Bücher recherchieren und erwerben, und dass man Fachartikel und ganze Bücher aus Bibliotheken bestellen konnte.

Heute bin ich sehr glücklich hier auf Fehmarn – und vieles von meinem Lebensglück verdanke ich dem Erbe meiner Mutter:

Meine Mutter war immer Optimistin – sie musste im Krieg ihre Heimat Danzig verlassen. Mit ihrem ersten Baby in der Tragetasche kam sie im kalten Januar 1945 mit dem Schiff über die Ostsee nach Schleswig-Holstein. Sie hatte zugesehen, wie die „Wilhelm Gustloff“ mit Tausenden von Menschen an Bord versank. An Land kämpfte sie sich durch Eis und Schnee und kam wohlbehalten mit ihrem Baby, meinem Bruder Karsten, in Lunden bei ihren Schwiegereltern an.

Zwei Jahre nach dem Krieg, am 10. Juni 1947, starb mein ältester Bruder mit noch nicht ganz drei Jahren an Diphterie, die man nicht erkannt hatte. Mein zweiter Bruder war gerade geboren und wurde am 13. Juni 1947 getauft. Mein Vater war damals auch an Diphterie erkrankt. Die Tragik, dass man sein Baby im Krieg auf der Flucht vor Schlimmem bewahrt hat und es dann sterben muss, als schon wieder bessere Zeiten eingekehrt waren, wurde mir erst später bewusst. Im November 2005 besuchte ich mit meinem Mann den Kirchhof in Weddingstedt. Ich sah die Taufkapelle mitten auf dem dunklen Kirchhof, von der meine Mutter mir nie erzählt hatte. Ich kannte nur mein Taufbild, das vor unserem Haus in Weddinghusen aufgenommen worden war.

All das hat meine Mutter gemeistert. Als verwöhnte Tochter aus der Großstadt lebte sie nun auf dem Lande und baute Gemüse und Obst an, um die Familie durchzubringen. Aber sie ist immer fröhlich und optimistisch geblieben.

Fünf Jahre später wurde ich geboren und habe vieles von meiner Mutter geerbt – vor allem ihren unerschütterlichen Optimismus. Den folgenden Spruch schrieb sie mir 1962 in mein Poesiealbum:

Zum Licht empor mit klarem Blick,
Ein Vorwärts stets, nie ein Zurück,
Ein frohes Schaffen, kühnes Streben
Und schnelles Handeln auch daneben –
Dann hat das Dasein Zweck und Ziel,
Wer Großes will, erreicht auch viel.

(Johann Wolfgang von Goethe, 1749–1832)

Ich bin meiner Mutter unendlich dankbar für all das, was sie mir gegeben hat: für den Mut und den Optimismus, die Herzlichkeit und den Humor, und für die Liebe und die Kraft, die für mein ganzes Leben reichen.

Was würde sie wohl sagen, wenn sie wüsste, dass ich für sie heute, an ihrem 96. Geburtstag, das schöne Impromptu As-dur von Franz Schubert auf meinem eigenen Flügel gespielt habe, das sie immer so geliebt hat? Und dass ich meine Geige im vorigen Jahr verkauft habe, nachdem ich schon viele jahre nicht mehr darauf gespielt hatte?

Was würde sie sagen, wenn sie wüsste, dass ich in meinem eigenen Haus wohne, in dessen Garten zur Zeit die Schneeglöckchen blühen, die ich ihr früher immer zum Geburtstag geschenkt habe?

Was würde sie sagen, wenn sie wüsste, dass ich seit sechs Jahren meinen eigenen Verlag habe und schon weit über 50 Bücher publiziert habe, als wären es meine eigenen Kinder?

Ich glaube, sie wäre sehr stolz auf mich, auf ihre geliebte Tochter. Ich bin jedenfalls sehr dankbar für alles, was ich von meiner Mutter bekommen habe: die Liebe zur Ostsee, zu den Bergen, zum Skilaufen, zur Musik – ohne meine Mutter hätte ich niemals Musik studieren und niemals promovieren können, nie hätte ich die Freuden des Skilaufens und die Schönheit der Tiroler Berge, vor allem in Seefeld, entdeckt, und vielleicht wäre ich dann auch nie in mein heute so geliebtes Armentarola in den Dolomiten gekommen.

Ganz wichtig aber erscheint mir eins – meine Mutter hat ja mit 56 Jahren etwas angefangen, was sie bisher nicht zu können glaubte: malen. Sie hatte mir zu Weihnachten 1977 einen Kalender mit 12 selbst gemalten Bildern geschenkt – und das war der Start in ihr neues Leben! Eine Galeristin stellte ihre Bilder aus und schickte sie zu einem Sonntagsmaler-Wettbewerb ein – sie gewann sofort einen Preis und nahm danach an etlichen Ausstellungen teil. Sie malte so, wie SIE es für richtig hielt, nicht Lehrer, Lehrbücher oder andere Vorbilder – und gewann viele Fans und auch Käufer ihrer schönen Bilder. Denn meine Mutter hatte die Gabe, ganz einfache, alltägliche Dinge auf solch schöne individuelle Weise zu malen, so dass sie die Herzen der Betrachter erreichte. So widmete ich ihr nach ihrem Tod den Spruch ihrer Lieblingsautorin Pearl S. Buck:

Die wahre Lebenskunst besteht darin,
im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.

Heute schrieb mir eine Freundin: „Sie sieht Dir immer zu und ist sehr glücklich über Deinen Weg! Sie liebt Dich sehr!“

Sie schrieb mir auch: „Ich hätte Deine Mutter gerne kennen gelernt!“ – Und ich habe geantwortet: „Du hättest sie sicher gemocht – nun kennst Du sie ein wenig durch mich.“

Ja, das ist meine Aufgabe, all die guten Ideen und Gedanken, die mir meine Mutter vermittelt hat, weiter in die Welt zu tragen. Vor allem: Freiheit und Liebe als höchste Werte erfahren und weitergeben zu dürfen.

Danke, liebe Mutti – ich werde Dich nie vergessen – Du bist immer in meinem Herzen.

Deine Beate mit Senta

Aber die Liebe bleibt

Heute ist der dritte Jahrestag nach Hans Christians Tod. Am Valentinstag, dem Tag der Liebenden, am 14. Februar 2014, wurde er beerdigt. Der Pfarrer hatte den Gottesdienst unter das Motto der Liebe gestellt mit dem Spruch aus dem „Hohelied der Liebe“:

Die Liebe hört niemals auf,
wo doch das prophetische Reden aufhören wird
und das Zungenreden aufhören wird
und die Erkenntnis aufhören wird.
(1. Korinther 13,8)

Auch in diesem dritten Jahr nach seinem Tod habe ich mir viele Gedanken gemacht über die Liebe. Was aber ist das Gegenteil zur Liebe? Hass? Ich glaube eher: es ist die Angst. Im „Hohelied der Liebe“ heißt es  – es sind die wohl berühmtesten Worte aus diesem Text:

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
(1. Korinther 13,13)

Was ist, wenn man weder glauben noch hoffen kann, wenn Angst uns lehrt, zu zweifeln, am anderen, an uns selbst, an der Liebe? Und ganz schlimm: was ist, wenn es so gar keine Hoffnung mehr gibt? Hoffnung auf ein Weiterleben, Hoffnung auf eine bessere Zukunft, Hoffnung auf die ewige Liebe.

Heute vor drei Jahren war ich voller Hoffnung: ich hatte gewartet, man wollte mich von der Klinik aus anrufen, ob die Dialyse geglückt war. Am Mittag hatten sie mir gesagt, dass er jeden Moment sterben könnte. Ich war nach Hause gefahren, hatte alle unsere Bücher gezählt, hatte keinen Gedanken außer: ob sie jetzt wohl bald anrufen? Aber sie riefen nicht an, und als ich dann mit der Ärztin telefonierte, erfuhr ich, dass die Dialyse noch nicht geglückt war. Erst am nächsten Morgen, früh im Morgengrauen, klingelte das iPhone und sie riefen mich zu ihm.

In der Nacht war ich noch einmal mit ihm in Armentarola gewesen, wo wir so viele glückliche Tage erlebt hatten. Ich las unserer Senta die schönen Geschichten aus meinem Armentarola-Buch laut vor. Immer wieder schickte ich ihm eine Nachricht durchs Universum, noch ein wenig durchzuhalten.

Ich wollte doch so gerne noch einmal mit ihm und Senta – mit meiner kleinen Familie – nach Armentarola reisen. Ich hatte die Reise schon geplant, von Neujellingsdorf aus, mit zwei Zwischenstopps in Hotels, die behindertengerecht waren und große Hunde akzeptierten. In allen Einzelheiten hatte ich überlegt, wie ich zuerst ihn und dann Senta ins Hotel bringen würde. Ich hatte gehofft, dass wir mit dem Schwenksitz fürs Auto alles bewältigen könnten. Die Hoffnung auf diese Reise musste ich irgendwann aufgeben.

Was blieb – in dieser langen Nacht vom 9. auf den 10. Februar 2014 – das war die Liebe.

Gibt es sie, die ewige Liebe? In welcher Form erlebt man sie?

Im Juli 2014 hatte ich in meinem Blogartikel „Einmal leben“ geschrieben:
Ich rede nicht mehr mit ihm, wir lachen nicht mehr zusammen, wir sitzen nicht mehr gemeinsam beim Essen oder sagen uns, dass wir uns lieb haben. Wir schlafen nicht mehr zusammen ein und wachen nicht zusammen auf. Ich trinke zwar jeden Abend ein Gläschen Sherry »auf diesen schönen Tag« – aber das ist etwas anderes, als es mit Hans Christian war. Trotzdem beginne ich, mein neues Leben zu genießen und wieder glücklich zu sein.“

Hans Christian hatte immer einen Spruch zitiert:
On n’a pas le droit de tout avoir.“ – Man hat nicht das Recht, alles zu haben.
Un bonheur c’est tout le bonheur. Deux, c’est comme s’ils n’existaient plus.“
Ein Glück, das ist das ganze Glück. Zwei, das ist so, als ob sie nicht existierten.

Daraus zog ich die Schlussfolgerung: „Einmal leben – ein Glück – das ist das ganze Glück.“ Und: „Ein zweites derartiges Glück kann es nicht geben.

Heute weiß ich, dass es stimmt: „Einmal leben – ein Glück – das ist das ganze Glück.“ Ein zweites Glück gibt es nicht, denn es ist das eine, das ganze Glück unseres Lebens, das wir erleben – mehr oder weniger intensiv. Ich hatte Annäherungsversuche erlebt, die mir nicht recht gewesen waren. Und andere, die ich zunächst nicht bewusst wahrgenommen hatte. Heute weiß ich es: das war keine Liebe. Wahre Liebe ist immer gepaart mit dem Glauben an den anderen, mit dem Vertrauen in ihn, und mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wenn die vermeintliche Liebe der Angst weicht, wenn Macht, Abhängigkeit und Manipulation von Gefühlen an die Stelle der Liebe treten, dann ist es keine wahre Liebe.

Hans Christian hatte immer gesagt: „Dreimal ist göttlich.“ Ich war seine dritte Frau. Auf die Frage in einem Interview: „Was war der bisher glücklichste Tag in Ihrem Leben?“ hatte er geantwortet: „Als ich meine jetzige Frau kennenlernte.“ Auf die Frage, welchen Menschen er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, meinte er: „Meine Frau.“ Für ihn war es das größte Glück, dass er mich gefunden hatte nach zwei unglücklichen Ehen. „Dreimal ist göttlich!“ All das wurde mir erst nach seinem Tod klar.

Aber wie ist es, wenn man einmal ein großes Glück erlebt hat? Kann man es ein zweites Mal erleben? Heute glaube ich, dass es der Weg war, die Liebe zu mir selbst, zu meinem Umfeld und zu meinem Leben zu finden.

Louise Hay sagt dazu:
„Das Leben ist ganz einfach. Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Die Liebe hört niemals auf. Was ist das, die ewige Liebe?

Schon vor über einem Jahr schrieb ich:
Er ist  nicht mehr da. Ich kann nicht mehr mit ihm reden.
Ich spüre keine Gefühle mehr – seine nicht, aber auch meine nicht.
Ich kann ihn auch körperlich nicht mehr spüren.

Schon lange ist er nicht mehr hier, in dem Haus, das mittlerweile mein Haus geworden ist. Und das von Senta, meiner Berner Sennenhündin. Sie prüft jeden Besucher – und zeigt mir sehr schnell, ob jemand wirklich Liebe meint, wenn er dieses Haus betritt. Denn in diesem unserem Haus herrscht die Liebe. Auch wenn ich mich manchmal getäuscht habe, wenn ein vermeintlicher Freund, eine vermeintliche Freundin in unser Haus kamen. Was bleibt, ist die Liebe. Auch den Menschen gegenüber, die uns ent-täuscht und ge-täuscht haben.

Aber die Liebe bleibt …“ heißt es in dem Lied von Nana Mouskouri, das auch im Beerdigungsgottesdienst erklang. Sie bleibt für immer, aber sie verändert sich.

Die ewige Liebe ist im Reich der Ewigkeit: Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Schon als meine Mutter 1997 starb, schrieb ich in der Danksagung: „Meine Mutter hat mit Optimismus, Herzlichkeit und Humor das Leben gemeistert. Sie hat mir durch ihr Vorbild Liebe und Kraft für ein ganzes Leben gegeben.“

Und in der Danksagung nach Hans Christians Tod schrieb ich: „Schließlich danke ich meinem Hans Christian für die Liebe, die er mir geschenkt hat, für die Geduld, die ich durch ihn gelernt und die Kraft, die ich durch ihn gewonnen habe. Die Erinnerungen an die glücklichste Zeit meines Lebens mit meiner großen Liebe werde ich nie verlieren.“

Am Ende des Jahres 2016 lernte ich noch einmal einige wichtige Lektionen über die Liebe. Ich war mit Senta in Armentarola, dem Ort, wo ich mit Hans Christian so oft gewesen war und wo wir glückliche Tage erlebt hatten. Nach vielen Jahren hatte ich im September endlich die Reise dorthin geschafft – aber Senta war sehr krank, und beinahe wäre sie dort geblieben, wo ich meinem Hans Christian so nahe war. Armentarola ist zwar nicht der „Himmel“, aber doch auf 1630 Meter Höhe dem Himmel sehr nahe.

Senta aber wurde wieder gesund – hier erlebte ich die Magie von Armentarola, und so fuhren wir Anfang Dezember wieder dorthin. Und in diesen wenigen, sonnendurchfluteten Tage erlebte ich die Liebe wieder, in Form von großer Dankbarkeit – meinem geliebten Hans Christian gegenüber, der mich an diesen wundervollen Ort geführt hatte, und auch meiner geliebten Mutter gegenüber, durch die ich das Skifahren und die Liebe zu den Bergen gelernt hatte, wodurch ich schließlich nach Armentarola gekommen war. Von beiden hatte ich den unerschütterlichen Optimismus, den Mut und die Zuversicht gelernt, dass das Leben uns immer das beschert, was für uns wichtig ist. Aber ich hatte auch von beiden gelernt, konsequent loszulassen, was nicht wichtig ist, egal ob Menschen, Dinge oder Orte. Ich wurde mir über den Sinn und das Ziel meines Lebens klar. Auf den langen Spaziergängen im sonnendurchfluteten Armentarola spürte ich es ganz intensiv:

Ich bin dankbar, denn das Leben liebt mich, und ich liebe das Leben.

Ich trage die Macht in mir, eine neue positivere Wirklichkeit zu erschaffen. Ich habe mein Denken bezüglich Schmerz und Verlust geändert. Das bedeutet nicht, dass ich keinen Schmerz, keine Trauer mehr empfinde. Es bedeutet einfach, dass ich nicht in diesen Gefühlen steckenbleibe. Ich hatte mir Zeit genommen, das Ende dieses Zusammenlebens mit Hans Christian zu betrauern, vielleicht nicht genug Zeit. Das Leben half noch ein wenig nach, ich stürzte und landete mit einem vierfachen Unterkieferbruch für 12 Tage in der Klinik. Die Folgen zu heilen dauerte dann fast ein Jahr. Es war ein deutliches Signal, und ich habe wieder zum Leben gefunden, denn jedem Abschied folgt ein Neubeginn. Ich zitiere immer gerne aus dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse:

„Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Es hat lange gedauert, bis ich erkannte: Das Leben kann nicht sterben. Seelen sterben nicht. Das Leben hat seinen eigenen Sinn, seinen eigenen Rhythmus. Es verläuft meist nicht so, wie wir es erwarten. Oft bringt es Veränderungen, die uns aus dem eigenen inneren Frieden herausreißen. Wir würden es lieber vermeiden, weil auch die Veränderung Schmerz mit sich bringt. Und wir brauchen viel Geduld, viel Zeit, bis die Seele sich wieder öffnen kann nach dem Schmerz von Verlust und Trauer. Und eines Tages entdecken wir die Wahrheit über das Leben. Egal was geschieht: Ich kann mein Herz heilen. Ich kann wieder lieben. Oder immer noch. Denn die Liebe hört niemals auf. Die Liebe bleibt.

Ich habe es erfahren, durch Schmerz zum Glück zu kommen, mit Hilfe der Musik. Und ich schrieb in meinem Blogartikel vom 8. August 2015: „Ich glaube allerdings, dass Glück ohne Trauer gar nicht sein kann – nur wer auch die Schattenseiten erlebt hat, kann wirkliches Glück empfinden. Ja, es ist wohl so: Glück wird erst durch Leid zum Glück – und es ist notwendig, dass wir durch den Schmerz gehen, weil wir dann das Leben viel besser annehmen und uns gelassener auf den Moment einlassen können.

Seitdem suche ich immer wieder Orte auf, an denen ich mit meinem Mann glücklich gewesen bin. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit ihm eine solch erfüllte Zeit und all das Schöne erleben durfte. Ich erfahre vieles auf eine neue, aber auch sehr schöne Art und Weise. Das zeigt, dass man selbst nach Leid, Schmerz und Trauer eine neue gute und glückliche Zeit erleben kann.“

Und diese glückliche Zeit erlebe ich auch heute immer noch. Denn ich habe zu mir selbst gefunden, die Liebe zu mir entdeckt, zu meinem neuen Leben, und auch zu meinem Hund. Denn Senta zeigt mir jeden Tag aufs Neue, worauf es ankommt im Leben: Beisammen sein, zueinander stehen, aufrichtig sein in den Gefühlen, den anderen trösten und ihm Mut geben, wenn es notwendig ist, Freude und Trauer miteinander teilen, fröhlich sein, gemeinsam am Strand spazierengehen und auf Reisen sein, aufs weite Meer schauen und an die Lieben denken, die schon jenseits des Horizonts, jenseits der Regenbogenbrücke leben und auf uns warten, bis wir uns eines Tages wiedersehen.

Denn die Liebe bleibt. Und hier noch die Musik: Aber die Liebe bleibt