Die Magie von Armentarola

img_7734Seit mehr als sechs Jahren stand dieser Wunsch auf Platz 1 meiner Wunschliste: Wieder mal Urlaub in Armentarola zu machen, mit meinem Mann Hans Christian und unserer Berner Sennenhündin Senta. Seit Hans Christians Tod im Februar 2014 war daraus der Wunsch geworden, mit Senta in Armentarola Urlaub zu machen. Das war nicht so ganz einfach, denn Senta mochte nicht im Auto mitfahren.

bild_buchseminar_armentarola2016webIm Januar 2016 buchte ich acht Tage in Armentarola und schrieb das viertägige Seminar „Schreib Dein Buch in Armentarola“ aus. Und schon bald gab es mehrere Anmeldungen, denn das Angebot war attraktiv, zudem konnte man seinen Partner/seine Partnerin mitbringen und neben dem Seminar auch ein wenig Urlaub machen.

Am 12. September 2016 kam ich mit meiner Senta in Armentarola an – ich konnte es kaum fassen: mein alter Traum war Wirklichkeit geworden! Aber ich hatte auch einiges dafür getan, dass dieser Traum in Erfüllung ging: am 2./3. August war der spanische Mensch-Hunde-Therapeut José Arce bei uns auf Fehmarn, und nach dem persönlichen Workshop fuhr Senta im Auto mit. Den ganzen August über haben wir trainiert, ich fuhr 2-3mal pro Tag mit Senta zu den schönsten Stränden auf Fehmarn. Mitte August machten wir dann unsere erste große Reise nach Bayern – darüber habe ich in meinem letzten Blogartikel Willkommen im Leben berichtet.

img_7343Es war eine anstrengende Reise gewesen nach Armentarola: in Deutschland und Österreich herrschte eine große Hitze mit bis zu 35 Grad, die wir nicht gewohnt waren. Und so wunderte ich mich nicht, dass Senta nicht so richtig fressen wollte und ein wenig aggressiv und gleichzeitig matt war. Nach unserem Zwischenstopp in Würzburg suchten wir eine Tierklinik auf, da ich dachte, Senta hätte Schmerzen. Kurz vor unserer Abreise hatte sie noch gehumpelt und von unserer Tierärztin Schmerzmedikamente bekommen. Niemand hatte sich gewundert, dass Senta so außergewöhnlich viel trank – schließlich war es ein sehr heißer Sommer. Und da sie nicht so richtig fressen wollte, hatte sie ziemlich abgenommen.

In Armentarola ging es ihr dann gar nicht gut. Der Hotelchef Toni Wieser rief sofort den Tierarzt einige Dörfer weiter und mehrere Hundert Meter tiefer an, und nach dem zweiten „Alarm“ von mir konnte ich mit Senta dorthin fahren. Senta war schon ganz schwach, und eine Freundin hatte mich darauf vorbereitet, dass sie dies nicht überleben würde. Aber der Tierarzt Dr. Armando Mulciri schaute mich mit optimistischem Augenausdruck an und sagte, was es sein könnte. Und wenn es wirklich nicht mehr als das wäre, würde er Senta morgen operieren und sie wäre dann in zwei Tagen wieder fit.

Auch die Operation könnte Senta vielleicht nicht überstehen, ihr Herz sei doch so schwach, hatte mir die Freundin am Telefon schon erzählt. Auch der Tierarzt hatte das bestätigt – aber er gab Senta per Einlauf einige Medikamente. Und er war voller Optimismus. Ich blieb bis zum Abend bei ihr, sie war ganz schwach. Als ich mich in einer Bar nebenan stärkte und der Wirtin von Senta erzählte, sagte sie nur: der Dr. Mulciri würde nie ein Tier einschläfern, wenn es noch eine Chance gäbe. Und so fuhr ich am Abend beruhigt nach Armentarola zurück.

Am nächsten Morgen dann telefonierte ich mit dem Tierarzt und auch mit unserer Tierärztin auf Fehmarn. „Lassen Sie es sofort machen“, riet sie mir, „das ist eine tickende Zeitbombe“. Wir hatten offenbar Glück gehabt. Sentas Herz war nach der Ruhe in der Tierarztpraxis wieder völlig normal, und Dr. Mulciri und seine junge Kollegin operierten Senta am nächsten Mittag.

Ich aber hatte im Hotel mit Anna gesprochen, dem „guten Geist“ von Armentarola. Ich hatte sie um einige alte Handtücher gebeten, für den Fall, dass Senta nach der Operation wieder ins Hotel käme.

„Das hat schon seinen Grund, dass das ausgerechnet in Armentarola passiert ist“, sagte Anna zu mir. Und ich vertraute ihr und dem Geist von Armentarola, den ich vor eingien Jahren in meinem Buch zum 70-jährigen Jubiläum des Hotels beschrieben hatte. In diesem Hotel war ich oft mit meinem Mann gewesen. Die Lebenslust, die Heiterkeit und der Optimismus, die ich dort erfahren durfte, haben mein Leben, mein Denken und meinen Verlag geprägt. Dafür bin ich sehr dankbar. Das habe ich im Vorwort zur Neuausgabe des Buches geschrieben, die im Oktober 2014 erschienen ist.

Cover_Armentarola_Neuauflage.inddimg_7410Es war genauso, wie der Tierarzt vermutet hatte. Nach der Operation durfte Senta noch zwei Tage in der Tierarztpraxis ausruhen, und ich konnte sie dort besuchen. Am Freitag dann, zwei Tage nach der Operation, durfte sie mit mir nach Armentarola. Denn sie braucht jetzt meine Gesellschaft, meinte Dr. Armando Mulciri. Glücklich holte ich sie ab.

img_7516Am Abend hielt unsere Autorin Sonja Volk im Hotel Armentarola einen Vortrag über ihr Buch „Gedankenpower“. Die gesamte Hotelleitung und viele Gäste waren gekommen und hörten interessiert zu. Ich sprach einige Worte über meinen Bezug zu diesem Hotel und auch über meinen Verlag. Sonja Volk bezauberte das Publikum – es war ein gelungener Abend.

img_7451 Am übernächsten Abend dann sprach mich ein Mann an, weil ich von der Magie dieses Ortes gesprochen hatte. Er kommt seit 30 Jahren hierher und seine Frau sagt auch, es ist ein magischer Ort. Er hat vor kurzem hier seinen 85. Geburtstag gefeiert – kommt immer noch mit dem Auto aus Süddeutschland hierher. Zweimal pro Jahr sind sie für je drei Wochen hier, und das tut ihnen und ihrer Gesundheit gut. Es gibt sie tatsächlich, die Magie von Armentarola.

Ich rechnete nach: Ich muss 81 werden, bis ich sagen kann, ich komme seit 30 Jahren. Und ich muss mich fit halten, damit ich mit dem Auto von Fehmarn hierher fahren kann.
Senta wollte mit in die Hausbar, sie hat wieder Appetit und – Durst. Alle Gäste freuen sich mit uns. Das ist das Wunder von Armentarola.

img_7809Ich war glücklich und erleichtert – mein Autorenseminar war gut gelaufen. Die Hotelleitung gab bereits am Freitag bekannt, dass mein Seminar im nächsten Jahr wieder stattfinden wird, vom 13.-17. September 2017.

img_7740Am Sonntagabend aber kam mir die Erkenntnis: es ist so schön hier in Armentarola. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, und dort den richtigen Menschen zu begegnen – das ist manchmal (über-)lebenswichtig.

img_7788img_7595Senta fühlt sich hier so richtig wohl. Und ich auch. Ich danke der Familie Wieser und dem gesamten Team des Hotels Armentarola, den anteilnehmenden Gästen, vor allem aber dem Dr. Armando Mulciri, der meine kleine Senta geheilt hat – gemeinsam mit dem Geist von Armentarola.

Die Magie von Armentarola aber habe ich in den Tagen nach Sentas Operation besonders gespürt. In der Küche bereitete man ihr Hühnchen mit Reis zu, damit sie endlich wieder etwas fressen konnte. Und es schmeckte ihr, ihre Genesung war mit großer Freude zu beobachten.

img_7702Am Samstag nahm Sonja Volk ein Interview mit mir auf, in dem ich die besondere Inspiration dieses Ortes mit dem Erfolg im Leben im Verbindung brachte.

Und ich lud – ebenfalls per Videobotschaft – zum nächsten Treffen in Armentarola ein.

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Am Sonntag dann buchte ich kurz entschlossen unseren nächsten Aufenthalt in Armentarola – Anfang Dezember werden wir wieder dort sein. Vielleicht kommt auch eine Autorin oder eine Buch-Coaching-Kundin dorthin, um die grandiose Inspiration, die Magie von Armentarola, für das Schreiben ihres Buches wirken zu lassen. Auf jeden Fall werde ich selbst dort schreiben und leben, zusammen mit meiner Senta. Und ich werde das traumhafte Gefühl genießen, dass ich mir meinen alten Traum erfüllt habe.

img_7737Wer nun glaubt, ich hätte keine Träume mehr: die Magie von Armentarola hat mich mein Leben wieder mal neu ausrichten lassen. Wie wichtig ist es, den Zauber eines einzigartigen Ortes zu genießen, die gute Unterkunft, Bewirtung, die hervorragende menschliche Betreuung und die wundervolle Landschaft. So habe ich meinen nächsten Aufenthalt in Armentarola schon gebucht, und auch das nächste Seminar im September 2017. Und ich werde wieder dorthin fahren, denn irgendwelche Reisen rund um die Welt brauche ich nicht in meiner derzeitigen Lebensphase. Und Senta auch nicht. Die möchte es gut haben und mit mir ein wenig wandern, gerne in den schönen Bergen von Armentarola.

Und ich habe den Entschluss gefasst, meine Autorenseminare künftig nur noch an den für mich schönsten Plätzen der Welt stattfinden zu lassen: auf der Sonneninsel Fehmarn und in Armentarola.

14468510_10209153472506963_8065446549262733530_oDie 1200 km zwischen Neujellingsdorf auf Fehmarn und Armentarola sind leicht zu bewältigen: viele Freunde wohnen dort, wo wir vorbeifahren: in Bamberg, Würzburg, Karlsruhe, München und in Innsbruck. Es ist gar nicht so einfach, die nächste Reise zu planen mit all den Zwischenstationen und Einladungen, die wir beide haben. Nächste Woche fahren wir erst einmal los zur Frankfurter Buchmesse – auch das ist ein großes Ereignis in meinem jungen Verlegerinnen-Leben. Und Senta freut sich auf die Freundin, die wir bei dieser Gelegenheit besuchen. Zur Buchmesse kann ich sie ja schließlich nicht mitnehmen.

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Willkommen im Leben!

IMG_0305Heute vor drei Wochen hatte ich einen Mensch-Hunde-Therapeuten vom Hamburger Flughafen nach Fehmarn geholt: José Arce aus Mallorca. Ich kann mich noch an den Abend voller Spannung und Vorfreude erinnern. Jeden Tag war ich seitdem mehrfach mit Senta im Auto unterwegs zu den schönsten Stränden unserer Insel und zur Inselhauptstadt. Sogar mit den Hundefreundinnen waren wir schon unterwegs zum Strand von Großenbrode.Und heute vor einer Woche war ich wieder voller Vorfreude: Senta und ich sind nach Bayern gereist, haben Würzburg und Bamberg besucht. Das Leben bietet uns immer wieder neue Möglichkeiten, uns weiterzuentwickeln. Wir können jeden Tag aufs Neue damit beginnen.

IMG_3667„Willkommen im Leben“, sagte José Arce, als ich ihn am zweiten Tag seines persönlichen Workshops hier auf Fehmarn mit Senta in der Stadt abholte. Nicht nur für Senta hat ein ganz neues und aufregendes Leben begonnen, auch für mich. Erst vor ein paar Tagen sprach ich in einem Interview über Neuanfänge im Leben, vor denen sich mancher fürchtet. Auch ich musste während der Arbeit mit José einige Glaubenssätze, Sichtweisen, Vorbehalte, Zweifel und Gewohnheiten erkennen und aufgeben. Auch ich spürte ein leichtes Bauchgrimmen, als ich alleine mit Senta losfahren sollte. Ich sagte mir: „Du schaffst es. Man soll niemals seine Träume aufgeben.“ Und als Senta dann auf der Rückbank lag, spürte ich, wie es mir besser ging, der Mut und die Zuversicht immer stärker wurden und meine Kraft zum Weitermachen zunahm.

IMG_3664 IMG_3654 IMG_3647 IMG_3646Mit diesem Buch hatte ich José Arce vor fast 2 Jahren entdeckt: Eine glückliche Mensch-Hund-Beziehung – das wünschte ich mir.

51b6lApck2L._SX376_BO1,204,203,200_Jeden Tag übe ich mit Senta, nun wartet sie schon immer, dass es endlich losgeht. Wir waren an Stränden, in der Stadt, in Cafés und Restaurants und schließlich auf dem Friedhof, am Grab meines Mannes und Sentas Herrchens. Und alles ging gut und in aller Ruhe.

IMG_6022IMG_6328IMG_5866IMG_5875 IMG_5869IMG_6083IMG_6076Ganz vorsichtig begann ich, meine Reisepläne zu konkretisieren. So viele Unsicherheiten gab es noch für mich, weil ich noch nie mit einem Hund verreist bin. Und so sind wir letzte Woche nach Bamberg gefahren, eine Freundin hatte uns eingeladen, in ihrem Haus zu wohnen. Und dann geht es endlich bald auch nach Armentarola.

IMG_6509IMG_0478Freude und Trauer – so nannte Verena Ullmann ihren Post über meinen Besuch mit Senta. Ja, meine Freude war riesengroß: darüber, dass ich mit meinem Hund eine Reise von fast 700 km mit dem Auto geschafft habe, dass wir zusammen in Bayern waren, über die freundliche Einladung, die Ermutigung und die Unterstützung von Verena Ullmann, aber auch über die schönen Besuche in Würzburg und Bamberg. Dort war ich vor allem wegen meines Zahnarztes.

IMG_0514Wirklich glücklich war ich aber, weil ich nun mit Senta auf den Spuren ging, die ich vor Jahren zusammen mit meinem Mann gelegt hatte. Wir haben ja fast 7 Jahre in Bamberg gewohnt, bis er krank wurde und wir 2010 diesen Wohnsitz aufgaben, um nur noch auf Fehmarn zu wohnen. Schließlich konnten wir auch nicht mehr reisen.

IMG_0526IMG_0542IMG_0549Und so wurde diese Reise auch zu einem Stück Trauerbewältigung für mich, das wurde mir erst klar, als wir von Bamberg wegfuhren. Senta hat sicherlich mein Glück und meine innere Ruhe gespürt, so dass sie überall ohne Bedenken mit mir ging: an Autobahnraststätten inmitten vieler Autos, durch dichtes Menschengewühl in der Innenstadt, durch Parkhäuser, in Aufzüge, in Restaurants und sogar zum Zahnarzt 🙂

IMG_6537IMG_6480„Du kannst einen Hund nicht belügen, er spürt, wer es ehrlich mit ihm meint“, schreibt Verena. Ja, das habe ich auch und vor allem durch den persönlichen Workshop mit José Arce erlebt, der uns als Mensch-Hunde-Therapeut auf den rechten Weg gebracht hat.

IMG_6185Die Erfolgserlebnisse der letzten Tage, die spürbare Liebe meines Hundes und der Traum, mit Senta in die Berge zu fahren, geben mir ganz viel Kraft, jeden Tag einen Schritt weiterzugehen.

IMG_6549Mein Tipp für alle, die sich mit dem Gedanken an ein neues Leben tragen, sich aber noch nicht trauen:

Anfangen, durchhalten und niemals aufgeben.
Man sollte niemals seine Träume aufgeben.

Einen Teil dieses Textes habe ich noch in mein neues Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ eingefügt, obwohl die Druckfahnen schon fertig waren. Aber dieser Neubeginn – Autofahren und Reisen mit Senta – hat mein Leben von Grund auf verändert.

Edition Forsbach-7Ich spüre eine Kraft in mir,
die mich allem Wandel gelassen begegnen lässt.
Beate Forsbach

(Fotos: José Arce, Verena Ullmann, Ralf Dombrowkski, Beate Forsbach)

Halbzeit 2016

IMG_5186Nun ist das erste Halbjahr gleich herum. Zeit, um nachzudenken, was bisher geschehen ist, wie zufrieden wir damit sind und ob wir im zweiten Halbjahr etwas ändern und verbessern möchten. Ich habe gerade mit Senta noch einen Abendspaziergang gemacht, bei dem meine Gedanken frei fließen konnten. Denn ich hatte mir vorgenommen, heute diesen Blogartikel zu schreiben. Wie alle meine Blogartikel ist auch dieser ein ganz persönliches Statement.

Dieses erste Halbjahr war für mich sehr erlebnisreich. Heute ist es genau drei Monate her, dass ich mich von einem vermeintlichen Freund und Berater getrennt habe. Der Abschied war heftig, und es hat lange gedauert, bis ich alle Folgen überwunden hatte. Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ ist auch aus diesem Grunde noch nicht erschienen. Ich hatte es an meinem Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 geplant, ohne so recht zu wissen, wieso gerade zu diesem Zeitpunkt wieder ein Neubeginn anstand. Und nun braucht es noch seine Zeit.

Auch früher schon habe ich solche Situationen erlebt: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weiter gehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Dieses Lebensprinzip habe ich beibehalten. Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte.

Immer? Auch nach den schlimmsten Abschieden – von meiner geliebten Mutter, von meinem geliebten Beruf, von meinem geliebten Ehemann – habe ich einen Neubeginn im positiven Sinne geschafft. Denn auf der Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens durchläuft man viele Lebensstufen, wie Hermann Hesse es in seinem Gedicht „Stufen“ beschrieben hat:

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden …
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Eine Bekannte, die sich mit Numerologie beschäftigt, sagte mir Anfang Mai: „Die Zahlen sprechen die Sprache unseres Lebens. Du bist 10er-Wandlerin, da du eine zählende Null im Geburtsdatum hast aus der 20. Du hast ab diesem Jahr wiederum viele Eigenschaften zusätzlich geschenkt bekommen, jedoch auch die jeweiligen Herausforderungen … Ich bin mir auch sicher, dass du diese bereits fühlst und diese Energie bereits in dein Leben integrierst.“ (Patricia Zurfluh) Es stimmte, ich hatte in meinem Leben alle 10 Jahre eine wesentliche Herausforderung erlebt. Im Mai 2016 bin ich 64 geworden, und ich war gespannt, was nun kommen würde.

Heute nun, Ende Juni 2016, weiß ich: Es hat an meinem 64. Geburtstag wieder mal einen Neubeginn gegeben. Das Leben gibt uns immer die Zeichen zur Veränderung, nur fällt es uns oft schwer, das zu erkennen. Manch einer möchte sich auch nicht verändern und verharrt lieber in einer Lebenssituation, in der er nicht glücklich ist. Wenn man eine neue Lebensstufe erreicht, heißt es Abschied zu nehmen von vertrauten Gewohnheiten, Dingen, Menschen und Orten. Das bereitet oft Schmerzen. Aber jeder Neubeginn ist auch eine Chance, gesund und glücklich zu werden.

Heute vor vier Wochen erlebte ich dann aus heiterem Himmel einen gesundheitlichen „Warnschuss“, der mich ziemlich erschreckt hat. Es wurde mir klar, dass mein Leben in diesem Moment hätte zu Ende sein können. In einem solchen Moment bekommen viele Dinge eine völlig andere Wertigkeit. Ich habe mich ganz still verhalten, auf meinen Körper gehört, und einige Tage nur geschlafen, kaum etwas gegessen und getrunken und bin ganz vorsichtig und achtsam spazieren gegangen. Und dann am Sonntagmorgen wurde ich wach und spürte, wie meine Kraft und mein Mut zurückkamen. Ich traf einige Entscheidungen für die nächste Zeit.

Am Abend dann, als ich am Meer war, kam mir eine Geschichte in den Sinn. Das hatte ich noch nie erlebt, und so schrieb ich die Geschichte kurz vor dem Schlafengehen auf. Ich habe sie bereits auf Facebook veröffentlicht, aber schreibe sie hier noch einmal auf für alle meine Freunde, die nicht auf Facebook mit mir verbunden sind:

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten16Die Kapitänin

Es hatte ein heftiges Unwetter gegeben. Das Schiff war ins Schwanken geraten, schlimmer als sie es je zuvor erlebt hatte. Der Sturm brauste und tobte so sehr, dass sie fast ein wenig ihren Mut verlor, der sie ihr Leben lang durch schlimme und gute Zeiten begleitet hatte.

Ein Teil der Mannschaft war offenbar seekrank geworden, andere hingen über der Reeling oder waren ins Wasser gefallen.

Die Kapitänin war anscheinend bewusstlos – sie konnte doch ihr gutes Schiff nicht im Stich lassen!

Wo aber war der Steuermann geblieben, ihre stärkste Unterstützung in rauen Zeiten? Er hatte ihr doch diesen Kurs ganz dringend empfohlen, hatte er gar nichts von dem drohenden Unwetter gewusst?

Er war jedenfalls nicht mehr da, war offenbar von Bord gegangen, bevor das Schiff ganz unterging.

Sie träumte von den Sternen, zu denen sie jetzt fuhr. Über das weite Meer, in die Unendlichkeit, immer den Sternen nach.

So war es also, das Ende? Eigentlich schön und angenehm, sie entspannte sich und gab sich ihren Träumen hin.

Mit einem Mal öffnete sie ihre Augen. Was war das? Sie sah in den strahlend blauen Sommerhimmel. Kein Wölkchen war dort zu sehen. Und warum war es plötzlich so ruhig? War sie etwa schon im Paradies angekommen?

Das Meer war spiegelglatt. Kein Lüftchen wehte heute, es war schön warm in der Sonne. Sie reckte und streckte sich wohlig, war richtig gut ausgeruht. Mit einem Mal spürte sie, wie ihre Kraft wieder kam, und auch ihr Mut, der fast abhanden gekommen war.

Sie stand immer noch auf der Brücke und hielt das Steuerrad fest in der Hand. Das Schiff bewegte sich ganz ruhig, so wie sie es lenkte. Wozu hatte sie eigentlich früher immer diesen Steuermann gehabt? Sie war so stark, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer.

Ganz leise hörte sie Stimmen, wer sprach denn da? Nein, es war Gesang, der aus dem Mannschaftsraum kam. Die Seeleute hatten sich offenbar schon wieder erholt und sangen ein fröhliches Lied. Alle waren voller Hoffnung, bald wieder die Küste ihrer Heimat zu erreichen.

Die Kapitänin aber war sehr froh, denn sie fühlte jetzt ihre Kraft und ihre Stärke, dass sie es ganz alleine konnte – dieses wundervolle große Schiff zu lenken, durch das große, weite Meer des Lebens.

IMG_5136Heute, fast vier Wochen später und am Ende der ersten Halbzeit 2016 kann ich sagen, dass ich auf einem glücklichen Kurs bin. Eine Coach-Freundin hatte mir sehr geholfen, als sie den Fokus auf genau das ausgerichtet hat, was mich ausmacht – als Persönlichkeit und als Verlegerin – mit all meinen Stärken und Fehlern. Und nach dem Erlebnis des „Warnschusses“ habe ich mich einfach darauf besonnen, was ich möchte, was ich mir gewünscht habe, für meinen Beruf und meinen Verlag, und für mich persönlich. Ich habe mich von Menschen und Dingen verabschiedet mit dem Erfolg, dass andere Menschen und andere Dinge, teilweise völlig überraschend, in mein Leben traten.

„Ich freue mich über den Mut, auf diesem Weg des ‚Erfolgs mit Herz’ weiterzugehen“, schrieb mir mein 94jähriger ehemaliger Deutschlehrer, Schulleiter und Chef neulich, und ich gehe diesen Weg weiter. Ich bin glücklich über jeden Erfolg, schäme mich nicht meiner Fehler, sondern mache beim nächsten Mal einfach bessere.

Heute Abend aber habe ich die Abendstille genossen, beim Spaziergang mit Senta rund um das Feld hinter meinem Haus. Ich habe den Frieden gespürt, der in mir und um mich herum ist, und die Liebe, die mich umgibt und die ich empfinde für die Menschen in meiner Umgebung, für meinen Hund, für meine Arbeit – für mich und mein Leben.

Ich fühle mich stark und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin – auf meinem ganz persönlichen Weg. Ich danke allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Ich wünsche Euch eine gute Nacht, einen guten Start in die zweite Halbzeit 2016 und ende hier mit dem Motto meines Buches:

„Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“
Meister Eckhart, 1260–1327)

PS: Mein Buch „Neubeginn & Mee(h)r“ wird voraussichtlich im August erscheinen. Vorbestellungen sind ab sofort möglich im Buchhandel, bei Amazon und unter:
http://www.edition-forsbach.de/beate-forsbach/89/neubeginn-und-meehr

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Fehmarnscher Klönschnack

007_©Birgit WohlerHeute fand mal wieder ein Klönschnack im Café Jedermann in Burg statt: Helga aus dem Saarland verbringt wieder mit ihrem Mann ihren Urlaub auf Fehmarn, und dann treffen wir uns immer zu dritt mit Birgit. Das geht nun schon seit 6 Jahren so. Marcus, der Chef vom Café Jedermann, sagte, er hätte die Stachelbeerbaisertorte versteckt, damit wir mal etwas anderes probieren können. Und so gab es heute Himbeerjoghurttorte.

13331012_1685022378428580_1246470255511979821_n011_©Birgit WohlerWir erinnerten uns an den „Fehmarnschen Klönschnack“, über den ich am 16. September 2010 einen Blogartikel geschrieben hatte. Dieser wurde dann ein Kapitel in meinem Buch „Strandallee – Ein Weg zum Glück“, in dem ich in jenem Sommer über unseren Umzug auf die Sonneninsel Fehmarn berichtet habe.

Fehmarnscher Klönschnack

Vor einigen Tagen schrieb mir Ruth aus dem Seniorentreff, sie käme für einen Tag nach Fehmarn. Sie wollte sich am Mittwoch zwischen 14 und 15 Uhr im Café Jedermann in Burg mit Birgit und mir treffen.
Auch Hans Christian hatte Lust mitzukommen, und so schrieb ich, dass wir wohl nicht vor 15 Uhr da sein könnten. Denn er ist manchmal recht langsam. Ich fuhr vorher schon am Café vorbei, suchte einen rollstuhlgerechten Parkplatz und sah zwei Stufen an der Tür zum Café. Egal, dachte ich, warum nicht? Ein Café Jedermann wird sicher auch für einen Rollstuhlfahrer zugänglich sein.
Am Mittwoch ging dann alles überraschend schnell. Wir wären schon um 14 Uhr gestartet, wenn es nicht gerade einen heftigen Sturzregen gegeben hätte. Hans Christian sagte: „Ach, du immer mit Deinen Freundinnen aus dem Seniorentreff“, aber er war richtig gespannt.
Ich schob den Rollstuhl vom Parkplatz aus durch das Kaufhaus Stolz, dann über das Kopfsteinpflaster der Ohrtstraße zum Café. Es gab nur eine Stufe, und ich öffnete die Tür, um einen jungen Mann zu bitten, mir zu helfen. Aber der sagte uns, wir könnte hinten herum, durch den Biergarten, ohne Stufe ins Café gelangen.
Gesagt, getan, die Bedienung lächelte uns zu, aber wo waren meine ST-Freundinnen? Mir fiel ein, dass ich Ruth noch nie gesehen hatte. Als ich Hans Christians Rollstuhl durch das Café schob, entdeckte ich Birgits Kopf hinter einer netten Dame an einem Tisch neben der Tür. Sie hatten nach uns Ausschau gehalten, um uns helfen zu können.
Und sogleich gab es eine herzliche Begrüßung und Umarmung: Ruth strahlte, als hätten wir uns gerade mal ein paar Tage nicht gesehen. Ihr Mann Saul freute sich genauso, Birgit und ich natürlich auch – und Hans Christian lachte glücklich in seinem Rollstuhl. Im Nu saßen wir in gemütlicher Runde beisammen und waren im Gespräch. Gar nicht so einfach, etwas zu verstehen bei fünf lebhaften, fröhlichen Menschen.
Das Wichtigste war die Auswahl des Kuchens – das Café Jedermann bietet hausgemachte Kuchen und Torten an. Birgit empfahl Stachelbeer-Baiser, ich fuhr mit Hans Christian zur Torten-Theke. Tolle Torten waren da zu sehen, ich wählte auch Stachelbeer-Baiser – ein riesiges Tortenstück wurde auf einen Teller geladen. Und Hans Christian? Er, der keine Sahne mag, wie er immer sagt, wählte ebenfalls Stachelbeer-Baiser.

Später hat er sich das riesige Tortenstück schmecken lassen, trotz oder wegen der Sahne, während wir drei ST-Freundinnen nicht wussten, ob wir lieber reden oder essen sollten. Es gab leckeren Kaffee in großen Bechern dazu – man brauchte viel zum Trinken, damit die Stimmbänder nicht austrockneten. Gibt es das? Man hat sich noch nie gesehen und ist gleich im intensiven Gespräch versunken.
Als unsere beiden Männer ihre Tortenstücke verspeist hatten, mischten sie sich in unseren Klönschnack ein. Wir erfuhren, dass der Name von Ruths Mann Saul nach peruanischer Art seinen eigenen Familiennamen und den Mädchennamen seiner Mutter enthielt. Ruth trug ihren deutschen Mädchennamen und den Familiennamen ihres Mannes, und ihr Sohn? Ich weiß es schon gar nicht mehr, so viel haben wir geredet, auch über deutsche Doppelnamen.
Unsere schöne Insel Fehmarn war natürlich auch ein ergiebiges Gesprächsthema. Im Café lag das vor kurzem erschienene „große Buch über Fehmarn“ aus. Es bot für Ruth und Saul viel Interessantes, was Birgit als alt eingesessene Fehmaranerin ihnen gerne erklärte.
Das schönste Thema war unser ST – denn wisst ihr, was „Klönschnack“ bedeutet? Man klönt und schnackt – man sitzt behaglich zusammen, plaudert mit Freunden und Bekannten – und natürlich auch über Freunde und Bekannte. Ein Klönschnack ist etwas ganz Gemütliches, und unserer dauerte mehr als drei Stunden. Das hübsche Café hatte sich gefüllt, wurde wieder etwas leerer, neue Besucher kamen, und wir saßen immer noch beim Klönschnack.
Nun haben wir nicht drei Stunden nur über den Seniorentreff geschnackt. Auch unser bevorstehender Umzug auf die Insel Fehmarn war ein Thema. Am Schluss war schon das Essen für die Einzugsparty geplant …
Was mich wieder einmal überrascht hat, war die Herzlichkeit und Vertrautheit, mit der wir an diesem schönen Nachmittag geklönt und geschnackt haben – obwohl wir uns doch gerade erst persönlich kennen gelernt hatten. Birgit, Hans Christian und ich kannten uns ja schon von früheren Treffen. Ruth und Saul waren mittenmang dabei, als ob wir schon lange gute Freunde wären.
Hans Christian wirkte nach über drei Stunden erfreut und glücklich, war das doch sein erster Ausflug mit dem Rollstuhl in die Hauptstadt unserer Insel gewesen! Und der fehmarnsche Klönschnack mit meinen ST-Freundinnen hatte ihm offenbar gefallen und gut getan.
Wenn ihr Appetit bekommen habt – auf unsere schöne Sonneninsel, auf eine leckeres Stück Torte oder auf einen fehmarnschen Klönschnack, dann kommt mal zu uns ins Café Jedermann in Burg auf Fehmarn!

StachelbeerbaiserAus meinem Buch: Strandallee – Ein Weg zum Glück. Geschichten und Bilder von der Sonneninsel Fehmarn. 2. Aufl., Edition Forsbach 2013, S. 39-41.

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Unser heutiger Klönschnack hat schon Tradition – er findet jedes Jahr im Juni statt. Es ist Erdbeerzeit und so gibt es dann für uns ein Glas Erdbeer-Prosecco. Mein neuer Kalender „Impressionen von der Sonneninsel Fehmarn“ ist schon erschienen und erfreut meine Freundinnen. Diesmal kam noch das neue Buch „Lady on Tour“ dazu, dessen Autorin mit 70 eine Weltreise gemacht haben. Na ja, dafür haben wir drei noch etwas Zeit …

13332837_1685022475095237_8549570775684341340_nSame procedure as every year 13344551_1685022418428576_122454448953478419_nIm Nu war es 18 Uhr und es war keine Minute langweilig gewesen!

13413608_1685022318428586_2963198574700613524_nWir sehen uns wieder im nächsten Jahr an unserem Stammtisch im Café Jedermann, in Burg auf Fehmarn, Ohrtstraße 25!

 

Geburtstag

IMG_9847Nun ist mein Geburtstag vorbei. Der 64. Geburtstag. Bis zu diesem Datum wollte ich auf Fehmarn leben, so hatte ich es mir im März 2010 vorgenommen. Hier in meinem Haus in Neujellingsdorf auf Fehmarn, das ich nun bereits seit 5 ½ Jahren bewohne, habe ich gefeiert: mit einer Familie, von der ich vor 6 Jahren noch nichts ahnte. Und mit Freunden, die ich erst hier auf der Insel gefunden habe.

IMG_9846Es gab auch Wunder: An meinem Geburtstag kamen wir erstmals nach einigen Jahrzehnten zusammen: drei Cousinen – davon bin ich die jüngste. Das letzte Foto von uns Dreien wurde vor ca. 60 Jahren aufgenommen. Die Familie mit zwei süßen Kindern hatte eine Woche Urlaub gemacht hier im Dorf. Wir haben schöne Stunden miteinander verlebt. Was für wunderbare Begegnungen.

IMG_9845Wie immer habe ich in meinen Geburtstag hinein gefeiert. Senta ist dabei meine treue Begleiterin. Sie mag Geburtstage.

IMG_9764 IMG_9777 IMG_9787Noch in der Nacht las ich auf einer Geburtstagskarte: „Mit sich selbst im Frieden leben ist wohl das höchste Glück auf Erden – ein Spruch, der nicht besser auf Sie passen könnte.“

An meinem 64. Geburtstag bin ich im Frieden – mit mir und meinem Umfeld.

IMG_9793Louise Hay hatte heute den passenden Spruch für mich parat: „Ich glaube an mich. Ich weiß, ich bin fähig, Mitschöpfer einer friedlichen Welt zu sein. Ich suche mir Freunde, die meine Interessen teilen, und gemeinsam helfen wir einander.“

Ich glaube an michIMG_9826Ich danke Euch von Herzen für Eure liebevollen Glückwünsche, online und offline. Ich bin beeindruckt von den vielen guten Wünschen, aber auch von den zahlreichen Bekundungen der Dankbarkeit für meine Texte und Bilder.

IMG_9828Ich danke Euch allen, die mich in den letzten Wochen durch stürmische Zeiten begleitet, mir Mut gemacht und viel Zuspruch gegeben haben.

Leben_ist_Mee(h)r_2016_Postkarten38Jemand schrieb: Mögen sich alle Deine Pläne, Wünsche und Träume erfüllen und Dir Flügel verleihen, damit Du auch mal gegen den Wind voller Leichtigkeit fliegst. „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ ist schon lange mein Lebensmotto, aber die Leichtigkeit, die ist erst jetzt dazugekommen. Und wird hoffentlich noch lange mein Begleiter bleiben.

IMG_9816 - Arbeitskopie 2Heute Abend bin ich sehr glücklich. Ich danke Dir, dass Du meine Worte gelesen hast. Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und Deine Freundlichkeit. Und ich wünsche Dir, dass auch Du diesen Frieden spüren kannst, den ich heute empfinde.

Deine Beate Forsbach

Neujellingsdorf/Fehmarn, den 20. Mai 2016

 

Frohe Pfingsten

IMG_4081 Heute morgen las ich den Post einer Facebook-Freundin zum Thema Pfingsten. Sie zitierte ihren Pfarrer:

Es gibt im Menschen eine unauslöschliche Sehnsucht nach Zusammenschau, nach ordnendem Horizont, nach einem „Geist des Ganzen“. Der große Theologe Henry Newman hat einmal gesagt: „Der Mensch erkennt die Wahrheit in einer Wolke konvergierender Wahrscheinlichkeiten“.

Das veranlasste mich, über den Sinn und die Bedeutung des Pfingstfestes nachzudenken. Es ist immerhin der drittgrößte Feiertag der Christen und gilt als „Fest des Heiligen Geists“. Pfingsten fällt auf den 50. Tag nach Ostermontag. Der Begriff geht laut der Evangelischen Kirche in Deutschland (EDK) auf das griechische Wort „pentekoste“ zurück, was so viel heißt wie „der fünzigste“.

Nun war meine Neugier geweckt, denn seit Ostern hat es eine große Veränderung in meinem Leben gegeben. „Was bedeutet mir persönlich in diesem Jahr Pfingsten?“, fragte ich mich. Offenbar geht eine Lebensphase vorüber. Eine Bekannte von mir ist Expertin für Numerologie und prophezeite mir neulich schon, dass ein weiterer Neubeginn bevorsteht mit meinem 64. Geburtstag in den nächsten Tagen. Bereits vor zwei Wochen spürte ich deutlich, dass sich wieder Neues entwickelt in meinem Leben.

Pfingsten gilt als Geburtstag der Kirche, es wird die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert. Oft werden Pfingstsymbole wie Tauben, Rosen und Feuer verwendet.

Nach der Wiederauferstehung Christi zu Ostern empfingen seine Jünger laut der Bibel 50 Tage später den Heiligen Geist. Die Jünger sollten das Evangelium mit großer Begeisterung verbreiten, also „Feuer und Flamme“ für ihre Aufgabe sein.

White dove flying in the skyEines der bekanntesten Pfingstsymbole aber ist die Taube. Eine weiße Taube hat in vielen Kulturen die gleiche Bedeutung: Sie symbolisiert Reinheit und Frieden. Daneben steht sie seit Menschengedenken für Hoffnung und Neuanfang.

RoseRosen sind häufig Symbole für Reichtum und Heilung, als Pfingstsymbole spielen sie eine tragende Rolle. Einer Legende nach weinte eine Frau über die Kreuzigung Jesu in ihrem Garten, bis sie bemerkte, dass die Rosen plötzlich keine Dornen mehr besaßen. Ihre Tränen versiegten und sie rief: „Gott hat die Dornen fortgenommen, das Leid hat sich in Freude verwandelt.“

Was aber bedeutet dies alles für uns, die wir uns zwar über die zwei Feiertage freuen, aber vielleicht noch nie Gedanken über die Bedeutung des Pfingstfestes gemacht haben?

Es ist eine Bestätigung für den Optimismus, mit dem viele von uns leben. Es gibt offenbar etwas, das über uns und dem Chaos unseres Lebens schwebt, nennen wir es den Heiligen Geist oder anders. Es hilft uns, in einer verwirrenden chaotischen Welt unseren Weg zu finden, mit Hoffnung und Zuversicht voller Begeisterung in die Zukunft zu schreiten.

IMG_4079Mit diesen Gedanken ging ich heute – nach einem heftigen Regenschauer – mit Senta, meiner Berner Sennenhündin, zum Meer. Es war eine eigentümliche Stimmung: die Sonne strahlte zwischen dunklen Wolken, die Rapsfelder glühten im satten Gelb, das Meer leuchtete silbern im Licht der Sonnenstrahlen, die Wolken bildeten geheimnisvolle Formationen.

IMG_4104Im Garten beginnt alles zu blühen – die Zeichen stehen eindeutig auf Neubeginn. Alle drei Apfelbäumchen, die ich vor drei Jahren gepflanzt habe, stehen in voller Blüte. Beim Pflaumenbäumchen war es bereits letzte Woche soweit. Die Büsche beginnen zu leuchten, überall blüht und grünt es.

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IMG_9713IMG_9703Aber auch tief in mir wird es ruhig, denn 50 Tage sind vorbei seit bewegenden Erlebnissen zu Ostern. Das Leben hat mir gezeigt, dass es immer einen Weg gibt aus Chaos, Unfrieden und Enttäuschung. Ich bin erfüllt von Liebe, Kraft und Freude, ich spüre den Frieden in mir und um mich herum, und in mir brennt das Feuer des Neubeginns.

Dieser Abend neigt sich dem Ende zu, nun folgt eine besinnliche Stunde mit Musik von Chopin, einem Glas Rotwein und Senta auf dem Sofa.

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IMG_9467Morgen früh werde ich den Pfingstgottesdienst im Nachbardorf besuchen, ein kleines Mädchen aus unserem Dorf wird getauft. Was für ein schönes Symbol für Hoffnung und Neuanfang nach Zeiten des Chaos und der Veränderung.

IMG_4115Ich bin gespannt, ob die Rose bereits Knospen hat, die zu Ostern 2014 vor der Kirche gepflanzt worden ist. Wir werden uns an den Blüten erfreuen und keine Dornen mehr spüren.

Ich schaue voller Mut und Zuversicht in die Zukunft und freue mich auf alles, was noch kommen wird.13224227_600396563456326_1085225016_oIn diesem Sinne wünsche ich Ihnen und allen Lesern meines Blogs ein frohes Pfingstfest!

Herzliche Grüße von der Sonneninsel Fehmarn

Ihre Beate Forsbach

 

 

Neubeginn & Mee(h)r

IMG_9154Neubeginn

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“
(Hermann Hesse, 1877-1962)

Gestern wurde eine Dame im Radio zu ihrem 100. Geburtstag geehrt. Auf die Anmerkung der Moderatorin, sie sei doch schon seit 35 Jahren „in Rente“, antwortet sie: „Ich bin noch nicht in Rente, ich liebe meine Arbeit.“

Ich habe etwas Ähnliches erlebt in den letzten Tagen, obwohl ich das so genannte „Rentenalter“ noch gar nicht erreicht habe: „Sie können doch gut von der Pension Ihres Mannes leben, Sie brauchen doch keinen Verlag. Der ist sowieso unnötig, es ist ein Verlustgeschäft. Die Bücher von einem Coach braucht keiner, nur er und seine Anhänger. Es ist sinnlos, so viele Bücher drucken zu lassen, die kauft sowieso niemand.“

Das hat meine Lebensgeister geweckt und ich sagte, dass ich diesen Verlag nun nicht so einfach schließen würde. Büchermachen ist meine Berufung, der Verlag ist mein Lebenswerk. Wenn ich nicht so überzeugt wäre von meinem Unternehmen, hätte ich an diesem Tag damit aufgehört. Es war eher demotivierend, was ich da zu hören bekam. Aber ich lasse mich nicht entmutigen. Und wenn der Verlag noch größer wird, kann ich mit solchen „Bremsern“ auf die Dauer nicht auskommen.

Im Übrigen sehe ich mich nicht als gut versorgte Beamtenwitwe – ich kann durchaus selber für mich sorgen. Hätte ich die Pension von meinem verstorbenen Mann nicht, würde meine eigene nicht gekürzt. Ich hatte in meinem Leben die Selbstverwirklichung an die erste Stelle gesetzt, war erfolgreich im Beruf und persönlich selbstständig, als ich mit Mitte Vierzig meiner großen Liebe begegnete und mit 48 heiratete. Zuvor hatte ich mit 34 Jahren schon das zweithöchste Amt der Lehrerlaufbahn erreicht – das Leben spielte dann ein anderes Lied, das mir viel besser entsprach: ich wurde Unternehmerin, zunächst „nur“ Lebensunternehmerin, später auch Unternehmerin im geschäftlichen Sinne.

Zwei Jahre ist es nun her, dass mein Mann verstorben ist. In dieser Zeit habe ich fast rund um die Uhr gearbeitet, denn wir hatten erst vor wenigen Jahren ein Haus gekauft, das ich nun alleine finanziere – mit Erfolg. Ich habe meinen Verlag weiter aufgebaut, der in diesen Tagen, am 11. Februar 2016, sein fünfjähriges Jubiläum feiern konnte. Ich habe wieder zu leben begonnen, habe zum ersten Mal seit Jahren zweimal ein paar Tage in Urlaub in Seefeld/Tirol gemacht, war mehrfach in Bamberg, am Niederrhein und zu Konzertbesuchen in Berlin.

Und dann ging vor drei Wochen mein Auto kaputt und ich überlegte, ein neues zu kaufen. Ich beriet mich mit verschiedenen Freunden und Beratern, und traf schließlich meine eigene Entscheidung: Für mein neues schickes Auto, das ich am Tag des Verlagsjubiläums bekam. Es ist nur ein kleines Modell einer großen Automarke, mit der ich seit vielen Jahren immer gut gefahren bin, auch wenn sie etwas teurer ist. Es gibt eine gute Werkstatt am Festland und drei Meister hier auf der Insel, die mein Auto abholen und bringen, wenn etwas daran zu tun ist. Und sie halten mich nicht für eine ahnungslose Frau, der es nur auf die schöne Farbe des Autos ankommt.

IMG_2129Leben ist mehr – als nur Erträge und Verluste gegeneinander abzuwägen. Ich denke einfach anders als manche Berater. Das entscheidende Argument für den Autokauf hatte mir eine Freundin gesagt: „Du hast jetzt einen neuen Lebensabschnitt, Du wirst jeden Tag jünger und schlanker – da würde ein neues flottes Auto gut zu Dir passen.“

IMG_2144Ich bin voller Pläne für dieses Jahr: Gestern ist mein neues Buch „Bücher schreiben mit Herz“ erschienen – ein Ratgeber für Coaches, Trainer und Therapeuten zum Schreiben eines eigenen Sachbuches. Es ist mein fünfter Ratgeber zum Schreiben und Publizieren innerhalb von knapp drei Jahren, und mein sechzehntes Buch. Es ist das 45. Buch in meinem Verlag, daneben habe ich 16 E-Books, 16 Kalender und 5 CDs/DVDs produziert. Auch wenn nicht alles ein großer Erfolg war – einige Projekte erwiesen sich sogar als „Flops“, wie in jedem Verlag – so waren doch auch große Erfolge dabei. Es ist noch keines meiner Bücher in die Spiegel-Bestsellerliste gekommen, aber das ist auch nicht mein Maßstab für meinen persönlichen Erfolg.

IMG_9274Ich habe mit den Büchern schon viele Menschen glücklich gemacht: vor allem die Autoren, denen ich geholfen habe, ihren Traum vom eigenen Buch zu verwirklichen, aber auch viele, viele Leser. Ich trage dazu bei, dass positive Gedanken für ein positives Leben in die Welt getragen werden. Ich kann Menschen begeistern und sie ermutigen, ihre persönlichen Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen.

IMG_9275Geld ist zwar wichtig für mich, aber ich sage immer: ich lebe in Reichtum und Fülle. Und damit meine ich mehr als Geld. Für mich gibt es neben dem Geld eine zweite Währung, die mindestens genauso wichtig ist: ein glückliches Leben. Geld macht mich nicht glücklich und auch nicht unglücklich. Ich kann auch ohne Geld glücklich sein. Allerdings ist Geld auch eine Erfolgsbestätigung für gute Arbeit und die Voraussetzung für ein gutes Leben. Geld verändert den Charakter nur dann, wenn es ausschließlich um Geld geht, wenn man gar nicht mehr anders denken kann. Das musste ich leider in den letzten Tagen mehrmals erfahren. Und auch, dass es Menschen gibt, die so überzeugt sind von ihrem Lebens- und Finanzkonzept, dass sie es anderen aufdrängen möchten.

Ich treffe meine Entscheidungen selber – denn nur ich alleine bin für mich und mein Leben verantwortlich.

Neulich schrieb jemand auf Facebook: „Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann finanziell abhängig machen. (Und umgekehrt ebenso.)“ Ich antwortete: Das hat mir meine Mutter beigebracht – in der erweiterten Version: Eine Frau sollte sich niemals von einem Mann abhängig machen. Sie (Jg. 1921) gehörte zu der Generation, in der die Frau den Mann noch fragen musste, ob sie berufstätig sein durfte. Ich habe es bis heute geschafft, als Frau souverän zu leben.

Für mich ist wichtig in meinem Leben:
Leben, lieben und arbeiten an den für mich schönsten Plätzen der Welt,
in Reichtum und Fülle, Gesundheit und Vitalität,
umgeben von meinen Freunden.

Aus diesem Gedanken heraus habe ich ein ganz besonderes Seminar im September in Armentarola geplant: Buch schreiben & Urlaub. Armentarola ist einer meiner Traumorte – eines der schönsten Hotels in den Dolomiten. Und wer meint, ich sei verrückt: es gibt sogar bereits mehrere Anmeldungen für diese Seminartage.

Titelbild_Armentarola2016webDer Erfolg gibt mir Recht: Neben dem traditionellen Buchseminar auf Fehmarn habe ich eins in Berlin angeboten: es ist jetzt bereits ausgebucht. Und so habe ich letzte Woche noch ein Hotel in der Nähe von München gefunden, wo das Seminar im November ein weiteres Mal stattfindet. Die Seminare haben das Motto „Bücher schreiben mit Herz“ – es ist mein ganz persönliches Motto, seit ich 2007 nach einer Begegnung mit Sabine Asgodom und einem Besuch ihres Buchseminars in München beschlossen hatte, keine wissenschaftlichen Bücher mehr zu schreiben, sondern Bücher „mit Herz und Seele“.

Cover_Bücher_schreiben_mit_Herz_neu.inddEs ist für mich wohltuend, dass ich jetzt überwiegend mit jüngeren Menschen zu tun habe, die nicht andauernd das baldige Rentenalter vor Augen haben, sondern mitten im Leben stehen. Ich denke, auch mit 63 steht man mitten im Leben – wenn ich das „Traumalter“ 100 betrachte, bleibt mir davon noch mehr als ein Drittel.

Ich habe mir allerdings auch ältere Vorbilder gesucht. Irgendwann hatte ich entdeckt, dass Louise Hay auch erst mit 58 Jahren ihren Verlag gegründet hat und nun mittlerweile 30 Jahre lang führt, natürlich mit der Unterstützung jüngerer Mitarbeiter und Co-Autoren. Ihr Verlag ist heute, wo sie 89 ist, einer der größten Selbsthilfeverlage in den USA. Dadurch hat sich meine Perspektive auf die Zukunft verändert: nicht bis zum „offiziellen“ Rentenalter mit 65 als Autorin und Verlegerin zu arbeiten, sondern wenigstens 25 weitere Jahre.

Die Pianistin Livia Rev, die mit 93 Jahren in Lausanne ein Konzert gegeben hat und in diesem Jahr 100 wird, hat noch mit 97 eine wundervolle Aufnahme des „Liebestraums“ von Franz Liszt eingespielt – das gab für mich den Ausschlag, wieder Klavierunterricht zu nehmen.

Mein alter Deutsch-, Englisch- und Philosophielehrer und ehemaliger Schulleiter wird in diesem Jahr 94, er rief mich letztes Jahr zum Geburtstag an, weil er im Moment nicht so gut schreiben konnte. Als ich ihn fragte, ob er schon einen Gehstock oder einen Rollator hätte, sagte er: nein, dann wäre man ja alt. Und zu Weihnachten schrieb er mir wieder einen langen Brief mit der Hand.

Auch in meinem Verlag gibt es bewundernswerte ältere Menschen, wie Ottilie Krafczyk, die mit 80 Jahren ihr erstes Buch schrieb, oder Gunda Dinklage, deren Buch über ihre erste Weltreise mit 70 demnächst erscheinen wird. Mein ältester Autor ist Silvio Vogel, der kurz vor seinem 90. Geburtstag den Wunsch hatte, all seine Träume von einem langen Leben in einem Buch aufzuschreiben.

IMG_9139An- und aufregend für mich ist es, was mir jüngere und ältere Leute schreiben:

  • „Ich bewundere Dich und Deine Produktivität!!! Ich nehme Dich zum Vorbild!“ (Jeanette Mensing)
  • „Prima, Dein unternehmerischer Dickkopf!“ (Elisabeth Mardorf)
  • „Ein Schiff geht nicht unter, solange der Kapitän sein Steuer in der Hand hält“ (Birgit Wohler)
  • „Herzlichen Dank, Beate Forsbach! ‚Vollblutunternehmerin’, so ist es! Frauen, die sich für das, was sie wollen einsetzen. Empathie, Durchsetzungskraft, Willen und Herzblut. Sie vereinen diese Eigenschaften und sind vielen Unternehmerinnen ein Vorbild!“ (Katharina Boersch)
  • „Herzlichen Dank, liebe Beate Forsbach. Für mich sind Sie ein Vorbild in vielerlei Hinsicht! Bleiben Sie so klug und wild und wunderbar!“ (Verena Ullmann)
  • „All Deine Zeilen haben mich tief berührt und mit Deiner Stärke und dem Optimismus … bist Du für mich ein großes Vorbild.“ (Monika Bidler)
  • „Es freut mich, zu lesen, dass Sie nun, nach all dem Schweren und Belastenden wieder glücklich sein und Ihr Leben genießen können. Dabei hilft Ihnen die Glücksformel, die ich gerne für mich übernehme.“ (Gunda Dinklage)

Neulich wurde ich in einem Interview gefragt: Wie triffst Du Entscheidungen? Wie gehst Du an scheinbar unlösbare Aufgaben heran?

Nun, ich treffe Entscheidungen oft sehr spontan und ohne lange über die Folgen nachzudenken. Es ist besser, überhaupt eine Entscheidung zu treffen, als nie eine zu treffen oder gar andere entscheiden zu lassen. Auf diese Weise habe ich viele Erfolge und Veränderungen erlebt, und damit auch viele Neuanfänge in meinem Leben.

Ich glaube nicht daran, dass es unlösbare Aufgaben gibt. Ich vertraue darauf, dass es immer eine Lösung gibt. Ich habe eine innere Kraft entwickelt, auch mit Hilfe der positiven Affirmationen von Louise Hay, meinem großen Vorbild.

Immer wenn es ein Problem gibt, sage ich:
Alles ist gut.
Alles entwickelt sich zu meinem Besten.
Nur Gutes resultiert aus dieser Situation.
Ich bin beschützt.

Wenn ich genau weiß, was ich will, wenn ich mich also für etwas eindeutig entschieden habe, dann glaube ich daran, dass ich alle daraus resultierenden Fragen lösen kann. Ich glaube an mich und an meine innere Stärke, und ich vertraue dem Leben. Das ist die Grundlage dafür, das Unmögliche möglich zu machen.

Schon als junge Musiklehrerin habe ich Dinge getan, die noch keiner getan hatte. In meinen ersten Dienstjahren habe ich mit meinem Schulorchester eine Reise nach Südfrankreich gemacht – der Titel meines damaligen Berichtes lautete: „Eine Reise nach Agen. Wie das Unmögliche möglich wurde.“ Bei dieser Reise habe ich etwas Wichtiges von einem französischen Pater gelernt, der sagte: „Man muss das Glück nur genügend herausfordern, dann hat man es auch auf seiner Seite.“

Heute, zum Zeitpunkt meines Neubeginns nach 5 Jahren Verlagsgeschichte, danke ich allen meinen Freunden und den Beratern, die mich auf diesem Wege unterstützen und begleiten. Nach meinem Lebensmotto „Fliegen kannst Du nur gegen den Wind“ sind gerade die Kritiker und Gegner wichtig für mich, damit ich meinen eigenen Standpunkt finde. Aber manchmal ist auch Rückenwind ganz gut – und so danke ich allen Freunden von ganzem Herzen, die mich liebevoll und wohlwollend unterstützen, so verrückt manche Ideen auch für andere sein mögen.

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Dankbarkeit – mein Jahr 2015

IMG_0817Wirklich – ich kann mich nicht mehr erinnern, mit welchen Gefühlen ich in das Jahr 2015 gestartet bin. Ich erinnere mich nur an den Silvestertag 2014, als nach 8 Tagen das Telefon wieder ging, ich am Nachmittag Besuch von einer neuen Lektorin bekam, um 21 Uhr den Anruf einer neuen Autorin, bis kurz vor Mitternacht mit einer anderen Autorin über den Sinn einer gemeinsamen Besprechung mit der Lektorin gechattet hatte, um Mitternacht eigentlich ziemlich unglücklich war, das neue Jahr mit einer Diskrepanz begonnen, am zweiten Tag eine mehrstündige, letztlich erfolglose Besprechung mit Lektorin und Autorin durchgeführt hatte, ein paar Tage später das intensive Gefühl hatte, ohne ein professionelles Coaching all das nicht mehr bewältigen zu können. Es gab Buchpläne, aufgrund deren ich eine Lektorenstelle ausgeschrieben, drei Kandidaten probeweise eingestellt sowie einen Vertrag mit einer großen Verlagsauslieferung abgeschlossen hatte. Denn ich hatte das Gefühl, die anstehenden Veröffentlichungen nicht mehr mit den bisherigen Mitteln und Mitarbeitern bewältigen zu können. Und manches davon stellte sich später als Fehlentscheidung unter dem Druck der aktuellen Situation heraus.

Wie meine persönliche Lage am Neujahrstag 2015 war, weiß ich nur noch ungefähr: mein Mann war noch kein Jahr tot, ich war noch voller Trauer, hatte Silvester letztlich alleine verbracht, wurde am Neujahrstag vom Anruf einer mitfühlenden Bekannten geweckt und rief daraufhin eine alleinstehende Bekannte an, weil ich mir erwiesene Wohltaten immer gerne weitergab, telefonierte einige Stunden mit anderen Bekannten, bis ich am Abend ermattet ins Bett fiel – ohne zu mir selber gekommen zu sein. Beim obligatorischen „Traumschiff“ war ich sicherlich eingeschlafen, wie auch heute – nur dass ich am Neujahrstag 2016 den deutlichen Impuls verspürte, noch einen Rückblick auf mein Jahr 2015 zu verfassen, nachdem ich den heutigen Tag ganz nach meinen Wünschen verbracht hatte. Und ich habe heute das Gefühl, zu mir selber gefunden zu haben, seit einigen Monaten wieder glücklich leben zu können.

Anfang Januar sprach ich mit einem Coach über ein Buchprojekt. Am nächsten Tag schrieb ich ihm: „Mein Leben hat sich ja im Laufe des vergangenen Jahres stark verändert, dazu ist mein Verlag, den ich Anfang 2011 gegründet habe, in einer aufregenden Entwicklungsphase. Auch wenn ich schon 62 bin, denke ich, dass ich mit Ihrer Unterstützung und Inspiration noch viel mehr erreichen kann – denn ich liebe den Erfolg!“ Ich lernte, die „Glücksformel“ für mein Leben anzuwenden: „Tue immer mehr von dem, was Dir gut tut. Tue immer weniger von dem, was Dir nicht gut tut.“ Mir ging es darum, wie ich mein Leben mit meinem Verlag (und meinem Hund) so schön gestalte, dass ich möglichst viel Spaß an allem habe: An der Arbeit, den Autoren und Lektoren, den Büchern, meinem eigenen Schreiben – und dem sonstigen Leben.

In den nächsten Monaten folgten Niederlagen und Höhepunkte in meinem Leben als Verlegerin: Schöne Erfolge mit einigen Büchern, finanzielle Misserfolge, das Gefühl, ausgenutzt worden zu sein, ein Buchprojekt, das mich emotional sehr viel Kraft kostete, Vertragsauflösungen, die für mich oft einen Tiefpunkt bedeuteten – und schließlich das Gefühl, eigentlich nie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse erfüllen zu können, weder in Bezug auf Buchprojekte noch in Bezug auf das private Leben.

Nur ganz wenige Wegbegleiter waren immer für mich da: Meine „Hundefreundin“ mit ihrer Jenny begleitete mich auf vielen Spaziergängen und nahm meine Senta bei sich auf, als ich ab Ende April mehrfach nach Bamberg zu meinem früheren Zahnarzt fuhr und im September in der Uniklinik war. Mein ältester Freund half mir in vielen juristischen Fragen, meine erst 2013 gefundene Familie aus Hamburg machte sogar Urlaub in Neujellingsdorf und war eigentlich immer für mich da. Und meine Berner Sennenhündin Senta wurde zu meiner geliebten Seelengefährtin – sie half mir in den Tagen der Trauer und machte mir insgesamt viel Freude, allerdings zeigte sie mir auch, dass sich das Leben nicht so schnell weiter entwickelte, wie ich es mir oft wünschte. Ich hatte Geduld zu lernen.

Ich trennte mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und viele schlaflose Nächte. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute, am Neujahrstag 2016, spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

„Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere“, diese Erfahrung habe ich mehrfach im vergangenen Jahr gemacht. Nicht nur in Bezug auf Mitarbeiter in meinem Verlag, sogar im ganz persönlichen Bereich von Familie und Freunden habe ich das erlebt: Ich habe nach ca. 60 Jahren eine Cousine wiedergefunden, die wie eine Schwester für mich ist. „Du bist ein Glücksfall für mich“, sagte sie mir erst kürzlich. Was kann es Schöneres geben, als ein „Glücksfall“ für einen anderen Menschen zu sein. Ich habe neue Freunde gefunden, die mich unterstützen und begleiten – das ist etwas, was ich in den letzten Jahren selten erlebt habe. Zwar war die Liebe zu meinem verstorbenen Mann groß gewesen, doch ich hatte in den letzten Jahren die ganze Verantwortung für ihn und unser Leben übernommen.

Seit Ende 2008 hatte ich Schweres zu tragen und war stark geworden – nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, im wahrsten Sinne des Wortes. Und so habe ich seit September 2014 insgesamt ca. 20 Kilo abgenommen, ohne Diät und bei einem Leben mit Genuss. Ich fühle heute eine große Leichtigkeit, in Bezug auf mein Gewicht und mein Leben. Ende 2015 bekam ich die Anregung, noch einmal Klavierunterricht zu nehmen. Schon seit einigen Monaten hatte die Musik wieder einen großen Stellenwert in meinem Leben bekommen – daraus hat sich eine ganz neue, ungewohnte Lebensqualität entwickelt. Ich laufe täglich mit Senta, meiner Berner Sennenhündin, meist 8-10 km, fast jeden Tag zum Meer, und diese täglichen Impressionen von Sonnenuntergängen, frischer Luft und dem Blick aufs Meer wirken sich positiv auf meine Gesundheit aus.

Im Sommer fuhr ich das erste Mal in die Berge, nach Seefeld/Tirol, wo ich auch über Weihnachten einige Tage verbracht habe. Mehrfach war ich in Bamberg, wo ich früher einige Jahre gewohnt habe und nun noch meinen damaligen Zahnarzt besuche. Die Behandlung wäre längst abgeschlossen, wenn ich nicht im September gestürzt wäre und mir einen vierfachen Unterkieferbruch zugezogen hätte. Die damit verbundenen 12 Tage in der Uniklinik hatten die Konsequenz, dass ich mir meiner positiven Einstellung und meines unbedingten Willens zum Gesundwerden bewusst wurde. Ich lief auf dem Klinikgelände jeden Tag ca. 8 km und war – trotz heftiger Blutergüsse im Gesicht – kurz nach der Entlassung in der Lage, zu einem Konzertbesuch nach Berlin zu fahren.

Außerdem machte ich die Erfahrung, dass Senta ein paar Tage alleine zu Hause bleiben konnte, versorgt vom Tierservice, und ich fortan auch mal kleinere Reisen planen konnte. So fuhr ich im November nach Düsseldorf, um Sonja Volk, eine Autorin meines Verlages bei ihrer Vorstellung ihres Buches Gedankenpower in einer großen Buchhandlung zu erleben. Danach konnte ich meine Freunde in meinem ehemaligen Wohnort am Niederrhein besuchen – erstmals nach mehr als vier Jahren. Nach der Rückkehr plante ich dann meinen Weihnachtsurlaub in Seefeld.

Mehr und mehr lernte ich auch, mich von Menschen zu verabschieden, die mir nicht gut taten. Ich lasse mich von niemandem mehr unterkriegen und bin nicht mehr bereit, etwas für Menschen zu tun, die das nicht würdigen. Einige Male habe ich die Zusammenarbeit aufgekündigt, ohne Angst vor den Konsequenzen. Ich kann gut loslassen, es bereitet mir keinen Schmerz mehr, denn die entstandenen Spuren sind jedes Mal Wege in eine bessere Zukunft. Mein unerschütterlicher Optimismus, mein positives Denken, meine grundsätzliche Überzeugung vom Guten im Menschen und mein Vertrauen in jeden Menschen, mit dem ich zu tun habe, helfen mir dabei. Und so habe ich im vergangenen Jahr trotz einiger Rückschläge auch große Erfolge erlebt.

Mein Autorenseminar auf Fehmarn war ein solcher Erfolg, dem in diesem Jahr mehrere weitere Seminare folgen werden. Ich erlebe einen stetigen Zuwachs an Bekanntheit in den sozialen Netzwerken, viele schöne Kontakte sind entstanden, viele Buchprojekte geplant worden. Und so finden auch meine eigenen Texte mehr und mehr Anklang bei immer mehr Menschen. Darüber bin ich besonders glücklich, war es doch von Anfang an mein Ziel, durch meinen eigenen Verlag positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen und (angehende) Autoren anregen und inspirieren zu einem guten Leben und guten Büchern. Mein Buch „Der Traum vom eigenen Buch“ hat sich zu einem heimlichen Bestseller meines Verlages entwickelt und bringt mir auch im Buch-Coaching-Bereich immer wieder neue Kunden.

Und schließlich entwickelt sich mein ursprünglich geplanter Schwerpunkt „Musik“ in meinem Verlag: Nachdem ich zu Weihnachten 2014 meine Dissertation neu publiziert hatte, kam im Herbst 2015 mein erstes Fachbuch neu heraus, und im nächsten Jahr sind gleich mehrere Veröffentlichungen im Musikbereich geplant. Ich habe meine Websites neu gestaltet und von einem professionellen Webmaster einrichten lassen. Seit Februar werden die Bücher von einer Verlagsauslieferung verschickt, die alle Bestellungen abwickelt. So bin ich weitgehend vom Paketepacken und Schreiben von Rechnungen befreit. Ich arbeite mit mehreren großen Druckereien zusammen und lasse zunehmend größere Auflagen unserer Bücher herstellen. Diese Investitionen werden sich hoffentlich in 2016 auszahlen.

In diesen Tagen ziehe ich mit fast 5000 Büchern meines Verlages um zu einer neuen, kleineren Verlagsauslieferung – ich habe mich dafür entschieden, um für die Zukunft bessere Möglichkeiten zu haben, auch wenn es dadurch im Vorweihnachtsgeschäft einige Einbußen gegeben hat. Aber ich habe gelernt, dass finanzielle Einbußen durchaus positive Nebenwirkungen haben können. In der neuen Verlagsauslieferung erfahre ich bereits jetzt eine individuelle Betreuung durch den Chef und die Mitarbeiter. Ich habe gelernt, mich zu entscheiden, für oder gegen Dinge und Menschen, auch wenn es unangenehm ist. Und so sehe ich voller Zuversicht dem fünfjährigen Verlagsjubiläum am 11. Februar 2016 entgegen.

In den letzten Tagen des alten Jahres habe ich mir darüber Gedanken gemacht, worauf es in meinem Leben wirklich ankommt, was ich noch erreichen möchte, was und wer mir wirklich wichtig ist, was und wer nicht mehr zu mir gehört. Dieser letzte Punkt war am schwierigsten für mich, erfordert er doch einige Konsequenzen. Die Überlegung aber, was für mich wirklich Sinn ergibt, klärt vieles, was ansteht. Mir geht es darum, meinen Verlag weiter zu entwickeln und positive Gedanken für ein positives Leben zu verbreiten. Ich möchte Menschen helfen, besser zu leben, auch durch mein Vorbild.

Meine Wünsche für 2016 im persönlichen Bereich sind: Gesund und fit zu bleiben, Musik zu machen und zu hören, richtig gut Klavier spielen zu lernen, Zeit für mich und für mein Leben zu haben, meine eigenen Bücher endlich schreiben zu können, Urlaub zu machen an den für mich schönsten Orten der Welt, die Beziehungen zu den Menschen zu pflegen, die mir am nächsten sind. Ich halte es mit Louise Hay, die gesagt hat:

„Das Leben ist ganz einfach.
Was ich gebe, kommt zu mir zurück.
Heute entscheide ich mich dafür, Liebe zu geben.“

Nun ist das neue Jahr inzwischen schon mehr als 24 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2015 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2016 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2016 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

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Silvester 2015

IMG_0784Meinen guten Wünschen zum neuen Jahr möchte ich noch diesen irischen Segenswunsch hinzufügen:

Mögen alle deine Träume wahr werden,
mögen alle deine Himmel blau sein,
mögen alle deine Freunde wahrhaft Freunde sein,
mögen alle deine Freuden vollkommen sein,
mögen Glück und Lachen alle deine Tage ausfüllen.

Auf ein glückliches neues Jahr 2016!

Mutprobe – Brüche im Leben

Leben_ist_Mee(h)r_2015(2).indd Ende August hatte ich einen Spruch gepostet: „Ich wage immer wieder Neues und habe den Mut, etwas zu tun, was ‚man‘ im fortgeschrittenen Alter nicht unbedingt tut.“ Das hatte Folgen: Ich hatte zwei Freundinnen zum Ausritt auf dem Ponyhof Wallnau angemeldet – ich wollte das nur fotografieren. Nun wurde ich „bearbeitet“ und habe mich auch angemeldet.

Alle Argumente nutzten nichts: „Aber ich bin doch seit meiner Kindheit nicht mehr geritten – und da vor allem auf der Kirmes“ – „Ganz ehrlich, ich bin da ein wenig skeptisch, das zu machen. Ich müsste ja im Grunde erstmal eine ganz normale Reitstunde nehmen.“
Die Reitlehrerin meinte, die Ponys seien ganz lieb. Und mir fiel ein: Ich bin in der 1980er Jahren mal auf Santorini mit einem Maulesel den Berg hochgeritten.

So kann es einem ergehen, wenn man seine Freunde dazu motivieren will, etwas zu tun, was man im „fortgeschrittenen Alter“ nicht unbedingt tut.

Am 1. September war es dann soweit: ich saß auf einem Riesen-Pony und es ging los zum Ausritt. Was macht man, wenn man auf einem Pony sitzt und keine Ahnung hat, wie man das lenken soll? Leider zeigte es mir niemand – ich fühlte mich höchst unwohl, als ich zentimeternah an einem Straßenschild vorbei ritt. Wir ritten an der Straße entlang und ich dachte, was mache ich jetzt, wenn das Pony auf die Felder ausbricht? Irgendwann rief mir jemand zu, wie ich die Zügel halten sollte, und wie ich das Pony dazu bringen könnte, nach links oder rechts zu gehen. Am Strand fand ich das dann noch schlimmer. Und wenn man jetzt denkt, ein solches Pony ist ganz brav in der Gruppe: das Pony der Anführerin brach aus, und sie bekam es kaum noch wieder in den Griff – als sicherlich erfahrene Reiterin. Mir wurde noch unwohler, kalte Angst packte mich.

DSC_1966 DSC_1968 DSC_1972Aber Angst haben bringt nichts. Also habe ich mich darauf besonnen, was ich kann. Es war ja ein Tier, kein Auto. Erfahrungen habe ich nur im Umgang mit Senta, meiner Bernersennen Hündin. Also habe ich versucht, mit Snoopy Kontakt aufzunehmen, Energien zu senden und habe einfach mit ihm gesprochen. Danach konnte ich den Rückritt ein wenig genießen. DSC_198911943348_850975288343230_1939596312_nIch kam heil wieder nach Hause und schwor mir, niemals mehr eine solche „Mutprobe“ zu absolvieren. Auf dem Pony merkte ich deutlich, dass ich hier die Situation nicht mehr selbst beherrschen konnte – das muss nicht mehr sein in meinem Alter. In meinem ganzen Leben bin ich bisher nie solche Risiken eingegangen. Ich liebe es, mit den Füßen auf dem Boden zu bleiben – so wie im Sommer bei meiner Bergtour in Seefeld. Als ich früher noch Ski fuhr, bin ich zwar schnell und auf steilen Abfahrten gefahren, wählte aber immer den sicheren Weg, und ging vor allem den unberechenbaren Anfängern aus dem Weg. Noch nie hatte ich mir etwas gebrochen, nur im vorigen Jahr mal den kleinen Finger. Der war aber schnell wieder geheilt, nachdem ich den Gips aus dem Krankhaus abgelegt hatte und mit einer einfachen Lösung meines Hausarztes auskam.

Ich erklärte meinen Freundinnen, dass ich eine solche Mutprobe nie mehr machen würde – zu wertvoll ist mir meine Gesundheit. Und als selbstständige Unternehmerin kann ich auch nicht einfach „krank feiern“.

IMG_8507Es war nur drei Wochen später, als ich beim Einkaufen einfach hinfiel. Geradeaus nach vorne – über einen Bordstein gestolpert – einfach der Länge nach hingeschlagen. Ohne jegliche Vorwarnung. Ich war nicht bewusstlos, sah den Erdboden auf mich zukommen beim Sturz. Es floss viel Blut, und ich merkte, dass etwas zerbrochen war in meinem Mund. Sonst spürte ich nichts Schlimmes, die Brille war heil geblieben, die Knie taten nicht weh. Offenbar war ich einfach auf das Kinn gefallen – und auf die rechte Schulter. Das tat weh. Der Rettungswagen brachte mich ins Krankenhaus – ich hatte höllische Schmerzen.  Meine größte Sorge war mein Handy, das unaufhaltsam auf den Zustand eines leeren Akkus zusteuerte – gerade am Tag zuvor hatte ich das neue Betriebssystem installiert. Ich rief meine Nachbarn an, die den Autoschlüssel abholten und mein Auto nach Hause brachten. Denn der Arzt hatte verfügt, ich müsse in die Uniklinik Lübeck.

Aber meine Senta saß zu Hause und wartete auf mich – ich war doch nur eben zum Einkaufen auf dem Markt gefahren. Der Computer war noch an – es war an diesem Morgen eine riesige Freude für mich gewesen, dass unsere Neuerscheinung „Gedankenpower – Gesund durch mentales Selbstmanagement“ angeliefert wurde. Ich hatte es noch schnell bei Facebook gepostet, eine Widmung für die Autorin Sonja Volk ins erste Buch geschrieben und das Päckchen zur Post gebracht, bevor ich zum Markt fuhr. Zum Glück erreichte ich Marlene, meine Therapeutin, die zu meinem Haus fuhr, das Ladekabel, einen Schlafanzug und einen Bademantel holte. Dann ging es im Krankenwagen nach Lübeck.

IMG_9455 Dort wurde ein vierfacher Unterkieferbruch diagnostiziert und am nächsten Tag operiert. Ich wurde für 10 Tage „ruhig gestellt“ – konnte Nahrung nur mit dem Strohhalm zu mir nehmen und kaum sprechen – das war das Schlimmste für mich. Mein iPhone war meine einzige Verbindung zur Außenwelt. Senta wurde vom Tierservice zu Hause versorgt – meine „Hundefreundin“ war noch ein paar Tage im Urlaub. Als sie zurück war, brachte sie mir mit ihrem Mann einige meiner Bücher und notwendige Sachen – und nahm Senta zu sich.

IMG_9528Die Bücher und die Musik aus dem Internet waren für mich die Quelle für mein positives Denken und die schnelle Genesung – und der wunderschöne Blumenstrauß, den mir ein Freund geschickt hatte. Ich sagte von Anfang an: das ist jetzt die praktische Prüfung zu „Gedankenpower“ und ging alles positiv an – bis in den OP-Saal, wo ich noch kurz vor dem Einschlafen Witze machte. Sonst ist das gar nicht so meine Art.

Natürlich fragten einige eher esoterisch ausgerichtete Freunde nach den Ursachen des Sturzes. Jemand meinte einfach: „Shit happens“ – und dabei blieb es erst einmal. Obwohl ich mir gesagt hatte, ich bin gestürzt, weil ich so glücklich war an diesem Vormittag. Kann das sein? Ich habe mir noch nie etwas gebrochen – und nun gleich ein vierfacher Unterkieferbruch mit schwerwiegenden Folgen – ich sah tagelang aus wie richtig verprügelt. War ich aber nicht – ganz im Gegenteil. Selbst die Deutungen von meiner sehr geschätzten Louise Hay trafen diesmal nicht zu.

Trotzdem waren es Brüche in meinem Leben – im Bewusstsein großen Glücks hatte ich auch Stress empfunden, wegen einer anstehenden Arbeit und den möglichen Folgen daraus, die ich erst viele Wochen später wirklich einschätzen konnte. Ich hatte noch zwei Stunden daran gearbeitet, war dann erst ganz spät – oder besser gesagt früh – im Bett gewesen, hatte am Morgen nicht ausgeschlafen, als der Paketbote klingelte. Dann die riesige Freude über das schöne neue Buch. Ich hatte nichts gegessen und war so zum Einkaufen gefahren.

Das Leben hat mich auf die Probe gestellt – das denke ich heute darüber. Und ich habe bewiesen, dass ich auch plötzlich auftretende Hindernisse überwinden kann. In der Klinik waren alle überrascht über meine positive Haltung – ich habe am Tag nach der OP Schmerzmittel abgelehnt und dann begonnen mit dem täglichen Lauftraining.

IMG_9543„Du kannst es!“ – sagt Lousie Hay. Und ich konnte es tatsächlich: ich bin fast jeden Tag acht Kilometer gelaufen, um wieder fit zu werden. Ich habe tapfer die Suppen – Fruchtsuppe, Tomaten-, Spargel-, Champignonsuppe – gegessen, dazu Trinkyoghurt und Sahnequark, um wieder zu Kräften zu kommen. Und tatsächlich schaffte ich es, wenige Tage nach der Entlassung aus der Klinik, zu einem wunderschönen Konzert nach Berlin zu fahren.

IMG_8583Zwei Wochen später habe ich mein Autorenseminar auf Fehmarn geleitet – ohne dass man noch einen Flecken im Gesicht entdecken konnte. Inzwischen kann ich schon wieder besser essen, und ich habe weitere 5 kg abgenommen, was ich auch wollte. Bald ist alles ausgeheilt und dann können meine demolierten Zähne gerichtet werden.

Mein Spruch „Ich wage immer wieder Neues und habe den Mut, etwas zu tun, was ‚man‘ im fortgeschrittenen Alter nicht unbedingt tut.“ passt auch – aber ich denke, dass man es mir nicht unbedingt nachmachen muss – weder in Bezug auf die Mutprobe beim Reiten noch in Bezug auf den Sturz und den Unterkieferbruch, wodurch ich mein Ziel beim Abnehmen erreicht habe.

Ob Sie es glauben oder nicht – in der Klinik habe ich viele glückliche Stunden erlebt, die die Schmerzen erträglich machten und die Heilung förderten. Sei es ein wunderschöner Blumenstrauß, liebevolle Karten, Grüße von Facebookfreunden oder Besuche von Freunden und Verwandten. Ärzte und Pflegepersonal waren ausgesprochen freundlich – vielleicht auch, weil ich immer freundlich und positiv war?

Einige Bücher aus meinem Verlag, insbesondere unsere Neuerscheinung „Gedankenpower – Gesund durch mentales Selbstmanagement“ von Sonja Volk haben mir Mut gemacht und das positive Denken gefördert.

Diese „Brüche im Leben“ bedeuteten für mich einen Wechsel der Lebenssituation, über den ich noch heute sehr froh bin.