Dankbarkeit – mein Jahr 2016

img_1833Auch dieses Mal wollte ich am Neujahrstag meinen ganz persönlichen Jahresrückblick erstellen, hatte mir extra den Abend dafür reserviert. Aber es kamen zwei Dinge dazwischen: ein Telefongespräch, das ich, eigentlich entgegen meiner Planung, am Neujahrstag nicht zu telefonieren, mit einer Freundin verabredet hatte, deren Weihnachtsbrief auf eine außerordentlich schwierige Lebenssituation hingewiesen hatte. Und dann: mein Körper, auf den ich zu hören gelernt habe, er signalisierte mir eine große Müdigkeit – und so ging ich einfach zu Bett und schlief viele Stunden tief und fest durch.

So bin ich heute, am 2. Januar 2017, wieder ziemlich fit und voller Energie und schreibe jetzt den Jahresrückblick, um ihn noch vor Mitternacht zu veröffentlichen.

Gestern aber hatte ich etwas für meine beiden größten Lebensziele getan: „Glücklich und gesund 100 zu werden“ und  „anderen den Mut und Optimismus weitergeben, den ich im Leben erfahren habe“. Denn wenn ich 100 werden will, muss ich schon heute etwas dafür tun. Das bedeutet für mich vor allem, keinen Stress zu haben, genug zu schlafen, vernünftig zu essen, und genug Zeit zu haben, mit Senta am Strand spazierenzugehen. Und ich glaube, das ich der Freundin in dem langen Telefongespräch auch ein wenig Mut und Optimismus vermitteln konnte, vor allem auch ihrem Mann, der ziemlich krank im Krankenhaus liegt. Ich habe es früher selbst oft als sehr hilfreich empfunden, wenn mir Freunde schrieben oder anriefen, als mein Mann im Krankenhaus war. Man ist dann dankbar für jedes kleine Zeichen und jedes Licht, das Hoffnung und Zuversicht verspricht.

Mein Jahresrückblick hat ein wichtiges Thema: die Erfahrung mit Menschen, die in unser Leben treten. Und das Gefühl, das ich mich selber gefunden habe, dass ich wirklich ganz ich selber bin, dass ich mein Leben ganz allein bestimmen kann. Ich bin glücklich und ich weiß, was ich will.

img_2435Kurz nach dem Jahreswechsel schrieb ich: Wir haben es geschafft – das neue Jahr 2017 erreicht! Ich bin sehr dankbar für alle Erfahrungen, die ich im Jahr 2016 gemacht habe. Dieses neue Jahr 2017 wird ganz anders sein als die letzten Jahre, nicht nur, aber auch, weil 2017 eine Primzahl ist. Es wird ein ganz außergewöhnliches Jahr. Unser Verständnis für das Leben und unser Mitgefühl für die anderen Menschen werden zunehmen, und unsere Liebe auch: die Liebe zu uns, zu unserem Leben und zu den anderen Menschen. Denn was wir aussenden, kommt immer zu uns zurück. Unser Leben wird umso schöner, je mehr wir Liebe, Freude und Frieden für andere Menschen ausstrahlen, egal ob sie Freund oder „Feind“ sind. Harmonie, Glück und Gesundheit werden unser Leben bestimmen. Ich bin sehr dankbar für alles, was ich im alten Jahr erlebt habe und für alle meine lieben Freunde, die ich schon kannte, die, die ich erst neu gewonnen habe, und die mich in guten und in schlechten Zeiten unterstützt haben.

beate-forsbach-2242Vor einem Jahr hatte ich das intensive Gefühl, all die Schwierigkeiten ohne ein professionelles Coaching nicht mehr bewältigen zu können. Schon in dem Moment, als ich einem vermeintlichen Freund und Berater eine Bezahlung anbot, merkte ich, dass es nicht das Richtige war und dass ich im Grunde selber am besten wusste, was mir gut tat. Heute weiß ich, wie sehr ich manipuliert werden konnte durch andere Menschen. Es traten noch einige Menschen als vermeintliche Freunde und Es-mit-mir-Gutmeinenden auf, die ich letztlich wiederum losgelassen habe, weil sie mir einfach nicht guttaten.

Mein altes Lebensprinzip hat mir sehr geholfen: Man geht Wege, die sich zeigen, man kommt an Kreuzungen, wo man sich entscheiden muss, in welche Richtung man weitergehen wird. Wenn dieser Weg nicht der Richtige ist, wird man den Kurs erneut ändern und irgendwann dort ankommen, wo man eigentlich hin möchte.

Ich habe viele Abschiede erlebt und oft losgelassen, und ich habe gelernt, immer wieder neu anzufangen. Niemals wollte ich zurück in eine frühere Lebensphase, denn immer hatte sich das vermeintlich Negative unversehens in etwas ganz Positives verwandelt. Oft wurde es dann noch viel besser, als ich mir jemals erträumt hatte. Mein Jubiläumsbuch „Neubeginn & Mee(h)r“ hat diese Kunst des immer wieder anstehenden Neubeginns zum Thema. Es erschien erst im September 2016, nachdem ich annahm, die schlimmsten Erlebnisse des Jahres hinter mir zu haben. Aber das Allerschlimmste stand mir noch bevor.

Zunächst aber kam ein wundervolles, positives Ereignis: Meine geliebte Berner Sennenhündin Senta fuhr im Auto mit! Der Mensch-Hunde-Therapeut José Arce aus Mallorca war Anfang August bei uns. In einem persönlichen Workshop haben Senta und ich viel gelernt. „Willkommen im Leben“, sagte José Arce, als ich ihn mit Senta in der Stadt abholte. Nicht nur für Senta hatte ein ganz neues und aufregendes Leben begonnen, auch für mich.

img_3667Und nun konnte ich Reisepläne schmieden – nach einer „Probereise“ nach Bayern kam die seit Jahren ersehnte Traumreise nach Armentarola, wo ich ein Autorenseminar durchführen würde. Am ersten Tag dort aber war Senta sterbenskrank. Wie konnte das sein? Endlich erfüllte sich mein Traum, und nun sollte der Hund ausgerechnet dort sterben? Ich haderte mit meinem verstorbenen Mann und sagte ihm, dass er Senta noch nicht so bald bekäme. Und tatsächlich rettete der begnadete und optimistische Südtiroler Tierarzt meine Senta nach einer schweren Operation. Sie erholte sich schnell und ist heute so fit und gesund wie nie zuvor. Ich aber war sehr dankbar, dem Arzt und auch der Magie von Armentarola, die ganz offensichtlich hier gewirkt hatte. So fuhren wir im Dezember ein zweites Mal dorthin und erlebten endlich den Traumurlaub, den auch mein „Berghund“ sehr genoss.

sentaUm bei den Ärzten zu bleiben: ich bin ja recht kritisch gegenüber der sogenannten Schulmedizin, möchte aber heute meine Dankbarkeit äußern für die Achtsamkeit meines Hausarztes, der an meinem schlimmsten Tag des Jahres zu mir kam, für die Sorgfalt und den Optimismus meines Zahnarztes in Bamberg, der mir meine – nach dem Sturz im September 2015 demolierten – Zähne wieder richtig gut in Ordnung brachte, und auch meiner Hautärztin, die zwar nicht glaubt, dass meine Heilung vor allem auf meinem positiven Denken beruht, aber trotzdem erfreut darüber ist. Ansonsten glaube ich mehr denn je, dass die Art zu denken, die ich von meinem Vorbild Louise Hay gelernt habe, einen positiven Einfluss auf mein Leben, meine Gesundheit und meinen Lebenserfolg hat.

beate-forsbach-2385Nun noch einmal zu dem Thema, das mich in diesem Jahr am meisten bewegt hat: die Begegnung mit Menschen, die es nicht ganz ehrlich mit uns und mit sich selber meinen. Menschen, die andere manipulieren. Menschen, die sich selbst inszenieren im Netz, bis zur Veränderung ihres Lebensalters, ihrer Persönlichkeit, ihres Lebenslaufes durch eine Darstellung, die andere beeindrucken und überzeugen soll – nur damit sie ihren Vorteil haben, egal, was mit den anderen passiert. Ich habe in dem vergangenen Jahr einige solcher Menschen kennengelernt und mich selbst zunächst verurteilt, weil ich darauf hereingefallen war.

Inzwischen weiß ich, dass es jedem passieren kann, und ich habe mir auch vergeben – ich hatte einfach nicht gewusst, dass es so viel Falschheit geben könnte, auch wenn mich mein Bauchgefühl immer wieder aufmerksam gemacht hatte, dass hier etwas nicht stimmte. Dadurch habe ich gelernt, besser auf meine Intuition zu hören. Und ich bin auch mitleidig und verständnisvoll denjenigen gegenüber, die ihrerseits von Manipulationen beeinflusst sind, denen man klargemacht hat, dass sie mit mir keinen Kontakt mehr haben dürften, und die auch versuchen, sich daran zu halten.

beate-forsbach-2043Nein, ich glaube nicht, dass ich die Welt in dieser Hinsicht ändern kann, aber ich habe ein Ziel: Ich möchte ein guter Mensch sein. Ich ermutige und helfe Menschen, ihre Stärken zu entwickeln und das Beste aus ihrem Leben zu machen. Aber ich werde niemanden unterstützen, der mit unrealistischer Selbstdarstellung und Täuschung anderer seinen Weg machen will. Nach wie vor halte ich es mit meinem Vorbild Louise Hay, die gesagt hat:

„Schon seit langem glaube ich daran, dass die Geschäftswelt ein Bereich ist, in dem wir uns gegenseitig helfen und unterstützen sollten. Ich habe die Ellenbogenmentalität nie verstanden und nie begriffen, warum man andere übervorteilen oder sogar betrügen sollte. Das scheint mir keine besonders freudvolle Art und Weise zu sein, sein Leben zu leben. Es gibt so viel Überfluss auf der Welt, wir müssen ihn nur erkennen und miteinander teilen. Es ist immer die Politik meines Verlags Hay House gewesen, ehrlich und rechtschaffen zu sein.“

Und so bleibe auch ich mit meinem Verlag ehrlich und rechtschaffen, auch wenn es manchem so gar nicht gefällt. Ich habe mich im vergangenen Jahr von einigen Menschen getrennt. Es gab heftige Erschütterungen, krisenhafte Zeiten und manche blieben ganz einfach weg. Ich lernte, mich für bestimmte Wege zu entscheiden, auch wenn es nicht immer besonders angenehm war. Heute spüre ich viele Veränderungen, die ich nie durchlebt hätte, wenn ich nicht so viele positive und negative Erfahrungen gemacht hätte. Gewiss hätte ich mir einige Erlebnisse ersparen können, aber erst durch die Schwierigkeiten, die ich überwunden habe, bin ich zu dem Menschen geworden, der ich heute bin.

beate-forsbach-2113Insofern bin ich allen Menschen dankbar, denen ich im letzten Jahr begegnet bin – egal ob es beglückende und erfüllende Erfahrungen waren oder Konflikte, die letztlich zur Trennung geführt haben.

Ich habe gelernt, dass die schlimmste Enttäuschung über einen Menschen niemals so schlimm ist, dass ich nicht mehr an mich selber glauben kann. Finanzielle Einbußen, die aufgrund falscher Einschätzung von Menschen und Situationen entstanden sind, beeinträchtigen mein Leben kaum, denn sie stellen für mich eine Herausforderung dar, es nunmehr besser zu machen. Und so kann mich ein finanzieller Rückschlag nicht mehr erschüttern – habe ich doch die Gewissheit, aus jeder Situation wieder herauszufinden und meinen Zielen näherzukommen.

All das hatte ich bereits im Jahresrückblick auf 2015 geschrieben. Im Jahr 2016 aber kam etwas ganz Wichtiges dazu: Ich habe meinen persönlichen Lebenssinn gefunden. Ich weiß, was ich will, und was ich nicht will. Ich habe Menschen gefunden, mit denen ich mein Leben verbringen möchte und bin mir klar geworden darüber, mit welchen Menschen ich nicht weiter zu tun haben möchte.

Ich bin meinem verstorbenen Mann Hans Christian sehr dankbar, dass er mit mir vor 13 Jahren das erste Mal nach Armentarola gefahren ist, aber ganz besonders dafür, dass er – als Kriegskind – mir den Mut und den Optimismus vermittelt hat, sowie die Einstellung: „Wir kommen immer durch.“ Dankbar bin ich auch meiner Mutter, die ebenfalls immer mutig und optimistisch war und mir Liebe und Freiheit als wichtigste Werte vermittelt hat. Hätte sie nicht dafür gesorgt, dass ich Skilaufen lernte und dazu oft in Seefeld/Tirol war, wäre ich vielleicht nicht mit meinem Mann nach Armentarola gekommen. Dies ist ein magischer Ort für mich, an dem ich fortan einen Teil meines Lebens verbringen möchte.

Und mir ist einiges ganz wichtig geworden:

  • Schön Klavier spielen zu können: Brahms, Chopin, Schubert und Schumann, dafür habe ich im Dezember 2015 nach 40 Jahren wieder mit dem Klavierunterricht begonnen.
  • Eine glückliche Beziehung zu meiner Hündin Senta zu haben, dafür habe ich Geld, Zeit und Kraft investiert.
  • Gesund und glücklich älter zu werden,100 Jahre alt werden zu wollen – daran arbeite ich jeden Tag.
  • Meine Freiheit und Unabhängigkeit sowie die Liebe – das sind die Werte, nach denen ich lebe und die mich leiten.
  • Positive Gedanken für ein positives Leben weiterzugeben – durch mein Vorbild und durch die Bücher meines Verlages.
  • Zu wissen, mit welchen Autoren ich zusammenarbeiten möchte und mit welchen nicht.
  • Den Sinn meines Lebens gefunden zu haben.

An Silvester und am Neujahrstag habe ich wundervolle Konzerte im Fernsehen miterlebt, die mir deutlich machten, dass die Musik einen ganz entscheidenden Anteil an meinem Lebensglück hat. Mein Klavierlehrer schrieb mir heute: „Spielen Sie bitte unbedingt Klavier. Sie haben die Möglichkeit, so etwas Schönes genießen zu können!“ Ja, das werde ich machen, dieses Erlebnis kann mir nichts sonst geben außer der Musik, aus der ich viel Kraft und Energie schöpfe.

Weiter die Strandspaziergänge mit meiner Senta – sie geben mir Energie, lassen mich den Frieden spüren und bieten Raum für neue Ideen und Gedanken. Pausenloses Geschwätz von Leuten direkt und am Telefon will ich nicht mehr ertragen. Auch aus dem eigenen Schreiben und der Beschäftigung mit den Büchern und Manuskripten anderer Autoren schöpfe ich viel innere Kraft – ich werde dem Lesen und Schreiben viel mehr Raum in meinem Leben geben.

Und schließlich sind es auch die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen. Ich habe angefangen zu reisen, um an besonderen Orten besondere Menschen zu treffen. Und das erfüllt mich sehr. Die Entscheidung, alleine zu reisen, nur in Begleitung meiner lieben Berner Sennenhündin Senta, erleichtert mir vieles und ermöglicht mir, frei und unabhängig zu bleiben. Ich habe mit Theresia Berger eine tolle Fotografin gefunden, die die meisten Fotos dieses Blogartikels am Chiemsee realisiert hat.

Ich bin dankbar für alles, was mir andere Menschen gegeben haben. Und ich liebe mich, meinen Hund und mein neues Leben.

beate-forsbach-1803Nun ist das neue Jahr inzwischen schon fast 48 Stunden alt – es war mir ein Bedürfnis, meinen ganz persönlichen Jahresrückblick aufzuschreiben. Vor allem aber auch, meine Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen, den Menschen gegenüber, die mich im vergangenen Jahr 2016 begleitet, ermutigt und immer wieder zum Weitermachen motiviert haben, denn Aufgeben war niemals eine Option für mich.

Ich bedanke mich bei Ihnen, den Lesern meines Blogs für Ihr treues Folgen und Ihre zahlreichen Kommentare und Mails. Ich freue mich, wenn Sie auch im Jahr 2017 weiter dabei sind.

Für das neue Jahr 2017 wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute, vor allem Glück und Gesundheit.

PS: Lesen Sie bitte auch mein Interview mit 16 Fragen zum Jahresrückblick mit Annette Maria Böhm von Lebe-Liebe-Lache.com, das am 30. Dezember 2016 erschienen ist.

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Zwischen den Jahren

img_1599Ein wenig „abtauchen“ nach Vorweihnachtsstress und Weihnachtsfeiern – wie schön ist das und wie tut es uns gut! Ich hatte Besuch gehabt zu Weihnachten, hatte mich gefreut, mal wieder so zu feiern, wie ich es mit meinem lieben Mann immer getan hatte. Aber es war natürlich nicht dasselbe, und so war ich froh, als es am Abend des ersten Weihnachtstages ganz still in meinem Haus wurde. Ich freute mich über den schön geschmückten Weihnachtsbaum und die gute alte Krippe, und über meinen Hund, der ganz brav da lag und offenbar auch etwas gestresst war.

img_1681img_1706Und so verbrachten wir den zweiten Weihnachtstag überwiegend im Freien, bei langen Spaziergängen am Strand.

img_1724Während es am Mittag in Fehmarnsund noch sehr sonnig war, wurde es später düsterer, als wir am Südstrand waren. Pechschwarze Wolken zogen heran.

img_1755Schließlich mussten wir vor heftigen Orkanböen mit Hagelschauern Schutz suchen und kamen völlig durchnässt wieder zu Hause an. Nach einem heißen Bad und einem kräftigen Tee wurde es so richtig behaglich zu Hause, ich spielte in Ruhe aus den neuen Klaviernoten. Und am Abend schauten wir uns das „Traumschiff“ an, eine angenehme Entspannung, die für mich irgendwie zum zweiten Weihnachtstag dazu gehört. Das Telefon hatte ich übrigens an diesem Tag stumm geschaltet.

An den Tagen danach gab es viel zu tun, viele Dinge zum Jahresabschluss waren zu erledigen, dazu gab es Erfreuliches zu unserer Neuerscheinung „Mein Weg über die Alpen“ von Barbara Messer. Das Buch war ganz kurz vor Weihnachten erschienen und lag wohl auf vielen Gabentischen. Und dann erreichten uns bereits die ersten sehr schönen Rezensionen. „Für mich ist dieses Buch eines der besten, das ich 2016 lesen durfte“, schreibt die erste Rezensentin und ich ergänze: Für mich ist diese Buch eines der besten, das ich 2016 verlegen durfte. Nun freue ich mich schon auf die Buchvorstellung am 2. Februar 2017 im Literaturhaus Berlin! Wieder eine Premiere für meinen kleinen Verlag.

Gestern war der Tag bestimmt vom Gedenken an meine liebe alte Freundin Tilli, die uns kurz vor Weihnachten verlassen hat und für die ich eine Kerze angezündet habe. Ich habe sie im gestrigen Blogartikel ausführlich gewürdigt – mit ihrem eigenen Text „Ein glücklicher Tag“, denn Ottilie Krafczyk war auch unsere Autorin. Sie hatte zu ihrem 80. Geburtstag im Jahr 2014 ihr erstes Buch veröffentlicht: „Starke Frauen und die Liebe“.

Leider wurde diese Gedenkstimmung ein wenig gestört, und ich schrieb etwas, das ich nur ganz selten schreibe: „Ich bitte Sie um Verständnis, dass ich die letzten Tage und Stunden des alten Jahres nunmehr privat verbringen möchte.“

img_1780Und wie immer war der Ausflug zum Strand für mich der Gegenpol zu Trauer und Stress. Wunderbare Stille am Meer, bei strahlendem Sonnenschein – Zeit, alleine mit mir und meinen Gedanken zu sein, Kraft zu schöpfen und mich mit meinem fröhlichen Hund an dem schönen Tag zu erfreuen!

img_1782Am Nachmittag dann kam der vorläufige Höhepunkt dieser Zeit „zwischen den Jahren“: unser Spaziergang am Südstrand.

img_1814Ihr werdet es kaum glauben, wie glücklich ich bin, dass ich solche herrlichen Strandspaziergänge mit meiner Senta machen kann. Wir waren mehrere Stunden unterwegs und sind mehr als 10 km gelaufen. Am Nachmittag am belebten Südstrand, immer der Sonne entgegen, deren Untergang ich dann beobachten konnte.

img_1821Dass das möglich ist, verdanke ich dem Mensch-Hunde-Therapeuten José Arce, der am 2./3. August hier bei uns war und uns gezeigt hat, wie Senta im Auto mitfahren kann. Na ja, ein bisschen verdanke ich es auch mir selber, weil ich den Entschluss gefasst sowie Geld, Zeit und Mühe investiert habe. So hat sich mein Leben – und auch Sentas Leben – seitdem stark verändert. Nicht nur, dass wir verreisen und jeden Tag zum Strand fahren können, nein, ich weiß auch, dass es möglich ist, seine Träume zu verwirklichen. Wenn man es nur genug will, wenn man konsequent ist und seine eigenen Wünsche ernst nimmt und sich erfüllt. Und noch etwas: manchmal verliert man bei einer solch großen Lebensveränderung auch Wegbegleiter, die da nicht mehr mitkommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Das ist schade, aber man findet auf der nächsten Wegstrecke viele neue Freunde, vor allem mit einem solch süßen Hund als Begleiter. Wie oft strahlen die Leute uns an oder lächeln, wenn sie uns entgegen kommen.

img_1791Heute habe ich bei traumhaftem Winterwetter mit Senta einen langen Spaziergang gemacht – weiter als ich von Fehmarnsund aus jemals gegangen bin, bis nach WULFEN, wo ich noch NIE gewesen bin in den über 39 Jahren, seit ich das erste Mal nach Fehmarn kam. Ein tolles Erlebnis am vorletzten Tag des Jahres.

img_1867Am Nachmittag dann noch ein Spaziergang nach Sonnenuntergang am Südstrand – der rosige Himmel über uns, entlang der blauen Ostsee, die ganz sanft rauschte. Zeit zur Besinnung über dieses Jahr, das schon fast zu Ende ist, und der Gedanken an das nächste Jahr. Zu Hause angekommen dann die Überraschung: Ich freue mich sehr darüber, dass mein Interview zum Jahresrückblick mit Lebe-Liebe-Lache.com gerade heute erschienen ist. Herzlichen Dank an Annette Maria Böhm, die dieses Interview mit mir geführt hat. Hier können Sie das Interview lesen

img_2435Nun bleibt mir noch Zeit, Ihnen/Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr zu wünschen.

img_1811-kopieMeinen guten Wünschen zum neuen Jahr möchte ich noch diesen irischen Segenswunsch hinzufügen:

Mögen alle deine Träume wahr werden,
mögen alle deine Himmel blau sein,
mögen alle deine Freunde wahrhaft Freunde sein,
mögen alle deine Freuden vollkommen sein,
mögen Glück und Lachen alle deine Tage ausfüllen.

Auf ein glückliches neues Jahr 2017!

Fehmarnscher Klönschnack

007_©Birgit WohlerHeute fand mal wieder ein Klönschnack im Café Jedermann in Burg statt: Helga aus dem Saarland verbringt wieder mit ihrem Mann ihren Urlaub auf Fehmarn, und dann treffen wir uns immer zu dritt mit Birgit. Das geht nun schon seit 6 Jahren so. Marcus, der Chef vom Café Jedermann, sagte, er hätte die Stachelbeerbaisertorte versteckt, damit wir mal etwas anderes probieren können. Und so gab es heute Himbeerjoghurttorte.

13331012_1685022378428580_1246470255511979821_n011_©Birgit WohlerWir erinnerten uns an den „Fehmarnschen Klönschnack“, über den ich am 16. September 2010 einen Blogartikel geschrieben hatte. Dieser wurde dann ein Kapitel in meinem Buch „Strandallee – Ein Weg zum Glück“, in dem ich in jenem Sommer über unseren Umzug auf die Sonneninsel Fehmarn berichtet habe.

Fehmarnscher Klönschnack

Vor einigen Tagen schrieb mir Ruth aus dem Seniorentreff, sie käme für einen Tag nach Fehmarn. Sie wollte sich am Mittwoch zwischen 14 und 15 Uhr im Café Jedermann in Burg mit Birgit und mir treffen.
Auch Hans Christian hatte Lust mitzukommen, und so schrieb ich, dass wir wohl nicht vor 15 Uhr da sein könnten. Denn er ist manchmal recht langsam. Ich fuhr vorher schon am Café vorbei, suchte einen rollstuhlgerechten Parkplatz und sah zwei Stufen an der Tür zum Café. Egal, dachte ich, warum nicht? Ein Café Jedermann wird sicher auch für einen Rollstuhlfahrer zugänglich sein.
Am Mittwoch ging dann alles überraschend schnell. Wir wären schon um 14 Uhr gestartet, wenn es nicht gerade einen heftigen Sturzregen gegeben hätte. Hans Christian sagte: „Ach, du immer mit Deinen Freundinnen aus dem Seniorentreff“, aber er war richtig gespannt.
Ich schob den Rollstuhl vom Parkplatz aus durch das Kaufhaus Stolz, dann über das Kopfsteinpflaster der Ohrtstraße zum Café. Es gab nur eine Stufe, und ich öffnete die Tür, um einen jungen Mann zu bitten, mir zu helfen. Aber der sagte uns, wir könnte hinten herum, durch den Biergarten, ohne Stufe ins Café gelangen.
Gesagt, getan, die Bedienung lächelte uns zu, aber wo waren meine ST-Freundinnen? Mir fiel ein, dass ich Ruth noch nie gesehen hatte. Als ich Hans Christians Rollstuhl durch das Café schob, entdeckte ich Birgits Kopf hinter einer netten Dame an einem Tisch neben der Tür. Sie hatten nach uns Ausschau gehalten, um uns helfen zu können.
Und sogleich gab es eine herzliche Begrüßung und Umarmung: Ruth strahlte, als hätten wir uns gerade mal ein paar Tage nicht gesehen. Ihr Mann Saul freute sich genauso, Birgit und ich natürlich auch – und Hans Christian lachte glücklich in seinem Rollstuhl. Im Nu saßen wir in gemütlicher Runde beisammen und waren im Gespräch. Gar nicht so einfach, etwas zu verstehen bei fünf lebhaften, fröhlichen Menschen.
Das Wichtigste war die Auswahl des Kuchens – das Café Jedermann bietet hausgemachte Kuchen und Torten an. Birgit empfahl Stachelbeer-Baiser, ich fuhr mit Hans Christian zur Torten-Theke. Tolle Torten waren da zu sehen, ich wählte auch Stachelbeer-Baiser – ein riesiges Tortenstück wurde auf einen Teller geladen. Und Hans Christian? Er, der keine Sahne mag, wie er immer sagt, wählte ebenfalls Stachelbeer-Baiser.

Später hat er sich das riesige Tortenstück schmecken lassen, trotz oder wegen der Sahne, während wir drei ST-Freundinnen nicht wussten, ob wir lieber reden oder essen sollten. Es gab leckeren Kaffee in großen Bechern dazu – man brauchte viel zum Trinken, damit die Stimmbänder nicht austrockneten. Gibt es das? Man hat sich noch nie gesehen und ist gleich im intensiven Gespräch versunken.
Als unsere beiden Männer ihre Tortenstücke verspeist hatten, mischten sie sich in unseren Klönschnack ein. Wir erfuhren, dass der Name von Ruths Mann Saul nach peruanischer Art seinen eigenen Familiennamen und den Mädchennamen seiner Mutter enthielt. Ruth trug ihren deutschen Mädchennamen und den Familiennamen ihres Mannes, und ihr Sohn? Ich weiß es schon gar nicht mehr, so viel haben wir geredet, auch über deutsche Doppelnamen.
Unsere schöne Insel Fehmarn war natürlich auch ein ergiebiges Gesprächsthema. Im Café lag das vor kurzem erschienene „große Buch über Fehmarn“ aus. Es bot für Ruth und Saul viel Interessantes, was Birgit als alt eingesessene Fehmaranerin ihnen gerne erklärte.
Das schönste Thema war unser ST – denn wisst ihr, was „Klönschnack“ bedeutet? Man klönt und schnackt – man sitzt behaglich zusammen, plaudert mit Freunden und Bekannten – und natürlich auch über Freunde und Bekannte. Ein Klönschnack ist etwas ganz Gemütliches, und unserer dauerte mehr als drei Stunden. Das hübsche Café hatte sich gefüllt, wurde wieder etwas leerer, neue Besucher kamen, und wir saßen immer noch beim Klönschnack.
Nun haben wir nicht drei Stunden nur über den Seniorentreff geschnackt. Auch unser bevorstehender Umzug auf die Insel Fehmarn war ein Thema. Am Schluss war schon das Essen für die Einzugsparty geplant …
Was mich wieder einmal überrascht hat, war die Herzlichkeit und Vertrautheit, mit der wir an diesem schönen Nachmittag geklönt und geschnackt haben – obwohl wir uns doch gerade erst persönlich kennen gelernt hatten. Birgit, Hans Christian und ich kannten uns ja schon von früheren Treffen. Ruth und Saul waren mittenmang dabei, als ob wir schon lange gute Freunde wären.
Hans Christian wirkte nach über drei Stunden erfreut und glücklich, war das doch sein erster Ausflug mit dem Rollstuhl in die Hauptstadt unserer Insel gewesen! Und der fehmarnsche Klönschnack mit meinen ST-Freundinnen hatte ihm offenbar gefallen und gut getan.
Wenn ihr Appetit bekommen habt – auf unsere schöne Sonneninsel, auf eine leckeres Stück Torte oder auf einen fehmarnschen Klönschnack, dann kommt mal zu uns ins Café Jedermann in Burg auf Fehmarn!

StachelbeerbaiserAus meinem Buch: Strandallee – Ein Weg zum Glück. Geschichten und Bilder von der Sonneninsel Fehmarn. 2. Aufl., Edition Forsbach 2013, S. 39-41.

*****

Unser heutiger Klönschnack hat schon Tradition – er findet jedes Jahr im Juni statt. Es ist Erdbeerzeit und so gibt es dann für uns ein Glas Erdbeer-Prosecco. Mein neuer Kalender „Impressionen von der Sonneninsel Fehmarn“ ist schon erschienen und erfreut meine Freundinnen. Diesmal kam noch das neue Buch „Lady on Tour“ dazu, dessen Autorin mit 70 eine Weltreise gemacht haben. Na ja, dafür haben wir drei noch etwas Zeit …

13332837_1685022475095237_8549570775684341340_nSame procedure as every year 13344551_1685022418428576_122454448953478419_nIm Nu war es 18 Uhr und es war keine Minute langweilig gewesen!

13413608_1685022318428586_2963198574700613524_nWir sehen uns wieder im nächsten Jahr an unserem Stammtisch im Café Jedermann, in Burg auf Fehmarn, Ohrtstraße 25!

 

Was ist eigentlich Weihnachten für mich?

Heute postete ein Facebookfreund seine Meinung zu Weihnachten: das Thema sprach mich sofort an und ließ mich seitdem nicht wieder los.

Gerade nun wurde ich durch eine FB-Freundin erinnert an meinen Newsletter „Leben ist mehr“, dessen Texte ich in meinem inzwischen vergriffenen Buch „Leben allein genügt nicht“ veröffentlicht habe. Dort schrieb ich im Dezember 2009 diesen Weihnachts-Newsletter:

Liebe Leserin, lieber Leser von „Leben ist mehr“,

am Tag vor Heiligabend wachte ich auf und fühlte einen tiefen Frieden in mir. Ich fragte mich: Ist das jetzt schon Weihnachten? Und: Was ist denn eigentlich Weihnachten für mich?

Wir sind erst am Sonntag von einem Urlaub im Hotel Armentarola in den Dolomiten heimgekehrt. Eine Woche lang haben wir die Ruhe in den Bergen genossen, den blauen Himmel und den Sonnenschein, aber auch eine außergewöhnliche Kälte. Wie schön ist es, da ein warmes und gemütliches Zuhause zu haben! Dazu gutes Essen und leckeren Wein.

Außer den Weihnachtsplätzchen und einem dezenten Adventsschmuck erinnerte in Armentarola sonst wenig an Weihnachten, auch waren keine Weihnachtslieder zu hören. Wir genossen die lebensfreudige Atmosphäre des Hotels, all die netten Menschen, und die wunderschöne Geburtstagsfeier für meinen Mann.

Ganz ungeplant kam Frohsinn auf, als eine Runde von lieben Menschen mit uns auf den Geburtstag wartete, als jemand heimlich die Kapelle gebeten hatte, um Mitternacht ein Ständchen zu bringen. Wir lachten, sangen, schunkelten und waren glücklich. Vor allem mein Mann, dem es endlich mal wieder so richtig gut ging, strahlte.

Und dann die guten Wünsche: Viel Gesundheit natürlich, aber auch, dass wir uns im nächsten Jahr dort wiedersehen, dass er dann wieder ohne Rollstuhl käme, selber laufen könnte, wieder mal Schach spielen wollte. Hier gab es eine große Portion Mut und Zuversicht, die kostenlos verschenkt wurde – dazu Optimismus, der feste Glaube, dass alles gut würde. Auch Liebe wurde verschenkt – ein Kuss, ein Lächeln, ein Händedruck, eine herzliche Umarmung, eine hilfreiche Hand beim Aufstehen.

Auf der Heimfahrt nach Bamberg gerieten wir in starkes Schneegestöber, fuhren über 160 km auf einer spiegelglatten Autobahn. Ich dachte an den Rat einer Freundin, nicht schneller zu fahren, als unser Schutzengel fliegen konnte. Wir hatten beide keine Angst, spürten Ruhe und Frieden in uns – und wir kamen gut und sicher nach Hause.

Weihnachten – was ist das? Frieden, eine warme Wohnung, genug zu essen und zu trinken, menschliche Zuwendung, Liebe und Freundschaft, aber auch Frohsinn, Wohlbefinden und die Hoffnung, dass alles besser wird. Dazu das Vertrauen in eine höhere Macht, die uns beschützt und uns zu leben hilft.

Das Kind in der Krippe, der Stern über Bethlehem – sie symbolisieren die Hoffnung der Menschheit auf den Frieden in der Welt und unter den Menschen. Sie geben uns Mut und Zuversicht, trotz mancher Probleme und Einschränkungen gut leben zu können, nicht allein zu sein, wenn das Leben einmal dunkel für uns ist.

Im Dezember, der dunkelsten Zeit des Jahres, findet man überall viele Lichter, die einen Menschen zum Leuchten bringen können, ihm neuen Mut geben zum Weiterleben: Die Kerzen am Adventskranz, ein Lächeln, eine Tüte mit Plätzchen an der Wohnungstür, ein Telefonanruf, ein hübsches Gedicht, ein Wort der Versöhnung, ein schöner Weihnachtsbrief vom Modehaus, oder auch „Besinnliche Gedanken“, wie sie meine Freundin Indeed vom Seniorentreff ins Netz gestellt hat. Sie können uns helfen, das Wesentliche in unserem Leben zu finden, wieder ein Licht zu sehen, auch wenn es manchmal ganz dunkel um uns herum ist.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie an diesen Weihnachtstagen ein Licht finden, das Ihnen leuchtet und Ihnen Mut und Zuversicht gibt. Ich wünsche Ihnen, dass Sie wenigstens einen lieben Menschen haben, mit dem Sie Weihnachten feiern können.

Mein persönliches Weihnachtswunder geschah in der Nacht vom 23. zum 24. Dezember. Ich sagte zu meinem Mann, der in seinem Rollstuhl vor dem Waschbecken saß: Komm, steh auf, wir gehen jetzt zum Bett. Und siehe da, er stand auf und ging mit mir bis zu seinem Bett. Nach vielen Monaten zum allerersten Mal!

Wir erlebten zusammen einen harmonischen Weihnachtstag mit Musik, Gesprächen und gutem Essen – vor allem waren es Frieden und Harmonie, aber auch Hoffnung und Zuversicht, die bei uns die Weihnachtsstimmung bestimmten.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie in diesen Weihnachtstagen Ihr persönliches Weihnachtswunder erleben und ein wenig von der weihnachtlichen Stimmung in Ihrem Herzen bewahren.

Ihre Beate Forsbach

Ich wurde auch erinnert an alte Zeiten, als ich mich als Musiklehrerin immer mit dem Thema Weihnachten auseinandergesetzt habe – gemeinsam mit meinen Schülern. Mein letztes Schulkonzert an meinem alten Gymnasium war das Weihnachtskonzert 1996 – zum Schluss sangen wir mit dem Publikum das Lied „Marys Boychild – Als aller Hoffnung Ende war“, und ich schrieb im Programmheft:

„Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass wir mit Hilfe der Musik zu einem friedlichen Zusammenleben finden können, dass die Weihnachtsbotschaft, zumindest in unserem Lebenskreis, wirksam werden kann.“

Und die Presse schrieb: „Etwas mehr Frieden in diese Zeit bringen“, wollte Beate Dethlefs, die Leiterin des Ernst-Barlach-Gymnasium/Gesamtschulchores und Orchesters. Das ist ihr auch gelungen.

In den vergangenen Jahren habe ich dieses Lied immer erst zu Weihnachten gepostet. Heute mache ich es zu Beginn der Weihnachtszeit, weil ich glaube, es ist aktueller denn je.

Ich wünsche Ihnen einen schönen ersten Advent und eine friedvolle Weihnachtszeit.

Ihre Beate Forsbach

Das Lied vom Frieden in der Welt: Marys Boy Child

Als aller Hoffnung Ende war in dem dunklen Weltenlauf,
da ging im Stall von Bethlehem der Stern der Liebe auf.

Hört, es klingt vom Himmelszelt 
das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Die Hirten sah’n am Himmelszelt den hohen, hellen Stern.
Da war der Tag der Herrlichkeit auf Erden nicht mehr fern.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Das Kind, das in der Krippe schlief, das lag in hellem Schein.
Und leise rief der Engelschor die Hirten all herein.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Frohe Weihnachten

Weihnachten_Vorderseite.inddIch wünsche allen Freunden und Bekannten ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Heiligabend ist diesmal anders für mich – zum ersten Mal in meinem Leben bin ich heute allein, natürlich ist Senta dabei, und mein Mann, zumindest im Geiste. Denn wir werden Weihnachten genauso feiern, wie wir es immer getan haben.

Heute nachmittag schreibe ich noch den Blogartikel fertig, den ich im September begonnen habe: Weihnachten 2013 mit Hans Christian und Senta. Denn ich habe immer wieder davon erzählt, vor allem auch in den letzten Tagen. Und die Erinnerung kann einem niemand nehmen, auch wenn der geliebte Mensch nicht mehr da ist. Dieses letzte Weihnachten war ein besonderes Fest, wir hatten den schönsten Weihnachtsbaum, den wir in unserer gemeinsamen Zeit gehabt hatten. Wir wussten nicht, dass es unser letztes gemeinsames Weihnachten sein würde – wir haben es genossen wie jedes Jahr.

Heute bekam ich schon ganz früh einen lieben Anruf und hatte ein schönes weihnachtliches Gespräch. Als ich dann vom Markt zurück kam, sah ich, dass die Telefonleitung nicht funktionierte. Ich habe die Störung gemeldet, aber ehrlich gesagt, finde ich es nicht so schlimm. Zum einen, weil meine Anrufe einfach auf das Handy weitergeleitet werden. Zum anderen aber, weil ich mich freue, diesen Tag in Ruhe und Frieden verbringen zu können.

Ich schrieb es neulich schon auf eine Weihnachtskarte: Dieses Mal wird Weihnachten ein wirkliches Fest der Besinnung und inneren Einkehr für mich. Ich werde etwas Gutes kochen und essen, schöne Musik hören, mit Senta die Kerzen am Weihnachtsbaum anschauen, die vielen Päckchen auspacken, und vielleicht um 23 Uhr in die Christmette gehen – das ist etwas, was ich in den letzten Jahren niemals getan habe.

Ich bin sehr dankbar für alles, was ich in diesem Jahr erlebt habe. Und nicht erst seit dem plötzlichen Tod von Udo Jürgens am letzten Sonntag weiß ich, wie wichtig es ist, jeden Moment des Lebens zu genießen. Vor allem die Begegnungen mit den Menschen sind es, die dem Leben Sinn geben. Und das Glück, so viele schöne Bücher machen zu dürfen, ist etwas ganz Unbeschreibliches. Gerade kamen die letzten sieben (!!) großen Pakete für dieses Jahr mit der Post. Dabei ist die letzte Neuerscheinung in 2014: Die Neuausgabe meiner Dissertation, die nach 9 Jahren nunmehr vergriffen ist – ein Weihnachtsgeschenk für mich, dass mein erstes eigenes Buch nun in meinem Verlag erscheint.

In den letzten Tagen habe ich davon geträumt, Weihnachten wieder mal wegzufahren – vielleicht sogar nach Armentarola, oder nach Seefeld, so wie früher. Wie auf Wunsch kommt nun gerade nach vielen Regentagen die Sonne heraus, und vielleicht kann ich dann doch mit Senta einen schönen Spaziergang ans Meer machen. Dann werde ich den Weihnachtsbaum schmücken.

Wie im vorigen Jahr schicke ich für alle, die heute alleine sind – und auch für die anderen – das Weihnachtslied „Als aller Hoffnung Ende war“. Sie können es hier anhören bzw. herunter laden.

Ich wünsche Ihnen besinnliche und friedliche Weihnachten!

Herzliche Grüße von der Sonneninsel Fehmarn
Ihre Beate Forsbach

Das Lied vom Frieden in der Welt: Marys Boy Child

Als aller Hoffnung Ende war in dem dunklen Weltenlauf,
da ging im Stall von Bethlehem der Stern der Liebe auf.

Hört, es klingt vom Himmelszelt 
das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Die Hirten sah’n am Himmelszelt den hohen, hellen Stern.
Da war der Tag der Herrlichkeit auf Erden nicht mehr fern.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Das Kind, das in der Krippe schlief, das lag in hellem Schein.
Und leise rief der Engelschor die Hirten all herein.

Hört, es klingt vom Himmelszelt
 das Lied der Christenheit,
das Lied vom Frieden auf der Welt, 
denn es ist Weihnachtszeit.
Hört das Lied, das nie verklingt in einer Welt voll Leid,
das allen Herzen Liebe bringt, denn es ist Weihnachtszeit.

Vierter Advent

IMG_5795Vor zwei Tagen, Freitag: Die letzte Weihnachtspost ist verschickt, der letzte Verlagsvertrag für nächstes Jahr abgeschlossen. Am Nachmittag war ich mit Birgit Wohler im Café Jedermann zum Klönschnack „In Memoriam“- das war sehr wohltuend nach dem Stress der letzten Tage und Wochen. An Hans Christians Geburtstag habe ich immer zum Kaffeetrinken bei uns zu Hause eingeladen, vor allem die, die uns beigestanden haben. Birgit war stets dabei gewesen. Und so genossen wir beide die schönen Stunden im Café – natürlich mit Stachelbeer-Baiser-Torte und einem Prosecco.

Am Vorabend hatte ich nochmal meinen Blogbeitrag zu Hans Christians letztem Geburtstag gelesen, die Fotos vom letzten Jahr angeschaut – dann war es doch Mitternacht geworden und ich stellte den Link zu dem Blog bei Facebook ein:
„In Memoriam Hans Christian 19.12.1937 – 10.2.2014“.

Liebe Freunde hatten angerufen, andere geschrieben, und eine Freundin hatte mir eine wunderschöne Rose gebracht. Denn dieser Tag, der 19. Dezember, Hans Christians 77. Geburtstag, war wirklich der bisher schwierigste Tag von all den „besonderen Tagen“ ohne Hans Christian. Es schien, als hätte Senta das Besondere dieses Tages gespürt, sie knabberte mit Freude die Weihnachtsleckerli aus dem 19. Tütchen von unserem Adventskalender.

Ich ließ Hans Christians Geburtstag ausklingen mit dem Abendessen, dem „Kleinen Lord“ und dann der NDR Talkshow. Auch wenn ich den „Kleinen Lord“ schon fast mein ganzes Leben lang immer wieder gesehen hatte kurz vor Weihnachten, so bot er mir doch diesmal die Gelegenheit, Tränen zu vergießen. Nicht nur über den Film und darüber, dass das Kinderbuch dazu eines der wenigen war, die Hans Christian und ich beide besaßen und liebten.

Gestern dann haben wir erst einmal ausgeschlafen, spät gefrühstückt und blieben wegen des Sturms und der Gewitter in unserem gemütlichen Haus. Ich hatte wundervolle Anrufe von lieben Freunden und wurde mir immer mehr bewusst, wie dankbar ich für all das bin, das ich durch Hans Christian erfahren habe. Und auch, dass mir die schönen Erinnerungen über viele traurige Momente hinweg helfen.

Heute aber, am vierten Advent, kehrt nun endgültig Ruhe ein. Heute habe ich die Papierrolle geöffnet, die ich zu Beginn der Adventszeit in unserer Poststelle in Landkirchen bekommen habe. Dort steht eine schöne Weihnachtsgeschichte. Hier könnt Ihr sie nachlesen:
https://wintergeschichten.wordpress.com/…/die-trotzige-ker…/
Wie einfach ist es doch, anderen Menschen ein Freude zu machen –
Nur mit einer Geschichte und einer Kerze!

In einem schönen Telefongespräch konnte ich meine Wünsche und Träume für das nächste Jahr erzählen: Ich möchte doch so gerne mit Senta nach Armentarola fahren – das ist mittlerweile schon ganz konkret geworden! Vielleicht feiern wir auch bald einmal Weihnachten dort!

Nun habe ich die letzten Bestellungen erledigt, um sie morgen zur Post zu bringen. Die Geschenke sind alle eingepackt, und ich beginne, den Schreibtisch aufzuräumen. Aber das hat Zeit bis morgen, genau wie die Buchhaltung. Heute höre ich schöne Weihnachtsmusik von Rolf Zuckowski, der mir mit seinem Lied vom „kleinen Frieden“ aus dem Herzen spricht: das ist es, was wir brauchen, um glücklich zu leben – in unserem engsten Umkreis und vor allem in uns selbst.

Morgen werde ich dann mit Senta losgehen in unsere Gärtnerei hier im Dorf und einen Weihnachtsbaum kaufen. Denn wir werden Weihnachten genauso feiern wie all die Jahre mit Hans Christian – und er wird mit seinem Geiste dabei sein.

Ich wünsche Euch einen schönen Ausklang dieses vierten Advents und eine geruhsame Zeit bis Heiligabend.

PS: Der Blog war bereits fertig geschrieben, als ich erfuhr, dass Udo Jürgens heute bei einem Spaziergang verstorben ist. Ich bin traurig, aber er hat ein schönes Ende gehabt, und das so kurz vor Weihnachten. Er war nicht dement, nicht krank – mitten im Leben kam der Tod. Nur schade, dass ich neulich nicht beim Konzert in Hamburg dabei war – aber Hans Christian und ich haben ihn live erlebt in Bamberg, im Juni 2004 auf der Domplatte.

Erster Advent – ohne Dich

IMG_5671Wie würde es sein, dieses erste Adventswochenende ohne Dich? Am Samstag war allerhand los, gegen Abend riefen noch gute Freunde an, und dann hatte ich Hunger. Zunächst aber beantwortete ich eine Mail meines Doktorvaters, der um eine Spende für die Comenius-Stiftung bat – fünf Jahre lang jeweils 1 Euro pro Woche. Ich überwies ihm gleich eine größere Summe und bot an, kleine Fehmarnkalender zu spenden für die Spender. Dieses Gefühl des Gebens tat richtig gut – ich hatte gerade eine Mail erhalten, in der der Satz „Geben kommt vor dem Nehmen“ als Erfolgsgeheimnis bezeichnet wurde.

Immerzu hatte ich an diesem Nachmittag daran gedacht, dass ich den Adventsschmuck noch vom Dachboden holen wollte – wie in den vergangenen Jahren. Aber es war mir wichtiger, mit Senta zum Meer zu gehen, das neue Buch zur Druckerei hochzuladen, mit den Freunden zu telefonieren und dann etwas zu essen. Schließlich war Heiligabend noch 24 Tage weit weg. Danach war ich müde und schaute mir eine Sendung mit Weihnachtsliedern im Fernsehen an. Mir kam der Gedanke, wie perfekt und gleichzeitig aufgesetzt das alles wirkte – die künstliche Schneelandschaft, die fröhlichen Kinder, die Weihnachtsbäckerei und all die Lieder.

Dabei war es erst gestern richtig kalt bei uns geworden, ein scharfer Ostwind hatte geweht, als ich mit Senta am Meer war. An Schnee war aber noch nicht zu denken, und auch die Umstellung meiner Gedanken auf Weihnachtliches war nicht selbstverständlich. Ich bestellte mir eine schöne Dose mit Lebkuchen über das Internet – mittags war bereits ein Paket mit Büchern angekommen, die ich mir selber zu Weihnachten schenken werde. Ich habe mir ausgedacht, dass ich alles, was in diesen Tagen ankommt, schon mal in Weihnachtspapier verpacke. Dann weiß ich am Heiligabend gar nicht mehr, was alles in den Päckchen ist.

IMG_5520Heute nun ließ ich es ganz ruhig angehen: Das Wichtigste vor dem Frühstück war das Adventsgesteck, das war schnell gemacht: Ich legte frische Tannenzweige in den schmiedeeisernen Ständer und steckte vier rote Kerzen darauf. Nun konnte ich schon beim Frühstück die erste Kerze anzünden. Ich legte eine CD mit entspannender klassischer Musik auf, denn der Stress der letzten Tage war noch spürbar. Erst danach war ich empfangsbereit für die erste CD mit Weihnachtsmusik.

IMG_5677Nun verteilte ich die frischen Tannenzweige im Haus und zündete eine Kerze vor Hans Christians Bild an. Der Flügel und mein Saxophon standen stumm, aber ich holte schon mal die Weihnachtsnoten aus dem Schrank. Und das Buch mit den Weihnachtsgeschichten, aus dem ich am letzten Heiligabend das Märchen vom Tannenbäumchen für Hans Christian und Senta vorgelesen hatte.

Oben auf dem Dachboden fand ich in der Adventskiste allerhand Schmuck und schöne Dinge, aber wichtig war mir erst einmal der Adventskalender – eine Schnur mit 24 kleinen Säckchen. Die befüllte ich, mit Süßigkeiten für mich, in den Säckchen mit gerader Nummer, und mit Weihnachtsleckerli für Senta, in den Säckchen mit ungerader Nummer – die bekam früher immer Hans Christian, weil er ja am 19. Dezember Geburtstag hatte. Senta lag derweil auf der Terrasse auf dem Bauch und schaute durch die Küchentür herein, neugierig, was ich da wohl machte.

IMG_5681 IMG_5682Nun dachte ich wieder an das Motto „Geben kommt vor dem Nehmen“ und überlegte, dass ich in der Adventszeit jeden Tag jemandem etwas schenken könnte. Eine kleine Rezension zu einem kleinen Buch war schnell geschrieben und bereitete der Autorin große Freude. Dann rief mein Doktorvater an und erzählte mir, er sei gestern gerührt gewesen, als er meine Mail gelesen hatte.

Ich dachte, wie einfach es doch ist, anderen Menschen eine Freude zu machen und packte das Paket mit den 50 kleinen Fehmarnkalendern, die ich meinem Doktorvater für seine Arbeit in der Comenius-Stiftung gespendet hatte. Ein Wohlgefühl, ein solches Paket zu packen, das mich nichts weiter kostete als ein wenig Mühe und Zeit. Ich überlegte, wie schön es doch wäre, wenn jeder in der Adventszeit jeden Tag einem anderen Menschen eine kleine Freude bereiten würde.

Und dann rief noch eine liebe Autorin bei mir an und erkundigte sich nach meinem ersten Advent. Eine andere Autorin mailte mir sogar von ihrem Urlaubsort im sonnigen Süden. Und ein wenig gearbeitet habe ich auch noch, mit einem anderen Autor zusammen.

Ich war schon glücklich über die Reaktionen der anderen. Nun wünschten sich meine Freunde auf Facebook noch, dass ich ein Weihnachtslied für sie auf dem Flügel spielen würde. Ich bereitete mir ein leckeres Abendessen und schaute dann – gemütlich mit Senta auf dem Sofa – einen Film an. Ja, und dann klappte ich den Flügel auf und probierte ein paar Stücke aus den Weihnachtsliederheften. Mir fiel ein, dass ich mir schon vor drei Wochen ein Aufnahmegerät kaufen wollte und bestellte das.

Und dann schrieb ich diesen Blog. Darin habe ich nun gar nicht erzählt, dass ich gestern mit mir gekämpft hatte, die Adventsvorbereitungen zu treffen. Ich hätte auch alles weglassen können, jedenfalls nach meiner Stimmung. Der erste Advent ohne Dich, mein lieber Hans Christian. Aber dann war es gut, und die Reaktionen der anderen zeigten mir, dass es richtig war. Nicht nur ich bin allein gewesen an diesem ersten Advent, viele andere auch. Aber ich war ja gar nicht wirklich allein – Senta war bei mir, und Hans Christians Geist auch. Und der hat sich heute Abend über mein Klavierspiel gefreut. Ich sehe ihn immer noch in seinem Rollstuhl in der Küche sitzen. In ein paar Tagen werde ich meine Musik mal aufnehmen und für Euch bereitstellen.

Ich wünsche Euch allen eine schöne, besinnliche, ruhige Adventszeit voller Dankbarkeit und Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Und ich wünsche Euch, dass auch Ihr das Motto „Geben kommt vor dem Nehmen“ als sinngebend erleben könnt!

PS: Falls auch Ihr etwas für die Comenius-Stiftung zur Unterstützung Not leidender Kinder und Jugendlicher spenden möchtet, hier der Link auf die Website:

http://www.comenius-stiftung.de/

Ewigkeitssonntag

RoseHeute war der Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt – in der evangelischen Kirche der Tag des Gedenkens an die Verstorbenen. Der Pfarrer unserer St. Petri Gemeinde in Landkirchen hatte mir einen netten Brief geschickt und mich zum Gottesdienst eingeladen. Denn am Ewigkeitssonntag werden alle Menschen aus der Gemeinde, die im vergangenen Kirchenjahr verstorben sind, noch einmal mit Namen genannt. Für jeden wird dann eine Kerze angezündet.

Ich habe mich über die freundliche Einladung gefreut, wäre aber sowieso heute zur Kirche gegangen. „Sie brachten im zurückliegenden Jahr einen Menschen zu Grabe, der zu Ihnen gehörte und Sie zu ihm“, so heißt es in dem Schreiben. „Die Erinnerung an das gemeinsame Leben ist noch nicht verblasst. Die Zeit heilt wohl Wunden, aber vergessen lässt sie nicht, Was geschieht wirklich mit uns, wenn wir sterben? Ist alle Vergangenheit ohne Hoffnung auf einen neuen Anfang?“

Der Gottesdienst war sehr schön, ich höre unseren Pfarrer immer gerne reden, und ich mag die Musik. Viel Musik gab es heute, Orgelmusik, Gemeindegesang und Gesänge des Kirchenchors. Mein Ort der Trauer jedoch liegt nicht in diesem Gottesdienst, sondern im täglichen Leben.

Ich habe meinen Hans Christian in mein Leben integriert, in unser Leben, denn Senta, meine Berner Sennenhündin, gehört dazu. Auch sie hat ihr Herrchen schmerzlich vermisst, und noch heute kommt sie manchmal in der Nacht in mein Schlafzimmer und sucht dort, wo er immer lag. Ich aber gehe fast jeden Tag zu seinem Grab, das gehört zum alltäglichen Ablauf dazu. Genau wie die dreizehn Rosen, die immer auf seinem Grab stehen.

Dreizehn Rosen für fast dreizehn Ehejahre. Nicht viel? Doch! Unendlich viel! So viel Glück, wie wir zusammen erlebt haben, seit wir uns vor 18 Jahren kennenlernten, erlebt kaum jemand in dieser Intensität. Ich erzähle ihm jeden Tag, was wichtig ist für mich. Und manchmal höre ich seine Antwort: „Ja, geh jetzt mal nach Hause und iss etwas! Pass auf Dich und das Hündchen auf!“ Und: „Mach Dir ein schönes Leben! Wenn nicht jetzt, wann dann?“

Ich sage ihm immer, wie froh ich bin, dass es ihm gut geht, da wo er jetzt ist. Und dass ich ihn liebe – auf immer und ewig. Die Predigt heute hat mir bestätigt, dass dort in der Ewigkeit, bei Gott, Frieden ist und es unseren lieben Verstorbenen dort gut geht. Und ich habe mir gedacht, wie wichtig es doch ist, schon im Leben hier diesen Frieden zu spüren. Keine Last, keine Konflikte, kein Zank und Streit, einfach nur Harmonie und Frieden – in mir und um mich herum.

Wir leben heute doch in einer glücklichen Zeit, haben keine Kriegserlebnisse, die uns bedrücken, so wie es bei meinem Mann (Jg. 1937) war. Ein Trauma aus seiner Kindheit hatte ihn gequält, ihm Ängste und Albträume bereitet. Eine Zeitlang wollte er nicht mehr leben, er hatte wohl früh gemerkt, dass seine Kräfte – die körperlichen wie die geistigen – ihn verließen. Später aber wollte er 100 Jahre alt werden – denn er wurde gut versorgt, war nie mehr alleine, bekam Pflege und Betreuung durch viele liebe Menschen. Er hatte endlich die Liebe gefunden, die ihm als Kind im Krieg gefehlt hatte. Und die ihn zwei gescheiterte Ehen gekostet hatte. „Die dritte Ehe aber ist göttlich“, sagte er immer, und auch, wie glücklich er war, endlich die Liebe gefunden zu haben. Die wahre Liebe.

Und diese Liebe trägt mich weiter in der Zeit der Trauer. Sie lässt mich die Erinnerungen an unser schönes gemeinsames Leben bewahren, denn diese Erinnerungen sind kostbar. Die eher unschönen Erinnerungen verblassen so allmählich, wie es doch zum Glück immer ist im Leben. Man behält das Gute und vergisst das weniger Gute. Ich bin so dankbar für unsere gemeinsamen Jahre, für die wahrhaft lange Zeit unseres Glücks.

Man sagt immer: Du musst loslassen – so wurde es mir auch am Sterbetag meines Mannes gesagt. Die physische Existenz musste ich loslassen, aber Geist und Seele sind immer noch präsent. Ich achte auf Zeichen – ein funkelnder Stern am Nachthimmel, eine Rose, die noch im November wunderschön blüht, ein Schmetterling, der tagelang in unserem Wohnzimmer auf der Gardine saß.

Und wenn ich morgens wach werde, dann denke ich nicht: „Ich bin jetzt allein, er fehlt mir.“ Sondern ich freue mich darüber, dass ich diesen schönen Tag erleben darf, bin dankbar dafür, dass ich in der Nacht gut und friedlich geschlafen habe. Und manchmal höre ich ihn, wie er beim Wecken immer antwortete, wenn ich fragte, ob er gut geschlafen hätte: „Ich schlafe doch immer noch!“ Und ich erinnere mich an all die fröhlichen Morgenstunden, wenn die Pflegerin und ich meinen Mann aus dem Bett holten.

In der Zeitung las ich heute: „Wir haben nie mehr einen Weihnachtsbaum, weil er ihn so geliebt hat.“ Ich mache es anders: Ich werde wieder einen schönen Weihnachtsbaum haben, weil Hans Christian den immer so liebte. Und ich werde Weihnachten feiern, wie wir es immer getan haben. Und er wird dabei sein – in meiner Erinnerung.

Es ist schön, wenn ich Gewohnheiten aus unserem gemeinsamen Leben bewahren kann. Auch wenn ich jetzt manches anders mache, und wenn ich mich inzwischen auch an der neu gewonnenen Freiheit freue. Aber ich mache das im Sinne unserer Liebe, es ist wie ein Vermächtnis meines Mannes. Und das ist gut so.

Ein guter Freund hatte mich kurz nach dem Tod meines Mannes davor bewahrt, den schönen Flügel zu verkaufen, den ich meinem Mann zehn Jahre zuvor geschenkt hatte. Es schmerzte mich damals so sehr, dass er ihn nicht mehr genießen konnte, und auch, dass ich nicht noch einmal darauf gespielt hatte, als wir damals auf den Krankenwagen warteten. Daher wollte ich ihn nicht mehr sehen, auch ihn loslassen.

Heute weiß ich, wie kostbar dieser Flügel für mich ist – und wenn ich in der kommenden Adventszeit spät am Abend Weihnachtslieder darauf spiele, und Brahms, Schumann und Schubert, dann werde ich spüren, dass mein Mann dabei ist und zuhört. Ich werde ihn wieder in der angrenzenden Küche in seinem Rollstuhl sitzen sehen. Und ich werde vielleicht vor Glück und vor Trauer weinen. Aber das ist nicht schlimm. Und meine Senta wird mich wieder trösten.

Nächste Woche beginnt die Adventszeit – ich habe nachgedacht, wie ich die gestalte: Mit viel Stille und Musik. Und den Adventskalender mit den 24 Säckchen werde ich auch aufhängen – die geraden waren immer für mich, die ungeraden für Hans Christian, weil er am 19. Dezember Geburtstag hat. Ich habe mir ausgedacht, dass Senta in diesem Jahr die ungeraden Säckchen bekommt – werde also Leckerli hineinlegen statt Schokolade.

Zum Schluss denke ich an die Menschen, die heute im Gottesdienst ihre Tränen nicht zurückhalten konnten. Ihnen wünsche ich, dass sie irgendwann ihre Trauer bewältigen und zum wichtigen Teil ihres Lebens machen können.

Im Seniorenforum Feierabend.de ist mein Blog als Beispiel veröffentlicht worden, wie man den Verlust des Partners bewältigen kann. Dort kann noch mehr Geschichten von anderen Menschen lesen: http://www.feierabend.de/Trauer-und-Vorsorge/Trauerbewaeltigung-vom-Umgang-mit-Verlust-55531.htm

Ich wünsche Ihnen allen einen ruhigen und friedlichen Ausklang des Ewigkeitssonntages.

Beethoven – weißt du noch?

IMG_5661Heute Vormittag erklang im Radio die Violinromanze F-dur von Ludwig van Beethoven. Meine Gedanken gingen ganz weit zurück in meine Studienzeit. Damals, vor fast 40 Jahren, spielte ich dieses herrliche Stück in meinem Examensprogramm an der Kölner Musikhochschule. Und ich führte es mit dem Dinslakener Kammerorchester in einem Freiluftkonzert im dortigen Burgtheater auf. Wie lange ist das her!

Nach meinem Examen entschied ich mich dann gegen den Beruf der Geigerin und für die Musikpädagogik. Ich wollte unbedingt Musiklehrerin werden – sonst hätte ich Dich sicherlich gut 20 Jahre später nicht kennengelernt. Dabei war meine Examensnote in Musikpädagogik die schlechteste von allen meinen Noten – damals in den 1970er Jahren gab es einen großen Umbruch in der Musikpädagogik, und meine Prüfer gehörten eher zur „alten“ Generation. Die „Neuen“ der 1970er Jahre waren alle nicht lange an der Kölner Hochschule geblieben.

Nun spielen sie in NDR Kultur das 5. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven. Und ich bin in Gedanken ganz bei Dir. In einem Buch habe ich neulich gelesen, dass man die Seele des Verstorbenen dort findet, wo er sich zu Hause fühlte. Und das war für Dich Beethoven – zumindest zum Teil.

Ich lauschte der Musik – und unsere Berner Sennenhündin Senta schien zu verstehen, was los war. Sie sitzt ja sonst immer beim Frühstück auf dem Platz, wo Dein Rollstuhl immer gestanden hat. Heute liegt da ihre Hundedecke. Als die Musik erklang, stand sie auf und legte sich ins Wohnzimmer, mit Blick in die Küche. Dort, wo sie uns beide immer gut im Blick gehabt hatte! Fühlte sie, dass Deine Seele anwesend war?

Ich erinnerte mich an das Konzert, das wir beide zum Abschluss der Mozartwoche im Festspielhaus in Salzburg erlebt hatten – es war im Januar 2006, und Du konntest noch gut mit mir zu all den Konzerten laufen, die wir in dieser Woche gebucht hatten. Nur zum Festspielhaus nahmen wir uns ein Taxi, denn es hatte an diesem Abend zu schneien begonnen. Auch für den Rückweg fanden wir einen Wagen, der uns zum Hotel brachte.

In diesem Konzert hörten wir die Wiener Philharmoniker unter dem jungen Dirigenten Christian Thielemann. Im ersten Teil wurde ein Klavierkonzert von Beethoven aufgeführt, mit einem jungen Pianisten. Ich weiß nicht mehr genau, welches Konzert das war und wie der Pianist hieß – ich war eben immer eher interessiert an Geigern – und ich hatte Zahnschmerzen.

Aber nur bis zur Pause. Denn die Zahnschmerzen verschwanden, als die Wiener Philharmoniker Beethovens siebte Sinfonie spielten. Es war großartig, und beim Schlussbeifall merkte ich plötzlich, dass mein Zahn nicht mehr wehtat (übrigens bis heute nicht). Meine Zahnärztin hat es später nicht geglaubt, sie meinte, der Zahn sei abgestorben. Aber ich sagte ihr: „Bei Beethoven stirbt man nicht so leicht.“

Das ist das Geheimnis der Musik, dass sie Unruhe, Schmerzen, Trauer und Melancholie vergessen macht. Seit diesem Erlebnis ist die heilsame Wirkung der Musik auf die Gesundheit ein Thema, das mich sehr interessiert.

All das fiel mir heute Vormittag ein, als ich das Sonntagskonzert auf NDR Kultur hörte. Ich dachte daran, dass Du vor einem Jahr irgendwann nicht mehr erkannt hattest, von wem die wundervolle Musik aus unserem kleinen Küchenradio stammte – nachträglich weiß ich, dass Deine Seele nicht mehr zu Hause war, wenn Du Beethovens Musik nicht mehr erkennen konntest. Du warst früher immer zu Tränen gerührt, wenn wir eins der Klavierkonzerte Beethovens hörten – im Radio oder von der CD – oder aber im Konzert.

Beethoven, das war Deine Welt – auch wenn ich eher zu Brahms tendierte, so war ich doch immer gerne mit Dir zusammen in Deiner Musikwelt. Immerhin hast Du in der Anfangszeit unserer Freundschaft den Vorsitz in einer Abiturprüfung gehabt, als einer meiner besten Schüler aus dem Musik-Grundkurs über Beethovens achte Sinfonie sprach. Die Prüfung haben wir beide mit „sehr gut“ bewertet, und der junge Mann ist heute Jazz-Trompeter in der WDR-Big Band!

Beethoven – weißt Du noch?

Wie oft haben wir beide das fünfte Klavierkonzert gehört – ich müsste eigentlich jede Note kennen. Den damals „jungen Dirigenten“ Christian Thielemann haben wir übrigens noch im letzten Silvesterkonzert aus Dresden, wo er inzwischen Generalmusikdirektor ist, gehört. Das Konzert wurde im Fernsehen übertragen – Du hast in Deinem Rollstuhl gesessen, ich in Deinem Sessel, und Senta auf dem kleinen Sofa hinter Dir.

IMG_1423Ich habe Dir erzählt, dass wir den jungen Dirigenten vor fast sieben Jahren in Salzburg erlebt hatten, aber Du konntest Dich nicht mehr daran erinnern. Du hast Dich nur über die wunderschöne Musik gefreut. Ich glaube, Beethoven haben sie gar nicht gespielt – aber das war für Dich ohnehin nicht mehr wichtig.

Diese Silvesternacht werde ich nie vergessen – es war unsere letzte gemeinsame Silvesternacht. Nicht nur, dass Senta mit uns zusammen dem Konzert gelauscht hat – sie ist eben ein musikalischer Hund, bei dem Herrchen und Frauchen!

IMG_1427Wir beide haben dann unser Fondue genossen – und später wieder vor dem Fernseher gesessen. Um Mitternacht haben wir wie jedes Jahr das Feuerwerk am Kölner Dom angesehen – natürlich über WDR 3 –  ein Glas Sekt getrunken und Berliner gegessen. IMG_1439

Später rief dann unsere Freundin Birgit aus Amerika an, die aufgrund der Zeitverschiebung noch nicht im neuen Jahr 2014 angekommen war. Und dann habe ich kurz vor zwei Uhr morgens die Kerzen an unserem Weihnachtsbaum angezündet – an dem schönsten Weihnachtsbaum, den wir beide in unseren gemeinsamen Jahren gehabt hatten.

IMG_1497Irgendwann habe ich die Kerzen – wie immer echte Kerzen und erst halb abgebrannt – ausgeblasen. So werden Senta und ich in diesem Jahr diese Kerzen erst abbrennen, bevor ich neue aufstecke. Denn wir werden wieder einen schönen Weihnachtsbaum haben, so wie in jedem Jahr, in dem ich mit Dir Weihnachten gefeiert habe.

Beethoven – weißt Du noch?

Ist das nicht wunderschön, dass man bei einer bestimmten Musik so viele schöne Erinnerungen hat? Es ist wohl wahr, dass ich Deine Seele bei Beethovens Musik wiederfinde, weil Du bei Beethoven immer zu Hause warst!

Beethovens Musik – das war ein Teil unseres gemeinsamen Lebens. Ein wichtiger Teil.

Weißt Du noch?

Ostern – ohne Dich

IMG_1885Das war mein erstes Ostern ohne Dich – das erste Mal in meinem Leben, dass ich ganz alleine war. Aber ich war nicht einsam. Und außerdem ist Senta ja immer bei mir. Ich hatte mir ganz fest vorgenommen, dieses Osterfest als Zukunftsfest zu feiern und nicht traurig zu sein. Stell Dir vor, es war ein wundervoller Frühlingstag – wolkenloser blauer Himmel, alles grün und gelb, weil der Raps bereits blüht. In unserem Garten blüht und grünt es. Die drei Apfelbäumchen und der Pflaumenbaum, die wir erst im vorigen Jahr gepflanzt haben, haben die ersten grünen Triebe. Auch die beiden Johannisbeer- und die beiden Himbeerbüsche, ebenfalls erst im vorigen Jahr gepflanzt, sind schon schön grün. Die Welt erwacht zu neuem Leben!

IMG_1883Am Samstag habe ich Ostereier gefärbt, wie in all den Jahren mit Dir. Ich erinnerte mich an unser erstes gemeinsames Osterfest vor 16 Jahren, als Du zu mir nach Fehmarn kamst. Ich war so stolz, dass ich schöne frische Landeier direkt vom Bauernhof besorgt hatte. Du aber warst ziemlich „sauer“, weil Du sagtest, braune Eier kann man nicht färben. Ich fand, dass sie dann doch ganz schön aussahen. Mir fiel sogar ein, dass in dem Blumentopf mit den Osterglocken, der auf dem Tisch meiner Ferienwohnung stand, ein kleiner Wurm war. Du nahmst das mit Ruhe und sagtest: auch der kleine Wurm möchte doch leben! Und so war unser Osterfest sehr schön, wie all die anderen, die dann folgten. Übrigens bin ich am Donnerstag noch in verschiedenen Geschäften gewesen, um Ostereierfarben und weiße (!!) Eier zu bekommen!

IMG_1910Am Sonntag nahm ich an der wunderbaren Feier „Mit Luft und Liebe und mit Lindloff“ in der Kirche von Landkirchen teil, wo das seit Jahrzehnten verschollene Bild des Pastors Lindloff (18. Jht.) frisch restauriert an die Gemeinde übergeben wurde. Vor der Kirche spielte der Bläserchor, die Musik schallte durch das Dorf und ich ging freudig dorthin. Zu Beginn trug der Pfarrer die große Osterkerze durch die Kirche, gefolgt vom Ehepaar Meussling mit dem verhüllten Bild und den Kleinen vom Kinderchor.

Pfarrer Kark-Carlson hatte die Rose als Symbol der Liebe ausgewählt – ich fühlte mich an die Trauerfeier zu Deiner Beerdigung erinnert, wo mich die Pracht der roten Rosen mit dem weißen Flieder getröstet hatte.  Ein großer Rosenstrauch stand in einer Schubkarre bereit, er soll an die Heimkehr des Bildes erinnern, er wurde  nach dem Gottesdienst neben dem Haupteingang der Kirche eingepflanzt und auf den Namen „Lindloff-Rose“ getauft.RoseDas Bild des Pfarrers Lindloff war vor langer Zeit abhanden gekommen. Der Pfarrer  Rüdiger Meussling aus Plötzky in Sachsen-Anhalt hatte das Bild 2008 bei Ebay ersteigert, seine Frau Anna-Maria hat es restauriert. Dann haben sie recherchiert, wer der abgebildete Lindloff war. Er war 45 Jahre lang Pastor in Landkirchen und ist dort begraben. Und nun ist das Bild zurück gekehrt und hängt wieder über der Grabstelle von Lindloff. Das Ehepaar Meussling bekam zum Dank einen kleineren Rosenstrauch geschenkt. Sogar dänische Nachkommen des Pfarrers Lindloff waren bei dieser feierlichen Übergabe anwesend!

Es wurden Osterlieder gesungen, es gab Musik mit den Kinderchören und dem Bläserchor, und dann wurden Rosen für jeden Gottesdienstbesucher verteilt. Ich bekam zwei, und brachte eine davon auf Dein Grab, das ja ganz in der Nähe der Kirche ist. Dann traf ich meine Chorfreundin mit ihrem Mann – wegen dieser Feier in Landkirchen hatten wir nicht in der Kantorei in Burg mitgesungen. Sie nahmen mich mit ins Pastorat – im Garten suchten die Kleinen Ostereier und drinnen gab es Kaffee und Kuchen für alle. Das Ehepaar aus Magedeburg berichtete über die Restaurierung des Bildes und erzählte von der Situation ihrer Kirche während der DDR-Zeiten.

So war ich erst gegen Mittag wieder zu Hause, wo Senta mich sehnlichst erwartete. Ich ging in den Garten und schnitt einige Zweige, die ich mit der Rose in eine Vase stellte. Ich hängte die Ostereier aus Glas an, auf die meine Mutter einst liebevoll winzige Bildchen gemalt hatte. Schon viele Jahre hatte ich sie nicht mehr ausgepackt. So war meine Mutter auch ein wenig anwesend an diesem Ostersonntag.

IMG_1853Der Tisch war schön gedeckt und Senta saß wie immer auf Deinem Platz. Sie mag auch Ostereier, aber beim „Eierkippen“ konnte sie nicht mithalten, dafür sind ihr Pfoten zu dick.

IMG_3748Den Osterkuchen mochte Senta natürlich auch, den ließen wir uns nach unserem Osterspaziergang auf der Terrasse schmecken.

IMG_1923IMG_1893Am Abend gab es – wie jedes Jahr am Ostersonntag – Lammkoteletts mit Ofenkartoffeln und grünen Bohnen. Mutig hatte ich mir vier Koteletts gekauft, zum Glück hat Senta mir beim Essen geholfen.

IMG_1936Am Abend fiel mir plötzlich ein, nach den Fotos von unserem Zukunftsfest vor fünf Jahren zu suchen. Und dabei fand ich ein kleines Filmchen, das ich mit meinem damals neuen iPhone um Mitternacht an meinem Geburtstag in unserer Strandwohnung aufgenommen hatte. Du hast da so liebevoll Deine Glückwünsche gesprochen und mit mir angestoßen – dieses Filmchen werde ich mir beim nächsten Geburtstag einfach vorspielen!

Nach einem schönen Film im Fernsehen fiel mir kurz vor Mitternacht plötzlich ein, wieder Klavier zu spielen. Ich räumte Dein Bild und die Kerze von unserem schönen Flügel, setzte mich hin – und tatsächlich: Nur vier Wochen, nachdem ich mir den kleinen Finger der rechten Hand gebrochen hatte, konnte ich Schuberts Impromptu As-Dur op. 142 Nr. 2 wieder spielen – mit aktivem kleinen Finger!!

IMG_1937Das war für mich ein weiteres Osterwunder an diesem Tag voller wundersamer Ereignisse. Das Musikstück, das ich immer wieder zu besonderen Anlässen gespielt hatte, war die Krönung dieses Ostersonntages. Ein wahres Zukunftsfest, ohne dass die Vergangenheit verloren gegangen wäre. Sie ist bei mir, genau wie Du in meinem Herzen bist. Denn ich liebe Dich noch immer!

Rose KopieDieses Osterfest vergesse ich nicht so schnell wieder – ich war alleine, aber nicht einsam. Dazu das wundervolle Wetter mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und Tausenden von Blüten – einfach schön! Und immer wieder Senta, die kaum noch von meiner Seite weicht …