Hans Christians letzter Tag

IMG_8884So oft habe ich es schon erzählt in den letzten Tagen. Nun sollt Ihr erfahren, wie Hans Christians letzter Tag war. Erst einmal fragt man sich, welches denn der letzte Tag ist? Man versteht darunter den Tag, bevor man – nach Meinung der Ärzte – gestorben ist.

Letzten Montag um 5.44 Uhr klingelte das iPhone auf meinem Nachttisch. Die Ärztin berichtete, dass man um 2 Uhr Morgens mit der Dialyse begonnen hätte. Hans Christian hatte schon immer eine Niereninsuffizienz gehabt, nun waren die Nierenwerte bedrohlich. Und sein Herz war so schwach, es hatte Komplikationen gegeben.

Das hatte ich schon am Samstag bei der Aufnahme in die Klinik erfahren. Eigentlich waren wir an diesem Tag hingefahren, weil gerade ein Einzelzimmer frei geworden war. Aber er kam dann sofort auf die Intensivstation – und er war dort schon nicht mehr bei Bewusstsein. Am Sonntag sagte man mir, dass er jeden Moment sterben könnte.

In der Nacht war ich noch einmal mit ihm in Armentarola gewesen, wo wir so viele glückliche Tage erlebt hatten. Ich las unserer Senta die schönen Geschichten aus meinem Armentarola-Buch laut vor. Immer wieder schickte ich ihm eine Nachricht durchs Universum, noch ein wenig durchzuhalten.

Ich wollte doch so gerne noch einmal mit ihm und Senta – mit meiner kleinen Familie – nach Armentarola reisen. Ich hatte die Reise schon geplant, von Neujellingsdorf aus, mit zwei Zwischenstopps in Hotels, die behindertengerecht waren und große Hunde akzeptierten. In allen Einzelheiten hatte ich überlegt, wie ich zuerst ihn und dann Senta ins Hotel bringen würde. Ich hatte gehofft, dass wir mit dem Schwenksitz fürs Auto alles bewältigen könnten. Der wurde dann aber leider nicht genehmigt.

Anfang März 2013 war unsere Situation so schwierig, dass ich einen Moment daran gedacht hatte, alleine mit Senta nach Armentarola zu reisen. Aber Hans Christian wollte nicht in ein Pflegeheim, und so beschloss ich, dass wir auf jeden Fall zusammen bleiben, alle drei – egal ob wir verreisen oder zu Hause bleiben. Auch wenn manche Leute meinten, ich sei verrückt. Ich stornierte daher die Buchung und hoffte, dass wir später fahren könnten.

Weihnachten3 061_3In dieser Nacht nun erinnerte ich mich an all die schönen Erlebnisse in Armentarola, dann schlief ich kurz und tief – bis das Telefon klingelte. Ich weiß nicht mehr, was die Ärztin alles gesagt hat, ich fragte sie nur, ob ich kommen sollte. Dieser Anruf dauert knapp zwei Minuten, dann rief ich Marlen an und unsere Freunde Jeanne und Wilfrid in Dinslaken. ich duschte, zog mich an und ließ Senta hinaus. Um 6 Uhr stand ich schon am Auto und wartete auf Marlen, die mich an diesem Tag begleiten würde. Sie war mir eine große Stütze, genau wie Jeanne und Wilfrid und unser Hausarzt, mit denen ich dann telefonischen Kontakt hatte.

Nach einer knappen Stunde Autofahrt erreichten wir Neustadt, wo uns ein heller Stern den Weg zur Klinik am Strand zeigte. In diesem Moment erinnerte ich mich an ein Gedicht, das uns vor ein paar Jahren eine Freundin geschenkt hatte: Rudern zwei ein Boot, der eine schaut nach den Sternen, der andere sorgt dafür, dass der Kurs gehalten würde.

Auf der Intensivstation lag Hans Christian an vielen Geräten angeschlossen. Bei der Morgenvisite berichtete die Ärztin der Nachtschicht dem Professor. Ich dachte, wie kann man nur so pessimistisch sein und sagte: Ein Forsbach gibt nicht so schnell auf, wir sind Optimisten. Die Geräte sind doch dazu da, den Menschen am Leben zu erhalten. Man kann doch nicht einfach abschalten, auch nicht, wenn ein Mensch dement wäre. Kurz darauf sagte mir der Oberarzt, dass Hans Christian im Sterben liegt. Wenn wir Kinder hätten, sollte ich die jetzt schnell benachrichtigen.

Draußen war es hell geworden, ein wunderbarer frühlingshafter Tag begann. Der Winter hatte Pause gemacht an Hans Christians letztem Tag. Mir fiel die Affirmationskarte ein, die in den letzten Wochen im Badezimmer hing, jeden Tag hatte ich sie Hans Christian vorgelesen: „Ich bin dankbar dafür, dass ich heute lebe. Es freut mich und ist ein Genuss, einen weiteren wundervollen Tag zu erleben.“
IMG_1659Marlen hatte mir gesagt, dass Sterbende noch alles hören, was man ihnen sagt. Und ich erzählte Hans Christian von dem hellen Stern, zu dem er jetzt fahren würde. Ich würde ihm dann jeden Abend zuwinken und lachen, wie es der kleine Prinz bei Antoine de Saint-Exupery gesagt hatte:

Und deine Freunde werden sich wundern, wenn du zum Himmel schauen und dabei lachen wirst. Dann wirst du ihnen sagen:
„Ja, die Sterne bringen mich immer zum Lachen!“
Und sie werden meinen, du bist verrückt.

Ich erzählte Hans Christian, dass wir direkt am Strand wären – immer, wenn wir am Meer waren, hatten wir ein Hotel direkt am Strand gewählt, auch diese letzte Station seines Lebens hatte eine solch wunderbare Lage. Wir würden eine Bootsfahrt hinaus aufs Meer machen, wo uns an diesem Morgen die Sonne golden entgegen strahlte. Er müsste nur nach den Sternen schauen, ich würde rudern, aber er dürfte jetzt einfach losfahren.

Am Ende, ganz am Ende, würde das Meer in der Erinnerung blau sein – so hieß es in dem Gedicht. Und ich erinnerte Hans Christian an all die schönen Reisen, die wir zusammen gemacht hatten, an Armentarola, wo die Berge im Abendrot so schön leuchteten, wo wir so viele schöne glückliche Tage erlebt hatten.

IMG_4621Immer hatten wir uns verziehen, wenn wir uns weh getan hatten. Und das taten wir an diesem Morgen auf der Intensivstation auch. In den letzten Tagen, Wochen, Monaten hatte es schlimme Situationen gegeben, die viel Kraft kosteten. Hans Christian wollte 100 Jahre alt werden, aber seine Helfer und ich sollten auch durchhalten bis dahin. An unserem letzten Abend zu Hause war wieder unsere alte Harmonie dagewesen und alles war vergeben. Jeden Tag hatten wir uns gesagt, dass wir uns lieb hatten.

Immer wieder hatte ich zu Hans Christian gesagt: Du bist beschützt. Man kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand. In der Weihnachtszeit hatten wir jeden Tag den Chorsatz von John Rutter gehört „The Lord bless you and keep you – Gott segne und behüte dich“. Hans Christian hatte doch immer so viel Angst gehabt, die von seiner Kindheit im Krieg herrührte. Nun musste er keine Angst mehr haben. Mir fiel das schöne LIed „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ ein, das wir vor einigen Jahren in Bamberg oft gehört hatten. Und ich sang ihm leise das gesamte Lied ins Ohr.

Dann fielen mir die kölschen Lieder ein, die ihm eine Freundin vor vier Jahren zum Mutmachen geschickt hatte: „Spaziergang durch Kölle“ – „Bei D’r Schwazze Madonna in d’r Koffergass“ und „Uns Kölsche Siel“:

Uns kölsche Siel, die kann uns keiner nemme,
die hät der Herrgodd deef en uns gelaht.
Un wä die sök, muss bes zom Hätze klemme,
denn do allein, do litt dä Schatz verwahrt.

Auf Hochdeutsch:
Unsere kölsche Seele, die kann uns keiner nehmen,
die hat der Herrgott tief in uns gelegt.
Un wer die sucht, muss bis zum Herzen klettern,
denn da allein, da, liegt der Schatz verwahrt.

Und da spürte ich es: Hans Christian war nach Hause gekommen.
Ich spielte noch ein Lied von Nana Mouskouri, das wir beide gerne mochten, aber mittendrin stellte ich es ab. Ich spürte es ganz deutlich: Hans Christian war friedlich eingeschlafen. Das war gegen 12.30 Uhr.

IMG_3353Ich schaute mich um auf der Intensivstation, aber niemand war da. Die Maschinen arbeiteten weiter, die Bettdecke hob und senkte sich. Bis zur nächsten Visite zog sich die Zeit dahin, auch wenn wir zwischendurch zum Strand gegangen waren. Hans Christian sollte nicht mehr kämpfen müssen gegen Medikamente in unglaublich hoher Dosis, die ihn am Leben erhielten, obwohl er schon gestorben war. Er hatte sich entschieden, zu gehen – auf seine letzte große Reise. Er würde sein Muttchen wieder treffen, seinen Bruder Wolfgang, der erst im letzten Jahr gestorben war, und auch endlich meine Mutter treffen, die er in unserem Leben leider nicht mehr kennengelernt hatte.

Am Abend fuhr ich zum Südstrand, um die Heizung in unserer Ferienwohnung anzustellen. Unsere Freunde würden kommen. Es war stockdunkel, als ich über die Strandallee fuhr, um die Ecke bog und mich dem Yachthafen näherte. Als ich an unserem Haus ankam, fuhr ein hell beleuchtetes Boot hinüber zum Hafen. Ich dachte: Nun fährt Hans Christian in den Heimathafen. Kaum hatte ich den Motor abgestellt, klingelte das Telefon und die Ärztin sagte mir, dass Hans Christian gerade gestorben sei.

Zu Hause fiel mir eine Strophe aus dem Lied „Gemeinsam unterwegs“ ein, das wir so oft auf unseren Reisen im Auto gehört hatten: „Am Ziel der Reise irgendwann kommt unser Schiff im Hafen an. Wir laufen ein mit letztem Schwung, beladen mit Erinnerung. Wir sind gemeinsam unterwegs, auf einer Reise durch die Zeit. Wir steuern unser kleines Schiff im großen Meer der Ewigkeit.“

16 Comments

  1. Daniela 18. Februar 2014 at 08:05 - Reply

    Liebe Beate, wir kennen uns nicht. Ich bin „zufällig“ hier her gekommen und hab dies gelesen, deine Worte berühren sehr … und ich kann gut mitfühlen und nachempfinden, denn einige meiner Liebsten sind bereits auch auf der anderen Seite des Weges … Ich sende dir heilsame Energien für die Trauer und die Leere des Platzes – und dieses Gedicht – von Herzen, Daniela

    ****
    Auf der anderen Seite des Weges

    Der Tod ist nichts, ich bin nur in das Zimmer
    nebenan gegangen. Ich bin ich, ihr seid ihr.
    Das, was ich für Euch war, bin ich immer noch.
    Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.
    Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.
    Gebraucht nicht eine andere Redensweise,
    seid nicht feierlich oder traurig.
    Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam
    gelacht haben.
    Betet, lacht, denkt an mich, betet für mich
    damit mein Name im Hause gesprochen wird,
    so wie es immer war,
    ohne besondere Betonung, ohne die Spur des Schattens.
    Das Leben bedeutet das, was es immer war.
    Der Faden ist nicht durchschnitten.
    Warum soll ich nicht mehr in euren Gedanken sein,
    nur weil ich nicht mehr in eurem Blickfeld bin?
    Ich bin nicht weit weg,
    nur auf der anderen Seite des Weges.

    Charles Pierre Péguy

    • Dr. Beate Forsbach
      Dr. Beate Forsbach 21. Februar 2014 at 12:12 - Reply

      Liebe Daniela,
      danke für Deinen Eintrag und das wunderschöne Gedicht. Es hilft mir sehr in diesen Tagen.
      Der Platz ist leer, aber er ist noch bei uns.
      Danke!

      Liebe Grüße
      Beate

  2. KarlHeinz Karius 18. Februar 2014 at 08:36 - Reply

    DANKE..
    ..und alles Liebe!
    Ihr
    KarlHeinz Karius

  3. Gabriele Fendrik 18. Februar 2014 at 08:44 - Reply

    Gott ist mit uns, am Morgen und am Abend und ganz gewiss, an jedem neuen Tag …
    Ich verbeuge mich vor der großen Liebe zwischen Euch Beiden und ich fühle von ganzem Herzen mit.
    Ich habe den Tod meiner geliebten Eltern ebenfalls so intensiv erlebt und auch diese Zeichen bekommen …
    Alles ist gut … R.I.P. Hans Christian

    In Verbundenheit
    Gabriele Fendrik, Günzburg

    • Dr. Beate Forsbach
      Dr. Beate Forsbach 21. Februar 2014 at 12:15 - Reply

      Danke, liebe Gabriele, das Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ haben wir auch im Trauergottesdienst gesungen. Es gibt Mut und Kraft. Und das Gefühl, beschützt zu sein.
      Liebe Grüße in unsere alte „Wahlheimat“
      Beate Forsbach

  4. Monika Bidler 18. Februar 2014 at 10:44 - Reply

    Liebe Beate, Du bist eine starke Frau und wir
    haben Dich im ST lange mit Hans-Christian und Senta
    begleiten dürfen. Ich habe Deine Kraft und Deinen Mut immer
    sehr bewundert. Ihr habt Euch den Traum auf der Sonneninsel
    erfüllt. Nun wird Hans-Christian immer auf Dich und Senta
    runter schauen und Euch ein Lächeln schenken.

    Erinnerungen –
    sie sind das Tagebuch
    unseres Herzens,
    in dem wir blättern dürfen,
    wenn wir uns nach jenen
    Bildern sehnen, in denen
    wir Vergangenes wieder
    finden können.

    In Gedanken oft bei Dir
    Deine Monika

    • Dr. Beate Forsbach
      Dr. Beate Forsbach 21. Februar 2014 at 12:18 - Reply

      Liebe Monika,
      Du schreibst so ergreifend – ja, Ihr habt mich im St lange begleitet, und viele von Euch machen es auch heute noch – über diesen Blog, meine Newsletter und ganz einfach privat.
      Jeden Tag gibt es neue Erinnerungen – die letzten Monate ließen mir ja nicht allzu viel Zeit zum Nachdenken.

      Gerade heute habe ich eine Schublade geöffnet, in die ich seit unserem Umzug im November 2010 noch nie geschaut hatte.
      Ich fand nicht nur zwei Büchlein für Trauernde, sondern auch schöne Erinnerungsalben an fröhliche Erlebnisse in unserer Bamberger Zeit.
      Ich dachte, es sollte einfach so sein, dass ich erst heute in diese Schublade hineinschaute.

      Danke für Deine Anteilnahme!
      Liebe Grüße, Deine Beate

  5. Viola Frehse 18. Februar 2014 at 14:37 - Reply

    Liebe Beate,
    ich mag am Bildschirm keine langen Texte lesen, aber dieses Mal war ich neugierig, dass ich alles lesen musste. Du hast eine so wunderbare Art zu Schreiben, dass mich die Worte sehr gerührt haben und die Tränen flossen.
    Ich freue mich dich bald auf der Insel wieder zu sehen.
    Gnaz lieben Gruß
    Viola

    • Dr. Beate Forsbach
      Dr. Beate Forsbach 21. Februar 2014 at 12:20 - Reply

      Liebe Viola,
      Du hast Dein Herz sprechen lassen in Deinem lieben Kommentar.
      Es ist nicht schlimm, wenn Tränen fließen – man weiß dann, dass man ganz mit seinem Herzen dabei ist.
      Ich freue mich, wenn Dir meine Art zu schreiben gefällt.
      Und ich freue mich auch auf ein baldiges Wiedersehen – Du und Jürgen, Ihr seid immer willkommen bei mir in Neujellingsdorf.
      Liebe Grüße
      Beate

  6. Ottilie Krafczyk 18. Februar 2014 at 16:37 - Reply

    In allen Kommentaren wurde schon so viel gesagt. Ja, deine Worte gehen so tief ins Herz.
    Ich habe auch so einen Abschied hinter mir,.Mein Mann wurde bloß 72 Jahre alt. Bald bin ich 8o und lebe noch,
    Dein Leid, deine Tränen alles ist so Nah. Du musst stark sein, denn das Leben muss ja weiter gehen. Egal was man erlebt, alles geht weiter. Du hast deinen Mann solange mit Liebe betreut. Sei zufrieden, dass du es konntest. Diese Gewissheit, gibt dir Kraft. Du wirst wieder in dein geliebtes Hotel fahren, und die Erinnerung an die schönen Zeiten mit Hans- Christian werden immer mit dir sein.

    Wir sind in Gedanken bei dir
    Tilli und Gerhard

    • Dr. Beate Forsbach
      Dr. Beate Forsbach 21. Februar 2014 at 12:22 - Reply

      Liebe Tilli,
      danke für Deine gefühlvollen Worte. Auch Du gibst mir Mut und Zuversicht.
      Armentarola ist schon wieder näher gerückt!
      Und die schönen Erinnerungen kommen immer mehr aus dem Dunkel hervor.
      Alles Liebe für Dich und Gerhard
      Deine Beate

  7. Margret Tekolf 18. Februar 2014 at 16:54 - Reply

    Liebe Beate, diese große Liebe und Verbundenheit, von dir in so feinsinniger Weise beschrieben, haben mich zu Tränen gerührt. Ich wünsche dir dass du oft das Meer und den Himmel anschauen kannst um Zwiesprache mit deinem Hans-Christian zu halten.
    Alles Liebe für dich und Senta deine Margret.

    • Dr. Beate Forsbach
      Dr. Beate Forsbach 21. Februar 2014 at 12:23 - Reply

      Liebe Margret,
      danke für Deine lieben Worte.
      Ja, die Liebe, das ist das, was immer bleibt – auch jenseits aller schlimmen Erfahrungen und Erlebnisse in der letzten Zeit.
      Das Meer ist mir ein Trost, und der schöne blaue Himmel hier auch.
      Und abends schaue ich zu den Sternen hinauf und winke ihm zu!
      Alles Liebe
      Deine Beate

  8. Michael Kirchner 19. Februar 2014 at 17:00 - Reply

    Liebe Beate, beim Lesen Deiner Zeilen verliert man die Angst vor dem Tode. Bei allem aufrichtigen Beileid zu Deinem schweren Verlust daher auch mein Glückwunsch, dass Du für eine so schwere Situation die passenden einfühlsamen Worte findest. Chapeau! Viel Kraft und Zuversicht für die Zukunft wünscht Dir Michael Kirchner

    • Dr. Beate Forsbach
      Dr. Beate Forsbach 21. Februar 2014 at 12:30 - Reply

      Lieber Michael,
      Dein Kommentar hat mich sehr beeindruckt. Ich glaube, man braucht keine Angst vor dem Tode zu haben. Mein Mann hatte sein Leben lang Angst und Panik, in letzter Zeit im zunehmenden Maße. Aber er ist ganz friedlich eingeschlafen.
      Ich war überrascht von der Aussage der Ärzte, dass mein Mann im Sterben liegt. Ich hatte nicht damit gerechnet, und trotzdem war ich ganz gefasst.
      Wir haben jeden Tag genossen, bis zum letzten Tag zu Hause. Und das, obwohl es immer weniger wurde, was das Leben meines Mannes ausmachte.
      In all den Jahren haben wir viel Zeit miteinander verbracht, eigentlich waren wir kaum noch getrennt. Wir haben uns immer wieder gesagt, dass wir uns lieb haben:
      Wir haben alles gemacht, was uns wichtig erschien – auch wenn andere dachten, wir sind verrückt. So haben wir hier auf der Sonneninsel Fehmarn unser Zuhause gefunden – nach zwei großen Umzügen.
      Mein Mann hatte das Motto „Tue recht und scheue niemand“ – und wir gingen immer davon aus, dass wir irgendwie durchkommen würden.
      Leider hat das an diesem letzten Tag nicht geklappt – oder doch?

      Alles Liebe
      Beate

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